Und die Karawane zieht weiter

Dieses Thema im Forum "Reich des Windes" wurde erstellt von Matsuo Ryoichi, 11. Aug. 2011.

  1. **einige Stunden später**


    Sie waren nun schon lange unterwegs, das letzte Licht war schon lange verschwunden und unter ihre Füßen knirschte nur die grobe Straße, die sich wie ein Faden durch die undefinierbare Landschaft zog. Im Licht der Fackeln war wenig zu erkennen, die Wachen konnten wenig mehr tun als darauf acht zu geben dass die Karren in der Mitte blieben. Im Licht der Fackeln sah alles ein wenig unwirklich auch, selbst die Gesichter der Anderen zerliefen mit der Dunkelheit und erschienen manchmal geradezu dämonisch. Ryo atmete tief durch und blickte sich um, außer den angedeuteten Umrissen von sie umgebenden Dünen war nichts zu erkennen aber dennoch war es nicht still. Um sie herum hörte man den Wind und einige Tiere. Ab und zu schrie ein Vogel, irgendwo bewegte sich etwas und woanders, etwas weiter entfernt, hört man Steine poltern.
    Der Chuunin war überwältigt, als wäre hier nie zuvor ein Mensch gewesen. Er und der Söldner Haruto hatten nicht weiter gesprochen. Jeder ging schweigend seiner Aufgabe nach und versuchte die Umgebung im Auge zu behalten. Ryo wusste nicht was die Anderen machten, sah er doch nur den Lichtpunkt von Ren hinter ihm, hoffte aber dass sie sich auf ihre Aufgabe konzentrierten.
  2. Yamamoto Ren

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    Nachdem der Chuunin die Anweisungen für den Abend verkündet hatte, blieb Ren noch etwas unruhig auf dem Platz stehen, entschloss sich aber dann dazu sich noch etwas auszuruhen. Diese Reise würde mit Sicherheit sehr anstrengend werden und da sollte sie nun lieber ihre Kräfte sammeln als diese unnötig zu vergeuden. Sie staunte über den wunderschönen Himmel, der sich langsam rötlich färbte, die glühende Sonne, welche die Gruppe noch mit ihren Strahlen wärmte. Jedoch würde die Wüste bald nur noch vom Mond erleuchtet werden und das hieß, bitterkalte Nächte.

    *

    Nach der Ruhepause fühlte sich sich nicht mehr ganz so erschöpft und bereit für die Reise. Bereit, um die Karawane zu beschützen und ihre Mission erfolgreich auszuführen. Inzwischen schien die Sonne ihren Rücktritt anzutreten und der Horizont hatte sich tiefrot verfärbt. Hätte die Brünette mehr Zeit, um sich die Landschaft anzusehen und wäre sie nicht so nervös, wäre sie nun mit offenem Mund hier stehen geblieben. Zwar hatte Shirogakure ebenso einen prächtigen Sonnenuntergang, doch hier in der Wüste war es nochmal ein ganz anderen Erlebnis. Schon von Weitem konnte Ren die Bogenschützin sehen, welche ihr zugeteilt wurde. Diese stand rechts und machte vergleichsweise einen freundlichen Eindruck. Zwar hatte sie durchaus einen äußerst trainierten Körper und männliche Gesichtszüge, doch auf ihre Art und Weise war sie auch hübsch.

    Gemeinsam mit der ganzen Truppe ging sie zum Fuhrmann, um einige grundlegende Dinge zu klären, zum Beispiel wo im Notfall Wasser zu finden war. Nachdem die Fakel das Gesicht des Genin in einen hellen Schein nahm, machte sie sich sofort auf zu ihrer Position an der rechten Seite.

    »Hai, Ryoichi-san!«, gab sie ihm zu verstehen und eilte schnell zu der Frau mit dem Bogen und Köcher.

    Das Lächeln und die höfliche Geste irritierte die Yamamoto anfangs etwas, doch es war ein Zeichen der Freundlichkeit und bestärkte sie nur in der Annahme, dass die Söldnerin eine gute Gefährtin für diese Reise sein musste. Zurückhaltend gab sie ihr nun auch die Hand, zog diese aber rasch wieder zurück. Der Händedruck war sehr fest, beinahe konnte sie ihre leichten Knochen knacken hören.

    »Konbanwa. Yamamoto Ren, ich freue mich auf … die Zusammenarbeit mit ihnen«, grüßte Ren sie höflich und deutete eine leichte Verbeugung an. Zum einen wollte sie die um einiges größere Frau nicht durch Unfreundlichkeit verärgern, zum anderen hatte sie Respekt und wollte diesen zum Ausdruck bringen. Nach dieser Begrüßung senkte sie schüchtern den Blick, dabei schimmerten ihre Augen im Schein der Fackel golden.

    *

    Inzwischen war die Karawane seit einigen Stunden unterwegs. Die Kälte der Nacht kroch in ihre Kleidung und ließ das Mädchen frösteln. Dennoch biss sie die Zähne zusammen und marschierte weiter. Nebenbei schenkte sie der Bogenschützin immer wieder flüchtige Seitenblicke, um deren Minenspiel zu verfolgen. Die meiste Zeit über blieb ihr Gesichtsausdruck neutral, jedoch gab es Augenblicke in der die Frau sogar etwas nachdenklich wirkte. Bei jedem Schrei eines Vogels und jedem Poltern zuckte Ren zusammen und blickte sich um, dabei stand ihr Panik ins Gesicht geschrieben. Obwohl sie versuchte dieses Verhalten zu unterdrücken, gelang es ihr nicht wirklich. Immer wieder machte sie sich um Skorpione und Schlangen oder einen Angriff auf die Karawane Sorgen. Die Söldnerin zu ihrer rechten musste sie sicher für ein ängstliches, kleines Mädchen halten. Ren konnte es ihr nicht verübeln.

    Schließlich legte sie den Kopf in den Nacken, um den Sternenhimmel zu betrachten. Es waren kaum Wolken am Himmel, sodass sie einige Sternbilder erkennen konnte. Schon als Kind hatte sie immer gerne den Himmel zu verschiedenen Tageszeiten betrachtet, dabei war ihr der Horizont bei Nacht am liebsten.
  3. Kiyama Mura

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    Wie kann man nur so viel Pech haben? Mura konnte es nicht fassen, ausgerechnet er bekam es mit Kisuke zu tun. Obwohl...irgendwie hatte er damit gerechnet, als er sich die Alternativen durch den Kopf gehen ließ. Nun, die Kombination Kisuke-Kayros hatte er selbst zu Recht als puren Wahnsinn bezeichnet. Ren war so schon schnell eingeschüchtert, da musste man nicht noch ihr den Rest geben und sie mit einem unbeherrschten Großmaul zusammenlegen. Zuletzt blieben noch er und Ryo, die beide besser geeignet waren, mit diesem Typen auszukommen. Während er von sich selbst glaubte, dass er durch sein Lächeln und eine distanziert höfliche Art nicht gerade ein leichtes Ziel für Spott oder Reibereien aller Art bot, lagen Ryos Stärken vor allem in seinem Rang, der, wenn man bedachte, welche Fähigkeiten der "Genin" Kayros an den Tag gelegt hatte, umso einschüchternder wirken musste.
    Doch jede Hoffnung wurde zerstört, als Ryo die Ideen von Mura aufgriff und ihn wie befürchtet für diesen unliebsamen Job auswählte. Naja, kann man wohl nichts machen, waren Muras resignierende Gedanken, während er versuchte, mit einem Lächeln eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen und den Ausführungen seiner Teamkollegen zu folgen. Und doch kreisten seine Gedanken immer wieder um das gleiche Thema: Wie kann ich nur dafür sorgen, dass dieser Psychopath mich in Ruhe lässt? Vielleicht kann ich ja mit ihm klar kommen, wenn ich ein wenig unterwürfig wirke? Aber möchte ich das? Ryos Worte waren ja auch keine Hilfe...
    Mehr mit diesem Thema, als mit allem anderen beschäftigt, nahm Mura den weiteren Gesprächsverlauf kaum noch wahr und war beinahe schon überrascht, als der Hiragana die Gruppe verließ. Selbst als kurz darauf Ryo die Besprechung mit dem Hinweis beendete, dass sie alle nun Freigang hätten, war der Kiyama noch immer zu keinem Ergebnis gekommen.


    Unruhige Stunden später

    Zum wiederholten Mal rieb sich Mura die verspannte Schulter und trabte still hinter seinen Kameraden her. So gut es ging, hatte sich Mura einen kommunikativen Schlachtplan überlegt und war schließlich darüber seinen Rücksack als Kissen nutzend eingenickt. Was sich beim Nachdenken und Entspannen als bequem erwiesen hatte, war zu seinem Unglück doch nicht die beste Wahl gewesen. So schmerzte ihn die Schulter schon die ganze Zeit und jedes Reiben und Massieren hatte geringen bis keinen Effekt. Gerade bearbeitete er einen bösen Knubbel und biss sich vor Schmerz auf die Lippen, als in Hauptmann Changs Gefolge auch schon sein Hauptproblem auftauchte. Direkt zeigte Kisuke sich von seiner besten Seite und sah so aus, als wolle er den Ninja aus Sunagakure am liebsten sofort das Herz aus dem Leib reißen. Doch zumindest sparte er sich irgendeinen Kommentar und bewegte sich deutlich ruhiger als zuvor auf seinen Platz zu. Das wird so richtig toll...Nachdem Mura schließlich seine Fackel bekommen hatte, merkte er, wie ihm der Schweiß nur so den Rücken entlanglief. Seine Hände wurden feucht, während seine Beine ihm erst langsam gehorchten und er mehr zu dem kantigen Mann schlich als wirklich lief. Denk an deine Schritte, Mura. Allen Mut zusammennehmend legte der Junge die letzten Meter zu seinem "Partner" zurück und versuchte durch ein kurzes Räuspern zum einen seiner Stimme Kraft zu verleihen und zum anderen Kisukes Aufmerksamkeit zu erlangen. Konbanwa...Es folgte eine kurze Pause und tatsächlich richtete Kisuke seinen Blick auf ihn. Wir hatten noch keine Gelegenheit zum Vorstellen: Kiyama Mura. Ich hoffe, der Vorfall... Schieb ab! Die Worte waren nicht einmal laut ausgesprochen worden, aber doch von einem so drohenden knallharten Tonfall geprägt, der sofort klar machte, wie beide Teamgenossen zu einander stehen würden: Ein Meter von einander entfernt und kein Stück näher. ...dann eben nicht.

    Ein leises Seufzen durchbrach die Stille der Nacht. Seit Stunden hatte Mura nicht ein einziges Wort mit dem Söldner gewechselt und allmählich fing diese Trostlosigkeit an, an seinen Nerven zu zerren. Es graute ihm förmlich bei der Vorstellung auch nur eine einzige weitere Nacht auf diese Weise zu verbringen und dabei war nicht einmal diese um. Dadurch, dass Kisuke sich dem Schweigen verschrieben hatte, hallte jedes andere Geräusch, sei es ein paar Steine oder einige Tiere, so stark in seinem Ohr, dass er mehrfach aufgeschreckt zusammenzuckte. Aus den Augenwinkeln betrachtete Mura vorsichtig den Söldner. Zumindest schien Kisuke Muras inneren Nervenkrieg nicht zu bemerken oder ignorierte ihn einfach. Jetzt heißt es, Zähne zusammenbeißen! Noch einmal rief sich Mura mit diesen Worten zur Ordnung und zog seinen Überwurf ein wenig fester um seinen Körper. Wenn es doch bloß nicht so kalt wäre.
    Zuletzt bearbeitet: 12. Aug. 2011
  4. Hiragana Kayros

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    Der Hiragana schnaubte aus. Langsam beruhigte er sich, dieser Anflug von Wut war doch sonst für ihn eher selten und ungewöhnlich. Vielleicht war es einfach nur schlechtes Karma. Als sich Ryoichi bedankte, betrachtete der Genin gerade Ren von der Seite. Um genauer zu sein, er blickte geradewegs auf ihr rechtes Ohr. Es machte kurz Klick, und dann war es da. Eine normalerweise bekannte Vorgehensweise bei einer Bewachung. Eigentlich untypisch, dass es dem Iryonin nicht eher einfiel. "Wir... wir sollten vielleicht über Funk Kontakt halten. Die Karawane ist zwar nicht so lang, aber wenn einer von uns etwas Ungewöhnliches entdeckt, können wir es den anderen sagen, ohne dass es der potentiellen Gefahrenquelle auffällt. Wenn wir es dann unserem Söldnerkollegen - außer vielleicht Heißsporn Kisuke - im Flüsterton erklären, dürfte unserer Ware noch mehr Sicherheit geboten werden können. Was haltet ihr davon?" Nach einem Mehrheitsentschluss fügte sich die Gruppe der Entscheidung. Danach verstreuten sie sich und gingen ihrer eigenen Geschäfte nach.

    Stunden später. Die Sonne als brennender Feuerball neigte sich langsam dem Horizont entgegen. Die Karawane machte sich auf den Weg, Kayros' sandigem Geburtsort entgegen. Sein Freund hatte das Dorf sehr schön betitelt: Perle des Ostens, und weiß Gott - Kayros war stolz aus Kaze no Kuni zu stammen. Natürlich hatte die Geschichte des Landes gute wie schlechte Aspekte, aber das war schließlich überall so.
    Mura durfte mit Kisuke vorlieb nehmen, während Ren mit der Bogenschützin auszukommen hatte. Ryoichi bekam eine dem Hiragana bisher unbekannte Person an die Seite gestellt, und auch Kayros kannte den Bogenschützen nicht, der sich ihm aber recht schnell als Kenta vorstellte. Kenta trug eine Brille und hatte einen Dreitagebart, dessen Haare nur wenig kürzer waren als die auf seinem Kopf. Kayros schaute den Mann von der Seite an und kratzte sich grinsend am Kopf. "Naja, er hat es ein wenig provoziert. Aber ich sollte etwas reifer handeln. Hauptmann Chang und Ryoichi-Taicho waren beide nicht so begeistert..." Kayros starrte in die kalte Dunkelheit. Wenn sich was tun würde, würde er es bemerken... oder?
  5. Kiyama Mura

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    Nur quälend langsam verstrich die Zeit, sodass allmählich in Muras Augen die gelegentlichen Durchsagen per Funk Highlights gleich kamen, denen er geradezu entgegenfieberte. Was sollte man auch erwarten, wenn man den sympathischsten Söldner als Partner zugewiesen bekam. Aber als wäre die beklemmende Stille nicht schon schlimm genug, kamen sie auch nur mühsam vorwärts. Dabei war es nicht mal so, dass die Straße nach Sunagakure in einem schlechten Zustand war- zumindest so weit Mura es bisher beurteilen konnte-, aber ständig wurden vorne Befehle und Handzeichen gegeben, woraufhin die Geschwindigkeit gedrosselt wurde, teilweise bis zum absoluten Stillstand.
    Die ersten Male war Mura noch aufgeregt gewesen und hatte versucht, mit seinem Augen irgendetwas wahrzunehmen. Doch nie konnte er etwas erkennen oder den Grund für den Halt ausmachen. Vielleicht sind meine Sinne einfach nicht genügend ausgeprägt. Wie peinlich... So etwas bei einem Ninja.
    Irgendwann hatte Mura aber einfach resigniert aufgegeben. Mittlerweile hatte die Reisegruppe fast das zweite Dutzend voll gemacht, ohne dass irgendein Angriff, ein Hindernis oder sonstige Gefahr auszumachen war. So achtete er auch dieses Mal nicht sonderlich auf seine Umgebung, als sie sich mal wieder mehrere Minuten lang nicht mehr bewegten.

    Vielleicht hätte Mura deswegen auch das Geräusch überhört, wenn er auf der Position von Ren oder Kayros gewesen wäre. Aber bei seinen Teamkollegen hatten Nervosität und Professionalität verhindert, dass sie ihrer Aufgabe vernachlässigten. Denn hinter ihnen durchbrach ein Geräusch die Stille der Nacht. Ein stetiges, dumpfes Pochen. Zu rhythmisch, um zufällig zu sein, und dabei immer lauter werdend. Scheinbar näherte sich etwas...
  6. Yamamoto Ren

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    Man konnte zwar noch von keiner Routine sprechen, doch inzwischen hatte sie sich an die beißende Kälte, die frischen Winde und die unregelmäßigen Halte der Karawane gewöhnt. Auf ein Handzeichen und ein Funksignal hin verlangsamte Ren ihre Schritte und hielt schließlich inne bevor sie sich wieder langsam in Bewegung setzte. Welchen Sinn diese ständigen Unterbrechungen hatten, wusste sie nicht und dieser blieb auch die restliche Zeit über fraglich. Vielleicht diskutierte man über einen geeigneten Weg, eine Pause oder Dinge, die rein gar nichts mit der Mission selbst zu tun hatten. Lange dachte die Brünette darüber nach, lauschte dabei mit einem Ohr der beinahe lautlosen Umgebung und wechselte hin und wieder ein knappes Wort mit der Bogenschützin. Es waren belanglose Gesprächsfetzen, wie die Kälte, die Formation der Sterne oder der weitere Verlauf der Reise. Im Prinzip waren es Worte von keinerlei Bedeutung, jedoch gaben sie ihr auf eine gewisse Art und Weise Sicherheit. Als hätte sie jemanden neben sich, der sich etwas auskannte und mehr Erfahrung hatte als sie selbst.

    Doch selbst dieser Gedanke konnte sie nicht beruhigen als ein Geräusch zu hören war. Es war ein relativ rhythmisches Pochen, welches mit dem Herzschlag eines Menschen verglichen werden konnte. Möglicherweise stammte es von einem Tier, aber welches Geschöpft machte solch regelmäßige und dumpfe Schritte? Unsicher warf sie der stämmigen Bogenschützin einen Seitenblick zu und bemerkte, dass sie das Geräusch ebenfalls vernommen hatte. Durch das Funkgerät war nichts zu hören; es rauschte nur leise und beständig. Ob die anderen ebenfalls Panik in sich aufsteigen spürten, wusste Ren nicht. Zumindest Ryoichi und Kayros sollten in dieser Situation ruhig bleiben und einen kühlen Kopf bewahren. Wahrscheinlich war alles halb so schlimm. Mit zusammen gebissenen Zähnen schritt das Mädchen kühn weiter und blickte nicht nach hinten. Jeder überflüssige Atemzug, jeder Schritt, der nicht überdacht war und jede unnötige Bewegung konnte schlimme Folgen haben.
  7. Hiragana Kayros

    Hiragana Kayros Chuunin

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    "Naja, du hast dir nicht nur Freunde und Sympathisanten mit dieser Aktion gemacht, aber man kann es selten allen Recht machen", fand Kenta. Anschließend verfielen die beiden in Schweigen. Es wurde noch kälter, und der Genin merkte, dass er dieses wechselhafte Klima doch schon länger entwöhnt war, als ihm gut tat. Er fror ein wenig unter seinem Mantel, und die Tatsache, dass sie dauernd Pausen einlegten, weil irgendeine paranoide Idee sich in die Köpfe der Händler setzte, hielten ihn auch nicht gerade warm. Aber irgendwie gingen die Stunden um. Es herrschte bei den Shinobi grenzenlose Langeweile, und der Genin fragte sich gerade, ob er versuchen könnte, während des Laufens zu schlafen. Er lächelte bei der Idee, stumpf und schlafwandlerisch durch die riesige Wüste zu ziehen, als ihm plötzlich das Grinsen erfror. Auch Kenta, der vorher gähnend neben dem Jungen hertrottete, schaute irritiert zu dem Shinobi herüber. Ein regelmäßiges, dumpfes Klopfen oder Stampfen zerstörte die Stille der Nacht. Zunächst so leise, dass es alle Anwesenden überhört hatten, dann aber immer lauter werdend, sodass alle wussten, etwas kam näher. Ryoichi sprach fragend den Namen des Iryonin aus, der kurz schluckte und dann erst antwortete: "Ankunft in 40." Kenta starrte nervös hinter sich, die Karawane setzte aber ihren Weg fort. Eine Frage schien alle zu beschäfitgen: Was war das und wie war es gesinnt? Kayros mochte es noch nicht zu sagen.
  8. Kiyama Mura

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    Immer lauter wurde das Pochen und vermischte sich allmählich mit anderen Geräuschen, die an aufeinander klirrendes Metall erinnerten. Selbst Mura bemerkte die Veränderung, denn mittlerweile war förmlich die Spannung in der Luft zu spüren. Schon hatte sein Begleiter die Hand um die Waffe geschlossen und versuchte absichtlich nicht nach hinten, links oder rechts zu schauen, um den lächerlichen Anschein von Ahnungslosigkeit zu erwecken. Doch Mura registrierte dieses nur als mangelhaft zu bezeichnende schauspielerische Talent lediglich am Rande. Viel zu sehr war jede Faser seines Körpers gespannt, während sein Kreislauf nur so das Adrenalin produzierte. Ein Angriff? Aber wer macht seinen Vorteil der Überraschung zunichte, indem er sich schwer gepanzert verrät?
    Doch der Kiyama war nicht der einzige, der sich seine Gedanken machte. So glitzerte in Kentas Hand ein silbernes Messer, dass er seinem Ärmel entnommen hatte, während sein Gesicht ein aufbauend gedachtes Grinsen aufgesetzt hatte, das allein schon durch die hin- und herzuckenden Augen und den nervösen Blick nach hinten Lügen gestraft wurde. Auf der anderen Seite hatte sich der Gesichtsausdruck von Rens Nachbarin, sie hatte sich als Yuki vorgestellt, merklich verändert. Kein Lächeln zierte länger ihre Mundpartie, passend zu ihrem Gesicht, das komplette Konzentration verriet. Zur gleichen Zeit entnahm sie ihrem Köcher einen Pfeil und führte dessen Ende an ihre Lippen, um einige Federn gerade zu rücken. Dabei fixierte sie einen Punkt in der Dunkelheit in der vollen Überzeugung, dass aus dieser Richtung die Geräusche kamen.
    Schließlich hatte sich die Intensität so sehr verstärkt, dass selbst die ungeschulten Sinne der Führer und Kutschleute den ansteigenden Lärmpegel wahrnahmen. Und im gleichen Augenblick war es um jede verdeckte Vorsichtsmaßnahme geschehen, denn der Auftraggeber riss entsetzt den Kopf herum und schrie Ryo an. Wir werden angegriffen! Tut doch was! Seine Stimme überschlug sich formlich, während er mit einem übertriebenen Ruck an den Zügeln sein von der Panik des Besitzers angestecktes Reittier Gehorsam abrang. Ein ...Flieht! war das letzte Wort, das seine Diener noch vernehmen konnten, ehe er auch schon ängstlich davongeritten war. Ein heilloses Durcheinander folgte, in dem die Kutscher planlos ihrem Herrn mit ihren Wagen hinterhereilten, die Söldner überrumpelt versuchten, diese flankierend Schritt zu halten und ein vollkommen verdatterter Ryo sich erst einmal sammeln musste.
    Kayros, nimm Ren mit und überprüft das Geräusch. Wir fangen den Hühnerhaufen wieder ein. Noch während er sich abwandte und von Mura begleitet einige Schritte zurückgelegt hatte, blickte der Chuunin nochmal zurück auf die beiden sich entfernenden Fackeln. Seid vorsichtig.

    Langsam umschloss eine alles verschluckende Schwärze die beiden Genin. Wenn man bedachte, dass vor nicht einmal einer halben Minute die Karawane noch monoton durch die Wüste getrottet war, musste diese Situation geradezu unwirklich erscheinen. Doch das war es nicht, denn noch immer war diese ominöse Lärmquelle zu vernehmen. Zwar noch immer von einem stetigen Pochen dominiert, waren aber noch zahlreiche Geräusche hinzugetreten, die scheppernd und polternd die Stille der Nacht durchbrachen. Überall schienen sich Schatten aus der Dunkelheit zu lösen und doch war es immer nur eine Täuschung der Sinne. Solange, bis plötzlich ein riesiges Etwas in den Schein der Fackeln trat und zum Halten kam. Eine Planwagen, der von zwei Pferden gezogen, scheinbar führerlos durch die Wüste rollte.
    Zuletzt bearbeitet: 9. Sep. 2011
  9. Yamamoto Ren

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    Unruhig und angespannt lauschte sie dem Pochen, dem zunehmenden Klirren und den immer lauter werdenden Lauten. Jede Faser ihres Körpers spannte sich unwillkürlich an, sodass auch ihre Gesichtszüge einen verkrampften und konzentrierten Ausdruck annahmen. Zwar fürchtete sie sich vor der lauernden Gefahr der Wüste, doch wollte sie auch endlich ihr Können beweisen und ihr Versprechen einhalten. Ren suchte nach einer Gelegenheit ihre Stärke und ihren Mut unter Beweis zu stellen und dabei ihren Kameraden den Rücken freizuhalten. Dieser Moment schien nun gekommen zu sein, denn der Auftraggeber schrie panisch einige Worte in die kalte Luft, stieß mit jeder Silbe weißen Dampf aus und riss schließlich wie ein Irrer an den Zügeln. Das Pferd schien die Angst ebenfalls zu spüren, denn es spitzte erst die Ohren und legte diese darauf an, scharrte mit den Hufen und riss den Kopf in die Höhe. Diese Reaktion hatte die Yamamoto nur aus den Augenwinkeln betrachten können, zu sehr fesselte sie das Geschehen hinter ihr. Der Pfeil der Bogenschützin, welcher irgendwo in der Dunkelheit gelandet sein mochte und das Durcheinander, welches plötzlich auftrat als man den Befehl zur Flucht gab. Auf einmal hellwach suchte sie den Augenkontakt zu ihrer Partnerin, doch diese war ebenfalls leicht verdutzt über die Aufruhr und eilte schnellen Schrittes der Karawane nach, um bloß nicht ihre Position zu verlieren.

    »Was geht hier vor sich?«, murmelte Ren und hörte dabei deutlich ihr laut pochendes Herz. Das Blut rauschte so schnell durch ihre Adern, dass sie es deutlich in ihren Ohren pulsieren hören könnte. Noch nie wurde sie mit solch einer Situation konfrontiert, sodass man es als ihr Debüt als Ninja bezeichnen könnte.

    Das Kommando Ryoichis ließ die Brünette aufschrecken, ihre Pupillen weiteren sich und ihre Hände begannen zu schwitzen. Die Kälte der Nacht konnte ihr nun nichts mehr anhaben, zu viel Adrenalin wurde in ihrem Körper produziert und zu sehr wärmte sie die Furcht und gleichzeitig die Vorfreude. Es war ein undefinierbares, aber auch angenehmes Gefühl. Fest umklammerte sie die Fackel mit ihren dünnen Fingern, schluckte und näherte sich Kayros, der ebenfalls in einem erhellten Kreis stand. So hatten sie zumindest etwas Gewissheit darüber wo sie ihren nächsten Schritt setzen würden.

    »Hier bin ich, Kayros-san«, sprach sie leise und doch deutlich zu vernehmen.

    Die Dunkelheit verschluckte die Genin förmlich, trotz der Fackeln fühlte man sich unsicher. Vor allem durch die anschwellenden Geräusche, die nach aufeinanderprallenden Metall klangen. Ängstlich verstärkte Ren den Druck ihrer Finger auf die Fackel und machte sich auf einen Angriff bereit. Ihre Schritte waren schnell und bestimmt, sollten die Unsicherheit in ihrem Inneren vertuschen. Warum hatte man gerade sie dazu bestimmt hier nach dem Rechten zu sehen? Abgelenkt durch diesen Gedanken bemerkte sie erst eine Sekunde später wie etwas in den Schein des Feuers rollte und langsam zum Stehen kam. Ungläubig trat das Mädchen einen halben Schritt zurück, warf Kayros einen Seitenblick zu und musterte den führerlosen Planwagen von oben bis unten. Das Verdeck war etwas rissig, die Pferde etwas schreckhaft. Dass niemand diesen Wagen zog, überraschte sie, genau wie die Töpfe, Kellen, Schilder und Pfannen, die verstreut im Wagen lagen und offenbar den metallischen Klang ausgelöst hatten. Die Anspannung fiel etwas von ihr, war sie sich jedoch noch nicht sicher, ob es sich nicht um ein Ablenkungsmanöver handelte. Aber so aufwendig gestaltet? Ren wollte lauthals anfangen zu lachen, aber das käme in dieser Situation wahrlich unpassend.

    »Kayros-san, … das ist nur ein ... Planwagen.« Wie dümmlich diese Aussage nun klang, aber irgendetwas musste sie doch sagen.

    Ihr Blick wanderte über die vielen Gegenstände bis er auf etwas anderem verharrte. Es war kein im Mondlicht schimmerndes Metall, sondern etwas mattes, schmutziges. Unbewusst trat sie einen Schritt näher an den Wagen heran, versetzte den Pferden damit einen Schrecken, ließ diese jedoch außer Acht. Mit zusammengekniffenen Augen musterte Ren den Inhalt des Wagens bis es ihr eiskalt den Rücken hinunter lief. Guckte da etwa ein nackter Arm und ein unbekleidetes Bein unter dem Gerümpel hervor?
  10. Hiragana Kayros

    Hiragana Kayros Chuunin

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    Noch dreißig Sekunden. Alle Sinne waren bis aufs Äußerste angespannt, auch sein Chakra zirkulierte bereits im Körper, um schnellstmöglich eine Gegenmaßnahme ergreifen zu können. Noch fünfundzwanzig Sekunden. Dann geschah es. Die Geräusche wurden so laut, dass es die Händler auf und in den Karren vernahmen. Ohne mit Chang oder Ryoichi zu sprechen, um zu erfahren, was getan werden sollte, gaben sie sich dem allgemeinen Wahnsinn hin und scheuchten die Pferde auf. Während die Karawanen wegpreschten, versuchte Ryoichi über die Lage Herr zu werden. Schnell gab er Ren und Kayros die Anweisung, das Geräusch auszumachen, während er und Mura mitsamt den Söldnern sich bemühte, die Gruppe wieder einzufangen. Kayros und Ren, die sich mit einer Fackel ausgerüstet hatte, gingen nun also in die entgegengesetzte Richtung wie ihre beiden Kollegen.
    Schweigend gingen die beiden dem Geräusch entgegen, unwissend, was sie wohl erwarten würde. Die Lage war ein wenig beunruhigend, aber der Genin vertraute auf seine und Rens Fähigkeiten. Zwei junge Shinobi mit zwei Fackeln ausgestattet traten durch den Wüstensand, und außer ihren Schritten und dem regelmäßigen Klopfen herrschte Stille. Nicht einmal die andere Karawane war zu hören. Lange sahen die beiden nichts, bis schließlich die Ursache des Geräusches in die Lichtkegel der beiden. Ren stellte nüchtern fest, dass es sich um einen Wagen handelte. Kayros schwieg erst einmal und bohrte stattdessen seine Fackel in den Sandboden, damit sie stehen blieb. Anschließend näherte er sich den Pferden, die aber scheuten. "Hooo! Alles in Ordnung, ich tue euch nichts", sagte der Genin in seiner ruhigsten Stimme, bis er vor ihnen stand. Er hätte ihnen auch erzählen können, was er im Kühlschrank hatte, denn es kam ja nur auf die Stimmlage an, die Worte verstanden die Tiere sowieso nicht. Als er vor ihnen stand, streichelte er vorsichtig ihre Nüstern. Langsam verloren sie ihre Angst und der Genin wagte, sie genauer zu untersuchen. Ren untersuchte den Inhalt des Wagens, während der Genin erstaunt feststellte, dass die Tiere - obwohl sie führerlos waren - nur leicht ausgetrocknet waren. Entweder hatten sie großes Glück gehabt, oder er wusste nicht jede Oase hier in der Gegend. Dabei war es hier ein trockenes Gebiet, und vor der Abreise hatte er sich noch einmal genau die Karten Kaze no Kunis eingesprägt. "Und, Ren-san?", fragte Kayros, und er wollte wissen, was sie im Wagen bereits erspäht hatte, aber als ihren starrenden Blick entdeckte, ging er vorsichtig auf sie zu und folgte ihrem Blick. Auch ihm lief ein eiskalter Schulter den Rücken herunter, und es ging ihm bis ins Mark.
    Ohne Worte räumte der Junge den Körper frei, entledigte sich seines Mantels und wickelte darin den Menschen ein. Kayros spürte dessen Puls, er war also noch am Leben. Zunächst bettete er den Fremden auf den Sand, befühlte seine Stirn und schaute im Licht von Rens Fackel sich dessen Schleimhäute an. Er zeigte die typischen Anzeichen von Dehydration, noch stärker als bei den Tieren. Die zerrissene Kleidung wiesen darauf hin, dass er entweder angegriffen worden war, oder dass er durch weniger Kleidung versucht hatte, sich besser zu kühlen. Fragen konnte der Iryonin noch nicht stellen. Stattdessen holte er seine Feldflasche heraus, träufelte langsam Wasser in den Mundraum des Mannes, ehe er durch leichten Druck ein Schlucken provozierte. Anschließend schloss der junge Mann Fingerzeichen, die kurz darauf die Umgebung in warmes, grünes Licht eintauchte. Shinsatsu no Jutsu drang langsam in den Körper ein, durchfloss alle Organe und Zellen und verbreiteten bereits einen Teil der gerade aufgenommenen Flüssigkeit im Gehirn, der Leber und den Drüsen der Körpermitte. Lächelnd schaute der Junge zur Kunoichi. "Er wird durchkommen. Sieh nur, gleich wacht er auf!" Er hatte keine schlimmen Verletzungen gehabt und ein Koma würde er deshalb auch nicht erleiden. Tatsächlich zuckten schon erste Muskeln unter dem Mantel.
  11. Kiyama Mura

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    [FONT=&quot]Wütend stampfte Mura eine Fackel in der Hand eine Düne herauf und verfluchte einmal mehr das Dasein eines Ninjas. Trotz ihrer Fähigkeiten hatten die beiden beinahe fünf Minuten gebraucht, um die gesamte Gruppe einzuholen und zum Stoppen zu bringen. Doch statt einer Entschuldigung brandete ihnen eine Welle der Empörung entgegen, da sie erst den vermeintlichen Hinterhalt nicht bemerkt und jetzt auch noch ihren Posten verlassen hätten. Auf der anderen Seite versuchte Ryo darzulegen, dass eine kopflose Flucht nicht eine adäquate Reaktion auf eine solche Situation darstelle. Schließlich war auch noch Hauptmann Chang hinzugetreten, nachdem er zuvor seine Männer und Frauen um die Wagen positioniert hatte, sodass nun drei Männer um Kompetenzfragen stritten. So dauerte es auch einige Zeit, ehe Mura, der wie Falschgeld in der Gegend herumgestanden hatte, endlich wieder eine Aufgabe bekam. Denn Ryo nutzte einen ruhigen Moment- es waren die Sekunden, in denen Chang für sich die Postion des Anführers bei Kämpfen forderte-, um den jungen Kiyama anzuweisen, dass er mit einer Fackel auf einen der umliegenden Hügel gehen und dort den noch immer verschollenen Ninjas den Weg zur Karawane zu zeigen. Ein Befehl, der sofort wieder für neuen Gesprächsstoff sorgten, da diese Vorgehensweise ihre Position an den Feind verraten würde. Doch der Chuunin ließ sich nicht beirren und nickte Mura noch einmal bestätigend zu, ehe er auch nur auf die Worte des Karawanenführers reagierte. So war der Kiyama alleine mit seiner Fackel unterwegs und musste an das Erlbete denken. Dieser Karawanenführer war eine Gefahr für sich und vor allem für andere und mehr als einmal fragte er sich, wie dieser Typ es überhaupt geschafft hatte, so lange im Geschäft zu bleiben. Unweigerlich blickte der Junge noch einmal zurück, nur um festzustellen, dass die Nacht schon alle Gesichter verschluckt hatte, sodass nur noch das Licht der Fackeln ihre Position verriet. Zu allem Überfluss hatten sich nämlich einige Wolken vor den Mond geschoben und so der Wüste ihrer letzten natürlichen Lichtquelle beraubt. Ob sie uns überhaupt noch wiederfinden? Langsam aber sicher machte sich auch Mura Sorgen. Vielleicht wäre es sogar beruhigender gewesen, wenn man Kampflärm oder Ähnliches vernommen hätte und damit eine Gewissheit gehabt hätte, was da draußen los war. Nun aber stand Mura auf der Spitze einer Düne und wartete auf igendein Lebenszeichen seiner beiden Teamkameraden.

    Fast einen Kilometer entfernt stand noch immer der Wagen in einer Senke etwas abseits des Weges. So bedrückend die Dunkelheit draußen auch war, war die Lage in dem kleinen, etwas mitgenommenen Wagen aufbauend und erfreulich. In der Tat hatte die Versorgung Kays Früchte davon getragen, denn nach wenigen Minuten machte der erschöpfte Mann langsam die Augen auf. Erst gar nicht reagierend und desorientiert starrte der Patient geradeaus auf die Stoffplane des Wagens, ehe sich die Sehnerven wieder ihrer eigentlichen Aufgabe bewusst wurden und den Raum abtasteten, ehe sie von dem Hiragana zu Ren hinüberwanderten. Das Mädchen fixierend versuchte der Mann etwas zu sagen. Aber schon das Bilden von Wörtern war für den Körper des Mannes eine unglaubliche Anstrengung, sodass erst ein Zucken um die Mundwinkel herum, dann ein Flustern und schließlich ein Wort die Intention des Verletzten verriet:
    ...ser... Wasser...Doch diese kleine Anstrengung der Lippen forderte umgehend seinen Preis als gleich an zwei Stellen die Lippen aufplatzten und ein leichtes, hell rötliches Rinnsal dem Mann am Kinn herab lief. Dies verstärkte nur noch den erbärmlichen Eindruck, den der Fremde bot, da er nicht einmal fähig war, sich das Blut vom Gesicht zu wischen. Eines stand auf jeden Fall schon fest, es würde dauern bis er wieder fit genug war, um wieder die Zügel in die Hand zu nehmen und den Wagen selbstständig zu führen. Wenn man ihn hier allein zurückließ, würde dies den sicheren Tod bedeuten.
    [/FONT]
  12. Yamamoto Ren

    Yamamoto Ren New Member

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    Unruhig beobachtete sie den Iryonin bei der Arbeit, kaute dabei auf ihren Fingernägeln herum und sah dem Bewusstlosen besorgt in das fahle Gesicht. Er musste sicher lange in dem Planwagen gelegen haben, völlig schutzlos und ohne Wasser oder sonstiger Verpflegung. Sie waren praktisch seine Rettung, denn hätten sie ihn nicht bemerkt, wäre er sicher innerhalb weniger Stunden oder gar Minuten gestorben. Das warme, grüne Licht, welches Kayros dem Mann quasi auf die Brust drückte, beeindruckte Ren, sodass ihr Mund etwas offen stand. Es war zwar nie ihr Traum gewesen das Heilen zu erlernen, doch würde sie sich bestimmt intensiver mit diesem Bereich beschäftigen, wenn die Gruppe wieder zu Hause ankam. Doch bis dahin waren es noch lange und mühsame Tage in der Wüste.

    »Hai«, erwiderte die Brünette nickend. Momentan fehlten ihr die Worte, was an sich nichts ungewöhnliches war, jedoch im Augenblick durch den Stress und die Sorge verstärkt wurde.

    Sie machte sich außerdem Gedanken um die Karawane, Ryoichi und Mura. Ob die beiden alleine mit den Pferden, den Wägen, den Söldnern und dem Karawanenführer zurecht kamen, wusste sie nicht genau. Zwar waren sie Ninja, aber dennoch besaß jeder einzelne von ihnen seine persönlichen Grenzen. Ren wickelte sich ihren Mantel etwas fester um den Oberkörper, hielt die Fackel näher am Gesicht des Mannes um gleich darauf eine Regung seiner Gesichtsmuskeln feststellen zu können. Er öffnete scheinbar mühsam seine Augen, blickte die beiden Genin an und versuchte Worte zu bilden. Schließlich schaffte er es undeutliche Silben zu murmeln, die Ren aufschnappte und sofort in die Tat umsetzte.

    »... ser … Wasser ...« Sie rammte die Fackel in den sandigen Boden und kramte ihre Feldflasche aus den Tiefen ihrer Manteltasche heraus. Diese fest umklammernd öffnete sie den Deckel und tropfte etwas Flüssigkeit in den Mund des verletzten Mannes. Er schluckte willig, sodass sie etwas mehr von dem klaren Wasser in seine Kehle laufen ließ.

    Mit einem Ärmel wischte sie ihm vorsichtig die Blutrinnsale von den Lippen, sah fragend Kayros an. Obwohl Ren sich freute, dass sie sich nützlich machen konnte, wusste sie nun nicht mehr weiter. Sollten sie ihn mitnehmen, den Planwagen hier stehen lassen? Aber was sollte aus den Pferden werden, und würde der Mann ihnen nicht nur zur Last fallen? Aber sie würde ihn bei ihrem Titel als Kunoichi nicht hier in der Wüste sterben lassen.

    »Kayros-san … was machen wir nun mit ihm?«, fragte sie leise und warf den Pferden einen Seitenblick zu. Es war eine ziemlich verzwickte Situation.
  13. Hiragana Kayros

    Hiragana Kayros Chuunin

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    Der Genin betrachtete die Behandlung der jungen Kunoichi gewissentlich. Sie gab ihm schon beinahe rührend etwas zu trinken, wischte die leichten Blutgerinnsel aus den Mundwinkeln des Mannes und schaute vielleicht etwas hilflos zu den Tieren herüber. Währenddessen beschäftigte sich der Junge mit der Frage Rens. Nun eigentlich war es nicht so schwierig. Sie mussten ihn befragen, aufpäppeln, eventuell nach Suna bringen. Kayros stand auf und ließ Ren weiterhin bei dem Mann knien. Er zog seine zweite Feldflasche hervor, kramte ihm Wagen irgendwo einen Eimer hervor und füllte den kompletten Inhalt der Flasche in diesen hinein. Anschließend teilte er die Hälfte in einen zweiten Eimer auf und ging dann zu den beiden treuen Reisegefährten des Mannes.
    "Trotz allem Wasserentzugs sehen die Pferde besser aus als Sie", begann der Hiragana, ohne von den Tieren abzulassen. Streichelnd begutachtete er die beiden eingehend. "Was ist passiert?" Weder Ren noch Kayros hatten zurzeit die Muße, um nach Mura Ausschau halten zu können. Zunächst mussten sie Informationen erhalten. Wenn hier Banditen waren - und danach sah der Mann aus - dann war auch die Karawane in Gefahr.
  14. Kiyama Mura

    Kiyama Mura Active Member

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    Im Schein der Fackeln erschienen die Züge des Fremden so blass, dass man meinen konnte, er wolle mit dem Mond um das stärkere Weiß konkurrieren. Aber seine Augen hatten wieder eine gesunde Lebhaftigkeit erlangt, die man durchaus als kleinen, bemerkbaren Erfolg der Pflege deuten konnte. Doch es dauerte einige Zeit, bis der Mann genug Kraft gesammelt hatte, um Kayros' Frage beantworten zu können. Zudem sorgte die ungewohnte Beanspruchung der Lippen immer wieder für kleinere Blutfäden, sodass die Genin nur langsam und bruchstückhaft einige Erklärungen auf ihre Fragen, ob gestellt oder nicht, bekamen:

    A...Aki...Akihiko...Hirata...Händler, waren die ersten Worte, die der Fremde seinem Mund mühsam entringen konnte. Sei es aus Gewohnheit oder Dankbarkeit, aber der Mann versuchte sich anschließend an einer Verbeugung. Doch die Bewegung, die bestenfalls mit einem Heben des Kopfes um wenige Zentimeter beschrieben werden konnte, hatte dem Händler so viel Kraft gekostet, dass er plötzlich wieder zurücksackte. Er hatte das Bewusstsein verloren. Doch schon bald öffnete er erneut seine Augen und man merkte förmlich, wie er sich gegen eine erneute Ohnmacht wehrte. Ich...wollte nach Suna...bin ab...abgekommen. Ein Sturm. Da...Danke. Mit einem freundlichen Blick schaute er zu Ren, die sich in der Zwischenzeit immer wieder behutsam um seine Lippen gekümmert hatte, während er so etwas Ähnliches wie ein Lächeln auf seinen geschundenen Mund zauberte. Verzeiht...die Pferde...alles...so müde. Hiratas Blick wurde immer glasiger, seine Lieder schlossen sich für immer längere Zeiträume, bis auf diese Weise Schritt für Schritt sein Geist wieder in eine barmherzige Schwärze entglitt. Die Informationen waren zwar spärlich, aber dieses Mal würde er nicht so schnell aus seiner Bewusstlosigkeit aufwachen.
    Zuletzt bearbeitet: 22. Sep. 2011
  15. Yamamoto Ren

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    Still schweigend saß sie da, betrachtete abwechselnd ihre Hände und darauf das Gesicht des ermüdeten Mannes. Er wirkte wirklich sehr schwach und konnte kaum klare Worte zu Stande bringen. Während Kayros die Pferde mit Wasser versorgte, blieb Ren auf ihrem Platz und lauschte den Worten des Älteren. Auch sie interessierte es brennend, was mit dem Mann geschehen war und wieso er überhaupt in solch einem schlimmen Zustand unter all dem Gerümpel gelegen hatte. Hoffentlich war er nicht von irgendwelchen Banditen überfallen worden, denn diese würden sich sicher noch in der Gegend befinden und nicht lange zögern, bevor sie die Karawane ebenfalls umstellten. Ein flaues Gefühl beschlich das Mädchen, doch sie versuchte es mit einem Kopfschütteln zu verdrängen.

    Die dünnen Blutfäden, welche aus dem Mund des Fremden flossen, fing Ren vorsichtig mit ihrem Ärmel auf, um den Mann nicht zu verletzen. In ihrem Blick eine Mischung aus Sorge und gewisser Angst. Dann fing er zu sprechen an, die Brünette beugte sich etwas hinunter und schluckte. Er verlor kurz darauf wieder das Bewusstsein, was in ihr Panik weckte.

    »Bitte .. nicht«, flehte sie, und als hätten die Götter ihre Gebete erhört, erwachte der Fremde wieder.

    Sie nickte mehrfach und legte ihre Hand aus Reflex auf die Brust des Mannes. Die Sorgenfalten standen ihr deutlich auf der Stirn, doch versuchte sie sich jedes einzelne Wort einzuprägen und in Gedanken wie ein Echo nochmals wiederzugeben.

    »Sie trifft keine Schuld. Es war der Sturm und ...« Ihre Stimme brach als die Augen des Verletzten glasig wurden, er die Lider schloss und dessen Kopf zur Seite fiel. War er wieder bewusstlos geworden oder war er womöglich .. tot? Nein, Kayros sagte, er würde durchkommen.

    Tränen sammelten sich in ihren Augenwinkeln, hilfesuchend blickte sie sich nach dem Genin um. »Kayros-san! Er ist .. wieder ohnmächtig geworden«, sagte Ren mit leiser Stimme an Kayros gewandt. Ihre Hand ruhte nach wie vor auf dem Brustkorb des Mannes, der sich regelmäßig hob und senkte.
  16. Hiragana Kayros

    Hiragana Kayros Chuunin

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    Kayros schaute in die Schwärze der Nacht hinaus. Skepsis hätte man in seinen Augen lesen können, wenn er einen der beiden angeschaut hätte. Hirata war angeblich in einen Sandsturm geraten, der ihn vom Weg hat abkommen lassen. Aber normalerweise passiert so etwas doch keinen erfahrenen Händlern... Als Ren ihren Kollegen rief, drehte er sich fragend zu ihr um. Als er ihr ins Gesicht blickte, erkannte er den Ansatz der Tränen, und er konnte ihr Leid nachvollziehen. Er versuchte ein aufbauendes Gesicht zu machen und trat wieder zu der jungen Kunoichi und dem bewusstlosen Händler. Dann legte er dem ihm Fremden eine Hand an das Kinn, die andere berührte fast den Solarplexus. Für einen Moment schloss der Genin die Augen und sammelte sein Chakra in beiden Händen. Zum zweiten Mal während dieser Mission sah die junge Yamamoto nun grünlich leuchtendes Chakra, welches der Genin erzeugt hatte, nur dieses Mal war es fühlbar mächtiger und intensiver. Mithilfe von Shosen Jutsu schlossen sich in Sekunden die die aufgeplatzten Blutgefäße der Lippen, die Hautfarbe wurde wieder gesünder und was Ren nicht sehen konnte, das Fieber, die Erreger im Körper und der Wasserhaushalt wurden wieder auf ein normales Niveau reguliert. Leicht erschöpft seufzte der Hiragana-Spross, ehe er sich erhob und Ren anlächelte.
    "Wir nehmen ihn mit", erklärte der Junge. "Wir haben ja denselben Weg." Daraufhin machte er sich daran, den Wagen aufzuräumen. Hirata würde er darin besser transportieren können, und vielleicht fand er ja noch den ein oder anderen Hinweis, der seinen Verdacht erhärten oder außer Kraft setzen könnte. Ren konnte helfen, wenn sie mochte, aber er fragte sie nicht und forderte sie nicht auf. Vielleicht wollte sie ja auch die Gegend erkunden oder beim Händler bleiben.
  17. Kiyama Mura

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    Unruhig trabte Mura von einem Fuß auf den anderen, ehe er doch anfing immer wieder einige Meter die Düne entlang zu laufen. Innerlich verfluchte er sich dafür nicht schon früher dran gedacht zu haben. So hatte die knisternde Fackel Gesicht und Hände mit einer angenehmen Wärme versorgt, aber die Füße waren nun nur noch bessere Eisklumpen. Langsam von einem Prickeln begleitet kehrte wieder ein wenig Gefühl zurück, als Mura seine Zehen vor und zurück bewegte. Ich muss aufpassen. Wenn wir angegriffen werden, muss ich beweglich bleiben. Besorgt schaute Mura hinaus in die Dunkelheit und konnte doch nichts erkennen. Die nicht verstreichen wollende Zeit und die alles erstickende Dunkelheit zerrten an seinen Nerven. Und noch immer kein Anzeichen von seinen Kameraden. Obwohl Ryo ihn um Funkstille gebeten hatte, war Mura doch vesucht, sich über den Befehl hinwegzusetzen. Nur ein paar Worte...selbst wenn sie nur ein Zurechtweisung beinhalten sollten- es wäre egal. Andererseits...Die Streitgespräche waren hinter ihm noch im vollen Gange -zumindest glaubte er es, da Ryo sein Funkgerät auf stumm gestellt hatte und keine Meldung oder Information übermittelt hatte. Wenn er sie jetzt dort in ihrem Gespräch stören würde und sei es nur für eine Meldung, könnte alles Mögliche passieren. Ihr Auftraggeber könnte die Nerven verlieren und wieder in einer kopflosen Aktion sie alle in Gefahr bringen. Nein, Mura würde warten. Noch nicht restlos von sich selbst überzeugt rieb sich Mura Mund und Wange und brütete weiter vor sich hin.

    Ein Geräusch ließ den Jungen aufhorchen. Ein stetiges Tapsen, das aus der Richtung des Lagers kam. Obwohl er überzeugt war, das einer aus der Karawane ihm Infos zukommen lassen wollte, glitt seine rechte Hand hinab zu der Tasche mit den Kunais und sein Körper spannte sich, um gegebenenfalls auszuweichen. Doch schon Sekunden später konnte er erleichtert aufatmen, als statt eines Feindes Ryo in den Leuchtradius der Fackel trat. So erfreut, endlich wieder jemanden zu sehen und vor allem nicht mehr im mehrfachen Sinne im Dunkel gelassen zu werden, sprudelten die Worte aus Mura nur hinaus: Hallo, Matsuo-Kun! Was werden wir jetzt machen? Werden wir die beiden suchen? Ryo verstand wohl die Zeichen der Zeit und bedeutete dem jungen Genin mit Handgesten ruhig zu werden. Wir warten bis Morgen früh, dann werden wir sie suchen, während die anderen weiterziehen. Vorher ist das zu gefährlich. Ryo merkte selbst, wie die Worte auf den Kiyama wirken mussten und fügte hastig eine Erklärung hinzu: Wir könnten uns verirren oder aneinander vorbei laufen. Außerdem ist Kay hier einheimisch. Sollte wirklich was passiert sein, dann ist es besser ihn bei sich... Plötzlich hielt der Chuunin inne und schaute erst wortlos geradeaus, ehe er seinen Kopf drehte und mit zusammengekniffenen Augen die Dunkelheit abtastete. Erschrocken folgte der Kiyama seiner Bewegung, aber er konnte nichts wahrnehmen außer dem stetigen Pochen seine Herzens.
  18. Hiragana Kayros

    Hiragana Kayros Chuunin

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    Im Wagen fand der junge Genin während seiner Ordnung einen Brief. Unschlüssig, ob darin für ihn und sein Team relevante Informationen enthalten waren, drehte er das Papier eine Weile in seiner Hand, eher er bemerkte, dass er bereits einmal geöffnet worden war. Kayros steckte ihn zunächst ein und räumte weiter das Innere auf. Kisten wurden ordentlich gestapelt, verbeulte Töpfe wurden woanders gelagert als die noch unversehrten, und schließlich wurde mit Seilen und Gurten die Ware festgemacht, sodass sie nicht auf den Mann fallen konnten, wenn die Pferde einmal durchgingen. Etwa eine halbe Stunde später, die Sterne waren bereits ein Stück weiter in die Ferne gerückt, trat der junge Medic aus dem Planwagen heraus und blickte zu Ren, die währenddessen wohl die ganze Zeit beim Händler gewesen war.

    Zusammen trugen sie den Mann in den Planwagen, und Kayros begutachtete im Schein der Fackeln den Brief. Es ging um Tipps, was man derzeit im Dorf versteckt im Sand gut verkaufen könne. Der Hiragana zeigte Ren den Brief und fragte sie, ob ihr etwas daran verdächtig vorkäme. "Mir fällt nichts auf, aber sicher kann ich mir auch nicht sein." Nach ihrer Antwort trug er der Yamamoto auf, den Brief wieder in den Wagen zu legen und drinnen bei Hirata zu bleiben, während er den Wagen in Richtung Karawane lenken würde. Sie tat wie ihr geheißen und wenig später waren die beiden schon unterwegs - im Dunkeln. Die Sterne funkelten und der Genin fror ein wenig ohne seinen Mantel, aber er zwang sich, seine Gedanken auf die Karawane zu konzentrieren. Wesentlich leiser als zuvor näherte sich also dieser Transportwagen der Gruppe, und tatsächlich entdeckte er nach einer gefühlten Stunde Reise Fackeln. Im Schein des Feuers konnte der Junge zwei Personen ausmachen, und wenig später identifizieren.
    "Ren-san", rief der junge Mann vorsichtig über seine Schulter zu der Kunoichi, "ich habe Mura-san und Ryoichi-taicho gefunden!" Nun waren die Shinobi wieder vereint.
  19. Yamamoto Ren

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    [FONT=Times New Roman, serif]Nachdem es dem verletzten Mann offenbar wieder etwas besser ging, dieser jedoch nach wie vor bewusstlos auf dem Boden ruhte, atmete sie beruhigt aus. Eine kaum sichtbare Rauchwolke kam dabei aus ihrem Mund und verdampfte augenblicklich wieder. Die Kälte kroch langsam in ihre Kleider, während sie auf dem Erdboden hockte und aufmerksam den Mann hütete. Ren konnte nicht sagen, wie spät es nun genau war, aber nach Mitternacht war es auf jeden Fall. Vermutlich würden die frühen Morgenstunden bald anbrechen und die Sonne würde alles in ein goldgelbes Licht tauchen, die gesamte Wüstenlandschaft zum Kochen bringen. Im Moment war sie noch unschlüssig, ob ihr die Kälte oder die Hitze mehr missfiel. Beides hatte eindeutig seine Schattenseiten.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Der jungen Kunoichi beunruhigte die Tatsache, dass sich die beiden anderen nicht meldeten und scheinbar auch nicht nach ihnen suchten. So weit sollten sie eigentlich noch nicht weg sein; höchstens ein bis zwei Kilometer. Den Blick zwischen dem Mann und Kayros fahrend, vertrieb sich die Yamamoto die Zeit in dem sie versuchte Sternbilder in der Vielzahl an Gestirnen zu erkennen. Doch zu ihrer Enttäuschung bestand zwischen Sternen und Wolken Unterschied, wie wortwörtlich Tag und Nacht, sodass sie kaum eine Erscheinung genauer in Augenschein nehmen konnte. Glücklicherweise gab es knapp eine halbe Stunde später eine Aufgabe für das Mädchen, welcher sie gewissenhaft nachging, wie man es von ihr erwartete. Nachdem sie also ebenfalls den Kopf geschüttelt hatte und Kayros versicherte, dass sie auch nichts an dem Brief entdeckten konnte, nahm sie ihn in die zittrigen Hände und brachte diesen zum Wagen. Dort wurde der Zettel sicher verstaut, bevor Ren sich wieder neben den bewusstlosen Mann hockte und stumm das Ruckeln des Planwagen unter ihr registrierte.[/FONT]

    [FONT=Times New Roman, serif]Nach einer Weile, die sich zog, wie zähes Kaugummi, entdeckten sie eine Reihe Fackeln in der alles verschluckenden Dunkelheit. »Ja, ich sehe sie auch«, bestätigte die Kunoichi seine Worte, als sie vorsichtig über die Schulter Kayros' spähte. Der Planwagen kam langsam zum Stehen, bevor Ren mit einem abgefederten Sprung auf dem Boden landete und den beiden Ninja schüchtern zuwinkte. Sie war einfach nur erleichtert wieder mit ihnen vereint zu sein. Was würde jetzt bloß folgen?[/FONT]
  20. Kiyama Mura

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    Mura musste der Sinnesschärfe des Chuunin anerkennend Tribut zollen. Tatsächlich näherten sich die beiden fehlenden Genin...In einem Planwagen? Der Kiyama war vollends verwirrt und schaute sprachlos von der Düne herab. Erst langsam konnte der Junge Details ausmachen und erblickte Kayros, der auf dem Kutschbock des Wagen sitzend zwei Pferde mit herabhängenden Köpfen führte. Erst jetzt bemerkte Mura, dass er sich zu früh gefreut hatte, denn von Ren war keine Spur zu sehen. Warum saß sie nicht neben dem Hiragana? Als sich der Wagen immer weiter näherte und noch immer keine Spur von seiner Teamkameradin zu sehen war, machte er sich zunehmend Sorgen. War vielleicht doch mehr geschehen, als der erste Eindruck vermittelte? Dass sich der Hiragana verteidigen konnte, hatte er im Laufe der Mission zur Genüge bewiesen, aber Ren hatte manchmal so verloren und unsicher gewirkt. Nur mühsam konnte Mura den Kloß im Hals herunterschlucken, während er zusammen mit Ryo den Hügel hinunter beiden entgegen kam. Der junge Genin fixierte immer noch den Wagen und achtete im Gegensatz zu seinem vorsichtigeren Begleiter gar nicht auf seine Umgebung.
    So zuckten beide Ninjas merklich zusammen, als Ren mit einem Sprung die Ladefläche des Planwagens verließ. Während es aber bei Ryo die Reaktion auf einen potentiellen Angriff war, fielen Mura einfach nur tausend Steine vom Herzen, sodass sich seine Anspannung mit einem Mal vom Körper löste. Mit breitem Lächeln erwiderte er Rens Begrüßung und legte dabei die letzten Meter zu dem Gefährt zurück. Nachdem seine größte Sorge, das Wohlergehen seiner Kameraden, endlich getilgt wurde, geriet überhaupt die Frage nach dem ominösen Gefährt in Muras Blickfeld. Wo zum Henker haben die das den her? Hat es die Geräusche hinterlassen? Ich kann aber gar nicht mehr hören. Die Zeit, die der junge Genin noch mit ergebnislosen Überlegungen vergeudete, nutzte hingegen der Chuunin, um Antworten zu bekommen- ohne auch nur ansatzweise erleichtert zu wirken: Alles in Ordnung bei euch? Erzählt, wo habt ihr denn die Klapperkiste aufgetrieben. Die hält doch nur auf. Überrascht schaute Mura in die Richtung des Teamführers. Eine herziche Begrüßung war das freilich nicht. Auch bemerkte der Kiyama den Ernst in den Augen des Chuunin und erkannte allmählich, dass Ryo auf dem Hügel nicht offen seine Gefühle gezeigt hatte. Hatte er den Genin beruhigen wollen oder gab es andere Gründe? Doch lange blieb der Junge nicht im Ungewissen, was seinen Begleiter beschäftigte. Wir sollten so schnell wie möglich weiter. Ich bin froh, wenn wir diesen ...Auftraggeber los werden. Ganz offentsichtlich war Ryo wütend über das Gespräch, das wohl bei weitem nicht so positiv verlaufen war, wie es von dem Genin erwartet worden war. Doch lange verharrte Muras Blick nicht mehr auf seinen Vorgesetzten, denn Ren setzte zu einer Antwort der zahlreichen Fragen an. Endlich mal eine Erklärung... Das Mädchen konnte sich Muras ungeteilter Aufmerksamkeit sicher sein.