Endloses Sandmeer

Dieses Thema im Forum "Reich des Windes" wurde erstellt von Tatsumaki Hei, 9. Feb. 2015.

  1. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Genin

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    [ Die uralte Kathedrale ]​

    Hei strich sich durch die Haare, während er jetzt wieder den Weg aufnahm, den sie gestern ja schon angefangen hatten, sozusagen. In Richtung des Ausgangs des Dorfes Sunagakure, denn trotz der Tatsache, dass er gestern vielleicht Flugerlaubnis gehabt hatte, hieß das ja nicht, dass dem heute genauso war. "Hast du irgendwie gesehen, was für ein Potential in den beiden steckt?", fragte er nach, mit dem Blick in Richtung Mari. "Zumindest Chakratechnisch sollte das Byakugan das doch erkennen können?" Nachdenklich sah er in den blauen Himmel, auch, als sie die Klippen passierten und durch den Spalt in den Gesteinsformationen gingen. Als sie endlich wieder draußen standen, lächelte der Tatsumaki leicht. "Na, dann wollen wir mal... mal sehen, ob ich das noch finde." Er formte ein Fingerzeichen, ließ seine Sandwolke entstehen und ließ sich mit seiner Freundin darauf nieder. Die Wolke stieg ein Stück höher, so dass man sofort merken konnte, dass es ein klein wenig kühler wurde. Das war ja auch der Grund, warum sich viele Wüstentiere mit langen, staksigen Beinen ausgestattet hatten - im Laufe der Jahrtausende, natürlich. Wüstenfüchse, Skorpione... im Verhältnis zu ihrer Körpergröße hielt sich jeder von dem Boden, der nahezu durch die Hitze brannte, fern. So hielt es Hei nun auch und Mari nahm er natürlich gleich mit, als sie sich im Eiltempo entfernten. Suna ließen sie hinter sich, und flogen... ins Nichts, förmlich. Die Oasenstadt lag hinter Suna, das war nicht die Richtung, in die sie sich aufmachten. Aber auch nicht in Richtung des Gras- beziehungsweise Feuerreiches. Nein, es war einfach ins Nichts, und Hei orientierte sich alleine mit Hilfe seiner Intuition und einigen kleinen Hinweisen, die aber durch die Jahre im Sand nicht wirklich mehr da waren - zum Teil. Einige größere Gesteinsformationen waren noch zu erkennen, manchmal schien er in der Ferne etwas auszumachen und nickte. Die Hitze hier draußen war zwar immer noch erbarmungslos, aber die absolute Stille und das Flirren machte es nicht wirklich besser. Wirklich, jemand der hier länger als ein paar Tage überleben wollte, brauchte einfach einen Kommunikationspartner, sonst erdrückte einen die Stille. Das einzige Geräusch, was zu hören war, war der sanfte Luftzug, der über die endlosen Weiten der Wüste huschte und wie kühles Wasser auf der Haut wirkte. Hei lächelte leicht, hatte mittlerweile schon dafür gesorgt, dass ein Teil des Sandes wie ein Sonnenschirm fungierte und somit besonders Mari vor dem gleißenden Ball am Firmament schützte. "Wenn ich dich nicht ein wenig von der Sonne fernhalte, halten die dich bald für einen Abkommen aus dem Reich der Blitze oder so - oder aber sie halten dich für einen geborenen Suna-nin und mich für einen hellhäutigen Kellerjungen." Kichernd sah er nach vorne. Es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis sie da waren. Mit einem Mal wurde der Tatsumaki einer kleinen Kuppel gewahr, die sich aus dem Wüstensand erhob. Kaum zu sehen, weil sie eine ähnliche Farbe wie der Sand hatte. Hei hatte aber ja genau danach gesucht und landete daneben. "Diese Kuppel... sie ist nur ein kleiner Teil des Gebäudes", erklärte er, leckte sich über die Lippen. Es war ein seltsames Gefühl, hier... wenn man wusste, was sich darunter noch verbergen konnte. War das Angst? Nein... Aufregung. Hei spürte, wie wie von selbst ein Lächeln auf seinem Gesicht spross. "Ich bin noch nie wirklich hineingegangen, nur einen Blick habe ich hineingeworfen. Man kann sich hineinbewegen: Dort drin ist kein Sand. Es ist ziemlich resistent gebaut worden, Fenster findet man kaum. Klar, die, die da sind, sind kaputt: Aber Sand verhält sich nicht wie Wasser, wie du ja weißt." Er führte Mari zu einer Ecke der Kuppel, und nach einem Fingerzeichen schaufelte sich der Sand wie von selbst beiseite und eröffnete einen kleinen Spalt, durch den man schlüpfen konnte. Das getan, fanden sich die Jugendlichen in einem Raum wieder, der wohl unter der Kuppel gelegen hatte und früher vielleicht mal so etwas wie ein Glockenraum gewesen war... oder so. Das Holz, welches verwendet wurde, war sehr hochwertig, weshalb man darauf noch stehen konnte. Hei lächelte leicht, sah zu Mari, wollte wissen, was sie von der Sache hielt. "... da geht es weiter... runter." Er sprach leise, als ob er keine Toten wecken wollte. "Es ist ein ziemlich unheimlicher Ort, finde ich, aber... faszinierend. Wer weiß, wie lange der hier schon in der Wüste vergraben ist?" Seine Augen funkelten ein wenig, und da war vielleicht der Wissenschaftler und Geheimnisgräber in Hei erwacht. "Was für Geheimnisse in dieser alten... Kathedrale wohl verborgen sind?" Er lachte leise, nahm dann die Hand der Hyuuga. "Komm', lass' uns sehen, wie tief wir kommen." Er führte sie zu der Treppe, die in die Tiefe führte. Es war durchaus interessant: Je tiefer sie in die Kathedrale vordrangen, desto kühler wurde es. Tatsächlich fröstelte Hei ein wenig, als sie ein paar Stockwerke tiefer waren. Schließlich kamen sie an das Ende der Treppe an, an dessen Ende... es tief hinab ging. Sie befanden sich am Rande einer kleinen Abschlusskuppel, unter der es wohl mal eine Leiter gegeben hatte. Hei grinste. "Hier wäre Schluss... wenn wir nicht ein Transportmittel hätten!" Er formte wieder ein Zeichen und kurze Zeit später sanken er und Mari in die Dunkelheit unter ihnen, die ziemlich durchdringend war. Hei ließ es sich nicht nehmen, eine Flamme auf seiner Handfläche erscheinen zu lassen. Die Ausmaße der Kathedrale war gewaltiger, als Hei erwartet hatte. Große Säulen links und rechts von der Sandwolke ließen darauf schließen, dass das Gebäude nur wegen dieser Bauweise überhaupt die Sandmassen tragen konnte. Hei vermutete, dass das hier älter war als er gedacht hatte. "Hmm...", murmelte Hei, kramte in seinen Klamotten herum und holte schließlich eine Schriftrolle hervor, aus der er einige Fackeln hervorzauberte. Heute morgen hatte er natürlich noch daran gedacht gehabt, wohin sie noch wollten. Und ein Abenteurer wollte vorbereitet sein! Er steckte eine an, gab sie Mari und steckte sich selbst eine weitere an. Schließlich waren sie am Boden angekommen und Hei pfiff leise. Der Ton verlor sich in der großen Halle. "Das ist erstaunlich", murmelte er. "Ich war noch nie so tief hier drin", meinte er dann. Das Licht der Fackeln erhellte gerade so mal ein paar Meter der Dunkelheit, danach wurde es schon wieder kaum sichtbar und Schatten schienen gerade so am Rande der Sichtbarkeit hin- und her zu huschen. Ab und zu hörte man das Klicken und Klacken eines Skorpiones, der sich entfernte, aufgescheucht durch die beiden Eindringlinge. Und genau das schienen sie ja auch zu sein. Aber Hei wäre nicht er selbst gewesen, wenn er hier nicht forschen hätte wollen. "Hime, kurzer Byakugan-Check? Wie tief sind wir?"
    Zuletzt bearbeitet: 9. Feb. 2015
  2. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Genin

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    Nao und Chiyoko waren zwei interessante Kinder, ohne Frage. Sie bargen Potenzial und - noch viel wichtiger - den nötigen Willen, Dinge zu erreichen. Sie wollten lernen und sich verbessern, allerdings schien ihnen ein Mentor zu fehlen, der ihnen half. Es war schön und gut, dieses persönliche Training, doch an gewissen Stellen war es unmöglich, ohne Unterstützung weiterzukommen. Warum die Beiden die Akademie wohl abgebrochen hatten? Es war Mari immer noch ein Rätsel und sie nahm sich vor, es bei der nächsten Begegnung mit den Kindern noch einmal anzusprechen. Hei und die Hyuuga kamen ihnen bereits entgegen, da war es das Mindeste, die Wahrheit zu sagen. Man musste schließlich wissen, womit man zu arbeiten hatte, nicht? Als der Tatsumaki nachfragte, was die 16-Jährige mit ihrem Byakugan als Potenzial in Chiyoko und Nao erkannt hätte, musste sie milde lächeln. „Ich hatte mein Doujutsu nicht aktiviert.“ Die weißen Seelenspiegel wirkten ein wenig amüsiert darüber, dass der Schwarzhaarige auf dieses Detail nicht geachtet hatte. Oder hatte er es schlicht vergessen? „Also nein, keine Ahnung. Ich kann es bei Gelegenheit morgen nachholen. Die Beiden werden morgen mit Sicherheit auf uns warten, ganz gleich, ob sie die Technik bis dahin beherrschen oder nicht.“

    Kurze Zeit später befanden die Jugendlichen sich außerhalb von Sunagakure und Hei beschwor seine Sandwolke. Sie flogen über die weiten Sanddünen hinweg und auch, wenn es Mari schwerfiel, eine genaue Orientierung zu behalten, so bemerkte sie zumindest, dass dies eine Richtung war, die sie zuvor noch nie in der Wüste eingeschlagen hatte. Hier ging es nicht zum Feuerreich und auch die Oasenstadt hatte in einer anderen Richtung gelegen. Wo wollte der Suna-Nin hin? Mari blieb keine andere Möglichkeit, als abzuwarten und in die Ferne zu sehen. Irgendwie.. sah hier Alles ähnlich aus. Der Hyuuga fehlten Punkte, an denen sie ausmachen konnte, wo sie sich befand. Ein Seitenblick zum Tatsumaki verriet, dass dieser eher wusste, woran man sich inmitten der Wüste zu orientieren hatte. Aber was erwartete die junge Frau auch? Sie kam nicht von hier und würde das hier auch niemals als eine Art Zuhause ansehen. Es war ein interessanter Ort, der sie fortbildete, aber in ihr steckte anderes Blut. Ein sanftes Lächeln der Dankbarkeit, als Hei einen Sandschirm erstellte, der die stärksten Sonnenstrahlen abfing. Es tat gut und er hatte durchaus Recht - Mari war in den vergangenen zwei Tagen deutlich dunkler geworden. War sie jemals so dunkel gewesen? Gab es keine Grenze? Irgendwann hatte die Haut vermutlich das Maximum an Bräune erreicht. Nach einer ganzen Weile des stummen Wartens kam eine Kuppel im Sand zum Vorschein. Nein, Mari hätte diese nicht auf Anhieb erkannt, hätte der Kollege nicht darauf aufmerksam gemacht. Wie war er als Kind hierher gekommen? Ohne die Sandwolke war es doch unmöglich.. ach, egal. Der Schwarzhaarige hatte schon seine Möglichkeiten gehabt, daran zweifelte die Hyuuga mittlerweile nicht mehr. Sie landeten neben dem Überbleibsel eines noch viel größeren Gebäudekonstruktes und nach kurzer Einführung formte Hei Fingerzeichen, sodass der Sand sich an einer Stelle von alleine beiseite schaufelte. Zugegeben - Mari war skeptisch. Nicht, dass sie Angst empfand, eher Respekt vor der Situation. Sollte man da einfach so reingehen? Die junge Frau hatte keine Ahnung, wie viel Gewicht solche Gebäude aushielten. Und wie instabil es vielleicht in Wirklichkeit war. Als die weißen Augen zum Suna-Nin wanderten, konnte Mari dort Erwartung, Aufregung und Spannung erkennen. Natürlich brachte sie es da nicht übers Herz, etwas gegen das Vorhaben zu sagen. Außerdem sollte Hei sich hier besser auskennen als sie, nicht? Sie vertraute darauf, dass ihr Freund wusste, was richtig war und was nicht. Sie ließ sich somit ohne Gegenwehr mitziehen, bis sich die Jugendlichen inmitten der Kuppel befanden. Dabei beließen sie es allerdings nicht, sondern drangen noch tiefer hinein und Mari spürte, wie es zunehmend kühler wurde. Es fühlte sich merkwürdig an - das Wissen, dass tonnenweise Sand über einem lagen. Und wenn es dumm lief, könnte nicht einmal das Kaiten helfen. Nicht einmal der Tatsumaki würde es schaffen, schnell genug solche Massen an Sand unter seine Kontrolle zu bekommen. Oder? Hei entsiegelte zwei Fackeln, zündete sie an und überreichte eine davon der Hyuuga. Dann kamen sie am Boden an und auch wenn Mari durch die Dunkelheit Nichts sehen konnte, so verdeutlichte der schallende Pfiff des Suna-Nin, dass diese Hallen ungeheuer groß sein mussten.

    Die Braunhaarige brauchte noch einen Augenblick, um die Eindrücke zu verarbeiten - erst dann drehte sie sich zum Tatsumaki. Sie wollte zuerst etwas sagen, entschied sich dann allerdings vorerst dagegen. Stattdessen formten sich die Adern um ihre Augen, der Kopf legte sich in den Nacken. „Hm.“ Doch just in diesem Augenblick verschwand das aktivierte Byakugan auch schon wieder und Mari schüttelte den Kopf. „Wie vermutet.“ Sie fixierte Hei und hob fast entschuldigend die Schultern. „Mein Byakugan hilft uns hier nicht. Ich kann nicht durch Dunkelheit gucken, höchstens richtige Chakraquellen erkennen. Zwar schaffe ich es, mit meinem Byakugan nach draußen zu sehen, doch da die Strecke dazwischen vollkommen dunkel ist, kann ich die Entfernung nicht wirklich einschätzen.“ Das Doujutsu der Hyuuga war ein Segen und konnte in vielerlei Hinsicht genutzt werden, doch an gewissen Stellen stieß auch diese Technik an seine Grenzen. Wollten der Tatsumaki und sie in dieser Dunkelheit Entfernungen einschätzen können, hätten sie in gewissen Abständen Chakraquellen montieren müssen, an denen sich Mari hätte orientieren können. Siegel oder so. Die 16-Jährige setzte sich in Bewegung und hob die Fackel in ihren Händen ein wenig an, um einen größeren Durchmesser zu erhellen. Jeder Schritt verursachte ein hallendes Geräusch und die Hyuuga hob eine Augenbraue an, als sie einige Sitzbänke aus massiven Holz fand. Die Zeit hatte sie mitgenommen, doch an sich sahen sie noch intakt aus. „Wie hast du das hier gefunden?“ Irgendwie konnte sich Mari die Frage dann doch nicht verkneifen. „Das werden ja wohl schon Leute vor dir gefunden haben, oder? Ich meine Forscher oder so.“
  3. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Genin

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    "Hm", machte der Tatsumaki und kicherte leise. "Das hätte ich nicht erwartet, aber... das macht es irgendwie fast noch spannender, oder?" Lächelnd legte er den Kopf schief. "Angenommen, dass ich eben verhältnismäßig langsam nach unten geglitten bin, sind wir trotzdem mindestens... hm... sechzig Meter unter der Erde?" Hei hätte die Arme verschränkt, aber da er eine Fackel trug, konnte er das logischerweise nicht tun. Also hob er diese ein wenig weiter an, machte Mari ein wenig nach, um ein wenig größeren Sichtradius zu erreichen. Immer noch war nicht wirklich etwas zu sehen, was von den vorigen Beobachtungen abwich. Abwesend überlegte Hei, in welche Richtung sie sich zuerst wenden sollten, um diese Wunderwerk hier zu erforschen. Über die Haltbarkeit machte er sich keine Sorgen: Es sah noch immer so aus wie vor Jahren (jedenfalls theoretisch, so tief war er ja noch nie gewesen) und solange sie keinen Blödsinn machten, sollte das ja auch alles halten. Hoffte er zumindest... und wenn etwas schief ging, würde er notfalls sein Leben aufs Spiel setzen, um sie hier rauszubringen. War natürlich ein wenig gefährlich aber... Hei war aufgeregt! Es war so spannend - er hatte schon lange nicht mehr so etwas gemacht. "Wie ich es gefunden habe...", meinte er und legte den Kopf schief. "Naja, ich habe früher ziemlich viel Zeit in der Wüste verbracht, aber das war wirklich Zufall. Es war verhältnismäßig kurz bevor ich von meinem Vater auf die Akademie geschickt wurde... vielleicht war es auch einer der Gründe. Ich war in die Wüste gelaufen - wegen einer Meinungsverschiedenheit oder sonst etwas, ich erinnere mich nicht mehr wirklich - und bin dann hier irgendwo gelandet. Aber dummerweise ist ein Sandsturm aufgezogen und nun ja - man könnte meinen, ich hatte ziemliches Glück, als ich mit der Kuppel oben ein Versteck gefunden habe, wo mir der Sturm nicht wirklich etwas anhaben konnte." Der Tatsumaki seufzte leise, kratzte sich am Kopf. "Ich nehme an, ich habe immer dann Glück, wenn es sein muss." Nachdenklich blickte er in Richtung Mari, leckte sich leicht über die Lippen. "Das weiß ich nicht. Ich habe nie etwas darüber gelesen, aber vielleicht habe ich auch nur nicht richtig gesucht... andererseits: Wenn man nicht sehr spezielle Ausrüstung oder Fertigkeiten hat, kommt man ja nicht einmal hier herunter. Und es sieht hier nicht so aus, als wäre ein professionelles Team von Forschern vorbeigekommen." Er sah sich um. "Ich habe keine Ahnung, wie alt das hier ist. Vielleicht ist es schon lange in Vergessenheit geraten - das wäre spannend - oder vielleicht ist es ja auch nur noch so (verhältnismäßig) jung, dass es uninteressant ist. Egal was es ist: Dieser Ort hat etwas mystisches an sich." Hei lachte leise, und der Klang seines Lachens klang durch den Raum. "Wir sollten sehen, dass wir an irgendeine Wand kommen, um uns orientieren zu können", stellte er dann fest und grinste leicht, zog Mari kurz zu sich um ihr einen Kuss zu geben. "Verzeih', aber lass dem neugierigen Hei noch ein wenig Zeit."

    Es dauerte ein wenig, bis sie - immer in eine Richtung gehend - an einer Wand ankamen. Diese hatte feine Risse, sah aber sonst ziemlich gut aus. Auch hier waren kaum Fenster zu finden. Die, die man sah - eigentlich nur eines - war zerbrochen und Sand war durch den Spalt gesickert. Aber es war ein sehr schmales Fenster gewesen - vielleicht war die Bauart damals noch nicht mit zu großen Fenstern bekannt gewesen und allgemein... schien es fast, als wäre dieses Gebäude errichtet worden, als es noch eine andere Zeit gewesen war. Man konnte sehen, dass das Mauerwerk ziemlich massiv war - dort, wo der Sand durchgesickert war. "Hm", meinte er. "Anscheinend halten die Mauern stand. Allerdings gibt es hier ja auch keine Bewegung, die etwas zerstören würde. Solange hier kein Erdbeben kommt oder wir mit irgendwelchen Techniken um uns schmeißen, wird das sicherlich passen." Hei strich über die Wand, sog die Luft durch die Lungen. "Etwas muffig ist die Luft hier aber schon", merkte er nachdenklich an. "Das passiert wohl, wenn sie lange steht. Nur da oben findet ein leichter Luftaustausch statt." Der Wüstensohn schmunzelte, deutete in eine Richtung. "Komm, wir folgen der Wand." Einige Zeit lang tappten sie in eine Richtung - und in verhältnismäßig großen Abständen war immer wieder ein gebrochenes Fenster zu sehen. Offenbar aber in ziemlich gleichen Abständen. Außerdem konnte Hei immer wieder kleine Lampen erkennen, die... offenbar mit Öl (?) betrieben worden waren. Natürlich waren die Dochte längst verfallen, aber in einigen konnte man noch ein klein wenig schleimiges Öl finden, welches nicht mehr zum anzünden geeignet war. "Hm", macht Hei. "Ich hab' kein Öl, ansonsten könnte man die wieder in Betrieb nehmen. Das ist Messing, glaub' ich... oder etwas in der Art. Eine Kupferlegierung. Sehr beständig; Guck' mal, in dieser Luft hat es sich kaum verändert." Hei nahm eine der Lampen aus ihrer Halterung und schmunzelte. "Recht schwer. Ich werde mal eine Mitnehmen." Er versiegelte die Kupferlampe und steckte die Schriftrolle in seine Kleidung. Einige Zeit später kamen sie zu einer Tür, die aus dem Hauptraum abzweigte. Schweres Holz... Hei klopfte sehr sanft daran, und das Klopfen erklang zwar sehr dumpf, aber es schien noch ein Raum dahinter zu sein. Was auch hieß, dass nicht nur Sand dahinter war. Sehr, sehr vorsichtig zog er die Tür auf, und war erleichtert, als sie mit ein wenig Kraftaufwand auch aufschwang. Die Scharniere waren ziemlich ramponiert, aber hielten die schwere Tür noch grad so. Qualitätsarbeit war das. Schien so, als wäre das mal sehr teurer Bau gewesen. "Das hier ist sicher kein normales Gebäude", fasste Hei unnötigerweise zusammen. Natürlich war es das nicht, es war etliche Meter hoch. Aus dem dunklen Raum hinter der Tür dran ein etwas strengerer Geruch, der sich aber recht schnell verflüchtigte, als die Tür geöffnet worden war. Der Wüstensohn schnupperte. "Öl!", meinte er und lachte leise. "Oder? Das muss Lampenöl sein. Ob es noch verwendbar ist?" Mit erhobener Fackel betrat der junge Mann den Raum und sah sich um. Lange nicht so groß. Die Fackel erhellte den Raum einigermaßen und es war ein schönes Gefühl, alle Wände wahrnehmen zu können. Es standen Behältnisse hier, anscheinend Luftdicht versiegelt. Öl konnte, soweit Hei wusste, wenn richtig gelagert, etliche Jahre brennbar bleiben. Licht gab es hier auch keines... keine Fenster (also bevor der Sand gekommen war, natürlich). Der Tatsumaki trat an ein Behältnis heran, zerstörte das Siegel daran und öffnete es. Darin? Eine Flüssigkeit, die... nun ja, sehr wahrscheinlich Öl war. Der Tatsumaki leckte sich über die Lippen, riss ein Stück Stoff aus seiner Kleidung und tunkte es in die Flüssigkeit. Dann legte er den Stofffetzen auf den Boden, hielt die Fackel daran und... der Stofffetzen brannte! Hei grinste leicht, wandte sich zu seiner Freundin. "Wollen wir mal für Erleuchtung sorgen? Ich opfere auch ein wenig Kleidung."
  4. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Genin

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    Er hatte diesen Ort also tatsächlich als Kind gefunden? Es war erstaunlich, wie zäh der Tatsumaki früher gewesen sein musste. Wüstenkind hin oder her, selbst in ihrem heutigen Zustand wäre es für Mari eine Herausforderung gewesen, zu Fuß bis zu dieser Koppel blind durch die Wüste zu laufen. Hei hingegen hatte solche Aktionen bereits mit.. zehn (?) Jahren vollführt. Beeindruckend. Mari nickte auf die Erklärung ihres Freundes hin und war so in Gedanken versunken, dass das Gefühl seiner Lippen sie überraschte. Nicht, dass sie sich dagegen wehrte, aber dieser Ort war so besonders und mysteriös, dass Mari nicht damit gerechnet hatte, plötzlich einen Kuss zu bekommen. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, sie nickte und folgte dem Suna-Nin auf der Suche nach einer Wand. Es dauerte eine beachtliche Weile, bis die Jugendlichen an eine Mauer stießen, die zwar Risse beinhaltete, sonst allerdings stabil aussah. Hei begutachtete die Stelle und kam zu dem Schluss, dass das Gebäude halten sollte, solange sie keinen Unsinn anstellten. Gut zu wissen, die Hyuuga hatte nämlich wenig Lust, lebendig begraben zu werden. An der Wand orientierend gingen die Genin weiter und bemerkten schon bald Öllampen, deren Dochte allerdings nicht mehr brauchbar waren. Auch das darin befindliche Öl erschien matschig und wenig nützlich - schade. Es wäre eine Möglichkeit gewesen, endlich Licht ins Dunkel zu bringen, wortwörtlich. Hei versiegelte eine der Lampen in einer Schriftrolle - zur späteren Begutachtung, vermutlich - danach ging die Erkundungstour weiter. Es war wirklich lange her, dass die Hyuuga so Etwas gemacht hatte. Natürlich war sie nie in irgendwelche Gebäude geklettert, die vom Wüstensand verschluckt worden waren, es ging eher allgemein um Erkundungen. Zuletzt kurz nach ihrem Eintritt in die Akademie.. danach war es vorbei gewesen mit der schlichten Kindheit und zugehörigen Albereien. Hm. Es fühlte sich komisch an, mit sechzehn Jahren erneut einem alten Trend zu verfallen. Andererseits war das hier wirklich eine besondere Beobachtung.. Mari entschied sich, sich vorerst auf die Situation einzulassen. Der Tatsumaki fand derweil ein weiteres Zimmer, dessen Tür sich vergleichsweise gut öffnen ließ. Was befand sich dort…

    „Öl.“ Für die Lampen? Sicherlich. Die Hyuuga sah zu, wie das Kleidungsstück des Suna-Nin Feuer fing - offenbar war das Öl noch zu gebrauchen. Die junge Frau konnte es sich nicht verkneifen, leicht zu grinsen. „Als hätte ich Etwas dagegen, wenn du Kleidung opferst.“ Mittlerweile konnte Mari ja ganz offen sagen, dass sie auf das Aussehen des Schwarzhaarigen stand. Und das gerne auch ohne bedeckendes Oberteil. „Du hast ja deine Wärmetechnik, um hier unten nicht auszukühlen“, ergänzte sie, nickte dann zustimmend und die Jugendlichen machten sich ans Werk. Natürlich hatten die Genin keine genaue Ahnung und improvisierten eher, als sie versuchten, die Lampen wieder in Gang zu bekommen, aber es funktionierte. Die abgerissenen Stücke Stoff wurden als Ersatz für die verfallenen Dochte genutzt, das Öl wurde ausgetauscht und abschließend versuchten Hei und Mari, die Konstruktion mit der eigenen Fackel zu entzünden. Nach diesem Prinzip gingen die Genin eine Lampe nach der Anderen ab und allmählich, sehr langsam, erhellte sich der wahrlich gigantische Raum. Es dauerte verdammt lange, bis die gesamte Wand abgelaufen worden war, jedoch nahm Mari das nicht entsprechend war. Hier unten, vergraben unter Tonnen von Sand, abseits der Himmels- und Sonnenbewegung, stand die Zeit still. Die Lampen an den Außenwänden reichten nicht aus, um das gesamte Ausmaß dieser Kathedrale zu erhellen und die Jugendlichen machten noch weitere Lichtquellen aus, die an verschiedenen Säulen in der Mitte der Halle angebracht waren. Einige von Ihnen tauschten sie noch aus, als die Reserven an Öl und vor allen Dingen Kleidung jedoch ihre Grenzen erreichten, beendeten sie die Aktion vorerst. Das jetzige Licht reichte aus, um einen groben Eindruck des Inneren zu bekommen. Die Holzbänke, die Mari bereits zuvor erkannt hatte, entpuppten sich nun als riesige Sitzreihen zur rechten und linken Seite des Raumes. Umrahmt wurden sie von mehreren massiven Säulen, die dem Konstrukt einerseits Halt verliehen, andererseits auch imposant und mächtig wirkten - war mit Sicherheit ein gewollter Nebeneffekt. Nur mittig der riesigen Halle gab es einen komplett freien Gang, durch den man ungehindert an sämtlichen Sitzreihen und Säulen vorbei schreiten konnte. Am Ende führten ein paar wenige Treppenstufen zu einer erhöhten Fläche, auf der eine Art.. Podium (?) zu finden war. An diesem Ende der Kathedrale waren mehrere dünne Fenster zu finden, die allesamt mittlerweile vom Sand zerstört worden waren. Allgemein wirkte dieses Ende des Raumes sehr.. anziehend. So Etwas hatte die Hyuuga noch nie gesehen, denn solche Gottesgebäude existierten heutzutage in der normalen Welt nicht mehr. Allgemein war der Glaube nicht mehr so verbreitet wie in früheren Zeiten. Die Jugendlichen hatten bereits so viel Zeit in der Kathedrale verbracht, dass die Fackel der Hyuuga abgebrannt war. Als Ersatz hatte sie sich eine der Lampen angeeignet, sie schritt bedächtig an den Sitzreihen vorbei zum Altar. Mari hatte das Gefühl, als schwebe eine undefinierbare Aura in diesen Hallen - wie eine Kraft, die einerseits die gesamte Aufmerksamkeit auf den Altar lenkte, andererseits davon abhalten wollte, jenen einfach so anzufassen und zu untersuchen. Sicherlich eine Einbildung, dennoch beeindruckend. „Hm.“ Vorsichtig überwand die Hyuuga die wenigen Treppenstufen, blieb einen Moment stehen und stutzte. Dann ging sie an der Seite des Altars vorbei und ihre Augen wurden kurz schmaler. „Wir sind nicht alleine.“ Der Tatsumaki könnte es erst erkennen, wenn er zu seiner Freundin kam. Direkt hinter dem Altar halb lag, halb saß ein lebloses Skelett… was fast interessanter war, war die verschlossene Schatulle, die neben dem Gerippe auf dem Boden lag. Sie sah intakt aus und beim Versuch, sie hochzuheben, bemerkte Mari, dass die Schatulle für ihre Größe recht schwer gebaut war. Sie hob die Box auf den Altar, legte sie darauf ab und untersuchte das Schloss. Es.. brauchte keinen Schlüssel. Nach ein paar Handgriffen erklang ein Klacken, das durch den Raum hallte - dann öffnete die Hyuuga das Gefäß. Auf der Innenseite der Schatulle fielen Mari einige eingravierte Worte auf. Die Buchstaben sahen merkwürdig aus.. aber die junge Frau glaubte, es richtig lesen zu können. „Shinkō no ichi?“ Sie sah zum Tatsumaki.
  5. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Genin

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    Hei schmunzelte - hatte Mari das grad wirklich gesagt? Es war immer noch ungewohnt, so etwas von der Hyuuga zu hören... nicht, dass es ihn störte, mitnichten. Trotzdem: es musste an der Luft liegen, dass Mari so, hm, offensichtlich war, oder? Hei hob grinsend einen Finger und machte sich dann mit der jungen Dame ans Werk. da seine Kleidung gebrannt hatte und Hei wusste, dass Öl nicht so von selbst korrekt, sondern nur mit einem Docht anständig für Licht sorgte, machte er sich mit Hilfe seiner Kleidung ein paar neue Dochte - leider wurde dadurch nach und nach sein Oberteil aufgebraucht. Erst hatte er nur vorgehabt, einige Lampen anzuzünden, um so einige Eckpunkte zu markieren, aber Mari schien nun doch ein wenig in die Laune zu kommen und machte noch einige weitere Lampen an... nach einigen Minuten (langen Minuten) des Arbeitens war das Mittelschiff ziemlich gut beleuchtet, jedenfalls im Vergleich zu vorher. Die Decke war kaum zu sehen, nur da, wo sie herkamen, schimmerte ganz, ganz fein Licht herab. Und das auch nur über die Wände reflektiert. Es war allerdings trotzdem ein wenig kühl, weshalb Hei sich mit seiner Technik leicht aufwärmte. Er wollte ja nicht mitten in der Wüste einen Schnupfen bekommen - das wäre ja der Gipfel der Lächerlichkeit gewesen. Der Tatsumaki pfiff leise durch die Zähne, als sie ihr Werk betrachteten. Ruhig und überhaupt komplett ungestört brannten die Lampen vor sich hin und verbreiteten ein orange-gelbes Licht, welches jeweils einige Meter erhellte. Dann würde von der nächsten Lampe übernommen und so konnte man sehen, dass dies wohl mal eine Art... Altarraum gewesen war? Hei kannte sich nicht besonders gut aus mit solchen Dingen: Religion war nie und wäre wohl auch nie sein Ding gewesen. Trotzdem erkannte er, dass dies eine Art Versammlungsstätte gewesen war. Die Bänke waren alle in eine Richtung ausgerichtet, und dort vorne... war diese erhöhte Fläche, dieser Altar. Was da wohl mal für Rituale stattgefunden hatten? Der Tatsumaki verschränkte die Arme vor der Brust und ließ das Bild auf sich wirken. Ja, es hatte schon etwas besonderes. Diese großen Hallen, in dem jeder Ton lange brauchte, bis er sich verlor. Mari ging, beinahe bedächtig, nach vorne, während er nur nach und nach folgte. Er sog die Eindrücke in sich auf und speicherte die Bilder in seinem Gedächtnis ab, um sich später daran erinnern zu können. Das schrie förmlich nach einer Aufzeichnung, die er sich machen würde. Das Geräusch der Öllampen war momentan das einzig Hörbare: Dann aber unterbrach Maris Stimme die Stille. "Hm?", machte Hei und runzelte dann die Stirn. "Nicht alleine?", fragte er nach, hielt seine Stimme allerdings ruhig, damit sie nicht zu sehr hallte. Wie gesagt: Er hatte das Gefühl, wenn man hier zu viel Terz veranstaltete, würde man die Toten noch aufwecken. Und die gehörten definitiv nicht in die Welt der Lebenden. Er stellte sich hinter die Hyuuga und runzelte dann die Stirn. "Nun, ich würde behaupten, dass wir den nicht mehr stören", meinte er trocken und beobachtete neugierig, was Mari da tat. Sie nahm die Schatulle und öffnete sie - und las etwas vor, was in Hei einen fernen Nachhall von Erinnerung weckte. Aber er konnte nicht wirklich festmachen, was genau es war, an das er sich erinnerte.

    "Hm...", murmelte er nachdenklich, sah dann richtig in das Kästchen hinein. Dort drin lag ein ziemlich wertvoll aussehender Armreif; was der hier zu suchen hatte und wieso es gerade hier in so einer Schatulle zu finden war? Hei hatte keinen Schimmer. Außerdem waren da die Abdrücke von zwei kleineren Ringen... vielleicht eine Art Trauung? Hei legte den Kopf schief, holte den Reif aus dem Kästchen und betrachtete ihn neugierig. "Das ist ziemlich feine Arbeit", meinte er. "Da sind kleine Verzierungen drauf..." Er rieb das Schmuckstück leicht zwischen den Fingern, nickte. "Das ist Gold. Zumindest jedenfalls eine Legierung. Das ist sicherlich ziemlich wertvoll." Nachdenklich betrachtete er den Reif, lächelte dann fein. "Der ist, wenn überhaupt, für eine Frau gemacht, ich kann damit also nichts anfangen. Er würde dir sicherlich hervorragend stehen, Hime", meinte er dann mit einem leichten Zwinkern und legte es vorerst wieder in das Kästchen zurück. Die Inspektion der Schriftzeichen folgte, dann seufzte Hei leise. "Dieses Gebäude ist so riesig... Shinkō no ichi... Was, wenn hier eine ganze Stadt vergraben ist? Sie wird nie wieder das Tageslicht erblicken." Nachdenklich strich er sich durch die Haare, besah sich die Wände an den Seiten des Altars. Darauf waren Abbildungen zu sehen: Menschen, die sich um einen anderen Menschen versammelten, dann andere Gestalten, die irgendwelchen Tätigkeiten nachgingen... Die Farbe war verblasst und kaum noch zu erkennen. Sein Blick wanderte zur anderen Seite der Halle, dann ganz nach hinten, wo wohl mal eine Art Ausgang/Eingang gewesen war. "Wie gesagt, es muss schon sehr alt sein. Die Wüste ist tatsächlich noch nicht immer da gewesen, wo sie jetzt ist... so etwas bildet sich und bewegt sich mit der Zeit. Gut möglich, dass das der ursprüngliche Boden ist, auf dem wir hier stehen." Er ging wieder zurück, auf die andere Seite der Halle - nicht die Seite, die das Öl beherbergt hatte. Hier waren einige Türen, von denen eine wohl nach draußen geführt hatte - sie ließ sich nicht öffnen - und einige kleinere Räume, in denen sich nichts interessantes fand. Als Hei weiter in den hinteren Teil der Kathedrale kam, und eine Tür öffnete, wurde dahinter ein kleiner Gang sichtbar. "Hime, komm' mal... ich glaube, hier können wir weiter 'forschen'." Er lachte leise, nahm sich eine der Lampen von der Wand und ging durch den Gang bis zur Tür am hinteren Ende. Diese geöffnet, stand er in einem sehr viel kleineren Raum. Ein Tisch auf der anderen Seite... und darauf eine Art Stände, auf der ein langer Stab lag. Auf den Wänden waren Abbildungen zu sehen von einem Mann, der mit diesem Stab in der Hand Licht heraufbeschwor und einige Menschen, die sich vor ihm niederwarfen. Hei hob diesen Hoch und wog das schwere Stück in den Händen, ging dann wieder zurück - Mari war ihm noch nicht gefolgt. Er traf sie bei der Tür in den Gang wieder, schüttelte aber den Kopf. "Dort gibt es nichts mehr zu sehen, aber sieh' mal." Er schmunzelte, hob den Stab hoch. "Vielleicht hat das mal eine Art Priester getragen?" Er strich darüber. Der lange Schaft des Stabes war anscheinend aus robustem, dunklen Holz, aber das Stück war zu schwer um einfach nur aus Holz zu sein. Vielleicht ein Kern aus Metall? Oben konnte man einen metallischen Knauf sehen, der von zwei 'Ästen' umgeben wurde, dessen Enden auf den Knauf zeigten. "Was für ein merkwürdiges Design", meinte Hei und kratzte sich am Kopf.
  6. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Genin

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    Ein Goldreif? Wow, da hatten die Genin aber einen ziemlich wertvollen Fund gemacht, dafür, dass das hier nicht einmal eine Mission war. Mussten sie diesen Gegenstand irgendjemandem melden? Die Hyuuga war sich nicht sicher, ob es das Richtige war, diese Schatulle und den zugehörigen Inhalt einfach mitzunehmen und zu behalten. Andererseits wäre es auch Verschwendung, diesen Fund hier liegen zu lassen. Wer wusste, wie lange diese Kathedrale noch zugänglich sein würde - der Sand konnte jederzeit weiter ansteigen und auch die Kuppel verdecken. Die weißen Augen musterten die Verzierungen auf dem Reif, bevor Hei das Schmuckstück zurücklegte. Mari würde dieser Armreif stehen? Eigentlich war die junge Frau noch nie ein großer Fan von Schmuck gewesen, hatte ihn zugegeben allerdings auch nie wirklich ausprobiert. Beim Taijutsu war so Etwas eben eher hinderlich, weshalb man es nicht anlegte. Aber für die Freizeit? Die Hyuuga könnte zumindest darüber nachdenken. Shinkō no ichi… eine ganze Stadt, die hier vergraben liegen sollte? Die Wüste war mächtig und unaufhaltsam, das wurde Mari bei diesem Gedanken bewusst. So wie alle Naturgewalten war es nicht einmal Shinobi möglich, die Natur aufzuhalten. Was aus den Menschen geworden war, die hier gelebt haben? Ein Seitenblick auf das Skelett folgte. Waren sie alle gestorben? Vielleicht… waren sie überrascht worden. Anders konnte es sich die junge Frau nicht erklären, warum jemand so lange in dieser Kathedrale verharrt haben sollte, bis er gestorben war. Hatte diese Person Schutz vor der Naturgewalt gesucht? Und hatte die Kathedrale dann nicht mehr verlassen können? Ein grausames Schicksal, sollte es stimmen. Ob es hier noch mehr Tote gab? Die Hyuuga hob den Blick, als der Tatsumaki auf sich aufmerksam machte. Da hinten konnte weiter geforscht werden.. die 16-Jährige nickte und folgte langsamen Schrittes dem Kollegen. Sie durchschritt die Tür, durch die Hei verschwunden war, stand in dem Gang - da kam der Tatsumaki ihr bereits erneut entgegen. In seinen Händen? Ein merkwürdiger Stab.

    Mari betrachtete den Stab genauer, nahm ihn ihrerseits in die Hände und wog. Schwerer als erwartet - ähnlich der Schatulle. „Merkwürdig?.. Besonders trifft es eher.“ Sie hob die Schultern an, gab das gute Stück Hei dann zurück. „Es ist auffällig. Wer weiß, wofür es früher benutzt wurde.“ Die Jugendlichen gingen zurück in die große Haupthalle und nach kurzer Probe auf Stabilität setzte sich die junge Frau auf eine der Sitzbänke. Es knarrte, hielt dem Gewicht sonst allerdings stand. Sie sah einen Augenblick zum Tatsumaki, dann zum Stab, dann zu der Schatulle, die immer noch auf dem Altar lag. Schlussendlich stieß Mari Luft aus der Lunge und lehnte sich ein Stück nach hinten. Ihr Blick glitt nach oben, in das tiefe Schwarz der Decke, aus dem sie gekommen waren. „Sollten wir das Zeug lieber hier lassen?“, fragte sie ihren Freund, ohne ihn direkt anzusehen. Man merkte der Hyuuga an, dass sie unschlüssig war. „Wenn bisher keine Forscher hier waren, dann werden sie sicherlich noch kommen. Die haben mit Sicherheit mehr Ahnung und sehen in diesen Sachen vielleicht Dinge, über die wir uns überhaupt nicht bewusst sind. Würden wir Gegenstände entwenden, könnten wir Spuren verwischen, mit denen Forscher wichtige Erkenntnisse über die Vergangenheit sammeln könnten.“ Mari senkte ihren Blick wieder, sah dann mit einem unentschiedenen Lächeln zum Schwarzhaarigen. „Andererseits wissen wir nicht, wie lange diese Kathedrale noch zugänglich sein wird. Nachher wird dieser Ort vollkommen von der Wüste verschluckt sein und niemand wird sich über seine Existenz bewusst sein. Wir könnten die Dinge auch mitnehmen und sie irgendjemandem geben. Aber ich wüsste nicht, an wen. Wenn ich an Leute wie Shinsou-san denke, befürchte ich, dass er diesen Fund höchstens für den eigenen Profit nutzen würde. Kennst du Jemanden?“ Die Braunhaarige sinnierte noch ein paar Sekunden darüber, dann stand sie auf, kam auf den Tatsumaki zu, seufzte und lehnte sich an ihn. Nicht fordernd, eher so, als wolle sie ihre vielen Gedanken dadurch beruhigen. Sie löste sich wieder von dem Suna-Nin und lächelte leicht. „Ich hätte nicht erwartet, so einen Ort einmal in meiner Freizeit aufzusuchen. Hätten wir eine Mission, wäre die Entscheidung deutlich einfacher. Da gäbe es zumindest einen speziellen Auftrag zu erledigen. Naja..“ Ihre Mundwinkel verzogen sich ein Stück, dann wandte sich Mari ab und ging zurück zu dem Altar. Sie schloss die Schatulle, strich mit den Fingern über die Außenseite. Sehr hochwertiges Holz, doch das Gewicht der Box ließ darauf schließen, dass noch ein stabileres Material darunter zu finden war, um den Inhalt vor jeglichen Schäden zu schützen. Auch Mari sprach mit gedämpfter Stimme, dennoch hallten ihre Worte noch eine Weile nach. „Du hast mehr Ahnung davon als ich. Also - was meinst du, sollten wir machen? Im Vergleich bist du der Forscher unter uns.“
  7. Tatsumaki Hei

    Tatsumaki Hei Genin

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    Hei lächelte fein - nun, besonders traf es vielleicht wirklich besser. Nichtsdestotrotz schien es, als wären die Ausläufer dafür da, irgendetwas wieder zurück in die Mitte zu führen. Nachdenklich nahm er den Stab wieder an sich, den Mari kurz behutsam in der Hand gewogen hatte. Tja, wofür war er benutzt worden... Hei hatte eine leichte Ahnung, wofür er mal benutzt worden war, jedenfalls, wenn man von den Zeichnungen an den Wänden des Raumes, aus dem der Stab stammte, trauen konnte. Eine Art Stab, den jemand benutzt hatte, der damit Macht ausgedrückt oder sogar ausgeübt hatte. "Hm", machte der Tatsumaki leise, während er sich vor Mari stellte und sich auf den schweren Stab stützte. Der eignete sich dafür eigentlich ganz gut, und er hatte irgendwie keine Sorge, dass er beschädigt wurde. Er sah zum Teil ein wenig abgewetzt aus, benutzt, sozusagen, wohl aber komplett intakt. Hei widerstand der Versuchung, das Ding einfach einmal auf eine Holzbank zu schlagen - das wäre vielleicht ein wenig extrem gewesen. So aber bohrte sich der etwas spitz zulaufende, untere Teil nur in den Boden der Kathedrale und schien wenig beeindruckt von dem Stein zu sein. "Forscher sagst du, hm?", meinte er nachdenklich und kratzte sich am Kinn. Hei war sich nie so ganz sicher gewesen, wie 'offiziell' einige der 'Forscher' waren, die in diesem Land umherstromerten. Außerdem... ein Sandsturm konnte genügen, um diese beiden Kostbarkeiten und alles, was hier unten vielleicht sonst noch verborgen war, für immer unter den Sandmassen verschwinden zu lassen. Da hatte Mari interessanterweise ziemlich richtige Argumente gesagt... lächelnd legte er kurz seine Arme um die Hyuuga, als sie sich an ihn lehnte, strich ihr einmal sanft über die Haare und sah dann in die weißen Augen, die ihn fragend ansahen und sich dann wieder der Schatulle widmeten. "Tja, ich bin der Forscher unter uns, sagst du?", meinte der Tatsumaki nachdenklich und verschränkte die Arme vor seiner Brust. "Ich bin mir nicht so ganz sicher; das, was du sagtest, ist schon ziemlich richtig. Ich möchte es auch niemandem wie Shinsou anvertrauen, wenn ich ehrlich bin. Und bei der Obrigkeit wären diese Dinge vermutlich bis ans Ende aller Tage in einem Zimmer eingeschlossen..." Er legte den Kopf in den Nacken und schien einen Moment nachzudenken.

    "Ich glaube, ich bin dafür, dass wir diese beiden Sachen erst einmal mitnehmen. Es gibt sowieso noch viel zu tun; Vor allen Dingen in die Archive möchte ich noch, um wirklich mal ein wenig zu graben. Da kann ich glaub sehen, ob ich etwas über eine Glaubensstadt finde und... naja... vielleicht finde ich ja auch jemanden, der davon ein wenig Ahnung hat. Ich habe das Gefühl, dass es hier noch viel mehr zu entdecken gibt." Er seufzte leise, lächelte dann fein und holte eine Schriftrolle heraus. Sorgsam platzierte er die Schatulle darauf und versiegelte sie; Der Stab fand - längs - in einer anderen Schriftrolle Platz. Hei seufzte leise, trat von hinten an Mari heran und platzierte einen sanften Kuss auf ihrem Nacken. "Aber du hast Recht, es ist keine Mission und deshalb ist es auch unsere Verantwortung." Ein leichtes Schmunzeln huschte über die Züge des Tatsumaki, als er die Braunhaarige umdrehte und sich einen Kuss stahl. "Allerdings glaube ich, dass wir uns keine Sorgen machen müssen. Selbst ich habe noch nie von dieser Glaubensstadt gehört und glaube deshalb nicht, dass es so etwas wie... 'Allgemeinwissen' ist, davon zu wissen. Vielleicht irgendwelche Archäologen oder so - nicht aber normale Sammler wie Shinsou. Wahrscheinlich wüsste er überhaupt nichts damit anzufangen." Hei kicherte leise, feixte ein wenig. "Normalerweise würde ich dafür plädieren, die Dinge hier zu lassen, aber... ich möchte mehr darüber erfahren. Und falls ich zu dem Schluss komme, dass wir hier etwas unmoralisches tun, dann bringe ich die Gegenstände zurück. So aber bleiben es erstmal zwei Artefakte, die ich ein wenig erforschen möchte." Er summte leicht, dann sah er sich um. "Wir sollten die Lampen - jedenfalls einige - wieder löschen. Wer weiß, wann wir die noch einmal brauchen können - falls wir jemals zurückkommen sollten, müssen wir eh etwas mitbringen, womit wir hier eher Licht ins Dunkel bringen können." Kurz hielt er inne, formte dann die Fingerzeichen für die Sandwolke, und der Sand, mit dem sie vorhin hineingekommen waren, erhob sich brav, um sich seinem Meister zu fügen. "Ich hoffe, das hier war nicht allzu enttäuschend?", fragte er mit einem Lächeln, während sein Sand ausschwärmte, um die Flammen der Lampen zu ersticken.
  8. Hyuuga Mari

    Hyuuga Mari Genin

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    Mari verschränkte die Arme vor der Brust und hörte dem Tatsumaki ruhig zu - anschließend beobachteten die weißen Augen seine Aktionen, um die Gegenstände in Schriftrollen zu versiegeln. Er wollte diesen Stab und die Schatulle also wirklich mitnehmen? Die Hyuuga hatte nach der Einschätzung ihres Kollegen gefragt, da sie überzeugt davon war, dass er mehr Ahnung davon hatte als sie selbst. Deshalb fügte sie sich vorerst seinem Urteil, denn zugegeben war ihr diese Alternative immer noch lieber, als dass zum Beispiel Shinsou-san oder einer seiner Kumpanen der Sachen habhaft wurden. Hei besaß freien Zugang zu den Archiven.. er könnte selbst forschen, um Erkenntnisse über diese Kathedrale zu gewinnen. Wo würde man eher Antworten finden, als in den geheimen Unterlagen Suna-Gakures? Die Braunhaarige nickte, spürte dann, wie der Schwarzhaarige von hinten an sie trat und ihr einen Kuss in den Nacken hauchte. Als sie sich umdrehte, trafen sich erneut die Blicke der Jugendlichen und Mari wurde mal wieder bewusst, was für eine Wirkung diese himmelblauen Augen des Tatsumakis haben konnten. Natürlich wollte sie sich deshalb nicht von dem eigentlichen Thema ablenken lassen - dennoch mochte sie seine Seelenspiegel. „Na schön.“ Ein leichtes Lächeln fand den Weg auf ihre Lippen. „Aber dafür hältst du mich auf dem Laufenden, was du in den Archiven so findest.“ Hei formte weitere Fingerzeichen und der Sand, mit dem die Jugendlichen zuvor in die Tiefen der Kathedrale geglitten waren, breitete sich aus, um die Lampen zu löschen.

    Moment. Hatten sie nicht eine Kleinigkeit vergessen? Die Hyuuga schaltete schnell und noch während der Kollege seinen Sand manövrierte, kniete sich Mari auf den Steinboden der Kathedrale, kramte in ihrer Hüfttasche und holte einige beschriebene Papiere hervor. Siegel? Schon richtig, allerdings keine besonderen Fuuin-Künste - Hei würde erkennen, dass es sich bei diesen Siegeln um die Grundlagen handelte, die man an der Akademie beigebracht bekam. Die 16-Jährige stand auf, holte sich Sand aus einer Ecke der Kathedrale, an der die Fenster zerbrochen waren, kam mit diesem zurück und verteilte ihn auf den einzelnen Zetteln. Einige Fingerzeichen und Chakra später, wurden die Sandhaufen versiegelt. Mari spürte, wie der Tatsumaki sie ansah, deshalb erhob sie sich, ließ die Papiere auf dem Boden liegen und wandte sich lächelnd an den Schwarzhaarigen. „Diese Kathedrale könnte mit dem nächsten Sandsturm vergraben werden“, begann sie mit einer Erklärung, um den Partner nicht mit seinem Unwissen alleine zu lassen. „Wenn ich diese Siegel hier lasse, kann ich die Kathedrale auch unterhalb des Sandes wiederfinden. Sie werden für mein Byakugan als kleine Lichtquellen sichtbar sein. Nur für den Fall, dass wir noch einmal wiederkommen möchten.“ Das war doch ein richtig raffinierter Plan, nicht? So ein Byakugan war eine verdammt praktische Fähigkeit, wenn man wusste, wie man es zu nutzen hatte und die entsprechenden Vorbereitungen traf. Allmählich wurden die Lampen gelöscht und die Kathedrale in die vorige Dunkelheit getaucht. Die weißen Augen blickten zum Altar, der immer schwerer zu erkennen war - bis er völlig verschwand. Im letzten Restlicht stehend formte der Tatsumaki seine Fingerzeichen, sodass die Sandwolke sich bildete. „Keine Enttäuschung. Ziemlich beeindruckend sogar, dass du mich an so einen Ort bringen konntest.“ Die Braunhaarige lächelte und wartete ab, bis die Technik des Suna-Nin fertig war. Danach nahm sie hinter ihrem Freund auf der Wolke Platz und sah hinab, während sich das Gefährt zurück zur Oberfläche bewegte. Um nicht gegen irgendeine Wand oder eine Säule zu stoßen, hatte Hei inzwischen mit einer kleinen Flamme in seiner Hand für das nötige Licht gesorgt. Unglaublich, dass es auf der Welt vermutlich noch unendlich weitere verschollene Orte gab, die nur darauf warteten, entdeckt zu werden. Je höher die Ninja stiegen, desto wärmer wurde die Luft - ob sie eines Tages zu dieser Kathedrale zurückkehren würden?



    => Trainingsplatz C-II - freies Gelände
    Zuletzt bearbeitet: 19. Feb. 2015