Kurort Gensen

Dieses Thema im Forum "Wasserreich" wurde erstellt von Kinzoku Kenta, 17. Feb. 2018.

  1. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Gensen ist eine Kleinstadt auf einer schmalen Insel des nordwestlichen Wasserreichs, nur zwei Stunden Fährfahrt von Getsurin entfernt. Was dem Ort an städtischer Infrastruktur und Bevölkerungszahl abgeht, wiegt er an malerisch-verregneter Landschaft, einem pittoresk ländlichem Mizu-Stil wie sonst nur auf Postkarten und nahezu kitschigem ländlichem Frieden wieder auf, und die Kuranlagen am kargen Strand gelten seit Jahrzehnten als überaus erholsam. Die Gruppe der längerfristigen Touristen aus Übersee macht einen beachtlichen Teil der Bevölkerung aus, und man hört viele fremde Akzente aus allen Ecken der Sora-Allianz, wenn man die zahlreichen Geschäfte, Pensionen und Cafes besucht - die für einen so kleinen Ort unfassbar teuer sind.

    Neben seiner Funktion als Zwischenlager für neurotische Lehrer und mittelgroße Touristenfalle für nervige Ausländer ist Gensen gleichzeitig der einzige richtige Hafen der Insel, die ansonsten aus kleinen Dörfern besteht - für einen Ort dieser bescheidenen Größe ist die Hafenanlage beachtlich. Einige gewitzte Geschäftsleute im Ort bieten hier kleine Motorboote zur Vermietung an, mit denen die abenteuerlustigeren Touristen die umliegenden winzigen Felsinseln und Klippen erkunden können. Hoffentlich ohne zu verunglücken und schlechte Presse zu machen, denn die Gelegenheit zu einer wirklichen Fahrunterweisung besteht hier nicht.


    Mission: Signalausfall!

    Kenta hatte seine lustige kleine Gruppe mit angemessenem Takt in Richtung Fähre dirigiert und sich stumm ins Fäustchen gelacht angesichts des Zusammenspiels seiner zwei Begleiter - er hatte Ray unterschätzt, wirklich! Der Junge mochte ahnungslos sein, aber sein Potential für unbemerkte (... von ihm selbst und sonst keinem) Kränkungen war beachtlich, wenn man ihn mit Leuten wie Ayane zusammenbrachte. Fast wie eine Art sozialer Sprengsatz, denn eine Bombe wusste ja auch nicht, dass sie explodieren konnte. Beinahe schade dass die Mission keine Gelegenheit bot ihn als Ablenkung einzusetzen. Außer vielleicht wenn Ayane zu hochnäsig wurde, aber er hatte sie ja schon präventiv geärgert, ohne dass Kenta irgendetwas hatte tun müssen. Die formale Höflichkeit sprach bei ihm wie üblich für einen völligen Mangel an ehrlichem Respekt, aber sie hatte immerhin ihre interessanten Marotten eingepackt, so wie das mit dem Essen. Ob sie wohl die Nerven verlor wenn die Schicklichkeit große Portionen ohne Chance auf Auslauf gebot? Leider war es normalerweise eher höflich möglichst wenig zu essen, und die Tatsache dass das Ergebnis dieser Mission mehr als sonst auf ihn zurückfallen würde hielt ihn zumindest in dieser Phase davon ab, zu viel zu experimentieren. Wenn sie ein paar Wochen unterwegs gewesen wären vielleicht.

    Die Überfahrt selbst hielt sich in Grenzen was besondere Ereignisse anging - es war eine kleine Touristenfähre, und obendrein keine vielgenutzte Verbindung: Dass Bürger aus Soragakure in den kleinen Kurort wollten kam nicht jeden Tag vor (und wenn doch machten ein paar Beamte die Fähre auch nicht voll) er war mehr für die Urlauber interessant, die naturgemäß eher in die Gegenrichtung zustiegen, wenn das Schiff nach einer Stunde Liegezeit in Gensen zu etwas erträglicheren Zeiten wieder umkehrte. Außer einer Handvoll neuer Patienten die reif für die Insel waren und drei Ninja hatte das Ding heute früh hauptsächlich ein paar Kisten Gebrauchsgüter im Unterdeck geladen, die wohl an die Insulaner gehen sollten - und natürlich jede Menge Regen, der allen zur Verfügung stand, sodass Kenta Ayanes Geographiestunde qua fiat in den Speiseraum verlegt hatte. Richtige Passagierkabinen gab es hier nicht, und das Raucherzimmer war ihm nicht wie eine gute Alternative erschienen. "Ich nehme an ihr habt alle gefrühstückt?" Fragte der Kinzoku, während er mit einem kurzen Blick die gekühlte Speisetheke studierte, die nur wenig von einer Schulkantine unterschied. Hmm ... von diesen Waffeln würde er ja lieber die Finger lassen. Anstatt sich etwas zu nehmen pickte der Kinzoku direkt einen Vierertisch für die Gruppe heraus und würde dort warten, falls einer der anderen sich auf das Abenteuer Kühltheke einlassen wollte. Sobald sie vollzählig waren kam er gleich zur Sache. "Dann würde ich nämlich vorschlagen wir fangen mit unserer Beratungsrunde an. Nita-san, was könnt ihr uns über die Insel erzählen?"
  2. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Die Überfahrt hielt sich an spannenden Ereignissen in Grenzen. Zumindest für die anderen beiden Mitglieder des Teams, denn für Ray wurde es in dem Moment spannend, als er eine kleine Touristenfamilie bemerkte. Diese nahmen ebenfalls die Fähre, wahrscheinlich um in Gensen Urlaub zu machen, immerhin war der Ort für seine malerische Landschaft und die dort zu findende Ruhe bekannt. Ruhe nach Touristenmaßstäben jedenfalls. Für jemanden wie Ray, der die einsame Wildnis kennen und lieben gelernt hatte, war jeder Ort mit mehr als ein paar Dutzend Menschen immer noch Zivilisation. Aber immerhin war es nicht so überlaufen wie im Marktviertel von Soragakure, das war defintiv ein Pluspunkt.
    Zurück zu der Touristenfamilie, welche der Rotschopf bemerkt hatte. Diese bestand aus Mutter, Vater, zwei Töchtern und einem Sohn. Soweit war das nicht weiter außergewöhnlich und wäre keinen zweiten Blick wert gewesen, wäre da nicht ein weiteres 'Familienmitglied' mit gefahren. Diese hatte vier Beine, ein rot geflecktes Fell, einen langen Kringelschwanz, zwei spitze Ohren und gelbe, verschlagene Augen. Es war die Hauskatze der Familie, die offenbar selbst mit in den Urlaub kommen musste.

    Mit Argusaugen begutachtete der junge Shinobi, wie die Katze auf der Reling entlangspazierte, während die Fähre gerade vom Hafen ablegte. Scheinbar wohnte diese Familie in unmittelbarer Nähe des Hafens, sonst würde sie sich nicht so zielsicher und selbstbewusst über die schmale Reling bewegen. Wie leicht war es doch abzurutschen und im tosenden Meer zu versinken. In diesem Moment trafen sich die Augen von Ray und der Katze. Hatte sie ihn höhnisch angelächelt? Ray war davon überzeugt. Sie wusste, dass er von der weltweiten Katzenverschwörung wusste. Sie wusste aber auch, dass keiner im glauben würde, wenn er nicht hieb- und stichfeste Beweise liefern würde. Aber die Frage war nur: Was wollte diese Katze in Gensen? Einen neuen Außenstützpunkt errichten? Ein geheimes Treffen? Fragen über Fragen. Mit einer kurzen Geste signalisierte Ray der Katze, dass er sie im Auge behalten würde, woraufhin dieses hochmütige Biest so tat, als ob es ihn nicht wahrgenommen hätte und begann sich mitten auf der Reling das Fell zu putzen. Ray glaubte zwar nicht, dass auf der Überfahrt irgendetwas passieren würde, aber sofern es im seine Mission erlaubte, würde er die Katze im Auge behalten, diesen Wesen konnte man einfach nicht trauen.

    Jetzt ging es aber erstmal Unterdeck, denn Kenta wollte sinnigerweise die Überfahrt für eine Besprechung nutzen. Da er selbst schon gefrühstückt hatte, nickte er lediglich auf die Frage von Kenta und ließ sich ihm gegenüber an dem Vierertisch nieder. Kurz danach begann Kenta auch schon die Beratungsrunde und fragte Nita nach dem, was sie über die Insel wusste. Ray hatte aus seinen Fehlern gelernt und hielt erstmal die Klappe. Über die Orte auf der Insel wusste er sowieso lediglich, dass sie Touristenorte waren. Ein bisschen mehr wusste er über die Klippen und Felseninseln, welche die Insel umgaben. Dort gab es einige Seevögel, die außerordentlich aggressiv werden konnten, sollte man versuchen ihren Brutfelsen zu erklimmen. Ansonsten hatte man von den Klippen aus einen wunderschönen Ausblick über die rauhe, wild schäumende See, die zwischen den spitzen Felsnadeln vor den Klippen nicht ganz ungefährlich war. Gefährlicher noch als die sichtbaren Felsnadeln waren lediglich die Felsen, die sich dicht unter der Oberfläche befanden und für das bloße Auge kaum zu erkennen waren. Das alles würde Ray dem Bericht von Nita hinzufügen, sollte sie es nicht selbst erwähnen.
  3. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Leider hatte Ray von ihrer kleinen Beratung eben offenbar einen kleinen Schreck mitgenommen, denn er hatte keine neue wunderbare Idee oder Frage um Ayane zu irritieren. Kenta würde ihm bei anderer Gelegenheit noch einmal einen kleinen Anstoß geben müssen; es wäre zu schade wenn er sich das ganz abgewöhnen würde nur weil der ältere Rotschopf bei einer potentiell langwierigen Mission sichergehen wollte, dass die beiden sich nicht gegenseitig umkloppten. Und Ayane? Tat was sie am besten tat und gab ihnen eine sachliche, informative Präsentation zur Zielregion, auch wenn sich der Informationgsgewinn für Kenta selbst eher in Grenzen hielt - er hatte zwar vorher keine Fachliteratur studiert, aber sich eine vernünftige Karte anzuschauen half auch schon viel. Auch was Ray hinzufügte war dort zu erkennen, wenngleich ziemlich wichtig. Kenta war zwar recht sicher dass sie schon zurechtkämen - besser als ein paar übermütige Touristen würden sie sich definitiv schlagen - aber vielleicht ruhte seine Zuversicht auch darin dass er im Zweifelsfall immer noch zu Fuß an Land käme ...

    Gensen war in etwa so öde wie Kenta es sich vorgestellt hatte - und es wurde wohl auch nicht charmanter durch den Umstand dass die Gruppe noch vor zehn Uhr morgens dort eintraf, als sich immer noch einzelne Fäden Morgennebel durch die Gassen wanden und abgesehen von einzelnen extrem übermotivierten Touristen und den verlorenen Seelen die hier, oh Götter, lebten, absolut und überhaupt gar niemand sonst hier herumtrieb.

    Gut. Ersparte ihnen Gespräche mit Einheimischen, zumindest für den Anfang - Kenta befürchtete, dass sie bei ordentlicher Missionsführung eventuell nicht drum herumkämen Leute nach Informationen zu fragen. Für den Anfang suchte er aber nur den Bootsteg. "Okay, die Herrschaften - wenn jemand noch irgendetwas aus dem Ort braucht wäre jetzt der Moment einzukaufen. Ehe wir die Zivilisation völlig hinter uns lassen." Fügte er mit einem Hauch von Sarkasmus hinzu. Während Ayane sich darum kümmerte ihre Verpflegung zu regeln und sich in einer Stunde wieder hier zu treffen, blieben die Herren der Schöpfung erstmal zurück. "Ray? Wir halten jetzt gemeinsam Ausschau nach dem Bootsteg. Hast du bisher schon irgendwas rausgefunden oder Ideen zum Fall?" Bestimmte Kenta die Agenda - und ließ dann erstmal auf sich zukommen was der Bursche inzwischen für seltsame Ideen ausgebrütet hatte. Der Clan hatte einen gewissen Ruf, schräge Vögel hervorzubringen, und er brauchte Unterhaltung.
  4. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Noch bevor die Truppe in Gensen ankam, blühte das Herz des jüngeren Rotschopfes auf, als er das verschlafene Nest weit vor den anderen beiden entdeckte. Gensen war ein trostloses kleines Fleckchen, ruhig, abgelegenen und beherbergte in der Sommersaison wahrscheinlich mehr Touristen als Einwohner. Letzteres war das einzige, was Ray nicht wirklich an diesem Örtchen gefiel. Seiner Erfahrung nach, waren Touristen oft weder in der Lage verantwortungsvoll mit ihrer Umgebung umzugehen noch dazu fähig ihren Müll wieder mitzunehmen. Der Philosoph in ihm versuchte ihn oft zu beschwichtigen, dass eben nicht alle Menschen ein Umweltbewusstsein in die Wiege gelegt bekamen und einfach keinen Blick dafür hatten, wie sehr sie ihre schönen Urlaubsorte verschmutzen. Zwar wurde diese Stimme gehört, dennoch konnte sie den Missfallen Touristen gegenüber nicht vollständig besänftigen. Glücklicherweise war Gensen um diese Jahreszeit nicht von Touristen überlaufen und machte damit einen relativ charmanten Eindruck.

    Endlich in Gensen angekommen, war der Naturbursche für eine ganze Weile damit beschäftigt die letzten Fäden des Morgennebels zu beobachten. Schon von der Fähre, war ihm dieses Schauspiel aufgefallen und seitdem verlor sich sein Blick fast in der Betrachtung dieses magischen Schauspiels. Wie federleichte Tücher, schwebten die einzelnen Nebelfäden umher, wurden von der leichten Seebrise hin und hergeschoben, während die Sonne ihren zarten Schleier zum leuchten brachte. Absolut magisch, zumindest für Ray, der sich noch stundenlang in diesem Schauspiel hätte verlieren können. Wenn da nicht Kenta gewesen wäre, der ihn mit einem Ray? zurück in die Gegenwart holte. Kurz und beinahe unmerklich schüttelte der Hayabusa seinen Kopf und richtete seine Falkenaugen fragend auf den anderen Rotschopf, der ihn gerade zu Ideen nach dem Fall fragte. Zwar hatte sich Ray auf der Fahrt nur wenige Gedanken über die Mission gemacht, doch das minderte seinen folgenden Redefluss in keinster Weise.
    "Nunja, die Frage ist, wieso eine autonome Sendestation ausfällt. Da die Sendestation inmitten von gefährlichen Klippen und rauer See steht, könnten Salzwasser, Korrossion oder andere witterungsbedingte Gründe für diesen Ausfall verantwortlich sein, indem sie eine der vielfältigen technischen Gerätschaften angegriffen haben. Da so etwas aber bei dem Standort zu erwarten ist, vermute ich, dass bei der Errichtung der Sendestation darauf geachtet wurde und Vorkehrungen diesbezüglich getroffen worden sind. Dennoch bleibt es der naheliegenste Grund, dass die Sendestation aus diesen 'natürlichen' Gründen ausgefallen ist. Unter Umständen könnten auch Tiere einen Weg in die Sendestation gefunden haben und irgendwelche Kabel angeknabbert haben." Damit waren die natürlich Gründe für den Signalausfall im Grunde abgedeckt, doch die Fantasie des Jungen noch lange nicht am Ende. "Vielleicht aber hat auch hat irgendjemand Schiffbruch auf dem Felsen erlitten. Da das Wasser um die Klippen für einen Schwimmversuch recht gefährlich ist, könnte dieser jemand den Signalausfall bewusst beigeführt haben, in der Hoffnung, dass das Radio einen Techniker schickt. Eine weitere Möglichkeit könnte aber auch bewusste Sabotage gewesen sein. Wobei ich in diesem Fall nicht nachvollziehen kann, wieso ein Musikradiosender sabotiert werden sollte. Doch Menschen haben manchmal die merkwürdigsten Motive für ihr Handeln. Es könnte sich auch um einen Scherzbold oder eine verrückte Mutprobe handeln. Und als letztes könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht Schmuggler oder Piraten diese Sendestation als Basis benutzen und der Depp der Mannschaft ausversehen seinen Kaffee über der Technik verschüttet hat." Bei der bildlichen Vorstellung dieser Szene wurde Rays ohnehin schon breites Grinsen noch breiter. "Letzteres halte ich aber eher für unwahrscheinlich." fügte er daher noch hinzu und war so mit seinen Ideen vorerst am Ende und wartete ab, ob Kenta seine Ideen kommentieren würde oder noch weitere hinzufügen würde, während er nach dem Bootssteg Ausschau hielt.

    Nach kurzer Zeit erblickte seine scharfen Augen auch in der Ferne ein verwittertes Schild mit einem passenden Zeichen, woraufhin Ray Kenta mit einem Kopfnicken darauf aufmerksam machte. "Meinst du dahinten könnten wir Glück haben?" fragte er, wobei er nicht darüber nachdachte, ob die Zeichen für Kenta aus dieser Entfernung überhaupt entzifferbar waren.
  5. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Na guck - Ray war sogar wach, wenn er die Augen offen hatte. Kenta war sich bisher nicht ganz sicher gewesen was das anging, aber was auch immer ihm gerade noch so durch den Kopf ging schien seine grundsätzliche Aufmerksamkeit nicht zu stören. Der Kinzoku wüsste nur zu gern, was sein heutiger Sidekick nebenher noch dachte, aber für den Anfang gab er sich mit dem Missionsbezogenen zufrieden. Das war auch schon witzig genug, und Kenta hielt nicht damit hinterm Berg dass Ray ihn amüsierte, indem er während der letzten Vorschläge leise lachte. "Kehe. Wenn wir tatsächlich einen Schiffbrüchigen finden der das angestellt hat schreibe ich ihm die Rechnung für unseren Einsatz." Die Aussicht auf Piraten war wegen der Chance auf einen Kampf natürlich besonders reizvoll, aber Kenta machte sich da keine schönen Illusionen sondern rollte nur belustigt mit den Augen. Gut. Zeit, ein bisschen Ordnung ins Chaos zu bringen.

    "Es gibt keine wartungsfreie Maschine, das gilt auch für Sendestationen die angeblich ohne Anwender auskommen."
    Begann Kenta und sprach mit der Autorität des Fachmanns. "Tiere halte ich hier für unwahrscheinlich, aber die Korrosion kann stärker ausgefallen sein als erwartet. Oder - die wahrscheinlichste Ursache - es wurde ein schadhaftes Teil verbaut das dann schneller kaputt ging als es sollte. Wenn der Reparaturkasten vor Ort gut ausgestattet ist wird das eine Sache von ein bis vier Stunden Arbeit für mich, und du kannst dir solange die See angucken." Er zwinkerte Ray zu. "Piraten sind nicht die Antwort auf alle offenen Fragen, Ray-kun, so schön das auch wäre." Und was Ray da zu sehen glaubte ... konnte Kenta nicht so wirklich nachvollziehen, aber dem Sehsinn des Hayabusa vertraute er mehr als dessen Realitätsbezug. "Versuchen wir's!" Entschied er kurzerhand, und führte sein drolliges kleines Team aus zwei Personen direkt an den Kai. Der Mann, der an dieser Stelle kleine Motorboote an Touristen verlieh, guckte zwar erstmal etwas doof, als sich zwei rothaarige Jungen vorstellten, die definitiv nicht volljährig waren, aber Kentas straffe Verhandlungsführung überzeugte ihn schnell dass man sein Geld vermutlich annehmen durfte. Dass sie das Boot möglicherweise länger als ein paar Stunden brauchen würden, behielt Kenta erstmal für sich - nachzahlen war einfacher als im Voraus für längere Leihfristen argumentieren.

    "Tu mir einen Gefallen und spiel Navigator, ja?
    " Fragte Kenta, nachdem er den Motor in Betrieb genommen und das Boot leise tuckernd aus dem Hafen manövriert hatte - er fuhr zum ersten Mal Boot, aber für den Moment ging es: Die See war nur mäßig aufgewühlt, aber wenn das Wetter weiter so heftig war könnte das jederzeit kippen. "Hier soll es ein paar Untiefen geben und wir schauen besser beide gut hin, ehe wir auf Grund laufen." Und vielleicht konnte Ray mit seinen wundersamen Augen auch besser ihr Ziel ausmachen - sich im nebeligen Regenwetter auf der See zu orientieren war schließlich alles andere als einfach.
  6. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    "Sicherlich sind Piraten nicht die Antwort auf alle Fragen, allerdings lernen wir im Hayabusa-Clan schon früh die unterschiedlichsten Ideen, Blickwinkel und Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Das weitet den Blick und schützt vor unliebsamen Überraschungen." erwiderte er Kenta nach dessen fachmännischer Einschätzung der Situation und erinnerte sich dabei an die vielen Lektionen seines Vaters, der ihn immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass es immer mindestens zwei Seiten einer Geschichte gibt und das Schicksal sich oft einen Spaß daraus macht die verrücktesten Geschichten zu erzählen. Und wenn er ganz ehrlich zu sich war, hoffte er darauf, dass dieser Einsatz mehr war, als eine langweilige Routineuntersuchung. Am liebsten hätte er ein Abenteuer, so wie die Protagonisten in seinen Büchern.

    Die Verhandlung mit dem Bootsverleiher überließ Ray nur zu gerne Kenta und betrachtete stattdessen die leicht aufgewühlte See. Das Wetter war nicht gerade ideal für einen Bootstripp durch gefährliche Untiefen, aber wo bliebe denn der Spaß und die Herausforderung, wenn alles einfach einfach wäre. Also sprang er schnell in das Boot, welches der Mann ihnen verlieh und balancierte über die Reling. Er hatte mit Bodo gewettet, dass er einmal komplett um die gesamte Reling herumbalancieren würde. Allerdings wurde schnell klar, dass dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt war. Denn durch dieses Balancieren veränderte er den Schwerpunkt des Bootes so, dass dieses mit hoher Wahrscheinlchkeit kentern würde, sofern sich nicht ein entsprechendes Gegengewicht auf der anderen Seite befand. Ob Kenta wohl mitmachen würde. Für einen Moment dachte er darüber nach, verwarf den Gedanken aber schnell wieder. Nie und nimmer. Was bedeutet, dass er sich diesmal Bodo geschlagen geben musste. Wobei die Wette auch nicht ganz fair gestellt war. Wie dem auch sei, noch bevor er diesen Sachverhalt mit seinem inneren Herausforderer ausdiskutieren konnte, forderte Kenta ihn auf Navigator zu spielen. "Aye, Aye Käpten." Und mit diesen Worten begab er sich zum Bug des kleinen Motorbootes, um nach Gefahren Ausschau zu halten.

    Das war einfacher gesagt, als getan, denn auch wenn das Falkenbluterbe des jungen Hayabusa ihm gerade bei Nebel und Regen hilfreich war, so konnte auch er nicht sehen, was der Nebel vollständig verbarg. Nichtsdestotrotz war es für ihn leichter die verschwommenen Konturen als Felsen, Bojen etc. zu identifizieren, sodass er das Motorboot einigermaßen sicher navigieren konnte. Allerdings half es auch, dass Kenta nicht allzu schnell fuhr und viele Untiefen für das kleine Motorboot mit dem geringen Tiefgang relativ ungefährlich waren. Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor war sicherlich auch, dass der Rotschopf mit den schwarzen Augen daran gewöhnt war sich auf seinem Blick bei solch einem Wetter zu verlassen. Er kannte Nebel und Regen und wusste wie sie seine Sicht beeinflussten, er musste es sogar wissen, immerhin wollte er eines Tages sich bei solch einem Wetter in die Lüfte schwingen.

    "Kenta, ich glaube da vorne ist die Sendestation." rief Ray über das Rauschen der Wellen und das Röhren des Motors nach hinten, während er die Augen zusammenkniff und mit einem Finger in die entsprechende Richtung zeigte. Noch war er sich nicht ganz sicher, ob es sich bei dem Gebilde, was er erblickt hatte wirklich um die Sendestation handelte, jedoch war er sich sicher, dass es sich nicht um Felsen handelte. Nach einigen weiteren Metern war er sich dann sicher in der Ferne zwischen den Felsen ein schlankes, hohes Stahlgerüst erblickt zu haben. Das musste die Sendestation sein und während Kenta das Gebäude ansteuerte, fokussierte sich Ray darauf Felsen oder ähnliche Hindernisse auszumachen, die ihnen gefährlich werden konnten.
  7. Kinzoku Kenta

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    Kenta grinste. Ray hatte ihn sicher so verstanden dass er für den Piratenkommentar ermahnt worden war - und das sollte er ruhig, wozu hatte man denn das Kommando wenn nicht um kleine Anfänger zu ermahnen? - aber ehrlich gesagt hätte er ein paar Piraten jetzt selbst ganz spannend gefunden. Oder alternativ ein paar Schiffe der Shiro-Allianz die man hätte plündern können ... gut, sie hatten eben nur ein kleines Motorboot und mieses Wetter. Hiermit ein ernstgemeintes Schiff zu kapern wäre eine echte Leistung ... er hatte zwar ein bis zwei strategische Ideen zu diesem Konzept, aber das war jetzt nicht der Moment - er konzentrierte sich notgedrungen aufs Fahren, während Ray für ihn im Krähennest saß, das es auf diesem Schiff nicht gab. Rasch kehrte eine gespannte, konzentrierte Atmosphäre zwischen den beiden Jungen ein, und sie schafften es gemeinsam das kleine Schiff ans Ziel zu bringen - nach anderthalb Stunden hatten sie zwar ein paar Felsen geschrammt, waren ansonsten aber recht unbeschadet am Zielort angekommen.
    "... also, da ist ja sogar Gensen lebhafter als dieser karge Felsen." Stellte Kenta fest, und schüttelte grinsend den Kopf, als er das Boot ein Stück weit an den steinigen Strand zerrte - nicht dass es ihnen im unruhigen Seegang fortgespült wurde. Der Regen peitschte weiter auf sie nieder und erweckte in seinen dünnen Fäden den Eindruck eines Vorhangs, den irgendein missgünstiger Gott vor ihnen aufgestellt hatte. "Ich schlage vor wir gehen erstmal rein!" Rief der Kinzoku über eine plötzlich aufkommende Brise, und kramte in seiner Tasche nach dem Schlüssel. Bis sie es zur Tür geschafft hatten, rollte in der Ferne ein Donnerschlag über den Himmel, und nur wenig später folgte der Blitzschlag. Kenta lachte laut auf. "Hah! Na wenigstens das Wetter ist gut." Freute er sich, und schloss klimpernd auf. "Rein in die gute Stube!" Er freute sich ehrlich über Unwetter, auch wenn er nicht so recht hätte sagen können wieso - es war einfach eine Vorliebe von ihm, und so war es beinahe von ein bisschen Wehmut begleitet, als er die Tür wieder zuzog und Ray und sich vom aufkommenden Gewitter da draußen abschirmte. Der Vorraum der Sendestation war ziemlich karg und spärlich ausgestattet - es gab zwei Pritschen, einen winzigen Tisch und zwei Stühle, und die mageren Zwiebackvorräte in einem Regal in der Ecke würden zusammen mit ihren Einkäufen sicher ne Weile ausreichen. Licht spendeten ein paar in Drahtkäfigen eingelassene Leuchtröhren, sobald jemand auf den Schalter haute; die Steuerkonsole befand sich im einzigen anderen Raum.
    "Also ... das Schloss war intakt und ich hab am Außengebäude keine Schäden gesehen. Hier scheint es auch nirgendwo reinzuregnen." Stellte er fest, riss sich die schwer gewordene Jacke vom Leib und stieg aus den wetterfesten Stiefeln. Da sein Pullover ebenfalls etwas feucht geworden war, zog Kenta sich den auch über den Kopf ... und rubbelte sich nach kurzem Nachdenken mit dem Pullover die roten Haare so trocken wie er sie jetzt bekam. Denn: wenn er gleich in einer Jahre alten Installation herumkriechen musste wollte er nicht nass sein. "Spricht ja wohl für Materialversagen ... na, schauen wir uns die Kiste mal an." Jetzt würde Ray sicher die blitzgeflechtartigen Narben erkennen können, die Kenta über beide Arme wanderten und irgendwo unter dem Unterhemd verschwanden. "Nimm die Ersatzteilkiste da vorne mit, ja?"
    Zuletzt bearbeitet: 8. Apr. 2018
  8. Hayabusa Ray

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    Wie eigentlich immer konnte sich Ray auch diesmal auf seinen Sehsinn verlassen. Trotz Nebel und das was man landläufig unter miesem Wetter verstand, schließlich waren die beiden Rothaarigen, was ihren Geschmack von gutem Wetter angeht nicht die Norm, hatte das Falkenauge zielsicher die Sendestation ausgemacht. Kurze Zeit später legten die beiden Shinobi mit ihrem Motorboot an dem kargen Felsen an. Nachdem dieses von den beiden auf den felsigen Strand gezogen war, fing Ray an das Wetterschauspiel zu beobachten, während Kenta den Schlüssel kramte. Dünner Regen peitschte ihm ins Gesicht, die Kapuze seines knallgelben Regenmantels wurde ihm von der steifen Brise vom Kopf gefegt, sodass das breite Grinsen des Jungen zutage kam. "Jetzt nur noch ein paar Blitze." dachte er und als ob der missgünstige Wettergott seine Gedanken gehört hatte, krachte der Donner, gefolgt von einem mächtigen Blitz. "Herrlich." rief der Hayabusa laut auf und das ohnehin schon breite Grinsen schien sich nochmal zu vergrößern. Fast schon unwillig verabschiedete sich Ray von dem herrlichen Wetter und folgte Kenta ins Innere der Sendesation, um sich dort gebührend umzusehen.
    Allerdings gab es in dieser nicht wirklich sonderlich viel zu sehen und so tat er es Kenta gleich und zog die nassen Regenklamotten aus. Noch war es allerdings dunkel in dem Raum und selbst die scharfen Falkenaugen konnte gegen Dunkelheit nicht wirklich etwas ausrichten. "Damit können wir wohl Fremdeindringen ausschließen, aber wenn du dich dann um die Elektrik kümmerst, kann ich mich ja vielleicht im Gebäude umsehen und schauen, ob es auch wirklich dicht ist." meinte er zu seinem Mitstreiter. Es sah zwar so aus, als ob sie die einzigen Menschen auf der Insel waren, was aber nicht heißen musste, dass das auch stimmte. Und da Ray wenig Lust auf unangenehme Überraschungen hatte, wollte er lieber nocheinmal die ganze Station absuchen. Jetzt aber schleppte er erstmal die Ersatzteilkiste hinter dem Kinzoku hinterher.
    Er selbst verstand im Gegensatz zu den Shinobi aus dem Kinzoku-Clan nicht sonderlich viel von Elektronik, da war es gut, dass Kenta mit dabei war, ansonsten würde die Reparatur wohl weitaus länger dauern. Wie jeder in Soragakure wusste auch Ray ein wenig über die Fähigkeiten des Kinzoku-Clans. Es war auch schwer nichts über die Leute zu wissen, die verhindern das die Stadt in der du wohnst vom Himmel fällt.
    Nachdem sie endlich auch das Licht zum Leuchten gebracht hatten, fielen Ray die nicht zu übersehenden Narben an Kentas Armen auf. Neugierig betrachtete er sie mit seinen schwarzen Augen, während er Kenta folgte. Doch da er weder über fundierte Elektronikkenntnisse noch über das entsprechende medizinische Wissen verfügte, hatte er keine Ahnung, woher die Narben stammen könnten. "Woher hast du denn deine coolen Narben? Sind die bei euch auch Teil des Bluterbe?" fragte er stattdessen. Er hatte bisher zwar nicht davon gehört, dass andere Kekkai Genkai Narben auf dem Körper verursachten, aber denkbar war es. Er selbst besaß ja aufgrund seines Bluterbes ebenfalls so etwas wie Narben, die seine Schulterblätter zierten. Ob Kenta darüber wohl Bescheid wusste? Unwahrscheinlich war doch der Hayabusa-Clan nicht umsonst für die Geheimnistuerei mancher seiner Mitglieder berühmt.
  9. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Kenta blinzelte kurz - er war tatsächlich etwas überrascht dass Ray den Punkt ansprach, er selbst hatte schon fast wieder vergessen dass er die Narben noch hatte. Kaum jemand hatte ihn die letzten Jahre darauf angesprochen (wohl auch weil er selten ins Schwimmbad ging) und er musste kurz überlegen was er dazu wohl sagen sollte. Es war für ihn bisher zwar eher eine Schmach gewesen an seinen dummen Unfall erinnert zu werden, aber ... so wie Ray fragte fühlte er sich eher geschmeichelt. Wenn der Junge sich jetzt schon sicher war dass es sich um coole Narben handelte, wer wäre Kenta denn ihm da zu widersprechen? "Hmmm." Machte er bedeutungsvoll, und grinste. "Die ganze Geschichte kann ich dir ja nicht erzählen, aber es hat was mit einer Maschine zu tun die ich mal gebaut hab." Was streng genommen nicht mal so ganz gelogen war, nur waren die wahren Ereignisse längst nicht so spannend wie er sie gerade klingen ließ. Und Kinzoku waren bekanntermaßen verschwiegen, was innere Angelegenheiten anging. Je nachdem wie Ray weiter fragte, jetzt wo seine Fantasie angefeuert war, würde Kenta sich dann den Rest ausdenken - Menschen freuten sich in ihren Vorurteilen bestätigt zu werden. Bei jemandem wie Ray der viel darauf gab dass die Welt komplizierter war als Vorurteil würde er nur drauf achten müssen ein paar unerwartete Wendungen drinnen zu haben, aber ... Kenta belog seit Jahren große, kleine, dumme und schlaue Menschen, er traute sich zu sich was passendes einfallen zu lassen.

    In der Zwischenzeit löste der Kinzoku erstmal mit ein paar geübten Handgriffen die Vertäfelung der Kontrollkonsole, unterhalb derer sich auch der eigentliche Sender versteckte - bis auf den Teil der einige Meter in den Sturm hineinragte und an dem hoffentlich nichts kaputtgegangen war, sonst müsste er bei diesem Wetter da oben elektrische Arbeiten machen. "Soo ... dann guck dich am besten Mal in der Anlage um. Ich glaub nicht dass ich die nächsten paar Minuten viel Verwendung für dich habe." Kündigte Kenta an, ehe sein roter Schopf und der größere Teil seines Oberkörpers in den Eingeweiden der Anlage verschwanden. Sah ja erstmal ziemlich normal aus, keine verschmorten Teile ... stirnrunzelnd begann er das Innere des unvertrauten Schaltkreises näher zu erforschen. Er kannte es schließlich nur vom Papier.

    Rays Kundschafterexpedition in die anderen Räume der Sendeanlage war erstmal nur von mäßigem Erfolg gekrönt - er fand die ein oder andere Spur dass hier mal Leute gewesen waren (wie ein paar einsame Zwiebackkrümel auf dem Boden) aber natürlich war das zu erwarten wenn hier auch mal eine Wartungscrew reinschneite. Bei näherem Hinsehen fand sich allerdings doch eine Auffälligkeit - ein kleiner Schraubendreher, der hinter dem Schaltpult in dessen Innerem Kenta eben versunken war herumlag. Auffällig? Wenn er gründlicher suchte würde er da und dort auch Haare finden - relativ kurz, blond und braun, die blonden länger als die braunen. Beides auch nicht so ganz eindeutig, wenn man ehrlich war, allerdings kam noch etwas hinzu.

    "Hah!" Rief Kenta triumphant und krabbelte wieder unter der Kiste hervor. "Guck dir das an - hier fehlen drei Kabel, zwei Widerstände und fünf Schalter. Und ein paar Kabel sind umgesteckt." Und das war noch nicht das letzte - Kenta deutete auf den aufgeklappten Ersatzteilkasten. "Und rate mal welche Teile hier komischerweise fehlen." Er grinste - was angesichts der Tatsache dass sie ohne die richtigen Ersatzteile auf einer sturmgeplagten Miniatur-Insel herumsaßen sonderbar anmuten mochte. "Und was sind deine Ergebnisse?"
  10. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    "Eine Maschine sagst du. Das hört sich interessant an. Das musst du mir unbedingt erzählen, wenn wir mal Zeit dafür haben." So leicht würde Ray Kenta nicht davonkommen lassen, aber vorerst begnügte er sich mit dieser Erklärung, denn immerhin gab es gerade genug spannende Dinge zu sehen. Denn was Elektronik anging, so war der Rotschopf des Hayabusa Clans ein unbeschriebenes Blatt. Er liebte die Natur und die Wildnis und hätte ohne Probleme mit Feuersteinen ein kräftiges Lagerfeuer in null komma nichts entzünden können. Was allerdings die Steuerung einer Sendestation anging, so belief sich sein Wissen auf ungefähr überhaupt nichts. Doch interessant war es schon, was sein Teamkollege da machte und so schaute er ihm zunächst über die Schulter, während er die Täfelung löste hinter der eine ganze Menge Kabel, Drähte und anderes komisches Zeugs versteckt war. Von der Hälfte dieser Dinge hatte das Falkenauge noch nicht einmal eine Idee, wie es heißen könnte, geschweige denn, was der Sinn und Zweck dahinter war. Der kurze Blick genügte jedoch, um ihn davon zu überzeugen diese Arbeit besser Kenta machen zu lassen und so war er ganz froh sich nützlich machen zu können, indem er sich umschaute. "Aye, Aye Captain." bestätigte er und begann mit seiner Kundschafterexpedition.

    Besonders groß war das innere der Sendestation hingegen nicht. Es gab eine kleines Badezimmer, dessen Wasserhahn jedoch schon seit längerer Zeit nicht mehr benutzt worden war, wenn man nach den Staubflusen urteilte, die sich im Waschbecken gesammelt hatten. Und auch ansonsten waren die Räume ziemlich leer. Die Schränke waren größtenteils leer, in der kleinen Küche fanden sich Zwiebackkrümel, die allerdings schon seit Ewigkeiten dort herumliegen konnten. Das Zeug hielt sich ja recht lange ohne Schlecht zu werden. Es bedeutete zwar, dass diese Sendestation durchaus mal von Menschen besetzt war, was aber zu erwarten war, denn irgendwer musste sie ja schließlich gebaut haben. Seine erste Erkundungsrunde war damit eine herbe Enttäuschung, aber Ray wäre nicht Ray, wenn er sich davon aufhielten ließe und da Kenta noch immer beschäftigt war, begann er die Räume ein zweites Mal zu scannen. Diesmal entdeckten seine Augen auch tatsächlich etwas. Da war ein kleiner Schraubenzieher genau hinter dem Schaltpult in dem Kenta herumwerkelte. Zufall? Ray glaubte nicht daran. Jetzt war Rays Ehrgeiz geweckt und jeder Millimeter wurde mit seinen Augen herangezoomt und abgesucht. So dauerte es auch nicht lange, bis er hier und dort Haare entdeckte um genau zu sein sogar zwei unterschiedliche Haare. Beide waren relativ kurz, was auf männliche Personen zutreffen könnte, wobei es ja auch so manche Frau mit kurzen Haaren gab. Die Haarfarben konnte er ebenfalls identifizieren, blond und braun, was also ausschloß, dass die Haare von ihm oder Kenta stammten. Ebenfalls zu erkennen war, dass die blonden ein kleines Stück länger waren als die braunen. Er hatte seine Analyse gerade abgeschlossen als Kenta wieder aus der Konsole auftauchte und seine Ergebnisse verkündete.

    "Wenn du so fragst, dann fehlen wahrscheinlich genau diese Ersatzteile und ein Schraubendreher müsste auch fehlen, denn der liegt hier hinten." Dabei deutete er auf das entdeckte Werkzeug. "Das ganze macht es wahrscheinlicher, dass wir es mit Sabotage zu tun haben, vor allem nach dem, was ich gefunden habe." antwortete Ray und deutete auf die Haare, die überall herumlagen. "Könnte natürlich sein, dass die Haare auch von der Wartungscrew sind, aber irgendetwas scheint an dieser Sache nicht zu stimmen." Ray rümpfte die Nase und stemmte die Fäuste in die Hüfte, während er nachdenklich den Kopf schieflegte. Er hatte das Gefühl, dass irgendetwas an der Sache faul war und egal, was es war, er würde in jedem Fall von nun an besonders aufmerksam sein. "Wie gehen wir weiter vor? Zurück ins Dorf und Ersatzteile besorgen oder schauen wir, ob es draußen auf dem Felsen noch irgendetwas zu entdecken gibt?" Letzteres war vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich, wenn es sich tatsächlich um Sabotage handelte, wenngleich Wind und Wetter viele Spuren vernichtet haben könnten.