Job: Vor die Hunde gehen

Dieses Thema im Forum "Konohagakure" wurde erstellt von Hyuuga Ryu, 23. Dez. 2012.

  1. Hyuuga Ryu

    Hyuuga Ryu Member

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    Job: Vor die Hunde gehen

    Home sweet home, oder?
    Wiedereinmal war es für Hyuuga Ryu Zeit, auf einen Job zu gehen. Jeder Shinobi musste wohl zu gewissen Gelegenheiten ein bestimmtes Pensum an solchen kleinen Aufgaben erledigen, denn anders konnte sich der Genin nicht vorstellen, wie die Dorfverwaltung ausgerechnet auf ihn kam. Eigentlich hatte er nämlich mit der Vorbereitung von Missionen, seinem Praktikum bei den Medic-Nin des Klans und den sonstigen Aufgaben, die eben nur einem Nebenhaushyuuga vorbehalten waren, reichlich zu tun. Er hätte sich ja auch über etwas Freizeit gefreut, so war es nicht, ja, er konnte es auch gebrauchen, wenn er einen Nachmittag lang einfach nur unter einem Baum saß und las, aber das war ihm - natürlich - nicht vergönnt. Stattdessen hatte irgendeine Schrulle aus Konoha einen Köter verloren, der nun eingefangen werden sollte. Angeblich war das Teil brangefährlich und konnte deshalb nicht von Normalsterblichen gefasst werden. Da sollte es keine große Sache sein, das Ding zu finden, oder? So ein gefährliches Monster müsste ja in einem beschaulichen Städtchen wie Konoha Aufsehen erregen, sollte man annehmen.
    Bisher war noch nicht sehr viel davon zu spüren. Als er, ausnahmsweise einmal etwas leger gekleidet, mit hochgestelltem Kragen und über die Schulter geschlungenem Rucksack durch das altbekannte Stadttor gekommen war, hatte er keine brennenden Häuser gesehen, keine Schreie gehört und auch sonst nichts vernommen, was auf irgendwelche Ungeheuer schließen ließ, die im Innern der Stadt lauern sollten. Konoha sah im Gegenteil eigentlich aus wie immer: Geschäftig, altmodisch und - zumindest in seinen Augen - ansehlich. Obwohl Ryu eigentlich ja in Shirogakure aufgewachsen war, empfand er dennoch Konohagakure als seine Heimat, weil es nun einmal die Wurzel seines Klans war, eine uralte Stadt voller Geheimnisse, die ihn faszinierten. Er mochte, wie das Dorf roch, nach Ramen und Handwerkern, er mochte das in der Ferne liegende Hokagendenkmal und er mochte die Menschen dort, weil sie fleißig waren und man hier deutlich mehr Hyuuga sah als in der Blütenstadt.
    Von seinem Partner - alleine zu jobben machte ja auch keinen Spaß - wusste er nichts. Kiyama Mura. Den Namen hatte er noch nicht gehört und er hatte keinen blassen Schimmer, wie dieser Typ aussehen würde, deshalb hatte er sich auch direkt am Stadttor platziert und stupste den Rucksack neben seinem Bein hin und wieder mit dem Fuß an. Wiedereinmal musste er darauf vertrauen, dass sein Äußeres ihn enttarnte, immerhin waren seine Augen ja ein gewisser Blickfang und DAS Erkennungsmerkmal Deluxe, ansonsten musste er eben den Namen des anderen brüllen und darauf hoffen, dass sich der Richtige umdrehte. Doch Geduld war eine Tugend, und er brachte sie zur Perfektion. Sie hatten Zeit, nichts drängte - außer vielleicht ein tollwütiger Köter, der nur darauf wartete, vom Hintern der beiden Jugendlichen zu naschen.
  2. Kiyama Mura

    Kiyama Mura Active Member

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    Noch eine Mission!?!
    Mura war... begeistert. Seit er in großem Stil durch das Examen gerasselt war und sich einige Monate eine Auszeit genehmigt hatte, fühlte sich sein Sensei dazu berufen, ihn auf jede Art und Weise wieder an die Aufgaben eines Shinobi heranzuführen. Übungskämpfe, Missionen und Trainingseinheiten bestimmten seit Kurzem Muras Alltag. Hatte er früher noch immer darüber geklagt und jede Möglichkeit genutzt, dieser alten Hexe von einem Sensei zu entkommen, hatte der Kiyama mittlerweile dieses Verhalten abgelegt. Ja, er hatte wirklich seine Konsequenzen aus dem Examen gezogen. Er war gerade zu demütig geworden und hatte feststellen müssen, dass er sich weiterentwickeln musste, um ein fähiger Shinobi zu werden. So verdrängte er auch schnell seine Abneigung gegenüber dieser so lapidar erscheinenden Mission. Es waren halt Aufgaben, die es auch zu verrichten galt.
    Außerdem gab es da ja noch so ein kleines Trostpflaster. Denn, wie er der Beschreibung des Auftrages entnehmen konnte, sollte er doch tatsächlich mal wieder auf einen Hyuuga stoßen. Dieser mysteriöse Clan faszinierte Mura seit seiner ersten Mission als Genin und Stück für Stück hatte er Infos gesammelt, wie deren Augentechnik funktionierte. Mal sehen, ob er bei dieser Gelegenheit nicht die letzten Fragen beantworten lassen könnte.

    Insgesamt hatte Mura also doch gar nicht mal die schlechteste Laune, als er den Vorplatz des großen Stadttores von Konohagakure erreichte. Wie immer befand er sich in einem dem Jimbei nicht sehr unähnlichen Aufzug und trug auch so mit Ausnahme seines Rucksacks seine übliche Ausrüstung mit sich herum. Sicher, es ging nur darum, einen entlaufenen Köter wieder einzusammeln, aber Mura wollte lieber für jede Eventualität gerüstet sein. Vielleicht lag es ja daran, dass er so lange pausiert hatte, aber Mura ging wirklich nach den üblichen Schemata vor und hielt sich geradezu strikt ans Lehrbuch. Trotzdem tastete Mura immer wieder seinen Körper, den Gürtel und die Shurikentasche an seinem Bein ab, um sich über deren Vollständigkeit zu vergewissern. Dieser Druck auf seine Hüften und dieses Gewicht an seinem rechten Bein kamen ihm immer noch seltsam vor. Naja... die beste Möglichkeit, um sich seinem Handwerk zu nähern, waren halt Missionen.
    So schaute sich auch Mura endlich mal nach seinem Gefährten um. Ein Hyuuga musste doch schließlich nicht so schwer so erkennen sein, oder? Irrtum! Denn der Kiyama musste zu seiner Überraschung feststellen, dass am Eingangsportal überall Hyuugas zu sehen waren. Sicher, es waren keine Massen, aber der Kumonin zählte mindestens 15 Menschen, die die markanten Augen des Clans vorwiesen. Ein Clantreffen? Immerhin fielen vom Alter her neun von ihnen raus...
    Der Genin seufzte auf. Er hasste diese peinliche Fragerei. Nach zwei Fehlschlägen näherte er sich einem Jungen, der mit seinem am Boden liegenden Rucksack herumspielte. Komm schon, sei der Richtige! Zum erneuten Mal setzte Mura sein Lächeln auf.
    Guten Tag! Mein Name ist Kiyama Mura. Habe ich es hier mit Hyuuga Ryu zu tun?
  3. Hyuuga Ryu

    Hyuuga Ryu Member

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    Während die farblosen Augen des Hyuuga die Umgebung scannten und dabei bedeutend emotionsloser aussahen als der junge Mann eigentlich war, versuchte er Ausschau zu halten, obwohl sich das durch den Umstand, dass er keine Ahnung hatte, wie der Andere aussah, natürlich etwas schwierig gestaltete. Noch hatte er keinen der Vorbeigehenden angesprochen, die ihn teilweise begrüßten oder gar eine kurze Verbeugung andeuteten. Wahrscheinlich taten sie das, weil er ein Hyuuga war, ein Mitglied eines altehrwürdigen Klans, dem man wohl irgendwie Respekt zollen musste. Stirnrunzelnd ordnete der Schwarzhaarige ein paar Strähnen, die ihm über die Nase hingen - würden die Passanten das Zeichen auf seiner Stirn sehen, das ihn als Bunke brandmarkte, wären sie vermutlich weniger höflich. Zumindest in Konohagakure waren die Eigenarten des Klans relativ gut bekannt, deshalb machte er sich keine großen Hoffnungen, hier nicht früher oder später aufzufliegen. Aber selbst wenn - sein Stand änderte nichts an seinen Vermögensverhältnissen und Geld war - so traurig das auch sein mochte - ebenfalls recht gut, um sich Respekt oder Ruhe zu verschaffen.
    Mit einem Seitenblick auf die kleinere Menschenmenge, die sich einen Weg durch das Tor bahnen wollte, bemerkte der Genin eine blonde Gestalt, die von einem Weißäugigen zum Nächsten lief und sie etwas zu fragen schien. Ryus Rücken versteifte sich eine Nuance, als besagter Blonde auch zu ihm kam, doch er lächelte schnell, als der Andere sich erkundigte, ob er denn der Richtige sei. Einen Augenblick nahm sich der Klanjunge Zeit, um sein Gegenüber intensiv zu mustern, ihn als zufriedenstellend zu markieren und anschließend zu nicken. Seine Hand tauchte ab und fischte nach dem Rucksack, den er sich in einer Geste des baldigen Aufbruchs über die Schulter warf, dann streckte er die Hand aus und grinste noch etwas breiter, wenngleich das irgendwie steif wirkte. Noch wusste er nicht, was er von seinem Partner halten sollte, psychologische Gutachten wurden ja leider nicht mitgeliefert. "Ich bin Ryu, ganz recht. Freut mich, dich kennenzulernen, Mura-san. Warst du schon einmal in Konohagakure?"
  4. Kiyama Mura

    Kiyama Mura Active Member

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    Für einen kurzen Moment stockte Muras Atem, als er abschätzend von seinem Gegenüber gemustert wurde. Hatte er sich wieder vertan? So viel Pech konnte man nun doch wirklich nicht haben. Selbst bei den ganzen am Tor herumlungernden Shinobi aus dem Hyuuga-Clan musste man doch mal irgendwann den richtigen treffen, oder? Aber das war ja mal wieder typisch. Bedrückt schaute der Kiyama zu Boden und glitt mit seiner Zunge über die mittlerweile ein wenig trockenen Lippen. Puh, auf ein Neues... Schon wollte Mura zu einer erneuten Entschuldigung ansetzen, als dann doch endlich das ersehnte Nicken kam.
    Und dann kam der Wandel. Denn kaum hatte der junge Konohanin seine Tasche vom Boden genommen, strahlte er den Kiyama mit einem breiten Lächeln geradezu an. Selbst Mura, der eigentlich immer ein Pokerface- Lächeln auf den Lippen hatte, musste irritiert um sein Miene kämpfen. Meint der das jetzt ernst, oder nicht? Er war nun wirklich mit allem gesegnet, nur nicht gerade mit einer bahnbrechenden Menschenkenntnis und so entschied er sich, dass die offene Haltung seines Gesprächspartner ehrlich gemeint war. Und selbst wenn er sich täuschte, zeigte es doch, dass sich sein Teamkollege doch um ein entspanntes und höfliches Verhältnis zueinander bemühte. So oder so war es hoch anzurechnen. Folglich erwiderte Mura das Lächeln und nahm die dargereichte Hand dankbar an.
    Ja, mich auch. In der Tat war ich schon hin und wieder mal hier, aber meistens waren es Kurzbesuche oder Aufträge, die es hier zu erledigen galt. Kurz stockte der Kiyama, als er sich überlegte, was er eigentlich effektiv über Konoha wusste, und musste feststellen, dass sein Wissen doch eher mangelhaft war. So setzte er erst wieder zu neuen Worten an, als die beiden Genin auch schon den Vorplatz des Tores überquert hatten. Zugegeben...mein Wissen über die Stadt ist trotzdem nicht gerade bahnbrechend. Ich denke mal, du wirst mich ein wenig führen müssen. Was meinst du, Ryu-san? Wo sollen wir zu suchen anfangen? Während er so sprach, kratzte er sich den Kopf und schaute auf das riesige Gewirr aus Menschen, Ständen und Straßen. In Konoha war wirklich eine Menge los. Obwohl er schon in den anderen großen Koalitionsstädten gewesen war, konnte diesen Trubel nur der Markttag in Shirogakure überbieten. Der Kumonin verzog dabei ein wenig das Gesicht. Er mochte nicht diesen Lärm und diese großen Menschenansammlungen und zu allem Überfluss erschwerten sie ihre Mission enorm. Dann wanderte sein Blick nach oben zu einem Häuserdach. Vielleicht sollten wir uns von einer erhöhten Position einen Überblick verschaffen...
    Zuletzt bearbeitet: 3. Jan. 2013
  5. Hyuuga Ryu

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    „Überblick klingt gut. Allerdings würde ich vorschlagen, dass wir erst unseren Auftraggeber befragen – wir wollen doch wissen, wonach wir suchen, oder?“ Zwar schwang in der Stimme des Hyuuga deutlicher Spott mit, doch er sah keineswegs aus, als würde ihn die Aussage des Kiyama stören. Er lächelte, seine Augen waren generell ausdruckslos, und seine Hände lagen leger auf seinen Oberschenkel, als hätte er vor, sie in die dortigen Hosentaschen zu vergraben, tat dies aber nicht, weil es unhöflich war. Neben dem Triezen in seinen Worten lag darin auch eine nicht zu verachtende Freundlichkeit, und er nickte Mura zu, wie um seinen Versuch zu achten. Arroganz und Respekt lagen sehr nahe beieinander, wenn man ein Hyuuga war, doch anders hatte er es nicht ausdrücken können. Er hatte dadurch, so natürlich wie ein Atemzug, einen Befehl erteilt, keine Bitte gegeben. Es war eine automatische Reaktion gewesen, die Leitung der Sache an seine Kappe zu stecken, die Sache in die Hand zu nehmen. Was sprach auch dagegen? Er kannte sich hier aus und er war ein Hyuuga, mehr Anführergene konnte man doch nicht mehr besitzen, zumindest, wenn man ihn fragte. Und er war sich nicht sicher, was Mura nun eigentlich konnte, deshalb – nun. Er vertraute sich selbst nun einmal am besten, was war falsch daran? „Wenn es dir nichts ausmacht.“ Vielleicht war es klug, ein bisschen dagegenzusteuern, nur einen Hauch – man wollte den Anderen ja nicht direkt erdrücken. Sie waren hier Partner, das durfte er nicht vergessen. Selbst wenn es ihm schwer fiel.
  6. Kiyama Mura

    Kiyama Mura Active Member

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    Kennt ihr dieses unangenehme Gefühl, wenn ein kalter Tropfen zwischen Nacken und Kragen in die Kleidung gedrungen ist und langsam den Rücken herabfährt? Dieses Gefühl, das eine Gänsehaut erzeugt und einen zusammenzucken lässt? Die Worte des Hyuuga hinterließen genau dieses Gefühl bei dem Kiyama. Mura war richtig froh, dass sein Begleiter nur seinen Rücken sehen konnte und so nicht die Grimasse erkennen konnte, zu der das Standardlächeln des Kumonin zusammengesunken war. Wieder einmal hatte er eine Lektion in Demut erhalten und wieder einmal war ihm vor Augen geführt worden, wie sehr er mittlerweile aus der Übung war. Obwohl...war er jemals in Übung gewesen? Bei jeder Mission, die er bis dato angenommen hatte, hatte er sich immer jemanden untergeordnet und war dieser Führungspersönlichkeit ohne zu zögern gefolgt. Kayros, Saki oder Ryoichi; jeder dieser drei Personen war eine gestandene Persönlichkeit gewesen und Mura hatte sich mit größter Selbstverständlichkeit ihnen untergeordnet. Diese Selbstreflexion ließ den Jungen kurz ein wenig staunen, war ihm das doch selbst gar nicht so bewusst gewesen. Und er hatte an einer Chuuninprüfung teilgenommen. Bei diesem Gedanken musste Mura über sich selbst den Kopf schütteln und stellte fest, dass er wirklich eine Menge aufarbeiten musste, wollte er ein fähiger Shinobi werden. Bin ich ein Idiot!

    Obwohl er sich diese Erkenntnis zu Herzen nahm, ließ er sich äußerlich vorerst nichts anmerken. Stattdessen drehte er sich zu Ryu um und strahlte ihn wieder mit einem breiten Lächeln an, dass übergangslos in ein verschämtes Lachen überging. Ja natürlich, du hast ja recht. Da habe ich wohl drei Schritte zu weit gedacht. Wie dumm von mir... Während er so sprach, wanderte seine rechte Hand zu seinem Hinterkopf und fuhr durch seine Haare. Sakura Nanami wohnt, soweit ich dem Steckbrief entnehmen konnte, in der etwas besser betuchten Wohngegend von Konoha, oder?
  7. Hyuuga Ryu

    Hyuuga Ryu Member

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    Ryus Lächeln kam so natürlich, als hätte er nur darauf gewartet, dass sich Mura wieder zu ihn umdrehte, als hätte das einen unsichtbaren Schalter betätigt, der seine Mundwinkel nach oben zog und seine Seele mit Freundlichkeit volltankte, die er geradezu auszudünsten schien. Klar, er hatte nicht vorgehabt, einen solchen Eindruck zu hinterlassen, aber jetzt wo sich die Machtverhältnisse für diesen Job ein für alle Mal geklärt hatten, erfreute ihn das zusehends. Mura fragte beispielsweise nach dem dem Wohnort der Zielperson, obwohl dieser direkt im Steckbrief vermerkt war. Es war eine künstliche Frage, ein Zeichen von Unsicherheit. Und es hob den Hyuuga direkt in die Kommandoposition, die er unter Umständen vermied ( er war lieber die rechte Hand als der Anführer, denn dort wurde man weitaus öfter nach seiner Meinung gefragt), aber wenn er sojemanden vorgesetzt bekam, fiel es nicht schwer das Szepter zu ergreifen. Dennoch hatte sich der Kiyama für diese nette Geste ein Zuckerl verdient. „Das macht nichts. Es ist nicht schlecht, wenn man vorausdenkt. Nanami befindet sich tatsächlich im Reichenviertel. Du kannst vorausgehen, die Schilder sind ziemlich eindeutig und ich halte dich schon davon ab, dich zu verlaufen. Ich würde gerne nebenbei noch einmal durch meine Informationen gehen, wenn du nichts dagegen hast.“ Und er wollte Mura testen. Herausfinden, ob er sich in ungewohntem Terrain zurechtfinden konnte. Es mochte ja vorkommen, dass sie getrennt wurden, da wollte er nicht durch die halbe Stadt irren, um einen verwirrten, heulenden Blondiner von einer Seitenstraße zu kratzen. Außerdem konnte man viel schneller suchen, wenn man getrennt vorging. Dementsprechend war seine Bitte nicht wirklich eine solche gewesen, was man auch daran sah, dass er ohne Umschweife sein Notizbuch hervorholte und sich darin vertiefte, während er einen Schritt auf die Straße machte und seinem Oberkörper Mura in stiller Aufforderung entgegenneigte.
  8. Kiyama Mura

    Kiyama Mura Active Member

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    Ein bisschen komisch ist der auch, durchfuhr es Mura, als er sah, dass der Hyuuga tatsächlich ein Notizbuch hervorholte. Er hatte ja selbst viel Zeit in Shirogakure und Kumogakure verbracht, aber er konnte nicht behaupten, so sorglos durch die Straßen wandern zu können. Einmal ganz davon abgesehen, dass die Straßen Konohas brechend voll waren und man wirklich aufpassen musste, nicht jemandem auf die Füße zu treten. Auf der anderen Seite schien sein Begleiter über eine gewisse Kompetenz zu verfügen, sodass er einfach mal dessen selbstbewusster Aussage Glauben schenkte. So quittierte er das Vorgehen seines Gegenüber mit einem innerlichen Schulterzucken und steuerte sie beide durch die vollgestopften Marktstraßen der Stadt.
    Sein letzter Besuch war leider schon ein gewisse Zeit her. In der Folge konnte er sich zwar noch an den Aufbau der Innenstadt gut erinnern und kannte auch die Lage des Reichenviertels, aber die Gegend, in der sich die Nobilität ihre "Traumschlösser" errichtet hatte, war im gänzlich unbekannt. Wie denn auch? Die Missionen und Aufträge, die er in der Region absolviert hatte, hatten niemals dort einen Aufenthalt seinerseits erfordert. Außerdem stammte der Kiyama aus eher bescheidenden Verhältnissen- freundlich ausgedrückt. Was sollte er also in seiner Freizeit zwischen den Aufgaben diese für ihn exotische und unverständliche Welt aufsuchen? Lieber hatte er die kulinarischen Spezialitäten des Landes genossen.
    Immer spärlicher wurden seine Erinnerungen, während sich zur gleichen Zeit auch mehr und mehr die Umgebung änderte. Erst geschah es noch sehr langsam, aber dann schneller und deutlicher: Die Wege wurden sauberer, waren breiter und leerer. Aber nicht nur das Straßenbild änderte sich, denn auch die Gebäude wurde opulenter, schließlich konnte man sogar im Gegensatz zum dicht bebauten Stadtkern erste Gärten und Höfe ausmachen. Und dann waren da noch die Leute: der Kleidungsstil der Einwohner wurde gehobener, die Zahl der patrouillierenden Shinobi nahm zu und man sah vermehrt kleine von Dienern gestützte Tragen. Waren das noch die Vorbezirke des eigentlichen Reichenbezirks gewesen, hatten sie wenig später ihr Ziel grob erreicht. Grob, weil Mura nun tatsächlich die Grenzen seines Wissens erreicht hatte und deswegen mitten auf dem Weg stehenblieb. Zum ersten Mal seit ihrem Aufbruch wandte er sich seinem Teamkollegen zu. Dabei war es nicht so, dass er sich in irgendeiner Art und Weise beleidigt fühlte und ihn deswegen bis dahin ignoriert hatte, vielmehr hatte er keinen Grund für eine Störung gesehen. Er selbst zog es nämlich auch vor, seine Ruhe zu haben, und wollte den in seine Recherchen vertieften Ryu nicht weiter behelligen. Nun aber bleib ihm kaum eine Wahl:
    Die Villen hier sind bei den weitläufigen Parks ja kaum zu erkennen. Ich bin mir nicht ganz sicher, zu welcher wir müssen.
    Zuletzt bearbeitet: 9. März 2013
  9. Hyuuga Ryu

    Hyuuga Ryu Member

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    Ryu hatte natürlich nicht die ganze Zeit mit Recherchen verbracht. Auf seinem Zettel stand die ungefähre Wohnlage der Frau, die ihren Hund verloren hatte und eine ganz grobe Beschreibung ihres Aussehens, deshalb dauerte es nicht lange, bis er sich diese Details eingeprägt hatte. Dennoch hatte er so getan, als würde er höchst wichtige Dinge studieren, weil er so hin und wieder einen verstohlenen Blick auf den Kiyama werfen konnte, der mit seiner Aufgabe erstaunlich gut zurechtkam und sie recht zielsicher ins Reichenviertel führte. Ryu hatte sich schon darauf eingestellt, den Weg zu korrigieren, doch das war nicht nötig. Gut gemacht, Mura! Der Hyuuga packte sein Büchlein wieder weg, als er angesprochen wurde, und betrachtete die Umgebung zum ersten Mal etwas genauer. Er hatte eine gewisse Ahnung von Villen, weil er ziemlich häufig damit beschäftigt war, sie von oben bis unten zu reinigen, also konnte er auch sagen, wann ein Haus tatsächlich vom Wohlstand seines Besitzers zeugte oder einfach nur falscher Protz war. Die meisten hier sprachen von einer dicken Brieftasche, aber das war ja auch nicht verwunderlich, schließlich gab es in Konohagakure einige Klans, wenngleich seiner in diesem Viertel eher abseits vertreten war, man war ja gerne unter sich. Mit leicht gerunzelter Stirn schlenderte der Genin neben seinem blonden Kollegen die gepflegten Straßen entlang und betrachtete penibel gestutzte Hecken und mit Nadelscheren geschnittene Rasenflächen, die meist eingezäunt zu den größten Residenzen führten. „Hm.“ Das Problem hier war, dass die Häuser zwar blumige Namen besaßen, aber die Adresse schwer herauszufinden war, weil überall Kletterrosen, Efeu und Schnörkel waren. Doch ein Shinobi wusste sich zu helfen, nicht wahr? Für einen Moment überlegte er, ob er einfach mal mit dem Byakugan in die Villen spicken sollte, um ihre Auftraggeberin zu orten, doch das war gar nicht nötig, da er just in diesem Augenblick beinahe gegen ein gigantisches Plakat rannte, das einen kleinen, weißen Hund, der hauptsächlich aus Fell bestand, in einer Pose zeigte, die Ryu fast als aufreizend bezeichnen würde, wenn man dieses Adjektiv bei Tieren überhaupt benutzen konnte. In knallpinken Lettern, Comic Sans MS, weil man Stil beweisen wollte, hatte man darunter „Habt ihr ihn gesehen?“ gedruckt. Scharfsinnig kombiniert, war das ausladende Schlösschen dahinter wohl ihr Ziel. „Gefunden.“ Hoffentlich war dieses Opfer weniger exzentrisch als es diese Schrifttafel verlauten ließ ...
    Zuletzt bearbeitet: 20. Mai 2013
  10. Kiyama Mura

    Kiyama Mura Active Member

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    Für einen Herrscher, Adligen oder reichen Kaufmann musste das Leben eines einfachen Bauern sehr befremdlich sein. Ein Leben, dem der Kiyama trotz aller Entbehrungen noch immer nachtrauerte: Es war halt anders. Es standen nicht so viele Abwechslungen und kurzweilige Beschäftigungen wie in einer Stadt zur Verfügung. Man bekam nichts in seinem Leben hinterher getragen oder geschenkt, sondern musste sich alles mühsam erarbeiten. Man musste früh morgens aufstehen und schuftete so hart, dass man sich am Ende des Tages nur noch kraftlos in sein Bett fallen lassen wollte. Und doch...zumeist reichte das, was man an Einnahmen und Gewinn für sich verbuchen konnte, gerade dazu aus, sich das zum Leben Notwendige zu ermöglichen. Nein, kein reicher Pfeffersack oder Adliger würde jemals länger als eine Woche dieses Leben ertragen können. Und das war auch gut so. Denn während sich Mura so umschaute, musste er doch hier und da hochnäsige Blicke ertragen. Seine Kleidung, die er eher nach praktischen Maßstäben gewählt hatte, war so schlicht, dass ihm die Armut schon beinahe auf der Stirn geschrieben stand. Das Stirnband über seiner Brust wäre gar nicht nötig gewesen, um ihn hier als Fremdling auszuweisen. Als er sich dessen mehr und mehr bewusst wurde, empfand er sich selbst so fehl am Platz, dass er peinlich berührt an sich herab starrte. Inzwischen hatte Ryu die Zeit genutzt, um sich zu orientieren. Scheinbar war er selbst auch nicht allzu häufig in diesem Stadtviertel unterwegs. Insgeheim hoffte Mura ein bisschen, dass es dem Hyuuga ähnlich erging. Hatten die beiden Genin bisher noch nicht den besten Start gehabt, hätten sie vielleicht auf diese Weise die Möglichkeit, bei einer Sache einen gemeinsamen Nenner zu finden. Dabei war der Hyuuga dem Kiyama keineswegs unsympathisch. Es war vielmehr so, dass beide Shinobi recht zurückgenommen agierten und in der Kunst des „Smalltalks“ durchaus noch etwas feilen konnten.
    Bestes Beispiel dafür war allein schon die Bemerkung, mit der Ryu auf seine Entdeckung hinwies: „Gefunden.“ Kurz, knackig, ohne jeden Schnörkel. Aber immerhin hatte Ryu die Anzeige ihrer Auftragsgeberin ausfindig gemacht. Ein wenig verkitscht war die Anzeige ja schon, da kam er wortlos mit seinem Begleiter überein. Also echt mal, in Pink. Unbewusst schüttelte der junge Kumonin den Kopf, während er das Schild betrachtete. Und hatte noch nicht damit aufgehört, als sie das große verschnörkelte Eingangstor zur Villa erreicht hatten. Dahinter tat sich ein doch recht großes Gelände auf. Ein Schotterweg von einigen Metern Breite für nach rund 30 Metern zu dem nach außen hin sehr herrschaftlich wirkenden Gebäude. Links und rechts waren in regelmäßigen Abständen Büsche gepflanzt worden, die so geschnitten wurden, dass entgegen ihres natürlichen Wuchses Bälle bildeten. In einiger Entfernung sah Mura auch den Urheber dieser Schöpfungen. Ein kleiner Mann, der vom Alter und Jahren des Arbeitens leicht gebeugt mit einer großen Gartenschere vor sich hin schlurfte. In seinem Schlepptau zog er einen kleinen Karren mit allen Arten von Gartenwerkzeugen und –utensilien mit sich und war so mit sich und seiner Welt beschäftigt, dass er die beiden Genin am Gittertor gar nicht wahrnahm. Also waren sie dann doch gezwungen, die Klingel zu nutzen. Prompt wurde der Eindruck, den das Schild zuvor bei ihnen hinterlassen hatte, wieder bestätigt. Denn ein ganzes Konzert von kleinen Glöckchen war zu vernehmen, was zwar schön anzuhören war, aber für den schellenden Besucher, der ja eben den Einlass forderte, vollkommen nutzlos war. Naja, wer es mag… Hat das denn jetzt überhaupt irgen… Der Kiyama wurde aus seinen Gedanken gerissen, als plötzlich ein Ruck durch das Tor ging. Die Zeit zwischen Klingeln und Öffnen war dabei so kurz, dass man hätte glauben können, dass ein Diener eigens für diese Tätigkeit abgestellt worden war. Auf der anderen Seite musste man auch bedenken, dass sie erwartet wurden. Dies ließ zumindest den Gedankengang zu, dass die Hoffnung ihrer Auftraggeberin ganz auf ihnen beruhte. Trotzdem empfand er im Moment keinen Stolz, sondern war viel eher perplex. Denn, während sie den Pfad entlang gingen, wanderte sein Blick nach links und rechts, ohne auch nur ansatzweise die weitläufige Anlage in all seiner Pracht fassen zu können. Was für eine Dekadenz…
    Sie hatten den Pfad noch nicht zur Hälfte hinter sich gelassen, als sich die Eingangstür öffnete. Ein schlanker Mann, bei dem lediglich die grauen Schläfen verrieten, dass er die vierziger Jahre wohl schon weit überschritten hatte, kam ihnen entgegen. An sich akkurat angezogen, verriet lediglich ein Taschentuch, mit dem er sich immer wieder seine Stirn tupfte, seine Nervosität und Aufregung. Mit hastigen Schritten überbrückte er die letzten Meter zu den beiden Genin und verbeugte sich tief. Ah, die Herren. Endlich, endlich. Nach dieser kurzen Begrüßung machte er prompt auf dem Absatz kehrt und wandte sich dem Gebäude zu. Wenn Sie mir folgen würden, Sie werden bereits sehnlichst erwartet. Und schon eilte er mit ihnen von dannen. Nach dir.
  11. Hyuuga Ryu

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    Armer Mura … Er hatte ja gar keine Ahnung, wie gut Ryu ihn tatsächlich verstand. Wenn Menschen von einem Hyuuga hörten, dachten sie natürlich sofort an Reichtum und ein Leben im Luxus, doch dass diese Einschätzung in Wirklichkeit nur auf einen kleinen, elitären Teil ihrer Familie zutraf, entging vielen. Natürlich war es als Mitglied eines Klans grundsätzlich verboten, andere in dessen Geheimnisse einzuweihen, daher wusste kaum jemand davon. Der Genin mit den langen schwarzen Haaren fühlte sich nicht nur im Moment überflüssig – das war eine Art Grundnote seines Charakters, weil er, streng genommen, tatsächlich überflüssig war. Ryu war ein Werkzeug, nichts mehr als ein lebendiges Schutzschild oder ein Wachhund, den man manchmal ein wenig Auslauf ließ, doch wenn er es wagte, sich zu weit zu entfernen, gab es da eine eiserne Kette um seinen Hals, die ihn gewaltsam daran erinnerte, wer er war und wo er hingehörte. Während er sich dieses kitschige Haus so ansah, in das ein etwas verstockt wirkender Butler sie führte, bekam er spontan Mitleid mit dem kleinen Hund, den sie zurückbringen mussten. Eine derartige Suchaktion wirkte irgendwie, als wäre die Besitzerin eine überbehütende Frau, wahrscheinlich bekam der Kleine nicht einmal genug Auslauf und musste ständig auf ihrem Schoß sitzen oder sich in eine Handtasche zwängen lassen. Ryu kannte das Gefühl, vorgeführt zu werden nur zu gut und auch er hatte sich schon oft gewünscht, einfach ausreißen zu können, doch das ging nicht. Gedankenverloren schob der junge Hyuuga einen Finger unter sein Stirnband und kratzte sich über die Stelle, die ihn brandmarkte, ehe er auf Muras Aufforderung hin nickte und dem Diener folgte, durch Gänge mit goldenen Spiegeln, marmornen Fliesen und kleinen, mit Blumen bemalten Porzellanfigürchen. Jemand, der ein derart exzentrisches Leben führte, war sicher kein einfacher Gesprächspartner und würde ihre gesamten rhetorischen Fähigkeiten erfordern. Mit wachsender Unruhe betrachtete der Klanjunge eine Pyramide aus Glaselefanten und runzelte die Stirn, als der Butler eine gigantische Holztür öffnete und man herzzereißendes Wimmern vernehmen konnte. Es hätte ihn nicht verwundert, wenn die Druckwelle des Schalls sämtliche Figürchen zerbrochen hätte, doch sie blieben stehen und Ryu wurde dem Eindruck nicht los, dass das hier eher ein Lockruf sein sollte, der sie in die Höhle eines Monsters senden würde. Er schluckte einmal, atmete tief durch und trat dann mit dem antrainiertem Lächeln der unnachgiebigen Freundlichkeit in den Salon, der im Prinzip aus einem gigantischem Sofa und einem Tisch bestand. Auf Ersterem war ein Wal gestrandet. Oder … Doch nicht. Eine extrem dicke Frau lag theatralisch auf der Seite und entblößte durch ein etwas zu eng geschnittenes Kleid nicht nur fleischige Oberschenkel, sondern auch eine gigantische, zusammengequetschte Oberweite. Ihre Hände waren winzig und tupften dicke Tränen aus ihrer verlaufenen Wimperntusche. Schlabbrige Wangen und winzige Schweinsäuglein bestimmten ihr Gesicht und der Hyuuga musste sich auf die Lippe beißen um nicht loszulachen, weil diese Person einfach derart klischeehaft war, dass er kaum an sich halten konnte. Vielleicht sollten sie ja in einer ihrer Fettfalten nach dem Hund fanden …? „Oh Fluffy-hy-hy~“, wimmerte sie und machte eine einladende Handbewegung in Richtung der Shinobi. Mit zusammengepresstem Mund setzte sich Ryu ihr gegenüber und wurde spontan von einem überwältigendem Parfümgeruch erschlagen. Egal ob der Hund hier vielleicht irgendwo war – er würde das Byakugan erst wieder anschalten, wenn sie weit weg waren und diese Person nicht in seinem Blickfeld war, alles andere würde ihn vermutlich umbringen. Frauen … „Entschuldigen Sie. Sind Sie Sakura-sama?“ Er stand noch einmal auf, um sich zu verbeugen und warf dann einen Blick auf den mit Schokoladentörtchen bedeckten Silberteller in der Mitte des Tisches, der wohl irgendwann einmal voll gewesen war. „Ja, oh ja … Seid ihr die starken Männer, die meinen Schatz zurückbringen wollen? Oh, ihr müsst ihn finden. Ich kann ohne meinen Fluffy nicht leben!“ Wahrscheinlich konnte sie ohne Kran auch nicht leben, aber Ryu nickte nur und verschränkte die Hände. „Wir werden alles tun, um Ihren Hund zu finden. Können Sie uns vielleicht sagen, wo Sie ihn zuletzt gesehen haben?“ Das konnte ja heiter werden ...
  12. Kiyama Mura

    Kiyama Mura Active Member

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    Im ersten Moment dachte Mura, er würde jetzt von einer Gruppe Wachhunde zerrissen werden, als er das markerschütternde Wimmern hörte. Er hatte nicht gewusst, dass eine menschliche Kehle solche Töne produzieren konnte. Der Kiyama sah, dass sein Begleiter ebenso irritiert von einem kleinen Glaselefanten aufsah, den er gerade näher in Augenschein genommen hatte. Oha, das wird lustig. Obwohl sein erster Gedankengang Flucht beinhaltete, näherte sich der Kumonin der Doppeltür, die kurz zuvor vom Butler aufgestoßen wurde und der Ursprung dieses Sirenengesanges war. Er wagte es nicht zu Ryu hinüberzuschauen in der Befürchtung, laut los zu lachen. Und das hätte er getan, denn beide Shinobi hatten dieselbe Angewohnheit und strahlten ihre Auftraggeberin mit einem künstlichen Lächeln an. Dabei wurde ihre Selbstbeherrschung einem harten Test unterzogen, denn, wie schon der Hyuuga treffend sagte, sahen sie sich einem gestrandeten Wal gegenüber. Der Blick von Mura, der ohnehin immer ein wenig praktischer veranlagt war, wanderte in Richtung der Beine des Sofas. Aha, eine Sonderanfertigung. Tatsächlich hatte das Sofa sechs statt vier Beine und Mura fragte sich prompt, wie viele Möbelstücke wohl ihrer Auftraggeberin zum Opfer gefallen waren, bis Gegenmaßnahmen eingeleitet worden waren. Um dies zu tarnen hatte man ein zweites Sofa angefertigt, das in gleicher Weise geschnitten und gebaut war, aber ein ganzes Stück kleiner war. Die Sitzgruppe des Salons wurde komplettiert durch vier Sessel, die wohl eher für Besucher denn für die Hausherrin gedacht waren. Der Raum wurde durch zwei große Fenster hell erleuchtet und ermöglichte so auch den Blick auf die verschiedenen Bilder und Skulpturen, die die Wände des Raumes zierten. Der Shinobi aus Kumogakure hatte noch die Gelegenheit, einen flüchtigen Blick auf ein Bild zu werfen, ehe er sich seinem Teamkameraden anschloss und sich neben ihn auf das kleinere Sofa setzte. In der Tat war er echt verblüfft und sprachlos, als er Sakura erneut anblickte. Das Bild zeigte eine junge Frau, die verblüffende Ähnlichkeit mit einer anderen Person in diesem Raum an den Tag legte. Mit prüfendem Blick betrachtete er die reiche Frau. Wenn er sich nicht ganz täuschte, dann war Sakura mal in jungen Jahren eine echt Schönheit gewesen... Oder sie hat den Künstler bestochen. Aber nein... Die Arbeit schien ein recht authentisches Bild vermitteln zu wollen, was den Kiyama aber nur zu der Frage führte, wie man sich so dermaßen gehenlassen konnte. Mura mochte zwar kein guter Shinobi sein, der nicht sonderlich erpicht darauf war, sein Lebensende als Kumonin zu bestreiten, aber trotzdem nahm er sich seit dem heutigen Tage vor, niemals -was auch immer passieren sollte- mit der sportlichen Ertüchtigung aufzuhören.
    Während er so seinen Gedankengängen nachging, war Ryu schon mit ihrer Auftraggeberin im Gespräch vertieft. Erst als sein Begleiter auf den eigentlichen Fall zu sprechen kam, stieg er wieder geistig ein:
    Mein kleiner, kleiner Liebling. Wir haben im Park hier, im Viertel, einen kleinen Spaziergang gemacht. Ne, ist klar. Dort haben wir uns in kleiner Runde zusammengesetzt. Meine Freundinnen und ihre Lieblinge. Oh Fluffy-hy-hy. Er hat mit seinen Freunden so viel Spaß gehabt. Ein kurzer Moment der Freiheit. Ich hätte diesen schwitzigen Händen auch entkommen wollen. Ich war kurz abgelenkt, als man uns die Torte servierte. Es war nur ein kurzer Moment und dann weg. Sakuras Schultern deuteten ein ratloses Zucken an, ehe sie wie unter einem unsichtbaren Schlag erbebten und wieder ein Gehörgänge zerreißendes Fluffy-hy-hy zu hören war. In der Tat erinnerte sich der Kiyama an einen weitläufigen Park, den sie auf dem Hinweg passiert hatten. Und doch... So wirklich viele Informationen hatten sie nicht. Könnten Sie uns einige der Anzeigen mitgeben? Das könnte hilfreich sein. Mura kannte zwar bereits das Aussehen des Hundes, aber es konnte nicht schaden, Passanten ein Bild zu zeigen. Fällt Ihnen irgendetwas Ungewöhnliches ein? Hat sich Ihr Hu... ich meine Fluffy. Hat sich Fluffy seltsam verhalten?
  13. Hyuuga Ryu

    Hyuuga Ryu Member

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    Menschen mochten noch so sehr behaupten, dass sie andere nicht wegen ihres Aussehens verurteilten, doch wenn man mal ehrlich war, dann tat das doch jeder. Nicht umsonst galt der erste Eindruck meist als eingemeiselt und war wichtiger als die gesamte nachfolgende Zeit. Ryu versuchte deshalb immer, irgendwie gefasst und gepflegt aufzutreten, weswegen man ihn meistens als verklemmt und streng beschrieb, obwohl er das an sich gar nicht wirklich war. Das Problem war einfach, dass man sich nur selten leisten konnte, in Situationen die Sau herauszulassen, die man eigentlich professionell bewältigen musste. Der Hyuuga hätte gerne das Weite gesucht und der fetten Frau vor sich gesagt, dass sie einfach ein paar Zentner abnehmen müsste und ihren Hund dann wahrscheinlich aus irgendeiner ihrer Falten kratzen konnte, doch er konnte das nicht tun, weil er ein Shinobi war, das hier nicht seine Freizeit war, mit der anstellen konnte, was er wollte und er abgesehen davon auch noch ein Hyuuga war, von dem man ja sowieso makelloses Benehmen erwartete. Und wenn er sich nicht hengte, konnte er diesem Stigma auch nicht entfliehen, soviel also zur magischen Bedeutung des Aussehens. Manche Leute machte sie sympathisch, andere irgendwie nicht. Der Genin warf einen zweifelnden Blick auf die völlig aufgelöste Frau, die mit ihrer schwabbelnden Hand wedelte und damit einen Diener dazu brachte, Mura einen ganzen Stapel Flyer in den Schoß zu klatschen, die nicht weniger rosa und peinlich waren wie das Plakat um die Ecke. Er erlaubte sich einen fetten Seufzer und fuhr sich mit zwei Fingern an den Nasenansatz, der langsam aber sicher Kopfschmerzen sähte. Konnte man als Shinobi eigentlich so generell keinen normalen Auftraggeber kriegen? War das so eine Regel, die einem niemand sagte? Stirnband, Schriftrollen und Schwächköpfe? Na ja, immerhin wussten sie nun, dass Fluffy im Park verloren gegangen war oder sich verloren gegangen hatte, je nachdem, wie man sich das nun vorstellen wollte. Ryu erwartete ja, dass der Hund vielleicht auch eher eine fellige Kugel war, aber man wollte keine voreiligen Schlüsse ziehen, immerhin gehörte er zu den Menschen, die andere eben nicht verurteilen durften, er konnte das an sich selbst auch nicht leiden. Also gut. Der logischte Schritt war also, in den Park zu gehen, durch die Büsche zu kriechen und nach pelzigen Flohfängern Ausschau zu halten. Das kam Ryu sehr gelegen, denn so konnte er sich von dieser Frau entfernen. Außerdem mussten sie ja gar nicht wirklich den Park absuchen, wenn er klein genug für sein tolles Bluterbe war, hatten sie den Hund innerhalb von Sekunden gefunden. Dennoch: Weg hier, aber dalli. "In Ordnung. Wir halten Sie auf den Laufenden. Keine Sorge, wir finden heraus, was mit Fluffy passiert ist." Ryu stand bereits im Satz auf und begab sich unauffällig zur Tür, weil er so das Gefühl hatte, dass diese Frau vielleicht auf die Idee kommen würde, ihn in ihre Arme zu ziehen und ... Nein. "Komm, Mura-san. Lass uns nachgucken."
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Konohagakure Job - Vor die Hunde gehen 12. Juli 2014