Lummerland (Job: Giftige Natter)

Dieses Thema im Forum "Wasserreich" wurde erstellt von Kazegawa Toru, 26. Aug. 2014.

  1. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Weil man zum futtern keine Hose brauchte. Und mal ganz im Ernst, so leger nur in Unterhose vor den Groks rumzuraupen war ja wohl noch immer nicht die große Sensation, oder? Er trug schließlich trotzdem immernoch mehr am Leib als die! Die Groks sahen das ähnlich, betrachteten die zunehmende Unverhülltheit Torus als voranschreitende 'Menschwerdung' dessen und Hebi, der ihm ja nun seine 'übernatürliche Rüstung' abgestreift hatte, musste den Tofu-Gott wohl wegen irgendwas zu bestrafen scheinen. Warum sonst sollte er ihm seine Göttlichkeit entziehen? AHA! Es musste sich bei Hebok und Tork eindeutig wirklich um Waldgötter handeln! Torks Leistengegend erschien nämlich unverkennbar in den Farben des Waldes! Camouflage-Unterhose sei dank! Um jedoch auch wieder einmal auf das andere Ende des Genin zurückzukommen, dessen teilweise entblößstes Hinterteil gerade solche Schlagzeilen machte: Er war am Ziel! Freude schöner Götterfunke, Bento aus der Brotdose! Nun betrat er grünteetrunken, kulinarisches Heiligtum. Dessen Zauber banden wieder was der Hunger streng geteilt. Alle Mocchis wurden Brüder wo sein sanftes Aroma weilte - oder anders ausgedrückt in Torus Magen! Die Art der Nahrungsaufnahme war dahingehend sehr speziell, als dass er mit seinem Mund einfach die Siegelrolle aus der Jackentasche zog, sie mit der Nase zum aufrollen anstupste und irgendwie die Hände zusammenbekam, um das bisschen Chakra zu schmieden, das in ihm war. Anschließend wurden die in einem kleinen Nebelchen aufploppenden (natürlich rein vegetarischen - bis auf das Sushi) Speisen derart verzehrt, dass er das Gesicht in die geöffnete Bentobox legte und anfing zu kauen. Der Grüntee in seiner Thermoskanne würde eine größere Herausforderung darstellen, aber solange er was zwischen den Kauleisten hatte war Toru fürs erste schon mal glücklich.

    "Omnomnomnomnom!?" Irgendwas war jetzt, da er seinen Magen füllte und die oberste Priorität damit geklärt war, plötzlich wieder wichtig genug um von dem Querkopf bemerkt zu werden. Irgendwie zog es hier. Ungestört weiterkauend hob er versuchsweise den Kopf und blickte auf zwei Gronks die über irgendwas entsetzt zu sein schienen... und seine Hose im Gesicht hängen hatten. Natürlich bestand nicht der geringste Zweifel daran, dass es zwischen beiden Tatsachen keinerlei Zusammenhand geben konnte. Trotz allem gefiel dem Kazegawa besagte Hose noch viel viel besser, solange sie an seiner Hüfte hing, statt an den Köpfen von zwei nackten kleinen Männern. Wie kamen die überhaupt dazu? Wollten sie ihn vor dem Kochen schälen? Waren es Perverse? Ein leichtes Ziehen in der Beinregion führte ihn zu einen weiteren Annahme: Hebi. Zack, schon hatte Herr Rotauge Torus Fuß im Gesicht kleben! Bei der Gelegenheit fiel dem Kazegawa auf, dass ihm auch ein Schuh samt Sockeninteriör fehlte. Wenn das so weiterging, dann wäre balt das ganze Dorf eingekleidet und er der einzig Nackte hier! "NOMNOMNOM!!!" Nur über seine Leiche - und die Dutzend anderer, die er mitnehmen würde, angefangen bei dem, der ihm da an die Wäsche ging!
  2. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    „Mach’n Mund zu beim Fressen.“ Nicht, dass dem Sakkaku nicht nur Einwohner um die Ohren flogen, sondern auch noch Torus Essensreste. Wie konnte der eigentlich so seelenruhig mümmeln, während zwei Personen der unzivilisiertesten Bevölkerung der Erde vor ihnen standen und sie mit abschätzigem Blick betrachteten. Hebi mutmaßte, dass sie gerade darüber nachdachten, welche Teile an den beiden Genin besonders schmackhaft wären. Die Leber? Das Herz? Oder vielleicht die Schenkel, befand sich an denen doch immerhin das meiste Fett und Gewebe. Gut durchgebraten, ordentlich mit Salz und Pfeffer zubereitet, wäre das doch eine Folge bei „Das perfekte Dinner“ wert. „Tunak, Tunak Tun Tadadadada.“ Wie Thunfisch? Wenn dann schmeckt er nach Hühnchen, so viel war ja wohl klar! Da das Rotauge in der Realität keine Ahnung hatte, wovon die sprachen, sie nie haben würde und sich auch irgendwie sicher war, dass die ihn genauso wenig verstanden, sagte es einfach nichts zu ihnen und starrte sie verdutzt an, darauf wartend, dass sie irgendetwas machten und es dem irgendwie entgegenwirken konnte. Anspringen konnte Hebi sie leider nicht, dafür war er momentan viel zu schwach, wobei man wohl eher sagen sollte, dass ihm dafür alles viel zu sehr wehtat, was man allgemeinhin als Körper bezeichnete. Am liebsten würde er sich die schmerzenden Teile einfach abhacken, aber dann tat’s ganz sicher nur noch mehr weh.

    Dadurch, dass ihm alles wehtat und sie ihm irgendwie auch nicht in die Augen schauten, ihr Blick weiterhin an anderen Regionen hängen blieb, konnte er sich jedoch nicht gegen das wehren, was jetzt kam: Irgendeine Paste. Irgendeine Paste, die sie ihm und Toru ins Gesicht schmierten. Primär landete sie auf den Schürfwunden der beiden. Für die blauen Flecken gab es eine andere. Hebi glaubte zu spüren, dass die irgendwie kühlte. Wollten sie ihnen he- Mooooooooooooment! Wurden sie gerade einmariniert!? Deswegen duftete eine der Cremes auch so nach Minze!
    An Toru trat der eine sogar mit eine hoch flüssigen Flüssigkeit heran! Hebi glaubte, dass die nach Alkohol roch. Für Wein war der Gestank allerdings nicht intensiv genug. Während der Eingeborene das Ziel hatte, die Wunden des Kazegawa zu desinfizieren, war der Sakkaku eher der Annahme, dass man sich da zur Aufgabe gemacht hat, die gute Weihnachtsgans zu würzen. Wieso sonst knieten sie nach diesen Aktionen vor den Genin nieder und hielten in betender Haltung den Kopf auf dem Boden? Das war doch auch wieder nur ein Zeichen dafür, dass sie sie essen wollten! Bei Pflanzen machte man das ja auch so. Also das mit dem Reden, damit die schneller wuchsen. Vielleicht machte es bei Menschen ja das Fleisch zarter. Wobei.. war das nicht Angst und Schmerz…? "Holla Hebok! Holla Tork!"
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  3. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    So musste sich ein Salat anfühlen, wenn er sein Dressing bekam. Noch dazu bekam Toru auf einmal so einen merkwürdigen Schluckauf, weil er einer der Gronkschamanen umgerempelt und versehentlich ein Schälchen mit der beißend riechenden Flüssigkeit ins Gesicht bekam. Eigentlich kein Problem, doch der nach all dem Essen nun durstige Genin schaltete auf Automatik und seine Zunge erledigte den Job des Scheibenwischers. Das Zeug schmeckte genauso wie es roch. Ob das für sein Alter überhaupt schon zugelassen war? OB DAS GIFT WAR? Wenn nun die Medizinmänner der Groks sich als die ominösen Giftmischer Lummerlands herausstellten... dann hieß es wohl good bye Toru?! Oh je, er begann bereits die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren! Er... tat überhaupt nicht mehr weh oder jedenfalls gingen die Schmerzen dem Kazegawa augenblicklich herzlich am... Arm entlang. Was viel schlimmer war, war dass es nicht mit dem Verschwinden der Schmerzen aufhörte. Alles wurde irgendwie schwabbelig, fühlte sich taub und fremd an. Beinahe glaubte Toru, er saße eigentlich nur als winzig kleines Männchen im Inneren seines eigenen Kopfes in einem Toru-Roboter, der er steuerte und mittendrin die Bedienungsanleitung verloren hatte, weil ihm der Goldfisch über die Wichtigkeit des Lebens berichtet hatte und darauf bestand, dass er etwas unternahm um hier rauszukommen und dann brannte alles und viele verschwommene bunte Lichter leuchteten und Ooooooooooooh mein Kami die Welt war ja so schlecht. "Wassissndas fürn komischsssches SSeug? Hick? Hebi? HEEEEEEEBI? Bissu da? Die wollnuns einssauswischn ununs vergiftn! Ich machse platt! Du nimmstde linge Seide und ich die... die... na was da noch da is. ISCHMACHSEPLATT!", gefolgt von einem dumpfen Aufschlag, der in diesem Fall nicht von Torus Faus verursacht wurde, die den nichtsahnenden, hilfsbereiten Lummerlandgronks die Lichter auspustete, sondern vom Rest des Genin, der sich quasi eben selbst die Lichter ausgepustet hatte und nun im Staub lag - Köpfchen in der Erde, Hintern in der Höh'. Und so meine lieben Damen und Herren Leser, bereitet man einen Toru blau auf spartanische Art zu. Hebi ließ dieser Umstand endlich genug Zeit und Gelegenheit um nachzudenken, seine Kopfschmerzen loszuwerden und den bewusstlosen Halbgott in schwarzweiß in den erhobenen Hintern zu treten. Den Gronks wurde dabei nur ein weiteres Mal veranschaulicht, dass ihre selbstgebrannte Sakepaste keine Probleme lösen konnte - wohl aber ein dreißig Tonnen schweres Wildschwein in wenigen Sekundenbruchteilen ins Koma legen - und das war ja auch schonmal was.
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  4. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    Ach, du liebe Zeit. War Toru ernsthaft besoffen? Jetzt, wo Hebi ihn tatsächlich mal bräuchte? Da musste man sich einmal in seinem Leben auf jemanden verlassen und der lag irgendwo in der Ecke herum und kam weder mit sich, noch mit dem Rest der Welt klar, brabbelte irgendwelches komisches Zeug und Hebi könnte schwören, dass er später auch noch das kleine Pilzhäuschen vollkotzen würde. Vielleicht war das aber alles auch nur Vorbereitung. Gab es nicht so einen seltsamen Taijutsustil, der mithilfe von Alkohol zustande kam? Müsste der Drunken Master sein, wenn er sich jetzt nicht täuschte. Allerdings… Toru schien ja noch nicht sooo lange im Ninjageschäft zu sein. Wieso sollte der auf einmal einen zweiten Stil beherrschen? Spielte jetzt auch eh keine Rolle mehr – ehe sich Hebi versah oder auch nur ein Wort an den Kazegawa richten konnte, machte der sich selbst platt und lag bewusstlos in der Gegend herum. „Na prima…“ Der Dunkelhaarige versuchte, ihn durch heftiges Geschüttel aufzuwecken, aber es schien nicht zu helfen. Auch die mit spärlich viel Kraft versehenen Ohrfeigen trugen irgendwie nicht dazu bei, dass der Junge vor ihm die Augen öffnete. Ob sie ihn umgebracht hatten? „CHRCHR!“ Okay, Toru schnarchte noch. So viel zum Tod des Genin. Doch was tat Hebi jetzt? Die Eingeborenen saßen immer noch in betender Haltung vor ihm, bewegten sich keinen Zentimeter und wiederholten ständig die Namen, die sie für ihn und Toru wählten. Vielleicht doch einen Kommunikationsversuch wagen? „Eh… Geht weg?“, meinte er und wurde plötzlich aus großen Augen angestarrt. Dann schauten sie einander an und quatschten irgendwas, ehe der eine wie von der Tarantel gestochen nach draußen rannte und die frohe Botschaft verkündete – welche auch immer diese gewesen muss, denn er kam mit einem Gummihuhn und einem Kochlöffel wieder. Drauf gedrückt ertönte ein Quietschen. Eine als Huhn getarnte Gummiente? Verrückt. Hebi beobachtete das Spektakel mit nach oben gezogenen Brauen, runzelte die Stirn so sehr er nur konnte. Er wusste nicht, ob er sich verarscht vorkommen sollte oder nicht. Mit entsprechender Bewegung deutete er ihnen, dass sie wegkuschen sollten, doch wieder bekam er irgendeinen komischen Gegenstand vorgesetzt – eine kleine Figur aus einem Überraschungsei. Verzweifelt schlug er nach Toru. Hoffentlich wurde der endlich wieder wach! Quittiert wurde der Versuch jedoch mit einem Kratzen am Arsch. Anmutig.
  5. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Es half gegen Jucken, Husten, Heiserkeit! Nicht das Kratzen. Die 'Medizin' von der Toru ein wenig zu viel abbekommen hatte, weshalb er sich nun so fühlte, als wäre er als Kind in einen ganzen Kessel voll mit dem Zeug gefallen! Laut gähnend und sich die Wampe kraulend wachte er auf, dachte einen Augenblick angestrengt nach, bevor ihm einfiel wo er war und anschließend drehte er sich zu den gefühlt dreißig anderen Personen im Raum um. Woher kamen seine Kopfschmerzen und wieso war ihm so schlecht und... warum tat seine Wange so weh? Halb geschlossene, blutunterlaufene Augen wanden sich Hebi zu und dann den Gronks und dann Hebi und dann den Gronks und dann dem Rest Sushi in seiner Brotdose. Immerhin hatte er einen schlimmen Kater und schlimme Kater mochten Fisch. Vielleicht könnte Toru ihn also dadurch bestechen, sich ein anderes Opfer auszusuchen?! Also Futterluke auf und Fisch rein. Böser Fehler. "Oh nein. Huböärks!" Anmutig wandte Toru seinen Oberkörper zur Seite und Übergab sich - schon zum zweiten Mal in nur zwei Tagen, was viel über den Charme des Dörfchens aussagen konnte - in der müffeligen Pilzbude! War das ein Spaß! "Bäh... oh, wusste garnicht, dass ich sowas gegessen hatte." Hatte er nicht, es handelte sich bei dem fraglichen Objekt um Hebis Stiefel. "Oh Junge, tut mir echt leid! Äh... he, ihr. Habt ihr hier sowas wie einen Lappen und... oh.", verwundert sah er auf das Gummihuhn herab, das ihm einer der Gronks in die Hand gedrückt hatte. "Nee... einen Lappen. LAPPEN! Das ist so ein Ding... etwa so groß und... aus Stoff!" Mit einem Ausdruck spontaner erleuchtung flitzte eine Gronkine davon - und kehrte Minuten später mit einem Objekt zurück, das tatsächlich der Beschreibung Torus entsprach. Bis auf die Tatsache, dass die Genin es als einen Grunk-Lendenschurz erkannten. "Das... nun... ich will ehrlich nicht wissen, wie du da rangekommen bist. Entschuldigung Hebi, hab alles verucht... Augenblick mal, haben wir uns nicht vorhin erst geprügelt? Wieso sind wir schonwieder so gut beisammen?" Möglicherweise hatte man sie ja doch nicht vergiftet, sondern vielmehr geheilt? "Danke Jungs... und Mädchen. Und was du darstellen sollst weiss ich nicht, aber danke trotzdem."
  6. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    Boahr, wenn sich Hebi nun bewegen könnte, würde er Toru sowas von die Fresse polieren! Diesmal aber so richtig, zusammen mit Genjutsu und all dem Scheiß! Kotzte der ihm echt auf die Stiefel! Wusste der Banause etwa nicht, dass sie heilig sind!? Und dann wischte er es- Oh Gott, Hebi wollte gar nicht wissen, in welch engem Kontakt das Teil zuvor zu den Testikeln des Grunklers stand. Innerlich starb der Sakkaku gerade auf tausend verschiedene Arten und Wege und wenn man ganz genau hinsah, konnte man auch erkennen, wie sich eine Träne in einem seiner Augenwinkel bildete, die beim einmaligen Zwinkern aber schon wieder weg war und natürlich und sowieso nie existiert hatte. Dennoch war er nicht imstande, auch nur ein Wort, eine Silbe zu bilden, konnte sich des Schocks wegen nicht artikulieren und schaute nur ungläubig, mit dem rechten Augen zuckend und voller Entsetzen zu seinem vollgekotzten und mit Testikeln abgewischten Stiefel herüber. Wenn man das Rotauge bisher immer für unglaublich böse gehalten hatte, dann musst der Schwarzhaarige ja Satan sein! Und wieso wollte der vorhin- äh, gestern eigentlich so einen auf Moralapostel machen, wenn er nun sein Bestes daran tat, den armen Hebi zu schänden und zu foltern!? „W-was bist du nur für ein Mensch…“, murmelte der Sakkaku entsetzt und schaute dem Schwarzhaarigen entgegen, die Galle hing ihm auch bereits im Hals. Vielleicht sollte er ja zurückkotzen, ohja!

    Allem Gekotze zum Trotz, zogen allerdings die Tage ins Land. Der ein oder andere Zwischenfall mit den Gronks und dem Toru wäre vermutlich noch zu vermerken gewesen, aber nicht weiter wichtig – irgendwann musste es mal weitergehen, die Mission beendete sich nicht von alleine und in Anbetracht dessen, dass der Giftmörder sicher auch die ganze Zeit über keinen Halt machte, mussten sich die Genin eingestehen, dass die Belohnung diesmal vermutlich nicht ganz so gut ausfallen würde. Aber wenigstens ging es ihnen nun wieder besser. Die Gronks kümmerten sich geradezu rührend und mit vielen Gummihühnern um sie, was wohl dazu beitrug, dass sie so schnell wieder halbe Genesung feierten und auch endlich wieder laufen konnten. Natürlich noch immer unter Schmerzen, aber immerhin! Auch waren ihre Gesichter immer noch angeschwollen und blitzeblau – ein Wunder, dass sie reden und essen konnten. Moment, was war da eigentlich in den Speisen drinnen? Hebi hoffte inständig, dass er keine Grunks aß. Viel wichtiger war jetzt allerdings, wie sie zum richtigen Lummerland kämen. So langsam mussten sie wirklich in die Pötte kommen. Wären sie doch bloß von Anfang an auf einem normalen Schiff mit normaler Besatzung gefahren. Dann wäre das alles erst gar nicht passiert und die Mission sicher auch schon fertig. „Ich glaube, wir sollten noch ein paar Gronks töten und uns ein Floß aus ihren Leichen bauen, um zum richtigen Lummerland zu kommen.“ Hoffentlich nahm Toru das jetzt nicht ernst, so makaber der Witz auch war.
  7. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Was war er nur für ein Mensch. War er überhaupt ein Mensch? War er, wenn er schon ein Mensch war, überhaupt menschlich? Nein, natürlich nicht. ER WAR JETZT EIN GOTT! Ein Gott unter sterblichen! Jedenfalls soweit es die Meinung der Gronks anging und hey, jede Meinung zählt, oder nicht? Aber auch Götter hatten bisweilen andere Aufgaben zu erledigen. Er hatte einen Job und musste schließlich irgendwie seine Miete bezahlen - daheim, in seiner Residenz über den Wolken. Dort hatte man es nicht so mit Göttern und verlangte einem diverse monatliche Vergütungen ab, ganz egal ob man nun übers Wasser laufen oder Donnerkeile werfen oder sonstige Albernheiten bewirken konnte. Und so verließen die neuen Götter der Gronks ihre Untertanen und deren Welt, stiegen über den Zaun und machten sich durch den Wald nach Lummerland auf. "Ich glaube, ich sollte dir eins auf die Nase geben und dich als Surfbrett benutzen. Aber diese Gewässer sollen ja sauber bleiben." Leider war vor ihnen nur kühles Salzwasser in Sicht, das Hebi verwenden konnte um diese Verbrennung zu lindern. Wenn es ums Erinnern ging, war Toru wie ein Elefant... vielleicht auch im Bezug auf Porzellanläden, aber davon ein andermal mehr. Fest stand, dass es nun schon zwei Genin auf dieser Insel gab, die sich mit schlechter Laune über zahlreiche Blaue Flecken hinweg aus zugeschwollenen Augen gegenseitig tödliche Blicke zuwarfen. Bloß gut, dass Toriko nicht hier war, denn wäre sie ins Kreuzfeuer dieser Todesblicke geraten, sie wäre vermutlich einfach auf der Stelle mausetot umgekippt. "Wir könnten vielleicht ein Zaunsfeld der Gronks als Floß verwenden. Würde ihnen nicht schaden, ein wenig weltoffener zu werden." Ja genau, als Gott hatte man auch Verantwortung für seine Gläubigen und musste sich Gedanken über die Zukunft von deren Zivilisation machen, damit sie das göttliche Wort in die Welt trugen! Wenn man Rückschlüsse zu den Verhaltensmustern ihrer beiden Götter ziehen durfte, dann würde dies nicht allzu freidlich verlaufen. Ob sie bereits am Buch Gronk schrieben und die Evangelien nach Hebok und Tork hinzufügten? Gut möglich, hatte Toru doch einige Tage ihres Aufenthaltes damit verbracht, den Gronks ein Alphabet, Naturwissenschaften und strategische Kriegsführung beizubringen. Das letzte fand bei dem Stamm schnell Anklang und sie zeigten ein ungeheures Geschick darin. Das mit dem Alphabet hatte auch geklappt der Rest dagegen beruhte ausschließlich auf Torus Erinnerungen an die Akademie und wurde zum Desaster. Aber sie hatten ein Alphabet, sollten sie sich den Rest doch selbst zusammenreimen! Er war schließlich nur ihr Gott und nicht außerdem noch die Wohlfahrt. "Also werden wir letztendlich doch noch Lummerland sehen? Und diesmal das richtig echte, ohne weitere Zwischenstops. Nur gut dass wir es mit einem Giftmörder zu tun bekommen, das sind immer schmächtige Typen mit käsigem Teint und dicken Hornbrillen. Schwächlinge die Gift verwenden müssen können wir auch in unserem Zustand noch plätten."
  8. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    Oh, dat burn. Der tat Hebi so sehr weh, dass er an ihm abprallte wie an einem Blumentopf. Mittlerweile sagte er nichts mehr dazu, dass Toru ganz offensichtlich humorresistent war und echt absolut keinen Spaß verstand. Dass Hebi einfach nur einen unglaublich schwarzen Humor hatte, hatte ja wohl echt überhaupt gar nichts mit dem Unverständnis Torus zu tun! „Tja, mit schwarzem Humor ist es wie mit einem Paar Beinen, hm? Nicht jeder hat ihn.“ Er konnte es aber auch einfach nicht lassen, der böse Bub.

    Auf den Vorschlag hin, Teile des Zauns als Floß zu nutzen, wusste Hebi nicht so recht wie er darauf reagieren sollte. Auf der einen Seite war das natürlich schon einmal Plan, auf der anderen spielten jedoch heftig gravierende Faktoren eine Rolle, wegen welchen sich diese Strategie nicht umsetzen ließe. „Für den Anfang wäre das vielleicht was, aber wir wissen nicht, wie lange wir dann unterwegs wären. Dazu kommt, dass wir nicht wissen, wo wir sind und in welche Richtung wir müssen, und ich hab' auch keinen Plan davon, wie wir das Scheißding dann auch den ganzen Weg über in die richtige Richtung navigieren sollen.“ Er wusste zwar, dass es den Hinweis gab, dass die Sonne da auf- und da drüben wieder unterging, aber er glaubte, dass zum Bootfahren noch etwas mehr gehörte und seit er seit der Systemumstellung des Forums auch kein Raiton mehr beherrschte, kann er natürlich auch kein Kompass-Jutsu mehr wirken. Letztes wusste er natürlich nicht, aber die Technik wäre gerade jetzt eigentlich gar nicht mal so schlecht gewesen.

    „Das wär' doch viel zu einfach. Die Mission besitzt 'nen C-Rang und wenn man den Giftmischer direkt erkennen würde, bräuchten sie ja auch eigentlich keine Ninja. Du darfst deine mageren Hirnzellen dann ruhig mal 'n bisschen anstrengen.“ An dieser Stelle fragte er sich, ob er Toru eigentlich je über den Auftrag an sich informierte hatte, glaubte aber nicht daran. Soweit er wusste, hatte er ihn nur nach seinen Fähigkeiten gefragt, sonst kam nie ein Gespräch zutage, das irgendwie in diese Richtung ging. Aber offenbar tat es auch gar nicht Not, sonst hätte der Schwarzhaarige ihn sicher gefragt. „Am besten, wir gehen zurück zu den Stinkern. Vielleicht haben die das scheiß Schiff ja mittlerweile repariert und sind zum Aufbruch bereit. Wir riechen ja zum Glück im Moment eh nichts mehr.“ Wegen der gebrochenen Nasen, versteht sich. Da fiel ihm ein… „Hätten die sich nicht bestens bei unseren Gronks mit eingereiht?“ Hätten sie die doch mal zum Abendbrot eingeladen. Dann hätten sie jetzt noch mehr Götter. Wonnebar.
    Lag es eigentlich an Hebis Kopfschmerzen oder wieso kam ihm der Weg auf einmal so lang vor?

    [Out: Meinetwegen kannst du gerne beschreiben, wie wir beim Schiffchen ankommen. :)]
    Zuletzt bearbeitet: 10. Dez. 2014
  9. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Sie kamen bei dem Schiffchen an. Eifriges Treiben herrschte am Strand, sodass ihr wiederauftauchen erst garnicht von der Besatzung wahrgenommen wurde. Die kümmerten sich noch um ihr Schiff. Mit Hochdruck! Tatsächlich sah es schon wieder ganz passabel aus... nein, das stimmte nicht. Es sah eigentlich schon aus wie ein Schiff, ganz klar, der Form nach zu urteilen und außerdem hatte es Masten und Segel und Bullaugen und den ganzen Schiffskram, das schon... aber irgendwie machte es auch den Eindruch eines am Ufer liegengebliebenen Holzstapels. Tropenholz-stämme genauer gesagt. Deshalb kam es den Genin so vor, als sei der Strand auf einmal so viel länger geworden als zu Beginn ihrer kleinen Expedition: der Wald fehlte. Ein breiter Streifen des dichten Palmwaldes war abgeholzt worden und hatte sich nun widerwillig dazu entschlussen, gemeinsam ein Schiff zu gründen und unter dem Namen 'Kokohering ll' eine Tournee durchs Wasserreich zu starten. Diese Weichhölzer hatten ja keine Ahnung vom Leben auf See. Unglücklicherweise traf das auch auf 90% der Besatzung inklusive der Genin zu. Aber irgendwie würden sie schon von der Insel runterkommen und es bis nach Lummerland schaffen, bevor sie noch alle einen Sonnenstich bekamen und von Foren und Systemupdates fantasierten...

    "Ich habe Beine.", antwortete der Kazegawa nach langer Verzugszeit endlich auf Hebis rhetorische Frage. "Diese schwarze Humor-Geschichte klingt irgendwie verdächtig... vielleicht hat das was mit dem 'Zwischen-den-Zeilen-lesen' zu tun? Mein Opa hat mir das des öfteren angeraten. Aber ich weiß auch nicht was er von mir wollte... da steht doch gar nichts." "AYE, da brat' mir doch einer 'nen Storch-... ich meinte natürlich eine Makrele!", lautete die im Angesicht eines aus verbeulten Augen blitzenden Torus abgewandelte Begrüßung des Kapitäns. Er hatte wohl von Torus kurzem Gespräch mit dem Koch erfahren und dementsprechend noch schnell seine Schlüsse gezogen. Gut für ihn. "Jungens, was ha'm 'se denn mit euch gemacht? Seid ihr in 'nen Krieg geraten?" Düsteres funkeln. "Naja, is' ja auch Schnuppe, nech? Schaut euch mal unser Prachtstück an! Das haben wir in den Tagen seit eurem Verschwinden gebaut. Ich nenne sie heimlich meine Henriette... aber sagt das nich' dem Koch! Der is' nämlich mit ihr verheiratet." Tränen rannen aus Torus Augen, über seine Wangen und tröpfelten in den trockenen Sand. Keine Tränen der Freude oder des Staunens angesichts dieser... modernen Holzkust. Es waren Tränen des Schmerzes, der sich in seinen Augenbrauen, am Nasenrücken und auf den Wangen sammelte und brannte. Verdammt sei dieser Käptain, dass er ihn hatte böse blinzeln lassen! "Kommt erstmal rein in die neue Kombüse, heut' gibt's zur Feier des Tages gebratene-... Fischsuppe!" Ooooh, dieser Schmerz...
  10. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    Hebi seufzte tief, als er die Schwarze-Humor-Sache von Toru beantwortet bekam und schüttelte mal wieder den Kopf, um seinen Missmut zu verdeutlichen. „Ich sehe, wir haben noch scheiße viel Arbeit vor uns.“, meinte er und klopfte dem Kazegawa während der nächsten Worte auf die Schultern, „Ich krieg dich schon noch so weit, dass du auch das hinbekommst.“ Wenn Opa versagte, musste halt ein Sakkaku ran. Hebi tat das auch nicht aus reiner Nächstenliebe Toru gegenüber, aber wenn er bedachte, dass das hier sicher nicht der letzte Auftrag war, den er mit ihm zu überstehen hätte, musste er dringend was mit der Umgänglichkeit des Schwarzhaarigen machen, nicht, dass der nun ständig irgendwelche Prügelanfälle bekam, weil er dachte, das Rotauge meinte prinzipiell alles ernst, was er von sich gibt. Also von der Kernaussage her. An dieser Stelle wunderte sich Hebi jedoch, dass Toru noch nicht mit Heulen angefangen hat, weil er sich fleißig der Fäkalsprache bediente. Vielleicht war Toru ja doch smarter als er dachte und der Junge wusste, dass solche Worte im Grunde eigentlich nicht einmal beleidigend gemeint und halt einfach ein Teil von Hebi waren? Fragen über Fragen, aber keine Antworten. Aber wenigstens wusste man nun, was mit unseren geliebten Stinkern passiert ist. Nämlich nichts. Vermutlich haben die ihr Leben gechillt und das Schiff dabei nur aus Versehen gebaut. Beschweren konnte sich Hebi natürlich nicht darüber, empfand er die Tatsache entgegen aller Erwartungen doch als äußerst positiv. Im Grunde bedeutete das nämlich, dass sie hier bald wieder wegkämen, der Insel Tschüss sagen und zum richtigen Lummerland aufstoßen konnten. Ganz offensichtlich haben diese Leute aber auch nicht ihren Frohsinn verloren, weswegen sich Hebi fragte, was sie denn die ganze Zeit über getrieben haben. Machte der Bau des neuen Schiffs sie derart glücklich? Wäre der Sakkaku an ihrer Stelle gewesen, wäre er wahrscheinlich noch übler gestimmt als ohnehin schon. Allerdings lag das wohl eher daran, dass er sich mit Schiffen überhaupt nicht auskannte und mit Sicherheit noch bis an sein Lebensende hier festsäße. Keine allzu rosigen Zukunftsvoraussehungen.

    Einen Tag und mehrere Mahlzeiten später, befanden sich Matrosen mitsamt Genin wieder auf See. Der Kapitän ließ verlauten, dass sie durch das Gewitter so sehr vom geplanten Kurs abgekommen wären, dass es sie nun eine Woche kosten würde, um zum Zielort aufzuschließen. Wild fluchend und mit unglaublich viel Zorn in der Birne nahm Hebi diese Information auf, ließ sich am nächsten Tag jedoch nichts mehr davon anmerken. Es gab einfach Situationen, die musste man so hinnehmen wie sie waren, ändern konnte er ja ohnehin nichts daran. Außerdem war diese Fahrt diesmal nicht ganz so ranzig zu betrachten. Das Schiff war neu, noch sauber und man musste keine Gefahr laufen, sich irgendwelche Krankheiten zuzuziehen, wenn man hier herumlag. Apropos Herumliegen… Hebi drehte sich auf seiner Pritsche auf die Seite. Es war morgens, die Sonne kaum aufgegangen und man hatte den Genin sogar eine eigene Kombüse zugesprochen, weswegen sie nun alleine die Nacht darin verbrachten, während die Matrosen dafür Sorge trugen, dass alles seinen gesicherten Lauf nahm. Der Sakkaku selbst war schon seit einiger Zeit wach. Der Untergrund war zu hart, alsdass er adäquat darauf schlafen könnte. „Sag mal… Was ist eigentlich mit deinen Eltern, Toru? Du redest immer nur von deinem Opa. Hast du keine mehr?“, fragte er den Schwarzhaarigen, welcher unter ihm sein Nachtlager fand und wahrscheinlich auch schon wach war. Hebi war es irgendwie lieber, sich mit dem Jungen zu unterhalten, statt sich schon früh am Morgen dem fürchterlichen Gestank der Besatzung aussetzen zu müssen. Moment mal. Er konnte wieder riechen?
  11. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    Tage und Seemeilen zogen gleichermaßen dahin, während Genin und Schiffsbesatzung sich in eine Form von Alltag auf dem Meer einspielten. Der Smutje und Toru wurden recht schnell dicke Freunde, was daher rührte, dass der Kazegawa des öfteren mal eine Extrawurst... Verzeihung, einen Extrafisch gebraten bekam, während der Rest der Crew und Passagiere zum gewohnten Speiseplan zurückkehrte (Ein Manöver des Kapitäns, um die drohende Meuterei wegen der ständigen Fischsuppe abzuwenden). Da es jedoch außer Mahlzeiten, Meuterei, Mast- und Schotbruch nicht viele Dinge gab, die man auf solch einer Seereise erleben konnte, war die ganze Angelegenheit ziemlich langweilig, sie zog sich endlos in die Länge. Was sollte man nun mit dieser ganzen Zeit anfangen? An diesem Morgen tat Toru das gleiche, das er auch an jedem anderen Morgen tat: Er versuchte die... Kondition zurückzubekommen, die er vor ihrer unglücklich herbeigeführten Auszeit auf der Insel der Gronks besessen hatte. Und sie dann auszubauen. Hebi schien sich momentan um seine Stärke wenig zu scheren und erholte sich während der Überfahrt wohl erstmal von seinen Blessuren. Das war die Chance für den Kazegawa! Er hatte ja am eigenen Leib mitbekommen, wie kräftig der Sakkaku war, beziehungsweise wie viel er selbst noch an Stärke zulegen müsste, um jemanden wie Hebi besiegen zu können. Zwar waren die Umstände nun so, dass die beiden Ninja von Seiten der Zugehörigkeit zu Soragakure offiziell auf der selben Seite standen und nicht gegeneinander antreten mussten, aber... einerseits gab es da ja noch die privaten Ansichten der Jungen und andererseits lag die Vermutung nahe, dass es draußen in der Welt noch etliche Gegner geben würde, die weit über dem Niveau eines Sakkaku Hebi lagen und die - mit ziemlicher Sicherheit - nichtmal auf dem Papier auf der Seite Torus standen. Während Hebi es sich also an diesem Morgen noch auf seiner Pritsche gemütlich machte und sich anschickte Toru über dessen Altvordere zu befragen, befand sich der Spross der Kazegawa-Familie auf allen vieren am Boden und zählte seine Liegestütze. Dreihundertundachtundfünfzig-Dreihundertundneunundfünfzig-Dreihundertund- "Hm? Oh mist, jetzt hab ich mich verzählt..." Naja, dann eben das Ganze nochmal von vorn... "Was soll mit meinen Eltern sein? Achso, wegen Opa. Nee, mit meinen Eltern ist alles in Ordnung, denen geht's gut. Ich erzähle nur immer von Opa, weil er mir eben soviel beigebracht hat. Er hat mich alles gelehrt, was ich weiss und mich trainiert, seit ich laufen konnte. Ohne Opa wäre ich heute nicht hier. Mama und Papa fanden das zwar erst nich so dolle, aber mittlerweile ist es ganz ok... ich hab ihnen mal geholfen als sie Streit mit den Nachbarn hatten, die immer bis spät in die Nacht gefeiert haben und die Musik nich leiser stellen wollten. War damals gerade zu Besuch in Amegakure und habe denen gesagt, sie sollen damit aufhören - seit dem ist alles in Butter und alle im Haus sind nett zu meinen Eltern. Wir schreiben uns oft." Hach ja, damals... das war nun schon einige Jahre her. Die besagten Nachbarn waren nicht ganz so einsichtig, wie Toru es Hebi erzählt hatte. Nich gleich. Und Toru hatte letztendlich die Musik selbst abstellen müssen, dafür hatten seine Eltern aber einen ganzen Monat lang ihre Ruhe. Als sich die Nachbarn sicher sein konnten, dass der Sohn der Kazegawas wieder nach Soragakure an die Akademie zurückgekehrt war gab es zwar noch einmal kurz zu kleineren Unstimmigkeiten, die Mutter Kazegawa jedoch raffiniert löste, indem sie allen im Haus erzählte, wie sehr sie sich auf die bevorstehenden Ferien freue und darauf, dass Toru vorhatte, sie daheim zu verbringen. In Ruhe und Gemütlichkeit. "Sag mal... wieso bist du eigentlich immer so mies gelaunt?"
  12. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    „Hm. Klingt ja alles total harmonisch bei dir.", meinte Hebi und drehte sich auf seiner Pritsche wieder auf den Rücken, legte seine Arme unter den Kopf und starrte gleichgültigen Blickes der hölzernen Decke entgegen. Dass es bei Toru dann doch so dermaßen friedlich zuging, wunderte ihn schon etwas. Nicht, dass der Sakkaku grundsätzlich davon ausging, dass Menschen was schlimmes zustoßen müsse, damit sie so werden, wie ein Toru, aber im Großen und Ganzen hätte er schon erwartet, dass die Gewaltbereitschaft des Jungen aus irgendeinem schlimmeren vergangenen Ereigniss herrührte. Vielleicht unterschlug der Schwarzhaarige aber auch nur ein paar Informationen oder kam simpel nicht darauf, seine Sätze noch weiter fortzuführen. Aber war auch eigentlich gar nicht schlimm; niemand mochte einen riesigen Monolog. Außerdem gab es Hebi somit die Möglichkeit, direkt und ohne Nachhaken noch einmal nachfragen zu können, was so Gang und Gebe war, ohne befürchten zu müssen, irgendwelche Dinge zu erfahren, die dann im Grunde eigentlich nicht einmal Toru selbst interessierten. "Ich nehme an, du bist auch nur wegen der Akademie nach Sora gezogen? Ist Opa da mit dir oder bist du alleine zur fliegenden Stadt gekommen?" Wobei es ja schon irgendwie komisch wäre. Also seinen achtjährigen Sohn allein und ohne Aufsicht in eine für ihn fremde Stadt zu schicken. Auf der anderen Seite empfand Hebi das nur eher nebensächlich als wirklich unrealistisch, war es doch so im Prinzip gar nicht so schrecklich, den Nachwuchs auf sich allein gestellt zu hinterlassen. Auf Missionen musste er ja später auch mit den Leuten und Orten klarkommen, die ihm entgegen geworfen werden, niemand interessierte sich dann dafür, ob du dich dabei wohl fühlst, schließlich bist du nichts weiter als ein weiterer Statist der Regierung, nichts wert und wenn du elendig verreckst, ist das halt so. Denen war das doch egal, ob du erst vierzehn, damit noch ein Kind, oder bereits erwachsen warst, solange du deinen Job irgendwie erledigt bekommst. So sehr Hebi dieses System an sich jedoch verabscheute, umso positiver konnte er diesen Punkt allerdings betrachten. Aufgrund ihrer ignoranten, uninteressierten Art, wussten die von oben wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz, was die Jüngsten so trieben und vorhatten, niemand dachte daran, dass sie es sein könnten, die eines Tages das gesamte Regiment stürzen würden. Es ließ dem Sakkaku einfach enorm viel Spielraum, er musste sich mit seinen Aussagen diesbezüglich ja nicht einmal zurückhalten, weil es ohnehin niemanden kümmerte oder ihm ganz einfach keiner was zutraute. Aber wie war das noch gleich? Der Schrecken kommt immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet, hm? Der Sakkaku würde jedenfalls keine Anstalten machen, etwas an dem Irrglauben der Obrigkeit zu ändern. Wenn die meinten, dass es schlau wäre, die Kleinen zu unterschätzen, war es ihm nur recht.
    Doch zurück zu Toru. Als dieser Hebi fragte, wieso er immer so schlechte Laune hätte, musste er unweigerlich die Stirn runzeln. "Bin ich doch gar nicht." Natürlich fuhr er unheimlich schnell an die Decke, aber im Grunde konnte er sich eigentlich nur selten dabei erwischen, sich eines miesepetrigen Gemüts zu erfreuen. "Wenn man mir nicht gerade auf'n Sack geht, ist meine Laune im Regelfall sogar ziemlich gut. Das checkt nur niemand, weil alle zu bescheuert sind, einfach mal zu fragen, ob meine Beleidigungen nun ernst gemeint sind oder nicht. Oder weil sie einfach behindert sind. Meistens fluche ich nur um des Fluchens Willen - wenn sich jemand davon angegriffen fühlt, hat derjenige Pech." Also bitte. Nur um des Fluchens Willen Leute beleidigen. Das glaubte Hebi doch wohl selbst nicht. Allerdings und wenn man genau darauf achtete, war das gar nicht mal so weit hergeholt - in der Regel waren wirklich nur circa sechzig Prozent seiner wüsten Beschimpfungen auch verletzend gemeint. "Wieso trainierst du Idiot eigentlich schon wieder? Meinste nicht, dass sich das eher scheiße auf deinen ohnehin schon angeschlagenen Kackkörper auswirkt?" Na, was davon war nun sein Ernst und was nicht? Man würde es wohl nie erfahren.
    Zuletzt bearbeitet: 15. Dez. 2014
  13. Kazegawa Toru

    Kazegawa Toru Active Member

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    "Also nach Sora bin ich alleine umgezogen, aber... Opa hat ne ganze Menge alter Kontakte. Mit Betonung auf alt. Alles Veteranen aus irgendwelchen Militäreinheiten und ein oder zwei pensionierte Ninja." Vitamin B in Tarnstreifen sozusagen. Der Club der alten Herren war Torus Anlaufstelle gewesen, wenn es darum ging Trainingsutensilien zu finden, Trainer und Sparringspartner (bevor sich Toru diese selbst herauspickte... auf dem Schulhof... und in diversen dunklen Gassen) und andere unterstützende Maßnahmen aufzutun. Seinen derzeitigen Platz im Wohnheim hatte er ebenfalls dem Veteranenkollektiv zu verdanken. Er fand diese Leute allerdings auch irgendwie merkwürdig. Bis auf die Ninja hatte eigentlich kaum einer von denen tatsächlich etwas Vollbracht, außer zu exerzieren und militärische Routinen einzustudieren. Trotzdem benahmen sie sich wie gefeierte Helden und als hätten sie zahllose Schlachten geschlagen und Jungfrauen gerettet und Länder von bösartigen Tyrannen befreit. Und immerzu waren sie ebenso griessgrämig wie Hebi, auch wenn er dies abstritt. "Äh... doch. Wohl." Und schon ging es wieder los. Irgendwie hörte sich die Erklärung des Sakkaku, weshalb er denn garkeine schlechte Laune hätte und eigentlich sogar ganz happy sei, in Torus Ohren so an als... wäre er es nicht. Im Grunde genommen klang es sogar eher nach dem Gegenteil. Oder, so überlegte der Kazegawa, vielleicht war das auch einfach nur ein Trugschluss, weil er einer der Bescheuerten mit Behinderung war die Hebi nicht verstanden. Moment mal, hatte er sich gerade eben selbst beleidigt? Das musste an der ganzen Fischsuppe liegen. Am Ende bekamen sie davon noch Verstopfung und liefen den ganzen Tag mit verkniffenen Gesichtern durch die Gegend. "Ich trainiere ja eben um möglichst schnell wieder fit zu sein! Was meinste, wie wir den Giftmörder in die Finger bekommen? Der wird bestimmt nicht einfach mitkommen, weil wir ihn ganz nett danach fragen. Außerdem können wir das garnicht. Und selbst wenn, dann wissen wir noch nichtmal wen wir fragen sollten." Verwirrende Sache... jetzt hatte er sich vor lauter Logik selbst ganz aus dem Konzept gebracht! Also wie war das noch gleich? Den Giftmischer kannten sie nicht, denn das war ja das eigentliche Problem hier. Das und die Tatsache, dass er reihenweise Menschen umzulegen schien. Aber nannte man das bei einem Giftmord überhaupt umlegen? Meucheln klang da passender - oder liquidieren? Uh... das klang professionell! "Dir täte das im Übrigen auch nicht schlecht. Nicht das mit dem Gift und dem Morden. Das Training meine ich. Als wir uns gekloppt haben, neulich in dem Dorf, da warst du ziemlich schwächlich. Du kannst gut ausweichen und bist recht agil und schnell. Hast mehr Treffer gelandet als ich. Wenn du auch noch fester austeilen würdest, dann könntest du deinen Stil darauf aufbauen. Nur die Muckies fehlen halt noch." Personal Trainer Toru hatte gesprochen, das Kriegsbeil konnte ausgegraben werden - Sandsäcke mussten her. Oder... Toru stand auf, ging zu seiner Jacke und holte eine Schriftrolle aus der Tasche, entrollte diese und zauberte ein paar Hanteln und Gewichte hervor. "Die hier kannst du dir ausborgen. Für's Schattenboxen und Krafttraining.", sagte er Hebi und warf eine Hantel auf den Boden. Sie hinterließ eine tiefe Delle im Holz.
  14. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    Och joa, das mit dem Auf den Sack gehen war dann doch öfter der Fall, als Hebi wahrscheinlich lieb zu sein schien. So sehr er sich einbilden mochte, dass es nicht so war, er doch gar nicht so schnell an die Decke fahren würde, so unverständlich fand er natürlich Torus Widerworte und bedachte sie mit einer fragend nach oben gezogenen Augenbraue. Besagte und gesagte Worte kommentieren würde er jedoch nicht, ganz einfach, weil er dem Jungen keine Rechenschaft schuldig war und sich gewiss für nichts entschuldigte, für das er nicht einmal ein Gefühl der Schuld besaß. Der Sakkaku war nicht in der Lage, sich selbst zu reflektieren und solange wie alles so lief wie geplant, es keine herberen Rückschläge in seinen Unternehmungen zu unterzeichnen gebe, würde sich daran auch vermutlich nichts ändern. Da das nächste Thema sich allerdings um den Auftrag drehte und Toru seine Gedanken dazu äußerte, musste er wohl mal seine eigenen zum Besten geben, nicht, dass die gesamte Mission am Ende den Bach herunterging, weil sich Mister Kazegawa quer stellte und lieber sein eigenes Ding machte. „Und was genau war jetzt die Aussage dahinter? Du trainierst, weil wir ja eh nicht wissen, wen wir suchen müssen?“ Dass er sich nur auf Eventualitäten vorbereiten wollte, war Hebi schon irgendwie klar, aber Toru sollte lernen, sich anständig auszudrücken, sodass auch so dumme Leute wie das Schwarzhaar selbst sofort wussten, was gemeint war. „Letztlich geht es mir darum, dass du deinen Körper nicht überanstrengst und ihm mehr schadest, als gut für dich ist. Mir bringt ein Teammitglied nichts, dass durch eigene Dummheit nicht mehr kämpfen kann, wenn es wider zu erwarten sein muss.“ Kurze Pause folgte, Hebi setzte wieder zum Sprechen an: „Ist mir aber auch eigentlich egal. Erwarte nur nicht von mir, dass meine Rezension dir bezüglich dann allzu gut ausfällt und du bei der Obrigkeit in ein positives Licht gerückt werden würdest. Die wird sich hüten, sojemanden noch einmal auf eine Mission mit einem C-Rang oder darüber zu schicken.“ Er sollte einfach zusehen, seine Grenzen mal kennen zu lernen und zu erfahren, wie genau ein waschechter Ninja auszusehen hatte. Natürlich war Hebi nun kein gar leuchtend Vorbild, aber er konnte auch nicht abstreiten, dass das Arbeiten mit willenlosen Puppen der Verwaltung wesentlich angenehmer war, als mit jenen, die ihm ständig durch irgendwelche komischen Charakterzüge Ärger machten und dann auch noch den Schneid besaßen, ihren Teamleiter anzugreifen. Ob und wie der Sakkaku das in das Schreiben einfügen würde, wusste er noch nicht, aber vielleicht half Toru ihm da ja von selbst, indem er sich entweder zurückhielt oder noch eins drauf setzte, auch wenn es fraglich war, ob ihre Situation noch schlimmer werden konnte. Aber das...

    ...Konnte sie. Denn Toru befand es scheinbar als das Beste, seinen Leiter zu bemängeln und zu kritisieren, was dessen Taijutsufähigkeiten anging. Wäre Hebi an seiner Stelle gewesen, hätte er es vermutlich nicht anders gemacht, da er aber nun einmal nur seine eigene Position kannte und nicht gewillt war, sich in die des Kazegawas hineinzuversetzen, konnte er dem Jungen nur das bieten, was weder er noch sonstwer hören wollte: Die unverhohlene Wahrheit. „Ist ja zuckersüß von dir, dass du dir solche Gedanken um meine körperlichen Fähigkeiten machst, aber du kannst die Dinger wieder wegpacken. Kümmer' dich lieber um dich, nicht, dass du zu flennen beginnst, wenn du herausfindest, dass du gegen jemanden verloren hast, der Taijutsu nicht einmal im Ansatz praktiziert.“ Oh Gott, Toru sah das doch jetzt sicher wieder als Motivation, noch mehr zu trainieren und wenn Team Hebi Glück hätte, würden sie ihn am Ende des Tages noch aufs Klo bringen müssen, weil er sich vor Erschöpfung nicht mehr regen könnte. Das Schiff war leider zu klein, alsdass der Sakkaku sowohl einen gammelnden Toru als auch aushelfende Stinker einfach mit Abwesenheit parieren konnte – ihre Gerüche waren ja geradezu allgegenwärtig! „Eh, das war natürlich nur ein Witz. In Wahrheit bin ich sehr versiert, was die Scheiße angeht und werde mir deinen Ratschlag zu Herzen nehmen – halt nur nicht heute. Morgen fangen wir an, okay? Heute wird noch 'ne Runde gechillt, oh, großer Taijutsugott Toru.“ Nicht ahnend, was er sich damit wieder eingebrockt hätte, starrte er weiter an die Decke und wartete eine Reaktion ab. Hebi hatte je echt keinen Schimmer, dass Toru das „ab morgen!“ mit Sicherheit ernst nehmen und das Rotauge vermutlich solange nerven würde, bis es mitmachte. Dem Himmel sei's gedankt.
  15. Kazegawa Toru

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    Der Morgen brach an und brachte die Gesänge der Möwen mit sich, die in den ersten Sonnenstrahlen über dem Meer schwelgten und sich nach Abfällen der Schiffskombüse vom vergangenen Abendessen umsahen. Der frühe Vogel fing den Fisch, wie sie alle nur zu gut wussten. Doch wurde ihre Ruhe an diesem Morgen gründlich von einem schwarzhaarigen Jungen gestört, der über die Reling gebeugt mit einem kleinen Eimer an einem langen Seil Wasser, Gischt und diverse nicht näher definierbare Dinge aus dem kalten Meer fischte. Es war Tork, der Gott des Taijutsu aus den unerforschten Wäldern Unlummerlands, der die magische Essenz für sein Ritual sammelte. Ein Ritual, mit dem er seinem Schüler und Mit-Gott Hebok die Vorzüge herkulischer Stärke nahebringen wollte. Vorher musste Hebok jedoch aus seinem tiefen, dunklen, endlos währenden Schlaf erweckt werden. Tork... oder Toru, wie er von den meisten sterblichen Wesen dieser Welt genannt wurde, begab sich zu diesem Zweck nach unten in die Tiefen des Schiffes - den mit Wasser gefüllten Eimer in seiner rechten und zu allem bereit, um den schlummernden Hebok... der außerhalb von Unlummerland Hebi genannt wurde, auf einen Schlag putzmunter werden zu lassen. Er hatte einen mehrstufigen Plan hierzu ausgearbeitet, konnte sich allerdings nicht entscheiden welche Stufe er wann anwenden sollte und versuchte daher nun, sie alle mehr oder minder simultan durchzuziehen:

    Mit einem saftigen Tritt schwang die Tür der gemeinsam belegten Kabine auf und ließ ein entsetzliches Quietschen der ungeölten Angeln erklingen. Durch die Tür, die dem hochschreckenden Hebi wie die geöffnete Pforte zur Hölle erscheinen musste, schlug ihm eine eiskalte Wand von Meerwasser entgegen, gefolgt von dem Eimer in welchem sie sich noch bis vor kurzem befand und begleitet von einem bellenden Aufruf: "AUF-GE-STAN-DEN!" , woraufhin er an den Fußgelenken gepackt und aus den wohlig warmen (nun jedoch merklich abgekühlten und zu einem großen Teil durchgeweichten) Federn hinaus vor die Tür gezogen wurde. "Es hat sich ausgechillt junger Mann, hast du denn eine Ahnung wie spät es ist? Nein? Nun, die richtige Antwort ist: ZU SPÄT! Fünfzig Extrarunden an Deck für diesen Mangel an Disziplin! NIMM HALTUNG AN!"

    Nach diesem hoch motivierenden Start in den Tag konnte doch nichts mehr schief gehen, eh?
  16. Sakkaku Hebi

    Sakkaku Hebi Genin

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    Die Sonne ging auf, die ersten Strahlen erhellten die See, tauchten sie in ein helles Orange. Ein paar Vögel zogen kreisend ihre Bahnen über das kleine hölzerne Schiffchen, suchten nach ein paar Fischen, die sie fangen könnten. Hebi schlief unterdessen friedlich in seiner Kombüse, träumte davon, die Weltherrschaft an sich zu reißen und umklammerte feste mit den Armen seine Decke, während er auf das weiße Kissen unter seinem Kopf sabberte. Alles war ruhig, idyllischer konnte es gar nicht mehr sein.


    Und dann kam Toru.


    Die Tür knallte auf, Hebis Oberkörper schnellte aufgrund des Schrecks nach oben und wurde kurze Zeit später von einer eiskalten Welle Wasser erwischt. Nicht wissend, was gerade passierte, wurde er dann auch noch an den Füßen gepackt und mit aller Gewalt nach draußen gezerrt. Gegenwehr schien ihm im Moment fremd zu sein, wusste er schließlich nicht, was auf einmal los war und befand sich noch halb im Traum. Dazu kam, dass er auch gar nichts sah und alles, was er hörte, war dieses entsetzliche Gebrüll, das ihm irgendwie bekannt vorkam und in seinen Ohren wiederhallte. Wo es herkam, konnte der Sakkaku sich allerdings nicht erschließen, war alles, was er im Moment mit seinen Augen erspähen konnte, in ein tiefes Schwarz getaucht, das allgegenwärtig zu sein schien.
    Konnte es sein, dass… er immer noch träumte? Das wäre dann aber ein sehr seltsamer und schmerzhafter Traum, wenn man einmal bedachte, dass seine Pritsche circa einen Meter fünfzig über dem Boden hing und er von da aus auf den Boden aufknallte. Abgesehen davon konnte sich das Rotauge auch nicht herleiten, wieso er etwas Derartiges auf einmal träumte, wo die Weltherrschaft doch gerade in solch greifbarer Nähe war. Was war das für ein komisches Spiel, das man hier mit ihm trieb? Und wieso war er so nass?
    Auf der anderen Seite konnte das aber auch nicht die Realität sein, wieso sollte ihm da etwas Vergleichbares passieren? Das machte alles gar keinen Sinn. Und dass er Haltung annehmen würde, konnte man im Moment wohl weißgott nicht von ihm verlangen, saß er doch nur kerzengerade auf dem Deck des Schiffs und starrte verwundert gerade aus, nicht wissend, dass seine Blindheit einen plausiblen Ursprung hatte: Da war ein Eimer auf seinem Kopf.
    „…Hä?“

    Einige Sekunden vergingen, ein kalter Windzug durchfuhr den Ort. Brr, fröstelte es ihm.
  17. Kazegawa Toru

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    "Nimm den Eimer vom Kopf wenn ich mit dir rede! Sowas ist unhöflich." Dieser Hebi aber auch. Na, diese Flausen würde er ihm schon noch früh genug austreiben, genauer gesagt plante Toru das Ende des Trainings für exakt den Zeitpunkt des Tages ein, den die Seeleute hier an Bord für das Mittagessen vorgesehen hatten. "Ich würde sagen, wir fangen mit einer kleinen Aufwärmrunde an. Zweihundert Liegestütze dürften für den Anfang reichen. Danach machen wir einen kleinen Parkour durch den Maschinenraum und Schattenboxen an Deck. Das wird lustig!", sagte er und meinte es auch so. Hebi, der noch im Eimer war... in mehr als einer Hinsicht... würde diese wohl durchdachte (zumindest in einigen Stellen) und sorgsam geplante (nicht wirklich) Trainingsroutine noch zu schätzen wissen! (ganz sicher nicht)

    Da Toru die Motivation schon praktisch zu den Ohren herausquoll, ohne dabei auf größeren Widerstand im Inneren seines Kopfes zu stoßen, und Hebi noch gewissermaßen unter dem Radar zu fliegen schien, was Begeisterung und Trainingseifer anging, trafen sich die Gegensätze in der Mitte und so belief sich das durchschnittliche Motivations-Level der beiden Sparringspartner auf ein gesundes Mittelmaß. Praktisch äußerte sich das so, dass Toru eine Disziplin nach der anderen durchging, Übung um Übung aus dem Ärmel seines eigens für diesen Anlass ausgewählten Trikots schüttelte (auf der Vorderseite prangte der Ratschlag: 'Keep calm and work out', wohingegen die Rückseite mit einem 'Try harder' zu Höchstleistungen anspornte... jedenfalls theoretisch) und Hebi ob er nun wollte oder nicht gezwungen wurde mitzumachen. Einerseits hatte er einen Personal Trainer, der nicht eher ruhen würde, als dass er aus dem Sakkaku eine nicht zu unterschätzende Kampfmaschine gemacht hätte, andererseits bedeutete das auch, dass Toru unnachgiebig und völlig skrupellos immer bessere Leistungen aus Hebi herauszuquetschen versuchte. Dabei erfüllte sich seine Vorhersage, zumindest für sich selbst. Toru machte das Training ganz gehörigen Spaß! Er war an der frischen Luft, die heute sogar weniger nach Fisch roch als in der ganzen vergangenen Woche, außerdem konnte er einem - nun, Freund wäre zuviel gesagt, eher guten Kollegen - dabei helfen, sich selbst zu verbessern, indem er ihm nützliche Tipps gab ("Jetzt nicht die Hantel fallen lassen... bei dem Gewicht wärst du sonst Matsch.") und ihn beim Erweitern seiner Fähigkeiten half, wobei er auch gleich noch sich selbst an die Grenzen seiner eigenen Kräfte brachte und ähnlich stärkende Effekte erzielte... ein voller Erfolg für beide Seiten also! Die Mannschaft versuchte indes den beiden Irren an Bord so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen, um nicht unversehens als Sparringspartner oder - was wahrscheinlich ebenfalls nicht ganz auszuschließen wäre - als Schmierfleck auf der Holzvertäfelung zu enden. Der Kapitän schob es auf den unnatürlich gesteigerten Fischkonsum des Kazegawa, der Koch vermutete spontane Verblödung als Folgeschäden der Zeit auf der Insel. Der Zimmermann bemerkte kaum eine Veränderung.
    Sakkaku Hebi gefällt das.
  18. Sakkaku Hebi

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    Ein Eimer? Auf seinem Kopf? Hebi faste nach oben. Tatsache. Wie war der denn da hingekommen? Erst einige Sekunden später setzte sein Gedächtnis sämtliche Puzzleteile zusammen und das Rätsel schien gelöst: Toru war ein dummer Penner. Das Rotauge hatte echt überhaupt gar keine Ahnung, was der Schwarzhaarige von ihm wollte. Nun, solange bis dieser ihm den heutigen Tagesplan erklärte. Aufwärmrunde? 200 Liegestütze? Was? In welcher Welt lebte der Typ denn bitte? „Hm. Ok. Ich geh mir nur eben was anziehen. Gib mir bitte etwas Zeit.“, meinte Hebi auf die Ausführungen hin und verschwand dann mitsamt der nassen Decke in der Kombüse. Allerdings dachte er erst gar nicht daran, so schnell wiederzukommen, legte er sich doch einfach in das Bett von Toru, seins war ja nun nass, und versuchte, seinen Schlaf der Gerechten von Neuem aufzunehmen. Circa zehn Minuten lang klappte das auch, aber Toru schien skeptisch geworden zu sein und schaute nach… nur um einen schlafenden Hebi vorzufinden und ihn erneut an den Füßen zu packen und auf den Boden zu knallen. Wieder wusste dieser nicht, was los war und starrte dem Jungen nur geschockt entgegen. Nichts zwar schlimmer, als direkt nach dem Wachwerden in diese Fratze zu blicken. Und irgendwie fühlte er sich auch vergewaltigt.

    „LIEGESTÜTZE! SOFORT!“
    „Es ist früh am M-„
    „LIEGESTÜTZE!“
    „Halt deine-„
    „ZWEIHUNDERT“
    „…“
    „ZWEIHUNDERTFÜNFZIG!“
    „Lässt du mich in Ruhe, wenn ich dein verschissenes Training durchziehe?“
    „DREIHU- Eh. Vielleicht.“

    Hebi seufzte resignierend. Normalerweise würde er nun einfach weggehen, aber auf dem kleinen Schiff gab es wohl leider keine Möglichkeit zur Flucht und Toru würde ihm aller Wahrscheinlichkeit nach die gesamte Mission über noch in den Ohren liegen – in einer sehr unangenehmen Lautstärke wohlgemerkt. Bevor der Sakkaku sich allerdings dem Trainingsprogamm widmen konnte, musste er sich tatsächlich zuerst etwas anziehen – allein mit Unterhose watschelte man nur zu Hause herum. Also kramte er aus einem Rucksack eine kurze Sporthose und ein rotes T-Shirt heraus, während an seinen Füßen entsprechende Schuhe ihren Platz fanden. Und dann ging er los, der Alptraum.

    Hochmotiviert trat der Sakkaku auf den Plan, strotzte nur so vor Lustlosigkeit und hatte absolut keine Lust, den Scheiß nun mitzumachen. Da er aber wusste, dass Toru tatsächlich keine Ruhe geben würde, ehe er keinen Sport gemacht hätte, beugte er sich einfach seinem Schicksal und fing mit… Ja, womit sollte er eigentlich nochmal anfangen? Liegestütze? Stimmt. Das hatte er ihm doch die ganze Zeit über entgegengebrüllt.
    Widerwillig ging Hebi also auf die Knie, eher er sich bauchvoran auf dem Boden wiederfand, kurz davor war, schon wieder einzupennen. „DREIHUNDERTFÜNFZIG!“ Bei einem solch charmanten Ausruf konnte man doch gar nicht anders, als sich an seinen verdammten Sport zu machen, oder!? Allerdings und zur Erwartung jedermanns, schaffte Hebi nicht einmal auch nur annähernd sein Soll und klappte bei circa einhundert in sich zusammen. „Ich spür meine Arme nicht mehr…“, jammerte er gedanklich und wurde dann von Toru an eben jenen Armen auf die Beine gezerrt, um auch die für den Rest des Tages nutzlos zu machen – sie rannten einige Runden durch die Prer- eh, durch das Schiff, was darin endete, dass er nun auch seine Füße nicht mehr spüren konnte. Okay, dachte sich Toru wohl, „Dann hier. Solange du deine Beine nicht benutzen kannst, trainierst du eben deine Arme weiter!“ Wait, what? Wer hatte denn gesagt, dass er die wieder bewegen konnte? Interessierte den Kazegawa nur irgendwie nicht und aller Gegenwehr zum Trotz belegte er das Rotauge mit gefühlt Tonnen schweren Hanteln. Während er da so saß und verwundert seine neue Errungenschaft anstarrte, kam dem Sakkaku dann eine Frage auf: „Wieso muss ich die ganze Scheiße noch gleich machen? Kann es dir nicht an deinem verdammten Arsch vorbeigehen, ob ich körperlich fit bin oder nicht?“ Wenn es schon nicht mit wilden Beleidigungen klappte, musste Hebi eben mittels normaler Diskussionen versuchen, aus dieser Hölle herauszukommen! It's the eye of the tiger, it's the thrill of the fight.
  19. Kazegawa Toru

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    Es ging Toru keineswegs irgendwo vorbei, denn sollte Hebi nicht stärker werden und irgendwann von einem mittelklassigen Schläger zu einem blubbernden blutigen Pulk zermanscht werden, dann gabe man sicher wieder überall ihm die Schuld dafür. So war es bisher noch jedes Mal gewesen - er hatte die ganzen 'groben Sachen' im Team erledigt, hatte die Aufgabe bekommen zu kämpfen und die Techniker der Gruppe zu verteidigen. Da aber niemand überall gleichzeitig sein konnte (abgesehen von Doppelgängern, mit denen er sich nicht auskannte) war es wieder und wieder dazu gekommen, dass sich die Herren und Damen Ninjutsuka und ihre Kollegen aus der Psychologie nach vorn drängen und mit ihren Nahkampfkünsten prahlen mussten. Toru bekam hinterher den Anschiss, nicht an Ort und Stelle gewesen zu sein wenn er gebraucht wurde und musste zur Strafe die übereifrigen Kollegen aufwischen. Das würde bei Hebi nicht passieren! Außerdem - und wenn gleich das auch eine Befürchtung für die ferne Zukunft war - sollten die Eingeborenen Unlummerlands jemals den Status einer vortschrittlichen Zivilisation erreichen und die Geschichten von Hebok und Tork in aller Munde geraten, dann würde dass seinem Ruf schaden. Toru schätzte, dass er zu dieser Zeit schon eine Figur aus Legenden sein dürfte, ein Vorbild für jeden Kampfsportler, ein echter Actionheld! Wenn dann jemand herausfand, dass dieser Gott in Menschengestalt in seinen jungen Jahren mal gegen einen komischen Typen namens Hebi im Zweikampf verl-... unentschieden zu Boden ging, dann wäre der Mist aber am Rauchen! Der Sakkaku müsste dann inzwischen sicher einer dieser trotteligen Superschurken geworden sein, der regelmäßig irgendeine Sache zu stehlen versucht, bis es ihm irgendwann gelänge, sich selbst dabei in die Luft zu sprengen. Yeah und gegen so einen hätte er dann ver-... unentschieden geboxt! Das durfte einfach nicht sein! Wenn, dann sollte es wenigstens heißen: "Oh, seht euch diesen Typen Hebi an! Kein wunder, dass unser Toru gegen den ver-...äh... knapp ein Unentschieden rausboxen konnte!", ja, das klang noch annehmbar. "Du musst das machen, weil du schwächlich bist und dich sonst irgendwann selbst in die Luft sprengst! Außerdem will ich dich nicht auch aufwischen müssen." Genau darum! Das sollte doch einfach genaug sein, um selbst von Hebi verstanden zu werden. Die Woche verging jedoch ohne irgendwelche Anzeichen darauf, dass Hebi die Motivationen seines selbsternannten Trainers nachvollziehen konnte. Die Seeleute schienen währenddessen soetwas wie Mitleid mit dem Sakkaku zu entwickeln. Er bekam eine Woche lang Extraportionen (und zwar nicht von der gefürchteten Fischsuppe des Verderbens) und wurde von den Matrosen weitestgehend in Ruhe gelassen. Alles in allem waren die beiden Genin nach dieser Woche intensiven Trainings also wieder topfit, traten dem Muskelkater mit Motivation kräftig in den Hintern und gaben sich insgeheim der Hoffnung hin, dass das Schiff diesmal wenigstens an der Richtigen Stelle landen würde. Lummerland at last...

    tbc im Lummerland
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