Große Oase

Dieses Thema im Forum "Reich des Windes" wurde erstellt von Hinketsu Nori, 23. Mai 2011.

  1. Misumi Kimihiro

    Misumi Kimihiro New Member

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    *Natürlich. Was auch sonst.*
    Als ob die Situation, mit wertvoller Fracht durch die Wüste zu laufen und vor die Frage gestellt zu werden, ob man das Risiko eines Überfalls einging, nur um sich etwas ausruhen zu können, nicht schon schlimm genug wäre, begegnete die Gruppe einer der Gefahren, über die in Kimihiros Ratgeber ausführlich geschrieben wurde. Auch wenn der durchschnittliche Reisende nicht damit rechnete war die Wüste in Sachen Wetter nicht nur wegen ihrer Hitze und Trockenheit gefährlich: Auch die Eiseskälte der Nächte und große Sandstürme waren Schwierigkeiten, mit denen man umzugehen lernen musste. Schade nur, dass sich seine eigene Gruppe offenbar nicht genau diese Mühe gemacht hatte, ansonsten hätte sie der rasch in Richtung Oase rollende Sandsturm nämlich nicht so überrascht wie es der Fall war.
    Immer wieder musste Kimihiro angewidert ausspucken, als der durch die Luft schwirrende Sand es sich zu gemütlich in seinem Mund gemacht hatte. Zudem half auch noch so vieles Blinzeln nichts dagegen, dass immer wieder scharfe Körnchen ihren Weg in seine Augen fanden. Zwar hatte der Brillenträger in dieser Beziehung einen Vorteil gegenüber seinen Kollegen ohne zwei breite Gläser auf der Nase, doch rettete dieser Fakt allein die stetig sinkende Stimmung keinesfalls.
    Entsprechend ausgelaugt, körperlich wie geistig, erreichte Kimihiro gemeinsam mit seinen Kollegen die Oase, nur um auf irgendwelchen Umwegen letztlich mit drei Händeln in einem Zelt zu landen. Wie das passierte? Gute Frage, nächste Frage. Nicht, dass es jemanden interessiert hätte, warum sich fünf ausgebildete Krieger auf wichtiger Mission einfach so mir nichts, dir nichts in die Obhut völlig Fremder begaben, nachdem sie sich in den Ausläufern eines Sandsturms gegenseitig verloren hatten.
    Notgedrungen fügte sich Kimihiro in sein erzwungenes, mehr als merkwürdigen Schicksal, setzte ein möglichst freundliches Lächeln auf, verbeugte sich ein paar Mal vorsorglich hier und da, und kehrte letztlich an der Seite von Kaoru und drei Handelsleuten in ein Zelt ein, wo den Fremden sogar Essen angeboten wurde. Kimihiro zögerte – ein warmes Essen war nach der anstrengenden Reise tatsächlich verlockend, und die Höflichkeit gebot es, alles anzunehmen, was angeboten wurde, es sich in den Mund zu stopfen, und schmatzend den hervorragenden Geschmack zu loben. Andererseits…
    Mit einem schiefen Lächeln beäugte er demonstrativ den Eintopf, zog den Geruch ein, leckte sich über die Lippen, und rutschte dann mit sehnsüchtigem Blick von dem brodelnden Essen fort. An einen der Männer gerichtet haspelte er dann ein demütiges „Gomen, aber von der Reise ist mehr etwas schwummrig, und, ich äh, würde mich nur ungern hier in diesem Zelt…“ in der Hoffnung, die Gastgeber würden es damit bei sich bewenden lassen. Übelkeit und Erbrechen waren zumindest bekannte Symptome für jede Art von Sonnenstich und Hitzschlag, und es würde sicherlich niemanden wundern, wenn Personen, die ganz offenbar nicht regelmäßig durch die Wüste wanderten, Opfer dieser Krankheiten wurden. Zwar entging Kimihiro mit dieser Ausrede ein sicherlich nahrhaftes Mahl, aber wenigstens würde er a.) nach dem Sturm noch genug Hunger haben, um die Last auf seinen Schultern um ein paar Lunchpakete zu erleichtern, und b.) nicht in die sorgsam aufgebaute Falle von einer Gruppe Ninja hineinfallen, die sich ein paar Stofffetzen anstatt ihres Stirnschutzes umgebunden hatten. Am Ende war auch noch der Sandsturm von irgendwelchen Ninja erschaffen – in einer Welt, in der manche Shinobi Feuer vom Himmel regnen lassen und Erdbeben verursachen konnten, was war da schon ein Sandsturm?
    …gut, das ging vielleicht etwas zu weit. Aber lieber eine gesunde Prise Paranoia, als am Ende von einem vergifteten Stück Karotte dahingerafft zu werden.
    Da einer der Männer schließlich zum Anfang des Mals ein Gebet sprach – Kimihiro für seinen Teil neigte zwar den Kopf, ließ die Worte selbst allerdings mehr oder weniger an sich vorbeiplätschern; Religion war zwar eine interessante Sache, aber die Praktiken nicht unbedingt sein Metier, mal ganz abgesehen davon dass ihm ein halbherziges Dankgebet für Essen, das man nicht zu sich nahm, irgendwie unangebracht schien – und sein Partner Kaoru die ganze Situation nicht ganz so eng zu sehen sah, zog sich Kimihiro noch etwas zurück und ließ seinen Rucksack von den Schultern gleiten. Ein paar Handgriffe später kramte er mit einem leisen Murmeln auf den Lippen an der Tintenschlange vorbei nach nichts im Speziellen; vielmehr wollte er einen kurzen Augenblick der Konzentration darauf verwenden, den Standort seiner Tiere auszumachen. Die Bilanz war ernüchternd: Zwei der Geier – die Nachhut und der südliche der beiden – und etwa ein Drittel der Landgeschöpfe waren nicht mehr aufzuspüren. Die anderen verbargen sich allesamt in geschützten Ecken der Oase, von denen es zwar genug gab, die jedoch ausnahmslos weitab seines jetzigen Standorts lagen. Mit ein wenig Glück würde es womöglich die Hälfte schaffen, zum Zelt der Fremden zu kommen, doch was für eine Hilfe waren schon eine Handvoll Kleintiere?
    Mit einem innerlichen Seufzer griff Kimihiro, die Hände noch immer in seinem Rucksack vergraben, nach seinem Armband. Kurz bevor er jedoch mit einem knappen Chakraimpuls seinen Block zu Tage förderte, um ihn wie als wäre er schon immer darin gewesen aus dem Rucksack zu ziehen, überlegte er es sich anders. So entspannend es auch gewesen wäre, die Anstrengungen des Tages mit einer Zeichnung des Profils von Sunagakure abzuschütteln und noch dazu eine kleine Meute Kampfgefährten nur ein Fingerzeichen weit entfernt zu wissen, so erschien diese Geste doch selbst dem Essensverweigerer etwas zu extrem in dieser Situation. Selbst wenn die vermeintlichen Karawanenmitglieder, ja nicht einmal Kaoru es gemerkt hätten, Kimihiro wüsste, dass er eigentlich sein Schwert gezogen hätte – und zwar ohne bisher einen wirklichen Grund bekommen zu haben, außer der Tatsache, dass sie eine wichtige Fracht bei sich trugen.
    *Irgendwas musst du jetzt aber hervorziehen, ansonsten kannst du dir gleich „misstrauisch“ auf die Stirn tätowieren lassen.*
    Da das Chakra hierfür bereits in seinen Fingern zitterte, entließ es der Künstler kurzerhand so vorsichtig wie möglich im zweiten Siegel seines Armbands. Die Rauchwolke, die ihm seine alte Flöte in die Hand legte, fiel deshalb recht winzig aus und blieb dank einem raschen Griff zum Reißverschluss des Rucksacks hoffentlich unbemerkt. Das Instrument in der Hand rückte Kimihiro gerade soweit in den Raum hinein, dass er noch immer die Zeltwand im Rücken zu spüren glaubte. Mit einem unbeholfenen Lächeln nickte er anschließend dem Mann zu, der sich als Geschichtenerzähler angeboten hatte.
    „Wenn ihr auch speisen möchtet, so könnte ich währenddessen ein kleines Lied anstimmen. Oder ich begleite später eure Geschichte, falls ihr es wünscht. Ein wenig Musik hilft sicher, das schreckliche Heulen dieses Sturms zu vertreiben.“
    Während er auf eine Antwort wartete, fragte sich der Künstler zunehmend, was nun eigentlich tatsächlich paranoider war: Mit dem Block in der Hand nervös an den Zeichnungen wilder Tiere zu nesteln, oder mit einem Liedchen über die hauchdünne Grenze zwischen harmloser Unterhaltung und einschläfernder Illusion zu balancieren. Sicher war eigentlich nur, dass er auf beides nicht gerade stolz würde zurückblicken können.
    *Solange man überhaupt auf irgendetwas zurückblicken kann…*
  2. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Bisher hatte sich das Aufeinandertreffen mit den anderen Wüstenreisenden doch wirklich gelohnt. Mal ganz davon abgesehen, dass das Shiro-team sich, mehr oder weniger willentlich, 'aufgeteilt' hatte. Aber zumindest Kaoru ließ sich den Eintopf trotzdem schmecken. Dem Gebet des Mannes lauschte er der Höflichkeit halber mit gesenktem Haupt und nutzte die Gelegenheit, um sich das Zelt und seine Besitzer etwas genauer anzusehen.
    Der alte Rothaarige wirkte von Sand und Sonne deutlich gezeichnet worden zu sein, Gesicht und Hände erinnerten den Yuzuki an altes Leder. Vielleicht war er hier soetwas wie der gute Geist, immerhin war er es gewesen, der ihnen Obdach gewährt hatte, aber da war sich Kaoru nicht sicher. Die Frau daneben schien beachtlich Jünger zu sein, vielleicht war sie mit dem Alten verwand. Rotes Haar, dunkler Teint, beide reisen zusammen durch die Wüste... . Im Gegensatz zu dem zermürbten Aussehen des alten Mannes wirkten ihre Züge deutlich ebenmäßiger, die Witterung der Wüste hatte sich bei ihrem Äußeren bisher noch nicht bemerkbar gemacht. Die schöne Reisende hatte seit dem Eintreffen der beiden Shiro-nin noch nicht viel gesagt, sie schien sich wohl, ebenso wie Kaoru auch, vorerst lieber auf die Wortgewandheit ihrer Begleiter verlassen zu haben. Der dritte im Bunde, der betende 'Bruder' hatte wohl selbst im Inneren des Zeltes noch Angst davor, Sand ins Gesicht zu bekommen. Der Großteil seines Kopfes war unter einem breiten Schal verschwunden, hier und da waren nur einige Stellen dunkler Haut und ein ebenso dunkler Haarschopf zu entdecken. Während er sprach, friemelte er an einer Gebetskette in seiner Linken herum. Seltsamer Kerl... naja, jeder wie er will. Vielleicht ist er sowas wie der Priester hier...
    Die kleine Besichtigung war mehr intuitiv, sozusagen eine 'Macke' die sich wohl jeder Ninja im Laufe seiner Ausbildung aneignete, in Verbindung mit ehrlicher Neugier für die Lebensweise der Wanderer. Hätte er so etwas wie ernsthafte Bedrohung empfunden, sähe die Sache natürlich ganz anders aus ... dachte er zumindest. Aber da offenbar weder die Fremden noch Kimihiro bisher irgendwelche Anstalten gemacht hatten, angespannt auf eine Blöße des Gegenüber zu warten um ihm an die Gurgel zu gehen, und da weder Reis noch Eintopf, bis jetzt jedenfalls, eine andere Wirkung erzielten als ein wohliges Sättigungsgefühl bei den Essern zu hinterlassen, konnte man sich wohl getrost ein wenig runterfahren und der Sache ihren Lauf lassen.
    Wie auf ein Stichwort kramte der Misumi aus den Tiefen seiner Tasche eine Flöte hervor und bot der Gruppe seine Dienste als Musikant an. Soviel also zum Thema 'mögliche Gefahrensituation'. Obwohl... warum trug ein Ninja, der sich auf einer Mission durch die Wüste befand eigendlich eine Flöte mit sich herum? Harmlose Unterhaltung am Nächtlichen Lagerfeuer, oder... ? Kaoru, der sich schon entspannt ein wenig zurückgelehnt hatte, blickte mehrmals zwischen Kimihiro und den drei Wanderern hin und her. Bestimmt hatte er sich nur etwas eingeredet. Trotzdem griff er, betont beiläufig, nach deiner Tasche und tat so, als wolle er es sich nur darauf bequem machen, wie auf einem Sitzkissen.
    Tatsächlich hockte er so nun quasi wie die Henne auf ihrem (in dem Fall aus aufgerolltem Papier bestehendem) Ei. Es war schon immer besser, seine sieben Sachen beisammen und zur Not greifbar zu haben.
  3. Iwamoto Yuto

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    Leider aß nur einer der beiden Shiro-Nin etwas von Yutos Eintopf, doch das machte nichts. Wer nicht wollte, der hatte eben schon. Aus Zeichen der Gastfreundschaft bot der verkleidete Rotschopf dem feindlichen Künstler jedoch einen Teller mit einem Brötchen und eine Tasse Tee an, damit dieser seinen Magen beruhigen konnte. Iori hingegen schien vollkommen in seine Rolle verfallen zu sein, da er plötzlich angefangen hatte, seltsame Gebete und ähnliches zu murmeln. Maiko für ihren Teil wich nicht weit von Yutos Seite, was im sitzen aber auch nicht unbedingt schwer war, schon gar nicht in einem Zelt mit nur sehr begrenztem Raum.
    "Ich Danke für das Angebot der musikalischen Untermalung, ...", ging Yuto schließlich auf das Angebot von Kimihiro ein. "... jedoch ist es äußerst schwer eine Geschichte musikalisch zu untermalen, wenn man sie nicht kennt." Sein Blick schweifte einmal durch das gesamte Zelt und allmählich konnte man nur noch die leisen Atemzüge und den tobenden Sandsturm außerhalb des Zeltes vernehmen. Als Yuto dann schließlich noch eine Öllampe entzündete und in die Mitte des Zeltes stelle, war der perfekte Zeitpunkt für eine ergreifende Geschichte gekommen.
    "Vor langer Zeit, als die Welt noch anders tickte, wie wir sie heute kennen, war die Bevölkerung ebenfalls in zwei Hälften geteilt – Norden und Süden. Wie man sich denken konnte, wollte jede der beiden Hälften die Übermacht über die jeweils andere erlangen und so herrschte ein ständiger und ewiger Krieg. Besonders die Grenzgebiete, nicht unähnlich unseren heutigen, damals allerdings waren die beiden Hälften ineinander verschlungen wie Ying und Yang, litten unter dieser Situation.
    Und just in dieser Welt lebten zwei Personen, deren Geschichte außergewöhnlich war, doch genau aus diesem Grund blieben sie auch für immer nur ein Bestandteil einer Geschichte." Seine einleitenden Worte, die er allesamt in einem sehr ruhigen Tonfall sprach, verebbten leise, während die Flammen der Öllampe über die Zeltwände tanzten und die Falten, seines durch die Sonne geschundenen Gesichtes, noch tiefer wirken ließ.
    "Die eine, eine Hexe des Nordens, war die kühle und anmutige Perfektion, die man direkt aus einem Buch geraubt hatte. Die andere, ein Alchemist des Südens, war eine warme und unscheinbare Gestalt, die man in jedem kleinen Dörfchen vorfinden konnte. Sie waren das Gegenstück des jeweils anderen; zwei Hälften eines Ganzen.
    Natürlich wussten die beiden nichts voneinander, doch genauso nahm die Tragödie ihren Lauf.
    Ihr erstes Treffen war an einer der Grenzen, er sammelte Kräuter auf, sie Gefallene. Ein schicksalhafter Moment, während der Wind durch ihre Haare strich und ihre Blicke sich trafen. Doch selbst als die beiden spürten, dass sich das Rad des Schicksals in diesem einen Moment für sie beide gleichzeitig drehte, kehrten sie sich den Rücken zu und verschwanden, gedeckt durch einen Schleier aus aufgewirbelten Blättern der Bäume, des Waldes in dem sie sich befanden." Für einen kurzen Moment sah er zu den Personen innerhalb des Zeltes auf und versuchte die Mimik der einzelnen Gesichter zu deuten. Dann fuhr er fort.
    "Das Resultat dieser Begegnung war das Verlangen nach einer weiteren und so suchten sie den Kontakt. Über jegliche Grenze hinweg schafften sie es kleine Nachrichten auszutauschen, doch sie waren zu Scheu, um einen weiteren Schritt zu wagen. Doch irgendwann siegte das Herz des Alchemisten über seinen eigenen Verstand und so brach er auf um sie erneut sehen zu können.
    Das zweite Treffen nun war kein Zufall, jedoch ein heimliches. Durch die Gegensätze angeregt, begann ein Herz zu tauen und ein anderes konnte endlich wieder in leuchtenden Flammen aufgehen. Beide verließen dieses Treffen ungesehen von allen anderen, aber dennoch voneinander geprägt.
    Beim dritten Treffen, erneut ein Zufall, ein bitterer sogar, mussten ihre Herzen erkennen, dass sie keine Zukunft haben würden. Sie standen sich als Feinde gegenüber, zwischen ihnen die unerbittliche Grenzlinie, die ihnen auch ihre Grenzen aufzeigte. Trotz allem jedoch stand ihr Verstand unter dem Bann der Gefühle, benebelt und berauscht, er, erdolcht von den scharfen Klingen ihrer Worte, sie, niedergeschlagen von seinen sanften Blicken." Was nun noch kommen sollte, war das womöglich tragische Ende der Geschichte. Konnte sich bereits jemanden denken was passiert? Yuto für seinen Teil wusste nicht, was gerade in den Köpfen der anderen vor sich ging, doch er wusste, dass das Ende der Geschichte keine Tragödie war. Während also wieder nur die leisen Atemzüge und der tobende Sandsturm zu hören war, nahm er einen erfrischenden Schluck Tee, atmete durch und ging zum letzten Teil der Geschichte über.
    "Immer und immer wieder sollte das Schicksal sie aufeinander treffen lassen, erneut würden immer wieder die Gefühle, der Schmerz und alles weitere wieder aufkommen, sie würden immer hinter dem Schatten des jeweils anderen hinterher jagen. Doch trotz des Schicksals und einiger Schicksalsschläge, brachten es beide nie über ihr Herz für den anderen ihre Herkunft zu verleugnen. Geliebte Ketten banden sie an den Norden und den Süden und machten es unmöglich sich erreichen zu können. Auch der ewige Krieg wollte nicht enden, doch dann, irgendwann musste es geschehen. Etwas brach in einem der beiden, doch es war kein Herz wie man vermuten konnte, es war der Verstand – der Verstand des Alchemisten. Die Sorge um die Hexe und die Entfernung machten ihn unvorsichtig und so sah er sie ein letztes Mal, bevor man ihn ertappte. Er war erblindet für sie und seine Ketten, doch wenigsten in seinen letzten Momenten schaffte er das unmögliche. Sein Verstand und sein Herz waren eine Einheit als sein Henker ihm ein Ende bereitete, denn er verstummte und kehrte vollkommen in sich. Keine Regung, kein Gefühl, als sein Körper schließlich langsam auf den Grund des Ozeans zu trieb und keinerlei Ketten mit sich in die Tiefe zog.
    Über das genaue Schicksal der Hexe weiß man jedoch nichts, die einen sagen, sie wäre verzweifelt auf einem Schlachtfeld gefallen, die anderen, dass sie nie wieder gesehen wurde..." Und so endete seine kleine Erzählung, die für ihn viel mehr als nur eine Geschichte war.

    [OoC: Es tut mir wirklich wahnsinnig Leid für die lange Verzögerung meinerseits. Ebenfalls für diesen Post. Lest bitte einfach nur das Gesprochene, der Rest ist unrelevant und qualitativ mehr als Murks. Immerhin hatte ich die Geschichte schon vor meinem kleinen Tief geschrieben... Sollte ich weiterhin nicht in der Lage sein einen gescheiten Post zu verfassen, dann werde ich mich eigenständig aus dieser Mission verabschieden um Euch nicht länger zu behindern.]
  4. Kinzoku Susumu

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    Inzwischen hatte sich die Stimmung Zelt ein wenig verändert. Ihre Besucher schienen das Gebet zumindest geringfügig ernst genommen zu haben, denn beide hatten ihr Haupt zumindest andeutungsweise gesenkt. Eine Geste der Höflichkeit, die nicht immer üblich war, aber zumindest zeigte sie dem Shinobi, dass ihre Gäste zumindest Taktgefühl hatten. Eine Eigenschaft, die nicht überall zu finden war. Das Tosen des Sturmes von draußen war immer noch so stark zu hören wie eh und je. Die Gefahr, die nur durch eine zarte Zeltplane und einen Stein von ihnen getrennt war. Es waren wieder diese morbiden Gedanken, die durch Ioris Hirn wanderten. Wie es wohl sein würde, von tausenden, kleinen Sandkörnern förmlich bei lebendigem Leibe abgeschliffen zu werden. Ein grauenhafter Tod, den er wohl niemandem wünschen wollte, aber immerhin besser als zu ertrinken. Man sagt Nahtoderfahrungen verändern den Menschen, sie würde ihn vieles erkennen lassen, das ihm vorher verborgen geblieben war. Ertrunken wäre Iori auch beinahe, aber verändert hatte es ihn nicht. Zumindest war er dieser Auffassung. Aber vielleicht hatte er ja auch etwas erkannt, vielleicht war es nur jetzt wieder verborgen in seinem Unterbewusstsein. Niemand wusste es und niemand würde es je wissen. Außer vielleicht ein Chuunin mit roten Haaren und einer sanften, aber doch durchdringenden Stimme, der begonnen hatte, eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, wie sie Iori weder gelesen oder gehört hatte. Aber mit einer Kraft, die er nur noch seltener zu spüren bekommen hatte. Denn während der Rotschopf von den zwei armen Gestalten erzählte, die durch die Macht einer menschengemachten Grenze getrennt waren, hatte der Junge das Gefühl, dass nicht nur eine Geschichte war. Aber gleichzeitig war es eben doch nur etwas, das erzählt wurde, um den Besuchern ein wenig Unterhaltung zu bieten. Wieso Yuto vielleicht wissen konnte, was Iori an diesem Tag erkannte hatte, keine Ahnung, aber alleine die Geschichte, die gerade in die Ohren des Genin drang, gab ihm das Gefühl verstanden zu werden. Wer sich jetzt denkt, das Iori vollkommen gestört war hatte vermutlich recht, aber war es nicht immer so. Hatte hier nicht jeder einen geistigen Knacks?
    Schmunzelnd blieb Iori sitzen und lauschte weiter, denn Yuto war noch nicht fertig. Er hatte viel mehr erst begonnen, denn die Geschichte schien bis jetzt nur in der Aufwärmphase gewesen zu sein. Die Grausamkeit des Lebens schien in dem Erzähler nicht verschönert zu werden, denn es war, wie aus dem Leben gerissen. Irgendwie musste Iori bei der Erwähnung der Ketten daran denken, was ihn an diese Welt fesselte. Und es war eine einfache Antwort. Seine Familie und die Ordnung, der man sich in dieser Welt unterwerfen musste, um zu leben. Irgendwann war man einfach dazu gezwungen, sich einer Ideologie anzuschließen. Sie es der Weg des Stärkeren oder vielleicht einfach nur Loyalität, jeder schien seinen Pfad gefunden zu haben und versuchte nach Möglichkeit nicht davon abzuweichen. Iori ebenfalls, aber welchen Pfad er gewählt hatte, wusste er nicht, nur dass er ihm folgen würde. Zumindest, bis er ihn als falsch erachtete. Sein Herz war nicht gebunden an eine Nation, oder eine Ideologie, sondern an Personen und davon gab es wenig. Er hatte auch keine Ahnung, welche Überraschungen noch für ihn bereitstanden und was ihn noch an den Boden der Verzweiflung und des Elends ketten würde, den der Mensch so beiläufig Leben nannte. War es nicht einfach der Wille diesem, mangle an Fairness einhalt zu gebieten, der ihn antrieb, oder war es etwas anderes, er wusste es nicht. Als aber das letzte Wort fiel und die Geschichte ihr Ende gefunden hatte, war seine noch lange nicht vorbei. Yutos Erzählung war jetzt Teil seiner Geschichte geworden. Was er daraus machen würde? Wer auch immer dieser Geschichte ihr leben gegeben hatte, sei es nun Yuto oder jemand anders hatte es verdient, einen Ausgleich für die Ungerechtigkeit zu erfahren, die ihn und seine Geliebte getrennt hatte. Denn Iori war der Meinung, dass eine Grenze kein Hindernis sein sollte. War der Junge nicht unglaublich romantisch und naiv? Nicht? Schade.
    Aber genau wie die Geschichte hatte noch etwas aufgehört, nämlich das mulmige Gefühl in Iori Magen. Er hatte es Wohl gebraucht einmal etwas Tiefgang zu spüren, um wieder voll da zu sein.
  5. Misumi Kimihiro

    Misumi Kimihiro New Member

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    *Einen Versuch war’s wert. Außerdem…*
    Mit einem höflichen Nicken und einem knappen Lächeln quittierte Kimihiro die Antwort des alten Geschichtenerzählers mitsamt Brötchen und Tee, wobei er selbst ein rasches „Vielleicht später“ murmelte. Anstatt die Flöte daraufhin jedoch zu verstauen, behielt der Künstler sein Instrument in der Hand und ließ es geschickt zwischen seinen Fingern kreisen. Der schmale Holzkörper aus festem Bambus tanzte geradeso über seine Hand, wie es sonst während dem Zeichnen eines besonders aufwendigen Bildes Pinsel oder Bleistift taten. Diese kleine Angewohnheit war ideal, um die eigene Nervosität abzubauen, und eine deutlich attraktivere Alternative zu Nägelknabbern und Nasebohren. Außerdem war ein Stückchen Bambus immerhin besser als nichts, wenn sich diese vermeintlichen Handelsreisenden plötzlich mit Messern auf ihre Besucher stürzen würden.
    *Kann man eigentlich noch paranoider sein?*
    So also saß Kimihiro recht unruhig auf seinen vier Buchstaben und lauschte der Geschichte des Fremden, die er mit ruhiger Stimme vortrug. Sollte er ebenso nervös wie seine Gäste sein, so konnte der Mann es zumindest deutlich besser verbergen als Kaoru und er. Der junge Genin machte ebenfalls nicht gerade den Eindruck, als würde er der vermeintlichen Ruhe der hiesigen Gastfreundschaft vertrauen, so wie er zwischen den Anwensenden immer wieder hin und herschaute. Als Kaorus Blick dabei erneut Kimihiro traf, warf der Künstler seinem Gefährten ein schiefes Lächeln mit hochgezogener Braue zu. Ich bin auch nicht begeistert, aber was will man machen? Als sich der Junge anschließend seinem Gepäck widmete, sah Kimihiro ebenfalls kurz nach seiner Last, doch da noch alles dort war, wo er es zurückgelassen hatte – direkt hinter sich, so nah es irgend möglich war, ohne die Träger des Rucksack direkt ganz überzustreifen – atmete er einmal tief durch und ließ sich ganz auf die Geschichte des Mann ein. Wüstensturm hin, mögliches Attentat her, der neugierige Künstler war nun mal ein Liebhaber jedweder Art von Erzählung. Mal ganz abgesehen davon, dass den Ninja für den Moment sowieso nichts anderes zu tun möglich war.
    Nichtsdestoweniger musste Kimihiro an sich halten, um nicht mit den Augen zu rollen, als der Fremde auf zwei Hälften und zwei dazugehörige Personen zu sprechen kam. Vor seinem geistigen Auge zeichneten sich bereits die Bilder zweier hoffnungslos ineinander Verliebter ab, ein junges Pärchen sicherlich, hübsch und schlau und sowieso, die sich entgegen aller Widrigkeiten nacheinander sehnten. So weit, so verstaubt. Zumindest die Berufe der beiden, Hexe und Alchemist, rüttelten an dem morschen Knochengerüst der wohl ältesten Geschichte der Welt. Allerdings genügte dieses Rütteln nicht, um die schmierig-rosigen Streifen des Schicksalsrades und der sehnsüchtigen Blicke von dem Bild zu tilgen, das der Fremde mit seinen Worten malte. Entsprechend enttäuscht wirkte der Künstler, dem ein Groschenroman statt einer mystischen Volkssage oder einer abenteuerlichen Geschichte aus dem Alltag eines Händlers aufgesagt wurde.
    Als die Geschichte schlussendlich jedoch ungebremst auf das unweigerliche Ende zuhielt – welches aus nichts anderem bestehen konnte aus dem Tod der beiden Helden auf die eine oder andere, tragische Weise – kam selbst der Künstler nicht umhin, sich neugierig vorzulehnen. Wer würde zuerst sterben? Wer würde den tödlichen Streich führen? Würde einer der beiden direkt oder indirekt die Schuld auf sich laden? Zum Leidwesen des Künstlers beließ es der Erzähler jedoch bei einigen ungenauen Andeutungen, dass der Alchemist durch die Hand der eigenen Landeshälfte getötet wurde, während oder nach einem letzten Treffen mit der Hexe.
    Mit geschürzten Lippen rückte der Künstler wieder zurück und sah in die flackernde Flamme der Öllampe. Einige Augenblicke verstrichen – Zeit, die Kimihiro verstreichen ließ, um die Geschichte sacken zu lassen. Direkt mit Danksagungen oder Ähnlichem herauszuplatzen, wäre unangebracht gewesen, immerhin verdiente es auch eine eher abgedroschene Geschichte, dass man sie mit einem Mindestmaß an Reflexion würdigte. Als er schließlich das Gefühl hatte, den Worten des Mannes genug Respekt gezollt zu haben, schielte Kimihiro kurz zu Kaoru, bevor er diesem die Bürde der ersten Reaktion abnahm. Den Blick wieder auf die Flamme gerichtet begann er:
    „Eine wirklich… interessante Geschichte.“ *Wie einfallsreich. Bravo.* „Darf ich fragen… ich meine, woher kennt ihr sie? Ist es eine Eigenkreation, oder wird sie in euren, ähm… von Händler zu Händler… weitergegeben?“
    Ein erwartungsvoller Blick traf jeden der drei Reisenden. Solange sie über die Geschichte redeten, solange mussten sich Kaoru und er schon keine Reaktion aus den Fingern saugen. Was sollten sie zu dieser Erzählung auch schon sagen? „Verdient hat er’s, der Verräter“? „Kenn’ ich schon, langweilig“? „Uuh, was ist mit der Hexe passiert, lebt sie noch“? Keine der drei Möglichkeiten schien angebracht. Es war schlichtweg schwer, sich so auf eine Geschichte einzulassen, dass man etwas Vernünftiges dazu sagen konnte, wenn man sich kaum von ihr berührt fühlt – und dies traf auf Kimihiro in diesem Moment zu. Es war nicht so, dass der Künstler keinen Sinn für Romantik hatte, im Gegenteil: Hätte er sich in dieser Angelegenheit je jemandem geöffnet, wäre er von diesem jemand wohl als verträumtes Mädchen ausgelacht worden. Dennoch war es schwer, sich in Gegenwart eines Trios merkwürdiger Fremder, inmitten eines tobenden Sandsturms, neben einer frischen Bekanntschaft, und noch dazu auf Mission auf eine Geschichte einzulassen, die derart… allgemein war.
    Nun, vielleicht fiel ja aber auch Kaoru trotz alledem etwas Besseres ein, was sich auf dieses Märchen erwidern ließe.
  6. Kazegawa Toru

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    Interessante Geschichte? Dem Klang von Kimihiros Worten war eine Art verlegener Anteilnahme zu entnehmen. Tatsächlich kam es Kaoru so vor, als hätte er diese Story, zumindest in ähnlicher Form, schon einmal irgendwo gelesen. An den Autor konnte er sich nicht mehr genau erinnern... nur das der Name irgend etwas mit Speeren zu tun hatte. Das passte irgendwie zum Inhalt, immerhin ging es in der Mär deutlich martialischer zu als man es sich von Romanzen eigendlich erwartete, bestimmt als eine Art Show-effekt um dem Ganzen den richtigen Biss zu geben (und den weniger an tragisch schmachtenden Heldenpaaren interessierten Zuhörern Tribut zu zollen). Nachdem der Geschichte nun also einige Augenblicke Wirkdauer gefolgt waren, kondensierte der Inhalt in Kaorus (diplomatisch ausgedrückt) einfachem Verständnis zu folgendem Fazit:
    Zwei Angehörige verfeindeter Reiche begegnen sich (rein zufällig) und verlieben sich (ebenso zufällig) ineinander, woraufhin der eine durchdreht, sich den Schergen des feindlichen Reiches ausliefert und von ihnen abgemurkst wird. Die Frau, für die er all das tat wiederum hatte sich aus dem Staub gemacht.
    Genau aus dem Grund lese ich lieber Mangas...
    ,,Sehr mitreißend erzählt... ", vielleicht eine Spur zu offensichtlich (das hastige Nicken ließ tief blicken) bekündete er anstandshalber seine 'Begeisterung' und folgte damit dem Beispiel Kimihiros. ,, Mir gefielen vor allem die vielen Meta... Metap... Vergleiche! Die schneidenden Worte und flammenden Herzen... und so. Sehr bildlich!" Unsicher grinste er in die Runde. Langsam wich das Grinsen aus seinem Gesicht und machte einer etwas verlegenen Miene Platz. Er lehnte sich zurück. Immer schön Sachverständnis vorgaukeln... wenn der rothaarige Geschichtenerzähler glaubte, dass Kaoru etwas von dem Thema verstand und ihn sozusagen mit 'fachkundiger Meinung' lobte, könnte sich das vielleicht positiv aufs... Zeltklima auswirken. Oder so ähnlich. Irgendwie hielt es der Yuzuki für angenehmer, wenn endlich ein 'richtiges' Gespräch zustande kommen würde. Das wilde Zusammentreffen von Wind und Sand (was sonst... ), welches das Zelt und seine Insassen (auf alle Fälle aber Kaoru) nervös machte und in jedem Moment der Stille hartnäckig lauter zu toben begann, musste sich doch auch irgendwann mal wieder legen. Seine Gedanken drifteten ab. Wie lange müssen wir wohl noch hier rumsitzen? Ironie des Schicksals: Erst konnte er es nicht erwarten, eine Pause vom andauernden Laufen durch karges, staubiges Land zu bekommen und nun da diese notgedrungen eingelegt worden war, wollte er weiter... Nicht, dass es allzu unangenehm war im warmen Zelt zu sitzen und bei Lagerfeuergeschichten Eintopf zu schlürfen, aber die drückende Atmosphäre hatte etwas betrübliches an sich.
    ,,...ähm… von Händler zu Händler… weitergegeben?"
    Was wie? Oh, richtig! Die drei Reisenden mussten schon eine weile unterwegs sein richtig? Ob sie wohl wussten, wie lange so ein Sandsturm hier draußen anhält? ,,Öhm.. da Sie so eine al... ich meine traditionelle Geschichte kennen, müssen sie wohl schon oft die Wüste durchquert haben. Da haben sie sicher schon sehr viel erlebt, nicht wahr? Auch Sandstürme und so... "
    Kaoru kratzte sich am Hinterkopf und blickte kurz zu Kimihiro. ,,Wie lange kann sowas ungefähr dauern?" Blieb zu hoffen, dass das gastfreundliche Trio Kaorus ungeduldige Frage nicht als Beleidigung ansah. Er sah das Zelt bei dem Wetter von Innen immernoch lieber als von Außen.
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Reich des Windes Mission: Jäger des verlorenen Schatzes [Part 3] - Wüste hinter der Oase 11. Juli 2012