Das Dorf Fokae

Dieses Thema im Forum "Das Regenreich" wurde erstellt von Sanshouuo no Ogami, 7. März 2008.

  1. Suzumiya Rin

    Suzumiya Rin New Member

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    Rin hatte ihre Augen geschlossen, die angenehme Schwaerze umhuellte und beruhigte sie und mit jedem Atemzug senkte sich auch ihr eigener Herzschlag. Immernoch hoerte sie den stetigen Regen gegen die Oberflaeche haemmern, spuehrte den kraeftigen Herzschlag des ueber Taku wachenden Reptils und den erschoepft langsamen Puls ihrer Teamkameradin neben sich.
    Das Positive an ihren Ninjutsus war, das sie sich leicht trainieren liesen ohne stetig Chakra zu verschleudern...jedenfalls das Mitsukeru.
    Sich nebenbei entspannend konnte sie sich darauf konzentrieren, verschiedenste Vibrationen zu differenzieren und katalogisieren, Entfernungen einzuschaetzen, Groeßen der Quellen und produktive Schluesse daraus zu ziehen. Und mit jedem Training wagte sie sich ein Stueck weiter, bis die Eindruecke schliesslich wieder verschwanden...

    Beinaher wie ein mittleres Erdbeben drang eine erneute Erschuetterung zu ihr vor und lies sie mit einem Schlag die Augen aufreisen.
    Starke Schritte, kraeftig, von einem Mann, groß gebaut...und es dauerte nicht lange, da war sie sich sicher, von wem diese Schritte kamen.

    Unweigerlich zeichnete sich ein Laecheln auf ihren Lippen und sie zog sich an der Wand hoch.
    "Sensei." ,begruesste sie ihn, nachdem er die Stille mit einem einfachen "Yo" durchbrochen hatte.
    Sie war froh, das es ihm gut ging...dieses Territorum war zu gefaehrlich, sogar fuer einen Jounin...
    Doch er selbst schien weniger besorgt, wie immer eigentlich, sie hatte garnichts anderes erwartet.


    "Die Gefahr ist bestanden, die Regenwache ist bereits erledigt. Ich nehme an, dass der Regen Chaka orten kann, allerdings nicht den punktgenauen Aufenthaltsort. Deswegen wird es nicht sofort auffällig, wenn sich die bewusstlosen Körper nicht bewegen. Das ist allerdings nur eine Theorie, darum sollten wir uns beeilen."

    Sie nickte bestaetigend, warf einen pruefenden Blick in die Runde, als Ogami sie im naechsten Moment auchschon passierte, der Salamander und ein schwankender Neko ihm folgend. Sie seufzte kurz und setzte sich ebenfalls in Bewegung. Als sie an Saki vorbeikam, reichte sie ihr kurz mit einem Laecheln die Hand und half ihr hoch.

    Die naechste Stunde verging doch etwas schleppend...Taku war halb bewusstlos, ihr achso wertvoller Klient beklagte sich hier und da mal ueber schmerzende Fueße, Saki war viel zu erschoepft und ihre gesamte Konzentration galt wohl momentan noch der Fortbewegung ihrer Beine und...selbst Ogami war merkwuerdig still...jedenfalls bis auf eine knappe Bemerkung ihrer Mission betreffend...

    Die doch eigentlich garnicht so katastrophal verlaufen war? Immerhin waren sie heil ins Regenreich vorgedrungen, hatten den Feindkontakt ausschalten koennen und waren noch alle am Leben. Okay, Ziel der Mission war vielleicht nicht ganz erreicht, aber Neko selbst war dies wahrscheinlich noch am meisten egal...oder wenigstens war es dem Team wohl so ziemlich egal, ob der Trunkenbold noch an seine Reichtuemer kommen wuerde oder nicht...
    Schmunzeln musste sie bei dem Gedanken, wie Ogami vor die Hokage treten und ihr vom Missionsgeschehen erzaehlen wuerde....
    Eigentlich war ja die Situation auch garnicht so toll, immerhin hatte Team Ogami gerade sogut wie die Mission vergeigt...aber ansonsten hatten sie eine mehr als zufriedenstellende Quote! Also wer zaehlte schon diesen einen Fehlschlag...
    Nichtsdestotrotz wirkte Ogami etwas geknickt und sie entschied sich, den Rest des Weges an seiner Seite zurueck zu legen.
    Somit beschleunigte sie ihren Schritt etwas, doch gerade als sie ihn aufgeholt hatte, erhellte sich der Tunnel etwas und Tageslicht drang zu ihnen durch.

    Endlich! Die Grenze...sie waren sogut wie daheim! Oder wenigstens in sicheren Gefilden.
    Mit einem Laecheln auf ihren Lippen blickte sie kurz zu Ogami auf und sprintete die letzten 3 Meter vorraus, bis sie wieder gruenen saftigen Boden unter den Fueßen hatte.
    Zufrieden schloss sie ihre Augen, blickte gen Himmel und lies die wohltuenden Sonnenstrahlen ihre Haut waermen. So langsam hatte sie sogar das Gefuehl, das ihre Klamotten wieder trockneten. Als sie schliesslich auch die Schritte ihrer Comrades hinter sich hoerte und der Salamander sie in einer schlaengelnden Bewegung passierte, oeffnete sie ihre Augen wieder und sah sich um.
    Waelder, Wiese und Felder. Wuesste sie es nicht besser, wuerde sie abstreiten, das dieses Areal noch zum Regenreich gehoerte. Nichtsdestotrotz, denn immerhin waren sie hier an deren Grenzen ins Reich des Windes. Friedlicher, und nicht so..."Regenmaessig"...

    Einige Kilometer weiter am Horizont konnte sie bereits Berge und Wuesten erkennen, ein unglaublich friedliches und beruhigendes Bild...tief sog sie die frische Luft in sich ein, doch musste die Nase ruempfen als der Geruch frischen Blutes dabei zu ihr vordrang. Besorgt drehte sie sich um und ihr Blick fiel auf ihren Sensei, hinab zu seinem blutdurchtraenkten Oberschenkel.

    "Sensei, das sieht schlimm aus...." ,ernsten Blickes musterte sie seine Wunde waehrend sie einen Schritt naeher trat, "Ich kann mir das kurz ansehen bevor wir weiterziehen...
  2. Reflexartig hob der Jounin seine Arme, um sich von der durchdringenden Helle der Sonne zu schützen. Er war auf die Dunkelheit des Tunnels eingestellt und das plötzliche Licht schmerzte in seinen Augen. Nach einigen Sekunden allerdings ließ der Schmerz nach und die Umgebung nahm scharfe Umrisse an: Es war ein vertrocknetes Stück Wald. Obwohl noch immer einige Grashalme vor grüner Farbe strotzten, färbte sich der Boden unter ihnen allmählich braun. Ein kurzer Blick verriet Ogami, dass sie sich nahe der Grenze zum Windreich befanden. Hätte sich der Teamleiter nicht in Konoha die Landschaftskarten angesehen, so würde er glatt behaupten, dass dieses einsame Viertel nicht mehr dem Regenreich angehören würde. Er stutzte für einen Augenblick, als Rin ihm ihre Hilfe anbot. Eigentlich war die Wunde nicht sehr tief, doch er wollte nicht unfreundlich sein und ließ das Mädchen arbeiten. Ihr Griff war sehr sanft und als sie ihn verarztet hatte, bedankte er sich. "Wir sind außerhalb des Einflussbereichs der Regentechnik." meinte er aufmunternd und nickte seinem Team zu. Gleichzeitig fiel ihm ein großer Stein vom Herzen und er atmete auf: Sie hatten es geschafft. Um sich noch einmal zu vergewissern, dass sie nicht verfolgt wurden, legte er eine Hand auf den Boden und suchte nach Chakraquellen. "Wir sind auch nicht verfolgt worden, unser Plan ist aufgegangen." fuhr er fort und wollte damit seine Schüler motivieren. Das Regenreich ist bestimmt kein Ort für so junge Shinobi. Trotzdem bin ich glücklich darüber, dass sie diese Erfahrung heil überstanden haben. Er betrachtete das Team, das sich in der Sonne trocknen ließ. Das war die erste Mission mit Feindkontakt in Form von anderen Ninjas. Es war eine sehr wichtige Mission für einen Genin.

    Ogami beschloss, eine kleine Pause einzulegen. Der Goldschmied ließ sackte zusammen und krabbelte in den schützenden Schatten eines Baumes. "Die Dorfbewohner haben Euch nicht gesehen, wie Ihr den Tunnel betreten habt?" fragte er behutsam und hockte sich neben Neko hin. "Dein… Klon hat darauf geachtet, ungesehen zu bleiben." antwortete er knapp und nahm einen Schluck Wasser aus einer Flasche. Der Jounin schüttelte bestätigend den Kopf und nach einigen Minuten rief er die gesamte Truppe zusammen. Sie gingen eine gute Viertelstunde nordwärts und gelangten danach zu einer Weggabelung. "Hier endet unser Begleitschutz. Wir befinden uns nun im Windreich, wo ihr von den heimischen Grenzpatrouillen aus Sunagakure geschützt seid." Der Klient schien nicht besonders glücklich zu sein, die vor ihm liegende Wüste zu durchqueren, doch er senkte seinen Kopf und nickte danach. "Die Mission ist zwar unvollständig ausgeführt worden, doch Ziel war es, Euch hier abzuliefern, huh? Außerdem habt ihr einen kostenlosen Roman mit Unterschrift von mir erhalten." Ogami lächelte und klopfte dem Mann auf die Schultern, doch Tränen standen ihm in den Augen und tröpfelten zu Boden, wo sie verdampften. "Ich wollte es nicht sagn’, aber ich muss es tun." meinte er niedergeschlagen und brachte es nicht fertig, einem Mitglied aus dem Team in die Augen zu blicken. "Sinn meines Auftrags war es ja, dass ich noch mein Geld aus meinem alten Haus holen kann." fuhr er fort und sein ausländischer Akzent, den er bisher gut unterdrückte, wurde nun sehr deutlich. "Ich wollte euch eigentlich zum Gefängnis führen, wo sie meine… Tochter eingesperrt haben." Seine Lippen schwollen an und er kehrte dem Salamanderdämon den Rücken zu. "Ich dachte, ihr würdet sie nicht dort lassen. Ich wollte sie nur wieder in den Armen halten. Doch dann… Ihr habt euer Leben für mich eingesetzt, das vergesse ich nicht. Darum musste ich euch die Wahrheit sagen."

    Schweigen trat ein, nur der Wind blies unaufhörlich und ließ Ogamis Umhang empört in der Luft zappeln. Der Jounin trat vor und legte eine Hand auf Nekos Schulter. "Diese Aktion…" sprach er, doch unterbrach und schluckte. Für den Bruchteil einer Sekunde malte er sich aus, welche Folgen die Torheit ihres Klienten gehabt haben könnte. Mit dieser trickreichen Regentechnik hätten sie innerhalb kürzester Zeit das halbe Dorf am Hals gehabt. Wut staute sich in ihm auf und er packte die Schulter fester, sodass sich seine Finger tief in Nekos Fleisch bohrten, doch dieser rührte sich nicht. Wieder einmal wurde ihm bewiesen, dass er sein Vertrauen leichtfertig verschenkte. Ogami war von sich selbst viel enttäuschter als von Neko; abermals begann er denselben Fehler und war unfähig, zu lernen. Doch was sollte er tun? Er konnte nicht jedem Klienten misstrauen, denn diese wurden ja von Konoha überprüft. Konoha misstrauen und damit seine Heimat verraten? Es war ein verdammter Teufelskreis und immer, wenn er einen neuen Grund fand, Misstrauen zu säen, wurde dieser von einem Weiteren übertrumpft. Ein heißes Gefühl breitete sich in seiner Brust aus und ihm wurde schlagartig bewusst, wie unerfahren er als Teamleiter eigentlich war, schließlich war diese Konstellation nach Sagara und Hikari erst sein zweites Geninteam. Wie sehr sehnte er sich nach den tröstenden Worten seines Senseis, der immer die Verantwortung für ihn hatte…

    …Sanshouuo no Ogami blickte dem Mann tief in die Augen und er empfand pures Mitleid. Neko hatte nicht eigensinnig gehandelt, sondern das Wohl seiner Tochter für wichtig empfunden. Hatte er am Anfang der Mission nicht selbst gesagt, er würde für die Freiheit seines Kindes sterben? Es waren jene Beziehungen, die den Goldschmied so handeln ließen, die auch er selbst, Ogami, verantwortlich für drei Leben, so schätzte. Hätte auch er, Ogami, so gehandelt wie Neko? Bestimmt nicht. Allerdings konnte er sich mit Nekos Verzweiflung identifizieren, denn mit genau dieser Verzweiflung hatte auch er zu kämpfen. Sein Griff löste sich von den Schultern des Klienten und er tapste ihn sanft an. Sein Vater ist nicht mehr, Kain ist nicht mehr, der Dritte ist nicht mehr. Alle gingen dahin, um Personen zu schützen. Es war an der Zeit, sich nicht mehr nach einer schützenden Hand zu sehnen, sondern selbst eine schützende Hand zu werden. Er musste die Verantwortung schultern, der er sich bis dahin bewusst war, aber deren Sinn er jetzt erst begriffen hatte. Auf diese Weise kam es dazu, dass die Mission zwar sehr wichtig für die Genin war, aber noch viel wichtiger für einen jungen Jounin.

    "Lebe wohl, Neko-san."

    TBC -> Konoha
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28. Apr. 2008
  3. Suzumiya Rin

    Suzumiya Rin New Member

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    Vorsichtig kniete sich die junge Genin zu ihrem Sensei, musterte die Wunde an seinem Oberschenkel. Ihre Finger tasteten sich an den Schnitten und Rissen seiner Hose entlang, blutgetraenkter Stoff der ihr die Sicht auf seine Verletzung versperrte.
    Waehrend sie mit einer Hand den Stoff ueber der Austrittswunde auseinander hielt, zog sie mit der anderen eine ihrer Schriftrollen aus der Tasche und entrollte sie. Sie griff sich die Schere und schnitt ersteinmal die durchtraenkten Reste des Risses ab. Schliesslich benetzte sie ein kleines Tuch mit einer alkoholischen Loesung aus einer der kleinen Flaeschchen, die sie in der Rolle verstaut hatte, und tupfte vorsichtig das Blut ab um gleichzeitig die Wunde zu desinfizieren.
    Ein kurzer Rundumblick verriet ihr, dass sich die Gruppe im Moment wohl fuer einige Minuten unter den waermenden Sonnenstrahlen entspannte, also konnte sie sich wohl noch einen Moment Zeit lassen.
    Weiter griff sie zu einer kleinen Dose, eine heilungsfoerdernde Salbe aus Kraeutern und verschiedenen Mineralstoffen, schmierte eine dicke Schicht auf seinen Oberschenkel und verstaute den Rest, bis auf eine Rolle Verband, wieder im Papier. Zwei drei weitere kurze Handgriffe und der Oberschenkel war verbunden und duerfte auch, bis sie wieder in Konoha waren, keine Probleme mehr bereiten.

    Zufrieden laechelte sie und stand auf, nur um sich auch gleich wieder auf den warmen Wiesenboden niederzulassen und ebenfalls noch einige Minuten zu entspannen.
    Die Nachricht, das sie vorerst wohl in Sicherheit waren, beruhigte sie. Ein weiterer Kampf gegen eine RegenNinGruppe wuerde wohl nicht ganz so prickelnd enden...
    Schliesslich setzten sie nach einigen Minuten ihren Weg fort, in Stillschweigen, doch diesmal keiner unangenehmen Stille. Sie kamen an eine Weggabelung, und Ogami ergriff erneut das Wort.

    "Windreich..." Mit einem Laecheln schloss sie ihre Augen und lies sich das Wort auf der Zunge zergehen. Windreich bedeutete vertraute und sichere Gefilde! Endlich...
    Die Stimme Nekos stoerte sie etwas in ihren doch so friedlichen momentanen Gedanken, doch konnte sie einfach nicht umhin, seinen Worten Aufmerksamkeit zu schenken.
    "Ich wollte euch eigentlich zum Gefaengniss fuehren?"
    Verstand sie diesen Kerl da gerade richtig? Er wollte Ogami und das Team ausnutzen um seine Tochter zu befreien? Sicherlich gehoerte auch soetwas zu ihren Aufgaben, aber als Neko die Mission bei der Hokage in Auftrag gegeben hatte, haette er diesen Teil auch schildern koennen...oder war er etwa zu geizig? Missionsauftraege solchen Ausmaßes mussten hoeher eingestuft werden und waren daher auch teurer. Aber war ihm etwa das Leben seiner Tochter zu teuer?? Auch wenn er das Geld nicht gehabt haette...das ist keine Ausrede.
    Mit hochgezogener Augenbraue oeffnete sie langsam wieder ihre Augen, musterte den alten Mann skeptisch und ruhte mit ihren Blicken auf ihm.
    Eine Befreiungsaktion...Rin fuehlte Mitleid mit seiner Tochter, die dank seines Toerrichten Handelns jetzt wahrscheinlich in diesen Zellen verrotten konnte...

    Angewiedert drehte sie sich weg, verschraenkte ihre Haende hinter ihrem Ruecken und blickte in die Weiten der Gebirge Sunas. Ein ZweitageMarsch und sie muessten die Grenzen des Blaetterreiches erreicht haben, von dort aus waren es nurnoch einige Stunden und sie konnte sich endlich wieder in ihr bequemes und heimisches Bett legen...

    Ein "Lebe wohl Neko" drang schliesslich an ihre Ohren und sie horchte auf, drehte sich zu dem Klienten und ihrem Sensei und stellte erfreut fest, das sie sich nun wohl endgueltig verabschieden wuerden. Ein zufriedenes Laecheln auf ihren Lippen trat sie einige Schritte zu ihnen, verneigte sich kurz hoeflich vor dem Mann und wartete, bis er schliesslich ausser Sichtweite war.

    Ohne weiter Zeit zu verlieren setzte sich auch schliesslich ihr Sensei wieder in Bewegung Richtung Heimat und das Team folgte ihm....


    tbc: Konoha