Sumpfige Grenze zum Feuerreich

Dieses Thema im Forum "Reich des Regens" wurde erstellt von Mameha Junko, 9. Juni 2010.

  1. Misumi Kimihiro

    Misumi Kimihiro New Member

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    Es war ein großartiger Spass - das erste Mal seit langer, langer Zeit, dass Rei etwas derartiges erlebte. Jahrelang sein Dasein in einer morschen Villa fristen zu müssen war ein Fluch, der düster über dem Gemüt der Schneiderin hing und ihren Geist mit jeder Minute ein klein wenig mehr umwölkte. Etliche Tage, Wochen und Monate der Verzweiflung hatten aus der ehemals gutmütigen Frau, die mit der Schere schneller war als jeder andere in der kleinen Siedlung, und die für jeden ihren Kunden stets ein Lächeln erübrigen konnte, ein gehässiges, missgünstiges Weib gemacht, dass Freude nur noch dann verspüren konnte, wenn es auf Kosten anderer war.
    Und genau das war es, was die kleinen, naiven Ninja, die an jenem Tag das Herrenhaus betreten hatten, der verbitterten Seele nun lieferten.
    Kichernd und gackernd beobachtete sie von jenseits der Wand durch einen Spalt, wie die unzähligen Kleider durch den Raum tanzten und die zwei Shinobi, den Jungen und das Mädchen, umzingelten. Die lebende Rei hätte in den Kindern ein hübsches Pärchen gesehen; der silberhaarigen jungen Dame stünde ein leichtes Sommerkleid aus hellblauem Stoff sicherlich fabelhaft. Auf der Schwelle zwischen Sein und Nichtsein gefangen hatte das gepeinigte Wesen im Körper von Yuudari Inoue allerdings nichts als Spott und Hohn für die Heranwachsenden übrig. Eine runde Windböe, die der Rotschopf der angreifenden Gruppe entgegenschickte, schleuderte die erste Welle zwar um viele Meter zurück und verwirrte die hungrigen Geister in den Gegenständen, doch solange sie, Rei, die Mutter all dieser Kleider noch am Unleben war, solange würde sie den Kinderchen Angriff um Angriff entgegenschleudern.
    Während die kopflose Schneiderpuppe unsicher aus dem Raum wankte sammelten sich die restlichen Kleider erneut im Raum. Genauso wie sie bereiteten sich auch die Kinder auf das bevorstehende Scharmützel vor: Das Mädchen rappelte sich überraschend zuversichtlich mit einem eindrucksvollen Fächer zu voller Größe auf, an ihrer Seite hielt sich wacker der Rotschopf. Sogar ihre Stimme hatten sie wiedergefunden – die Göre traute sich sogar einen schnippischen Kommentar zu! Ja, es wäre zauberhaft, dieses eingebildete Mädchen wimmernd am Boden zu sehen… nicht jedoch durch einen windschiefen Spalt. Rei würde ihm direkt in die Augen sehen, von Angesicht zu Angesicht, und sich an der Angst der Kunoichi laben.
    Während Rei sich von ihrem Beobachterposten löste spürte sie, wie bereits die ganze Zeit, ein immer stärker werdendes Pulsieren. Die kleine Yuudari mochte zwar glauben, dass sie still auf den richtigen Moment warten konnte, um ihre Besessenheit abzuschütteln, doch die Schneiderin konnte jeden Augenblick die Präsenz der eigentlichen Inhaberin des Körpers neben sich spüren. Es war wie das Schlagen von Wellen gegen die Brandung, die einen Schwimmer immer kräftiger in Richtung Ufer drängten. Bald würde eine dieser Wellen Rei unsanft aus dem fremden Gefäß werfen, und zwar bestimmt in einem entscheidenden Moment.
    *Das heißt es wird Zeit, Lebwohl zu sagen. Yuudari-chan?*
    Stille, keine Antwort.
    *Ich weiß, dass du da bist. Mach den Mund auf Mädchen, oder ich tue deiner weichen Haut noch schlimmeres an bevor ich gehe.*
    Bei diesen Worten nahm sie mit dem fremden Fingern die rostige Schere aus einer der unzähligen Manteltaschen. Das kalte Metall glitt lautlos an das Gelenk der freien Hand und berührte zärtlich blankes Fleisch.
    *…was ist?*
    Niedlich, das kleine Mädchen. Eine kleine Drohung, und schon fügte es sich.
    *Braves Kind. Ich wollte mich nur von dir verabschieden. Es war schön mit deinem Körper, pass gut auf ihn auf… solltest du hier rauskommen, versteht sich. Und danke.*
    Rei konnte das aufflammende Misstrauen der Yuudari regelrecht spüren. *Wofür?*
    Leise kichernd trat Rei zu der verwirrten Schneiderpuppe, die jenseits der Tür durch den Gang vor dem Kinderzimmer irrte. Durch die Augen der Yuudari erkannte sie den zerbrochenen Geist, der in dem Körper gefangen war. *Für… nun, alles. Besonders aber für die Kraft, die mir der kleine Ausflug in deinen Körper spendiert hat. Schlaf gut, Kleines.*
    Die Worte der fremden Frau verhallten. Inoues Hand hob sich, und mit ihr die braunrote Schere. Das Metall zuckte durch die Luft und bohrte sich spielendleicht von hinten in den angerissenen Körper der Schneiderpuppe – genau dorthin, wo bei einem Menschen das Herz lag. Im selben Moment löste sich Reis Geist tatsächlich von der Yuudari. Inoue wusste nicht wirklich, wie ihr geschah – im ersten Moment war da nur ein unverständliches, verwirrendes Gefühl der Leere, so als hätte sie etwas Wichtiges vergessen, oder etwas oder jemanden verloren. Dann traten die Sinneseindrücke ihres Körpers, die sie bisher nur wie durch einen dicken Schleier wahrgenommen hatte, immer deutlicher in ihr Bewusstsein. Die Kontrolle über ihren eigenen Leib kehrte zurück, doch die Kraft, ihn auf den Beinen zu halten, fehlte ihr. Inoue sank auf die Knie und atmete schwer. Es würde dauern, bis sie wieder bei Kräften war… Vorerst mussten Yuto und Junko also allein zurechtkommen.

    Aus toten Augen blickte die erneut körperlose Schneiderin auf den zusammen gekrümmten Leib ihres ehemaligen Behältnisses. Das Mädchen würde so schnell nicht in den Kampf eingreifen können, und an Jutsus war ihr mit Sicherheit sowieso nur noch eine Verwandlung oder etwas Ähnliches möglich. Das Kind war am Ende, nicht mehr der Rede wert. Und doch konnte sich Rei nur widerwillig vom Anblick der Blondine lösen. Schlichen sich plötzlich Gefühle in den Sinn der Spukgestalt? Sicherlich nicht. Bestimmt war es nur ein jämmerlicher Anflug von Sentimentalität, ein Überbleibsel aus längst vergessenen Tagen.
    Das einzige, was jetzt zählte, waren die beiden Kinderchen, die noch nicht der Bewusstlosigkeit nah waren, im Gegenteil: Sie waren bereit für mehr, und das sollten sie bekommen… genauso wie Rei ihren Spass bekommen sollte. Rasch wandte sich der Geist deshalb von der Yuudari ab und richtete ihre Aufmerksamkeit auf den flickenbesetzten Körper, an dem ihre Existenz bereits haftete. In dem Moment, in dem die Schere das Objekt durchstoßen hatte, war der Geist darin einfach beiseite gefegt worden. Normalerweise war es etwas schwieriger, ein bereits besessenes Objekt zu vereinnahmen, doch mithilfe eines Gegenstands wie der Schere, der dem Verstorbenen zu Lebzeiten viel bedeutet hat, war es beinahe ein Kinderspiel. Dennoch würde Rei ihre ganze Kraft erst nach einer bestimmten Zeit entfalten können, den erst musste sie sich wirklich in dem neuen Gefäß einleben. Doch ihre Gegner wussten das nicht, und bis Rei ihnen die Bedeutung wahrer Angst zeigen konnte, würde sie sich mit einigen schlichten Illusionen bei der Stange halten. Auch das würde ihr sicherlich Freude bereiten…
    Als schließlich die Schneiderin in ihrem neuen Körper durch die Tür trat, war dort nicht nur eine einfache Schneiderpuppe zu sehen. Sicherlich waren deren Umrisse die am deutlichsten zu sehenden, doch ganz sichtbar wurde der Stoff auch von anderen Konturen umwabert. In der regnerischen Dunkelheit des Zimmers trat immer wieder die Silhouette einer Frau mit bleichem Haar zum Vorschein, deren weiße Haut sich wie ein Leichentuch über die Gliedmaße der Puppe spannte. Ein farbloses Kleid hüllte ihren abgemagerten Körper ein, und über eingefallenen Wangen lagen leere Augen, die die Dunkelheit durchstachen. Wollte man diese seltsame Gestalt genau erfassen, so zerflossen ihre Umrisse bereits wieder. Es war wie mit einem Objekt, dass das menschliche Auge in der Finsternis zu erfassen versuchte: Im Augenwinkel sieht man es, doch blickt man es an, ist es verschwunden.
    In dieser Form, halb Geist, halb Gegenstand, nahm Rei einen Schritt nach dem anderen auf ihre Gäste zu. Das Fest konnte beginnen.
  2. Mameha Junko

    Mameha Junko Guest

    Wie seltsam. Stünden die Dinge anders, hätte Rei in den beiden Shinobi ein Pärchen gesehen, wo sich doch die beiden Chuunin gar nicht wie ein solches verhielten, weder hier noch sonst wo – zumindest, wenn sie annahmen, dass irgend jemand zusah.
    Die Schneiderin wäre vermutlich eine ziemlich einfühlsame und aufmerksame Persönlichkeit, sogar ziemlich nett und hilfsbereit, wäre sie nicht ziemlich tot. Mehr noch, sie war rachsüchtig, grausam und tot, was einfach nur eine miese und tödliche Kombination sein konnte, wenn dann auch noch der Körper einer armen kleinen Yuudari ins Spiel kam. Das wiederum führte zur aktuellen Situation, die sogar dazu erdacht war, Junko vor Furcht erstarren zu lassen. Wieso?
    Junko hatte, bevor sie dieses Spukhaus betreten hatte, nicht an Geister geglaubt. Was immer Yuudari auch behaupteten, mit ihren Techniken anstellen zu können, musste der größte Humbug aller Zeiten sein, denn wie bitteschön konnte man die Existenz von Geistern nachweisen? Viel wahrscheinlicher war, so zumindest der Gedankengang der Konoha-Kunoichi, dass Menschen sich in ihrem Bedürfnis, von geliebten verstorbenen Menschen nicht trennen zu wollen, womit die Geisteridee aufkam. Was war schon tröstlicher und schöner, als zu glauben, dass der Tod nicht die letzte Grenze war? Geister waren eine Erfindung von schwachen Menschen, die sich mit der grausamen Realität nicht abfinden konnten. In Junkos Welt kehrte niemand wieder zurück, der einmal gestorben war. Wenn es einen Himmel oder eine Hölle oder sonst irgendeine Ebene gab, in die Verstorbene einkehrten, dann befand sich diese außerhalb des Wahrnehmungsbereiches der Kunoichi, was hieß: Es interessierte sie nicht und existierte nicht. Der Tod war das Ende und Gespenster gab es nur für sentimentale Narren.
    Das war zumindest ihre Meinung bis zum heutigen Tag gewesen, und jetzt musste sie feststellen, dass sie noch nicht einmal mehr sich selbst vorlügen konnte, keine Angst zu haben. Scheinbar war in diesem Haus die Realität umgekehrt. Oben war unten und Gespenster schienen hier hinter jeder Ecke herumzugeistern; sie musste es wissen, denn einer hatte sogar versucht, sie zu manipulieren und sie zu „übernehmen“. Aber vielleicht, vielleicht war das auch nur wieder der Wahnsinn, so hoffte die Chuunin, der seine langen Finger nach ihr ausgestreckt hatte und das alles war nur Einbildung. Wenn dies alles nur Einbildung war, dann waren diese schwebenden Gegenstände Produkt eines Jutsu, oder eines Genjutsu. Yuto, welcher irgendwie immer anwesend zu sein schien, wenn sich ihre Welt grundlegend veränderte, gab ihr Informationen weiter, die darauf hindeuteten, dass niemand sonst aus seinem Team, welches hier ebenso wie ihres herumlungerte, zu so etwas imstande war – seltsam. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hatte dann entweder ein Teammitglied von welcher Seite auch immer verborgene Fähigkeiten oder hier war ein Hausbesetzer am Werk, der mit Luftzügen, grausigen Stimmen und billigen Tricks versuchte, unliebsame Besucher oder Prüfer so wie sie loszuwerden. Es machte Sinn und erschien logisch.
    Dieser Glaube wurde jäh zerschmettert, als Rei wie eine Todesfee von geisterhaften Schemen spektakulär den Raum betrat. Sofort wurde es einige Grade kälter in diesem Raum, während der Lärm durch Gewitter und Regen von draußen anzuschwellen schien, als würde man weißes Rauschen auf einmal in voller Lautstärke hören. Dem jungen Mädchen stellten sich sämtliche Nackenhaare auf, während sie spürte, wie sich ein Schaudern lähmend in Mark und Bein manifestierte.
    Sie glaubte nicht an Geister, und hier war er, ein ausgewachsener Poltergeist, dessen Existenz in diesem Moment über jeden Zweifel erhaben schien. Hinterher würde sie alles leugnen und auf irgendwelche Fakten zurückgreifen, welche die Geschehnisse logisch erklärten, aber jetzt in diesem Moment war diese Angst so real wie noch nie.
    Wenn auch die Kunoichi für gewöhnlich als tapfer beschrieben werden konnte, so gingen ihr in diesem Moment Gedanken durch den Kopf, die beim besten Willen nichts mehr mit Mut zu tun hatten: Während sie bemerkte, dass sie langsam anfing zu zittern, stellte sie fest, dass sie gegenwärtig am liebsten hinter Yuto in Deckung gegangen und die Augen verschlossen hätte, darauf hoffend, dass der Spuk ein Ende hatte, wenn sie die Augen wieder öffnete. Hätte sie in einem Bett gelegen, sie hätte sich die Bettdecke über den Kopf gezogen. Die Frage, was sie davon abhielt, in diesem Moment nach der Hand des Kiri-Nin zu greifen, würde für immer ungeklärt bleiben, so dermaßen eingeschüchtert war Junko von dieser bisher unbekannten Macht, die sie bisher stets und immerzu konsequent verleugnet hatte.
    Doch dann geschah etwas, was dem Grauen recht plötzlich ein Ende setzte: Die geisterhafte, schwebende Gestalt samt Puppe verhedderte sich nämlich recht unzeremoniell in den zuvor gespannten Drähten. Die Kunoichi blinzelte einmal, zweimal. Die Falle, die sie ursprünglich für einen Kiri-Chuunin gestellt hatte, fing nun eine Puppe und gab sie nicht wieder frei, denn offenbar und auch von dem frustriertem Gekeife und ungelenkem Gestrampel aus zu urteilen war das weißliche, wabernde Etwas, welches die Puppe besetzt hatte, nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft zu befreien.
    Zugegeben, in diesem Moment schaute Junko ganz schön blöd aus der Wäsche.
    Mit einem Mal war das Grauen, welches diese Puppe noch vor Sekunden umgeben hatte, auf eine gute Portion Lächerlichkeit geschrumpft, welche zwar immer noch die Aura des Unglaublichen innehatte, aber nicht länger von Grusel, Horror und kaltem Angstschweiß begleitet wurde. Auch wenn die Konoha-Chuunin sich noch nicht ganz einig war, was sie nun glauben wollte und was nicht, so war diese Szene einfach nur noch lächerlich. Selbst unter Berücksichtigung dramatischer Effekte hätte sie niemals gedacht, dass so etwas möglich sein konnte: Und hier war es.
    „Nee oder? Das ist doch jetzt nicht wahr.“ Der trockene Kommentar wurde zur Sicherheit noch an Yuto gewandt, nur zur Sicherheit, um auszuschließen, dass sie gerade unter irgendwelchen Halluzinationen litt.
  3. Iwamoto Yuto

    Iwamoto Yuto Chuunin

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    Ob Geister wirklich existieren oder eben nicht, war für Yuto eigentlich nie wirklich eine Frage gewesen. Er glaubte an das, dass er sich selbst erklären konnte und was er mit eigenen Augen zu Gesicht bekommen hatte. Die Geister seiner Vergangenheit hatten ihn schließlich lange genug gejagt, wirklich gesehen hatte er diese - abgesehen von zwei wirklichen Ausnahmen - jedoch nie. Dies war allen Anscheins nach jedenfalls nicht genug um ihn dieses Gebäude mit einer Vorahnung betreten zu lassen, dass er auf Geister treffen würde. Ebenso wenig die Gerüchte die sich um den Yuudari Klan rankten. Man wusste nicht genau was sie machen und natürlich auch nicht wie sie es machten, aber scheinbar waren sie möglicherweise in okkulte Dinge verstrickt. Wie auch immer er vor dieser Mission dachte war in diesem Moment nun auch völlig egal, denn zumindest Dank der weiteren Geschehnisse würde sich wohl so ziemlich alles ändern... oder eben auch nicht.
    Während das Gebäude, die Umgebung und das Wetter allesamt ihren Teil dazu beitrugen das Geschehen mehr und mehr einem Horrorszenario gleichzusetzen, so war die Schneiderpuppe und die herumfliegenden Kleidungsstücke ebenso ein Teil davon. Die dadurch ausgelöste Atmosphäre im Kinderzimmer wurde gerade nochmals gesteigert, als die Schneiderpuppe ihre hölzernen Bewegungen aufgab und sich mehr und mehr wie ein Mensch verhalten zu schien. Jedoch nicht nur das Verhalten, sondern scheinbar auch das Aussehen. Man konnte nicht genau ausmachen, wie sie denn nun eigentlich aussah, denn hin und wieder schien es so, als ob man einen tatsächlichen Menschen an der Stelle der Puppe ausmachen konnte. Auch nach mehrmaligem Blinzeln konnte Yuto nicht sagen, was genau vor Junko und ihm selbst in einiger Entfernung, mit ihnen in diesem Raum stand. Definitiv aber konnte er sagen, dass es scheinbar Junko, sowie ihm den Atem verschlagen hatte und sie beide dazu genötigt wurden, eben jene Szenerie zu betrachten ohne sich davon lösen zu können.
    Dann jedoch, zunächst völlig unbemerkt und das obwohl alle Augen und Ohren auf genau diese eine Schneiderpuppe gerichtet waren, die momentan wohl das Zentrum dieses Raumes widerspiegelte, verharrte diese. Für einen Augenblick lang schien jegliches Leben im Kinderzimmer erloschen zu sein, aber auch wirklich nur für einen winzigen Augenblick, denn bereits im nächsten begann die Schneiderpuppe wie wild zu zappeln. Für einen Moment entsetzte dies unseren Rotschopf beinahe noch mehr als die Handlungen der Puppe in den letzten Sekunden, doch dann setzte sein Verstand und Atem wieder ein und schlagartig wurde ihm bewusst, war hier gerade geschehen war - die Puppe war jämmerlich in Junkos Falle getappt. Was auch immer veranlasste das die Puppe sich bewegen konnte, egal ob es ein Geist war oder doch ein Mensch dahintersteckte, ein paar Drähte hatten es, ihn oder sie aufgehalten und die ganze Szenerie mit einer deftigen Prise Lächerlichkeit gewürzt. "Anscheinend... doch!", mit nicht mehr als dieser Aussage, die lediglich aus zwei Worten und einem kurzen Nicken bestand, konnte er Junkos Aussage kommentieren. Zu dieser Situation fehlten ihm, sowie ihr scheinbar einfach die Worte. Sehr verwunderlich und überaus selten, dass dies wohl Mal beiden am selben Ort und zur selben Zeit geschah.

    Nach wie vor jedoch stellten die herumschwebenden Kleidungsstücke sowie die randalierende Schneiderpuppe - wie schade, dass diese nicht noch sogar fluchte -, eine Gefahr für Junko und Yuto da. Auch wenn er Junko zunächst den Vortritt gelassen hatte, wurde ihm nun bewusst, dass es theoretisch keine gute Idee war die Kleidungsstücke mit einem brachialen Fuuton-Jutsu in kleine Stückchen zu zerhacken, denn womöglich würden ihnen diese dann entgegenkommen. Ein anderer Plan musste also her, doch was sollte man gegen widerspenstige Wäsche und eine Schneiderpuppe unternehmen? Außer in Brand stecken viel ihm zunächst nichts nützliches ein, doch das einzige das einen Brand auslösen konnte, waren die Explosionssiegel die ihm zur Verfügung standen und diese würden ihnen auf dieser Distanz hin wohl nicht wirklich gut bekommen. Doch dann, endlich, machte es Klick. Eine Möglichkeit über die er um ehrlich zu sein noch nie in der Öffentlichkeit nachgedacht hatte, kam ihm in den Sinn - er musste sie einfach nur einfrieren. Dafür musste die Wäsche, samt Puppe, jedoch erstmal mit Wasser getränkt werden, was er schließlich einfach mit einigen gut platzierten Teppoudamas erledigte. Die Teppoudama hätten sich bei einem Menschen wohl angefühlt wie ein Schlag mit einem feuchten Waschlappen, also ziemlich lieblos. Doch genau das war genug, denn es sollte kaum Chakra verbraucht werden, als er diese aus seinem Mund auf die Kleidungsstücke schoss. Sie sollten einfach nur nass werden, wegschleudern musste er sie mit seinen Wassergeschossen jedoch nicht. Der nächste Schritt dann, das einfrieren selbst also, würde die Technik Koori no sakusei für ihn oder eben eher sie erledigen. Zunächst konnte man nicht wirklich entdecken, dass diese Technik auch nur irgendeinen Erfolg erzielte, doch dann konnte man bei den Kleidungsstücken bereits eine dünne Eiskruste an einigen Stellen erkennen, die sich langsam auf dem ganzen Stoff ausbreitete und dicker wurde. Nach wenigen Augenblicken war diese dann so dick, dass sie die Kleidungsstücke gänzlich umschloss, diese daraufhin zu schwer wurden um zu schweben und mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden aufprallten. Bei der Schneiderpuppe verlief dieser Vorgang ähnlich, zunächst bildete sich eine Kruste auf der Holz, breitete sich aus und schlussendlich wurde aus der Schneiderpuppe eine nette Eisskulptur.
    Wenn bis jetzt noch nicht Dank dem Gruselfaktor die Temperatur in diesem Raum um einige Grade gesunken war, so würde dies nun definitiv geschehen. Dummerweise kam Yuto nun auch gerade noch in den Sinn, dass er damit etwas noch weitaus gruseligeres getan hatte. Einfach mal so eben etwas Eis zu erschaffen sah man schließlich nicht täglich, er konnte deshalb nun nur darauf hoffen, dass Junko es entweder nicht mitbekommen hatte oder es sie völlig kalt lassen würde. Was für ein überaus schlechter Wortwitz.
  4. Hyuuga Itoe

    Hyuuga Itoe Active Member

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    [FONT=Verdana, sans-serif]Itoe lag auf dem Boden und alles dämmerte vor ihr hin. Die Schmerzen schienen dumpf und der Kerzenschein war ebenfalls nur ein einsames, schwaches Schimmern. Der Körper des Mädchens konnte sich offenbar nicht entscheiden ob er wach war oder schlief. In Itoes Kopf waren Gedanken die ihr gar nicht als die ihren erschienen. Sie wusste, dass sie aufwachen musste, klar im Kopf zu werden hatte oberste Priorität. Aber dieser Zustand des Dösens war doch so schön, so angenehm. Itoe konnte die Schmerzen vergessen, sich der Erholung hingeben und die Umwelt verdrängen. Eine kleine Stimme in ihrem Kopf beschwerte sich jedoch, meinte, dass Itoe endlich aufstehen und herausfinden musste was hier eigentlich vor ging.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Sie hatte den Angriff mitbekommen oder eher gespürt. Hatte realisiert, dass Yuto keineswegs eine Halluzination war und sie sogar verarztet hatte. Sie verspürte eine vernunftlose Dankbarkeit, die aber genauso schnell wieder verschwand wie sie aufgetaucht war. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Was letztendlich den Ausschlag dafür gab, dass Itoe sich entschloss vollends aufzuwachen war unklar, vielleicht war es der Geruch des Essens oder die Wärme auf ihrem Gesicht. Vielleicht aber auch die nervige Stimme die in ihrem Hinterkopf rebellierte. Als sich die Hyuuga entschlossen hatte wieder zu handeln ging alles wie von selbst. Der dämmrige Zustand der sie umschlossen gehalten hatte verschwand, die Schmerzen traten wieder ein und Itoe wurde sich klar, wie hilflos sie hier herumgelegen hatte. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Ihr Blick viel auf das Vesperpaket und den grünen Tee. Hatte Yuto ihr seine Verpflegung dagelassen? Sie schüttelte den Kopf, was für ein Gutmensch. Sie selbst hätte nichts dergleichen getan – vermutete sie. Doch gerade war ihr nicht nach Speis und Trank zumute. Ihre Hand befühlte den Verband auf ihrem Rücken, Schmerzen durchzuckten ihren Körper. Alles tat ihr weh, sogar ihr Kopf. Es war die Hölle. Dass Itoe eigentlich ziemlich versagt hatte, war ihr im Moment egal, wenngleich der Gedanke sich irgendwo tummelte und ihr in einiger Zeit auch noch genug Leid einbringen würde. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Zur Zeit befand sich eher der Überlebensdrang an der Macht. Sie wusste, dass sie sich bewegen musste. Also packte sie unter Schmerzen das von Yuto gebrachte Vesperpaket ein und erhob sich mit zittrigen Beinen. War es vielleicht doch schlauer in einer Ecke zu verweilen und zu warten bis Hilfe eintraf? Kämpfen konnte Itoe nicht, das wusste sie. Bereits die einfachsten Bewegungen verursachten Schmerzen und wenn sie sich zu sehr austobte würden die Wunden höchstvermutlich aufreißen, womit ihren Aktionen für diese Mission endgültig ein Ende gesetzt wäre.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Schwer atmend stand Itoe, an die Wand gelehnt, dar und blickte den Gang hoch und runter. Sie konnte sich erinnern, dass Yuto sich für eine der Seiten entschieden hatte, wusste aber nicht mehr welche das war. Sie zögerte. Was sollte sie tun?[/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Bei jedem Schritt schmerzte Itoes Rücken und wenn sie sich eine kurze Pause gönnte begann ihr Schädel zu dröhnen. Die Hyuuga war... fertig. Sie benötigte Ruhe und Erholung. Allein die Vorstellung an warmen, frisch aufgegossenen Tee und eine bequeme Couch ließen die Schmerzen etwas verblassen. Sie hatte etwas, für das es sich lohnte auf die Zähne zu beißen und weiter einen Fuß vor den anderen zu setzen, egal wie sehr der Wind an dem Gebäude zerrte. Das Pfeifen hörte sie schon seit einiger Zeit nicht mehr, Itoes Aufmerksamkeit hatte ebenfalls stark abgenommen, wenngleich sie immer noch versuchte sich leise zu verhalten und in keine Falle zu treten. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Allem Anschein nach hatte das Haus seinen Spaß, auch wenn es verrückt klang. Es machte in Itoes Kopf keinen Sinn sich hinzulegen und zu warten, sie konnte sich genauso in Bewegung setzen. Mit etwas Glück fand sie Kei oder Junko, deren Gesellschaft wahrlich willkommen gewesen wäre.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Ein kurzer heftiger Schmerz ließ Itoe für eine Sekunde inne halten. In dieser Sekunde zuckte ein Blitz vom Himmel und erleuchtete den Gang vor ihr – der Kerzenschein hatte nicht soweit gereicht. Dort hatte sie für einen kurzen Augenblick den Körper einer Frau oder eines Mädchens mit blonden Haaren ausmachen können, das scheinbar am Boden kauerte. Itoe hielt inne und schirmte die Kerzenflamme ab, damit das Licht für die am Boden liegende Gestalt weniger leicht zu erkennen war.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Es war soweit, die Hyuuga musste sich wieder mit den Tücken und Tricks des Hauses auseinandersetzen. Sie musste sich wieder fragen ob es sich um eine Halluzination, eine Leiche oder gar einen echten Menschen handelte. Da fielen ihr die Worte Yutos ein, der gemeint hatte, dass es hier noch mehr Shinobi aus Soragakure gab. Itoes Kopf tat weh, es gab zu viele Möglichkeiten und eine war unwahrscheinlicher als die andere. Einen Shinobi aus Soragakure in einem verlassenen Haus mitten in der Pampa anzutreffen oder von einem Poltergeist überrascht zu werden, wer konnte sich da schon für etwas entscheiden?[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Es vergingen einige stille Sekunden in denen Itoe lauschte. Leise, schürfende Geräusche drangen an ihre Ohren. Woher konnten sie stammen? Womöglich versuchte das Mädchen aufzustehen oder auf Itoe zuzukriechen. Das Bild eines verfaulten Schädel prügelte sich vor ihre Augen und Itoe musste diese schließen um die ausfallenden Haarbüschel zu vertreiben. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Schlussendlich gab sie sich einen Ruck, nahm die Kerze in die linke Hand und zückte mit der Rechten eines ihrer Kodachis. Nicht, dass sie in ihrem Zustand viel mit ihm anfangen konnte, auch ihre Erscheinung würde – trotz Waffe – nicht einmal einem Akademieschüler Angst einjagen. Dennoch fühlte sie sich so sicherer und sollte sich der verfaulte Schädel langsam genug bewegen würde Itoe ihn spalten können.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Mit tapsigen, vorsichtigen Schritten näherte sich die Hyuuga ihrem Ziel. Ihr Herz klopfte laut, sodass das blonde Mädchen vor ihr eigentlich allein schon von diesem Geräusch auf sie aufmerksam werden müsste, fand Itoe. Als der Kerzenschein die Blondine erreichte konnte die Hyuuga einen zierlichen Rücken entdecken. Es gab eigentlich keinen Zweifel, dass es sich um eine Kunoichi aus Soragakure handelte, denn trotz der merkwürdigen Kleidung ließ der Anblick keinen anderen Schluss zu. Irgendwann sah man einfach, wenn man einen Shinobi vor sich hatte. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Itoe blieb einige Schritte entfernt stehen und wusste nicht recht was sie nun tun sollte. Hatte sie sich nicht eben noch innerlich ein wenig über Yuto ausgelassen und ihn für sein gütiges Handeln belächelt? Sie hatte auch gemeint, dass sie selbst nie so handeln würde. Doch schon jetzt, wenige Minuten später war sie sich dessen nicht mehr so sicher. [/FONT]
  5. Mameha Junko

    Mameha Junko Guest

    Gerade eben war die Szene noch gespenstisch gewesen, dann lächerlich, und danach war das Unglaubliche an der Reihe, sich Gehör zu verschaffen. Da war ein Geist oder zumindest etwas, was verdächtig nach einem Geist aussah, und es zappelte wie verrückt in den Drähten. Auch Yuto schien diese Erscheinung durchaus wahrzunehmen, wie sich durch eine kurze Aussage seinerseits bestätigte.
    Und als wenn das allein nicht schon genug wäre, die armen Nerven auf Kentucky-Fried-Chicken-Weise zu grillen, legte der Kiri-Nin noch einen drauf, indem er erst die ganzen Laken mit einem Jutsu, welches Junko übrigens bestens bekannt war und auch selbst beherrschte, durchnässte und sodann gefror. Gefror!
    Man muss an dieser Stelle festhalten, dass die Konoha-Chuunin grundsätzlich etwas ehrfürchtig wurde, wenn sie mit einem Bluterbe konfrontiert wurde. Das galt sowohl für die Hyuuga, als auch für Sand oder gar das Sturmauge von Kayros, weswegen sie auch immer wieder ein wenig säuerlich reagierte, dass Kayros ebenjenes nicht nutzte. In letzter Zeit hatte Junko an sich selbst eine Veränderung festgestellt und es manchmal für Einbildung, dann für eine Gabe, dann wieder für einen Fluch gehalten. Manchmal fragte sie sich, ob Kekkai Genkais sich spontan entwickelten oder ob man sie unter ein Genjutsu gelegt hatte, welches sie glauben machte, dass sie selbst ganz im Geheimen und wenn es keiner sah mit Eis herumexperimentierte.
    All diese Verdächtigungen wurden dann ausgerechnet von Yuto zerstreut, der sowieso schon einen Großteil ihrer Probleme darstellte, anfing, eine Kunst anzuwenden, die sie selbst auch schon für sich herausgefunden hatte. Erster Gedanke: Boah, Bluterbe. Zweiter Gedanke: Das ist jetzt nicht wahr, oder?
    Es war schon fast lächerlich, dass der Kiri-Nin glaubte, gerade die Anwendung dieser speziellen Kunst vor Junko geheim halten zu können. Gerade in diesem Augenblick fiel der Kunoichi ein, was sie über Hyoutonnutzer gehört hatte – dass man sie in früheren Zeiten für Dämonen hielt und deswegen ausrottete. War sie ein Dämon? Vielleicht. War Yuto einer? Keinesfalls. Vielleicht war das alles ja eine Halluzination, aber als sie blinzelte und noch einmal ganz für sich im Geheimen probeweise selbst ins Handgelenk kniff, war der Effekt nicht verschwunden. Die Laken blieben steif gefroren und von Rauhreif überzogen, während sie fröstelte und beobachten konnte, wie ihr Atem in Streifen sichtbar wurde. Unglaublich.
    Nicht ganz so unglaublich, wenn sie bedachte, dass sie und der Kiri-Nin dort ohnehin nicht ganz so verschieden waren, wie es den Anschein hatte, aber dazu später. Erst einmal rief sich die Kunoichi ins Gedächtnis, dass sie sich ja auf einer Mission befand. Da nun diese … okkulte … Gefahr zunächst gebannt schien, hielt es Junko für eine gute Idee, erstmal so zu tun, als sei diese nicht da. Geister gab es nicht, man erinnere sich? Und wenn es sie gab, würde sie es später auswerten. Einfach wegschieben, die Lakengestalt. Teufel, war das schwierig, und es wurde auch nicht leichter, als die Kunoichi rekapitulierte, was in diesem Haus bereits geschehen war, was einen vorherrschenden Gedanken produzierte.
    „Itoe?“
    Die Gefahr war gebannt und man konnte gerade ruhig reden, so schien es. Wenn es irgendwelche Verbündeten in unmittelbarer Nähe gab, wären diese schon längst zur Hilfe geeilt … es stand zu hoffen, dass die beiden hier alleine waren. Zeit also, das eigene Team und die eigene Mission auf den Plan zu rufen. Mit viel Reue und Scham erinnerte sich Junko daran, im einem Anflug von Wahn und Fanatismus die Hyuuga verletzt zu haben, während Yuto zugeschaut hatte. Demzufolge musste dieser wissen, was mit der Genin geschehen war, und sie wurde in dieser Vermutung nicht enttäuscht.
    "Es sollte ihr soweit gut gehen, wahrscheinlich befindet sie sich auch noch im Gang vor diesem Zimmer."
    Ein guter Grund, erleichtert aufzuatmen, auch wenn sich Junko neben Zittern und Zähneklappern fragte, ob ihre innere Unruhe nicht vielleicht auch auf Schuldgefühle zu schieben war. Sie hatte tatsächlich und wahrhaftig ein Teammitglied angegriffen, welches eigentlich unter ihrem Schutz stand. Und mit welcher Begründung? Sie hatte das Gefühl, dass es richtig war, und das war nicht richtig. Nichts war richtig. Wie konnte sie Itoe jetzt noch in die Augen sehen, ohne den Blick beschämt abzuwenden? Sie konnte ja noch nicht einmal Yuto wirklich in die Augen sehen, wenn sie daran dachte, dass sie diesen einst auf ähnliche Weise bearbeitet hatte. War das das einzige, wozu sie in der Lage war? Verletzen und Töten? Ein unangenehmer Gedanke. Wenn es so war, dann war sie ein Dämon, womit wir wieder beim Eis wären. Sie hatte kein gesteigertes Interesse, Yuto in diesem Moment auf sein Eis anzusprechen, ebenso wenig wie sie ein gesteigertes Interesse hatte, sich mit Itoe auseinanderzusetzen. Es ging Itoe gut, und das war beruhigend. Der Rotschopf hatte sie noch nie angelogen und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht bei dem Gesundheitszustand eines ihrer Teammitglieder damit anfangen, womit man wieder bei der Ursache wäre: Sie, Junko, hatte die Hyuuga in diesen Zustand gebracht.
    Offenbar war sie instabil, was nur an emotionalen Verwicklungen liegen konnte. Sie sollte keine Missionen führen oder auch nur an ihnen teilnehmen, und vor allem musste sie ihr Privatleben ordnen. Nicht nur, dass Hiroshi nicht länger Anteil daran hatte, sie musste ihn auch loswerden, irgendwie. Ob es reichte, wenn sie all jenen, die ihn gut gekannt hatten, aus dem Weg ging? Sie sollte aus der WG ausziehen, um Kayros nicht mehr so häufig über den Weg zu laufen. Sie sollte sich selbst aus der Reichweite dieses Wolfes, der früher Kaori gehört hatte, begeben. Und vor allem sollte sie das größte ihrer Probleme beseitigen, um sich selbst zu stabilisieren, so zumindest sah es in der Theorie aus.
    Mehr aus einem Reflex heraus schlang das junge Mädchen die Arme um sich – Eis war kalt, die Raumtemperatur noch kälter und was sie gerade mit sich selbst und ihrer Innenwelt versuchte, war in etwa mit einer Eiswüste zu vergleichen. Es klang so einfach: um wieder kompetent zu sein, musste sie Emotionen loswerden. Um Emotionen loszuwerden, musste sie alles, was sie belastete, einfach wegschieben, und dazu gehörte auch ebenjener Rotschopf.
    Mit einem etwas gehetzt wirkendem Blick schaute sie sich noch einmal um, nur um festzustellen, dass sie wirklich nach Adam Riese alleine mit ihm und den gefrorenen Laken sein müsste. Sie befand sich zwar in einem gruseligen Haus und ihr Team war irgendwo hier, aber jetzt war ein genauso guter Zeitpunkt wie sonst auch.
    „Zeit, dass wir uns endlich sprechen.“ Merkwürdig. Sie hatte eigentlich vorgehabt, selbstsicher und nüchtern zu klingen, aber ihre Stimme betrog sie. Stattdessen wirkte sie merkwürdig schicksalsschwanger, und Junko hätte sich selbst für die Melodramatik ausgelacht, wäre ihr in diesem Moment nicht zum Weinen gewesen. Sie hatte den schmerzlichen Kloß im Hals gar nicht bemerkt, aber genau jetzt meldete er sich zu Wort und reduzierte jeden Versuch auf eine kräftige Aussage zu einem milden, unsicheren und angerauhten Flüstern. So ging das nicht. Das war kein guter Anfang, und somit wendete Junko den Blick nochmals ab und versuchte sich nochmals an einem vernünftigen Anfang für ein überaus vernünftiges Gespräch.
    „Ich weiß, wir haben hier wahrscheinlich beide ein Team und du machst dir Sorgen. Ich mache mir auch Sorgen und möchte sie so schnell wie möglich wieder zusammenziehen, aber …“ Aber was? Wieso war ihre Stimme zittrig? Sowas durfte nicht geschehen. Warum entledigte sie sich des Rotschopfes eigentlich nicht? Jetzt vermutete der doch garantiert so gar nichts und würde sich auch nicht groß wehren. Einmal ritze ratze mit dem Kunai und weg war er. Warum war ihr deswegen so blümerant zumute?
    „Nur ein paar Minuten.“, sagte sie schlussendlich, ohne auch nur einen Moment aufzuschauen. Na prima, jetzt war sie noch nicht einmal mehr in der Lage, grammatikalisch korrekte Sätze zu formen. Sollte sie dieses Gespräch nicht vielleicht verschieben? Nein, sie konnte es nicht verschieben. Wenn sie es noch weiter verschob, würde sie nicht mehr in den Spiegel sehen können, ohne sich selbst feige zu nennen. Sie floh doch nie. Wenn die Frage „Kampf oder Flucht“ im Raum stand, wählte sie immer Kampf. Sie konnte und durfte hier nicht scheitern.
    „Wo … wo soll ich anfangen? Ganz kurz oder ganz lang? Ganz kurz wäre ein „Ich weiß nicht weiter“, oder etwas Ähnliches, aber das klingt alles so abgedroschen und abgegriffen und … u-u-und ich weiß nicht so recht, wie ich das jetzt formulieren soll, ohne mich lächerlich zu machen …“ Das wurde ja immer besser. Der Blick wanderte Richtung Decke, um das Wegblinzeln von Tränen zu kaschieren, während sich Magen und Herz zugleich zusammenkrampften. Jetzt fing sie auch noch an, zusammenzubrechen. Groooße Krokodilstränen, na das haben wir gerne. Erbärmlich! Und einen vernünftigen Satz bekam sie immer noch nicht zusammen. Wenigstens sollte sie in der Lage sein, ihm in die Augen zu schauen und ein „Ich will dich nicht mehr sehen, außer als Gegner auf dem Schlachtfeld“ auszuformulieren. Und es ging nicht. Sie schaffte es nicht und musste hilflos mitansehen, wie sie den Kopf wieder in Richtung Boden drehte. Na ganz große Käsesahne, und die Worte fehlten ihr auch. Wie konnte das sein? Sie war doch sonst so eloquent und selbstsicher, wie konnte sie in diesem Moment nicht die rechten Worte finden, die auch wirklich konstruktiv für sie waren?
    „Das hier funktioniert nicht.“ Das konnte man jetzt sehen, wie man wollte. „Mein Gutsprech funktioniert nicht, Sprachpass abgelaufen“ oder „Mir das Eis von gerade eben zu verbergen funktioniert nicht.“. Mit etwas viel Naivität kam Yuto wahrscheinlich auf ebenjene beiden Lösungen, während die letzte, einzig wahre Aussage hinter diesem Satz auf einer ganz anderen Ebene stattfand. Aber mit etwas Pech verstand der Rotschopf sie vollkommen falsch, während sie sich einen an der Formulierung zurechtbrach und mit sich selbst rang. Und wenn das geschah, dann würde man schon bald wieder Gewalt im Spiel sein.
    Warum nur hatte sie überhaupt keine Veranlassung zur Gewalt und warum fühlte sie sich so unendlich schwermütig? Nervosität, Traurigkeit und Unsicherheit waren in ihren Worten zu hören, so wie man Blut aus einer Wunde hervorquillen sah. Außerdem schien ihre goldene Börse an Worten auch so leer wie nie zuvor.
  6. Kaishira Asuka

    Kaishira Asuka New Member

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    Asuka sah sich noch etwas um während sich der Staub langsam legte. Irgendwie brummte ihr Kopf noch und weder die Zigarette in ihrem Mundwinkel noch das ständige „Lalala“ das durch ihren Kopf hallte half dabei. Deswegen überhörte sie auch fast Keis Frage. Halt nur fast, also nahm sie die Kippe kurz aus dem Mund und blies etwas mehr Rauch in die Luft. Ihre Mine versteinert wie eh und je. „Ich habe mich auf dem Weg nach Iwagakure verlaufen“, sagte sie trocken ohne Kei genau an zu sehen dabei, stattdessen lag ihr Blick weiterhin auf dem Rauch den sie hinaus geblasen hatte und folgte dessen Weg durch den Raum. „Bei dem Regen dachte ich hier könnte man Schutz finden.“ Sie steckte die Zigarette wieder in den Mund und paffte ein paar mal noch mehr Rauch in die Luft um diesen mit den Augen besser verfolgen zu können. Nicht besonders stark, aber ein wenig bewegte sich der Rauch. Langsam bewegte sie sich auf eine Tür am anderen Ende des Raums zu. Festes Eisen an dem vorbei ihre Rauchwolke in den dahinter liegenden Raum zog. „Hier lang geht es raus“, bemerkte Asuka und zog einmal kräftig an der ein Spalt geöffneten Tür. Lautes knarren erfüllte das ganze Kellergewölbe, aber das Drecksding machte keine Anstalten sich weiter zu öffnen. „Das Scharnier scheint verrostet“, rief sie zu Kei, „hilf mir mal.“ Sie klemmte ihre Zigarette wieder in ihren Mundwinkel und riss kraftvoll mit beiden Händen daran. Doch immer noch nichts. „Drecksding!“ Die Melodie in ihrem Kopf wurde auch immer lauter als wollte sie sich über den verzweifelten Versuch des Mädchens amüsieren. Wie sie dieses Haus und dessen Keller immer mehr hasste. Es war kalt, nass und unbequem. Ihre Finger steckten in Spinnenweben und ihre teuren Klamotten waren voller Dreck. Sie war kurz davor trotz Nikotin Überdosis die Ruhe zu verlieren, so sehr hatte noch nichts ihre Nerven strapaziert. Wenn sie hier raus kommen würde, würde sie dafür sorgen das dieses Dreckshaus einstürzt, aber sofort! „Geh endlich auf du verdammte Tür!!“, seit langem erhob sich zum ersten mal ihre Stimme, die Maske aus Nikotin war zerschlagen und ihr Gesicht zeigte all ihre Wut auf das Haus in dem sie war. Mit aller Kraft stemmte sie ihren Körper gegen die Tür und mit einem festen Ruck sprang sie weit auf, Asuka rollte über den staubigen Boden und landete an einer Wand. Nun hatte sie aber wirklich die Nase voll, sie sprang direkt auf und schleuderte ihre Kippe in die Ecke und verpasste der Tür ein Kraftvollen Tritt. „Ich bring dich um du scheiß...!“, plötzlich sackte sie zusammen. Vor lauter Wut hatte sie es gar nicht bemerkt, aber die Melodie in ihrem Kopf war erschreckend laut geworden. Sie hielt sich die Ohren zu, doch es half nichts, zu den fast noch ertragbaren Kinderstimmen war ein ganzer Kinderchor hinzu gekommen. Es war kaum zu ertragen wie laut sie plötzlich sangen. „Ruhe! Ruhe! Ruhe! Ruhe!“, brüllte sie in das Zimmer vor sich.
  7. Misumi Kimihiro

    Misumi Kimihiro New Member

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    *Sieht aus… als müssten wir… noch etwas üben…*
    Mit leicht zitterndem Körper kniete die Yuudari auf dem Boden, den Blick auf den staubigen Holzkorridor fixiert. Wohliges Halbdunkel hielt sie umfangen, während sie immer wieder versuchte, sich aus ihrer vierbeinigen Position hoch zu kämpfen. Ihre Knie wollten sich allerdings partout nicht vom Boden lösen, und wenn sie eine ihrer Handflächen vom Untergrund zu lösen versuchte, drohte ihr Oberkörper direkt zur Seite zu kippen. Dabei war nicht nur fehlende Kraft ein Problem, sondern auch eine allgemeine Unruhe, und ein Gefühl… ja, als hätte man sie geschätzte einhundert Mal im Kreis gedreht – von einem Gleichgewichtssinn fehlte schlicht jede Spur. In jenem Moment hätte Inoue auch an einer Wand oder der Decke kleben können, sie hätte weder oben von unten, noch rechts von links unterscheiden können. Es fühlte sich einfach noch so merkwürdig an, plötzlich wieder die absolute Kontrolle über den eigenen Körper zu besitzen, und ganz ohne Hilfe auf dem Boden herumzuliegen.
    Und alles nur wegen dieser durchgeknallten Schneiderin! Sie, Inoue, eine Yuudari, Angehörige desjenigen Clans, der mehr als alle anderen über Geister wusste, weil er sich bereits Jahrzehnte, ach quatsch, Jahrhunderte lang mit solchen Phänomenen wie Poltergeistern und Exorzismen beschäftigte, ausgerechnet sie war zum Spielball einer verbitterten Hausfrau geworden, die brav daheim saß und jeden Tag Spitzenkleidchen häkelte?
    *Eins weiß ich… Yuzuki-sensei bekommt zu Hause eine… gehörige Abreibung!*
    Während Inoue noch dabei war, sich von ihren jedes Mal aufs neue scheiternden Versuchen, wieder auf die Beine zu kommen, dadurch abzulenken, indem sie die Schuld an dem Schlamassel jemand anderem zuschob (*Yuto! Nein… die Shiros! Taro! Der Kage!*), bemerkte sie nicht den Lichtschimmer, der in ihrem Augenwinkel immer größer wurde. Erst ein Klappern erhaschte ihre Aufmerksamkeit, doch als sich die Yuudari umwandte, bereute sie ihre Entscheidung direkt: Zischend wandte sie sich von dem Kerzenlicht ab, das ihr irgendjemand direkt ins Gesicht hielt – zumindest hatte die Yuudari das Gefühl. Der glühende Wachsstab war sicherlich nicht allzu schillernd, doch in der Dunkelheit, und vor den Augen eines fertigen Mädchens glich die kleine Flamme der brutzelnden Sommersonne.
    Mit einer Hand die Augen abschirmend – plötzlich löste sie sich ganz natürlich vom Untergrund – blaffte sie ein unhöfliches: „Könntest du mit der Funzel bitte jemand anderen blenden? Ich häng’ an meinem Augenlicht, danke!“ Mühsam blinzelte sie anschließend die kleinen Tränchen weg, die ihr das Licht wortwörtlich aufs Auge gedrückt hatte, doch es dauerte sicherlich ein, zwei Minuten bis sie soweit war und sich umdrehte.
    Was sie sah war, gelinde gesagt, eine Überraschung: Weder der kleine Schlot, noch der Rotschopf, und auch nicht ihre Namensvetterin stierten sie an. Stattdessen blickte sie in zwei ihr völlig fremde, weiße Augen – Augen, über die man in Unterrichtsstunden über Kekkei Genkais immer wieder etwas hörte, weil ein gewisser Clan mit seinem ach so tollen Bluterbe nicht gerade demütig hinter dem Berg hielt. Stattdessen hieß es viel eher „Ich Hyuuga, ich Byakugan, du nix!“.
    Vielleicht lag es an dieser klischeehaften Meinung über die Hyuuga, vielleicht an einer allgemeinen „Keinen Bock mehr“-Einstellung seitens der Yuudari. Wie auch immer, anstatt sich mit Karten und Püppchen furienhaft auf die Gegnerin zu stürzen, wagte Inoue erst einen zweiten Blick – und der war recht interessant. Denn obwohl das Mädchen ein tödlich blitzendes Mordwerkeug in ihrer anderen Hand hielt, sah es alles andere als gefährlich aus. Abgewetzt, durch den Wolf gedreht, gefressen und wieder ausgespuckt. Kurzum: Sie sah in etwa so aus wie Inoue, und wenn sie sie genauso fühlte brauchte sie vor der Göre keine Angst zu haben.
    Dementsprechend langsam hob die Yuudari auch ihre andere Hand, die noch immer am Boden geheftet hatte, und richtete sich aufrecht auf die Knie. Dann zog sie etwas ungeschickt ihre Beine unter sich hervor und ließ sich rückwärts auf den Hintern plumpsen, sodass sie i einem unsauberen Schneidersitz da hockte. Mit vollbrachtem Kunststück fuhr sie ruhig damit fort, wieder zu Kräften zu kommen, wobei sie den Blick weiterhin auf die Shiro gerichtet hielt. Mit der eigenen Rechten an ihrem Kartendeck musterte Inoue das Mädchen. Die Stille lastete allerdings schwer auf der sowieso schon seltsamen Atmosphärenmischung aus Anspannung und Niedergeschlagenheit, weshalb sich Inoue schließlich dazu hinreißen ließ, den Mund aufzumachen: „Stimmt was nicht, Haku-chan, oder warum stehst du hier so herum?“
  8. Hyuuga Itoe

    Hyuuga Itoe Active Member

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    [FONT=Verdana, sans-serif]Das Mädchen vor Itoe zitterte und das gar nicht mal so wenig. Die war mindestens genauso am Arsch wie die Hyuuga selbst, wenn nicht sogar noch einen Tick mehr. Gefährlich sah sie auf jeden Fall nicht aus, weshalb Itoe schon jetzt mit dem Gedanken spielte ihr Kodachi wieder wegzupacken. Dies unterließ sie allerdings da genau diese Handlung mit Sicherheit für weitere Schmerzen in ihrem Rücken sorgen würde. So schlimm war es ja auch nicht, das Schwertchen noch einige weitere Minuten in der Hand zu heben, hm?[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Mit hochgezogenen Brauen zog Itoe die Kerze ein wenig zurück und senkte sie. Eine passende Antwort auf das Geblaffe der Blondine hatte sie nicht wirklich, sie war eher ziemlich perplex. Überraschung wäre normal gewesen, eine Spur Angst oder auch etwas Verwirrung. Ärger über die getragene Kerze jedoch nicht. Merkwürdiges... Itoe blinzelte. Sie hatte das Mädchen schon einmal gesehen, im Wald. Das war diese Blondine mit dem merkwürdigen Mantel! [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Die Zufälle auf dieser Welt häuften sich wirklich erstaunlich schnell zur Zeit. Nicht nur, dass ihr ausgerechnet Yuto in diesem Haus über den Weg lief (in dessen Armen sie kurz gelandet war, wie ihr einfiel), nein, auch besagtes Blondchen aus dem Spähtrupp des irren Professors war auch vorhanden. Verrückte Welt.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Ebenso still wie reglos betrachtete Itoe die zittrigen Verrenkungen des Mädchens vor ihr bis dieses auf alle vier Buchstaben plumpste und sie neugierig anglotzte. Irgendwie wusste Itoe nicht recht an was für eine Sorte Mensch sie hier geraten war. Eine ignorante, hochnäsige Diva? Ein kleines Kind? Normale Shinobi verhielten sich anders, definitiv. Man setzte sich nicht in einem Spukhaus vor einem Feind einfach so auf den Boden und wartete. Das... gehörte sich einfach nicht, dachte Itoe ein wenig empört. Sah sie selbst so lächerlich aus, dass nicht einmal ein Auftreten mit Schwert ein überraschtes Augenbrauenzucken einbrachte? Das war schon beinahe traurig.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Plötzlich fühlte sich Itoe unendlich müde. Sie hatte keine Lust mehr auf diesen ganzen Mist. Geist hier, Halluzination da und hinter der eine Prise Sora mit Buuuuuuh-Beigeschmack. Die Hyuuga war an einem Punkt angekommen an dem ihr alle getrost den Buckel runter rutschen konnten, Hauptsache sie wurde in Ruhe gelassen von diesem ganzen... Stress. Auch hatte sie keine Lust mehr vor diesem ihr feindlich gesinnten Mädchen aufmerskam zu sein und auf ihre Deckung zu achten. Am liebsten hätte sie sich hingelegt und „Ich mag nich meeehr!“ murmelnd vor sich hingejammert.[FONT=Verdana, sans-serif] [/FONT][/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif][FONT=Verdana, sans-serif]Einer spontanen Eingebung folgend setzte sich also auch Itoe auf alle Viere, wenngleich nicht ganz so unbeholfen wie ihre Vorgängerin. Jetzt stand [/FONT][FONT=Verdana, sans-serif]Haku-chan[/FONT][FONT=Verdana, sans-serif] auch nicht mehr blöd in der Gegend rum, jetzt saß sie. So, bäh![/FONT][/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif][FONT=Verdana, sans-serif]Hier stimmt ne ganze Menge nicht, falls dir das aufgefallen sein sollte. Buru-chan.“, entgegnete Itoe keck und stierte dem Mädchen vor ihr ebenfalls einfach nur in die Augen. So gesehen war diese ganze Szene ziemlich surreal und wenn sich Itoe in einigen Tagen daran erinnerte würde sie mit Sicherheit sagen, dass das alles nie passiert sei. So etwas konnte man schließlich nur Träumen, nicht?[/FONT][/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif][FONT=Verdana, sans-serif]Die Stille zwischen den beiden Kunoichi war bedrückend, wurde dann jedoch von einem sehr deutlich hörbarem Knurren von Itoes Magen unterbrochen. Sie hatte Hunger. Dies stellte Itoe in diesem Moment ziemlich überrascht fest. Das Vesperpaket Yutos hatte sie dabei. Aber sie konnte ja schlecht mitten im Geisterhaus ihr Essen auspacken und mit dem Mädchen hier teilen. Oder?[/FONT][/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif][FONT=Verdana, sans-serif]Was macht ihr hier?“, fragte sie daher um dieses peinliche Magenknurren einfach wegzureden. Außerdem interessierte es Itoe wirklich was die andere Fraktion in diesem Haus zu suchen hatte.[/FONT][/FONT]
  9. Kajiya Kei

    Kajiya Kei Guest

    Sie wollte ihm erzählen, dass sie nur durch Zufall hier war? Kei war zwar kein Genie, wenn es darum ging Menschen einzuschätzen, aber eins war sicher: so wie sie verhielt sich kein Zivilist. Sie musste ein Shinobi sein, so ruhig wie sie war. Nur Shinobi konnten in dem Alter, in dem die beiden waren, eine solche Gelassenheit bewahren, obwohl sie in einem schlechten Horrorfilm vorhanden waren. Nein, sie musste ein Shinobi sein, schon allein wegen den ganzen Halluzinationen, die er hatte. Dieses Mädchen war mit einem Team hier um die Mission der Shiros zu sabotieren, das war die einzig logische Erklärung, die es hier gab. Geister gab es nicht und er war auch nicht der Typ Mensch, der sich leicht verunsichern ließ. Hier waren Genjutsus am Werk, ergo war sie auch feindlich gesinnt. Ganz abgesehen davon war ihr Verhalten noch schlimmer als er mit mieser Laune, also würde er ihr nicht unnötig weit entgegen kommen, das stand für ihn fest. Ihm war inzwischen auch egal, ob er Recht damit hatte oder nicht, der Kajiya hatte sich in seinen Ansichten festgefahren. Insofern war für ihn auch klar, dass Asuka log. War er vielleicht sogar direkt in die Falle getappt? Möglich, er musste aufpassen. Immer stärker wurde der Verdacht, als sie ihm ein Kommando entgegen blaffte und sich einfach in Bewegung setzte. Ja, sie wollte ihn definitiv in eine bestimmte Richtung locken. Eine massive Metalltür versperrte jedoch ihren gewünschten Weg. Absicht? Diese war auch noch verrostet und irgendwie hatte der Jugne seinen Spaß daran zu sehen, wie sich seine Weggefährtin mit der Tür abmühte, die er mit ein wenig Chakra einfach aus den Angeln hätte heben können. Aber musste er das denn verraten? Nein, sie verriet ihm ja auch nicht, dass sie hier war, um ihn in eine Falle zu schicken. Sie wusste wohl wirklich nicht, mit wem sie es hier zu tun hatte, oder? Innerlich grinste der Kajiya, als er sich scheinbar mit voller Kraft gegen die Wand drückte, um diese zusammen mit Asuka aufzustemmen, obwohl er sich nur leicht dagegen lehnte.
    Erschreckenderweise schien das Mädchen langsam aber sicher wirklich aufrichtigen Hass gegen diese Tür zu entwickeln und wer auch immer nun in ihr Gesicht schauen würde, der würde vor Angst wohl das Weite suchen. Fast war Kei ein wenig überrascht, aber er schob das Ganze auf ein Schauspiel, nicht mehr. Mit einem kräftigen Ruck seitens Asukas wurde die Tür dann endlich aufgestoßen und durch den Schwung purzelte das Mädchen über den Boden, während Kei ganz seelenruhig stehen bleib. Nun schien sie wirklich zornig, und machte Anstalten die Tür in Fetzen reißen zu wollen, was bei Metall ein wenig schwierig werden - und von daher länger dauern könnte.
    Mit einem Mal sackte sie jedoch zusammen, ähnlich wie vor wenigen Minuten auf der Treppe. Schauspiel? Langsam wurde der Junge verunsichert. Aus welchem Grund sollte man so etwas noch spielen? Kei war verwirrt und beugte sich zu ihr herunter. “Hey, alles in Ordnung, was ist mit dir? Ihr sagt doch niemand aus der etwas.“ Natürlich, er konnte ja auch nichts von dem hören, was im Kopf Asukas vor sich ging. Er sah allerdings, was sich im Raum vor ihnen tat: der Raum, der noch einen Moment zuvor, so wie auch der Rest des Kellers in vollkommene Dunkelheit getaucht war, war plötzlich hell erleuchtet. Vor ihnen hatte sich ein Pfad aus Fackeln selbst entzündet und somit alles in flackerndes Licht getaucht. Kei wünschte sich allerdings, das dem nicht so wäre. Der Anblick, der sich ihm bot, war nämlich einfach nur pervers. Es war ein großer Raum, der vor allem zu den Seiten hin sehr groß war. Gitterstäbe trennten auf beiden Seiten jeweils circa ein Sechstel des Raumes von dem Hauptraum. In diesen Zellen, zumindest vermutete Kei, dass es Zellen waren, waren Fesseln angebracht, vermutlich um Gefangene an Ort und Stelle zu halten. Der schlimmste Teil war jedoch die Mitte des Raumes, in welchem unzählige Foltergeräte standen oder hingen und plötzlich vergaß der Shiro-nin alles andere um sich herum, sondern ging einfach nur in den Raum und sah sich weiter um. Die schreiende Asuka ließ ihn ebenso kalt wie seine Mission. Viel zu grotesk war dieser Raum, den er einfach erkunden musste.
    Der Boden war eben sie wie die Wände fleckig, allerdings hing hier nirgendwo, anders als in dem Raum zuvor, auch nur eine Spinnenwebe. Es wirkte fast, als würden sämtliche Lebewesen diesen Raum meiden, oder als würde sich jemand um die Sauberkeit dieses Raumes kümmern... nur dass er eben vergaß zu wischen. Mit leisen Schritten näherte er sich einer der Zellen und begutachtete sie. Ein Haufen Stroh, Fesseln und... Knochen. Kei versuchte sich selbst Ruhe zu predigen, vermutlich hatte der vorherige Besitzer einfach einen Hang zum Makaberen, doch als er weiter ging, wurde ihm schlecht. Dort lag ein Skelett. Ein kleines Skelett. Angekettet an den Fußgelenken inmitten eines dieser großen Flecken. Langsam wurde ihm auch bewusst, was das war... Blut! Wie gebannt starrte er auf die Leiche, während ihm schon wieder der Schweiß hinunter lief. Das hier war zu real, doch das Schlimmste war, das dieses Skelett kleiner war, als er sich selbst schätzte. Das bedeutete, wer auch immer hier gestorben war, war mit ziemlicher Sicherheit auch jünger als er gewesen. Eine Welle der Übelkeit überkam ihn, als ihm klar wurde, dass hier ein Kind elendig gestorben war. Auf ekelhafteste Art und Weise. Der Junge musste sich zusammen reißen, damit ihm nicht irgendetwas entfuhr, was er später bereuen würde, ebenso musste er sich zusammen reißen, nicht auf Asuka loszugehen.
    Plötzlich hörte er einen schrillen Schrei und das Licht ging aus. Erschrocken machte er einen Satz zurück und prallte gegen die Gitterstäbe. An sich nicht schlimm, wäre da nicht die Tatsache, dass er plötzlich von irgendetwas festgehalten wurde. Kei geriet in Panik. Er schrie, doch seine unsichtbaren Fesseln wollten sich nicht lösen. Nun hatte der Junge wirklich Angst. Angst, von wem auch immer so vorgefunden zu werden, wie er gerade dieses „Kind“ vorgefunden hatte. Keine vernünftigen Worte bekam er mehr zusammen, er wollte einfach nur weg, was ihm allerdings momentan absolut unmöglich war, egal wie sehr er sich wehrte. Die Falle hatte offenbar zugeschnappt, wer auch immer sie gestellt hatte.
  10. Kaishira Asuka

    Kaishira Asuka New Member

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    Asuka musste sich beruhigen, sie war kurz davor wieder etwas dummes zu tun, das wusste sie. Eilig steckte sie eine neue Zigarette an und nahm ein tiefen Zug. Es half nichts, die ganze Situation war zu vertrackt. In ihrer anderen Hand umschloss sie bereits ein Kunai und auf ihrem Gesicht hatte sich klar schon der Wunsch etwas überstürztes zu tun abgezeichnet. Breit grinsend hatten sie den Shironin fokussiert. Es musste ein Genjutsu von ihm sein, es hatte erst begonnen, als er aufgetaucht war. Er war der Feind! Er steckte mit dem Haus unter einer Decke! Genau es war alles seine Schuld!
    Gleichzeitig versuchte sie aber immer noch sich zu beruhigen. Sie musste mit ihm zusammen arbeiten, wenn sie all das überstehen wollte. Er war das einzige menschliche Wesen an das sie sich klammern konnte. Also musste sie sich endlich beruhigen.
    Ruhe gab es aber genug wenn er tot war und somit sein Genjutsu endete. Sie hatte schon schlimmeres alleine überstanden, sie brauchte ihn nicht. Ein kurzer Stich in sein Hals, in der Dunkelheit würde er es kaum kommen sehen, dann wäre Ruhe. Ihre Hand umschloss das Kunai fester während sie sich aufrichtete und bereit machte Kei umzubringen.
    Nein, nein, nein, das war keine gute Idee, sie wusste nicht ob er sie nicht bereits bemerkt hatte. Sie wusste nicht ob er überhaupt wirklich alleine war. Das ganze roch zu sehr nach einer Falle. Außerdem er hatte nichts getan was sie vermuten ließ, dass es sein Genjutsu war. Sich jetzt in einen Kampf zu stürzen war generell keine gute Idee.
    Quatsch, wenn nicht jetzt wann dann!
    Die Mission war wichtiger!
    Nein ein Shironinja zu töten ist immer wichtiger!
    Ihre Hand begann zu zittern und bevor sie wusste was sie tat hatte sie das Kunai in die Wand gerammt, mit der freien Hand ihre Kopfhörer auf ihre Ohren geschoben und ihre Musik auf die volle Lautstärke gedreht. Stück für Stück mit jedem Zug an ihrer Zigarette und mit jedem Beat wurde sie wieder Asuka. Vor ihrem inneren Auge sprangen dazu die Regler auf ihrem Mischer Zuhause in Soragakure auf und ab. Etwas aufgeregt war sie noch, aber ruhig genug um ihr Gesicht wieder zu versteinern.


    Erst jetzt nahm sie Kei wirklich wieder wahr. „Dummer Penner was macht er denn da, er soll den Ausgang suchen“, dachte sie. Es tat gut wieder alle Emotionen nur innerlich aus zu leben. Langsam schritt sie durch den neuen Raum zu ihm und sah sich um, bewunderte die Zellen um sie herum und blieb mit ihrem Blick auf der direkt vor Kei hängen. Sie hatte immer noch ihre Kopfhörer auf, also hörte sie nichts, außer ihre Musik falls er etwas sagte, aber nach einem Blick zu ihm war er wohl offensichtlich vom Anblick schockiert. „Krank...“, war das einzige das sie selbst bei dem Anblick des kleinen Skelett raus bekam. Dann sah sie wieder zu Kei und nahm vorsichtig ihre Kopfhörer vom Kopf. „Alles in Ordnung?“, fragte sie zum dritten Mal und wedelte etwas mit der Hand vor Keis Gesicht. Laut dröhnte die Musik dabei aus den Kopfhörern, wie immer ein selbst gemixter Song. Noch einmal drehte sie sich zum Skelett und blies etwas Rauch aus dem Mund um diesen zu verfolgen. „Wir sollten weiter gehen, der Ausgang ist irgendwo dahinten“, sagte sie ihm, wieder zurück in ihrer monotonen Art.
  11. Iwamoto Yuto

    Iwamoto Yuto Chuunin

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    Oh ja, es war mal wieder an der Zeit. Irgendwann musste es ja wieder kommen - Zeit für die große Quizfrage. Welche Situation war schwieriger zu bewältigen, das Horrorszenario in diesem alten Gebäude oder ein Gespräch mit Junko in eben jenem Horrorszenario? Nun, ersteres selbst war bereits eine ziemliche Zumutung für unseren armen Rotschopf, fügt man dem ganzen nun aber noch ein wirklich wichtiges Gespräch zwischen Junko und ihm hinzu, dann... Das Horrorszenario alleine genügt, Punkt und Aus. Doch trotzem, er würde nicht drumrum kommen.

    Die Stille die sich im Raum ausbreitete, nachdem Yuto dem Spuk ein eisiges Ende gesetzt hatte und somit für die Stille verantwortlich war, wenn nicht sogar sie erschaffen hatte, schien beinahe schon etwas lebendiges zu sein. Man konnte sie zwar nicht hören, was natürlich logisch war, doch man hatte das Gefühl, dass sie beinahe greifbar war und doch wusste man das dem eben nicht so war.
    Während das Eis währenddessen sich beinahe wie eine Klimaanlage verhielt und die Temperatur im Raum nach und nach sinken ließ, musste sich Yuto ein Zittern verkneifen. Ein Zittern das nicht von der Kälfte stammte, sondern allein von Nervosität. Bewusst mochte er vielleicht nichtmals nervös gewesen sein, doch sein Unterbewusstsein wollte nicht aufhören ihm zu signalisieren, dass er wohl gerade einen schweren Fehler gemacht hatte und sich auf eine wohl unangenehme Situation vorbereiten musste. Doch diese schien vorerst nicht einzusetzen, denn die ersten Worte oder eher das erste Wort von Junko war der Name des schwarzhaarigen Mädchens, welches er auf dem Gang zusammengeflickt hatte. Wie sie in dieser Situation nun gerade auf sie zu sprechen kam war Yuto völlig schleierhaft, ein Grund dazu die Anspannung abfallen zu lassen war dies jedoch noch lange nicht. Im schlimmsten Falle wollte Junko auch abschätzen ob sie Unterstützung in nächster Nähe hatte - um ihn unschädlich zu machen. Warum ihn unschädlich machen? Nun, ein Bluterbe war immer ein Grund um gejagt und oder gefürchtet zu werden. Besaß nun ein feindlicher Shinobi ein solches, so lautet die erste Regel in einem solchen Falle für gewöhnlich, dass man diesen ausschalten und daraufhin seinem Dorf zwecks Informationsbeschaffung übergeben sollte. Wenn man nun eins und eins zusammenzählte, was hier nämlich Yuto war, der sich völlig alleine in einem Raum mit Junko aufhielt, so erhielt man ein denkbar schlechtes Ergebnis. Jedoch gab es ja auch noch die ein oder andere Variable in der Beziehung der beiden, die das Ergebnis wesentlich beeinflussen konnten.

    "Es sollte ihr soweit gut gehen, wahrscheinlich befindet sie sich auch noch im Gang vor diesem Zimmer." Die Antwort war kurz, enthielt jedoch eigentlich jegliche Information die Junko wissen musste. Für Yuto jedoch natürlich nicht, immerhin verschwieg er ihr zum einen, dass er sie zusammengeflickt hatte, ihr eine Essensration samt einziger Lichtquelle dagelassen hatte, zum anderen, aber behielt er auch die Frage warum sie Itoe angegriffen hatte für sich. Die zusätzlichen Informationen die er ihr nicht gab, konnte sie sich wohl denken, er im Gegensatz jedoch konnte sich die Antwort auf seine Frage leider nicht denken. Wobei die Frage dazu wohl eher lautete, ob sie denn auch wirklich wusste was und warum sie dies getan hatte. Doch dies war eine andere Angelegenheit, die er momentan nicht unbedingt ansprechen wollte und Junko anscheinend auch nicht.
    Die wenigen Sekunden in der erneuten Stille schienen etwa genauso gefroren zu sein, wie die Kleidungsstücke, die starr und reglos auf dem Boden lagen. Sie vergingen einfach nicht, fühlten sich ewig an, waren es vielleicht sogar und der arme Rotschopf wusste gar nicht was er mit dieser kleinen Ewigkeit anfangen sollte, außer die gefrorene Kleidung zu imitieren. Von seinem Platz beweget er sich nämlich kein Stückchen, nichtmal ein nervöses hibbeln nach welchem ihm nämlich überaus zu Mute gewesen wäre, nur die leichte, immer wiederkehrende Bewegung seines Brustkorbes. Auf, ab, auf ab und auf und...
    Doch dann, ganz plötzlich wurde diese schwere Stille mit einigen Worten erneut zerteilt.
    Auch wenn es nur Worte waren, die Junko da aussprach, so fühlte es sich für Yuto einen Moment so an als ob sie ihn attackierte. Warum er diesen Moment so empfand konnte er nichtmal selbst deuten, zuckte aber immerhin nicht erschrocken zur Seite oder schlug sich die Hände vor sein Gesicht. Zumal konnte er den Tonfall ihrer Worte nicht wirklich deuten. War jener beabsichtigt? Sollte er ganz anders klingen? Typische Fragen die durch den Kopf des Rotschopfes sausten, eigentlich immer und immer wieder wenn er sie sah. Ebenfalls schien sich langsam aber sicher wieder die selbe unangenehme Situation zusätzlich noch einzuschleichen - sie sagte etwas, doch er verstand es nicht, obwohl sie die selbe Sprache wie er selbst sprach.

    Während Junko den Blick von ihm abwand, wusste er nichtmal wirklich wo er hinsehen sollte. Zu ihr, zur Tür - schließlich könnte da noch etwas in der Dunkelheit auf sie lauern -, zur Schneiderpuppe? Für die ersten Sekunden war die Tür wohl keine schlechte Idee; sie sah ihn nicht an, er sah sie nicht an. Die folgenden Worte dann jedoch klangen überhaupt nicht nach ihr, schon gar nicht mit dieser zittrigen Stimme. Warum auch hatten sie beide hier wahrscheinlich ein Team? War sie sich etwa nicht mehr sicher was sie hier machte oder ging es eher um die Frage was er hier machte? Wahrscheinlich um beides, denn keiner der beiden wusste dies mit Genauigkeit vom anderen. Zu Yuto jedoch würde es definitiv nicht passen, dass er ihr hinterherspioniert, zu ihr jedoch auch nicht. Es mussten also beide mit einem Team hier sein. Oh... da lag doch auch Itoe auf dem Flur oder nicht? Das schwarzhaarige Mädchen das sie verwundet und er zusammengeflickt hatte. Sie war also tatsächlich mit einem Team hier. Immerhin ein Rätsel wäre damit gelöst. Moment. Sie und er? Irgendwie schien es immer wieder genau auf diese drei Worte hinauszulaufen. Er und sie. Sie und er.
    "Sorgen ist eigentlich noch recht untertrieben. Du hast es ja schließlich auch gesehen. Außerdem war da noch..." Seine Stimme klang eher etwas verwundert, nicht etwa irritiert von ihrem Verhalten. Einen großen Aufschluss über seine Gedanken ließ dieser verwunderte Klang jedoch nicht zu, die Stelle mit Himawari, die er spontan aufgreifen wollte, ließ er dann doch aus, was den plötzlichen Abbruch seiner Worte erklärte. Beide wollten gerade anscheinend nicht das große offene Buch sein, in welchem man sich einfach eine Stelle aussuchen konnte und sofort wusste was Sache war oder was man am besten als nächstes sagen konnte. Multiple choice gab es auch nicht, sehr schade, man musste die Antwort immer noch selbst zusammenglauben und aussprechen.
    Wie man nach ihren nächsten Worten jedoch sehen konnte, gab es aber auch noch die nonverbale Kommunikation, die meistens auf Gesten oder Körpersprache beruhte. So antwortet Yuto auf ihre Bitte auch nur mit einem sachten Nicken. Worte waren an dieser Stelle einfach unnötig - eine Wahl hatte er eh nicht. Weder würde ihn Junko gehen lassen, noch konnte er sich momentan von der Stelle bewegen. Theoretisch konnte man ihn mit aufgeschrecktem Wild auf einer Straße vergleichen, dass geradewegs in die Scheinwerfer des Autos sah. Würde Junko ihn buchstäblich überfahren? Anfahren hatten wir mittlerweile ja schon, vielleicht musste nun ja etwas neues her.

    Irgendwie schien es dann jedoch aber fast so, als ob Junko den Spieß umgedreht hätte, sich selbst zum Wild machte und ihn ins heranbrausende Auto setzte. Dabei existierte er in diesem Moment doch nur, rührte sich nicht und atmete nur flach. Selbst dies schien jedoch auszureichen.
    "Junko...", sagte er schließlich mit ruhiger Stimme, wenn auch die Verwirrung deutlich rauszuhören war. Er verstand es einfach nicht, er konnte nicht verstehen was Junko dazu brachte sich so zu verhalten. Genauso wenig, was denn nun eigentlich nicht funktionierte. Ihre Abart von Fernbeziehung, dass er versuchte die offensichtlichen Eisklumpen zu verbergen oder... oder was? Gab es da noch etwas? Waren dies überhaupt die richtigen Gedanken? Hatte sie etwas Angst davor, dass er Eis erschaffen konnte? War es doch nur dieses Gebäude? Er versuchte sich an den Gedanken mit dem Eis zu klammern.
    "Geht es dir...", die Frage was überflüssig. Er kannte die Antwort. Wenn selbst Junko sich so verhielt, dann stimmte etwas ganz und gar nicht oder es ging ihr nicht gut. Man bedenke, dass sie sich selbst in einer scheinbar aussichtlosen Situation noch völlig ruhig verhielt und nun in dieser scheinbar lächerlichen Situation völlig veränderte. "...nein, geht es dir nicht. Ich kann leider auch nicht erklären was geschehen ist. Aber es ist geschehen und lässt sich nicht rückgängig machen." Ja, man konnte dies nun als eine typische Yuto Antwort betrachten. Sie zielte indirekt zwar auf den Kern eines bestimmten Themas, doch dummerweise nur in seinem Kopf. Für jede andere Person konnte man mit dieser Antwort auf massig viele Fragen antworten. "Niemand weiß davon." Nein, es wusste tatsächlich niemand vom Eis, aber genauso wenig von ihrer schwierigen Beziehung. Doch was bedeutete jeweils das eine und das andere für sie? Viel interessanter war es jedoch aber wohl auch, wie Yuto reagieren würde, wenn er wüsste, dass sie ebenfalls dieses Bluterbe in sich trug.

    Im übrigen, wer sagte das Yuto kein Dämon war? Ein rothaariger, überaus freundlicher, kochender, putzender, umsorgender Dämon. Unpassend? Sicherlich! Doch wenn man mal bedenkt, dass Yuto nur einen Schalter brauchte, wie zum Beispiel Daisuke oder Junko, dann könnte selbst in ihm ein kleiner Dämon stecken. Zumindest also im Sinne von bösen Zufällen und einem gewissen Hauch an Unberechenbarkeit war Yuto ein Dämon, wenn auch definitiv nicht ein stereotypischer mit Hörnern und Klauen.
  12. Kajiya Kei

    Kajiya Kei Guest

    Kei wurde immer panischer, während er um sein Leben schrie und nichts weiter als Dunkelheit um sich herum wahrnahm. Doch, noch etwas spürte er und zwar eine knochige Hand, die sich über seinen Mund legte und plötzlich drang kein Ton mehr aus seiner Kehle. War dies der Zeitpunkt seines Todes? Würde auch er eines der verrottenden Gerippe werden, die hier herum lagen? Keine Sorge... du wirst hier nicht sterben... nicht wenn du kämpfst... Eine Stimme? Wer war das? Der junge Kajiya hatte das Gefühl, dass er nun, wo er nicht mehr schreien konnte, mehr Energie aufs Denken verschwenden konnte, sodass seine Panik ein wenig abflaute und dafür seine Denkleistung wieder anstieg. Todesangst hatte er noch immer, aber egal wer gerade mit ihm gesprochen hatte, hatte ihm eine Chance versichert überleben zu können. Bitte... höre uns zu... beruhige dich... wir wollen die helfen... Waren das Kinderstimmen? Ja, ganz eindeutig und sie schienen von hinten zu kommen. Von hinten? Aber dort war doch das... Richtig... wir sind nicht mehr am Leben... sondern nur... gequälte Seelen.... die hier für immer gefangen sind... Konnten sie etwa seine Gedanken lesen? Wie es schien ja, denn immerhin hatten diese Kinder ihm indirekt auf seine Frage geantwortet. Was wollt ihr von mir? Er war verärgert und verwirrt und nicht zuletzt immer noch verängstigt. Insofern war es wohl ganz natürlich, dass er wissen wollte, warum er hier von den Seelen irgendwelcher toter Kinder an die Gitterstäbe ihres Gefängnisses gepresst wurde. Du sollst... überleben...
    Eine komische Art und Weise jemanden darum zu bitten zu überleben. Der Druck auf seinen Körper ließ augenblicklich ein wenig nach, was in ihm tatsächlich ein wenig Hoffnung aufkeimen ließ. Offenbar waren diese Seelen tatsächlich nicht böse. Moment, was dachte er da eigentlich gerade? Hatte dieser Junge, Kajiya Kei, tatsächlich einfach so akzeptiert, dass es Geister, Dämonen und Konsorten gab und das einfach so ohne mit der Wimper zu zucken? Nun ja, er hatte mit aller Macht geschrien, aber das zählte wohl nicht. Bitte... du musst uns helfen... diesen Ort... zu verlassen... Also war doch ein Haken an der ganzen Sache. Dennoch war Kei verwirrt, denn wie sollte er schon jemandem helfen der bereits tot war? Du... musst IHN töten... den Herren dieser Kammer... und... unser Mörder... Ja natürlich. Er sollte im Auftrag irgendwelcher Stimmen töten. Er war ein Shinobi und kein verfluchter Auftragskiller! Doch... im Prinzip war er genau das. Er war ausgebildet zu töten. Leise zu töten. Verdeckt zu töten. Jeden zu töten. Also was sollte ihn aufhalten ein paar unschuldigen Seelen zu helfen, wenn sie ihn um diese Hilfe baten? Nichts und niemand würde ihn aufhalten! Wo ist dieser Typ, ich werde ihn mit Freuden umbringen!
    Plötzlich spürte er, wie er losgelassen wurde und die Fackeln wieder angingen. Der gesamte Raum war wieder hell erleuchtet und dauerte einen Moment, bis der Shiro-nin sich wieder an die Helligkeit gewöhnt hatte. Alles sah aus wie vorher, bis auf eine Ausnahme: Asuka war nicht mehr da. Stattdessen stand dort - Kei erstarrte bei diesem Anblick – der Henker, welcher dem Jungen schon vorher mal begegnet war. Allerdings ergab nun auch alles einen Sinn. Dies war also die Höhle des Löwen und er war ahnungslos genau hinein gelaufen. Ihm fiel gar nicht auf, dass der Henker seltsamerweise genau dort stand, wo Asuka zuvor gestanden hatte. Ihm fiel überhaupt nicht auf, dass er das Opfer einer einfach Illusion der Hausbesitzer geworden war. Nein, er hatte nur noch die armen Kinderlein im Kopf, welche hier in alle Ewigkeit eingekerkert waren. Kei musste ihnen einfach helfen. Obwohl Asuka direkt neben ihm stand und sie mit ihm sprach sah und hörte er sie nicht. Der Junge spürte noch nicht mal ihre Präsens, er war voll und ganz auf den Henker fixiert, der nun langsam und mit erhobener Axt auf ihn zu schritt. Bitte... Kei blieb ruhig an Ort und Stelle stehen und ließ ihn näher kommen, während Asuka weiter mit ihm redete. Der Henker schwang Axt und ließ sie auf Kei hinab sausen und blitzschnell einen Satz nach hinten machte und einen Kunai zückte. Der Boden splitterte und die Axt grub sich in den Stein, offenbar hatte sie sich verhakt, denn der Henker war trotz kräftigem Ziehen nicht in der Lage die Axt wieder anzuheben. Das war seine Chance! Kei stürzte nach vorne, den Kunai erhoben, um den Henker zu erstechen. Wovon er nichts wusste, war die Tatsache, dass sein Ziel sich am gleichen Ort befand wie Asuka, die wohl reichlich verwirrt sein dürfte, dass der Junge gerade auf sie los ging. Keine Sorge, gleich seid ihr frei! Stirb du Monster!
  13. Mameha Junko

    Mameha Junko Guest

    Das Worst-Case-Szenario war eingetreten: Er verstand sie offenbar nicht. Hätte Junko von der Himawari-Episode in diesem Haus gewusst, hätte sie nunmehr wie ein Rohrspatz auf das arme verblichene Mädchen sowie das Haus geschimpft, denn nur so war die Begriffsstutzigkeit des Rotschopfes zu erklären. Gut, dass sie nichts über diesen Vorfall wusste.
    Auf der anderen Seite stellte er sich gerne manchmal ein bisschen doof, um auch ja nicht die Zügel und damit die Verantwortung in die Hand nehmen zu müssen. Manchmal war er doch schon ein kleiner Feigling, nicht wahr? Es war ja so einfach, einfach Junko sowohl das Denken also auch die Initiative zu überlassen.
    „Njjjaaaarrgh!“ Begleitet wurde dieser Frustrationslaut von einem hörbaren Klatschen mit der flachen Hand gegen die Mädchenstirn. Gerade eben war sie noch verunsichert und traurig gewesen, jetzt war sie aus einem ganz anderen Grund den Tränen nahe: Wut. Nackte, kalte Wut, die allerdings ins Leere ging, denn noch war die Kunoichi nicht bereit, andere unter den Folgen ihres Zorns leiden zu lassen. Noch nicht, auch wenn Yuto sich gerade anschickte, sie arg auf die Probe zu spielen.
    Zu allem Überfluss schien sein primäres Problem in der Geheimhaltung seines Eisbluterbes zu liegen. Wahrscheinlich war er sogar in seinem ach so männlichen Stolz verletzt, dass sie sich vollkommen unbeeindruckt zeigte, aber im Ernst: Junko war beeindruckt, wenn sie Dinge sah, die sie nicht selbst erschaffen konnte. Aber dies Yuto zu sagen wäre nicht weise gewesen, im Gegenteil.
    Und wo wir gerade bei Blödheit sind: Was hatte sie sich eigentlich vorgestellt? Dass sie genau die Antworten erhielt, die sie hören wollte? „Aber sicher, Junko. Ich verstehe dich vollkommen. Ich bin auch der Meinung, dass wir diese merkwürdige Fernbeziehung zu unserer beider Vorteil beenden sollten, zumal ich nicht wirklich eine emotionale Verbindung zu dir verspüre. Du solltest eigentlich dasselbe denken.“. Verdammt, das lief nicht so wie geplant. Andererseits plante sie hier gerade nicht. Was wollte sie überhaupt? Näher betrachtet musste sich die Kunoichi eingestehen, dass sie das nicht so genau wusste.
    Wie war sie überhaupt in diese Situation geraten? An irgend einem Punkt hatte es doch eine Möglichkeit für sie gegeben, „Nein“ zu sagen und friedlich weiterzuleben. Aber nein, so was war ihr nicht vergönnt. Stattdessen kam da dieser Kiri-Nin daher, er sich manchmal absichtlich naiver stellte als er war und sich wie eine Yamato Nadeshiko verhielt – eine perfekte japanische Hausfrau - zerbrechlich, gehorsam, initiativelos, gute Köchin, Putzteufel, gutmütig, anmutig, schweigsam, passiv - und mit der Fähigkeit, Ärsche via Naginata zu kicken, sollte es notwendig sein. Und was war das Schlimme an Yamato Nadeshikos? Genau, sie waren zwar als Fußabtreter bekannt, gaben aber in Wirklichkeit so lange nach und zeigten scheinbar keine Initiative, bis sie ihren Willen bekamen. Und etwas anderes machte Mr. Yamato Nadeshiko Yuto auch nicht: Er gab gegenüber Junko nach. Und nach. Und nach. Noch und nöcher, so lange, bis er bekam, was er wollte. Und was wollte er? Junko hatte da so eine Ahnung und musste sich zusammenreißen, ihn nicht sofort einen Bastard zu schimpfen. Kein Wunder, dass sie gerade an so jemanden geraten war, wenn er doch zugleich vertrauenserweckend und vertrauensselig zugleich erschien. Irgendwie musste man ihre schillernde Persönlichkeit ja aufwiegen, was allerdings nichts an der Tatsache änderte, dass sie sich i neinem nicht zu verleugnenden Konflikt befand: Der Bursche war Angehöriger der feindlichen Fraktion, und sie wusste immer noch nicht, was sie da machen konnte. Sie konnte und wollte ihm nicht in seine Heimat folgen, auch wenn sie es für einen kurzen Moment in Betracht zog. So weit konnte sie ihre Prinzipien nicht verraten und wusste auch, dass dieser Hohlkopf da drüben dies nie von ihr verlangen würde. Gleichwohl war sie nicht gewillt, ihn zu bitten, seine gewohnte Umgebung zu verlassen und ihr zu folgen. Das wäre geradezu destruktiv für den ohnehin schon ziemlich gebeutelten Iwamoto gewesen, der schon seine Familie und seine Sensei eingebüßt hatte, wie Junko nur allzu gut wusste. Ihn dann auch noch von seinen Freunden und Bekanntschaften wegzuzerren wäre grausam, und irgendwie war es dann Junko doch wichtig, ihn irgendwo in Sicherheit und bei guter geistiger und körperlicher Gesundheit zu wissen. Ganz recht: Lieber verzichtete sie auf seine Gegenwart und tröstete sich mit dem Gedanken, dass irgendwo irgend jemand ab und zu mal an sie dachte.
    Also war es in einem frustrierten Gedankengang beschlossen: Kein Ende. Was dann? Sie hatte immer noch nicht die Frage beantwortet, wie sie so tief sinken konnte.
    „Weißt du eigentlich, dass normale Pärchen sich in der Regel freuen, wenn sie sich sehen?“, hörte sie sich selbst sagen und konnte auch nicht verhindern, dass die Worte einfach aus ihr heraussprudelten. Ganz Unrecht hatte sie da nebenbei auch nicht. Ein normales Pärchen hätte sich wie verrückt gefreut, sich in gegenseitig in den Armen liegend im Kreise gedreht, sich gegenseitig abgeschlabbert oder sich zumindest lyrische Schweinereien ins Ohr geflüstert. Wenn Yuto schon nicht willens und in der Lage war, einem Ende dieser Angelegenheit entgegenzusehen, warum schien er dann so vorsichtig, als wäre sie jeden Moment bereit, ihn zu attackieren? Moment, das war alles schon passiert. Irgendwie wurde Junko gerade schlecht.
    „Es ist ja schön, dass niemand davon weiß, aber wenn niemand davon weiß, dann … dann … wusstest du eigentlich, dass Hyuuga unglaublich scharfe Augen haben? Aber ob du nun dein Hyouton geheim hältst oder mich oder was auch immer … argh, ich weiß nicht mehr, wie ich diesen Satz weitermachen soll!“
    Das wurde ja immer besser, während die Kunoichi grundsätzlichen Wissen über sein Bluterbe preisgab, indem sie es beim Namen nannte. Wusste auch nicht jeder Dummbratz. Es war nur eines sicher: Sie war aufgebracht und nein, es ging ihr nicht gut. Sie war immer noch belastet und unsicher, war aber mittlerweile nicht mehr in einer Weltuntergangsstimmung, sondern nur noch willens, dieses Gespräch zu verändern, um sich mit dem Status quo zu arrangieren.
    „Gut. Fein. Machen wir es auf deine Art. Wir sind ja auch nicht normal, nicht wahr?“
    Was hieß, dass Junko anmutig und galant ihren Fächer ausklappte und in Richtung Tür ging, während sie es sich nehmen ließ, Yuto zu streifen, während sie sich an ihm vorbeischob. In diesem Moment hielt sie allerdings auch inne und drehte sich noch einmal zu dem Rotschopf. Ärger und Frustration hatte sie ebenso hinuntergeschluckt wie Melancholie und Verzweiflung.
    „In Ermanglung einer Lösung: Lass uns unsere Teams vor diesem Haus retten gehen, bevor ich noch irgend etwas furchtbar Blödes sage.“
    Das klang schon fast ein wenig bitter, und sie schickte sich sodann an, sich an Yuto vorbeizuschieben.
    Tja, und damit hatte Yuto prinzipiell das Szenario nach seinem Bild gestaltet. Er hatte einfach so lange nachgegeben, bis er seinen Willen bekam: Alles blieb beim Alten. Gut so, oder nicht?
  14. Misumi Kimihiro

    Misumi Kimihiro New Member

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    Ganz offenbar war die Hyuuga ebenso wie sie selbst ein klein wenig verloren in dem Spukschloss. Wieso sonst hätte sie sich zu einer Kunoichi der anderen Fraktion gesetzt, einfach so? Von ihren Kameraden war weit und breit nichts zu sehen - wobei, das weißhaarige Ding saß nebenan, doch die schien sich gerade mit Yuto zu unterhalten. Von einem dritten Kameraden - und Inoue war sich sicher, dass es insgesamt mindestens drei waren; nicht einmal der Kage der Shiros würde zwei Mädchen allein in ein Spukhaus schicken - fehlte weiterhin jede Spur. Der Yuudari ging es nicht anders: Ihre Namensvetterin irrte irgendwo durch die Gänge, und vom Räucherstäbchen fehlte ebenfalls jede Spur. Pessimisten (oder echte Shinobi) hätten vielleicht angenommen, dass das Fehlen von Ninja der anderen Fraktion mit dem der eigenen Kameraden durchaus zusammenhängen konnte, doch anstatt solchen Gedanken hinterher zu hängen ließ sich Inoue ganz das kleine Mädchen einfach rücklings auf den Boden sinken. Zwar gab sie damit ihre mühsam erkämpfte, vertikale Position auf, doch wen kümmerte hier, mitten im Niemandsland, überhaupt noch irgendetwas irgendwie?
    Nachdem einige Momente der Stille im Anschluss an den Kommentar der Hyuuga, der von seiten der Yuudari nicht mehr als ein Seufzen und ein Augenrollen geerntet hatte, ins Land gezogen waren, machte sich das andere Mädchen durch ein natürliches Bedürfnis auf sich aufmerksam: Einen grummelnden Magen. Inoue beachtete das Geräusch nicht weiter, denn was waren ihre Alternativen? Zu Essen hatte sie nichts dabei, sich lustig machen konnte sie nicht (*Zu faul, selbst hungrig, meh.*), und andere Reaktionen kamen der Blondine nicht in den Sinn. Ähnlich verhielt es sich mit der Frage, die die Hyuuga stellte - eigentlich hatte Inoue wenig Lust, sich zu einem Gespräch aufzuraffen, aber andererseits... bot sich hier die perfekte Möglichkeit, um einmal in einem etwas anderen Tonfall über die eigenen, ach so pflichtbewussten Kollegen zu reden.
    Immernoch auf dem Rücken liegend antwortete Inoue deshalb mit geschlossenen Augen: "Wenn ich das nur wüsste... Wir sind wohl eigentlich hierher gekommen, um ein paar lächerliche Gerüchte aus der Welt zu schaffen. Doch bestimmt hast du auch schon gemerkt, dass diese vertrottelten Reisenden maßlos untertrieben haben. Ein Herrenhaus voller Gespenster... danke auch, ihr Idioten!" Langsam in Fahrt kommend richtete sich Inoue mit einem Ruck in Hockposition auf - die Kontrolle über ihren Körper kehrte tatsächlich wieder zurück. "Nicht genug, dass es bei unserer Ankunft in Strömen geregnet hat und wir völlig durchnässt in diesem morschen Witz von einem Haus angekommen sind, wie es der 'Zufall' so wollte haben wir uns an irgendeiner Stelle getrennt." Mit der ersten Erwähnung ihrer Kameraden hoben sich Inoues Hände gestikulierend in die Luft. "Und wenn ich 'Zufall' sage, dann meine ich unseren roten Hahn im Korb, der einfach so abgehauen ist. Versteh mich nicht falsch, irgendeinen Grund wird es sicherlich haben, dass Yuto Chuunin ist, und sympathisch ist er auch irgendwie, aber... naja, gut, ok, er ist wohl doch das kleinste Übel. Ich meine, zumindest ist er nicht nur so klein mit Hut und qualmt wie drei betrunkene Matrosen. Und er hat auch ein Minimum an Charakter, im gegensatz zu dieser Namensdiebin. Ich sag' dir eins, wären das alles wirklich nur Gerüchte gewesen und ihr hättet uns durch die Flure irrend gefunden, ihr hättet mit mindestens zwei Soras im Gepäck nach Hause gehen können." Wie von einer unsichtbaren Hand geschubst kippte Inoue anschließend wieder zurück und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. "Aber was soll man machen? Das Ein-Frau-Teamkonzept hat sich bei unseren ach so weitblickenden Anführern leider noch nicht durchsetzen können. Manchmal verstehe ich diese ganzen Abtrünnigen, die frei und ungebunden irgendwo umherstreifen. Ja, ein paar Futzies aus den Dörfern sind einem dann auf den Fersen, aber immerhin muss man sich nicht mehr gezwungenermaßen mit irgendwelchen Deppen herumschlagen."
  15. Hyuuga Itoe

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    [FONT=Verdana, sans-serif]Itoe hatte eher mit einer genauso knappen wie unhöflichen Version von „Das geht dich nichts an, Weißauge!“ gerechnet als mit einer derart ausführlichen Schimpftriade gegen die eigenen Teammitglieder. Nur am Rande nahm Itoe war, dass die Soras also ganz ähnliche Ziele wie sie selbst hatten. Sehr viel wichtiger war das nicht immer verständliche Gebrabbel des Mädchens. Ihre ganzen Kosenamen für Teammitglieder verstand sie zwar nicht – vom Rotschopf mal abgesehen – aber das störte das Vergnügen auf Seiten Itoes nicht im Geringsten.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Egal was zuhause in Shirogakure bezüglich des großen Feindes Soragakure gelehrt wurde, dieses Mädchen hier war weder böse noch in irgend einer Form gefährlich. Allein der Gedanke erschien der Hyuuga vollkommen abwegig. Leider, leider schlich sich jedoch ein Gedanke in Itoes Hirn der ihr nicht ganz behagte und wegen dem sie sich auch schuldig fühlte. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Ein Team wurde von Yuto geleitet, das andere von Junko. Beide Teamleiter hatten dafür gesorgt, dass ihre Gruppen getrennt und schön brav einzeln durch dieses Haus streiften. Besagter, verbotener Gedanke war: Was, wenn diese beiden das mit Absicht getan hatten? Wir stoppen die Ausführungen allerdings an diesem Punkt denn Itoe gebot diesen selbst Einhalt. Sie wollte nicht an Verrat Junkos denken, also tat sie es auch nicht. Auf blindes Vertrauen zu setzen war in einem Gruselschlösschen vielleicht nicht die beste Strategie aber zu was anderem war Itoe geistig zur Zeit nicht in der Lage. Einfach zu viel Mist.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Ihre Gedanken beiseite geschoben nahm Itoe auch wieder den Faden Inoues auf, der sich längst in Rage befindend durch das Zimmer wand wie eine wild gewordene Schlange. Doch die Worte des (zugegeben, merkwürdigen) Mädchens halfen ihr gut dabei sich nicht zu konzentrieren, was ausnahmsweise einmal positiv war und brachten ihr sogar ein Lächeln aufs Gesicht. Zwar nur ein schwaches und erschöpftes, den Ansatz von Amüsement konnte man trotzdem erkennen. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Dieses Mädchen war... einzigartig? Die Hyuuga kannte zumindest niemandem der dieser Kunoichi ähnlich wäre. Vielleicht hatten aber auch einfach nur alle Soras einen an der Klatsche. Denn, wir erinnern uns, wen kannte Itoe bereits? [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Besagtes plapperndes Mädchen, einen Zwerg der seine mangelnde Gehirnmasse mit Körperkraft wett machte und alles zu Brei hieb was ihm vor die Fäuste lief, einen regelrechten Vampir der unbedingt aus Itoes Adern ein Gläschen abfüllen wollte und nicht zuletzt den Rotschopf der sich einfach Mal von Frauen aus der gegnerischen Fraktion abknutschen und anschließend auch abstechen ließ. Von diesem merkwürdigen Doktor im weißen Kittel mal ganz zu schweigen... Die These, dass alle Soras einen an der Klatsche hatten war doch gar nicht so weit hergeholt, oder?[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Itoe schwaches Lachen wurde erneut von einem, dieses Mal sogar etwas lauterem Knurren ihres Magens beendet. Die Hyuuga verzog missmutig das Gesicht. Außerdem... war sie nun an der Reihe? Eigentlich nicht, denn die Blondine hatte nichts gefragt. Es war auch höchst wahrscheinlich, dass sich Inoue gar nicht für die Shiros in diesem Haus interessierte. Lieber etwas ablästern, so wars fein![/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Zwei Handgriffe und einige Sekunden nachdem Inoues Redeschwall abgebrochen war zog Itoe die Vesperbox heraus die sie von Yuto bekommen hatte, samt dem grünen Tee. Wenn sie hier schon mit dem Feind im Flur eines Geisterhauses saß dann konnten sie auch ein kleines Picknick veranstalten. Denn Itoe war verdammt nochmal hungrig (ein erneutes vorfreudiges Knurren ihres Magens bestätigte das in just diesem Moment).[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Als sie die Box öffnete kamen kleine Sandwiches zum Vorschein. Itoes seufzte sehnsüchtig und griff zu. Diese Szene hier war so bekloppt, da machte das alles keinen Unterschied mehr. Die beiden Mädchen hätten auch noch eine Kissenschlacht veranstalten können, wäre alles egal gewesen. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Die Hyuuga fing Inoues Blick auf der zu den Sandwiches zu wandern schien. Entweder hatte das Mädchen Hunger oder es erkannte Yutos Brotschrift und fragte sich wie zum Henker Itoe da dran gekommen war. Ohne große Worte schob Itoe die Box etwas nach vorne damit Inoue besser zugreifen konnte. Eine offene Einladung. Auch die Thermoskanne mit dem grünen Tee stand freigiebig daneben und flüsterte den Mädchen verlockende Worte ins Ohr. Moment, flüsterte diese Kanne wirklich? Itoe hielt kurz inne, ehe sie sich für vorübergehend verrückt erklärte und dieses blöde Haus verwünschte.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Zwischen zwei Bissen des, zugegeben, köstlichen Sandwiches (alle Achtung, Yuto) hielt die Hyuuga noch einmal inne. „Ich heiß übrigens Itoe.“, murmelte sie der Blondine zu. Kosenamen waren zwar schön und nett aber wenn man schon zusammen zu Mittag aß waren Namen nicht ganz unangebracht.[/FONT]
    „[FONT=Verdana, sans-serif]Welche Laus ist dir eigentlich über die Leber gelaufen? Du siehst nicht mehr ganz frisch aus.“ [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Oh, eine Gurke! Tz, Yuto, wie kreativ![/FONT]
  16. Iwamoto Yuto

    Iwamoto Yuto Chuunin

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    Was für Junko ein Worst-Case-Szenario war, konnte man wohl sicherlich nur sehr schwer beschreiben. Man musste dies jedoch auch gar nicht, es gab ja schließlich Yuto. Demnach, man nehme einen Yuto, stelle diesen neben Junko, lasse jene etwas sagen und ihn antworten. Dann lassen sie das ganze noch etwas bei einer gut gepflegten Stille köcheln und fertig ist ihr hausgemachtes Wort-Case-Szenario. Guten Appetit.
    Natürlich hätte Yuto Himawari erwähnen können, wenn nicht gar sollen, doch mal ehrlich, wie brachte man jemanden so ein Erlebnis bei? Ein definitiv schwieriges Unterfangen über das unser Rotschopf aber auch gar nicht nachgedacht, sondern es schon gar nicht in Erwähnung gezogen hatte, wie man an dieser Stelle gut sehen konnte. Eine Aussage darüber, dass man die vermutlich erste große Liebe seines Lebens - die übrigens verstorben war; mag zwar für manche nebensächlich sein, aber nun gut - angetroffen hatte und diese einen in einer Scheinwelt gefangen nehmen wollte. Hörte sich tatsächlich stark danach an als ob jemand zu viele Kopfschmerztabletten oder ähnliches geschluckt hatte und würde im angenehmsten Falle wohl nur eine gen Himmel zuckende Augenbraue verursachen. Wie gesagt jedoch wurde dieser Part bewusst ausgelassen, man wollte eben eher direkt auf Junko eingehen, doch eben dies schien nicht wirklich geklappt zu haben. Zumindest wertete er den ziemlich entnervten Ausruf ihrerseits, samt der folgenden Geste in keiner Hinsicht positiv. Wie dies ihn nun bei seinem weiteren Handeln beeinflussen sollte, wurde ihm dadurch aber leider auch nicht klar. Immerhin war sie einige Minuten zuvor völlig abwesend und wirkte arg kränklich und fragil, im nächsten Moment dann wieder stark wie eh und jeh und im nächsten Augenblick - an welchem er Dank seinem Eis nicht wirklich ganz unschuldig war - völlig verunsichert und den Tränen nahe. Stimmungsschwankungen?
    Während man nun sagen musste, dass der Vergleich mit Yamato Nadeshiko ziemlich treffen war - bis vielleicht auf den Part mit dem Naginata -, musste man jedoch erwähnen, dass Yuto bestimmt nicht beabsichtigt nachgab oder solch einen Effekt durch sein Verhalten erzielen wollte. Er handelte einfach so, weil er keinerlei Ahnung hatte, wie er sich sonst verhalten sollte - woher auch?
    Natürlich wusste er aus Büchern, Serien oder sontigem wie sich normale Pärchen gewöhnlich verhielten, doch er und sie waren eben nicht normal. Sie verband etwas unbeschreibliches, sie lebten in unterschiedlichen Fraktionen, sie hatte auf ihn eingestochen und konnten charakterlich wohl nicht gegensätzlicher sein. Normal war dies wohl ganz und gar nicht und würde es wohl mit dem Fakt, dass sie sich auf einem Schlachtfeld immer in einer gewissen Situation gegenüber stehen würden, wohl auch nie sein.
    Mittlerweile entspannte sich Yutos Körperhaltung sichtlich, denn der schlimmste Teil des Gesprächs schien bereits vorüber zu sein, außerdem, wenn Junko ihm etwas hätte antun wollen, dann wäre dies bereits geschehen, zumal sie dies noch jederzeit machen konnte. Vorsicht würde an dieser Stelle eben einfach nicht helfen, sondern die ganze Situation nur merklich verschlimmern. "Naja... wir...", fing er an zu stammeln, doch kam nicht wirklich weit, da sie bereits erneut etwas sagte. Wieso sie nun zunächst auf Itoe zu sprechen kam wusste er nicht, jedoch war dies auch nicht wirklich erstaunlich. Viel erstaunlicher hingegen war, dass sie sein Bluterbe beim Namen nannte, es also weder übersehen noch verdrängt hatte und sich wohl sogar damit auskannte. "Ich will dich bestimmt niemandem verheimlichen, aber es geht leider nicht anders. Wenn Itoe tatsächlich so scharfe Augen hat, dann ist sie nun eben die zweite die davon weiß..." Nun, Junko war tatsächlich die erste die von dieser kleinen Besonderheit erfuhr, hoffentlich würde sie immerhin dies zu schätzen wissen. Wenn Itoe jedoch auch noch davon erfahren hatte, konnte dies zukünftig betrachtet ziemlich haarig werden. Natürlich nur dann, wenn sich diese Information unter den Shiro-Nin ausbreitete wie ein Lauffeuer. Der taktische Vorteil den sie dadurch bekamen war jedoch gar nicht Yutos Problem, sondern viel eher der Punkt das weder seine Freunde, noch die anderen Mitglieder seiner Fraktion davon wussten. Würde es ein Verrat sein, wenn der Feind von einem überaus wichtigen Detail wusste, die eigenen Freunde jedoch nicht? Man konnte nur hoffen, dass er nie in die Situation geraten, in der ein Shiro-Nin einiges über ihn aufdecken würde, was seine eigenen Leute nicht wussten.
    Glücklicherweise jedoch schien das Gespräch nach diesen Sätzen auch ein Ende gefunden zu haben, denn Junko sprach nun auch genau das an was er vorhin sagen wollte, sich aber nicht so wirklich traute. Sie waren nicht normal. Es stand fest, sie hatte es gesagt und er gedacht. Was für ein glücklicher Zufall, damit war nämlich nun wenigstens dies geklärt. Als sie sich daraufhin an ihm vorbeischob und ihm einige Sekunden den Rücken zuwendete, wurde er beinahe dazu verführt einen leisen Seufzer zu tätigen, der den Spannungsabfall seines Körper verdeutlichen sollte. Da sie sich jedoch bereits im nächsten Moment wieder umdrehte, war er recht froh, dass er es nicht getan hatte. Womöglich hätte sie diesen nämlich ebenfalls völlig falsch verstanden.
    Ihre nächsten Worte bewirkten die Auslösung eines Gefühls in ihm, welches man wohl am besten mit einem Knoten in seinem Magen vergleichen konnte, der sich gerade sachte gelöst hatte. Es ging wieder der Mission zu, ihre Teamkameraden mussten allesamt aufgesammelt und ihre Aufgabe erfüllt werden. Er antwortete daraufhin mit einem Nicken und folgte ihr, direkt hinein in die Dunkelheit des vor ihnen liegenden Ganges.
    Weit kamen sie jedoch nicht, denn bereits hinter der nächsten Ecke konnte man zwei Gestalten ausmachen, die sich scheinbar recht angeregt unterhielten und ein kleines Picknick veranstalteten - Itoe und Yuudari Inoue. Beide schienen wohl auf zu sein und labten sich gerade an Yutos Lunchbox, die er Itoe hinterlassen hatte. Seine geringen Medic-Künste waren also doch zu etwas nütze gewesen. "Sieh an, da hatte wohl jemand die selbe Idee wie wir... oder nicht?" Mit diesem Satz, den er in einem recht amüsierten Tonfall sprach, meinte er einfach nur das zusammenraufen. Mit mehreren Personen, vorausgesetzt sie würden auch zusammenbleiben, wäre diese Mission wohl wesentlich einfacher als nur in einer kleineren Gruppe.
    Nun gab es nur noch zu Bedenken, dass Junko die Handschritft von Yuto bei diesem kleinen Picknick ausmachen könnte, was in dieser Situation wohl erneut die zuvor vollführte Geste von Junko auslösen könnte. Doch damit musste unser Rotschopf wohl einfach rechnen, Junko jedoch auch.
  17. Misumi Kimihiro

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    Es fühlte sich tatsächlich gut an, sich endlich einmal über die eigenen Kollegen auszulassen, und nachdem jeder mehr oder weniger sein Fett wegbekommen hatte beruhigte sich die Yuudari merklich. Während sie auf dem Rücken lag, die Auge der Decke zugewandt, hörte sie nach einer erneuten Phase der Stille leises Klappern von der Hyuuga. Ein schräger Blick hinüber zu de Mädchen, die Yuudari entdeckte, dass das Weißauge… ja, was eigentlich? Eine Box, eine Kanne… sie machte tatsächlich hier und jetzt ein Picknick? Beinahe hätte die Blondine ihren Augen nicht getraut. Mitten auf disem verfluchten Gang packte sie einfache ihre Brote aus? Ihr schmackhaft aussehenden Brote, zusammen mit einem duftenden Tee… Moment, waren das…? Nein, sicherlich nicht, wie hätte eine Shiro auch an etwas von einem Kiri-nin herankommen sollen? Sicherlich sahen die Sandwiches nur genauso aus wie die, die Yuto damals auf die große Mission mitgebracht hatte.
    Und doch… Inoue spürte deutlich ihren Magen rebellieren als sie sah, wie die Hyuuga zu essen begann. Durch ein paar stumme Zeichen gab diese ihr zu verstehen, dass sich die Yuudari ruhig bedienen könne, was sie nach einigen Augenblicken des Zögerns dann auch machte. Ohne ein Wort zu sagen brachte sie sich wieder in aufrechte Position, schnappte sich ein Brot und genehmigte sich eine bis oben hin gefüllte Tasse siedenden Tees. Bei ihrem ersten Schluck hätte das noch heiße Getränk beinahe ihre Zunge verätzt, doch bereits den zweiten konnte sie reuelos genießen. Die Brote standen in Sachen Geschmack ihrem Aussehen ebenso in Nichts nach, was die Yuudari die Umgebung, in der sie sich gemeinsam mit einer geschworenen Feindin befand, fast vergessen ließ.
    Als die Hyuuga dann mit der Nennung ihres Namens ein weiteres Gespräch ins Rollen brachte, kaute Inoue gerade an ihrem vierten, kleinen Bissen. Genüsslich schluckte sie diesen herunter, bevor sie antwortete: „Inoue. Na, schau dich doch mal um: Wir sind hier mitten im Nirgendwo, und wofür? Hier gibt es keine Schätze und keine Feinde – naja, gut, Feinde schon, aber sein wir ehrlich, die Mission hat nicht vorgesehen, dass wir auf den jeweils anderen treffen. Wenn es also weder um Geld, noch um die Verteidigung unserer Grenzen geht, warum kümmern sich dann Shinobi um ein verfluchtes Geisterhaus? Wären wir Priester, von mir aus, aber wir sind Ninja, und ich glaube kaum, dass in der üblichen Stellenbeschreibung für Ninja Fähigkeit auf dem Gebiet der Geisteraustreibung erwähnt werden. Abgesehen davon…“ Kurz dachte Inoue darüber nach, ob sie den Vorfall mit Rei noch erwähnen sollte, entschied dann jedoch dagegen. „Abgesehen davon ist es hier einfach nur staubig, schmuddelig, dunkel und dreckig. Bist du etwa gerne hier?“

    Als einige Augenblicke später Schritte aus Richtung des Kinderzimmers ertönten, war Inoue mit ihrer zweiten Person beinahe fertig. Der vorletzte Bissen rollte gerade ihre Kehle hinunter, da machte eine nur allzu bekannte Stimme auf sich aufmerksam. Ohne sich umzudrehen, tat sie sich weiter an den Resten des Kleinen Essens gütlich, wobei sie Yuto mit vollem Mund ein gelangweiltes „Ah, ist der gute Herr endlich fertig mit seinem wichtigen Gespräch?“ entgegenwarf. Erst als auch der letzte Bissen gemütlich verzehrt war, erhob sie sich um, nickte der Hyuuga so dankbar es ohne Worte und großes Trara ging zu, und wand sich schließlich dem Rotschopf zu. Mit den Händen leicht in die Hüfte gestemmt schaute sie ihren Teamleiter anklagend an.
    „Also Chef, was jetzt? Gehen wir die anderen suchen und verschwinden dann schleunigst, oder lässt du uns noch mehr Geister aufscheuchen?“
  18. Hyuuga Itoe

    Hyuuga Itoe Active Member

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    [FONT=Verdana, sans-serif]Zugegeben, so ganz frisch sah Itoe ja auch nicht mehr aus. Dass sie nicht immer noch dort hinten auf dem Boden lag hatte sie sogar Yuto zu verdanken. Wenn man mal darüber nachdachte war Yuto ein echtes... Weichei. Oder einfach nur netter als die Welt erlaubt. In einem winzigen Moment der Erkenntnis dachte Itoe, dass Yuto ein ziemlich fürsorglicher Teamführer sein musste. Ganz anders als Junko. Doch bevor die beiden einem Vergleich standhalten mussten widmete sich die Hyuuga lieber der Beantwortung der Frage.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Nein, definitiv nicht. Aber sie es mal so: Schickst du nen Priester in diesen Sumpf hier wird er nach kaum fünf Minuten wimmernd in der Ecke sitzen und versuchen auf ihn zufliegende Messer mit Gebeten abzuwehren. Das kann nicht funktionieren. Da haben wir als Ninja schon deutlich bessere Chancen, meinst du nicht? Son Priester würde doch nichtmal durch den Sumpf kommen, geschweige denn diesen elendigen Mücken standhalten.“ Schwang da eine gewisse Ablehnung gegenüber Priestern mit? Ganz einfach. Ja.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Wir müssen eben die Drecksarbeit machen. Das wirklich schlimme ist ja, dass wir uns das hier freiwillig rausgesucht haben als wir auf der Akademie von heroischen Missionen gegen das Böse geschwärmt haben.“ Zumindest hatte Itoe das getan, ob kleine blonde Geisterbeschwörer auch so gedacht hatten war hier die große Unbekannte. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Ein Blick auf die Lunchbox sagte Itoe, dass sie soeben das letzte Sandwich daraus entnommen hatte und die Teekanne hatte sich ebenfalls deutlich geleert. Es war doch erstaunlich wie schnell gutes Essen verschwinden konnte, wenngleich der Hunger stets der beste Koch war. [/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Itoe hörte Schritte und hielt inne, eine halbe Scheibe Schinken hing ihr noch aus dem Mund, wurde aber sofort eingesogen. Sie erkannte die Neuankömmlinge – Yuto und Junko kamen aus einem stillen Kämmerchen getreten. War Itoe die einzige der das … französisch vorkam? Nun da sich jedoch Inoue erhob tat es auch Itoe ihr gleich, raffte aber noch Box und Teekanne zusammen. Die konnte man ja Yuto gleich wiedergeben wenn man schon dabei war. Ihr Blick ruhte allerdings erst einmal auf Junko und Itoes Augenbraue kratzte noch immer ihren Haaransatz an. Deutlich in ihrem Gesicht abzulesen war die Frage, was die beiden da drinnen bitte gemacht hatten.[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Dass die werten Chuunin sich ebenfalls auf ein Picknick eingelassen hatten – wie man es aus Yutos Worten schließen konnte – glaubte Itoe nicht so wirklich, weshalb ein gewisses Maß an Skepsis vorhanden blieb. Auch wenn Yuto einen überaus freundlichen Eindruck machte und die pure Bosheit Soragakures mit jedem verdammten Tag abzunehmen schien. So ein Mist aber auch, nicht?[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Zusammenraffen und verschwinden hörte sich ziemlich gut an in Itoes Ohren. Wie bereits erwähnt: Sie hatte keine Lust mehr und wollte weg. Und dass besagte Lust wiederkam war ziemlich unwahrscheinlich. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Sie machte zwei Schritte auf Yuto zu und streckte ihm Box und Teekanne entgegen. „Danke.“ [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Schon eine merkwürdige Szene die sich hier abspielte aber Itoe dachte darüber schon lange nicht mehr nach. Hatte sie eben mit ner Geisterbeschwörerin die Brote eines Kiri-Nin geteilt – na und? Kommendes nahm diese ungewollte Komik jedoch denn Itoe erinnerte sich an den Vorfall der sie niedergestreckt und in Yutos Arme katapultiert hatte. Der Rotschopf musste gesehen haben was passiert war. [/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Yuto, eine Frage. Wer... oder was hat mich vorhin angegriffen?[/FONT]
  19. Iwamoto Yuto

    Iwamoto Yuto Chuunin

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    Sora
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    Ein romantisches Dinner für zwei bei Kerzenschein. Dazu ein stimmiges Ambiente, sowie mehrere Lagen Staub und morsches Holz inklusive. Eine Beschreibung die wohl nur im ersten Moment und auch wirklich nur in diesem verlockend klingen würde. Sobald aber der Staub und das morsche Holz ins Spiel kommen würde, würde jeder sofort den Kopf schütteln, was ja aber schließlich auch verständlich war.
    Wenigstens stimmte diese Beschreibung mit der jetzigen Situation überein und hatte sogar noch etwas ganz besonderes an sich. Die zwei Personen, die sich bei Kerzenschein nämlich gerade angeregt unterhielten und dabei speißten, waren beide jeweils von der anderen Fraktion. Das schwarzhaarige Mädchen names Itoe aus Shiro, sowie Inoue aus Sora. Beide waren friedlich, sprangen sich nicht an die Kehle und versuchten sich auch nicht gegenseitig mit den belegten Broten zu ersticken, geschweige denn mit der Thermoskanne. Ein Anblick der Yuto erneut beinahe zu einem Seufzer verführte, denn es war einfach nur schön zu sehen, dass sich nicht alle bekriegten, nur weil sie aus der jeweils anderen Fraktion waren.
    Inoue dann schien als erste der beiden auf Junko und Yuto zu reagieren, beide jedoch waren gerade noch dabei die letzten Bissen zu verschlingen. Auf ihre erste Frage hin wusste er nicht wirklich was er antworten sollte, ignorierte diese dann auch eher, da er sich bemühen musste nicht rot zu werden. Nicht nur war sein Gestammel oder generell sein Verhalten nicht wirklich etwas gewesen auf was man hätte stolz sein können... Moment! Wenn sie von dem Gespräch wusste, was genau hatte sie dann alles mitbekommen? Zwei der wohlgehütesten Geheimnisse von Yuto könnten so schnell aufgedeckt werden. Was nun? Schadensbegrenzung musste her, da sie jedoch weder die Beziehung zwischen ihm und Junko ansprach, noch sein Bluterbe, schienen die beiden entweder nichts mitbekommen zu haben oder sprachen es nun einfach nicht an. "Nun...", er legte eine kurze Pause ein, die mehr oder weniger bedeuten sollte, dass sie natürlich mit ihrem Gespräch fertig waren, da sie ansonsten ja nun nicht vor ihnen stehen würden. "... wir sind nicht vollständig. Bevor wir also irgendetwas machen, sollten wir erstmal vollständig sein." Dies bedeutete nun natürlich für die vier anwesenden Shinobi, dass sie ihre restlichen Teamkameraden suchen mussten - Kei, Yuudari Inoue und Asuka. Wo sich diese drei jedoch aufhielten war ungewiss. Theoretisch war nichtmal gewiss ob sie sich noch in diesem Gebäude befanden oder am Leben waren. Yuto hoffte natürlich auf beides. Oh und war da nicht noch etwas weswegen er sich zumindest bei Inoue schonmal entschuldigen konnte? Doch, denn sein schneller Abgang aus dem Schneiderzimmer war nun nicht wirklich das optimalste was ein Teamleiter hätte machen können. "Da fällt mir noch ein..." Doch er kam nicht wirklich weit, da sich nun auch Itoe noch erhoben hatte und ihn nicht nur ansprach, sondern auch noch die Brotbox samt Thermoskanne in die Hand drückte. Beide Gegenstände nahm er wortlos in die Hand und verstaute sie in einer der Schriftrollen, die sich in seiner Hüfttasche befanden.
    Itoe hatte mit ihrer Frage ein recht schwieriges Thema angesprochen, denn er konnte ihr ja schließlich nicht einfach sagen, dass Junko sie aus einem Hinterhalt angegriffen hatte. Für gewöhnlich blickte derjenige, der einen anderen beschützen wollte, just in jenem Moment kurz bevor er etwas diesbezüglich sagen würde, zu eben jener Person, doch genau dies machte Yuto nicht. "Diese Kerze da...", er nickte in Richtung Itoe, da die Kerze momentan noch hinter dieser auf dem Boden stand und die einzige Lichtquelle in diesem finsteren Gang war. "...war die einzige Lichtquelle als du angegriffen wurdest. Da du zu diesem Zeitpunkt direkt vor mir gestanden bist, konnte ich leider auch nicht wirklich etwas erkennen." Wenn Junko dazu etwas hätte sagen wollen, dann würde sie es wohl tun, Yuto hingegen war nicht unbedint davon überzeugt einem Teammmitglied zu sagen, dass es vor wenigen Minuten - wahrscheinlich - von seinem Teamleiter angegriffen wurde. Natürlich wollte Yuto Junko in gewisser Hinsicht auch beschützen - grundsätzlich jedoch würde die Wahrheit in diesem Moment nur die Situation in der sie sich alle befanden, einfach nur verschlimmern.
    Sofern Itoe jedoch einfach nur herausbekommen wollte, wie ehrlich Yuto war - eben weil sie etwas von diesem Gespräch mitbekommen hatte -, so würde sie zumindest in seinem Verhalten keinen Fehler entdecken. Er hatte mit ruhiger Stimme geantwortet, klang sachlich und schweifte nicht wirklich vom Thema ab. Es passierte nicht oft, dass er log, doch das diese Lüge ihm so einfach aus dem Mund gerutscht war, war dann doch etwas überraschend.
    Kurz nachdem er selbst gesprochen hatte, ging er einige Schritte an Itoe vorbei, hob die Kerze vom Boden auf und stellte sich vor die Gruppe. Er war bereit weiterzugehen, natürlich auch weil ihm diese Situation gerade etwas unangenehm war.
  20. Mameha Junko

    Mameha Junko Guest

    Idee zum Picknicken, jaja. Haha. Sehr lustig. Haben auch alle gelacht?
    Manchmal war Junko wirklich versucht, sich an den Kopf zu fassen und Mord und Doria auf den armen Rotschopf und seine verkümmerten Fähigkeiten zur wirklich abnehmbaren Lüge zu schimpfen. Andererseits mochte es sein, dass sie gerade ein wenig voreingenommen war, was Yuto anging, denn irgendwie ganz tief in der untersten Schublade ihres verschrumpelten Herzens hatte sie gehofft, dass er über alle möglichen Dinge wie den Angriff auf Leib und Leben seinerseits sowie die komischen Ereignisse in diesem Geisterhaus vergessen und sie in den Arm nehmen würde. Das war allerdings nicht geschehen, was das junge Mädchen irgendwie ein wenig enttäuschte, ohne dass sie willens war, sich das anmerken zu lassen. Es lohnte an diesem Punkt nicht mehr, frustriert zu sein oder geheime Wünsche zu pflegen. Die Zukunft war ungewiss, würde es bleiben und zuviel darüber nachzudenken würde nach vorliegender Beweislage nur zum Wahnsinn führen.
    Blieb nur noch Itoe, die auf keinen Fall erfahren durfte, von wem sie in einem Anflug von geistiger Umnachtung angegriffen wurde – dafür war Junko die zumindest ansatzweise freundschaftliche Beziehung zur Hyuuga einfach noch nicht stabil genug, als dass diese das vertragen hätte. Mal ganz davon abgesehen neigte Itoe ein wenig zum Dramatisieren und damit auch zum Jähzorn, also war doppelt Vorsicht geboten. Somit wurde routiniert geschauspielert, indem Junko beim Anblick von Itoe erst einmal das andere Mädchen ignorierte und sich sodann Mühe gab, nur die Andeutung von Überraschung und Besorgnis zu zeigen, als sei sie wiederum bemüht, genau diese Eindrücke zu verbergen. Yutos Ausführungen dazu wurden mit steinerner Miene, welche nur bei genauerer Betrachtung einen Hauch von Zweifel und Misstrauen widerspiegelte, beäugt, sodass die Illusion, Junko habe gar nichts mit der Sache zu tun und sie zweifle sogar ein wenig an den Aussagen des Kiri-Nin nahezu perfekt erschien. Jetzt musste man nur noch den Köder schlucken und fertig war die Illusion, während die Konoha-Chuunin gedachte, dieses kleine Geheimnis mit ins Grab zu nehmen. Oder darüber hinaus, je nachdem, wo man landete, nicht wahr?
    Sodann wurde die Aufmerksamkeit der kleinen Blondine zugewandt, welche von Junko einmal mit ungerührter Miene von oben bis unten gemustert wurde. Sie kannte dieses Mädchen: Das war das blonde Mädchen mit dem komischen Umhang, welcher die Chuunin bis dato für einen Medic, eine Genjutsunutzerin oder Ninjutsuschleuder gehalten hatte. Der Medic fiel jetzt entweder diesem Mädchen oder Yuto zu, wobei der Verdacht eher auf ebenjenen fiel, da er mit ziemlicher Sicherheit und Ernsthaftigkeit behauptet hatte, Itoe ginge es wieder gut. Man schickte selten bis nie zwei Medics auf eine Mission, und wenn das Mädchen außerdem über solche Künste verfügte, dann hätte sie diese wahrscheinlich schon an sich selbst angewandt oder zumindest an Itoe ausprobiert, so sehr drängte sich der Eindruck trauter Zweisamkeit auf.
    Der Gedanke wurde im Hinterkopf behalten, während sich Junko dem armen Yuto beim Stottern zuhörte. Meine Güte, der Junge konnte sich ja bald seine Geheimnisse auf die Stirn tätowieren lassen, wenn er nicht alsbald lernte, ein wenig besser zu schwindeln, auch wenn er sich im letzten Moment fing und wie gesagt zumindest die Hyuuga souverän belog. Gut so, damit konnte man arbeiten. Jetzt galt es nur noch, die kleine Blondine ein bisschen einzuschätzen und die Lage von Team Sora ein wenig zu sondieren. Konnte ja nicht schaden, nebenbei ein paar Informationen zu sammeln, wenn man schon mal dabei war.
    Somit trat sie an Inoue heran und bot dieser die rechte Hand zum Aufstehen an – in der linken trug sie ihren Fächer, die war keinesfalls frei.
    „Mameha Junko. Und du bist …?“ Es ging auch höflicher und wortreicher, aber mal ehrlich, war das hier der richtige Ort und die richtige Zeit für irgendwelche gezierten Worte? Nein, nicht wirklich, befand Junko, welche von der Tonlage her wieder in den abgekühlten und distanzierten Tonfall verfiel, welcher den Eindruck erweckte, der Name des Mädchens interessiere sie noch weniger als die mögliche Gefährlichkeit ihrer ganzen Lage.
    „Keine Zeit zum Ausruhen, Mädels. Hoch mit euch. Zeit, unsere Teammitglieder zu suchen.“ Oberste Priorität, ebenso wie man festhalten sollte, wie man hier weiter verfuhr.
    „Ich sehe keinen Grund, dass wir uns hier gegenseitig bekriegen, während die Geschehnisse in diesem Haus noch ungeklärt sind. Ich habe hier noch einen männlichen, dreizehnjährigen Akademiefrischling vermutlich im Erdgeschoss herumstromern. Ich glaube, dass aus ihm einmal ein sehr fähiger Doton-Nutzer werden könnte und wäre sehr dankbar, ihn erhalten zu können. Wer fehlt bei euch noch und auf was müssen wir achten, falls sie vor Angst Amok laufen?“ Platte Lüge im Falle von Kei. Sie wusste, dass dieser ein Metallbluterbe besaß – es stand in den Akten. Allerdings baute sie darauf, dass dieses Doton nicht ganz unähnlich war und behielt die Info erst einmal für sich zurück, während sie ungefähr schilderte, auf welchem Erfahrungsniveau der Junge sich befand, während sie gleichzeitig an Yutos Gefühl der Fairness appellierte, ihr doch zu verraten, was seine Leute denn so ausmachte und wo diese möglicherweise zu finden waren. Wie gesagt, Junko war im Sammelmodus für Informationen, was sie von der schwierigen Lage, ihrer Gefühlswelt und vor allem vor dem Geruch von nassem Hund schützte, der ihr schon wieder in die Nase drang. Sie glaubte, da hinten in der Ecke schon wieder die Schemen dieses verfluchten Wolfes zu entdecken, während sie ihren ganzen Mut zusammennehmen musste, um nicht wie ein kleines Mädchen hinter Yuto in Deckung zu gehen und vor Angst zu wimmern. Sie tötete die Angst mit einer anderen Beschäftigung und Entschlossenheit, zumindest für den Augenblick. Sie wollte nicht an Geister glauben, auch wenn vor gar nicht allzu langer Zeit einer in ihren Hirnwindungen rumgespielt hatte.
    „Danach sollten wir unsere Berichte abstimmen, damit dieser peinliche Vorfall uns alle nicht zum Latrinenschrubben in unseren Dörfern verurteilt.“ Denn man ehrlich: Shinobi, die Angst vor Geistern hatten, würden ohne Zweifel den Kage zu einem Lachanfall bringen. Beide Kages. Mehrere Tage lang, oh ja. Das musste ja nicht wirklich sein, darum sollten sich alle Beteiligten schon einmal darauf vorbereiten, einen frisierten Bericht für den Auftraggeber anzufertigen und diesen einzustudieren. Wenn man schon beschloss, sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten (was nebenbei auch nicht notwendig war), dann richtig.
    Und da glühten immer noch rote Wolfsaugen in der Dunkelheit. Junko zitterte nicht, Junko zuckte nicht zusammen, sondern blieb eisern. Noch nie hatte sie so viel Energie und Mühe auf Contenance aufbringen müssen.
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