Straßen

Dieses Thema im Forum "Plattform 3" wurde erstellt von Sakkaku Hebi, 31. Dez. 2013.

  1. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    "Ein Foto gibt es nicht." Erklärte Kenta auf die Frage. War zwar vernünftig das zu klären, wäre für eine Prüfung aber vielleicht ein wenig zu einfach, hm? "So naheliegende Fragen werden normalerweise gestellt, bevor die Sache zu uns kommt, aber ich habe im Vorfeld tatsächlich nochmal nachgefragt. Offenbar ist das Stück bisher relativ wenig getragen worden, jedenfalls nicht zu Anlässen bei denen Kameras zugegen sind. Zum letzten Mal hatte sie es bei einem Spaziergang entlang der Plattform bei sich, weiß aber nicht mehr, wo sie überall war oder ab welchem Zeitpunkt sie das Ding nicht mehr hatte - der Verlust ist ihr erst zuhause aufgefallen. Eigentlich stand das auch schon in den Angaben, sofern wir beide die selben bekommen haben." Kenta ließ diese zahme Spitze in erster Linie einfließen um zu sehen ob Ray sie überhaupt bemerkte. Der mögliche Diebstahl und ein Schmuckhändler - na, das waren die ersten interessanteren Gedanken.

    "Wie würdest du jemandem denn ein großes und auffälliges Schmuckstück stehlen, ohne dass er es bemerkt?" Bohrte er nach. "Immerhin wird sie es um den Hals getragen haben." Nicht dass das unmöglich wäre, Kenta selbst traute es sich zum Beispiel locker zu, aber Detektiv Ray sollte ihm ruhig erklären wie er sich den möglichen Tathergang vorstellte wenn er sowas einfach in die Welt warf. Für den Anfang würde er ihn intellektuell herausfordern. "Und brauchst du tatsächlich einen Schmuckhändler, um festzustellen bei welchen Gelegenheiten man eine Halskette verlieren könnte?" Mochte Ray tatsächlich brauchen, immerhin war er kein Kinzoku und darum vielleicht nicht mit so wichtigen Fragen wie Schließen, Schnallen und anderen Verbindungsstücken und ihren Schwachstellen vertraut. Kenta lehnte sich ein Stück näher und schaute von seinem wachstumsbedingt erhöhten Standpunkt auf den Hayabusa, während sein Tonfall ein wenig schärfer und strenger wurde. Und vor allem - herausfordernd. "Du kennst das Territorium und das verlorene Objekt. Du weißt auch, wer es verloren hat. Ich habe dich gebeten es mit diesen Informationen einzugrenzen. Zeig mir doch erstmal wie weit du alleine kommst. Dann können wir immer noch sehen ob du bei deiner Prüfungsaufgabe noch zusätzliche Hilfe von außen brauchst .."
  2. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    "Das alles sollte in den Angaben gestanden haben?" Ray runzelte für einen Augenblick die Stirn, kramte den Zettel aus seiner Tasche und blickte auf die Karte, die ihm der Rektor gegeben hatte. Nocheinmal überflog er die wenigen Informationen durch, die auf seinem Zettel standen. Tatsächlich war auf seinem zu lesen, dass Frau Tatsuyama das Schmuckstück auf ihrem Spaziergang verloren hatte, aber von der Fotogeschichte war nichts zu lesen. "Scheinbar haben wir nicht ganz dieselben Angaben bekommen." erwiderte Ray, bevor Kenta fortfahren konnte. Wahrscheinlich hatte der Rektor nur die wichtigen Sachen abgeschrieben und damit gerechnet, dass Kenta ihm alles weitere erklären würde. Naja, war ja auch egal, jetzt wusste er es. Für die Zukunft nahm er sich vor bei seinen Aufträgen genau hinzuschauen.

    "Zum einen stand auf meinem Zettel nicht vermerkt, dass sie das Schmuckstück um den Hals getragen hat. Ein Schmuckstück, selbst wenn es eine Kette ist, muss nicht zwingend dort getragen worden sein. Und was den Diebstahl angeht... Manche Diebe sind erstaunlich fingerfertig. Sie täuschen vor mit dir zusammenzustoßen, schon bist du abgelenkt von ihrer Entschuldigung und hast überhaupt nichts bemerkt." Nicht das Ray auf diesen Gebiet praktische Erfahrung besaß, aber er hatte genug darüber gelesen, um sich zumindest vorstellen können, wie solch ein Diebstahl gelingen konnte. "Und wozu ich den Schmuckhändler brauche wirst du gleich schon sehen." meinte Ray selbstbewusst, aber immer noch fröhlich. Erst als Kentas Tonfall eindeutig herausfordernd wurde, veränderte sich seine Ausstrahlung. Aus dem Grinsen wurde ein schmales Lächeln, die Augen blitzten voller Jagdinstinkt und mit einem Satz drehte er sich um. "Wetten, dass du die Hilfe nicht brauchst." Bodo meldete sich in Gedanken zu Wort und diesmal stimmte ihm der Rotschopf voll und ganz zu.

    Im nächsten Moment schon stürmte er wieder los, glücklicherweise waren die Straßen nicht überfüllt, sodass er sich wie ein Wiesel zwischen den Leuten durchwuseln konnte und nach wenigen hundert Meter vor dem Laden seiner Mutter stand. Hayabusa Schmuckparadies stand in geschwungenen Lettern auf dem Eingangsschild und die Auslagen in den Schaufenstern glitzerten um die Wette. Ein leises, helles Klingeln ertönte, als er die Holztür zum Laden öffnete und eintrat. "Komme sofort." flötete eine ihm wohlbekannte Stimme und im nächsten Moment stürmte eine schöne Frau mit herrlichen, langen, feuerroten Locken durch den Laden. Dem genauen Beobachter würde sicherlich auffallen, dass ihre Haarfarbe exakt identisch mit der von Ray war. "Ahh, du bist es Ray, was führt dich und deinen Freund denn zu mir?" begrüßte sie ihn fröhlich lächelnd und Ray war heilfroh, dass sie sich das "Schatz" verkniff mit dem sie ihn so gerne bezeichnete. "Kinozu-Senpai und ich wurden beauftragt ein Schmuckstück von Frau Tatsuyama wiederzufinden. Wenn ich mich richtig erinnere ist sie deine Kundin, oder?" Aoi Hayabusa nickte. "Doch wohl nicht die große, goldene Kette von ihrer Großmutter oder? Sie hat sie mir einmal zum Polieren mitgebracht. Ein wunderschönes Stück, echtes Gold. Nachdem ich sie poliert hatte, glänzte sie wie die Sonne." "Genau die muss es sein. Du hast nicht zufällig Foto von ihr, oder?" "Nein, aber was besseres, einen Moment." Mit fliegenden Schritten durchschritt sie zielsicher den Laden, öffnete eine der vielen Schubladen und nahm behutsam eine wunderschöne Kette heraus. "Die von Frau Tatsuyama sah ungefähr so aus, allerdings besaß sie an dieser Stelle noch eine kleine Gravur." Sie zeigte mit dem Finger auf die besagte Stelle. "Und der Verschluss war ein anderer, einer von den alten." "Die mit dem Klick?" Ray erinnerte sich daran, wie seine Mutter ihm die Verschlüsse genau erklärt hatte. "Ganz genau." "Hmm das erklärt es vielleicht." murmelte Ray, machte aber keine Anstalten es weiter zu erklären. "Wenn es sich um die Kette handelt, dann kann ich euer Suchgebiet vielleicht eingrenzen. Wahrscheinlich wird sie, sie im unteren Teil der Plattform verloren haben. Ich habe nämlich gesehen, wie sie mit der Kette Richtung heiße Quellen gelaufen ist, der Anhänger hat die Sonne reflektiert und mich geblendet, während ich die Schmuckstücke im Schaufenster geputzt habe. Später kam sie dann ohne Kette wieder hochgelaufen. Ich weiß noch, dass ich mich darüber gewundert habe. Das erklärt es natürlich. Die Arme, wahrscheinlich ist sie ganz aufgelöst. Ihr müsst die Kette finden. Aber bei deinen scharfen Augen mach ich mir da keine Gedanken, jetzt weißt du ja, wonach du Ausschau halten musst." Aoi lächelte, während ihr Sohn einfach nur kurz nickte. Der Besuch hatte sich doch gelohnt. "Das werde ich." Damit drehte sich Ray um und machte sich daran den Laden zu verlassen. Wieder bimmelte die Türglocke, doch noch bevor die Tür ins Schloss gefallen war, hörte er seine Mutter rufen. "Aber denk dran, um 18 Uhr gibt's Abendessen, Ray-Schatz." Beim letzten Wort verzog sich die Miene des Rotschopfes zu einem gequälten Lächeln. Eigentlich hatte er vermeiden wollen, dass Kenta diesen Spitznamen hört, doch dafür war es zu spät. Einfach so tun, als ob du es nicht gehört hast. scheuchte Ray diesen Gedanken aus seinem Kopf, vermeidete es mit Kenta Blickkontakt aufzunehmen und machte sich daran die Straße hinunterzugehen.
  3. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Kenta .. guckte seinem hyperaktiven kleinen Schülerlein zu, wie es einen Moment nach der Frage schon loswetzte, noch ehe er dazu kam viel zu seiner Schilderung eines Halskettendiebstahls zu sagen (grundsätzlich richtig, aber ein bisschen oberflächlich) ... oder ihm zu erklären dass er mit "keine Hilfe" nicht bloß "keine Hilfe von mir" gemeint hatte. Schon von außen wurde rasch klar, von wem er sich hier Unterstützung holte - und wenn es noch irgendeinen Nachweis gebraucht hätte, es gab nur eine Sorte Person die sich traute, so mit einem vierzehnjährigen zu reden. Kentas anfänglich eher fragende Miene wandelte sich sehr schnell in ein blitzendes Grinsen, während Rays Mutter aber auch so jede Herausforderung aus dem Job rausnahm: Sie kannte die Dame persönlich, zeigte ihnen ein Muster, und grenze sogar nahezu hundertprozentig ein, wo sie suchen mussten. Dass sie am Ende noch den anwendbaren peinlichen Spitznamen rausrückte ohne sich was dabei zu denken war nur noch das Sahnehäubchen.

    "Aah-aah ~ nicht so schnell." Trällerte Kenta fröhlich, als Ray versuchte, an ihm vorbei zu den heißen Quellen zu huschen, schloss zu ihm auf, und legte dem Jungen bestimmt eine Hand auf die Schulter. Die Geste sah nach außen locker aus, machte aber unmisverständlich deutlich, dass Ray jetzt lieber nicht losrennen sollte. "Tjaa, Ray-Schatz ..." Zog Kenta die Anrede maximal in die Länge und grinste seinen Prüfling an wie die Katze eine leckere Maus. "Korrigier mich wenn ich falsch liege, aber ... hast du den Job gerade von deiner Mutti lösen lassen?" Um zu betonen wie beschämend dieser Umstand war, piekte Kenta den Jungen mit der anderen Hand noch in die Seite. Ein kleiner Stromschlag sprang dabei über (Raiton: Doryu). "Also, Ray-Schatz ... erklär mir mal, was hier noch deine eigene Leistung sein soll. Erstmal zu deiner Mama zu laufen? Das Ding aufsammeln, nachdem Mutti für dich rausgefunden hat wo du hingehen musst?"

    Wirkungspause. Dann ließ Kenta ein Stück lockerer. "Ich schätze das könnte ich akzeptieren ... für deine Bewerbung als Müllmann." Pieks! "Ein Shinobi arbeitet selbstständig, sammelt seine eigenen Informationen, und ... achja, er lässt sich nicht von Mutti helfen bevor er einen Handschlag getan hat! Aber ich schätze das ist dir nur kurz entfallen." Kenta schubste Ray von sich weg und verschränkte die Arme. "Irgendwelche Vorschläge deinerseits, wie man dieser Prüfung noch irgendeinen ... achja: Prüfungscharakter geben kann, oder soll ich deine Personalakte gleich an die Stadtreinigung schicken lassen und deine Mutter für die Geninbeförderung vorschlagen?" Kehe. Das fing wirklich an Spaß zu machen.
    Zuletzt bearbeitet: 2. Jan. 2018
  4. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Ray zuckte zusammen. Das erste Mal, als Kenta den Spitznamen seine Mutter für ihn gebrauchte. Nicht, dass er den Spitznamen nicht ausstehen konnte, aber ein bisschen peinlich war er schon. Nun gut, dann musste er sich von nun an daran gewöhnen, dass Kenta ihn diesen Spitznamen bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase reiben würde. "Was solls, es gibt schlimmeres." Ein zweites Mal zuckte Ray bei dem Stromschlag zusammen und für einen Moment huschte sein Blick hinüber zu Kentas Hand. "War das ein Stromschlag gewesen? Das würde bedeuten, dass Kenta eine Affinität zum Raitionelement hatte. Interessat." Ray hatte noch keine Ahnung, wozu er diese Information nutzen konnte, aber nur für alle Fälle speicherte er sie. Danach ließ er den Rest von Kentas Predigt über sich ergehen und blieb erstmal stumm. Von außen war wahrscheinlich nicht zu erkennen, was in dem Jungen vorging. Ärgerte er sich, würde er zornig werden oder eine patzige Antwort geben. Falls Kenta darauf gehofft hatte, würde ihn der junge Hayabusa enttäuschen. Tatsächlich prallten sämtliche von Kentas Angriffe an ihm ab. Ray verstand Kenta, zumindest, wenn man seine Argumente auf einer inhaltlichen Ebene betrachtete.

    "Ich nehme an du bist fertig?" Rays Frage war ruhig und freundlich gestellt und da der Rotschopf ihm gegenüber still blieb, fuhr er einfach mal fort. "Erstmal. Danke für deine Sichtweise und du hast Recht, ich habe es mir in gewisser Hinsicht einfach gemacht und mir ein paar Hinweise von meiner Mutter geholt." Dabei richtete sich Ray selbstbewusst auf und lächelte. "Aber ich würde den Job deswegen noch lange nicht als gelöst betrachten. Wir haben das Suchgebiet gerade mal auf die Hälfte eingegrenzt und lediglich eine erste Spur. Und wer sagt denn, dass ein Shinobi absolut selbstständig seine eigenen Informationen sammeln muss. Wann sind Informationen überhaupt meine eigenen?" Seine Stimme bekam bei der letzten Frage einen leichten philosophischen Unterton, doch schon beim nächsten Satz hatte sie diesen wieder verloren. "Ich kann verstehen, dass es 'unkonventionell' ist, seine eigene Mutter um Hilfe zu bitten. Aber auch wir Shinobi sammeln Informationen, indem wir andere Leute fragen oder Informanten zuhören. Selbst wenn sich ein Shinobi in Vorbereitung auf eine Mission in einem fremden Land dazu Informationen einholt, indem er sich dazu ein Buch durchliest, macht er im Prinzip nichts anderes, als ich gerade eben getan hat. Er besorgt sich Informationen." Mag sein, dass Kenta das anders sah, aber zumindest war das Rays Sichtweise. "Außerdem geht es hier für mich in erster Linie darum diesen Job zu erledigen. Ob ich dadurch nun Genin werde oder nicht, ist zweitrangig." Falls Kenta bei dieser Aussage nach einem Anzeichen von einer Lüge suchen sollte, so würde er keines finden. Der Job hatte für Ray absoluten Vorrang. Zwar war das ganze auch eine Art neues Prüfungsformat, aber selbst wenn er dabei nicht Genin werden sollte, würde er sicherlich die Möglichkeit bekommen an einer klassischen Geninprüfung teilzunehmen. "Außerdem bezweifle ich, dass ein Genin das letzte Wort darüber hat, ob ein Akademist befördert wird oder nicht. Ich halte jede Wette, dass wir genau in diesem Moment von demjenigen beobachtet werden, der mich nachher bewertet. Von mir aus schlag mich als Müllmann vor und meine Mutter für die Geninbeförderung. Sie würde sich sicher freuen Genin zu werden." Bei seinem ganzen Vortrag war Ray absolut ruhig und freundlich geblieben, aber es war auch mehr als deutlich geworden, dass er er keine Angst vor Kenta hatte. "Von mir aus kannst du mir gerne ein Zeitlimit geben, falls es dir wichtig ist, dass dieser Job Prüfungscharakter bekommen soll." Dabei grinste Ray in sich hinein, als er bemerkte, wie deutlich er damit gemacht hatte, dass für ihn dieser Job in erster Linie keine Prüfung war. "Gar keine so dumme Erwiderung." "Also, Kinzoku-senpai, willst du mir ein Zeitlimit setzen? Oder hast du eine andere Idee?" Jetzt war es Ray, der die Arme verschränkte, seinen Gegenüber furchtlos mit seinem Falkennblick in die Augen blickte und auf eine Reaktion wartete.
  5. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Schau, schau ... ein gewöhnlicher Tyrann hätte sich jetzt geärgert, dass Ray so undurchdringlich für Scham und Drohungen zu sein schien, und ihm ersatzweise eine runtergehauen. Kenta ärgerte sich nicht, und er wusste dass er hier noch einen Job zu erfüllen hatte. Zudem war es schlicht nicht sein Stil, wegen irgendetwas wütend zu sein, und obendrein ... Ray war nicht beherrscht, er war blind. Er hatte entweder willentlich oder unwillentlich überhört, was Kenta auf der persönlichen Ebene gesagt hatte, und er war ziemlich deutlich gewesen. Wenn sich das nicht später mal einsetzen ließe? Kentas Lächeln wandelte sich stufenlos von "spöttisch" zurück zu "kollegial", als er lachte. "Die Hälfte, hm? Die heißen Quellen lassen die Badeanlage als wahrscheinlichste Antwort erscheinen, und so groß ist die nicht. Du solltest auch nicht wegdiskutieren dass der Job wohl kaum zur Lösung mit Hilfe von Mama gedacht war und dir jetzt nicht mehr die beabsichtigte Prüfung bietet. "Ich kannte zufällig die genau richtige Person" ist keine Leistung, Ray, und es hat dir die Chance genommen dich als guter Detektiv zu beweisen. Das ist wie in einem schriftlichen Test die richtige Seite aus dem Lehrbuch einzukleben, das hat dich nicht herausgefordert. Denkst du sie haben mir als Abschlussarbeit aufgetragen ein Radio zu reparieren?" Kenta sparte sich jetzt die dramatische Pause in seiner Belehrung - immerhin hatte Ray sich als absolut blind für Theater geoutet, der kleine Banause - sondern fuhr gleich fort, indem er die Fragerichtung umdrehte. "Du hast Schwierigkeiten mit Zuspitzungen, hm? Ich wollte nur verdeutlichen warum du dir damit eine Chance verbaut hast, unter schwierigeren Bedingungen zu glänzen und jetzt bestenfalls Mittelmaß drin ist. Wie käme ich denn dazu, dich tatsächlich als Müllmann vorzuschlagen? Soweit ich weiß nehmen normale Arbeitgeber dich frühestens mit sechzehn." Spielte er den Angriff auf seine Authorität (von deren tatsächlichem Umfang er selbst schließlich auch keine Ahnung hatte) zurück, und winkte ab auf die Frage nach einem Zeitlimit.

    "Aber bitte - wenn ich nur hier bin um dumm in der Landschaft rumzustehen und die echte Bewertung ohnehin vom unsichtbaren Jounin übernommen wird, habe auch ich auch nichts damit zu schaffen dir hier irgendwelche neuen Vorgaben einzuführen, oder?" Kenta zuckte mit den Schultern und war die Ruhe selbst. "Mach weiter wie du denkst! Ich lauf dir einfach hinterher und passe auf dass du nicht von Ninjakatzen überfallen wirst. Ob ich dich jetzt für einen schlechten Detektiv halte oder nicht braucht dich ja nicht zu kümmern, hm?" Das konnte Ray so passen - Kenta gab ihm sicher nicht einfach so eine Herausforderung zum Spielen. Ob er wenigstens das heraushörte? Jedenfalls guckte der Kinzoku erstmal auf seine Uhr, dann zog er einen Taschenrechner hervor und begann gelangweilt darauf herumzutippen, bis Ray sich in Bewegung setzte oder ihn wieder ansprach.
  6. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Bereitwillig ließ Ray Kentas erneuten Vortrag über sich ergehen. An einigen Stellen musste er ihm wirklich Recht geben. Er hatte sich wirklich nicht so benommen, als ob das ganze hier eine Prüfung wäre. Das könnte daran liegen, dass es sich einfach nicht nach einer Prüfung anfühlte. Immerhin war das ganze ja auch ein Testballon. Vielleicht würden die Verantwortlichen ja auch zu dem Ergebnis kommen, dass das ganze eine Niete ist und wieder zurück zur klassischen Methode übergehen. Aber selbst, wenn das ganze eine Prüfung gewesen wäre, hätte sich Ray wohl nicht dementsprechend verhalten. Er war dafür bekannt unkonventionelle Wege zu gehen, daher schmunzelte er bei Kentas Idee die Seite einfach die Seite aus dem Lehrbuch auf die Prüfung zu kleben. Das war eine Idee, die auch durchaus von ihm selbst hätte stammen können. Wie dem auch sei. Anscheinend wollte Kenta doch keine neuen Vorgaben einführen und ließ ihn stattdessen gewähren. "Dem werde ich es schon zeigen." dachte sich Ray, denn mit seiner letzten Bemerkung hatte Kenta seinen Ehrgeiz angesprochen und Prüfungssituation oder nicht, einer Herausforderung konnte er nur schwer widerstehen. Nachdem Kenta seinen Monolog also beendet hatte, zwang sich Ray keinen Kommentar zu den Ninjakatzen, im Moment gab es wichtigers, abzugeben und marschierte entschlossenen Schrittes in Richtung Badeanlage.

    "Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich erstmal nachfrage, ob Frau Tatsuyama überhaupt da war. Nicht, dass ich es mir wieder zu leicht mache." meinte er zu dem Genin, der immer noch auf seinem Taschenrechner herumtippte, marschierte dann aber ohne wirklich eine Antwort abzuwarten schnurstracks in den Empfangsbereich. Nachdem er durch die Tür getreten war, hielt er sich erst gar nicht damit auf die Raumdekoration zu bewundern, sondern wie ein Jäger auf Beutezug, fixierte er die Empfangsdame und durchquerte mit wenigen Schritten den Raum. "Entschuldigen Sie." begann er und setzte dabei sein freundlichstes Lächeln auf. "Ich bin im Auftrag der Dorfverwaltung unterwegs und suche einen Gegenstand den Frau Tatsuyama verloren hat. Können Sie mir sagen, ob sie hier war?" bat er die Dame höflich. "Hmm, im Auftrag der Dorfverwaltung sagst du?" Ray nickte. "Wenn ich mich recht erinnere habe ich Frau Tatsuyama vor einigen Tagen das letzte Mal bei uns gesehen. Auf jeden Fall war sie weder heute noch gestern hier bei uns. Und es wurden auch keine Fundstücke in letzter Zeit abgegeben." Ray nickte etwas enttäuscht, aber insgeheim hatte er sich so etwas schon gedacht. Irgendwie wäre es auch wirklich zu einfach gewesen, wenn Frau Tatsuyama ihre Kette hier verloren hätte. Wahrscheinlich hätte sie in diesem Fall ebenfalls schon längst hier nachgefragt und wäre mit dem Problem nicht zur Stadtverwaltung gekommen. Aber einen Versuch war es immerhin wert und jetzt konnten sie zumindest die Badeanlagen ausschließen.

    "Das war wohl nichts."
    meinte Ray, als er zusammen mit Kenta wieder vor der Tür der Badeanlagen stand. Wahrscheinlich würde der sich jetzt ein Loch in die Backe grinsen, denn damit hatten sie absolut gar nichts. "Dann heißt es wohl Ausschau halten und weitersuchen." Entschlossen schüttelte der Rotschopf die Enttäuschung ab und begann schnurstracks auf das Dach des nächsten Hauses zu klettern. Er brauchte jetzt einen guten Ausblick und den bekam er am besten von einem möglichst hohen Standort. Und von diesem Hausdach aus konnte er die gesamte Straße hinuntersehen, vielleicht würde er ja von oben etwas entdecken, vielleicht sogar das gesuchte Schmuckstück. Für einen normalen Ninja war es zwar wahrscheinlich unmöglich von einem Hausdach aus eine Kette zu finden, aber Ray hatte sein Kekkai Genkai, den Falkenblick, was so etwas wie ein eingebautes Fernrohr war. Nur wesentlich besser, da ein Fernrohr auf einen sehr kleinen Bereich beschränkt war. Da sein Mitstreiter beschlossen hatte ihm erstmal lediglich zuzuschauen, fragte er ihn erst gar nicht nach seinem Rat. Außerdem wollte er sich doch ein klein bisschen beweisen, eigentlich sogar mehr als ein klein bisschen. Daher blickte er nur einmal kurz zu Kenta herunter und fokussierte sich dann mit seinen Augen den unteren Teil der Plattform abzusuchen. Wenn Frau Tatsuyama diese Straße entlang gegangen war und da diese Straße, die so ziemlich einzige wirkliche Straße auf Plattform 3 war, war das sehr wahrscheinlich, dann musste irgendwo ein Hinweis zu entdecken sein. Er musste diesen lediglich finden.
  7. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    Kenta zuckte mit den Schultern, als Ray unverrichteter Dinge zurückkehrte. Er hätte zwar so einiges dazu sagen können, aber wieso denn die Spannung verderben? Abgesehen davon: Wer auf keine Antworten wartete, brauchte sie offenbar auch nicht so dringend. Der Kinzoku verfolgte kurz, wie Ray auf das nächste Hausdach zu steigen begann, offenbar in der Absicht, die Umgebung mit bloßem Auge abzuforschen. Ging vermutlich, wenn man ein Hayabusa war, hmm? Na, er wollte ihm ja den Spaß nicht verderben. Kenta guckte nachdenklich auf den Taschenrechner, tippte ein paar Tasten, und verzog angesichts der Ergebnisse das Gesicht. War noch nicht ganz die Spannung die er sich vorstellte - vielleicht musste er das Konzept ja grundsätzlich überdenken? Aber er wollte das Ding am Ende auch nicht zu schwer machen ... hrm. Hrmmm! Oder vielleicht dachte er es vom falschen Ende an und sollte eher ... oh. Oh ja! Er lachte sich kurz ins Fäustchen, während Ray mit demonstrativ scharfem Blick die Umgebung abgraste. Ein kurzer Blick nach oben sagte ihm, dass der Junge damit wohl noch ein Weilchen beschäftigt wäre, und Kenta nahm die Gelegenheit wahr, selber mal ins Empfangshäuschen der Heißen Quellen zu linsen. Was er sah, ließ ihn kurz grinsen, dann steckte er den Taschenrechner wieder ein und machte sich ohne Hast daran, zu Ray aufzuschließen, nur dass er die Wand ein wenig lässiger erklomm - es hatte halt Vorteile, die richtige Technik zu beherrschen. Unter anderem scheuerte man sich die Hosenbeine nicht an irgendwelchen Vorsprüngen auf, wenn man einfach die Füße am Mauerwerk festkleben konnte!

    Irgendwann später stupfte Kenta den immer noch hochkonzentriert suchenden Ray mit spitzem Finger knapp unter die Rippen - ohne Schock dabei, er wollte ihn einfach nur irritieren und vielleicht zum Quietschen bringen, bevor er sich im Griff hatte. Ray mochte willensstark sein, aber war er auch fit und - ganz wichtig - absolut nicht kitzlig? "Und? Schon was gefunden?" Erkundigte der Kinzoku sich betont unschuldig - auch wenn er nicht glaubte dass Ray das überhaupt auffiel, geschweige denn dass er das wohlkalkuliert Übertriebene darin angemessen würdigen könnte, er musste ja in Form bleiben. Ein echter Solist konnte schließlich nicht einfach mit dem Spiel aufhören nur weil das Publikum heute schwach war.
  8. Hayabusa Ray

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    Wie lässt sich die Art und Weise, wie ein Hayabusa die Welt sieht, einem Nicht-Hayabusa erklären? Nun für Ray ist es nicht wirklich möglich, da er selbst nie erfahren hat, wie es ist die Welt nicht mit seinen überragenden Sehfähigkeiten zu betrachten. Am ehesten können vielleicht noch Brillenträger den Unterschied begreifen, denn der Unterschied zwischen dem Sehen eines Hayabusas und eines Nicht-Hayabusas ist ähnlich wie der, wenn ein Brillenträger die Welt einmal mit und einmal ohne Brille betrachtet. Ein Hayabusa bei dem das Falkenauge ausgeprägt ist sieht schärfer und besser, er kann klare Konturen erkennen, wo andere nur ein Mischmasch aus verschiedenen Farben sehen. Rays Sicht war zum Beispiel so scharf, dass er aus dieser Entfernung die einzelnen Äpfel auf dem Wagen des Obsthändlers zählen konnte. Kenta würde diesen Wagen sicherlich auch sehen und auch identifizieren können, dass es sich bei der Ware um Äpfel handelte, aber selbst wenn er wirklich sehr scharfe Augen besaß, so war es ihm unmöglich die Äpfel zu zählen. Ray hingegen konnte sogar die einzelnen Apfelstiele erkennen. Dazu musste er nicht an den Wagen heranzoomen oder ein besonders Kunststück mit seinen Augen machen. Seine Auflösung war schlichtweg sehr viel höher als die eines normalen Menschen.

    Allerdings konnte auch Ray nicht durch Wände sehen oder um Ecken schauen. Nach einigen Minuten des Beobachtens musste Ray daher feststellen, dass er die Kette von dieser Position aus nicht sehen konnte. Er wollte gerade seufzen, als er bemerkte, wie er von jemanden in die Seite gestupst wurde. Noch bevor er wirklich nachdenken konnte, wirbelte der Akademieschüler reflexartig herum und schlug mit seiner Faust in Richtung des unbekannten Angreifers. Falls Kenta nicht auswich, würde er wohl ordentlich eine gescheuert bekommen. Ray hingegen musste einen Moment mit seinem Gleichgewicht kämpfen, damit ihn die heftige Bewegung nicht selbst vom Dach beförderte. Nachdem ihm das so eben gelungen war, schaute er sich zum ersten Mal nach seinem Angreifer um und erst jetzt erkannte er, dass es lediglich Kenta war, der ihn in die Seite gestupst hatte. "Entschuldige, ich habe dich nicht bemerkt." Ray war so hochkonzentriert auf seinen Sehsinn gewesen, dass Kenta noch nicht einmal besonders leise sein musste, um sich an ihn anzuschleichen. Das war ein kleiner Nachteil, denn da Rays Sehsinn so gut war, verließ er sich auch wesentlich stärker auf ihn. Wenn er dann nicht mit einem Hinterhalt rechnete, war es nicht schwer ihn zu überraschen, wie eben geschehen. "Nein, ich habe die Kette leider noch nicht gefunden." gestand Ray, nachdem er herausgefunden hatte, weswegen Kenta auf das Dach gekommen war. "Allerdings kann ich auch nicht die gesamte Straße von hier überblicken. Ich denke es ist sinnvoll die Straßenseite zu wechseln und das ganze nochmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten." murmelte er und sein Blick strich schon wieder über Szenerie, die sich den beiden von ihrem Ausguck aus bot.
  9. Kinzoku Kenta

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    Kenta hatte mit einer, hm, übermotivierten Reaktion des Jungen gerechnet, und reagierte entsprechend indem er einen geschwinden Schritt auf Ray zu tat und gleichzeitig abtauchte, sodass dessen Faust ins Leere schwang. "Bisschen überkonzentriert, hmm?" Fragte er launig, und winkte ab, als der Junge sich entschuldigte. "Pass nur auf wenn du mal draußen unterwegs bist. Nicht jede Überraschung ist so harmlos." Ergänzte er als pädagogisches Feigenblatt für seine Stupsattacke, die ihm noch ein Puzzlestück verraten hatte: Ray war recht fix für seinen Trainingsstand, und dass er sich ganz ohne Wandlauf hier hochgezerrt hatte sprach auch dafür, dass er einen anständigen Kraftgrad erreicht hatte. Nur ... besonders abgehärtet war er noch nicht, wenn er auf den kleinen Stupser so heftig reagierte.

    Dass er die Halskette bisher nicht wiedergefunden hatte, überraschte Kenta natürlich nicht, aber langsam fand er, dass es mit dieser Übung wohl genug war - spätestens als Ray ankündigte, es von der anderen Straßenseite nochmal versuchen zu wollen. Naja, gut - er ließ ihn dann doch noch rüberspringen und es auf der anderen Seite für eine halbe Stunde weiter versuchen, aber dann gewann Kentas Langeweile die Überhand über seinen pädagogischen Impetus, und er zog Rays Aufmerksamkeit durch ein lautes Räuspern auf sich. "Mir wird langweilig. Was dagegen wenn ich zur Auflösung komme?" Obwohl er es als Frage formuliert hatte, nahm er sich eine Seite aus Rays Spielbuch, indem er nicht wirklich auf die Antwort wartete, sondern gleich weiter sprach. "Ich nehme an du hast den Mann hinter der Kasse der Quellen gefragt, ob er Frau Tatsuyama gestern gesehen hat. Naja was heißt ich nehme an, ich hab dir zugehört. Was du zu fragen versäumt hast ist ob er gestern auch durchgehend Dienst hatte, oder ob er an die gleiche Frau Tatsuyama denkt wie du - Soragakure ist groß, da kannst du dich nicht bloß auf Namen verlassen um eine belastbare Aussage zu bekommen. Menschen sind vergesslich und Menschen denken nicht für dich mit, verstanden?"

    "Als ich gestern früh die Informationen bekommen habe, bin ich jedenfalls selbst einmal nachschauen gegangen, wie ein gut vorbereiteter Prüfer das tun sollte. Und was soll ich sagen -"
    Kenta griff in die Innentasche seines Sakko und - zog eine Kette mit großem, gold-glitzerndem Anhänger hervor, der so ziemlich der Beschreibung entsprach, die sie eben noch einmal von Rays Mutter bekommen hatten, bis hin zu Gravur und Verschluss.

    "In der Umkleide vergessen, dort von den Mitarbeitern gefunden und pflichtschuldig in die Fundsachenkiste gelegt. Hättest du Frau Tatsuyama beschrieben oder auch nach dem Schmuckstück gefragt hätte er sich vielleicht dran erinnert, dass es gestern ein rothaariger Junge mit einem Suchauftrag von der Dorfverwaltung abgeholt hat. Oder du hättest ihn unabhängig von seiner Erinnerung mal gebeten bei den Fundsachen nachzuschauen oder dich in die Umkleide zu lassen. Egal wie - hättest du den vielversprechendsten Faden nicht gleich wieder fallenlassen hätte ich ihn dir dann gegeben." Kenta grinste so breit wie eine übermotivierte Katze und warf Ray den Goldanhänger zu. "Ich fürchte bis du mich als Detektiv beeindrucken kannst musst du noch ein bisschen besser lernen wie man mit Zeugen umgeht, Ray-chan ... die Runde hast du verloren. Noch irgendwelche Fragen?"
  10. Hayabusa Ray

    Hayabusa Ray Genin

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    Da hatte Ray wohl auf ganzer Linie verloren, als Kenta die Ketta aus der Innentasche seines Sakkos zog und dem Rothaarigen zuwarf. Genau und von allen Seiten betrachtete der Hayabusa das edle Schmuckstück, fuhr mit den Fingern die Gravur entlang und begutachtete den Verschluss. Es war einer von diesen 'Klick' Verschlüssen, genau wie seine Mutter es ihm gesagt hatte. Wie war es für den Jungen so zu versagen, war er enttäuscht, war er frustriert? Enttäuscht eher weniger, aber eine gewisse Frustration machte sich schon in ihm breit, allerdings weniger weil er die Kette verloren hatte, sondern eher mehr, weil er die Herausforderung des Kinzoku nicht bestanden hatte. Doch immerhin war es nicht die erste Niederlage, die er einstecken musste. Bodo, seine innere Herausforderer-Stimme, hatte ihn nicht nur einmal dazu gebracht seine Niederlagen eingestehen zu müssen. Anfangs war ihm das sehr schwer gefallen, er war hochgradig frustriert gewesen und auch ein wenig beleidigt. Oft hatte er Bodo tagelang ignoriert und hatte die beleidigte Leberwurst gespielt. Mit der Zeit aber hatte er gelernt sich seine Niederlagen einzugestehen, zu erkennen, wann er versagt hatte und an dieser Erkenntnis nicht zu zerbrechen oder ihr zu entfliehen, indem er sich beispielsweise ins Training stürzte. Aus jedem Misserfolg konnte man lernen, so auch aus diesem.

    "Hmm, da habe ich wohl in der Tat auf ganzer Linie verloren, Senpai." war dementsprechend das erste, was von Ray zu hören war. Sein Tonfall war allenfalls ein wenig nachdenklicher und ruhier als sonst und auch das raubtierhafte war aus seinen Gesichtszügen verschwunden. "Ich bin tatsächlich nicht auf die Idee gekommen nochmal bei dem Mitarbeiter nachzuhacken, sondern davon ausgegangen, dass er sich an alles erinnert. Tjaja, ich konnte schon immer besser Spuren in der Wildnis lesen, als in den Gesichtern von Menschen. Zumindest weiß ich jetzt, dass man bei einem Zeugen durchaus ein zweites oder drittes Mal nachfragen sollte." resümierte Ray vor sich hin, während er mit der Kette spielte. "Dann muss ich ihm den Legostein wohl ein andermal wiedergeben." Mit diesem Gedanken kam Bewegung in den Jungen. "Dann sollten wir das hier wohl besser seiner Besitzerin zurückgeben." meinte er zu seinem Senpai, kletterte vom Dach und marschierte zielstrebig zu dem Haus von Frau Tatsuyama. Zum Glück wusste er ziemlich genau, wo dieses lag, sodass er sich auf den Weg dorthin nicht verirrte. Das wäre noch der Höhepunkt gewesen. Dort angekommen erwartete sie eine ziemlich aufgelöste Frau Tatsuyama, deren Augen sich vor Glück weiteten, als der Akademieschüler ihr die Kette überreichte und sie darüber informierte, wo Kenta die Kette gefunden hatte. Immer wieder musste er den Dank von Frau Tatsuyama ablehnen und betonen, dass Kenta die Kette gefunden hatte und nicht er. Als die Frau sie dann endlich gehen ließ, war er sich immer noch nicht sicher, ob sie verstanden hatte, wer von den beiden Rothaarigen Jungen die Kette gefunden hatte. "Damit ist der Job wohl erledigt. Dann werde ich mich mal auf den Weg zurück zur Akademie machen. Es war sehr ..." Ray legte kurz den Kopf schief, um über das passende Wort nachzudenken. "lehrreich mit dir, Kinzoku-Senpai. Danke dafür." Kurz wartete er, ob Kenta noch was zu sagen hätte, bevor er sich auf den Weg zurück machen würde.
  11. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

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    "Ach, nimm es nicht so schwer, Ray." Gab Kenta zurück, als sie aufbrachen, um das klobige Ding endlich abzugeben - Kenta hätte es anstelle der Dame ja nicht behalten, sondern eingeschmolzen und das Rohmaterial zu Halbleiterkontakten verarbeitet, aber jedem seine eigenen geerbten Geschmacksverirrungen, hm? Abgesehen davon hielt er sich bedeckt, während sie den Weg zum Haus der Dame Tatsuyama nahmen - Ray hatte die Lektion für heute ja schon ganz gut zusammengefasst, und was blieb da noch groß zu sagen? Kentas Gedanken waren da mehr bei den zahllosen praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Raitonjutsu. Das müsste sich eigentlich machen lassen, oder? Vielleicht bekäme er es allein hin, ansonsten würde er Opa dafür einspannen. Die Idee müsste ihm zusagen, auch wenn er persönlich nicht viel davon haben dürfte.

    Im Gespräch mit der guten Frau hielt Kenta sich vornehm (beziehungsweise: desinteressiert) zurück und überließ es Ray, um die freudig aufgelöste Dame herumzunavigieren. Konnte ja nur eine gute Übung sein, oder? Erst als sie wieder draußen waren und Ray den Anschein machte als würde er gleich wegmarschieren, und hob nochmal die Hand. "Ah, warte mal noch einen Moment. Ich glaube, zumindest in einer Hinsicht konntest du heute einen Punkt machen." Kenta lehnte sich gegen die Hausfassade und verschränkte demonstrativ die Arme. Konnte sich ruhig mal beeilen hier aufzukreuzen. "Ich glaube auch, dass man uns beobachtet hat. Und ich möchte doch deine Beförderung nicht verpassen." War das Spott? War bei Kenta immer schwer zu sagen, und für Ray vermutlich unmöglich (wenn er sich die Frage überhaupt stellte). Aber Kenta glaubte tatsächlich dass Ray Recht gehabt hatte, was gut versteckte Jounin anging - Pilotversuch und so, wenn sie es nicht grundsätzlich so halten wollten. Und er vermutete auch nicht, dass man den Jungen durchfallen ließe, immerhin war das Ding da angekommen wo es hin sollte - auch wenn Kenta einen kleinen pädagogischen Bonus eingebaut hatte, ganz auf eigene Rechnung. Wenn Ray sich nicht so leicht mit einer negativen Antwort zufrieden gegeben hätte, wäre die Moral vermutlich gewesen auch seinen Teamkollegen nicht blind zu vertrauen, aber hey - er hatte ihm etwas wichtiges beigebracht, oder? Und der Umstand dass man Ray überhaupt so eine Prüfung gegeben hatte, die verglichen mit dem alten Schlussexamen doch eher leicht war, sprach ja schon dafür dass er sich ansonsten gut gemacht haben musste.
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2018
  12. Aiyana

    Aiyana Mitarbeiter Mitarbeiter

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    Wäre es kein Spiel mit der Zukunft eines jungen Menschen gewesen, wäre diese ganze Aufgabe gewiss lustig anzuschauen gewesen, jedoch war es genau dies und das ließ zumindest einen Beteiligten in keinem guten Lichte dastehen. Nicht, dass ihn das kümmerte – das hatte es ja auch damals nicht, als er selber noch als Akademist die Schulbank drücken durfte – manche Menschen änderten sich eben nie. Dennoch seufzte Aiyana leise in ihrem Versteck, als ihr Auftritt in großen Schritten näher rückte; im Laufe der Aufgabe hatte sie diese Reaktion sogar recht häufig gezeigt und um ein Haar ihre undurchdringliche Aura der stoischen Ruhe verloren. Langsam aber sicher galt es aber, diese ganze Geschichte aufzulösen. Immerhin hatte sie selber noch einen minutiösen Bericht über den Verlauf der Aufgabe abzufassen, sich Gedanken um die Effektivität dieser Prüfungsform zu machen und das Ganze dann einem Ausschuss unterzuschieben, der seinerseits einen minutiösen Bericht verfasste und sich Gedanken machte.

    Auf jeden Fall wartete die Lehrerin einen geeigneten Zeitpunkt ab, ehe sie auf der Bildfläche bei den beiden Jungens erschien, indem sie sich aus einer Blumenknospe, die rätselhafterweise mitten auf dem Betonboden wuchs, heraus einfach an Ort und Stelle „wachsen“ ließ. „Ray-kun. Kenta-kun.“, begrüßte sie Beide ausdruckslos, jedoch mit der kleinsten Spur eines seltsamen Gesichtsausdruckes in Richtung des jungen Kinzoku, während ihre Zehen, nackt wie immer, nach etwas mehr Halt auf dem grauen Untergrund suchten als sie ihre Knospe verließ – diese Füße waren weichen, waldigen Untergrund gewohnt. „Du hast richtig vermutet. Deine Aufgabe wurde genau beobachtet. Und trotz der unerwarteten Hindernisse“, ein kurzer Seitenblick zu dem Rotschopf, „erfolgreich abgeschlossen.“ Hinter der Dame verwelkte die een erst gewachsene Pflanze in eben jenem Rekordtempo, in dem sie entstanden war, während junge Lehrerin ließ eine lange Stille entstehen ließ, die völlig absichtlich die Spannung in die Höhe treiben sollte: „Ich habe im Laufe dieses Tages einen einfallsreichen, und selbstkritischen Hayabusa Ray gesehen. Beides sind wichtige Eigenschaften für einen Ninja, damit er sich kontinuierlich verbessern und über sich hinauswachsen kann, ohne mit der Kraft, über die er gebietet überheblich zu werden. Du bist mit deinen Vorgehensweise ins Leere gelaufen, aber hast folgerichtig deine Fehler erkannt. Ein Scheitern bei diesem Auftrag ist nicht weiter schlimm, denn ein Shinobi arbeitet nur sehr selten allein. Er bewältigt Aufgaben mithilfe seiner Kameraden, die ihn unterstützen, sich für ihn Einsetzen und auf die er sich verlassen kann.“ Bei jedem einzelnen Schlagwort bedachte sie Kenta mit einem weiteren, kurzen Blick als ihre Rechte irgendwo in ihren Kleidern verschwand: „Behalte all dies in Erinnerung und du solltest keine größeren Probleme in der Zukunft haben, die auf dich wartet. Du hast noch viel zu lernen: Tatsächlich steht dein Nindo jetzt erst am Anfang, auch wenn du ihn ab heute als Genin beschreitest. Ich darf zuerst gratulieren, Ray-kun?“

    Ihre wohlgebräunte Hand löste sich aus ihren leichten Indianerkleidern – darin hielt sie ein Stoffband mit einer Metallplakette, die sie dem jungen Prüfling feierlich entgegenstreckte. „Deine genaue Bewertung wird dir in den nächsten Tagen mit der Post zugestellt. Bis dahin solltest du schon mal ein ordentliches Passfoto machen lassen und es bei der Dorfverwaltung für deinen Dienstausweis abgeben.“


    Prüfungs-Job Ende

    (Ihr könnt natürlich noch Posts setzen, wenn ihr mögt)