Der Prüfungsraum

Dieses Thema im Forum "Akademiegelände" wurde erstellt von Maki, 19. Dez. 2007.

  1. Sakkaku Akane

    Sakkaku Akane Member

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    91
    Alter:
    14 Jahre
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    1, 68 m
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Ame
    Steckbrief:
    Link
    Geninprüfung von Sakkaku Akane

    Prüfer:
    Ayaka
    Fushigi
    Fukazawa Akio

    NPC:
    Sakkaku Fumiko
    Saito
    Mädchen

    Der Tau am Morgen funkelt so schön

    Der Tag ihrer Genin-Prüfung begann für Akane früh am Morgen. Sehr früh am Morgen sogar. Um noch genauer zu sein erwachte die junge Sakkaku bereits als die ersten Sonnenstrahlen begannen Soragakure zu erhellen. Jedoch nicht etwa, weil sie aufgrund der anstehenden Prüfung aufgeregt war und die Nacht sowieso kaum schlafen konnte. Viel eher war es so, dass sie sich nach dem Beginn ihrer Ausbildung langsam angewöhnt hatte bereits sehr früh zu erwachen und vor allem anderen ein wenig zu trainieren. Und davon ließ sie sich auch nicht am Tag ihrer Genin-Prüfung abbringen. Ja, eigentlich dachte sie nicht einmal daran, dass ihr eine Prüfung bevor stand, als sie erwachte. Das änderte sich jedoch schnell, als sie bemerkte das sie nicht nur ihre Decke fest umklammert hielt, sondern noch dazu eine ansehnliche Reihe an nun ziemlich zerknitterten Blättern. „Huch.“, entwich es der noch ein wenig verschlafen dreinblickenden Sakkaku. „Wieso...?“ Nachdem sie ein paar Mal verwirrt geblinzelt hatte, weiteten sich ihre Augen als der Groschen fiel. „Ah! Die Prüfung!“ Abrupt ließ sie ihre Decke und somit die zerknitterten Blätter los. Anders als man nach dieser Reaktion vielleicht denken könnte hatte Akane den gesamten Abend bis spät in die Nacht hinein für den theoretischen Teil der Prüfung gelernt. Bei den Blättern handelte es sich um ihre Lernmaterialien, welche nun bis zur Unkenntlichkeit verwüstet waren. „Verdammt, ich muss beim lernen eingeschlafen sein.“, murmelte die Schwarzhaarige, während sie im Bett kniend versuchte so viel wie möglich von ihren Notizen zu retten. Schließlich lehnte sie sich jedoch mit einem Seufzen an die Wand an der ihr Bett stand. „Ach egal, ich brauch sie jetzt eh nicht mehr.“ Für einen kurzen Moment verharrte sie so mit geschlossenen Augen, ehe sie sich voller jugendlichem Elan aus dem Bett schwang – die Blätter dabei nur noch mehr in Mitleidenschaft ziehend – und sich mit ihrem üblichen fröhlichen Lächeln auf dem Gesicht umzog. Als sie sich dann in ihr übliches Outfit, bestehend aus einem schwarzen Rock und einer weißen Bluse zusammen mit einer ebenfalls schwarzen Krawatte, gekleidet hatte verließ sie ihr Zimmer. Natürlich durfte ihr Schal dabei nicht fehlen, aber dessen Anwesenheit war sowieso ein Nonplusultra bei der Sakkaku.
    Ihr Ziel war ein kleiner Trainingsplatz hinter dem Gebäude, welches sie mit ihrer Tante bewohnte. In dem Moment, wo sie die schattigen Räumlichkeiten hinter sich ließ und in die aufsteigende Morgensonne trat, erwachte dann auch endlich der restliche Teil von Akane. „Gah, viel zu hell!“, jammerte es in ihrem Kopf. Im Gegensatz zu dem Mädchen war die Stimme in ihrem Kopf wohl begnadeter Langschläfer, der noch dazu gar nicht mit so viel Licht am Morgen klar kam. Akane ließ sich davon jedoch wie immer nicht beirren und begab sich auf den Trainingsplatz, wo sie daraufhin begann mit der Taiji-typischen Ruhe und Langsamkeit die Bewegungsfolge zu wiederholen, die sie gerade am lernen war. Nacheinander ging sie die einzelnen Bewegungen durch und konzentrierte sich dabei einzig und allein auf die Grundsätze des Taiji. Wie sie bereits vor einiger Zeit feststellen durfte war sie beim Training, vor allem bei diesen Übungen, glücklicherweise dazu in der Lage die Stimme in ihrem Kopf größtenteils auszublenden. Jene wiederum meckerte vor sich hin und beschwerte sich über das grelle Sonnenlicht, das frühe Aufstehen und Akane im Allgemeinen.
    Während die Sonne langsam den Himmel erklomm vollzog die Sakkaku ihre Übungen eine nach der anderen. Als ungefähr die Zeit erreicht war zu der andere Menschen erst erwachten gesellte sich ihre Tante dazu und lehnte sich an einen nahestehenden Baum, von wo aus sie ihr beim Training zuschaute. Eine Weile ließ sie ihre Nichte noch in Ruhe, ehe sie schließlich mit einer heran winkenden Armbewegung auf sich aufmerksam mache. „Komm mal frühstücken, Akane.“ Nachdem ihr mit einem Nicken bedeutet wurde, dass Akane es gehört hatte, begab sich Fumiko wieder zurück ins Haus. Nachdem sie ihre aktuelle Übung beendet hatte folgte die Schwarzhaarige ihrer Tante in die Küche ihres gemeinsamen Hauses.
    Kaum betrat sie den Raum kam ihr bereits der unglaublich appetitliche Geruch von gebratenem Speck entgegen, welche ihre Tante zusammen mit Spiegeleiern für sie beide zubereitet hatte. Sie beide waren nicht wirklich im kochen bewandert, doch Speck mit Spiegelei brachten sowohl Akane wie auch ihre Tante auf die Reihe. „Ürgs, ekelhaftes Dreckszeug.“ Die Stimme in ihrem Kopf schien an allem, das Akane gefiel etwas auszusetzen zu haben. Zu ihrem Pech und Akanes Glück konnte sie jedoch nichts außer Kommentare abgeben, um irgendwas an der Tatsache zu ändern, dass das Mädchen es trotzdem mochte.
    „Das riecht köstlich, o-ba-san!“, merkte Akane an, während sie begann den Tisch mit Geschirr und Besteck zu bestücken. Ihre Tante lachte daraufhin, bevor sie die Pfanne mit den Spiegeleiern vom Herd nahm und gleichmäßig auf die Teller verteilte. „Das wäre ja noch schöner, wenn das einzige Gericht, dass ich kann, nicht gut riechen oder gar schmecken würde!“ Zu den Spiegeleiern gesellte sich dann noch der Speck, ehe sich die beiden Sakkaku zum Essen hinsetzten. Eine Weile aßen sie schweigend vor sich hin, jeder mit seinem eigenen Essen beschäftigt, bis Fumiko ihr Besteck als Erste zur Seite legte und den Teller etwas von sich weg schob. „Und, bist du schon aufgeregt?“, fragte sie dann ihre immer noch essende Nichte. Ihr aktuelles Stück Spiegelei runter schluckend schüttelte die Schwarzhaarige den Kopf. „Warum sollte ich, schließlich hatte ich eine gute Lehrerin.“, erwiderte sie mit einem Grinsen. Diese Aussage wiederum sorgte für ein weiteres Lachen bei der Erwachsenen. „Spar dir die Schmeicheleien für jemanden auf, bei dem es dir was bringt.“ „Also für niemanden?“
    Den Rest ihrer Mahlzeit verbrachte Akane wieder schweigend, während ihre Tante ihr eine kleine Lunchbox zusammenstellte – in erster Linie kleine Früchte und Sandwichs. Pünktlich zu dem Augenblick, in dem die junge Sakkaku ihren letzten Speckstreifen verschlang, klopfte es am Küchenfenster. Ihr Blick huschte abrupt zur Quelle des Geräusches nur um dort das Gesicht von Saito zu entdecken, wie er ihr grinsend zuwinkte. Auch der Blick ihrer Tante war auf das ihr mittlerweile wohlbekannte Gesicht gerichtet. „Es ist wohl schon so spät...“ Der letzte Snack landete in der Lunchbox und jene wiederum in der Tasche Akanes – wo sich bereits Kunai und andere Kleinigkeiten befanden. Dessen Beisitzerin fand sich daraufhin in einer Umarmung ihrer Tante wieder. „Viel Erfolg!“
    „Ich schaff das schon! Wir sehen uns heute Abend als Jounin und Genin wieder!“, waren die letzten Worte der jungen Sakkaku, ehe sie das Haus verließ und sich gemeinsam mit Saito auf den Weg zur Akademie machte.

    Im Wissen liegt die größte Macht

    Nur ungefähr eine halbe Stunde später erreichten die beiden angehenden Genin die Akademie. Wobei Saito rein theoretisch schon längst hätte da sein können, wenn er sich nicht einen doppelten Weg gemacht hätte, indem er Akane von zuhause abholte. Doch seit sich die beiden damals auf dem Ausflug ins Museum besser kennen gelernt hatten und da überhaupt erst herausfanden, dass sie gar nicht so weit voneinander entfernt lebten, kam der junge Bursche jeden Morgen zum Haus der beiden Sakkaku-Damen um Akane abzuholen. Ist junge, unbemerkte und dementsprechend unerwiderte Liebe nicht etwas schönes?
    Aber zurück zu den Tatsachen: Saito und seine heimliche Liebe erreichten die Akademie und in beiden Fällen lagen zwischen ihrer Ankunft und ihrem Prüfungsbeginn noch einige Minuten. Allerdings trennten sich im Gebäude die Wege der Freunde sich auch schon wieder, da der Braunäugige zu einem anderen Prüfungsraum musste als das Mädchen. Akane boxte ihren Freund gegen die Schulter. „Wag es ja nicht die Prüfung zu verhauen.“ Ein breites Grinsen breitete sich auf den Gesichtern der Jugendlichen aus. „Pass lieber auf das du es nicht verhaust!“ Daraufhin machten sich beide auf den Weg zu ihren jeweiligen Prüfungsräumen.
    Als Akane ankam fand sie im Gang bereits eine Handvoll anderer Schüler vor, die alle genauso wie sie auf den Beginn ihrer Prüfung warteten. Manche spielten nervös mit irgendetwas herum, meist dem Zipfel eines Kleidungsstückes oder einer Haarsträhne. Andere hatten ihre Nase in ihren Aufzeichnungen begraben und lasen sich diese immer und immer wieder durch, in der Hoffnung das es ihnen etwas bringen würde. Wieder andere liefen im Gang auf und ab, wie gefangene Wildkatzen in ihren Käfigen.
    Unsere werte Protagonistin hingegen wollte sich grade im Schneidersitz auf dem Boden nieder lassen, als sich die Tür zum Prüfungsraum öffnete und ein blonde Gestalt im Türrahmen erschien. Und was für eine Gestalt das war. Die Jugendliche – oder war es doch eher der Jugendliche? - fiel natürlich in erster Linie dadurch auf, dass man nicht ganz so sicher das Geschlecht anhand des Gesichtes feststellen konnte. Auch wenn es sehr weiblich aussah, so waren da doch ein paar kleine Kanten, die eher auf einen Jungen hinwiesen. Was dem Mädchen jedoch noch viel stärker auffiel waren die tiefroten Augen der Person. „Ein... Eine... was auch immer Sakkaku?“ Natürlich handelte es sich hierbei nicht um einen weiteren Sakkaku und genauso natürlich war nicht jeder mit roten Augen ein Sakkaku, was Akane auch bewusst war. Dennoch war es das erste, was ihr beim Anblick dieser Augen in den Sinn kam.
    Ihre Gedanken über diese Person fanden jedoch ein relativ abruptes Ende, als eben jene das Wort ergriff. „Sakkaku Akane?“ Ihre Hand schnellte sofort in die Höhe, als sie sich ihres Namens gewahr wurde. „Hier!“ Erst danach erhob sie sich wieder vom Boden, auf welchem sie sich gerade erst nieder gelassen hatte. Offensichtlich war sie bereits dran mit ihrer Prüfung.
    Die Schwarzhaarige folgte dem Blonden zurück in den Prüfungsraum, wo sich bereits ihre Lehrerin Fushigi und die Akademieleiterin Ayaka aufhielten. Im Grunde handelte es sich bei diesem Prüfungsraum schlicht und einfach nur um einen der normalen Klassenräume, dessen Stühle und Tische alle an die Rückwand geschoben wurden. Auch in diesem Fall war es so, dass die einzigen Tische, die sich nicht an einer Wand befanden, jene waren hinter denen die beiden Damen und nun der auch der Jugendliche saßen. Ja, es war ein Junge, soviel war Akane klar geworden, als sie an ihm vorbei gehen musste um in den Raum zu gelangen.
    Die Sakkaku bezog Position auf der freien Fläche vor den Tischen ihrer Prüfer und verbeugte sich vor den drei Personen. Die Leiterin nickte wohlwollend, ehe sie zum Sprechen anhob. „Wie du sicher weißt bilden wir drei heute dein Prüfungskomitee. Ich bin Ayaka, aber das ist dir sicherlich klar.“ „Natürlich.“, entgegnete Akane in der kurzen Pause zwischen den Sätzen der Frau, wobei sich ein leichtes Grinsen in ihr Gesicht schlich. Man musste schon komplett weltfremd sein um die Leiterin der Akademie nicht zu erkennen, wenn man ein Schüler dort war. „Fushigi-san ist dir natürlich ebenso ein Begriff. Der junge Herr hier“, sie deutete leicht mit ihrem Kopf auf den Platz rechts von sich, wo das Subjekt des Satzes saß, „ist Fukazawa Akio und in seiner Funktion als Chuunin übernimmt er in deiner Prüfung die dritte Stimme, die über den Erfolg deiner Bemühungen entscheidet.“ Die Augen der Schwarzhaarigen wanderten kurz zu Akio rüber, welcher auf seinem Schoß mittlerweile eine kleine Puppe zu sitzen hatte und sich mit dem Mädchenhaften Objekt leise zu unterhalten schien. Eigentlich war ein leicht verwirrter Blick ihre einzige Reaktion auf dieses Treiben, doch bevor sie sich wieder Ayaka zuwenden konnte ertönte plötzlich ein lautes Puppe!“ in ihrem Kopf, das sie vor Schreck zusammen zucken ließ. „Alles in Ordnung, Schnubbelchen?“, fragte nun Fushigi besorgt. Akane nickte hastig. „Ja, alles okay.“ Die Stimme in ihrem Kopf tobte jedoch regelrecht. Mit all der ihr zur Verfügung stehenden Konzentration versuchte die Schwarzhaarige diesen Anfall der Stimme auszublenden, um aufmerksam den nächsten Worten Ayakas zu lauschen.
    „Deine Prüfung besteht aus zwei Teilen: Einem theoretischen und einem praktischen. Letzterer schließt direkt an den theoretischen Teil an, welchen du jetzt absolvieren wirst. Deine Aufgabe ist es einen verständliche Erklärung zum Thema Taijutsu abzugeben. Du darfst auch sofort beginnen.“
    Ihr Herz konnte sich nicht entscheiden, ob es ihr ein Stück weit in die Hose rutschen oder einen kleinen Satz machen sollte. Sie war eindeutig kein Mensch für schnöde Theorie, da man dabei meistens ruhig in einem Raum rum sitzen musste. Auch die vielen Lernstunden, die sie mit ihrer Tante oder Saito hatte, halfen dabei in den meisten Fällen nur wenig. Doch Taijutsu? Das perfekte Thema für jemanden, der nicht nur eine darin bewanderte Tante besaß, sondern noch dazu täglich mit dem Training dieser Fähigkeiten beschäftigt war. Der Sakkaku-Clan war zwar spezialisiert im Umgang mit Genjutsu und auch Akane hatte durchaus vor diese Fähigkeiten in ihrer Laufbahn zu nutzen, doch oftmals lag ihr Interesse mehr beim Taijutsu. Immerhin musste man sich dabei mehr bewegen als beim Wirken von Genjutsus. Was ihr allerdings Sorgen bereitete war die immer noch stark aufgeregte Stimme in ihrem Kopf. Die Schwarzhaarige war sich nicht ganz sicher, warum es so stark auf die Puppe des Fukazawa reagierte, doch sie wusste, dass es nichts Gutes bedeuten konnte.
    Sich noch einmal einen Moment sammelnd, holte sie tief Luft und nahm dann eine grade, selbstsichere Haltung ein. „Bei Taijutsu setzt man in erster Linie seine eigene Körperkraft ein. Man nutzt Hände, Füße und Waffen um dem Gegner Schaden zuzufügen. Andere Körperteile kann man natürlich ebenfalls einsetzen, aber das sind halt die Hauptwaffen des Körpers.“ So weit, so gut. Das Mädchen nahm sich einen Moment zum Überlegen, ehe sie fort fuhr. „Ansonsten gibt es ganz viele Dinge, die man als Waffen nutzen kann. Beispielsweise verschiedene Arten von Schwertern, Speere oder aber auch Kampfstäbe und Fächer, um ein paar Möglichkeiten zu nennen.“ Das bis hierhin anhaltende Glück der Sakkaku fand jedoch ein abruptes Ende, als sich die Stimme erneut lautstark meldete. „Schnapp dir die Puppe! Hol sie dir! Los!“ Auslöser hierfür war nach wie vor genannte Puppe, die sich zwar mittlerweile nicht mehr auf dem Schoß Fukazawas befand, jedoch nach wie vor gut sichtbar war. Dieser Ausbruch sorgte dafür, dass Akane bei ihrem nächsten Themenbeitrag ein wenig beim Sprechen stockte, da beides ungefähr zeitgleich statt fand. „Es gibt auch... verschiedene Taijutsu... stile. Ich lerne beispielsweise... Taiji.“ Angestrengt versuchte sie sich zu fangen und noch dazu das Thema schnellstmöglich abzuschließen, damit sie von dieser Puppe weg kommen konnte. Vielleicht würde sich die Stimme in ihrem Kopf ja dann beruhigen. „Ähm, bei diesem Stil liegt das Hauptaugenmerk auf das Kontern und Abwehren gegnerischer Angriffe. Ich... beherrsche leider noch keine Technik dieses Stils, die ich hätte vorführen können.“ Ayaka erkannte es wohl als das Ende ihrer Erklärung an, dass sie bei ihrem letzten Satz zum Ende hin immer leiser wurde. „Bist du fertig?“ Einen kurzen Moment zögernd nickte Akane schließlich. Es war ihr in diesem Augenblick egal, ob sie vielleicht noch mehr Punkte bekommen könnte, wenn sie den Vortrag fortsetzte, sie wollte einfach nur weg von Akio und seiner Puppe. Dann musste sie sich halt bei der praktischen Prüfung Mühe geben, um die fehlenden Punkte rein zu holen. Wobei sie natürlich noch keine Ahnung hatte, wie viele man ihr für die Theorie geben würde.
    „Gut. Deine Aufgabe für den praktischen Teil ist es in einem Waldstück drei nummerierte Schriftrollen zu finden. Hierbei musst du eine mit der Zahl 3 und eine mit der 7 haben, die dritte Ziffer ist jedoch ohne Belang. Du hast 25 Minuten Zeit. Doch Achtung: Auch andere Prüflinge halten sich mit derselben Aufgabe in diesem Gebiet auf, wovon manche sogar dieselben Zahlen suchen müssen. Ebenso gibt es unter den Schriftrollen Nieten und in dem Waldstück könnte es Fallen geben. Punktabzug gibt es für das Fehlen einer Schriftrolle und dem Überschreiten des Zeitlimit. Alles verstanden?“ „Ja, Ayaka-sensei.“ Mit einem freundlichen Lächeln nickte eben jene. „Dann wird dich Fushigi-san jetzt zu dem Waldstück bringen, wo die anderen Prüflinge bereits warten.“

    Auch Güte führt zum Ziel

    Kurz darauf fand sich Akane an eben jenem Ort wieder, zusammen mit einer Handvoll anderer Prüflinge unter anderem Saito. Die Stimme in ihrem Kopf hatte sich mittlerweile tatsächlich beruhigt, auch wenn sie den kurzen Weg von der Akademie bis zum Waldstück damit beschäftigt war Akane dafür zu beschimpfen, dass sie sich diese Puppe nicht unter den Nagel gerissen hatte. Beruhigt war eigentlich das falsche Wort. Viel eher war die Stimme nach ihrer Schimpftirade in ein beleidigtes Schweigen verfallen. Dem Mädchen konnte das egal sein, solange sie wenigstens für den praktischen Teil einen klaren Kopf haben durfte.
    Es dauerte dann auch nicht mehr lange, bis die angehenden Genin in einem Abstand von 2 Minuten das Startsignal bekamen. Als Akane endlich an der Reihe war, waren die meisten bereits im Dickicht des Waldes verschwunden – auch ihr bester Freund. Natürlich folgte sie ihnen nach ihrem eigenen Start“schuss“ in den Wald und wurde schon kurz darauf ebenfalls von der Flora des Gebietes komplett vor den Augen der restlichen Schüler versteckt.
    „Okay... Denk nach Akane, wo versteckt man am besten eine Schriftrolle?“ „In einem Schriftrollenschrank.“, kam es leicht säuerlich aus einer der hinteren Ecken ihres Gehirns. Mit einem leisen Seufzen entschloss sich die Schwarzhaarige dazu erst einmal vorsichtig und mit offenen Augen durch den Wald zu laufen, bis ihr etwas auffiel. Oder sie in eine Falle tappte. Oder gar angegriffen wurde.
    Dementsprechend vorsichtig schlich die Sakkaku durch das Gebiet. Sie war dadurch zwar langsamer, als wenn sie blindlings los gerannt wäre, es erhöhte jedoch gleichzeitig ihre Chance nicht entdeckt zu werden und dafür eins der Verstecke aufspüren zu können. Zu ihrer eigenen Überraschung fand sie sogar tatsächlich unter einem der Büsche eine kleine Kuhle, die die perfekte Größe und Form für eine Schriftrolle hatte – leider war sie leer. „Verdammt!“
    Die Suche ging also weiter. Es war einer dieser Momente, wo sich Akane dafür verfluchen konnte über keinerlei Fähigkeiten zu verfügen, die solch eine Aufgabe leichter machen würden. Dennoch war dies noch lange kein Grund für die Sakkaku den Kopf in den Sand zu stecken! Vor allem da es in diesem Wald keinen Sand gab.
    Entgegen aller Wahrscheinlichkeit schaffte es Akane eine Handvoll an Verstecken zu finden, die jedoch alle entweder bereits geplündert waren – jedenfalls ging sie davon aus, dass er geplünderte Verstecke waren – oder eine Niete enthielten. Erst nach einer Viertelstunde vom Beginn der Prüfung an gelang es der Schwarzhaarigen endlich ein Versteck aufzutreiben, in dem sich nicht nur eine Schriftrolle mit Zahl befand, sondern gleich mit einer ihrer benötigten Zahlen. „Na endlich, die 7.“ Nun fehlten ihr nur noch die 3 und eine beliebige weitere Zahl – und sie hatte nur noch 10 Minuten!
    Es war also gleichzeitig Eile und dennoch Vorsicht geboten. Ein Balanceakt der Extraklasse. Fortuna war dem Mädchen jedoch noch einmal Hold an diesem Tag, wodurch sie wortwörtlich über die nächste Schriftrolle stolperte. Der Fall über die hinterhältige Baumwurzel brachte ihr zwar eine Schramme an der Hand und hämisches Gelächter ein, aber wenigstens spießte sie sich nicht auf einem zerborstenen Baumstumpf auf. Und noch dazu fand sie eine Schriftrolle! Es handelte sich jedoch nicht um die 3, sondern um eine 2. Knapp verfehlt war auch vorbei, oder wie hieß das Sprichwort?
    Da sie jedoch nur noch 8 Minuten Zeit hatte machte sich Akane auf den Rückweg und hoffte inständig, dass sie auf eben jenem noch eine finden würde. Und zwar nicht irgendeine, sondern genau die, die sie benötigte. Stattdessen vernahm sie jedoch erst ein lautes Knacken, dann einen Rumms, direkt gefolgt von einem unterdrückten Schmerzensschrei. Ohne groß drüber nach zu denken begab sich die Sakkaku in die Richtung, aus der sie jene Geräusche vernommen hatte und fand schon bald eines der anderen Mädchen, die ebenfalls zu dieser Prüfung gestartet waren. Den Beweisen nach zu urteilen – ein abgebrochener Ast und eine unschöne Wunde am Bein des Mädchens – war jene auf den Baum geklettert. Entweder um sich über die Bäume fort zu bewegen oder simpel weil sie dort oben ein Versteck vermutet hatte. Der Grund war letztendlich auch egal, Fakt war, dass der Ast ihrem Gewicht nicht stand gehalten hatte und mitsamt seiner Last zu Boden gestürzt war.
    Sich kurz zu allen Seiten umschauend huschte Akane zu dem anderen Mädchen. Jene reagierte auf diese Annäherung jedoch alles andere als freudig und zückte ein Kunai, welches sie drohend und mit vor Schmerz verzerrtem Gesicht in die Richtung der Schwarzhaarigen hielt. „Ganz ruhig. Ich will dir keine deiner Schriftrollen klauen. Darf ich mir deine Wunde ansehen, vielleicht kann ich helfen?“ Die Verletzte suchte kurz das Gesicht der Sakkaku nach einem möglichen Hinweis auf böse Absichten ab, ehe sie die Waffe leicht sinken ließ. „Okay. Aber ich behalt dich im Auge!“ Erleichtert überbrückte Akane die letzten Zentimeter und kniete sich neben das verletzte Bein, um es zu untersuchen. Sie war zwar kein ausgebildeter Medic-Nin, doch sie wusste genug um zu erkennen, dass diese Verletzung unbedingt behandelt werden musste und das Mädchen wahrscheinlich momentan nicht wirklich in der Lage war zu laufen. „Lass die Olle einfach liegen!“ Irgendwo auf der Welt gab es sicherlich Menschen, die genau dies jetzt gemacht hätten. Akane gehörte nicht dazu, selbst wenn es bedeutete, dass sie nach dem Zeitlimit mit nur zwei Schriftrollen zu den Prüfern zurück kehren würde. „Das muss sich leider einer der Erwachsenen ansehen. Aber ich werde dir die Wunde jetzt verbinden und dich dann zu den Lehrern tragen.“ Eine der Augenbrauen ihres Patienten zuckte in die Höhe. „Sicher? Du wärst dadurch langsamer und egal wann du angefangen hast, du würdest es nicht mehr rechtzeitig vorm Ablauf der Zeit dort hin schaffen.“ Die Schwarzhaarige lächelte, während sie aus ihrem Rucksack eine Bandage holte. „Und? Wäre es dir lieber, wenn ich dich hier lasse? Denn laufen kannst du damit nicht mehr, so viel ist klar.“ Um Worte verlegen verstummte das Mädchen, während Akane damit beschäftigt war die Beinwunde sorgfältig zu verbinden. „So. Dann schauen wir mal, dass wir hier weg kommen.“, sagte jene schließlich, setzte ihren Rucksack so auf, dass er ihren Brustkorb bedeckte und nahm dann mit einigen Schwierigkeiten die Verletzte Huckepack.
    Gezwungenermaßen gemeinsam machten sich die beiden Mädchen also auf den Rückweg, welcher ohne weitere Vorfälle verlief. Kurz nach Ablauf von Akanes Frist waren sie dann endlich so weit, dass sie bereits den Waldrand sehen konnten. Plötzlich bemerkte die Sakkaku eine Bewegung ihres Gepäcks. Bevor sie jedoch irgendwie reagieren konnte tauchte vor ihrem Gesicht eine Hand mit einer Schriftrolle auf. „Hier. Ich werd die Prüfung eh nicht bestehen, also kannst du sie haben, als... Dank.“ Manchmal zahlte sich Güte und Hilfsbereitschaft wohl doch aus, denn nicht nur das sie nun im Besitz von der geforderten Anzahl an Schriftrollen war, bei diesem Dankesgeschenk handelte es sich um die benötigte 3!
    Der restliche Weg verging wie im Fluge, sodass sich die Verletzte bald in besseren Händen wieder fand, als die von Akane und deren Schriftrollen in die zierlichen Pranken Fushigis übergeben wurden. Schon bald fand auch der Tag und somit die Prüfung sein Ende.

    Der Lohn harter Arbeit

    Ungefähr eine Woche später war es dann so weit: Die Bekanntmachung der Prüfungsergebnisse und daran anschließende Verleihung des Genin-Titels – wenn man denn bestanden hatte. Dementsprechend fanden sich alle Teilnehmer wieder ein und warteten ungeduldig darauf, dass ihnen eröffnet wurde, wie sie sich denn geschlagen hatten. Auch Saito und Akane befanden sich in der Menge wartender Schüler. Der Junge hatte sich sogar extra für diesen Tag eine neue Frisur zugelegt, welche auch prompt zum Ablenkungsthema zwischen den beiden wurde.
    „Das sieht komisch aus.“
    „Du wirst dich dran gewöhnen.“
    „Sicher?“
    „Ja doch. Sobald du dich dran gewöhnt hast gefällt dir die vielleicht sogar besser als die langen Zotteln!“
    Skeptisch betrachtete die Sakkaku den Kopf ihres Gesprächspartners. Wo sich einst überall braune Haaren fanden, die bis zu den Schultern herab reichten, gab es nun nur noch stark gekürzte Haare. An manchen Stellen sogar kürzer als an anderen. Saito hatte sich nämlich eine leicht abgewandelte Form eines Jarheads zugelegt: An den Seiten zwar kurz geschoren, wie es sich gehörte, jedoch mit deutlich längeren Haaren im Mittelbereich. Nicht lang genug um wie bei einem Mohawk aufgerichtet zu werden, jedoch trotzdem länger als es üblich war.
    Bevor die Unterhaltung zwischen den beiden von einer der Parteien fortgesetzt werden konnte, erklang ein Gong und überall kehrte Ruhe ein, während sich der Blick aller Anwesenden nach vorne auf Ayaka und ihre Lehrerschaft richtete. Die Akademieleiterin ergriff auch sofort das Wort. „Wir werden euch jetzt nacheinander mit eurem Namen aufrufen, woraufhin ihr nach vorne kommt und eure Bewertung, wie auch gegebenenfalls euer Stirnband entgegen nehmen werdet. Danach geht ihr bitte auf direktem Wege durch diese Tür“, sie zeigte auf eben jene, „und könnt dann entweder nach Hause gehen oder draußen noch auf eure Freunde oder Geschwister warten.“ Direkt im Anschluss an diese Ansprache wurde auch schon die erste Person nach vorne gebeten.
    Die Zeit floss dahin, während sich die Masse der Schüler nach und nach verkleinerte. Akane war als Sakkaku zwar bei weitem nicht die Letzte die ihre Bewertung erhalten würde, doch das S war weit genug hinten im Alphabet um sie eine gute Weile warten zu lassen. Sogar Saito wurde vor ihr aufgerufen und verschwand kurz darauf durch die Tür nach draußen, jedoch nicht ohne der Schwarzhaarigen vorher zu zu grinsen und stolz das Band mit dem Zeichen Soragakures hoch zu halten.
    Eine Weile später erklang dann endlich ihr lang ersehntes „Sakkaku Akane“, woraufhin sich das Mädchen nach vorne zu Ayaka und Fushigi begab. „Dann kommen wir mal zu dir.“, sagte die bebrillte Leiterin und blickte auf das Klemmbrett in ihrer Hand. „Zuerst der theoretische Teil. Hier gab es insgesamt 30 Punkte zu erreichen. Auch wenn du zu Beginn sehr selbstsicher auftratst, so wurdest du zum Ende hin doch deutlich nervös, was sehr schade war.“ Akane musste einen wehleidigen Blick unterdrücken. „Wenn ihr wüsstet, was der Grund dafür war...“ „Des Weiteren waren deine Erläuterung zwar richtig, jedoch etwas kurz bemessen. Du hättest noch einiges mehr erzählen und vor allem mehr Beispiele bei den Stilen bringen können. Letztendlich haben wir uns dazu entschieden dir für diesen Teil 15 Punkte zu geben.“ Ein kleines bisschen sank der Sakkaku nun das Herz in die Hose. Nur die Hälfte der möglichen Punktzahl... Trotz allem hatte sie sich irgendwie mehr erhofft. „Nun zum praktischen Teil. Hier waren 70 Punkte zu erreichen, unter der Bedingung das du vor Ablauf der Zeit mit den richtigen Schriftrollen wieder am Startpunkt bist. Natürlich kommen dabei noch ein paar andere Faktoren hinzu, doch das soll nicht weiter von Belang sein.“ In ihrem Inneren begann Akane zu beten, während sie nach Außen ein höfliches Lächeln bewahrte. „Wie es deine Aufgabe war hast du die Schriftrollen 3 und 7, sowie eine beliebige weitere erfolgreich bei Fushigi-san abgeliefert. Leider hast du es nicht vor dem Ablauf deiner Zeit zurück geschafft, allerdings... du hast den Erfolg deiner Prüfung aufs Spiel gesetzt um einem Menschen in Not zu helfen. Auch wenn du als Shinobi nicht immer die Mission aufgrund solch eines Vorfalls außen vor lassen solltest, vor allem wenn es sich bei dem Opfer durchaus auch um eine Falle handeln könnte, so ist es eine löbliche Tat gewesen. Aus diesem Grund haben wir dir für diesen Teil immerhin 60 Punkte gegeben. Zusammen mit denen aus der Theorie hast du also 85 von 100 Punkten.“ Die darauf folgende Pause ließ Akanes Herz beinahe vor Aufregung zerbersten, bis sich Ayakas bis dahin ernste Miene durch ein leichtes Lächeln auflockerte. „80 Punkte waren nötig um die Prüfung zu bestehen. Herzlichen Glückwunsch, du bist nun offiziell ein Genin.“ Auf dem Gesicht der Schwarzhaarigen breitete sich ein strahlendes Lächeln aus, während ihr von Fushigi das Stirnband mit dem Zeichen Amegakures überreicht wurde.
    Der Clan der Sakkaku konnte nun einen weiteren Genin in ihren Reihen willkommen heißen.
  2. Takeshi Rai

    Takeshi Rai Genin

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    The exam is going to start?! Oh yeah!


    Wie jeder andere Shinobi in seinem Alter, braucht auch Rai eine Weile bis er aus den Federn kommt. Heute aber, wäre eine Verspätung nicht zu akzeptieren, ein nicht zu akzeptierender Fehler der einzig wahren Strategie: der erfolgreiche Abschluss der Akademie. So kitzelten ihn rechtzeitig die ersten Sonnenstrahlen an der Nase, so dass er laut Niesen musste und wahrscheinlich sogar die noch schlafenden Nachbarn geweckt hatte. Ein Rumpeln in der Küche ließ vernehmen, dass die ganze Familie Takeshi schon auf den Beinen war. Naja, vielleicht nicht die ganze, denn Rai, der jüngste der Takeshi-Familie, war gerade erst durch die gute alte Sonne geweckt worden! So musste er sich sputen, um noch was frühstücken zu können. Aber Rai wäre nicht Rai, wenn er dies nicht alles eingeplant hätte! So lag seine Kleidung und die Ausrüstung, die er für heute benötigte schon bereit auf dem Sessel neben seinem Bett. Auch seine Zahnputzausrüstung lag schon bereit, so dass er sie nicht mehr zu suchen brauchte. Mit einem lautem Gähner und einer ausgiebigen Streckeinheit, war der angehende Genin seine Beine über die Bettkante, taumelte zu dem Sessel an dem seine Kleidung lag und wechselte als aller erstes seine Unterwäsche. Mit einer benutzten Unterwäsche in den Tag zu starten wäre doch unangenehm für seine Mitmenschen! An die musste ja auch gedacht werden, niemand wollte doch schließlich, dass neben einem plötzlich ein halbtoter Mensch lag, nene. Und was brauchte man noch? Genau, die passende Hose und das passende T-Shirt! Also warf er sich ein blaues T-Shirt, mit gelben, dezent verteilten, Sternen über den Kopf und dazu noch eine schwarze Hose über die Beine. Bevor das Outfit aber komplett vollendet war, musste er noch einen kurzen Blick auf die Uhr werfen. Ja, er war noch immer im Zeitplan! Aber jetzt war es an der Zeit sein Outfit komplett zu vollenden. Und zwar mit seinem allseits bekanntem, treuem, weiß-blauem Mantel! Mit einer kurzen und gekonnten Bewegung war er auch schon über die Schultern geworfen und mit einer darauffolgenden Bewegung war er auch schon zugeknöpft. Noch schnell der Kragen gerichtet, im Spiegel angeschaut und schon war er im Bad wiederzufinden. Auch dort bewahrte er Ruhe und verfiel nicht in Hektik. Seine Zähne zu putzen beanspruchte halt des Öfteren zwei bis drei Minuten und da in Hektik zu verfallen wäre keine so ideale Option. Also ließ sich der junge Takeshi Zeit dabei und mit weißen, frisch geputzten Zähnen schritt er selbstsicher die Stiegen hinunter, die letzte Etappe, die ihn jetzt noch von seinem wohlverdienten Frühstück trennte.

    „Guten Morgen, Rai! Willst du auch etwas Speck?“ Kaum war der junge Shinobi in der Küche angelangt, fragte ihn schon sein Vater, ob er vielleicht etwas Speck wollte. Fürsorglich wie eh und je, ja das waren ganz und gar seine Eltern. „Ja, gerne.“, antwortete Rai während er sich an den mittelgroßen Küchentisch saß. „Hey, Rai-Spätzchen, bist du schon nervös wegen deiner heutigen Prüfung?“, fragte ihn dann auch noch seine Mutter. Rai stieß einen kurzen Seufzer aus bevor er antwortete: „Nein, Mom.“ Eine kurze und knackige Antwort, so war man es von Rai gewöhnt. Aber wie dem auch sei, während der Speck noch vor sich hin brutzelte, nahm er die Zeitung zur Hand, welche direkt vor ihm verweilte. Als er die Zeitung aufschlug , sprang ihm eine riesige, fettgedruckte Überschrift ins Auge: „Heute finden die Genin-Prüfungen statt!“ So eine Überschrift war doch schon verlockend, aber es blieb keine Zeit den Artikel darunter zu lesen, denn vor Rai stand schon der Teller, mit Speck und Spiegeleiern darauf, vor ihm. Mit einem Nicken bedankte er sich bei seinem Vater und dann zerkaute er genüsslich den Speck und die Spiegeleier in seinem Mund und entfaltete somit das köstliche Aroma dieser Speise. Aber genug von dem, Rai war ja schließlich kein Meisterkoch, ganz im Gegenteil! Doch war Rai ein Feinschmecker, ein Feinschmecker, der sich gewaschen hatte! Seine Ansprüche auf das Essen, welches ihm zubereitet wird, stehen in jedem Fall ganz hoch und wenn sein Essen einmal nicht schmeckt, dann rastet er aus. Naja, er rastet nicht ganz aus, sondern sagt er nur, dass es nicht schmecke und er es nicht essen werde. Dieses Verfahren aber war bei seinen Eltern nicht notwendig, denn sein Vater war selbst ein Feinschmecker, sogar ein noch besserer als sein Sohn selbst. Wie dem auch sei, das Essen war komplett aufgegessen und die Zeit drängte nun. „Mom, Dad, ich muss jetzt los. Wir sehen uns später!“, kaum hatte der Jüngste im Raum diese Worte gesprochen, war er schon aus der Tür geschritten. Als er schließlich vor der Tür stand, erwärmten ihn die Sonne und das fröhliche Gezwitscher der Vögel vor seinem Haus. Mit einem Lächeln im Gesicht ging er schnellen Schrittes zur Akademie, welche nicht gerade weit von seinem Haus entfernt lag.

    Kaum war Rai dort angekommen, musste er sich noch einmal an seine ultimative Strategie erinnern. Der nächste Schritt: Die Theorie bestehen. Fehler? Keine Option. Also verstaute er seine Hände in seine Manteltaschen und betrat das Gelände der Akademie mit ernster, aber selbstsicherer Miene. Das Einzige, was Rai noch wunderte war, warum Katy nicht schon längst anwesend war, denn normalerweise war sie überpünktlich, aber es könnte ja sein, dass sie beide nicht dem selbigen Prüfungsraum zugeteilt waren. Außerdem war er ja noch nicht ganz an seinem Prüfungsraum angekommen, ihn trennte wieder nur eine Stiege davon, aber auch diese war schnell überwunden. Nun befand er sich inmitten eines langen Ganges, wobei an einer Stelle des Ganges eine Menschenmasse auf etwas zu warten schien. Als sich der junge Takeshi zu ihnen gesellte und sich setzte, öffnete sich die Tür des Prüfungsraumes und eine pinkhaarige Frau mittleren Alters betrat den Flur. „Takeshi Rai! Bitte zur Prüfung!“ Als der Takeshi diese Worte hörte, musste er erstmal schlucken. Hatte er gerade richtig gehört? Kam er jetzt schon dran? Was wenn er jetzt doch kläglich versagte und seine Eltern enttäuschte? Alles Fragen, an die jetzt gar nicht zu denken sein dürfte, aber trotzdem schossen sie in seinen Kopf wie Kanonenkugeln. Während Rai sich all diese Fragen stellte, war er schon unbewusst aufgestanden und bei seinen Prüfern im Raum angelangt. Jetzt geht’s los, jetzt heißt es Showtime!


    Now it begins, the Genin Exams! ~ Theorie

    Es war ein gemütlicher Stuhl auf dem Rai da saß, er war mit einer guten roten Polsterung gepolstert und sah sehr edel aus. So auch die Stühle auf denen seine Prüfer saßen. Vor den Prüfern stand ein Tisch und nach dem Tisch saß Rai. Dieser machte einen eher selbstbewussten Eindruck, wobei er doch ein wenig Schiss vor dem Prüfer neben der Akademieleiterin Ayaka hatte. Diese Person sah er nun zum ersten Mal in seinem Leben. Aber wie dem auch sei, er wurde trotzdem von seiner Hauptprüferin aus den Gedanken gerissen: „Also Rai-kun. Guten Morgen!“ „Morgen“, antwortete dieser darauf. Der Takeshi war noch immer ein klein wenig müde, also war er der Höflichkeiten leid, denn dies würde ihn zu sehr anstrengen. Hoffentlich würde die Prüfung seine Müdigkeit wegblasen wie ein Mensch eine Pusteblume. „Also, herzlich Willkommen und im Vorhinein wünschen wir dir viel Glück bei deiner Prüfung, denn viel Zeit würde für sowas nun eh nicht bleiben! So, fangen wir doch mit deiner Prüfung an!“ Sein Gegenüber, die Pinkhaarige, nahm nun ein Klemmbrett vom Tisch und begutachtete es einen Moment lang. Sie nickte und fuhr fort: „Also, dein heutiges Thema des Theorieteiles wird Ninjutsu lauten. Wie ich gehört habe, dein Fachgebiet, Glück für dich! Erkläre uns doch bitte, was Ninjutsu sind, worin sie sich von anderen Jutsu unterscheiden, wie sie gewirkt werden, was Chakranaturen sind und was es da für Besonderheiten gibt.“ So viel Glück hatte Rai noch gefehlt! Es ging bei seiner Prüfung also um Ninjutsu, seine Spezialität! Wäre es um Taijutsu gegangen, hätte er kläglich und elendig versagt und er hätte seinen Eltern schon Bescheid sagen können, dass er kein Genin geworden sei. Natürlich würde Rai jetzt punkten, dies sei gewiss. Also ließ er mit einer Antwort nicht lange auf sich warten, denn die Worte drängten schon im Mund sich frei im Raum zu verteilen: „Tja, es wird bei den Ninjutsu in verschiedene Chakranaturen unterschieden: Fuuton, Katon, Doton, Suiton und Raiton. Die einzige Natur über die ich etwas weiß ist Raiton, denn ich stamme aus Kumogakure wo diese Gang und Gäbe sind. Aber wie dem auch sei: Ich glaube, dass sie sich von anderen Jutsu unterscheiden, weil sie keine Körperkraft verwenden und keine Illusionen vortäuschen, so wie Taijutsu und Genjutsu. Und gewirkt werden sie durch Fingerzeichen und die Konzentration von Chakra. Ach, dann wären da noch verschiedene Besonderheiten, aber von denen ist mir keine bekannt. Ich danke Fushigi-sensei aber trotzdem für diese Informationen! Dies wäre noch zu erwähnen gewesen und richten Sie bitte meinen Dank an sie aus.“ Hoffentlich hatte Rai jetzt all die Fragen beantwortet, denn ein Fehler oder gar ein Scheitern war garantiert keine Option. So vergingen die Sekunden des Wartens auf eine Antwort wie Minuten, gar Stunden. Ehrlich gesagt ging Rai da schon ein wenig die Angst durch, dass er diesen Teil nicht schaffen würde. Würden ihn seine Eltern dann hassen? Unvorstellbar, welche Eltern hassen denn bitteschön deren Kinder? Die Takeshis bestimmt nicht. „War dies alles?“ Mit einem kurzen Nicken bestätigte der Prüfling dies. „Also gut. Der Praxisteil deiner Prüfung folgt nun direkt nach diesem Teil. Und dieser letzte Teil besteht daraus, dass in unserem, für die Prüfung beanspruchtem, Waldstück drei Schriftrollen versteckt sind. Diese enthalten Nummern. Zwei von denen müssen die Nummer enthalten, die wir dir vorgeben werden, die andere ist egal. Dafür hast du 25 Minuten Zeit und natürlich werden noch andere Anwärter danach suchen. Ach, und dass ich es nicht vergesse: Deine Nummern sind die 5 und die 9.“ Also gut. Ein Waldstück, drei Schriftrollen und eine ungewisse Anzahl von Feinden. Die ganze Sache hat sicher noch einen Hacken, wäre ja zu einfach für alle anwesenden Beteiligten. Vielleicht warteten ja auserwählte Chunin oder Genin in dem Waldstück auf ihn und diese würden ihn dann platt machen. Ach, wenn die Strategie passt, wird es schon nicht so kommen. Auf jeden Fall müsste er darauf aufpassen nicht wieder müde zu werden oder gar hungrig. Dann könnte er sich die Prüfung gleich mit null Punkten abholen. Außerdem wäre es unpassend einen Kampf zu verlieren und somit seine gesammelten Schriftrollen, all dies waren keine Optionen. Wie dem auch sei, gerade als Ayaka noch etwas hinzufügen wollte, öffnete sich die Tür und eine junge Frau trat herein. Sie war viel kleiner als Rai selbst, das sah man auf dem ersten Blick. Außerdem war sie in einen hautengen schwarzen Lederanzug gehüllt. Eine Kapuze verdeckte dezent ihr Gesicht, genau so, dass man ihre Augen nicht erkennen konnte. Ayaka begutachtete sie mit einem Lächeln und begann: „Ah, genau zum richtigen Zeitpunkt, Itoe-chan. Rai-kun, dies ist Hyuuga Itoe. Sie wird dich zum letzten Teil deiner Prüfung begleiten. Falls du diesbezüglich irgendwelche Fragen hast, sie wird sie dir beantworten. Auf Wiedersehen.“ Mit einer eleganten Handbewegung deutete sie zur Tür, ein Zeichen, dass Rai nun gehen sollte. Langsam und in aller Ruhe, man sollte nie hektisch werden, erhob er sich von seinem gemütlichem Sessel und ging auf die Hyuuga zu, welche sofort die Tür öffnete und mit dem Anwärter des Stirnbandes in die Richtung des Waldstückes schlenderte. Denn wie bekannt, hatten sie ja Zeit, aller Zeit der Welt. Außerdem konnte sich der angehende Meisterstratege währenddessen eine Strategie überlegen, mit der er den letzten Teil der Prüfung auch meistern sollte.

    Three scrolls to find? Easy! ~ Praxis

    Also gut, nun konnte der letzte Teil der Prüfung endlich starten. Da Rai schon aufgefordert wurde sich vor das Tor Nummer 3 zu begeben, stand er natürlich davor. Das für die Prüfung, mit einem Zaun, abgetrennte Waldstück war größer als er es sich gedacht hatte. Und direkt neben ihm, bei Tor 2 und 4, waren auch schon zwei weitere Anwärter positioniert und bereit zum Reinstürmen, so wie Rai. Bereit und mit einem Kunai in der Hand positionierte er seinen Körper so, dass er gleich losstürmen konnte und seine drei Schriftrollen in seinen Besitz bringen konnte. Jetzt war ein Versagen garantiert keine Option. So kurz vor dem Erfolg, so kurz vor dem Stirnband, da darf man einfach nicht aufgeben. Und je länger sich diese Tore nicht öffneten, desto mehr n…. Plötzlich öffneten sich die Tore und instinktiv starteten alle durch, außer Rai. Dieser war nämlich in seinen Gedanken versunken und bemerkte dies deshalb nicht sofort. Mit noch ernsterer Miene startete er schlussendlich durch, als schon alle anderen mitten in den Untiefen des Waldstückes waren, ein großer Nachteil des Takeshi. Aber wie dem auch sei, musste er versuchen seine soeben zusammengestellte Strategie auszuführen, denn nicht umsonst hatte er Itoe-chan nach ein paar kleinen Tipps gefragt, ganz geheim versteht sich. „Ähm, Itoe-chan, hast du vielleicht irgendwelche kleinen Tipps für mich?“, fragte Rai sie ein wenig unsicher, ob sie ihm antworten würde. Mit einem freundlichen Lächeln entgegnete sie ihm: „Ich darf dir aber nur ein paar kleine Tipps geben, versteht sich. Also, was willst du wissen?“ „Was sollte man am Anfang am besten tun?“ Nach scheinbar kurzem Überlegen, liefert sie ihm eine freundliche Antwort: „Na klar hab ich da was! Am besten sollte es sein, wenn du dich am Anfang nur in dem Dickicht des Waldes bewegst, denn Büsche sind hier nicht besonders selten. Nebenbei solltest du auch nach deinen Schriftrollen Ausschau halten.“ Da es noch kurz vor ungefähr fünfzehn Minuten passierte erinnerte er sich noch sehr gut daran. Aufbauend auf diesen Tipp hat er sich eine kleine, aber feine Strategie überlegt, mit der er das Ding einfach packen sollte. So bewegte der Shinobi sich im nächstgelegenen größeren Busch und achtete sorgfältig darauf jeglichen anderen Shinobis aus dem Weg zu gehen. Dabei achtete er auch noch auf diverse Schriftrollen, wäre schade wenn er in so einem Busch keine finden würde. Soeben noch daran gedacht, fand der Takeshi auch schon die erste Schriftrolle. „Ja!“, war sein erster Gedanke, bevor er sich ergriff. Aber in dem Moment als er sie vom Boden aufhob, spürte Rai einen plötzlichen Druck auf seinem Fußknöchel und er schnellte nach oben. Eine Falle! Solche Dinge hatte er nicht in seine Strategie einkalkuliert. Aber auch da wusste er sich schnell zu helfen: Er nahm sein Kunai, welches immer noch in seiner Hand verweilte, und begann das bis eben verborgene Seil durch zu kappen. Als er dies schlussendlich geschafft hat, fiel er auf den Boden, tja, wenn da nur einer wäre! Mit etwas Wiederstand brach der Jugendliche durch den Boden in ein Loch. Auch das hatte noch gefehlt! Lauter Fallen! Naja, wenigstens war die Ro… Auch das fehlte noch! Die Rolle ist nicht mehr da! Wahrscheinlich hatte er sie fallen lassen, als er in dieses verdammte Loch fiel! Jetzt war nur noch die Frage, wie er da wieder rauf kommen konnte und seine wohlverdiente Schriftrolle wieder in seinen Händen fühlen durfte. Aber für Überlegen blieb da nicht viel Zeit, denn nun hörte der Takeshi Schritte auf ihn zukommen. Waren das etwa potenzielle Feinde? Wie viele Personen waren es? Zwei oder doch nur einer? „Sieh an, sieh an. Da ging doch glatt einer in die in die Falle! Wusste doch, da wird noch jemand rein tappen. Du musst wissen, als ich diese Falle sah, wusste ich sofort da ist etwas faul. Also habe ich mich im Baum da oben versteckt.“ Der Junge deutete nach oben. Rai kannte ihn nicht, trotzdem sah er jemandem ähnlich den er kannte. Schwarze Haare, leicht gebräunte Haut, im gleichen Alter wie Rai selbst und sogar fast so groß wie er. Ein kluger Junge, gewiss. Aber Rai legt man nicht zwei Mal rein! Aber wie sollte Rai es nur bewerkstelligen aus diesem Loch wieder rauszukommen? Vielleicht konnte er hochklettern, aber wenn noch hinsah konnte dieses Vorhaben nichts werden… außer… Ein kleines Lächeln erschien auf Rais Lippen. Dann begann er plötzlich Fingerzeichen für das Raiton: Reiki Ryou Seiteki zu formen und es schlussendlich auf sein Gegenüber zu wirken. Die Wirkung scheint gleich einzusetzen: Der Junge wird von einem Moment auf den anderen unkoordiniert und dies konnte Rai nutzen. Er packte eine Wurzel nach dem Anderen und kletterte so nach oben. Noch 8 Sekunden verbleibend von den 15 Sekunden der Wirkung. Als er oben ankam blieben nur mehr 4 Sekunden um dem Gegner bewusstlos zu hauen. Aber genau dann, als der Takeshi ansetzte wich der Junge aus und anscheinend hielt der Effekt seines Jutsu nicht mehr an, denn soeben verspürte Rai einen pochenden Schmerz an seinem Bein. Mit einem leisem „Ngh!“ knickte er ein. Der Gegner grinste nur süffisant auf Rai hinab. Wenn er jetzt schlapp mache, dann würde zu viel Zeit vergehen und ihm würden Punkte abgezogen werden, dies kann er gar nicht gebrauchen. So musste er gegen den Schmerz ankämpfen und mit seinem unverletzten Fuß trat er ebenfalls gegen den Fuß seines Gegenübers. Dieser knickte auch sofort mit einem Schmerzensschrei ein. Nun lagen beide Parteien am Boden, was ein hoffnungsloser Kampf. Aber zum Glück hatte der Angreifer seine Schriftrolle fallen gelassen und nun rollte sie einfach gegen den nächsten Baum, bis sie schlussendlich dort anstößt und liegen bleibt. Wenn darin nicht seine Zahl war, dann fällt er einen Baum, dies sei gewiss! Aber um dies zu erfahren, musste er erstmal diesen Kampf gewinnen und das wird er auch. Also ignorierte er den Schmerz, was ihm schwer fiel, und versuchte aufzustehen, um sich auf den Jungen zu werfen, damit dieser nicht wieder aufstehen konnte. Bei diesem Versuch aber, holte der Gegner mit seinem Fuß erneut aus, als Rai schon fast auf ihm lag und trat ihn somit weg. Durch den Tritt in seinen Brustkorb musste der Takeshi nun mehr Schmerzen ertragen und ignorieren. Wenn er es schaffen würde noch ein letztes Mal sein Jutsu von vorhin nutzen zu können, würde er diesen Kampf gewinnen können. Also raffte er sich nochmal zusammen, stand auf und formte die benötigten Fingerzeichen für das Raiton: Reiki Ryou Seiteki. Erneut wurde der Junge unkoordinierter und Rai musste diese fünfzehn Sekunden nun nutzen, denn anscheinend war dieser Junge stärker als er selbst, doch kam er selber nicht drauf ein einziges Jutsu zu verwenden, um sich selbst zu schützen und Rai auszuschalten. Aber wiedermal hatte Rai es verschrien und der schwarzhaarige Junge setzte zu einem Schlag in den Brustkorb an, in der Zwischenzeit war dieser nämlich wieder auf den Beinen. Mit Mühe und Not konnte Rai diesen Angriff abblocken, indem er beide Arme schützend vor seinen Brustkorb hielt und mit voller Wucht traf ihn der Schlag. Um nicht wieder umzukippen, musste er sich konzentrieren, denn dieser Schlag war nicht von schlechten Eltern. Aber der Takeshi wusste was zu tun ist: Er nutzte die letzten 6 Sekunden der Wirkung des Jutsu aus, packte seinen Gegner am Kragen und schubste ihn in das Loch im Boden, aus welchem er vorhin selbst rausgekrochen kam. Dabei zog er unbeabsichtigt die Tasche seines Gegenübers mit sich und stürzte mit dieser zu Boden, denn seine Beine waren ebenfalls angeschlagen. Einen weiteren Kampf würde er elendig verlieren, das stand fest. Aber anstatt nun an das Kämpfen zu denken, was er ja jeden Tag schon oft genug tat, sollte er sein Glück kaum fassen, denn als Rai mit dieser Tasche auf den Boden donnerte, öffnete sie sich und zwei Schriftrollen kullerten auf dem Dreck herum. Abrupt erhellte sich seine Miene und er versuchte diese Schriftrollen einzufangen. Natürlich kullerten diese wiedermal auf das Loch zu in dem sein Feind war, immer hatte er doch wieder Pech. Schnell ruderte er seinen Körper auf die Rollen zu und ganz knapp bevor sie sich zu seinem vorigen Besitzer gesellen konnten, konnte er sie wieder einangeln. Einmal kräftig durchatmen musste jetzt sein! Aber jetzt musste er sich vergewissern, ob die Schriftrollen die ganze Mühe wert waren, wären sie es nicht, sah es schlecht aus. So öffnete er eine der zwei Schriftrollen. Eine Fünf! Hoffentlich war in der anderen die Neun drinnen, aber so viel Glück konnte man auch wieder nicht erwarten. Als er sie schließlich öffnete musste er dies feststellen. Sie trug nämlich eine Acht. Naja, es mussten ja ohnehin drei Rollen sein, also musste er nur noch stark hoffen, dass in der Schriftrolle beim Baum seine gewünscht Neun enthalten ist. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt! Also humpelte er zu dem Baum, hob die Schriftrolle auf, entfaltete sie und tada! Eine satte Neun! Sein Ziel war zum Greifen nahe! So schnell er konnte humpelte er durch das Gebüsch zurück zu seinem Tor. Dabei musste er sich immer wieder an Bäumen abstützen, um ja nicht umzukippen. Viel länger würde der beinahe Genin es nicht mehr aushalten können.

    Endlich, erblickte Rai die Sonne, diese warme, vertraute Sonne! Mit Hoffnung auf das Stirnband und den neuen Titel, humpelte er noch gequälter als vorher durch das Tor, wo auch schon ein Jounin mittleren Alters auf ihn wartete. Dieser meinte nur, auch bei dem wirklich erschöpft aussehenden Rai: „Oh, leider hast du 27 Minuten lang gebraucht, dies wird Abzüge in deiner Endwertung geben! Aber nun händige mir bitte deine gefundenen Schriftrollen aus!“ Nachdem Rai ihm diese übergab, lies er sich in den Dreck vor ihm fallen. Schwer atmend, aber doch glücklich.


    Prolog: Success!

    Nach ein bis zwei Stunden, Rai hatte jegliches Zeitgefühl im Wald verloren, trommelte die Akademieleitung alle Teilnehmer der Prüfung zusammen. Darunter waren auch der Takeshi und Katy, mit der Rai den Rest des Tages verbracht hatte. Wie er von ihr hörte, war auch sie einigermaßen gut durch die Prüfung gekommen und sie hatte auch ein gutes Bauchgefühl dabei. Rai war sich da nicht so sicher, ob er bei seinem Praxisteil so gut geglänzt hatte, immerhin war er ja um zwei Minuten zu spät an seinem Tor angekommen. Dies gab garantiert ein paar Minuspunkte, denn er war über der maximalen Zeit. Dafür konnte er sich in den Hintern beißen, vor Ärger drüber. Aber man sollte immer Ruhe bewahren, dies war jetzt wichtig. Trotzdem stieg seine schrittweise weiter an, als Ayaka die Namen aller Teilnehmenden vorliest. Da so viele Teilnehmer auf einmal waren, hatte die Leitung keine Zeit genauere Auskunften über die Ergebnisse zu geben. Also dauerte es nicht lange, bis Rais Name schlussendlich gerufen wurde. „Takeshi Rai!“ Wie ein braver Hund folgte er den Worten bis zu seinem Ursprung. „Du hast von 100 möglichen Punkten 85 erreicht, Glückwunsch. Bitte nimm dir das jeweilige Stirnband von dem Tisch hinter mir.“ Träumte er dies etwa? War er nun wirklich ein Genin geworden?! Verdammt, ja! Mit Freude stibitzte er sich schnell sein wohlverdientes Stirnband mit dem Aufdruck seines Dorfes Kumogakure. Eifrig band er sich sein Stirnband um seinen rechten Oberarm, es passte wie angegossen! Jetzt konnte er den Tag schön mit Katy ausklingen lassen, denn diese wurde auch soeben aufgerufen und auch sie hatte bestanden. Konnte dieser Tag noch schöner werden? Seine Zukunft gewiss! In Freude ging er Hand in Hand mit Katy und seinem neuen getreuen Stirnband in den Sonnenuntergang.
    Zuletzt bearbeitet: 5. Mai 2016
  3. Akinawa Izuya

    Akinawa Izuya Genin

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    16 Jahre
    Größe:
    1,77m
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Shiro
    Steckbrief:
    Link
    Geninprüfung von Akinawa Izuya

    Prüfer:
    Ayaka-sensei
    Fushigi-sensei
    Hyuuga Itoe

    NPC:
    Itazura
    Riku-chan

    Izuya:
    Reden
    Denken

    Emperor of taijutsu – the next step to the future!

    „Ich werde dich besiegen!“, ertönte eine lautstarke Stimme und ließ den Raum, der aussah wie der Innenhof einer Festung, hell aufleuchten. Diese Stimme besaß einen heldenhaften Ton und versprühte siegessicher eine Menge Euphorie in diesem Raum. Der Mann, der diese Worte von sich gab, war ein hochgewachsener und kräftiger Mann, der inmitten dieses Innenhofes stand und ein Silber schimmerndes Schwert auf etwas richtete. Der Mann schimmerte selbst in reinstem Silber, vom Kopf bis zum Fuße. Er trug eine edle Rüstung, die seine Heldenhaftigkeit und seine Männlichkeit deutlich unterstrich. Und wie es ein echter, männlicher und heldenhafter Ritter tat, trug dieser Ritter keinen Helm – sondern bestach mit einem attraktiven und wohlgeformten Gesicht, gepaart mit einem charmanten Lächeln und einer stürmischen und genial gestylten, blauen Frisur! In der einen Hand sein Schwert, in der anderen ein Schild mit den feurig niedergeschriebenen Initialen AI. Es war niemand geringeres als der Held von Shirogakure, der Ritter, der jede Jungfrau retten konnte. Der Ritter, der jedes noch so schreckliche Monster besiegen konnte, der Ritter der sich meisten einbildete „der Ritter“ zu sein: Akinawa Izuya, heute hier bei seiner Geninprüfung.
    Vor dem edlen Ritter bauschte sich ein großer und gemeiner Drache auf, der seine geliebte Schwester hinten im Turm gefangen hielt und die Prüfung für den Schüler war klar. Er musste den Drachen besiegen und seine Schwester retten um das Stirnband Shirogakures ausgehändigt zu bekommen. Wer zur Hölle dachte sich nur eine solch groteske Prüfung aus? Der Autor dieses Werkes wusch sich die Hände in Unschuld, als er diese Zeilen niederschrieb! Der Drache brüllte und schob Ritterzuya alleinig mit dem Druck dieses Gebrülls einige Meter weit nach hinten, doch der Held dieser Geschichte wich nicht zurück, er blieb standhaft. Kurz darauf feuerte der Drache einen gewaltigen Feuerstrahl in Richtung des Ritters, doch auch jetzt war kein Moment der Furcht bei ihm auszumachen, denn er hielt den großen Schild entgegen des Strahls und blockte ihn mit der perfekten Definition seiner Muskelkraft. Wenige Sekunden später explodierte der Feuerstrahl am Schild und zerberstete ihn in tausend Stücke, während das Feuer unmenschlichen Ausmaßes weiter seinen Weg ging. War es aus für den Ritter? Hatte er diesen Kampf verloren? Natürlich nicht, denn ein Held gewann immer! So schnell wie ein Blitz tauchte Izuya vor dem Kopf des Drachens auf und führte einen erstklassigen Drehtritt aus, um dem Drachen ordentlich eines auf die Mütze zu geben. Wie in einer anderen Mangaadaption, die ein großes Z im Namen hatte, prügelte er blitzschnell auf den Drachen ein und trotz bewegungshemmender Rüstung. „Akinawa Tornado!“, erklang es hallend im Innenhof und der Drache bekam nach einem vierfachen Vorwärtssalto den Fuß volle Kanone auf den Kopf gescheppert und das mit einer Wucht, die den Drachen durch den Boden des Innenhof in eine tiefe Schlucht stürzen ließ. Schwer atmend schaute der Held hinterher, gezeichnet von einem großen Grinsen, ehe er zum Turm hinaufschaut und auf diesen zueilt um seine Schwester zu retten. Nur wenige Minuten später kam der Held mit der Schwester in den Armen aus der Festung und ging zielgerichtet auf das Gremium der Prüfung zu, welches leicht außerhalb des Spektakels an einem DSDS-ähnlichem Tischgebildete Platz genommen hatte. Ayaka-sensei ergriff zu erst das Wort: „Izuya-kun, das war alles etwas zu heldenhaft, ich wahr nicht so recht berührt. Ich möchte mehr Drama sehen ~“. Der junge Akinawa zog eine Augenbraue hoch und blickte dann zu Fushigi-sensei. „Schnubbelchen, du hast es mir voll angetan. Dein Taijutsu ist einsame Spitze. Du hast mein Ja!“ „Danke, Fushigi-sensei!“, entgegnete der junge Shinobi dem so gleich. „Also ich fand deinen Kick Mega scheiße.“ „Oaaah Itoe-schnubbelchen“ warf indessen Fushigi ein. „Da tritt selbst eine blinde Oma mit Krückstock besser zu!“ Izuya ließ den Kopf hängen, das durfte ja wohl alles nicht wahr sein! „Tut mir leid, Izuya-kun. Mit nur einem Ja kann ich dich nicht zum Genin machen, versuche es in 10 Jahren nochmal“, bekundete Ayaka-sensei dann und Izuya ließ vor Schock seine Schwester fallen, fiel auf die Knie und brüllte lauthals „NEEEEEEEEIIIIN!“ gen Himmel, ehe er in Schweiß gebadet in seinem Bett aufwachte und erstmal tief durchatmete. Es dauerte einen kurzen Moment bis ihm die Uhrzeit auf dem Wecker verriet, das die Zeit verdammt knapp wurde – immerhin war heut der Tag seiner Prüfung. Aber wieso klingelte der Wecker nicht? Wieso weckte ihn niemand? Hektisch sprang Izuya aus dem Bett und zog sich seinen heldenhaften Unfall an, den er selbst als Kampfanzug bezeichnete. Im Badezimmer machte er sich kurz frisch und eilte dann hinab in die Küche. Ein gutes Frühstück war wichtig für den Tag, sonst fehlte einem die Kraft. Wie es für einen Taijutsuka und Muskelpaket einzig richtig war, genoss der junge Akademieschüler auf die schnelle einen leckeren Vanille-Eiweißshake und eilte dann los in Richtung Akademie. Der Weg erwies sich als äußerst schnell zurück zu legen, denn um diese Uhrzeit war auf den Straßen Shirogakures herzlich wenig los, wenn da nicht die plötzlich auftretenden Bauchschmerzen wären, die der Eiweißshake verursachte. In Windeseile lehnte sich der Akinawa an eine Laterne und kotzte ohne groß vorab würgen zu müssen. Sein gesamter Mageninhalt breitete sich auf der Straße aus und ihm selbst wurde nur noch schlechter. „Verflucht noch mal...“, motzte Izuya innerlich und verschnaufte kurz. Der Zeitdruck wurde ihm dann abermals bewusst und erneut sprintete er. Es gab mal ein Shinobi, der sagte, dass ein Ninja zum Wohle anderer ertragen muss. Dies galt auch für diese Situation, denn der Blauschopf musste diese Übelkeit nun ertragen und Genin werden, damit er möglichst viele Mädchen retten konnte. Wie immer hielt Izuya die Grundsätze der Shinobi ein! Völlig außer Atem erreichte Izuya dann endlich die Akademie, betrat diese und eilte in Richtung des Wartebereiches, in dem sich die Schüler vorher sammeln sollten. Kaum hatte sich der Shinobischüler hingesetzt, ging auch schon die Tür auf und seine Schwester verließ den Prüfungsraum. Sie formte die Peace-Zeichen mit ihrer Hand und streckte Izuya zudem noch die Zunge heraus, während sie überglücklich den Warteraum verließ. Dieser Dämon, wie konnte sie nur?! Izuya war nun etwas genervt, während er nur darauf wartete, endlich allen Leuten zu zeigen, wie genial Taijutsu doch war. „Dieses Mal muss ich bestehen, ich kann nicht ein drittes Mal durchfallen….also bitte bitte bitte…kein Genjutsu!“


    Well – just ask me about taijutsu!

    Still und nachdenklich saß der junge Akinawa im Wartebereich auf seinem Stuhl und philosophierte bereits darüber, was einen ausgeklügelten Beitrag er dieses Mal über Taijutsu halten sollte. Schließlich war das sein absolutes Spitzenthema, wieso also auch nicht in der Prüfung mit diesem fundierten Wissen angeben? Vielleicht war aber auch das stets der Grund wieso er des Öfteren durchfiel. Schließlich bekam er die letzten beide male die Thematik des Genjutsu zugewiesen, über das er fachlich ausreichend sprechen musste. Dabei war Genjutsu so langweilig, so innovationslos – so unecht! Izuya kam die Wartezeit vor eine halbe Ewigkeit und der Blick durch die Runde zeigte, dass noch einige viele zur Theorieprüfung mussten. Was wäre wenn jeder einzelne von Ihnen vor ihm dran kam? Dann saß er ja mit Sicherheit noch bis in die späten Abendstunden des nächsten Tages hier. Allein der Gedanke daran, ließ ihm einen langgezogenen Seufzer entweichen, just in dem Moment wo sich die Türe zum Prüfungsraum öffnete und eine Frau mit weißen Augen trat heraus. Es war niemand geringeres als Hyuuga Itoe, vom sagenumwobenen Clan der Hyuuga. Natürlich kannte Izuya diese Person nicht, woher auch?! „Akinawa Izuya“, fiel es dann in den Wartebereich und Izuya stand auf. Endlich war er an der Reihe. Endlich konnte er Ayaka-sensei und Fushigi-sensei zeigen, dass er doch kein absoluter Volltrottel war, sondern nur ein halber! Izuya folgte der Chuunin in den Prüfungsraum und schloss die Tür hinter sich. Während Itoe sich hinter dem Tisch bei den zwei Lehrkräften niederließ, so stellte sich der junge Schüler in angemessen Abstand vor dem Tisch und verneigte sich. „Guten Morgen, Ayaka-sensei, Fushigi-sensei…“, fing er an und warf dann einen Blick auf das Namensschild, welches bei Itoes Platz stand. „…und Itoe-sama.“ Er beendete die Verneigung und holte dann tief Luft, ohne dies all zu auffällig zu gestalten. „Guten Morgen, Izuya-kun“, entgegnete Ayaka indessen und schaute dann auf ihre Unterlagen. „Dein diesmaliges Thema in der Theorieprüfung ist einfach. Ge…“, fing sie an und Izuya fing bereits an zu schwitzen. „Kein Genjutsu, kein Genjutsu, kein Genjutsu!“ „…wiss nicht Genjutsu." Die Augen des Akinawa strahlten hell, seine Nervosität nahm schlagartig ab. „Also Taijutsu, ja?“, fragte dieser dann voller Euphorie. „Nein. Dein Thema ist Ninjutsu. Nun Izuya-kun, was sind Ninjutsu und worin unterscheiden sich diese von anderen Jutsuarten? Wichtig ist auch, dass du uns erklärst wie diese gewirkt werden und was die besagten Chakranaturen sind. Etwaige Besonderheiten sind ebenso zu erwähnen.“
    Sein so eben noch euphorisches Lächeln verschwand erneut. Ninjutsu? Wirklich? Nicht, dass der Akinawa nichts darüber wusste, aber es war ebenso wenig sein Interesse. Er war ja schon heidenfroh die Grundjutsu einigermaßen zu beherrschen. „Äh..äh…Ninjutsu…ja..“, fing Izuya an zu stammeln. „Ganz ruhig, Schnubbelchen. Du kannst das.“ Izuya lächelte Fushigi-sensei an, sie dabei zu haben war wirklich eine große Hilfe. „Also Ninjutsu sind auf jeden Fall kein Taijutsu. Und Genjutsu ist es auch nicht.“, nickte der Akinawa 'selbstsicher', während er die Arme vor der Brust verschränkte. „Ninjutsu erschaffen keine Illusionen und nutzen auch nicht die Stärke des Körpers wie beim Taijutsu. Und..und..anders als beim Taijutsu benötigt man bei den Ninjutsu die Fingerzeichen um das Chakra dafür aufzubereiten…um eine Technik zu wirken. Chakranaturen..ja…da gibt es…Fu…nein halt…Tu…Tuufon! Halt, stopp. Fuuton! Genau. Und Sui…Suiton uuuuund Raiton…“, kratzt sich Izuya nachdenklich am Hinterkopf. „..und Doton…und Katon natürlich! Genau…aber wichtig zu erwähnen ist, dass bei Ninjutsu auch elementarlose Jutsu gewirkt werden können…ebenso gibt es…Körperheilmachdingsdas, ihr wisst schon..“, beendete der junge Akinawa dann seinen Vortrag und nickt Ayaka-sensei zu um ihr zu signalisieren, dass er fertig war. Innerlich brodelte nach wie vor die Angst versagt zu haben, der Schweiß lief ihm wie ein Wasserfall durch sein charmantes Gesicht und die Knie schlotterten leicht. So kannte man den jungen Imperator gar nicht! „Ooooookay…Izuya-kun. Ich danke dir für deine Antworten. Der Praxisteil findet direkt im Anschluss statt, dazu wirst du zum ausgewählten Bereich in dem die Prüfung stattfindet. Zeitansatz beträgt Fünfundzwanzig Minuten. Es ist ein kleines Versteckspiel – du musst drei Schriftrollen finden und in angegebener Zeit zum Ziel bringen. Aber Vorsicht – so einfach ist das nicht, denn die Schriftrollen sind mit Zahlen versehen und von den drei nötigen Schriftrollen, gibt es zwei bei denen die Zahlen, in deinem Fall 1 und 4, zwingend übereinstimmen müssen. Die Zahl der dritten Schriftrolle ist hinfällig. Und andere Anwärter suchen ebenfalls in diesem Waldstück, also mach dich darauf gefasst, Izuya-kun.“
    Ayaka-sensei beendete die Aufgabenbeschreibung und nickte dem jungen Taijutsuka zu, ehe sich Itoe von ihrem Platz erhob und ihm andeutete zu folgen. Er verneigte sich noch fix vor den zwei Lehrkräften und verließ mitsamt der Hyuuga den Prüfungsraum um zum entsprechenden Waldstück zu gehen.


    Beat the crap out of 'em!

    Nach dem Fußmarsch zum Waldstück wurde der junge Akinawa beim umzäunten Gelände ans sechste Eingangstor gestellt. Das Gebiet war doch größer als er es erwartet hatte, aber es juckte bereits in den Fingern hinein zu rennen und die Schriftrollen zu suchen. Weniger interessant waren jedoch die Schriftrollen, sondern vielmehr die Möglichkeit anderen Leuten eines auf die Mütze zu geben. Besonders denen, die seine wertvollen Schriftrollen klauen wollten. „Ich habe nur Fünfundzwanzig Minuten für drei Schriftrollen und muss auch noch die zwei richtigen finden. Möge der Imperator dies schaffen“, dachte sich Izuya atmete tief durch, ehe endlich das Startsignal gegeben wurde und die Tore sich öffneten. Wie durch einen Pistolenschuss angetrieben, stürmten die Schüler allesamt in das Gelände und versuchten diese schwierige Prüfung zu lösen. Voller Adrenalin stürmte Izuya in das Unterholz und kämpfte sich durch die Büsche vor und das mit einer unfehlbaren Siegessicherheit. Augenblicklich blieb der junge Shinobi stehen und schaute sich hastig um, in der Hoffnung schnell eine der Schriftrollen aufzuspüren, aber Fehlanzeige. Leicht seufzend begab er sich aus dem Busch und erwischte dabei einen Draht mit dem Fuß, den er zunächst nicht bemerkte, aber das reißende Zucken des Drahtes durchaus in den Ohren vernahm. „Oh oh“, kommentierte er dies lediglich und hörte bereits ein Sausen in der Luft: Shuriken! Mit einem Satz nach vorn hinweg, versuchte der junge Akinawa auszuweichen und fiel sogleich auf die Schnauze. Panisch drehte er sich um und kroch er Stück für Stück nach hinten, dabei hörte er wie ein Shuriken nach dem anderen in den Boden sauste. Beim Zurückkriechen erreichte Izuya jedoch irgendein Hindernis – ein Baum! Es ging nicht weiter und noch ein Shuriken in der Luft auf direktem Wege zu ihm. Vor Schreck riss er die Beine auseinander und kniff die Augen zu, bis das Sausen ein Ende fand und der Shuriken nur wenige Zentimeter vor seinem Schritt im Boden steckte. Sein Blick flog zum Shuriken, der Schweiß tropfte ununterbrochen und das Herz war in die Hose gerutscht. „Verfluchte Scheiße..“ Sein Blick huschte der Flugrichtung der Shuriken nach, der letztlich bis zur provisorischen Wurfanlage am Ast des gegenüberliegenden Baumes führte und siehe da, eine Schriftrolle direkt in der Luft. Warte – in der Luft?! Izuya sprang auf und schaute sich um, nicht das irgendjemand auf die Idee kam ihn zu attackieren oder ihm die schwebende Schriftrolle zu stibitzen. Eiligen Schrittes stapfte Izuya hin und betrachtete die Schriftrolle genauer, die im Auslösedraht der Falle mit eingefädelt wurde. Nach kurzem Enttüddeln des Drahtes prüfte er die Ziffer auf der Schriftrolle, leider keine seiner beiden Zahlen, aber immerhin die Dritte! Izuya versaute die Schriftrolle in seiner Gürteltasche und eilte dann weiter, um die üblichen Schriftrollen aufzutreiben. Die Zeit drängte, dass machte ihn nur nervöser und setzte ihn weiter unter Druck, zeitgleich aber stieg der Drang nach einer Schlägerei, die er offenbar früher bekam als er erwartet hatte. Denn beim strategischen vorpirschen durch das Waldstück entdeckte er seinen Klassenkameraden und Erzfeind, Itazura! Dieser hatte soeben eine Schriftrolle ausfindig gemacht und lauthals gebrüllt, dass er seine gesuchte Vier gefunden hatten. Vier – vier, da war doch was! Genau – Izuya benötigte ja auch die Schriftrolle mit der Vier. Izuya stürmte nun auf diesen zu mit dem Ziel ihm diese verflixte Schriftrolle abzunehmen, doch dieser war sich dessen offenbar längst bewusst. „Du kommst zu spät, Trottel“, schimpfte Itazura und erschreckte sich urplötzlich, als sich ein Seil um seinen Knöchel band und ihn in die Lüfte riss. Löste dieser Vogel doch tatsächlich eine Falle aus und ließ dabei noch die Schriftrolle fallen. Das Glück war echt auf Izuyas Seite! Lachend hob dieser die Schriftrolle auf und checkte, ob es sich tatsächlich um die Nummer Vier handelte und Jackpot! Doch dann das unvorhersehbare. Eine Schlinge band sich um Izuyas Knöchel und riss auch ihn in die Lüfte, eine doppelt gemoppelte Falle. Aber anders als Itazura ließ der junge Akinawa diese nicht los. Sich mit tödlichen Blicken angiftend, hingen die beiden Kontrahenten in der Luft. „Du bist ein Idiot.“ „Klappe – du bist doch selbst gefangen, du Idiot.“ „Nein, du bist der Idiot!“ „Der Idiot bist du!“ fauchten sich die zwei Kontrahenten an und würden sich am liebsten an die Gurgel gehen, aber wäre ja gelacht, wenn das Kopfüberhängen den Imperator des Taijutsu, den Lord of Love, in irgendeiner Art einschränken würde. Izuya fing an hin und her zu schwingen, was Itazura nur mit einer gehobenen Augenbraue beobachtete, bis es ordentlich schepperte. Der junge Akinawa hatte von Schwung zu Schwung mehr Wucht aufgebaut, nur um Itazura eine Kopfnuss zu verpassen, die sich gewaschen hatte! Der Kopf des Akinawa dröhnte, Itazura hingegen verlor sogleich sein Bewusstsein. Hah! Genjutsu-Flasche. Nur – wie kam Izuya jetzt hier vom Baum herunter? Der schlaue Schüler, würde natürlich ein Kunai zücken und das Seil durchschneiden, nur hatte Izuya keinerlei Ausrüstung in der Form dabei. Es dauerte gut Zehn Minuten bis er auf die Idee kam, dem bewusstlosen Itazura eines aus der Beintasche zu klauen. Erneut leitete er die schwenkende Prozedur ein und klammerte sich letztlich an dem Streber fest, um ein Kunai zu zücken. Danach schnitt er das Seil bei sich durch und fiel in Richtung Boden. Als gekonnter Taijutsu war eine gute Drehung samt Paraladelandung natürlich vorprogrammiert, aber…nicht beim Imperator des Taijutsu. Er flog Schnurrstracks nach unten und knallte auf den Boden. Wütend und vor lauter Schmerz rollte sich der junge Schüler hin und her, bis er merkte, dass es doch gar nicht so sehr wehtat. Seufzend stand er auf und klopfte sich den Staub von den Klamotten. „Noch eine Schriftrolle….verdammt! Eine noch…und die Zeit rennt!“ Ja, der Schreck saß tief. Nun aber eilig! Izuya sprintete los, ohne auch nur einen Gedankengang an den baumelnden Streber zu verschwenden. Vielmehr benötigte er noch die Nummero Eins, während die Zeit nur so davon strich. Die anderen Schüler waren offenbar alle schon fertig oder noch eifrig am Suchen, denn es war sehr still im Waldgebiet. Man hörte keine Schreie, kein Gebrüll, keine Bewegungen. War die Zeit schon vorbei? Hatte er versagt? Ein Imperator versagte nicht! Denn als Imperator entschied man selbst, was Phase war! Eiligen Schrittes stapfte er durch den Wald, überprüfte Busch und Baum und wurde, Gott sei Dank, endlich fündig. Eine Schriftrolle, siehe da! Izuya beugte sich herab, griff die Schriftrolle und erhob sich wieder. Er öffnete diese und überprüfte den Inhalt, es war die Nummer Eins. Spiel, Satz und Sieg! Aber nicht so voreilig, denn offenbar hatte Izuya erneut eine Falle ausgelöst. Ein an zwei Seilen befestigter, senkrecht in der Luft hängender, Baumstamm schwang hinab zu ihm und schepperte ihm ohne Vorwarnung gegen den Hinterkopf. Dabei sprangen ihm förmlich die Augen heraus, während er von den Füßen gehebelt und mit dem Gesicht in einem Matschhaufen landete. Das musste die Krönung des Tages sein. Wie konnte ein einzelner Ninja nur so dämlich sein? Er löste bei jeder Schriftrolle die Falle aus und hatte dabei immer mehr Glück als Verstand. Nun lag er da – alle benötigten Schriftrollen beisammen, Kopfschmerzen wie sei ein Mensch kaum ertragen konnte und eine dicke Beule gleich dazu. Hinzu kam noch aufbrausend schlechte Laune, irgendwer musste doch Schuld an dieser Situation haben! Aber ganz bestimmt nicht er, denn Izuya war ja wohl mit Abstand der klügste aus seinem Jahrgang. Und der stärkste. Und der schönste. Das ganze war mit Sicherheit auf Itazuras Mist gewachsen, ganz bestimmt. Genervt und voller Kopfschmerz erhob sich der Taijutsuka und taumelte in Richtung Ziel der praktischen Prüfung. Auf dem Weg zum Tor traf der Blauschopf dann auch noch auf die hübsche Riku-chan, die ihn ansah und erstmal lauthals lachte. „Keine Sorge, ich habe alle meine Rollen…aber du siehst aus…herrlich, du Idiot.“ Ja – Riku-chan war wirklich sehr gemein, wie üblich eigentlich. „Ach lass gut sein, Riku-chan. Ich will nur noch hier weg…“, jammerte Izuya und erreichte mit ihr das Tor, nur um dort erfolgreich heraus zu treten. „Ihr zwei – ihr habt fünf Minuten Verspätung! Habt ihr die Schriftrollen?“, forderte Itoe die zwei Schüler auf und beide taten dies auch. Izuya übergab seine drei Schriftrollen und atmete erleichtert auf. Nun kam der Teil, vor dem er sich immer noch am meisten fürchtete…

    Ready, steady, go – the emperor on his way to gain eternal glory!

    Eine Woche war mittlerweile vergangen. Eine ganze Woche ohne Gewissheit. Hatte man jetzt bestanden? Fiel man durch? Musste er die letzte Klasse jetzt noch ein viertes Mal wiederholen? Fragen über Fragen häuften sich und ließen dem jungen Schüler die gesamte Woche über nicht eine ruhige Minute. Doch die erfreuliche oder nicht erfreuliche Nachricht erreichte den jungen Shinobi alsbald, als es hieß, dass alle Prüfungsteilnehmer sich an der Akademie einfinden sollten. Zusammen mit seiner Klassenkameradin, seiner Schwester Meyrin, machte er sich auf zur Akademie um den Tatsachen in die Augen zu blicken. Allen Mädchen zu zeigen, wer endlich in den Stand eines wahrhaften Imperators berufen wurde. Der Fußmarsch zur Akademie gestaltete sich ruhig und ereignislos, lediglich die üblichen Gesprächsthemen zwischen Geschwistern fanden hier Anwendung, ehe sich die zwei unter de restlichen Schüler mischten. Nun hieß es erneut warten. Warten bis der eigene Name fiel und man das Ergebnis mitgeteilt bekam. Es dauerte gut eine dreiviertel Stunde, bis der Name seiner Schwester viel. Wieso durfte diese olle Kuh eigentlich immer zu erst? Eine Frechheit – dabei war er doch der ältere. Wenige Momente später lief sie an Izuya vorbei, mit einem Stirnband an der Stirn und der typischen „Ätsch“-Zunge von ihr. Ignorant drehte Izuya den Kopf beiseite und verschränkte die Arme vor der Brust. „Akinawa Izuya“, schallte es dann durch die wartenden Schüler und voller Euphorie gepaart mit ausreichend Angst eilte Izuya nach vorn zu den Lehrkräften und verneigte sich bei denen zur Begrüßung. „Izuya-kun. Der theoretische Teil deiner Prüfung war dürftig. Deine Unsicherheit war bis nach Soragakure zu spüren. Dein Knieschlottern sah mehr aus als hättest du versucht zu tanzen. Aber wenigstens hast du inhaltlich ausreichend geantwortet. Von 30 möglichen Punkten geben wir dir 20. Arbeite an deiner Selbstsicherheit, sonst hälst du dich doch auch nicht zurück“, erklärte Ayaka-sensei dem jungen Blauschopf, der daraufhin kräftig schluckte. „Verstanden, Sensei.“ Die Nervosität in dem jungen Taijutsuka nahm zu, die Angst wurde größer. Seine Unsicherheit machte sich bemerkbar. „Also Schnubbelchen. In der Praxis hast du leider 5 Minuten Verspätung gehabt, das wird dir natürlich von den Punkten abgezogen. Ebenso Punkteabzug gibt es für das Auslösen so ziemlich jeder Falle auf deinem Weg, aber dennoch hast du uns alle benötigten Schriftrollen zukommen lassen. Die Pflichtnummern sind ebenso erfüllt. Und die Kopfnuss, die du Itazura-Schnubbelchen verpasst hast, war erste Sahne“, erklärte und lobte Fushigi-sensei zugleich. „Du bekommst hierfür 60 Punkte von uns. Damit hast du von 100 maximalen Punkten runde 80 erreicht. Mindestens 80 waren nötig, also hast du verdammt Glück, mein Häschen.“ Izuya sprang vor Freude einen Meter in die Luft, nachdem er dann das Stirnband überreicht bekommen hatte. Aber als wäre das nicht gewesen, stand die Lehrkraft auf und nahm den jungen Blauschopf in ihre starken Männerarme. „Ich bin so stolz, mein Schnubbelchen!“
    Fushigi-sensei drückte ihre Arme kräftig zu und schickte den Genin ins Land der Träume. Ein allerletztes mal den Deathknuddler des Todes und der Vernichtung genossen! Wie in Trance lag Izuya neben dem Tisch, während der nächste Schüler aufgerufen wurde.
    Zuletzt bearbeitet: 1. Dez. 2014
    Takeshi Rai und Hiniko Seishin gefällt das.
  4. Yoshiro Akira

    Yoshiro Akira Member

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    Der Morgen davor
    Akira erwachte aus unruhigen Träumen; er hatte vergessen, das Licht zu löschen und war in einer merkwürdigen Position umgeben von Büchern auf seinem einfachen Bett eingeschlafen. Er hatte gelernt, bis ihm die Augen irgendwann zugefallen waren. Die letzten Wochen hatte er damit verbracht, bei Tag zu trainieren und in der Nacht seine Notizen und Bücher zu lesen, bis er irgendwann einschlief. Heute sollte sich endlich zeigen, ob sich diese harte Arbeit ausgezahlt hatte. Er strich sich durch seine zerzausten Haare, unterdrückte ein Gähnen und zwang sich schließlich dazu, schlaftrunken aufzustehen. Langsam schlurfte er in das kleine Badezimmer, zog seinen Schlafanzug aus und stieg unter die Dusche – kaltes Wasser strömte auf ihn herab. Der eiskalte Schauer belebte seine Sinne, Akira schloss die Augen und konzentrierte sich auf die einzelnen Tropfen, die seine Haut hinabrannten, auf das plätschernde Geräusch, auf den frischen Geruch, der an seine Nase drang. Akira hatte noch mehr als genug Zeit, doch trotzdem trödelte er nicht und zog sich nach der Dusche schleunigst an, kämmte sich die Haare und putzte sich die Zähne, bis er vorzeigbar aussah. Er trug seine Lieblingskleidung, bestehend aus dem schwarzen Mantel und den alten, abgenutzten Stiefeln, sowie einem dichten, dunklen Schal. Mit einem Mal war er nun hellwach.

    In der kleinen Küche sah es unordentlicher als sonst aus, Akira hatte einfach keine Zeit gehabt, um sich um die Hausarbeit zu kümmern, Dinge, die im Angesicht der nahenden Prüfung vollkommen bedeutungslos zu sein schienen. Außer einem Tee bekam er nichts runter, denn obwohl er es nach außen hin nicht zeigen würde, war er sehr nervös; die Frage, welche Aufgaben man ihm wohl stellen würde, machte ihn beinahe wahnsinnig. Akira wäre lieber mit einer schwierigen Aufgabe konfrontiert worden, als nicht zu wissen, welche Erwartungen man an ihn hätte. Im Kopf ging er immer wieder die unterschiedlichsten Dinge durch: die Verwaltungsstruktur und die Geschichte des Dorfes, die Arten von Jutsus, die verschiedenen Chakranaturen, die Namen der Clans, die unterschiedlichen Ninjawaffen, sein Kopf ging einfach all die Dinge durch, die er sich in den letzten Wochen jeden Tag aufs Neue angeeignet hatte. Irgendwann hatte er den Becher mit dem dampfenden Kräutertee geleert. Er hielt es in der kleinen Wohnung nicht mehr aus, auch wenn er noch über eine Stunde Zeit hatte, ehe seine Prüfung beginnen würde. In diesem Moment fehlte ihm eine Familie, die jetzt bei ihm war, Personen, die ihn in dieser Situation unterstützen könnten. Schließlich nahm er sich den kleinen Lederbeutel, den er schon am Vorabend gepackt hatte, voll mit Gegenständen, die er eventuell gebrauchen könnte: eine Flasche mit Wasser, etwas Proviant, ein wenig Geld, ein Buch mit Notizen und etwas zu schreiben, ein Feuerzeug, eine Rauchgranate, die ihm sein Onkel mitgebracht hatte, als er zuletzt in der Stadt war, ein Seil, ein paar Kunai und eine Bandage. Er ging hinaus.

    Die Sonne schien an diesem Morgen von dem wolkenlosen, azurblauen Himmel herab, doch trotzdem war es eisig kalt und ein schneidender Wind pfiff durch die Straßen. Akira schlenderte, nahm sich Zeit und ging einen Umweg, um nicht zu lange an der Akademie warten und sich mit seinen Befürchtungen auseinandersetzen zu müssen. Eine Böe erfasste ihn und er zog sich den Schal weiter in sein Gesicht hinein. Er bog in die Straße ein, die direkt vor dem Prüfungsgebäude endete – noch 20 Minuten Zeit. Für einen kurzen Moment blieb Akira stehen, holte das kleine Medaillon an der Kette hervor und betrachtete das Bild von seiner Familie; der Wind hörte für eine Sekunde auf, der junge Shinobi betrachtete das Foto für einige Augenblicke gedankenverloren. „Ich werde euch nicht enttäuschen.“, flüsterte Akira, flüsterte zu jemandem, der ihn niemals hören könnte. Er ließ das Medaillon durch seine Finger gleiten, unterdrückte die aufkommenden Gefühle und ging weiter. Die Prüfung würde bald beginnen.

    Der theoretische Teil
    Die Zeit verging quälend langsam, Akira stand ein wenig abseits der anderen Akademieschüler, die heute geprüft werden würden. Er kannte einige von ihnen, beobachtete sie, doch er fühlte sich im Moment nicht danach, ein Gespräch zu führen; er grüßte allenfalls den ein oder anderen beiläufig. In seinem Kopf analysierte er, welche Aufgaben ihn unter Umständen erwarten konnten. „Ich hoffe, Sie zwingen mich nicht dazu, gegen jemanden zu kämpfen“, dachte Akira beunruhigt.

    Eine freundliche Frauenstimme riss ihn schließlich aus seinen Tagträumen: „Yoshiro Akira!“ Ayaka-Sama. Obwohl Akira niemals von ihr persönlich unterrichtet worden war, kannten die Akademieschüler die Lehrerin. Der junge Schüler zwang sich zu einem höflichen Lächeln, deutete eine Verbeugung an und entgegnete, höflich, doch etwas unsicher: „Jawohl!“ Er verriet auf seinem Weg in das Klassenzimmer nichts von seiner Nervosität, sein Gesicht wirkte höflich und ungerührt, sein Gang war selbstbewusst, nur wer ihn gut kannte, hätte sehen können, dass ihm das Herz bis zum Halse schlug. Ayaka ließ den Jungen zuerst hinein, schloss die Tür hinter ihm und wies ihn an sich zu setzen; er nahm auf dem kleinen Stuhl Platz, ihm gegenüber seine drei Prüfer: Ayaka, die sich die Brille zurecht rückte und einen Blick in ihre Unterlagen warf, Fushigi, Akiras Lehrerin, die milde lächelte, sowie Hiniko Seishin, einen Chunin, über den er nicht viel wusste. Akira war froh, Fushigi zu sehen, doch seine Glücksgefühle erstarben, als sein Blick auf den von Seishin traf, auf dieses mysteriöse, undurchschaubare Lächeln, das Akira Unbehagen bereitete. Der junge Ninja begann sich immer unbehaglich zu fühlen, wenn er das Gefühl hatte, eine Situation nicht verstehen oder vollends durchblicken zu können.

    Ehe er weiter darüber nachdenken konnte begann Ayaka mit der Einleitung. „Guten Tag, Akira, hiermit begrüße ich dich zu deiner Genin-Prüfung. Neben mir, Ayaka, werden dich Fushigi, die du ja bereits kennst, sowie Hiniko Seishin prüfen.“, freundlich deutete Sie auf die beiden anderen Prüfer; Fushigi begann ein wenig breiter zu lächeln und blickte Akira aufmunternd zu, der sich den Anflug eines Lächelns nicht verkneifen konnte. „Deine Prüfung besteht aus einem theoretischen Teil, für den es 30 Punkte gibt, sowie einem praktischen Teil, auf den wir 70 Punkte vergeben. Insgesamt benötigst du 80 von 100 Punkten, um in den Rang eines Genins aufzusteigen. In dem theoretischen Teil werden wir dir ein Thema vorgeben, das du in einem kurzen Vortrag so ausführlich wie möglich erläuterst, während du im praktischen Teil eine Aufgabe gestellt bekommst, die du gemeinsam mit den anderen Anwärtern erfüllen wirst. Deine Bewertung wird nach dem praktischen Teil bekanntgegeben. Bist du bereit?“, noch ehe Ayaka den angehenden Shinobi aufgeklärt hatte, nickte er heftig. Ayaka schmunzelte: „Dein Thema lautet…“, die Sekunden zogen quälend langsam dahin, Akira hoffte inständig, dass es ein Thema wäre, das ihn interessiert, „Jutsus!“ Akira triumphierte innerlich: dieses Thema war sein Steckenpferd, denn das Wissen um die Ninjakünste hatte ihn von jeher fasziniert; er hatte sich alles dazu durchgelesen, was er in die Finger bekam. Mit einem Mal fiel all die Anspannung von Akira ab, die Nervosität wich der Selbstsicherheit und er begann mit seinem Vortrag, konzentrierte sich auf einen Punkt zwischen den Prüfern, um in ihre Richtung sehen zu können, ohne einen von ihnen direkt ansehen zu müssen und eventuell irritiert zu werden.

    „Okay. Jutsus sind Ninjatechniken, die darauf basieren, das Chakra zu manipulieren und so nutzbar zu machen. Das Chakra selbst ist dabei eine Art von Energie, die den Körper eines Shinobi durchströmt. Die meisten Jutsus erfordern sogenannte Fingerzeichen, um den Chakrafluss zu regulieren, die wie folgt lauten: Ratte, Ochse, Hase, Tiger, Pferd, Schaf, Vogel, Affe, Wildschwein, Schlange, Hund und Drache.“, Akira bemühte sich langsam und deutlich zu sprechen, während er seinen Vortrag im Kopf strukturierte, doch sein Wissen sprudelte aus ihm hervor. Er fuhr fort: „Man verändert sein Chakra bei dem Wirken von Jutsus auf zwei Arten: durch das Keitaihenka, die sogenannte Formveränderung, bei der das Chakra beispielsweise in eine bestimmte Bewegung gebracht oder komprimiert wird, sowie das Seishitsuhenka, die Naturveränderung, bei der man die Eigenschaften des Chakras verändert. Es gibt fünf verschiedene Chakranaturen, die sich gegenseitig aufheben: Katon, das Feuer, das einen Vorteil gegenüber dem Wind und einen Nachteil gegenüber dem Wasser hat, Futon, der Wind, der besonders effektiv gegen den Blitz, aber ineffektiv gegen das Feuer ist, Raiton, der Blitz, der die Erde schlägt, aber gegen den Wind verliert, Doton, die Erde, die stark gegen das Wasser und schwach gegen den Blitz ist, sowie Suiton, das Wasser, das stark gegen das Feuer und schwach gegen die Erde ist. Zudem gibt es die sogenannten Mischnaturen, bei denen man verschiedene Chakranaturen miteinander verbindet, die aber relativ selten sind und nur von wenigen Shinobi eingesetzt werden können.“

    Der junge Shinobi hatte das Gefühl, als wenn die Prüfer mit seinem Vortrag zufrieden waren, seine Stimme festigte sich noch ein wenig mehr, er sprach noch ein wenig selbstbewusster: „Bei diesen Mischnaturen handelt es sich übrigens um sogenannte Kekkei Genkai, unter die neben den Mischnaturen auch noch andere Jutsus fallen. Kekkei Genkai stehen nur wenigen Ninjas zur Verfügung; sie werden an die Kinder weitergegeben, also vererbt und sind im genetischen Code der Shinobi verankert. Ähnlich wie die Kekkei Genkai sind auch die sogenannten Hiden: es handelt sich um Geheimtechniken, die innerhalb eines Clans weitergereicht werden, aber prinzipiell von jedem erlernt werden können, also nicht erblich bedingt sind.“ Er gönnte sich eine kurze Pause, um das Gesagte wirken und Revue passieren zu lassen, ehe er fortfuhr: „Die Einteilung von Jutsus erfolgt nach verschiedenen Kriterien. Zunächst wären dort die verschiedenen Ränge, E – A, sowie S, wobei E den niedrigsten Rang darstellt und S den höchsten; der Rang gibt an, wie viel Erfahrung, Training, was für eine Menge an Chakra und welches Maß an Chakrakontrolle notwendig ist, um ein Jutsu zu erlernen und einzusetzen. Darüber hinaus erfolgt die Einteilung auch in die verschiedenen Arten, von denen es grundlegend zunächst drei gibt: Taijutsu, Ninjutsu und Genjutsu. Bei Taijutsu handelt es sich um Körpertechnik, bei der man die Kombination aus Chakra und dem eigenen Körper einsetzt, um einem Gegner Schaden zuzufügen oder besondere Bewegungsabläufe auszuführen, wobei keine Fingerzeichen benötigt werden. Darüber hinaus gibt es verschiedene Taijutsu-Stile, die es einem Shinobi erlauben seine Bewegungen an seinen Körper anzupassen: so sind einige Stile eher behäbig und kraftvoll, während andere schnell und leichtfüßig daherkommen. Ninjutsus sind alle Fähigkeiten, die nicht auf der Körperkraft oder dem erzeugen von Täuschungen basieren. Sie benötigen Fingerzeichen, die Fähigkeit zur Chakrakontrolle und zum Teil auch die Kenntnis um die eigene Chakranatur; man kann an dieser Stelle noch eine genauere Einteilung vornehmen, so gibt es beispielsweise allgemeine Fähigkeiten, solche, die für Angriffe oder zur Verteidigung benutzt werden, Fuinjutsus, mit denen man Chakra oder andere Objekte versiegelt, Iryoninjutsu, die eine medizinische Anwendung ermöglich oder auch Beschwörungstechniken, mit denen man einen Tierbegleiter herbeirufen kann. Schließlich kommen wir noch zu den Genjutsus, bei denen der Anwender den Chakrafluss im Hirn seines Gegners manipuliert, um Illusionen und Täuschungen zu erzeugen. Die Anfälligkeit für Genjutsus hängt davon ab, wie willensstark und erfahren eine Person ist, die Fähigkeit aus einem Genjutsu auszubrechen ebenfalls. Um ein Genjutsu zu beenden gibt es meines Wissens nach drei verschiedene Möglichkeiten: mit dem Jutsu Kai ist man in der Lage, den Chakrafluss im Gehirn zu unterbrechen, was jedoch nicht möglich ist, wenn das Genjutsu des Feindes die eigenen Fähigkeiten übertrifft, darüber hinaus kann man eine Person durch starke äußerliche Einflüsse aus einem Genjutsu befreien oder den Einfluss einer Illusionstechnik durch eine andere ersetzen.“

    Akira saß einen kurzen Moment dort, grübelte nach, ob er auch nichts vergessen hatte und ließ seinen Blick über die drei Prüfer schweifen. Hastig, bevor ihn das Lächeln von Seishin nochmals irritieren konnte, fügte er hinzu: „Abschließend ist noch zu sagen, dass einige Jutsus aus verschiedenen Gründen als sogenannte Kinjutsu eingestuft werden, Techniken, die wegen ihrer Gefährlichkeit verboten sind. Die Kategorisierung als Kinjutsu wird durch den Kage eines Dorfes getroffen.“ „Das lief doch ganz gut“, dachte der Junge, als man ihn verabschiedete und aus dem Raum geleitete. Er warf Fushigi ein freundliches Lächeln zu, denn es war zu großen Teilen ihr Verdienst, dass er so viel über die unterschiedlichen Jutsus wusste. Er hätte nun eine Stunde Zeit, ehe der zweite Teil der Prüfung beginnen sollte, doch er fühlte sich immer noch nicht danach, mit einem der anderen Akademieschüler zu sprechen, sodass er die Zeit nutze, um etwas von seinem Proviant zu sich zu nehmen und seine Ausrüstung zu überprüfen. Akira hatte das Gefühl, dass der zweite Teil der Geninprüfung viel leichter würden würde, er hatte Erfolg gehabt und der Erfolg bestärkte ihn.

    Der praktische Teil: ein Versteckspiel
    Alle jungen Anwärter hatten sich an einem ruhigen Waldstück eingefunden, an das die Prüfer sie bestellt hatten, um mit dem zweiten Teil fortzufahren. Akira machte einen entspannten Eindruck, doch so kurz vor dem Beginn begann er, sich wieder Sorgen darum zu machen, was ihn nun erwarten würde. Die Stimme von Ayakas ließ ihn aus seinen Gedanken aufschrecken; die Lehrerin war erschienen, ohne dass er es gemerkt hatte: „So meine Süßen, nun wollen wir mit dem zweiten Teil der Geninprüfung beginnen, zu der wir uns ein Versteckspiel für euch überlegt haben. Fushigi, Seishin und meine Wenigkeit werden sich irgendwo in dem Wald verstecken und ihr pro Prüfer 5 Minuten Zeit, um ihn zu finden. Es ist euch überlassen, ob ihr einander helfen oder euch auf dem Weg zum Ziel behindern wollt und natürlich haben wir einige Überraschungen für euch im Wald versteckt. Also dann: die Zeit läuft.“ Ihr Lachen hallte noch in Akiras Ohren, als sie mit einem Knall verschwunden war; es hatte sich also um einen Doppelgänger gehandelt.

    Wild entschlossen machten sich die angehenden Genins daran, in das Waldstück zu stürmen, in dem sie sich bald verteilt hatten. „Die Aufgabe werde ich meistern!“, dachte Akira zuversichtlich, denn immerhin würde er nicht direkt gegen jemanden kämpfen müssen, sondern sein Wissen einsetzen können, um seine Prüfer zu finden und die „Überraschungen“ zu umgehen, die sicherlich nicht freundlicher Natur wären. Schnell versteckte sich der Junge im dichten Gebüsch, eins seiner Kunai fest in der Hand, so leise wie möglich durch den Wald schleichend; wann immer er einen seiner Mitschüler sah, versuchte er sich so schnell wie möglich davonzustehlen, ohne aufzufallen. Er versuchte mitzuzählen, wie viel Zeit vergangen war, es mussten mindestens drei Minuten sein, die Zeit drängte also, nur noch zwei Minuten, um einen der drei Prüfer zu finden. So leise wie möglich erklomm Akira einen der Bäume, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen, forcierte das Chakra in seinen Füßen, um mit dem Kinbori von Baum zu Baum zu springen und sich dabei ungestört zu bewegen. Irgendwann blieb er stehen, den Blick auf eine kleine Lichtung gerichtet, und ein komisches Gefühl ergriff von ihm Besitz: auf der Lichtung stand eine Frau, die er auch auf viel größere Entfernung noch erkannt hätte. „Fushigi-Sama!“, schoss es ihm durch den Kopf und er konnte einen kleinen Aufschrei nicht unterdrücken. Gerade wollte er sich auf sie stürzen, als er innehielt: „Es ist viel zu einfach… das kann nicht sein...“ Die Gestalt auf der Lichtung bewegte sich nicht und sie stand so offen da, wie auf dem Präsentierteller; Akira überlegte einen Moment, bis er zu dem Schluss kam, dass es sich um einen Doppelgänger handeln musste, eine Falle, um arglose Anwärter auf die falsche Fährte zu führen. "Sicherlich wird Fushigi-Sama irgendwo warten, von wo aus sie die Lichtung sehen kann… sie wird sich sicher über uns amüsieren, wenn wir auf den Trick hereinfallen“, überlegte der angehende Genin weiter. Sorgfältig suchte er seine Umgebung ab, bis er sie schließlich erblickt hatte und es kein Halten mehr gab. So schnell er konnte legte er die wenigen Meter bis zu dem hohen Gras zurück, in dem sie lauerte, sprang den Baum hinunter, rollte sich ab und lächelte die Frau höflich, aber dennoch schelmisch, an: „Gefunden!“ „Und gerade noch rechtzeitig“, dachte Akira. Fushigi kicherte und klopfte ihrem Schüler auf die Schulter: „Das hast du klasse gemacht, Akira Schnubbelchen. Aber jetzt sieh besser zu, dass du weiterkommst, die anderen lassen sich bestimmt nicht so einfach von dir finden!“ Akira nickte lächelnd und so schnell wie er zu ihr gehastet war, hatte er sich wieder entfernt, während auch die Lehrerin sich nach einem neuen Versteck umsah.

    Unweit der Lichtung packte Akira das Schreibzeug aus seinem Rucksack und skizzierte eine kleine Karte, die er danach schnell in seine Tasche stopfte. Er hoffte, sich so nicht zu verirren und schneller zu dem nächsten Prüfer zu finden. Doch seine Hoffnung sollte enttäuscht werden. Noch lag er ganz gut in der Zeit, aber bislang hatte Akira auch noch keine Spur, um Ayaka oder Seishin zu finden. Es verlangte einem Akademieschüler einiges ab, sich gleichzeitig schnell durch das unwegsame Gelände zu bewegen und dabei keinen Hinweis zu übersehen. Schließlich, er hatte noch ungefähr zwei Minuten um in der Zeit zu bleiben, hielt der junge Anwärter an einem kleinen See, umringt von dichtem Wald, so dicht, dass man kaum einige Meter weit sehen konnte, der ideale Ort, um sich zu verstecken. Nachdem er sich sicher war, dass niemand einen Hinterhalt plante, kniete Akira nieder, schöpfte mit seinen Händen begierig Wasser aus dem Gewässer und ließ es sich über das Gesicht laufen. Augenblicklich fühlte er sich durch die Erfrischung Wasser, als ihn ein Geräusch herumfahren ließ – das Stöhnen einer jungen Frau, ein Rascheln im Gebüsch, ein Schmerzensschrei. Akira stellte sich in Abwehrhaltung, bereit, sein Kunai einzusetzen, als die blutüberströmte Gestalt sich aus dem Buschwerk zog, kaum fähig, sich zu bewegen, schwer atmend. Der Anblick ließ das Blut in den Adern des Jungen gefrieren: es war seine Mutter. „Kira… hilf mir…“, keuchte die hübsche, aber grausam zugerichtete Frau, Blut spuckend, ihre Kleidung zerrissen. Der zukünftige Genin zitterte am ganzen Leib, wich von dem… Etwas zurück und geriet ins Straucheln: „D-das… kann nicht sein. Nein…“ Tief in seinem Inneren wusste Akira, dass es nicht wirklich seine Mutter sein konnte, die ihn dort immer wieder anflehte, ihm zu helfen, die immer wieder „Bitte“ winselte, doch auch wenn dieses Bewusstsein immer stärker an die Oberfläche drang, wühlte es ihn unheimlich auf, dieses Bild zu sehen. Er brauchte Minuten, bis er sich schließlich wieder bewegen konnte, bis er den ersten Schock überwunden hatte, seine Augen schloss und eine Melodie summte, um ihre – so vertraute und doch fremdartige – Stimme zu übertönen. „Es muss ein Genjutsu sein.“, erkannte Akira, das Narakumi no Jutsu, das dem Opfer seine schlimmsten Ängste vor Augen führt. Immer noch summend formte Akira die nötigen Handzeichen, brauchte mehrere Versuche, bis er sich genug konzentrieren konnte, um sein Chakra richtig zu forcieren: Kai. Die Illusion verschwand auf der Stelle, doch der junge Mann brauchte einige Sekunden, um die Erinnerung zu verdrängen und den Schmerz zu überwinden. Akira konnte spüren, wie sehr es seine Fähigkeiten strapaziert hatte, das Genjutsu aufzulösen, sein Chakra war nahezu erschöpft und sein Körper fühlte sich taub an.

    Er war schon mehr als eine Minute über der erlaubten Zeit, doch immerhin wusste er nun, dass der nächste Prüfer in der Nähe sein musste. Zumindest war Akira kein Weg bekannt, wie man in der Lage gewesen wäre, ein solches Jutsu über weite Distanz hinweg zu wirken. Es dauerte nur eine halbe Minute, dann hatte der Akademieschüler Ayaka ausgemacht, die sich kaum Mühe machte, sich in dem dichten Buschwerk zu verstecken, die eigentliche Herausforderung schien man schon gemeistert zu haben, indem man ihr Jutsu überwunden hatte. Sie sah Akira über ihre Brille hinweg an: „Du bist ein bisschen spät dran, ich hoffe, mein Jutsu hat dich nicht zu sehr mitgenommen… Nun mach schon, dass du Seishin findest, na los doch.“ Akiras Stimme wirkte nicht so höflich und ungerührt wie sonst, er klang ausgelaugt: „Jawohl, Ayaka-Sama.“

    Er machte sich auf den Weg, kritzelte kurz etwas auf seine Karte und überlegte sich, wo Seishin wohl stecken könnte. Es kam nur noch ein relativ kleines Gebiet in Frage, denn den Rest des Waldes hatte der junge Mann durchkämmt und in seinem Selbstvertrauen ging er nicht davon aus, etwas Wichtiges übersehen zu haben. Bei dem Gedanken an den Chunin mit seinem merkwürdigen Grinsen wurde Akira etwas mulmig zumute, doch er zwang sich, jetzt nicht darüber nachzudenken und seinen Weg stattdessen fortzusetzen. Seine Intuition sagte ihm, dass er ihn bald finden würde, es würde ihm gelingen, seine Zeitüberschreitung wettzumachen und die Prüfung bestehen. Akira wollte aufatmen, als ihn jemand nach ihm rief, eine bekannte Stimme: „Hey, Schwachkopf!“ Es war Suma, einer der anderen Akademieschüler, ein Junge mit pechschwarzem Haar, groß und kräftig, der nicht dumm, aber ausgesprochen faul und rebellisch war, nicht bereit, etwas für seine Ausbildung zum Shinobi zu tun und immer eifersüchtig darauf, dass Akira besser war als er und es ihm im Training immer wieder vor Augen führte. Akira wollte genervt weitergehen, um keine Zeit zu verlieren, doch mit einem Mal sauste ein Kunai durch die Luft, an dem ein Kibakufuda befestigt war, eine Briefbombe, die er mit dem Jibaku Fuda: Kassei nur einen halben Meter entfernt zur Explosion brachte. Der Akademieanwärter mobilisierte seine letzten Kraftreserven, um mit einem Sprung aus dem Detonationsradius zu gelangen, doch die Druckwelle fegte ihn trotzdem von den Beinen und warf ihn zu Boden. „So ein Idiot… so werde ich die Prüfung nie schaffen…“ Anders als es sonst seine Art war, wurde Akira wütend, sprang auf und schrie Suma an: „Lass den Scheiß! Ich will diese Prüfung bestehen.“ Suma lachte seinen Mitschüler auf seine dümmliche Art und Weise aus, ein hohles, dumpfes Lachen: „Du hast dich mit dem Falschen angelegt, Schwachkopf! Diesmal kommst du mir nicht so leicht davon… jetzt bist du wohl nicht mehr so stark, wenn keiner in der Nähe ist, was?“ Mit einem Mal hatte Akira eine Idee, im letzten Moment, als das nächste Kunai mit Briefbombe schon in der Luft war, zückte und aktivierte der junge Shinobi die Rauchbombe, atmete tief ein, bevor der beißende, dunkle Rauch ihm die Sicht nahm und entfernte sich so schnell es ging. Außer Sichtweite konnte Akira seinen Mitschüler noch fluchen hören, doch er kümmerte sich jetzt nicht darum, sein Ärger musste warten, denn schon wieder war er zu spät dran.

    Ohne nachzudenken ging Akira in die kleine Höhle hinein, die in ihrem Verlauf überirdisch blieb, aber dennoch unheimlich wirkte, so feucht und dunkel, mit merkwürdigen Geräuschen, von denen der Jugendliche nicht wusste, ob es sich um eine Illusion oder um ein wildes Tier handelte. Er zweifelte nicht daran, dass Seishin in der Höhle warten würde, denn einerseits hatte er alle anderen Orte schon abgeklappert und andererseits schien dieser merkwürdige, unheimliche Ort perfekt zu dem Chunin zu passen, der Akira nach wie vor nicht geheuer war, obwohl er ihm das natürlich nicht zeigen würde. Kurze Zeit, nachdem das schabende, fauchende Geräusch seinen Höhepunkt erreicht hatte, endete die Höhle in einem kleinen Raum, in dem Wasser von der Decke tropfte und in dem tatsächlich Seishin wartete, der letzte Prüfer. Überglücklich trat Akira vor ihn, man musste ihm die Erleichterung wohl ansehen, ohne dass er sich in diesem Moment Gedanken darüber machte, dass er zu spät war. Seine Stimme wirkte herablassend, auf seinem Gesicht das gleiche undurchdringbare Lächeln wie immer, als er etwas sagte, das Akiras Hoffnungen bezüglich der Prüfung zunichtemachte: „Schön, dass du endlich hier bist. Diese Leistung war allerdings wirklich grausig… solch eine Verspätung…. Nun denn, du kannst jetzt gehen, dein Ergebnis wird dir in der Akademie mitgeteilt.“ Akira nickte nur, sein Blick war eine Mischung aus Enttäuschung und Verunsicherung.

    Das Ergebnis
    Alle redeten sie nur über die Prüfungen, redeten wild durcheinander und Akira hasste es. Er wollte, dass sie schweigen, er wollte seine Ruhe, er fühlte sich leer und wertlos, weil er Angst davor hatte, nicht bestanden zu haben. Sollte er nicht bestehen, würde er sie alle enttäuschen: seinen Onkel, seine Lehrerin, seine Eltern, seinen Bruder, jeden Shinobi, dem er auf seinem Weg bisher begegnet war. „Verdient!“, dachte er sich, als Suma traurig aus dem Klassenzimmer trat, weil er die Prüfung nicht bestanden hatte, Mitleid empfand er keines, auch wenn es ihn überrascht hatte, dass der Schüler es sich überhaupt zu Herzen nahm, welches Ergebnis er erzielt hatte. Doch er konnte sich nicht besonders lange darüber freuen, dass sein Rivale verloren hatte, denn Fushigi rief nach ihm: „Akira!“

    Unsicher ging der junge Shinobi in den Klassenraum hinein und setzte sich; er war aufgeregt, bestimmt von der Angst, nicht bestanden zu haben. Ihm wurde übel, als er Seishins Lächeln sah, das sich keine Sekunde zu verändern schien, er sah einfach auf den Tisch vor ihm herab und konnte den Dingen, die Fushigi sagte kaum folgen: „Kommen wir zu deiner Bewertung, Schnubbelchen. Im theoretischen Teil hast du uns sehr gut gefallen, dein Vortrag war so gut wie perfekt, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass du noch das ein oder andere Beispiel bringst. Trotzdem sehr gut, 28 von 30 Punkten. Im praktischen Teil sieht es leider nicht so gut aus… du hast und zwar alle gefunden, aber bei Ayaka und Seishin brauchtest du viel zu lange und bei mir warst du auch gerade so in der Zeit. Wir waren allerdings davon beeindruckt, wie du Ayakas Genjutsu aufgelöst hast, das schafft nur ein talentierter Schüler. Deshalb haben wir uns entschieden wir 55 von 70 Punkten zu geben und du kommst insgesamt auf 83 Punkte. Damit hast du bestanden und bist nun ein waschechter Genin! Glückwunsch, Schnubbelchen!“ Akira konnte es kaum fassen; er lächelte breit, als Fushigi ihm sein Stirnband gab, seine Hand zitterte. Er grinste seine drei Prüfer an, sie lächelten ebenfalls und Akira hätte sogar schwören können, dass selbst Seishins Gesichtsausdruck für einen Moment lang wärmer als sonst wirkte. „Danke Sensei.“, sagte der Genin freundlich, als er den Raum verließ. Es war ein guter Tag und Akira fühlte sich zum ersten Mal wie ein richtiger Shinobi.
  5. Hinkétsu Yami

    Hinkétsu Yami Genin

    Beiträge:
    71
    Alter:
    13 Jahre
    Größe:
    1, 46 m
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Ame
    Steckbrief:
    Link
    Geninprüfung von Hinkétsu Yami

    Prüfer:

    Ayaka
    Fushigi
    Tetsuya Daisuke

    NPCs:

    Yuito
    Mutter
    Statist


    Erwachen


    "Mimi!"
    Diesmal wurde er nicht von seinen eigenen Schreien aus dem Schlaf gerissen, sondern von denen seines Bruders. Ein bisschen Abwechslung musste ja ab und an mal sein, auch in Albräumen, oder? Oder zumindest danach - wie auch immer.
    "MIMI!"
    Mit einem Ruck setzte der Schwarzhaarige sich auf, und im selben Moment wünschte er sich auch schon, er wäre liegengeblieben und hätte den unerwünschten Besucher einfach aus seinem Bett getreten. So als gutgelaunter Morgengruß, versteht sich. Yamis Gesicht machte nämlich noch in der Aufwärtsbewegung seines Oberkörpers eine äußerst unschöne Bekanntschaft mit dem Dickschädel des Sechsjährigen, der sich über ihn gebeugt hatte, und ein stechender Schmerz fuhr durch seinen Kopf. "Aauuaaa..." Unwirsch presste der Gelbäugige eine Hand auf seine Nase, in der er jeden Herzschlag pochen fühlte. Und aus der es bereits anfing, verräterisch zu tropfen. Nasenbluten? Tatsache. Er konnte den ekelhaft metallischen Geschmack des Blutes schmecken, das seinen Rachen hinunterlief. Was für ein wundervoller Morgen. "WAS genau willst du hier, Zwerg?"
    Mit der Hand, die nicht gerade als Staudamm diente, langte er an die Seite seines Bettes, um die Lampe anzuknipsen. "Ich.. ich wollte dir Glück wünschen, für deine Prüfung heute. Damit ich dich nicht verpasse, hab... ich gedacht, ich komme jetzt zu dir." Die Stimme Yuitos klang gedämpft und weinerlich, und als die Augen des Hinkétsus sich an das dämmerige Licht gewöhnt hatten, musste er sich zusammennehmen, um nicht zu grinsen. Der Kleine hatte seinen Bären auf seinen Kopf gepresst, was ihn wie einen Riesenpilz aussehen ließ, und die violetten Augen waren voller ungeweinter Tränen. Anscheinend hatte er versucht, sich zusammenzunehmen. Oh mann. "Mimi, du blutest!" Das eben noch schmerzverzerrte Gesicht des Kindes wirkte jetzt nurnoch überrascht. "Ach, wirklich? Ist mir garnicht aufgefallen." Yami verdrehte die Augen und seufzte. "Geh mal 'n Tuch holen." Der Kleine starrte seinen älteren Bruder noch einen Moment an, begaffte das Blut, das zwischen dessen weißen Fingern durchquoll, dann nahm er Kuro - seinen Bären - an der Pfote und rutschte vom Bett. "Das war meine Schuld, oder?" Seine Unterlippe begann zu zittern. Muss ich dadrauf antworten? Mit hochgezogenen Augenbrauen schaute Yami den Blondschopf an. "Schon gut." Er würde den ganzen Tag lang schlechte Laune haben, wenn der Zwerg jetzt anfing, zu heulen, also hielt er sich lieber zurück, was giftige Bemerkungen anging. Yuito schniefte darauf nur leise, dann watschelte er davon, in Richtung Badezimmer.
    Mit einer etwas wackeligen Bewegung stand der Schwarzhaarige nun ebenfalls auf und tappte in Richtung der schweren Vorhänge, die das Licht, egal zu welcher Jahreszeit, erfolgreich aussperren konnten. Gähnend schob er den Stoff zur Seite, in Erwartung etwaiger Sonnenstrahlen die Augen zu Schlitzen zusammengekniffen, was sich jedoch als unnötig erwies - draußen war es Stockdunkel. Hä? Verwirrt drehte der Junge sich um, um auf seine Uhr zu schauen, und irgendwie kam in ihm dabei das dringende Bedürfnis hoch, seinem Bruder den Hals rumzudrehen. Es dauerte noch eine halbe Ewigkeit, bis die Sonne überhaupt aufging, ganz zu schweigen von dem Beginn seiner Prüfung. Er wollte ihm Glück wünschen. Mitten in der Nacht. Was für eine scheiß Idee war das denn?
    Das Pochen in seinem Gesicht hatte mittlerweile aufgehört, wie auch das Nasenbluten, aber sein Shirt war komplett vollgerotzt, genau wie seine Hand.
    "Ähm...." Yuito kam zurück ins Zimmer, ein kleines Handtuch in den Fingern, welches er seinem Bruder entgegenstreckte. Doch auf halbem Weg blieb er stehen und ließ die Hand wieder sinken. "Was ist denn?" "Nichts. Ich sehe mir nur den wunderschönen Sonnenaufgang an." Den Blick, der Yami seinem Bruder zuwarf, konnte man nur als mörderisch bezeichnen - der Sechsjährige sah das vermutlich ähnlich, denn er drückte nur sein Plüschtier an sich, ließ das Tuch auf den Boden fallen und verkrümelte sich erneut, ohne noch irgendetwas zu sagen. Soviel dazu.
    Sobald das Kind aus seiner Sichtweite war, verpuffte der Zorn des Hinkétsus, und er gähnte erneut, mit einem Blick auf das warme, weiche Bett, aus dem er so unsanft vertrieben worden war. Aber erneut hinlegen stand überhaupt nicht zur Debatte - wenn er jetzt wieder einschlafen würde, würde er träumen. Und damit wäre der Rest des Tages gelaufen. Sonst wäre es ihm egal gewesen, der Akademieunterricht war die meiste Zeit sowieso todlangweilig, aber heute hatte er seine Geninprüfung. Wenn er die bestand, konnte er endlich etwas Anderes erleben; Missionen machen, neues Zeug entdecken, stärker werden. Und er würde vielleicht mal aus Sora rauskommen.
    Aber zuerst, bevor er irgendwo hinging, musste er duschen, das war ja widerlich. Mit zusammengezogenen Brauen betrachtete der Hinkétsu sein Blut, dann drehte er sich zu dem Schrank, um seine Kleider herauszukramen.

    Nachdem er noch ein bisschen rumgetrödelt und sich fertig angezogen hatte - das übliche Zeug, und den Mantel mit dem Schädel auf dem Rücken - und seine Haare getrocknet waren, beschloss Yami, in die Küche zu gehen, um etwas Essbares aufzutreiben. Mitnehmen würde er nichts, er hatte unterwegs wahrscheinlich Besseres zu tun als sein Bento zu essen, aber so ganz ohne Energie wollte er dann doch nicht in die Aufgaben starten.
    "Guten Morgen, Liebling!~" Im ersten Moment wollte er sich einfach umdrehen und wieder in sein Zimmer verziehen, als er seine Mutter am Küchentisch sitzen sah, aber er besann sich. Was macht die denn hier? Normalerweise war Ajame schon lange auf der Arbeit im Krankenhaus, genau wie sein Stiefvater. Was Yami natürlich entgegenkam - so konnte er machen, was er wollte. Nicht, das er das sonst nicht tat, aber es fühlte sich eben anders an, wenn die Eltern zuhause waren. "Du wunderst dich bestimmt, warum ich hierbin, oder?" Das helle Lachen der Blondine hallte in den Ohren des Hinkétsus. Nein, eigentlich nicht. Mit steinernem Gesicht durchsuchte er den Kühlschrank nach seinen Okonomiyaki-Resten von Gestern und schaufelte sie nun doch in eine Box, um sie mitzunehmen und in der Schule zu essen. Garantiert würde er sich nicht mit an einen Tisch mit seiner Mutter setzen, das hatte er nicht nötig. Er wollte sie nicht hierhaben, er wollte einfach seine Ruhe. "Ich wollte dir Erfolg für deine Prüfung wünschen, mein Schatz. Hach, ich weiß noch, wie meine damals war. [...]" Was haben die nur alle mit ihren Glückwünschen? Meine Fresse...
    Die weiteren Unterhaltungsversuche ignorierte Yami geflissentlich, so wie jedes Mal. Aber irgendwie hatte die Frau die nervtötende Angewohnheit, einfach weiterzuquasseln, wie ein Wasserfall, egal ob ihr Sohn antwortete oder nicht. Diesmal war es nicht anders - Sie erzählte ihm von ihrer Geninprüfung damals, über ihre Aufgaben und ihre Lehrer, ihre Mitstreiter. Mitten in ihrem Redeschwall ließ der Gelbäugige die Schranktür zuknallen, verschloss seine Dose und ging einfach aus dem Raum. "Viel Glück, Yamilein!!" Ihre Stimme klang aufgekratzt, so als würde sie es nicht einmal realisieren, dass dieser sie einfach ausblendete.
    Ohne weiter über die Begegnung nachzudenken, ging der Dunkelhaarige an dem Zimmer seines Bruders vorbei und steckte seinen Kopf hinein. Innen war es dunkel, und ein leises, gleichmäßiges Schnarchen war zu hören. "Bis nachher, Kleiner." Angesprochener antwortete nicht, drehte sich nur um und schmatzte einmal. Jaja, Hauptsache, du kannst schlafen. Die Mundwinkel des Hinkétsus verzogen sich zu einem Grinsen. Die Episode heute morgen würde er ihm noch büßen, das stand fest. Aber fürs Erste würde er sich auf die bevorstehende Herausforderung konzentrieren.
    Die Sonne hing gerade so über dem Horizont, als der Elfjährige die Wohnungstür hinter sich zuzog und noch einmal gähnte. Er hatte ein Kunai einstecken, sein Frühstück und eine kleine Schriftrolle, in der Nadel und Faden und ein unfertiger Bär versiegelt waren, falls ihm zu langweilig wurde. Was hoffentlich nicht der Fall sein würde. In dem Versuch, den verrückten Morgen aus seinen Gedanken zu verbannen, schüttelte der Junge den Kopf und begann, ein Lied zu summen, das er einmal aufgeschappt hatte. Dann ma' los.



    Die Prüfung - Teil 1. - Theorie


    Yami war einer der Ersten, die sich im Schulgebäude einfanden. Andere würden vielleicht ein wenig Gefühlsduselig werden, im Angesicht der Tatsache, das sie nach ihrer - hoffentlich bestandenen - Prüfung nichtmehr in diese vertrauten vier Wände zurückkehren würden, sondern mitunter auch ihr Leben auf gefährlichen Shinobimissionen einsetzen mussten, doch das war nichts für den jungen Hinkétsu. Er war einfach froh, wenn er mit diesem Abschnitt seines Lebens abschließen konnte, er würde hier niemanden vermissen.
    Während der Schwarzhaarige erst sein mitgebrachtes Essen verputzte, die Box in der Schriftrolle verstaute und dann sein Nähzeug zur Hand nahm, wanderte die Sonne höher, und nach und nach fanden sich auch die anderen Prüflinge ein. Yami fand es eine Zeitlang ganz interessant, ihr Verhalten zu beobachten. Manche sahen aus, als hätten sie die ganze Nacht lang nicht geschlafen, und sobald sich die Möglichkeit ergab, steckten ihre müden Gesichter auch schon wieder hinter den Lehrbüchern. Als ob das jetz' noch was bringt. Andere ließen sich an der Wand nieder, legten die Köpfe auf die Knie und dösten; einer schien sogar eingeschlafen zu sein. Der Rest unterhielt sich, lief nervös auf und ab. Irgendwie schien sich niemand so richtig auf die bevorstehende Theorieprüfung zu freuen.
    Der Schwarzhaarige selbst hatte sich schon zweimal in die Finger gestochen, seine Hände zitterten und er konnte einfach nicht aufhören, mit den Füßen zu wackeln. Aber er hatte keine Angst, zu versagen, so wie die meisten anderen - es war vielmehr soetwas wie Vorfreude.
    Als die Prüfer begannen, die Schüler aufzurufen, breitete sich ein Grinsen auf dem Gesicht des Jungen aus. Nichtmehr lange. Nachdem er seine Papierrolle auf dem Schoß ausgebreitet hatte, um das Plüschtier wieder zu versiegeln, wurde die Tür zum Prüfungsraum erneut geöffnet, und ein weißer, wuscheliger Haarschopf lugte heraus. Ein Riese, mit hellen, türkisen Augen, die kurz über die wartenden Schüler wanderten und bei einem Klemmbrett halt machten, das er in der Hand hielt. "Hinkétsu... Yami." Ein seltsamer Ausdruck huschte über die vorher freundlich aussehenden Gesichtsszüge des Mannes, doch der Elfjährige bemerkte es nicht. Yami stopfte die Rolle in seine Manteltasche, dann sprang er auf und folgte dem Hünen in das Zimmer. Der Großteil der Tische und Stühle, die sich normalerweise dort befanden, waren verschwunden, nur die der drei Personen, die für die heutige Geninprüfung zuständig waren, befanden sich noch im Raum. Eine zierliche, rosahaarige Frau, Ayaka, die Schulleiterin, der Weißhaarige von eben, der sich eben auf seinen Stuhl fallen ließ, und... Fushigi. Wie ein kühler Wind breitete sich eine Gänsehaut auf den Armen des Gelbäugigen aus - es kam ihm vor wie Gestern, als er ihren Kurs besucht hatte und sie sich auf ihn gestürzt hatte. Eine Umarmung. Der Hinkétsu blinzelte, um die unliebsamen Gedanken loszuwerden, und versuchte sich zu sammeln. "Yo." Ein einfaches Nicken in die Richtung der Lehrer musste genügen, auch wenn die Augenbrauen Ayakas und die des Riesen nach dieser unhöflichen Geste synchron in ihren Haaren verschwanden. Während Yami die Arme vor der Brust verschränkte und anfing, auf seinen Fußballen zu wippen, ergriff die Leiterin der Akademie als Erste das Wort. "Guten Morgen, Hinkétsu-kun." Sie musterte ihn kurz, dann machte sie eine unbestimmte Handbewegung in Richtung der beiden anderen Prüfer. "Fushigi-san ist dir mit Sicherheit bekannt. Der junge Mann hier-" sie ließ ihre Hand wieder sinken - "ist Tetsuya Daisuke." Falls das dem Blutjungen irgendetwas hätte sagen sollen: Tat es nicht. Er hatte keinerlei Interesse an den Clans und Familien Soras, wer wie einflussreich war oder wieviel Kohle hatte, scherte ihn einfach nicht. Also war ihm auch der Name "Tetsuya" kein Begriff. Der Gelbäugige blinzelte nur und wartete darauf, das die Sensei fortfuhr. "Nun.... Beginnen wir mit dem Theorieteil deiner Prüfung." Vielleicht war das eine Art Stichwort gewesen, auf jeden Fall stellte ihm Fushigi sein Thema vor. Nur kein Genjutsu. Yami spürte seine Unruhe, und er drängte die Weißhaarige innerlich, schneller zu sprechen. "Also Schnubbelchen.." Sie machte eine bedeutungsvolle Pause und lächelte ihn zuckersüß an, "Dein Thema sind die Jutsus. Was kannst du mir darüber alles erzählen?" Das Zappeln des Kindes ließ nach. In seinen Ohren hatte sich ihr Satz seltsamerweise mehr wie "Was haben wir darüber besprochen?" angehört. Ein wenig verdutzt schaute er sie an, doch sie lächelte nur weiterhin und wartete darauf, das ihr Schüler mit seiner Rezession begann. Wie ein Déjà-vu. Mit "Jutsus" hatte der oder diejenige, wer auch immer die Themen der Geninprüfung aussuchte, ihm den Arsch gerettet: Einzig das Buch über Ninjutsus hatte er sich zuvor nochmal angeschaut. Zusammen mit dem, was er sowieso wusste, konnte er vielleicht ein paar Punkte zusammenkratzen, auch wenn der Fokus des Schwarzhaarigen mehr auf der Praxis lag.
    "Jutsus sind Kampftechniken, die, anders als Taijutsu, mit Chakra angewandt werden. Dafür baut man sein Chakra auf, und je nach Jutsu, das man benutzen möchte, braucht man unterschiedliche Fingerzeichen, mit denen man das Chakra leitet-" Er machte das Zeichen, das er davor benutzt hatte, um seine Bentobox in der Schriftrolle zu verstauen, vor - "wie das zum Beispiel. Es gibt Genjutsu, mit denen man seine Opfer in Illusionen packt, und Ninjutsu, die entweder auf den Elementen des Chakras basieren oder... eben nicht, wie das Henge. Zu den Elementen..." Yami konnte sich noch genau daran erinnern, wie er vor der Klasse gestanden hatte und beinahe dasselbe hatte vortragen müssen. Aber es störte ihn nicht, irgendwie kam es ihm sogar entgegen. "Es gibt Katon, Doton, Fuuton, Raiton und Suiton. Jedes hat eine Schwäche und eine Stärke gegenüber einem anderen Element." Erzähl uns doch ein wenig darüber, ob man die verschiedenen Elemente miteinander vermischen und neue Jutsu damit schaffen kann. Die Stimme Fushigis kam ihm in den Sinn. "Es gibt auch "besondere" Arten von Ninjutsu, die Bluterben. Es gibt Claneigene, und es gibt... Element-Mischerben? Die an den Genen hängen. Sozusagen. Die nennt man Yoton, Mokuton und Hyouton." Mittlerweile stand der Hinkétsu ruhig da und schaute die drei Personen vor ihm abwechselnd an. Gabs nochwas? Ohja, noch einiges, aber Yamis Gedanken hatten der Theorieprüfung bereits einen geistigen Arschtritt verpasst und sich dem Praxisteil zugewandt. Drei Augenpaare ruhten auf ihm, als der Dunkelhaarige nur mit den Schultern zuckte. "Das wärs' dann."
    Ein Moment des Schweigens folgte, bis die weißhaarige Bodybuilderin sich räusperte und ihn erneut anlächelte. "Gut, Tigerchen. Der nächste Part deiner Geninprüfung findet draußen statt - Es handelt sich um eine Art "Versteckspiel".. " Irgendetwas daran schien Fushigi amüsant zu finden, sie kicherte kurz wie ein kleines Schulmädchen, fing sich aber gleich wieder. "Deine Aufgabe besteht darin, Ayaka-san, Daisuke-kun und mich zu finden, für jeden von uns hast du fünf Minuten Zeit. Natürlich werden sich die anderen Schüler auch dort befinden, ob du mit ihnen zusammen oder gegen sie arbeitest, ist deine Entscheidung. Oh, und natürlich gibt es auch entsprechende Hindernisse, es soll ja nicht zu einfach sein, nicht wahr, Schnubbelchen?" Erneut hob Yami nur die Achseln. Was kümmerte es ihn? Die Anderen konnte er einfach ignorieren, und um die Hindernisse - Fallen also - machte er sich eher weniger Sorgen. "Also dann, viel Erfolg, Hinkétsu-kun." Ayaka nickte ihm nocheinmal zu, bevor sie auf das Klemmbrett schaute, das vor ihr auf dem Tisch lag. Der Riese neben ihr starrte den gelbäugigen Schüler nur an. Vielleicht hatte er ja etwas gegen den Mantel, wer wusste das schon?
    Ohne sich zu verabschieden, hopste der Schwarzhaarige aus dem Zimmer, in Richtung des Geländes, auf dem der Zweite Teil stattfinden würde. Das Grinsen auf dem blassen Gesicht wurde breiter - Endlich ein bisschen Action.



    Die Prüfung - Teil 2. - Die Praxis - Glück oder Können?


    Draußen hatte sich das Wetter mittlerweile von strahlendem Sonnenschein zu einem trüben Regenwolkenwetter geändert, und Windböen rauschten durch die Baumwipfel des Waldes, vor dem sich die angehenden Genin nun einfanden. Yami atmete tief die Luft ein, dann ließ er seinen Blick über seine Mitanwärter schweifen. Die Meisten schienen älter zu sein, oder zumindest größer, und er erkannte nur ein paar Gesichter. Daisuke-chan zum Beispiel stand keine zehn Meter von ihm entfernt unter einem Baum und beäugte immerwieder besorgt die Wolken, die über ihren Köpfen dahinzogen. Aber der Hinkétsu hatte keinen Bock dazu, sich mit ihm zu streiten, außerdem war dazu keine Zeit: Anscheinend war die theoretische Prüfung nun zu Ende, denn die beiden Lehrerinnen und der Typ mit den weißen Haaren kamen vom Schulgebäude her angelatscht und positionierten sich, gut sichtbar, auf einem kleinen Erdhügel. Fushigi, mit einem knallpinken Megafon bewaffnet (Ist sie nicht so auch laut genug?), erklärte noch einmal die "Spielregeln". Doch außer man muss die Prüfer finden und für jeden Einzelnen nur fünf Minuten Zeit blieb nichts bei Yami hängen; er war viel zu aufgekratzt, um richtig zuzuhören. "Viel Erfolg, meine Schnubbelchen!" Mit einem zischenden Geräusch breitete sich weißer Rauch aus, und als dieser sich gelegt hatte, waren die Prüfer verschwunden; keine Sekunde später ertönte soetwas wie ein Startpfiff, und auch die Schüler wetzten los. So auch der kleine Hinkétsu, wobei dieser mehr sprang als rannte. Milde interessiert beobachtete er, wie sich die Anderen nach nur wenigen Momenten zerstreuten, und er war allein. Zumindest konnte er niemanden sehen, aber ab und an konnte er es im Geäst rascheln hören oder Zweige brechen. Yamis Herz klopfte, als er in gemäßigter Geschwindigkeit zwischen den Bäumen hindurchhuschte. Er hatte nicht so viel Ausdauer, um hier durchzurennen wie ein Wahnsinniger, also machte er besser halblang. Die gelben Augen des Jungen wanderten von einer Seite zur anderen, und ein ums andere Mal zuckte er bei plötzlichen Schreien, deren Ursprung er nie genau bestimmen konnte, zusammen. Wo würde ich mich verstecken, wenn ich ein Lehrer wäre? Die Frage an sich war schon so dämlich, da konnte er sich die Antwort doch gleich selbst geben. Ich werde nie ein Lehrer sein. Nach etwa zwei Minuten, in denen der Schwarzhaarige nur planlos im Wald herumgeirrt war, kam er zu dem Schluss, das er so zu keinem Stück kam: Er würde auch noch in einer Stunde hier rumlaufen.
    Der Junge blieb stehen, um zu verschnaufen, und um den Kopf klar zu bekommen. So gesehen müssten Daisuke 2.0 und Fushigi ja besser zu finden sein als Ayaka, einfach von der Größe und Masse her. Aber irgendwie glaubte Yami nicht, das sie sich einfach hinter einen Busch stellen würden und darauf warteten, bis jemand über sie stolperte. "Son' Scheiß." Drei Minuten. Mit gerunzelten Brauen schaute er sich um. Vielleicht sah er ja jemanden.

    "Ich habe sie gefunden, Tetsuya-san!" Hah, oder er hörte jemanden. Der Hinkétsu spitzte die Ohren und drehte sich langsam um sich selbst, um herauszufinden, aus welcher Richtung der Ruf gekommen war. "...Gut.... hast....2.." Dieser Riese sprach eindeutig leiser, aber trotzdem noch relativ gut hörbar. Das Grinsen kehrte auf die blassen Wangen des Kindes zurück. Sogar das Herumrennen konnte ihm keine Farbe ins Gesicht treiben - irgendetwas lief bei ihm wohl nicht ganz richtig. Mit schnellen Schritten ging er in die Richtung, aus der das Gespräch gekommen war, und kam gerade noch rechtzeitig, um den Jungen, der so rumgeschrien hatte, weglaufen zu sehen. Wo..? Ah!
    Zwei Meter weiter stand ein riesiger Baum, der ein Loch im Stamm hatte.
    "Hallo?" Unter einem ... Tarnnetz? Oder einem Haufen Blättern verbarg sich der Hüne, die türkisen Augen schimmerten leicht in der Dunkelheit. Aber ansonsten ein gutes Versteck - wer mit Vollgas durch den Wald raste, würde die kleine "Höhle" vermutlich nicht einmal bemerken. "Gerade noch in der Zeit, Hinkétsu...kun." Die blauen Augen blinzelten. "Los, die Zeit bleibt nicht stehen." Irgendwie hatte Yami das Gefühl, das soetwas wie Feindseligkeit in der Luft lag, aber das konnte er sich auch einbilden. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren sprang der Elfjährige weiter. Schnubbelchennn~ Mit einem Kichern imitierte er die Stimme Fushigis in seinen Gedanken. Absurderweise kam mit dem Gedanken an ihre Stimme nicht nur diese, sondern auch eine ziemlich seltsame Vorstellung. Sie rannte in Zeitlupe in einem Blumenbeet herum, einer Blumenwiese eher, und vor ihr rannten ein paar Kinder, die verzweifelt versuchten, ihren Blumenkränzen zu entkommen, die die Frau von sich warf wie ein paar Shuriken. Joa, warum nicht..Ich glaub, der Zwerg hat was kaputt gemacht. Verwirrt strich sich der Junge durch das strubbelige, schwarze Haar. Wo is' die denn? Er hatte noch ungefähr neun Minuten, um die beiden Lehrerinnen zu finden und an den Startpunt zurückzukehren. Wundervoll.
    Gerade, als er einen Baum umrundete, sah er eine Bewegung im Augenwinkel. Reflexartig duckte der Elfjährige sich, nur um über eine Wurzel zu stolpern und auf allen Vieren zu landen. Doch sofort stellte er sich wieder auf seine Füße und blickte sich mit misstrauisch zusammengekniffenen Augen um. Irgendwas war doch dort! Und richtig, zwischen ein bisschen Unkraut und Laub saß jemand. Nicht irgendjemand. Daisuke-chan! Ganz untypisch für ihn, einfach ruhig in der Gegend herumzusitzen, wo alle anderen mehr oder weniger panisch herumrannten wie geköpfte Hühner. "Was machst du da?" Das Misstrauen des Hinkétsus wuchs, als Angesprochener, ebenfalls für ihn ganz untypisch, seinen Blick mit belustigten blauen Augen erwiderte. "Ich warte~" Hä? Auf besseres Wetter oder was? Yami hatte keine Zeit, hier herumzustehen und Smalltalk mit einem Klassenkameraden zu halten, der offensichtlich nichtmehr alle Tassen im Schrank hatte. "Wenn du mich entschuldigst, Daisuke-chan, ich muss Fushigi suchen. Du hast sie nicht zufällig gesehen?" Die Uhr tickte, der Hinkétsu war bereits auf dem Sprung, doch der Blonde kicherte nur mädchenhaft. "Ach, Schnu- Yami-kun." Bei seinem Versprecher musste er noch mehr kichern. Ein verschlucktes Schnubbelchen? Mit hochgezogenen Augenbrauen starrte der Schwarzhaarigen seinen vermeintlichen Mitschüler an, bis endlich der Groschen fiel. Das Henge. "Fushigi?" Die gelben Augen des Kindes weiteten sich, als die Weißhaarige sich zurück in ihre normale Gestalt verwandelte. "Sehr gut, Tigerchen! Woher hast du das gewusst?" Ihre Frage klang zwar ernstgemeint, aber irgendwie bildete sich Yami ein, ein schalkhaftes Glimmen in ihren Augen zu sehen. "Lauf weiter, Schnubbelchen. Du liegst gut in der Zeit!" Und mit einem Fingerzeichen verwandelte sie sich in die nächste Person, ein großes, schwarzhaariges Mädchen. Immernoch leicht verwirrt blinzelte der Blutjunge der Sensei zu, dann rannte er weiter. Ayaka fehlte noch, und er hatte sogar noch... knappe sechs Minuten Zeit. Irgendwie hatte der Junge das Gefühl, dass das Versteckspielen ihm mehr lag als das trockene Theoriezeugs. Vielleicht lag das ja am Alter?...

    Während er weiter in dem Wald herumsprang, frischte der Wind nocheinmal um einiges auf, und die Bäume bogen sich. Das trockene Laub wirbelte auf, flog dem Dunkelhaarigen ins Gesicht und blieb in seinen Haaren hängen. Die Aufregung war mittlerweile abgeebbt, und an ihre Stelle trat die Erschöpfung. Er musste dringend an seiner Ausdauer arbeiten. Mit einem Seufzen blieb er stehen, unweit des Auganges, und schaute sich um. Wo ... nein, so kam er nicht weiter. Er musste die Schulleiterin finden, er musste. Der Junge würde den Teufel tun und jetzt aufgeben, so schlecht hatte er sich ja garnicht geschlagen, zumindest in diesem Teil nicht. Als der Donner begann, über ihm zu grollen, lief der Hinkétsu weiter.
    Ohmann, das kann doch nich' so schwer sein! In dem Augenblick, indem er einen Baum umrundete, kam ihm so plötzlich jemand entgegen, das Yami nurnoch einen Ausfallschritt auf die Seite machen konnte, um nicht mit der Person zusammenzurennen. Er hatte sich heute schon eine blutige Nase geholt, auf ein zweites Mal war er nicht unbedingt aus. "Pass doch auf, du PeNAAAAA!" Mit einem ziemlich unmännlichen Quietschen flog der Schwarzhaarige durch die Luft, an seinem Fuß nach oben gerissen - er war in einer Falle hängengeblieben, einem Netz, ausgelöst durch einen Draht, auf den der Andere getrampelt war.
    Der Junge auf dem Boden unten zuckte zusammen und stoppte in seinem Lauf, als er den Schrei hörte, und schaute nach oben. Doch sein verschreckter Blick änderte sich ziemlich schnell in Unglauben, als er das leicht durchgeknallte Lachen des Anderen vernahm, der zwischen den Ästen hin- und herschaukelte. Anscheinend störte es den Jungen nicht, da zu hängen, also rannte der Auslöser der Misere des Gelbäugigen weiter, ohne sich weiter mit dem Elfjährigen aufzuhalten - ihm selbst fehlten noch zwei Prüfer..

    Yamis Lachen wurde zu einem erstickten Kichern, als ihm das Blut in den Kopf schoss. Haa, das war cool. Aber.. Langsam pendelte er sich aus und schaute nach oben. Wie komm ich hier wieder raus? Wie ein Mädchen seinen Rock festhalten würde, so hielt auch der Hinkétsu seinen Mantel fest, damit dieser ihm nicht im Gesicht herumhing und ihm die Sicht versperrte. Er konnte nicht sehen, wo das Seil mit dem Netz, in dem er hing, befestigt war, aber es musste ein gutes Stück weiter oben im Baum sein. Sein Fuß hatte sich in den Maschen verfangen. Er konnte versuchen, sich mit seinem Kunai - Die Hände des Jungen wanderten zu seinen Taschen, aber zu seiner Überraschung waren diese leer. Hu? Sein Blick wandte sich auf den Boden, wo seine Sachen lagen, die Schriftrolle, sein Wurfmesser und diverses anderes Zeug. Ganz toll. Okay, er konnte sich nicht mit dem Messer losschneiden. Ein Seufzen entwich dem Dunkelhaarigen, als er erneut auf seine Falle schaute. Vielleicht konnte er sich losmachen, wenn er seinen anderen Fuß in das Netz hängte und sich dann nach oben zog, um die Fäden, die sich an seinem Schuh verfangen hatten, loszumachen. Einen Versuch ists' wert. Nach einem tiefen Atemzug hakte er sich fest, dann spannte er seine Muskeln und streckte sich nach oben, um seinen Plan auszuführen. Leichter gesagt als getan - bei dem ersten Versuch schwang er einfach nur herum, und auch beim Zweiten wurde es nicht besser; mittlerweile schmerzte sein Kopf, und auch die Zeit lief solangsam ab. Verdammte... In Gedanken vor sich hinschimpfend sammelte der Hinkétsu seine Kraft für den nächsten Anlauf, und diesmal glückte es: Während er sich mit einer Hand an dem Netz festhielt, fummelte er mit der anderen an den Maschen herum, an denen er hing. Ein bisschen noch! Gerade, als er sich endgültig aus seiner misslichen Lage befreien wollte, hörte er einen gellenden Schrei, gefolgt von soetwas wie Kampfgeräuschen. Lange konnte er nicht nach den Verursachern des Tumults ausschau halten, seine überanspruchten Muskeln brannten wie Feuer, und der Arm, mit dem er sich halbwegs aufrecht hielt, zitterte. Aber trotzdem drehte er den Kopf danach, und als er sich umschaute, erstarrte er. Aha. Wie mies ist das denn?!
    Schräg hinter ihm, auf einem Ast, hockte Ayaka, die ihn seit seinem Unfall beobachtet zu haben schien. "Zählt das als gefunden?" Yami starrte sie noch einen Moment an, doch dann musste er seine Position anpassen und die Hand wechseln, um nicht abzurutschen. Die Stimme der Lehrerin erhob sich hinter ihm. "Ja, Hinkétsu-kun, das zählt. Auch wenn es anders gedacht war." "... GUT." Zwischen zusammengebissenen Zähnen quetschte er das Wort heraus, nicht in der Lage, sich noch länger festzuhalten. Erst rutschte er mit den Beinen aus dem Netz, dann ließ er sich einfach fallen. Glücklicherweise befand er sich nicht allzu hoch über dem Erdboden, sonst wäre die Aktion vermutlich ins Auge gegangen.

    Yami landete ziemlich unelegant auf Knien und Händen, und am liebsten hätte er sich kurz hingesetzt. Sein Herz raste, sein Atem ging stoßweise, aber... Er hatte sie gefunden! Schnell sammelte er seinen Kram ein, den er verloren hatte, dann schaute er nocheinmal mit einem Grinsen zu der Schulleiterin hoch, die von unten kaum sichtbar war. Wahrscheinlich hätten sie sich in den Bäumen fortbewegen sollen oder so - das Kind hatte keine Ahnung. Aber das war jetzt egal. Das Einzige, was noch blieb, war zurück zum Ausgang zu kommen, um die Prüfung endlich abzuschließen; wohin sich der Hinkétsu auch sofort auf den Weg machte. Er hatte beinahe alles an Zeit verbraucht, während er in dem Hindernis herumbaumelte, also keine Zeit mehr, um herumzutrödeln.
    Als das Kind zu einem Endspurt ansetzte, bekam er nach einem kurzen Moment Seitenstechen, und seine Lunge tat weh, aber jetzt würde ihn nichtsmehr aufhalten.. Außer er würde jetzt von irgendetwas ausgenockt werden und auf seltsame Art und Weise seine Beine verlieren, aber die Chancen dafür standen zum Glück relativ schlecht. Mit einem Gefühl grimmiger Befriedigung, Dreck auf seinen Kleidern und Blättern im Haar stolperte Yami schließlich durch das große Tor, das sowohl Start- als auch Endpunkt darstellte. Und sogar noch in seiner Zeit, Hallelujah. Schlagartig fiel alles an verbliebener Aufregung von ihm, und mit einem lauten Seufzer ließ sich der Hinkétsu auf die Knie fallen, um zu Verschnaufen. Er hatte die Prüfung hinter sich!



    Die Verleihung des Genintitels


    Nach zwei Tagen sollten sich die Akademieschüler in einem der Kursräume einfinden, um ihren Genintitel und das Stirnband ihres Heimatortes zu erhalten. Heimartort. In seinen Gedanken klang das Wort lieblos und spöttisch. Wie war das? Heimat ist da, wo dein Herz ist? Yami legte die Füße auf die Tischkante und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Wo war sein Herz dann?
    Neben ihm saß irgend so eine Tussi, die sich, ohne zu fragen natürlich, neben ihm fallengelassen hatte. Sie hatte den Kopf auf die Tischplatte gelegt, und sie schlief. Einfach so. Mit hochgezogenen Augenbrauen betrachtete der Hinkétsu ihr Gesicht - Ihr Mund stand offen, und sie sabberte. Na wunderbar. Mit einem entnervten Seufzen wandte er sich ab, um aus dem Fenster zu schauen. Draußen regnete es, nicht stark, aber es reichte, um die Kleidung ekelhaft feucht zu machen und die Stimmung noch weiter runter zu drücken, als sie sowieso schon war. Das war das Komische: Ein Haufen Schüler saßen zusammen im Raum, und es herrschte absolute Stille. Keine freudige Erregung lag in der Luft, es schien, als hätten alle nur die eine Frage im Kopf, die sie sich immer und immer wieder stellten: Habe ich bestanden? Der Schwarzhaarige selbst war sich relativ sicher, das er die benötigten Punkte zusammenhatte. Auch wenn er bei der Theorie nicht wirklich geglänzt hatte, die Praxisprüfung hatte Spaß gemacht. Er hatte alle gefunden, auch wenn er Ayaka nie gesehen hätte, wenn er sich nicht in diesem blöden Netz aufgehängt hätte. Und trotzdem hatte er es noch pünktlich geschafft... Yami schüttelte seinen Kopf und wollte gerade seine Banknachbarin anschubsen, um ihr zu sagen, das sie echt widerlich war, als sich die Tür öffnete und Fushigi den Raum betrat.
    "Guten Morgen, meine Schnubbelchen!~" Ihre fröhliche Begrüßung wurde nur von Einzelnen murmelnd erwidert, und die Weißhaarige lächelte breit. "Also, ich möchte nicht lange um den heißen Brei herumreden. Ihr habt alle lange und hart gearbeitet, um eure Prüfung antreten zu dürfen, und gleich werdet ihr auch erfahren, ob ihr sie bestanden habt. Wenn ich euren Namen aufrufe, geht ihr bitte nach draußen in den gegenüberliegenden Raum, da wartet Ayaka-san auf euch und wird euch eure Ergebnisse mitteilen." Sie schien noch etwas sagen zu wollen, beließ es jedoch dabei und setzte sich auf das Pult, eine Liste in den Händen. "Ao Himiko."
    Yami schaukelte auf und ab, während er beobachtete, wie die Schüler nacheinander aufgerufen wurden und das Klassenzimmer sich langsam leerte. Der letzte Schultag. Der Hinkétsu grinste. Irgendwie hörte es sich an wie der Anfang einer Horrorgeschichte.
    "Hinkétsu Yami." Fushigi lächelte ihn an. Peinlich genau darauf achtend, nicht zu Nahe an der Riesenfrau vorbeizulaufen, hüpfte der Elfjährige durch die Tür in Richtung der Schulleiterin.

    "Ah, Hinkétsu-kun." Die Frau mit den pinken Haaren schaute ihm entgegen. Yami nickte ihr nur zu, die Hände tief in den Manteltaschen vergraben und die hellen, gelben Augen auf die Lehrerin gerichtet. "Also..." Sie nahm eines der Blätter in die Finger, die vor ihr herumlagen, und warf einen Blick darauf. "Deine Theorieprüfung hätte eindeutig besser sein können, es fehlten viele Informationen, aber die wichtigsten Grundlagen waren vorhanden. Wir haben dir dafür 12 Punkte gegeben." Ihr Gesicht war undurchdringlich, als sie weitersprach. "Die Praxis lag dir da anscheinend viel mehr. Du hast alle Prüfer in der vorgegebenen Zeit gefunden, auch... wenn das ein oder andere wahrscheinlich mehr Glück als Verstand war." Sie lächelte amüsiert. "Und du hast es im vorgegebenen Zeitraum zurückgeschafft. Den einzigen Punktabzug gibt es für das Auslösen der Falle, aber ich denke, damit kannst du leben." Ayaka stand auf, ging an das andere Ende des Zimmers, das Yami bis jetzt nicht beachtet hatte, und nahm etwas von einem der Tische, die dort standen. "Insgesamt hast du bei dem Praxisteil 68 Punkte erreicht, und damit genau die 80 benötigten Punkte, um den Genintitel zu erhalten." Die Frau nickte ihm zu und hielt ihm ein Stirnband hin, mit vier senkrechten Kerben auf dem Metallteil - das Zeichen Amegakures. Yami nahm es aus ihrer Hand und betrachtete es kurz, bevor er realisierte, das er bestanden hatte. Das er jetzt ein Genin war. Und fertig mit der Akademie!~ Der Hinkétsu grinste und schaute die Schulleiterin an. "Wars' das jetzt?" Die Rosahaarige zog die Augenbrauen hoch. "Ja. das wars." Der frischgebackene Genin nickte ihr nocheinmal zu, bevor er sich zum Gehen wandte, das Stirnband fest umschlossen von den blassen Fingern.
    "...."
    Zuletzt bearbeitet: 28. Mai 2015
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  6. Kajiya Midori

    Kajiya Midori New Member

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    Geninprüfung von Kajiya Midori

    Prüfer: Ayaka, Fushigi, Hiragana Kayros

    Theorieprüfung: Schnuckipucki wills wissen!

    Endlich Geninprüfung! Solange hatte Midori auf diesen Tag gewartet! Ab heute würde alles anders werden und ihr Leben eine vollkommen neue Wendung nehmen. Denn nach dem Erhalt ihres Stirnbandes würde sie endlich von ihrer nervigen Großmutter befreit sein und konnte die Welt wie ihr Vater bereisen. Nagut, sie musste dann nebenbei noch irgendwelche ninjatypischen Missionen erledigen, aber das konnte doch eigentlich nicht so kompliziert sein. Ihre Großmutter übertrieb bestimmt wie auch sonst immer maßlos, wenn sie davon redete, dass das Leben eines Ninjas gefährlich war und der Tod an jeder Ecke lauerte. Und so wartete Midori zusammen mit ihren Klassenkameraden nun schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf den Beginn ihrer jeweils individuellen Prüfung. Als dann endlich ihr Name aufgerufen wurde, begab sich die Kunoichi in den Raum für die Theorieprüfung.
    „Fushigi-Sensei!“ rief Midori aufgeregt, als sie ihre große Lieblingslehrerin erkannte und sprang in ihre Arme.
    „Schnuckipucki!“ antworte Fushigi und wirbelte ihre Schülerin mehrmals um die eigene Achse. Dann wandte sich die Kajiya an ihre zweite Prüferin, ihre Lehrerin Ayaka. Die beiden betrachteten sich zuerst mit ernstem Blick, dann verneigte sie sich vor ihrer Lehrerin und sagte ehrfurchtsvoll „Sensei". Mehrere Sekunden verharrte Midori in dieser Position, doch dann musste sie laut anfangen zu lachen und warf sich fast ebenso stürmisch in Ayakas Arme wie sie es zuvor bei Fushigi getan hatte. Sich manchmal wie einer dieser ernsthaften und spießigen Erwachsenen zu verhalten war schon lustig! Zuletzt drehte sich Midori zu dem letzten Prüfer aus dem Trio, einem relativ hoch gewachsenen jungen Mann.
    „Hallo, ich bin Kajiya Midori“ sagte die junge Kunoichi grinsend und umarmte den etwas überraschten Shinobi.
    „Ähm, hallo, ich bin Hiragana Kay-“
    „Oh, du bist ein Hiragana?!“ unterbrach Midori aufgeregt den Chunin.
    „Dann verfügst du über das Sturmauge, ein ganz besonderes Dojutsu!“ rief Midori begeistert, löste sich aus der Umarmung und stellte sich auf die Zehenspitzen, um möglichst genau Kayros Gesicht betrachten zu können.
    „Mh… Deine Augen sehen eigentlich ziemlich normal aus… Müsste nicht…“
    „Vielleicht klärt ihr Beide das später und wir kümmern uns erstmal um deine Prüfung“ sagte Ayaka lächelnd.
    Midori warf Kayros noch einen letzten, prüfenden Blick zu, dann trat sie ein paar Schritte zurück und stellte sich vor ihre Prüfer.
    „Nagut, dann fangen wir mal an! Wie wärs mit ein paar Fragen zu Ninjutsus. Oder noch besser: Warum reden wir nicht ein wenig über besondere Kekkai Genkais?“
    „Leider, leider dürfen sich unsere Prüflinge ihr Thema nicht selbst aussuchen. Doch ich denke, mit dem, was wir für dich vorbereitet haben, wirst du auch ganz gut zurechtkommen. Also, dein heutiges Prüfungsthema lautet ganz allgemein ‚Jutsus‘. Was versteht man darunter? Wie werden sie gewirkt und welche Arten gibt es? Versuche, in deinem Vortrag auch auf Chakranaturen und sonstige Besonderheiten einzugehen, die du in Bezug auf Jutsus kennst.“
    „Jutsus…“ sagte Midori nachdenklich. Eigentlich war Midori nur eine durchschnittliche Schülerin. Doch ihre Großmutter hatte sie schon als kleines Kind immer wieder mit dem Theoriekram genervt, sodass sich das ganze Zeug irgendwann unbewusst in ihr Gedächtnis eingebrannt hatte. Dieses eingehämmerte, unnütze Wissen musste sie jetzt einfach nur automatisch abspulen und noch mit einigen interessanten Zusatzinformationen würzen, die sie den Geschichten ihres Vaters entnehmen konnte. Und außerdem waren Ayaka und Fushigi doch ihre Freunde! Allein deshalb schon konnte sie nicht durch die Geninprüfung fallen! Ruhig und beherrscht begann Midori deshalb ihren Vortrag:
    „Jutsus sind spezielle Techniken, welche nur Shinobi erlernen können. Sie erlauben es, die Grenzen des für normale Menschen Möglichen zu überwinden und teilweise wirken sie in ihrer Anwendung für Außenstehende wie Magie. Je nach Schwierigkeit gibt es verschiedene Ränge, von E wie einfach bis S wie superschwer. Für gewöhnlich kann man jedes Justu einer von drei Kategorien zuordnen: Tai-,Nin- und Genjutsu. Taijutsus werden vor allem im direkten Nahkampf eingesetzt und dienen dazu, dem Gegner durch Ausnutzen der eigenen körperlichen Fähigkeiten physischen Schaden zuzufügen. Für das Ausführen dieser Jutsuart werden im Gegensatz zum Nin- und Genjutsu keine Fingerzeichen benötigt. Es existieren verschiedene Taijutsustile mit unterschiedlichen Philosophien und Weltanschauungen. Zum Beispiel verlassen sich Anwender des Konoha-Taijutsu besonders auf Kraft und Geschwindigkeit und wollen dadurch ihre Gegner möglichst schnell und unnachgiebig ausschalten. Also vor allem etwas für den typischen ‚Hau-drauf‘-Ninja. Ich selber bin ja ein großer Fan des Taiji-Kampftsils. Dabei benötigt man eine vollkommene Körperbeherrschung und konzentriert sich vor allem darauf, gegnerische Attacken zu kontern und abzuwehren. Doch das coolste aller Taijutsus sind die acht inneren Tore. Damit kann man einfach so ohne Probleme unglaublich stark und schnell werden. Man macht dann so…“ sagte Midori enthusiastisch, hob ihre Arme auf Höhe des Gesichtes und ballte ihre Hände zu Fäusten. „Tor der Krrrraaaafffft… aktivieren! Und schon könnte man ohne Probleme ein ganzes Haus mit nur einem Schlag zum Einsturz bringen! Doch das war ja nur ein Tor, es gibt wie gesagt acht Verschiedene und jedes Tor macht einen Ninja noch stärker!“
    Mit leicht säuerlicher Miene verschränkte Midori die Arme hinter ihrem Kopf.
    „Naja, jetzt von den acht Toren zu Genjutsus zu wechseln ist zwar ein ziemlicher Abstieg, weil Genjutsus ja soooo langweilig sind, aber wenn ihr unbedingt was dazu hören wollt… Im Gegensatz zum Taijutsu braucht man beim Gen- ebenso wie beim Ninjutsu Chakra. Dabei handelt es sich um eine körpereigene Kraft, über die jeder Mensch verfügt, aber nur Shinobis lernen, daraus die nötige Energie für ihre Jutsus zu formen. Jedenfalls greift man mit Genjutsus das Gehirn seines Gegners auf psychischer Ebene an und kann ihn dadurch gezielt manipulieren. Beispielsweise kann man dadurch einen Feind lähmen oder ihn mit irgendwelchen fürchterlichen Visionen ablenken. Befreien kann man sich oder seine Freunde nur, indem man kurzeitig den Chakrafluss in seinem eigenen Gehirn oder in dem seines Kameraden unterbricht. Dafür gibt es dann irgendeine Technik mit dem Namen ‚Kurt‘ oder ‚Kai‘, also auf jeden Fall ein kurzer Jungenname, der mit ‚K‘ anfängt“ sagte die junge Kunoichi und gähnte einmal ausgiebig.
    „Wie ich schon sagte: Total langweilig und unnötig das Zeug. Jedenfalls kommen wir jetzt endlich mal zu den wirklich interessanten Sachen: Ninjutsus! Wie schon gesagt braucht man dafür ebenfalls Chakra und unterschiedlich viele Fingerzeichen. Im Gegensatz zu Genjutsus sind die Effekte eines Ninjujutsus normalerweise immer deutlich sichtbar und sehr vielseitig. Dafür konzentriert man sein Chakra und wandelt die dabei kanalisierte Energie anschließend in neu entstandene Objekte oder Elementeffekte um. Allgemein gibt es hierbei 5 verschiedene Elemente: Feuer, Wind, Blitz, Erde und Wasser. Aus dieser von mir aufgezählten Reihenfolge ergibt sich dann, welches Element dem jeweils Anderen überlegen ist. Also Feuer ist Wind überlegen, Wind hat Vorteile gegenüber Blitz und so weiter. Während normalerweise jeder Shinobi diese normalen Elemente erlernen kann, verfügen einige Clans auch über besondere Fähigkeiten. Dabei unterscheidet man zwischen Hidden und Kekkai Genkai. Während Hidden theoretisch jeder erlernen kann, aber von den Clanangehörigen geradezu aufopferungsvoll behütet werden, kann ein Kekkai Genkai wirklich nur von demjenigen gelernt werden, der in diesen Clan hinein geboren wurde. Deshalb bezeichnet man Kekkai Genkai auch als Bluterbe. Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel das unglaubliche Kinzoku Shihai der Kajiya, meines Clans. Dadurch ist es uns möglich Metall beliebig zu verändern und sogar Magnetismus anzuwenden. Ich habe dafür sogar ein Jutsu entwickelt, mit welchem ich das von mir veränderte Metall grün färben kann! Richtig cool, oder? Aber mindestens genauso toll ist es, dass manche Menschen das Glück haben, mit der Fähigkeit für ein Mischelement geboren zu sein. Das bedeutet, dass diese Ninjas zwei der normalen Elemente zu einem vollkommen neuen Element vereinigen können. Ein Beispiel dafür wäre das Mokuton des ersten Hokages, für welches man Wasser und Erde miteinander verbindet. Stellt euch doch nur mal vor, wie genial es wäre, wenn…“
    „Danke…“ unterbrach Ayaka ihren Prüfling. „Ich denke, wir haben genug gehört. Wenn du nun durch diese Tür dort gehen würdest? Jemand wird dich dort in Empfang nehmen und zu der praktischen Prüfung führen.“

    Praxisprüfung: Ey Mann, wo is‘ mein Kunai?!

    „Okaaaayyyy“ sagte Midori langgezogen und etwas zerknautscht. Sie hatte doch gerade erst angefangen und hätte am liebsten noch soviel mehr zu ihrem Bluterbe und den Mischelementen erzählen können. Doch als sie immernoch nachdenklich den nächsten Raum betrat, wurde sie dort auch schon von Ayaka begrüßt.
    „Was zum…“ sagte die grünhaarige Metallbändigerin noch und wollte sich umdrehen, da ihre Lehrerin doch eben noch in dem Prüfungsraum gewesen war und jetzt trotzdem vor ihr stand. Doch die Tür hatte sich schon geschlossen und so stand Midori nun fragend vor ihrem Sensei.
    „Du weißt doch, was ich euch immer im Unterricht gesagt habe… Ein Ninja verrät seine Tricks nicht. Wenn du mir nun bitte folgen würdest“ sagte Ayaka und lächelte geheimnisvoll. Schweigend folgte Midori ihrer Lehrerin und dachte darüber nach, wie genau dieser Trick funktionieren sollte. War sie etwa so schnell, dass sie blitzartig die Position wechseln konnte? Oder handelte es sich hierbei um soetwas wie ein Teleportationsjutsu? Wobei das alles aber nur wenig Sinn machte, da eigentlich genau jetzt die nächste theoretische Prüfung mit Ayaka als Prüferin stattfinden sollte. Doch trotzdem führte ihre Lehrerin sie hier seelenruhig und vollkommen gelassen zu dem Ort ihrer praktischen Prüfung, so als ob das überhaupt keine Rolle spielen würde. Zumindest konnte Midori ausschließen, dass es sich bei der Ayaka vor ihr um einen Doppelgänger handelte, da das Double, welches man mit Hilfe des Bunshin no Jutsu erschuf, ziemlich primitiv war und noch nicht mal reden konnte.Nach kurzer Zeit hielt Ayaka an einem Pfand an, der in einen Wald hineinzuführen schien.
    „Okay, der Praxistest ist ein Versteckspiel, bei welchem du mich, Fushigi und Kayros in diesem großen, unübersichtlichen Waldstück mit jeweils fünf anderen Geninanwärtern finden musst, welche sich aber von anderen Startpunkten in den Wald hineinwagen müssen.“
    Denn anstatt zuerst alle Prüflinge dem Theorietest zu unterziehen und dann den Praxistest für alle gemeinsam zu starten, hatten die Prüfer entschieden, dass immer kleine Gruppen in den Wald geschickt werden sollten. Dadurch konnten theoretische und praktische Prüfung parallel abgehalten werden. Um sich an zwei Orten gleichzeitig aufhalten zu können, hatte jeder aus dem Trio mehrfach das Kagebunshin no Jutsu angewandt, sodass sich ihre Doppelgänger im Wald versteckten, während die echten Prüfer den Theorietest durchführten.
    „Du bist die letzte Teilnehmerin in dieser Gruppe, da alle anderen schon vor dir ihre theoretische Prüfung absolviert haben und nur noch auf dich gewartet haben. Von daher kann es eigentlich sofort losgehen. Oder hast du noch irgendwelche Fragen?“
    „Öhm… nein, eigentlich nicht…“
    „Gut, du hast fünfzehn Minuten Zeit. Viel Erfolg!“ sagte Ayaka, formte ein Fingerzeichen und lies dann einen großen Blitz aus ihrer Hand in den Himmel entweichen, was wohl offensichtlich soetwas wie ein Startschuss sein musste. Ohne sich noch um ihre Lehrerin zu kümmern, stürmte Midori in den Wald und sprang schon bald von einem Ast zum nächsten. Ihre Augen wanderten dabei etwas ziellos umher und fast wäre sie auch noch mit einem Wespennest zusammengestoßen. Denn eigentlich wusste die Kajiya nicht so richtig, worauf sie eigentlich achten und wo genau sie nach ihren Prüfern suchen sollte. Naja, irgendwas würde sich schon wie auch sonst ergeben. Also, wo würde ich mich wohl verstecken, wenn ich ein Lehrer wäre…? Irgendwann dann kam die grünhaarige Kunoichi in einen Waldabschnitt, wo das Holz zunehmend dichter wurde und ein Durchkommen nur noch schwer möglich war. Zum Glück fand Midori einen Pfad, der so aussah, als ob er erst vor kurzem freigelegt worden war. Das wäre eigentlich das ideale Versteck für einen Lehrer… Nach kurzer Zeit sah die Kajiya von weitem eine Lichtung, auf der sich ein einzelner Baum befand. Als Midori dann näher kam, sah sie eine kurze Bewegung hinter dem Baum und mehrere weiße Haarsträhnen in dem plötzlich aufkommenden Wind flattern. Das konnte doch nur… „Fushigi!“ rief Midori freudestrahlend und stürmte auf ihre Lehrerin zu. Doch plötzlich gab es einen Ruck und mit einem Schrei wurde die Metallbändigerin nach oben gerissen und befand sich in einem Fangnetz.
    „Och, da ist mir wohl ein kleines Schnubbelchen in die Falle gegangen“ sagte Fushigi lachend und kam hinter dem Baum hervor.
    „Du hast mich zwar gefunden, aber da du die Falle ausgelöst hast, muss ich dir leider ein paar Punkte abziehen.“
    Verflucht, dachte Midori und wollte sich mit einem Kunai aus ihrer Tasche befreien. Doch ihre Hand griff ins Leere. Was zum… Wo ist meine Tasche? Habe ich die etwa unterwegs verlo… Oh nein, bitte nicht…
    Denn gerade eben war der Kajiya aufgefallen, dass sie heute Morgen wegen der anstehenden Prüfung vollkommen vergessen hatte, jegliche Ninjawerkzeuge mitzunehmen, vom einfachen Kunai bis hin zu den Schrftrollen, in welchen ein wenig Metall für den Notfall versiegelt war.
    „Ähm… Fushigi… kannst du mir mal kurz helfen, hier wieder runterzukommen…“
    „Hast du denn kein Kunai oder einen anderen scharfen Gegenstand, um dich zu befreien?“
    „Hab ich zuhause vergessen…“
    „Nagut!“ antwortete Fushigi gut gelaunt und warf ein Kunai auf das Seil, an welchem das Netz befestigt war. Mit einem weiteren Schrei landete Midori wieder unsanft auf dem Boden und nachdem sie sich den Staub von Kleidern geklopft hatte, bedankte sie sich für die Rettung und machte sich wieder auf den Weg.
    „7 Minuten sind bereits vergangen, also wenn du noch nicht alle gefunden hast, dann beeil dich!“ rief Fushigi ihrem Schützling noch hinterher.
    Inzwischen hatte Midori vollkommen die Orientierung verloren und wusste nicht mehr genau, wo sie eigentlich war beziehungsweise auf welchem Weg sie hierhergekommen war. Etwas ziellos irrte sie deshalb durch Wald, bis sie plötzlich ein „Huhu, Midori“ hinter sich hörte. Überrascht blieb Midori stehen und drehte sich um. „Kyo!“ rief die Kajiya freudig und umarmte den plötzlich aufgetauchten Jungen. Kyo war ebenso alt wie Midori und einer ihrer Mitschüler aus der Akademie. Die Metallbändigerin fand es besonders lustig, dass Kyo immer einen knallroten Kopf bekam, wenn sie ihn zur Begrüßung umarmte. Auch wenn sie nie den Grund für diese Reaktion verstanden hatte…
    „Ich wusste garnicht, dass du auch bei dieser Teilnehmerrunde dabei bist! Wie läufts bei dir? Hast du schon alle Lehrer gefunden?“
    „Nur einen bisher. Und die Zeit wird langsam knapp… Ich fürchte, ich werde bei dieser Prüfung versagen…“
    „Ach, gibt nicht auf!“ sagte die Kunoichi und blickte nach oben, da sie von dort ein summendes Geräusch gehört hatte. Dessen Ursprung war das Wespennest, mit welchem Midori vor kurzem fast schon kollidiert war.
    „Mist, hier war ich doch schon mal. Naja, egal. Wo hast du denn einen der Senseis gefunden? Ich bin nämlich schon Fushigi begegnet.“
    „Ähm… Ich habe Kayros gefunden… Aber… dürfen wir uns denn gegenseitig helfen?“
    „Ist doch egal, dass bekommt doch sowieso niemand mit! Also, wenn du dich irgendwie weiter in diese Richtung da bewegst, dann wird der Wald immer dichter. Dann musst du nur einen Pfad suchen und ihm solange folgen, bis du zu einer Lichtung kommst. Dort versteckt sich Fushigi, aber pass auf, da ist eine doofe Falle, in die ich auch schon gestolpert bin.“
    „Mh… nagut… Von hier aus in westlicher Richtung befindet sich ein kleiner See. Darin versteckt sich Kayros und atmet im Wasser durch einen auffälligen Strohhalm.“
    „Okay dann los, wir müssen uns beeilen“ sagte Midori und war schon wieder losgelaufen. Doch dann blieb sie stehen und blickte nochmal hoch zu dem Wespennest.
    „Warte noch kurz! Findest du nicht auch, dass dieses Wespennest da oben irgendwie merkwürdig aussieht!“
    „Was genau meinst du?“
    „Na schau doch mal genau hin! Die Wespen bewegen sich doch garnicht und es scheint so, als ob sie in der Luft stehen würden.“
    „Jetzt wo du es sagst…“
    „Ayaka-sensei, bist du das?!“
    Von oben war plötzlich eine bekannte Stimme zu hören.
    „Ja ich bin es, ihr habt mich gefunden, jetzt aber schnell, es sind schon 14 Minuten vorbei!“
    „Oh verdammt! Viel Glück!“ rief Midori und rannte in die Richtung los, die Kyo ihr gezeigt hatte. Dabei fragte sie sich im Stillen, ob es vielleicht wirklich verboten war, sich gegenseitig Tipps bei der Suche zu geben. Denn immerhin hatte Ayaka ihr Gespräch die ganze Zeit belauscht... Gleichzeitig musste sie aber auch schmunzeln. Denn entweder war es ziemlich genial oder aber total bescheuert, auf die Idee zu kommen, sich als Wespennest zu tarnen. Als sie dann endlich an dem See angekommen war, fiel es ihr relativ leicht, den im Schilf relativ auffälligen Strohhalm zu finde. Man musste nur wissen, wonach man suchen sollte.
    „Kayros! Ich hab dich gefunden! Du bist da in dem See und atmest durch einen Strohhalm!“
    Aus dem Wasser erhob sich ein ziemlich durchgeweichter Kayros und grinste.
    „Gut, du hast mich. Und vielen Dank, dass du einfach nur gerufen hast, die meisten Scherzbolde haben nämlich den Strohhalm verstopft und gewartet, bis ich nach Luft schnappend aus dem Wasser gesprungen kam. Dafür bekommst du einen Extrapunkt von mir!“

    Später am selben Tag hatte sich Midori wieder in dem Raum eingefunden, wo auch schon ihre mündliche Prüfung stattgefunden hatte. Neugierig wartete sie auf ihr Ergebnis.
    „Also Midori, kommen wir jetzt zu deiner Bewertung. Bei der theoretischen Prüfung war es schon beeindruckend, wieviel du uns zu dem Thema ‚Jutsus‘ erzählen konntest. Du hast da mehr erzählt als wir eigentlich erwartet haben. Jedoch hast du viel zu häufig deine persönliche Meinung in den Vortrag einfließen lassen. Es ist zwar zum Beispiel schön zu wissen, dass du Genjutsus nicht magst und auch schon ein eigenes Jutsu entwickelt hast, aber soetwas war wie auch gewisse andere Teile deines Vortrags nicht gefragt. Das hat auch etwas mit Effizienz zu tun. Als Shinobi musst du häufig in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen und hast dann keine Zeit, einfach alles durchzugehen, was du weißt. Denn du kannst noch soviel wissen und unendlich viele Jutsus erlernt haben, aber wenn du nicht lernst, dich an der entsprechenden Stelle für die richtigen Worte und Taten zu entscheiden, wirst du irgendwann Probleme bekommen. Deswegen geben wir dir für die theoretische Prüfung 27 von 30 möglichen Punkten.“
    „Yay!“ rief Midori und klatschte ihre Hände zusammen. Die geäußerte Kritik hatte sie zwar nicht ganz verstanden, aber bei 27 Punkten konnte es ja nicht ganz so schlimm sein.
    „Und jetzt zur praktischen Prüfung. Zunächst einmal ist es gut, dass du uns alle gefunden hast. Aber leider hast du 19 Minuten anstatt der geforderten 15 Minuten benötigt. Dafür müssen wir dir leider ein paar Punkte abziehen. Etwas enttäuscht waren wir außerdem davon, dass du Fushigis Falle ausgelöst hast und dich dann nicht allein aus dem Netz befreien konntest. Denn deine Ausrüstung zu Hause zu vergessen ist ein ziemlicher Anfängerfehler, der dir bei einer richtigen Mission besser nicht passieren sollte. Dass du und Kyo euch gegenseitig geholfen habt, sehen wir als Teamwork und relativ neutral, da ihr es nicht übertrieben habt. Insgesamt geben wir dir somit 53 Punkte.“
    Vor Freude sprang Midori in die Luft.
    „Zusammenfassend kommst du damit auf 80 Punkte. Herzlichen Glückwunsch zu deinem Titel als Genin!“

    Am Nachmittag versammelten sich dann alle Genin, die bestanden hatten, vor der Akademie. Nach und nach wurde jeder nach vorne gerufen und als Midori dann endlich ihr Stirnband in ihren Händen hielt, war das einer der glücklichsten Momente in ihrem Leben.

    [OC: Danke an Rodo für die Idee mit dem Wespennest :-D]
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2015
  7. Yuudari Yuki

    Yuudari Yuki Member

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    GENINPRÜFUNG
    ۰•●Yuudari Yuki●•۰


    Prüfer:
    Ayaka
    Fushigi
    Iwamoto Yuto

    Andere:
    Yui Mitsuki
    Yuudari Yuzuki
    NPCs
    ominöser Junge


    ⊹⊱PROLOG⊰⊹
    - Einschlafen ist schwer ~ aufstehen umso mehr -

    Schlaf war wichtig für den Körper, aber auch für die Seele. Gerade vor einer so wichtigen Prüfung sollte man ausgeschlafen sein um am nächsten Tag Höchstleistungen erbringen zu können. Doch Yuki hatte vor Aufregung kaum ein Auge zugemacht und als sie endlich eingeschlafen war, riss sie ein Albtraum wieder aus dem Schlaf. Der Traum hing ihr noch etwas nach und steigerte ihre Nervosität - sie konnte es selbst kaum glauben. Morgen würde es soweit sein, endlich würde sie de Geninprüfung bestreiten und sich beweisen können. Der Yuudari-clan setzte große Hoffnungen in sie, auch wenn Yuzuki darum bemüht war Yuki keinen weiteren Druck zu vermitteln. Die engagierte Special-Jonin kannte ihre Schülerin inzwischen und wusste auch so, dass sich die junge Yuudari selbst den größten Druck machte. Immer wollte sie die Beste sein und mit Glanzleistungen strahlen um zu zeigen, dass sie eine hervorragende Kunoichi sein würde. Sie wollte dem Clan keine Schande bereiten, wollte ihre Lehrer in der Akademie stolz machen und hatte auch unter ihren Klassenkameraden einen Ruf zu verteidigen. Tatsächlich musste sie niemanden etwas beweisen, doch Yuki lag viel daran, dass man ein gutes Bild von ihr erhielt und dies auch hoffentlich auf ihren Clan zurückführte. Yuzuki war stolz auf sie, sorgte sich jedoch auch um sie. Wie lange würde es gut gehen, wenn sie sich immer so viel abverlangte? Doch Yuki war fest entschlossen, sie war stark und sie würde ihrem Vater beweisen, dass er sie nicht gebrochen hatte. Ganz im Gegenteil: er hatte sie nur stärker werden lassen! Fest entschlossen ihren Clan nicht zu enttäuschen und die höchste Punktzahl zu erreichen, die vollen 100 Punkte, las sie sich noch einmal ihre Notizen durch. Ihre Notizen waren Schlagworte aus den vergangenen Unterrichtseinheiten, die ihr halfen ihr Wissen wieder aufzurufen. Einzelheiten und Zusammenhänge fielen ihr recht schnell wieder ein. Wenn sie merkte, dass es hier und da noch haperte, nahm sie die entsprechenden Notizen von einem anderen Stapel, die nach den Oberbegriffen sortiert waren. Hier fand sie nochmal das eine oder andere Detail aufgelistet. Sie hatte sich so penibel auf die Prüfung vorbereitet, es durfte einfach nichts schief gehen! Dennoch wurden langsam ihre Augenlider schwer. Sie ließ ihren Blick über die Stichworte gleiten, sprach die Schlagworte leise zu sich selbst, ehe ihr Kopf langsam auf den Schreibtisch sank. Erschöpft schlief sie ein, noch immer die Schlagworte vor sich hin säuselnd. Inzwischen konnte sie die Liste auswendig.

    Als ihre Zimmertür mit einem gewaltigen Rums aufgeschlagen wurde, fuhr die fleißige Schülerin vor Schreck zusammen und riss die müden Augen auf. Irritiert blinzelt sah sie nach der Quelle des Lärms, obwohl sie sich schon denken konnte, wer dahinter steckte: Yui Mitsuki, ihre beste Freundin und Mitbewohnerin. "Yuuuuukiiiiiiiiii-chaaaaaaaaan!" rief der niedliche Wirbelwind panisch und stürmte auf Yuki zu. Sie packte die Schwarzhaarige bei den schmalen Schultern und schüttelte sie kräftig durch: "Yuki-chan, Yuki-chan, Yuki-chan ~" ihre Stimme überschlug sich und sie begann vor Aufregung zu fiepen, während sie mit den Armen wedelte. Immerhin hatte sie von Yuki abgelassen und diese konnte erstmal herzhaft gähnen. Natürlich nicht ohne sich ganz damenhaft die Hand vor den Mund zu halten. "Guten Morgen, Mitsuki-chan." grüßte sie ihre Freundin danach mit einem schwachen Lächeln und streckte sich erstmal. "...au!" vor Schmerz zischend strich sie sich über den steifen Nacken. Die ungeplante Übernachtung am Schreibtisch hatte ihrem Körper scheinbar ebenso wenig gefallen wie ihr selbst. Missmutig betrachtete die Schwarzhaarige ihre Notizen. Sie hatte doch noch lernen wollen...wie hatte sie da einschlafen können? "Du alte Streberin!" schimpfte Mitsuki und boxte ihrer Freundin gegen die Schulter. "Hast du wieder die ganze Nacht gelernt?!" tadelte sie und stemmte ihre Hände in die schmale Hüfte. Yuki seufzte und fuhr sich durch die langen Zöpfe, während sie nach der Uhrzeit spähte. "Was zum...?!" entfuhr es ihr erschrocken, als ihr bewusst war, dass sie zu allem Überfluss auch noch verschlafen hatte. Sie hatten kaum noch Zeit. "Ihr solltet euch beeilen. Es bleibt nicht mehr viel Zeit." sprach Yuzuki mit der ihr üblichen, sanften Strenge. Yuki schauderte beim Klang ihrer Stimme. Die Special-Jonin lehnte im Türrahmen und hatte die Arme verschränkt, während auf ihren Lippen ein verständnisvolles Lächeln lag. "...Yuzuki-sensei" flüsterte Yuki mit zitternden Irden. Sie konnte nicht glauben, dass ihre Lehrerin für die Claninternen Belange extra vorbei gekommen war. Bei dem Anblick ihres überraschten Gesichts musste Yuzuki unwillkürlich kichern. "Yui-chan? Bist du so lieb und machst Yuki etwas zum Frühstücken, dass sie auf dem Weg zur Akademie zu sich nehmen kann?" Mitsuki fuhr herum und salutierte mit einem breiten Grinsen: "Wird gemacht!" verkündete sie fröhlich und stürmte in die Küche. Yuki wusste gar nicht recht wie ihr geschah und sah ihrer Freundin nach. Als sie realisierte, dass diese gewillt war ihr zu helfen, musste auch Yuki leise kichern. Sie war wirklich froh über ihre Freundin und ihr erfrischendes, lebensfrohes Wesen. So anstrengend sie auch sein konnte, so sehr vermochte sie es auch Yuki mit ihrer guten Laune anzustecken und aufzumuntern. Langsam senkte sich Yukis zierliche Hand, als ihre Lehrerin vor sie trat und sie skeptisch beäugte. Als die schöne Frau ihre Hand hob, zuckte Yuki reflexartig zusammen. Durch die Zeit bei ihrem Vater rechnete sie mit Schlägen, weil sie nicht geschlafen und damit nicht gehorcht hatte. Doch stattdessen legte sich Yuzukis Hand behutsam auf die schwarze Haarpracht und strich sanft über ihren Kopf. "Ist schon gut..." raunte die Special-Jonin und lächelte mild. Yuki schauderte, während sich ihre roten Augen geweitet hatten - oder besser gesagt, ihr eines, rotes Auge und ihr blindes, weißliches. Ihre Irden zitterten fassungslos ob dieser sanften Geste. "Das heutige Ergebnis spielt keine Rolle. Ich weiß wozu du fähig bist." versuchte sie ihrer Schülerin etwas von dem Leistungsdruck zu nehmen. Doch Yuki schloss nur die Augen und als Yuzuki ihre Hand zurückzog, schüttelte die junge Yuudari bedächtig ihr schwarzes Haupt. "Danke...aber..." sie hielt inne. Es fühlte sich falsch an ihrer engsten Vertrauten neben Mitsuki zu widersprechen. "...nur mein Bestes zu geben wäre nicht genug." erklärte die Schülerin und hob ihren Kopf. Sie lächelte zuversichtlich und fest von ihren eigenen Vorsätzen überzeugt. "Ich werde dich nicht enttäuschen!" verkündete sie mit einem Lächeln und erhob sich von ihrem Schreibtisch um zu einem etwas abseits stehenden Stuhl zu eilen, wo sie die Kleidung ihrer Wahl positioniert hatte. Bereits seit Verkündung des Prüfungstermins hatte sie sich Gedanken darüber gemacht was sie heute anziehen würde und die Sachen bereits heraus gelegt. Yuzuki seufzte resignierend und wandte ihren Blick den Notizen ihres Schützlings zu. Nachdenklich fuhren ihre Fingerspitzen über das Papier. Es hatte bereits diverse Falten und deutliche Spuren seines häufigen Gebrauchs. "Ach Yuki-chan..." raunte sie besorgt und sah zu wie ihr Sorgenkind gerade in ihr Kleidchen schlüpfte. Kurz bevor sie das tat, hatte Yuzuki noch einen Blick auf das schwarze Top und die Shorts werfen können, die sie über ihre Strumpfhose gezogen hatte. Die Yuudari war jedes Mal aufs Neue fasziniert, dass dem jungen Mädchen die ganzen Klamotten nicht zu warm oder umständlich wurden. Doch sie schien diese Klamotten sehr zu lieben und...sie standen ihr ja auch ausgezeichnet. Das Kleid ihrer Wahl war wie immer schwarz, doch mit diversen Rüschen und Spitze verziert. Der Rock besaß mehrere Schichten und war dadurch richtig bauschig. Die Jonin konnte nicht anders als sich zu fragen, ob da der Ansô noch drüber passen würde. Zu ihrem Erstaunen tat er es. Auch wenn er nun unten herum etwas Abstand und nicht ganz geschlossen war. Man konnte die Schleifchen und anderen Spielereien des Rockes noch erkennen. Eilig öffnete Yuki ihre Zöpfe und wollte zur Haarbürste greifen - doch Yuzuki kam ihr zuvor und begann damit ihre Haare zu kämmen.


    "Ich bin sehr stolz auf dich, Yuki-chan." erklärte die Lehrerin mit sanfter Stimme und einem Lächeln, das verriet, wieviel ihr an dem jungen Mädchen lag. Yuki konnte sie im Spiegel sehen und eine leichte Röte stahl sich auf ihre sonst so blassen Wangen. Sie schlug den Blick nieder und vergrub ihre Hände in den Stoff ihres schwarzen Gewandes. Gerade weil Yuzuki es ernst meinte, überforderte es das junge Ding. Sie wusste nicht, was sie antworten sollte, wie sie sich verhalten sollte. "I-ich..." begann sie unsicher und schluckte um ihren Mut zusammen zu nehmen. "Ich muss jetzt wirklich los." erklärte sie eilig und stand auf. Beim Gehen schnappte sie sich zwei Haarbänder mit roten Rosen als Applikationen. Mit ihnen würde sie ihre Zöpfe auf dem Weg binden. "Bis später, Yuzuki-sensei." rief sie ihrer entfernten Verwandten noch zu, während sie in ihre Stiefel schlüpfte. Mitsuki war gerade erst fertig geworden mit ihrem liebevoll hergerichteten Bento. "Yuuukiiii-chaaaaan! Waaaaarte!" rief sie hektisch, stopfte ihre Bentos in ihre Tasche und eilte ihrer Mitbewohnerin nach. Yuzuki blieb allein in der Wohnung zurück und seufzte schwer, ehe sie die Arme verschränkte. "Na, wenn das mal gut geht..." bemerkte sie, eher besorgt um Mitsuki. Sie hatte keinen Zweifel daran, dass Yuki die Prüfung bestehen würde. Doch sorgte sie sich darum, wie sie damit umgehen würde, falls sie nicht die volle Punktzahl erreichen würde... "Yuuukiiii-chaaan!" rief Mitsuki ein letztes Mal genervt, ehe sie ihrer Freundin zielsicher die Tasche mit den Bentos an den Kopf warf. "Auu!! Spinnst du?!" entfuhr es Yuki, deren Nerven blank lagen. Yuzukis Worte hatten sie völlig durcheinander gebracht. "Es ist unhöflich einfach abzuhauen." tadelte Mitsuki und blähte beleidigt die Wangen auf. Yuki seufzte, sie wusste, dass sie sich sehr schlecht benommen hatte. "Ich weiß..." gestand sie mit niedergeschlagenem Blick ein und strich ihre langen Zöpfe entlang. Geübt wie sie war hatte sie in Windeseile zwei exakte Zöpfe gebunden und ihre Haarbänder so positioniert, dass die Rosen auf den Bändern thronten und so die junge Yuudari schmückten. Mitsuki schnalzte missmutig mit der Zunge und konnte sich schon denken, warum Yuki fluchtartig die Wohnung verlassen hatte. Sie kannte ihre Freundin gut genug um nicht weiter darauf herum zu reiten und sammelte ihre Tasche wieder auf um Yuki das Bento zu reichen. "Iss wenigstens etwas, sonst macht mich Yuudari-san einen Kopf kürzer." die Brünette schauderte nur beim Gedanken daran und verzog das Gesicht. Mitsuki hatte nicht vor vielen Respekt, doch irgendwie hatte es Yuzuki gleich zu Beginn geschafft, dass es Mitsuki fern lag sie zu verärgern. "Sie hatte trotz ihrer freundlichen Art etwas unheimliches an sich, wie alle Yuudari." erklärte das süße Mädchen und biss sich leicht auf die Unterlippe, ehe sie sich vorbeugte und ihrer Freundin ein breites Lächeln schenkte, die sich gerade eine Weintraube zwischen die Lippen schob: "Nur du bist nicht unheimlich, Yuki-chan." gestand sie ihrer Freundin, woraufhin Yukis Mundwinkel nach oben zuckten. Irgendwie drückte sie dabei jedoch ihre Zunge nach vorn und brachte die Weintraube überraschend zum Platzen. Ungewollt spritze der Traubensaft zwischen ihren Lippen hervor. Zum Glück hatte der Saft einen solchen Schwung drauf, dass nichts auf ihrem Kleid landete. Geschockt hielten beide Mädchen inne, ehe Mitsuki in schallendes Gelächter ausbrach. "Wehe du erzählst jemanden davon!!" drohte Yuki und warf ihrer Freundin nun ihrerseits das inzwischen wieder geschlossene Bento an den Kopf. Es hinderte sie jedoch nicht daran, weiter zu lachen und zu feiern, dass sich die große Yuki auch mal blamieren konnte. Zu schade, dass es niemand außer ihr gesehen hatte. Der Ärger über die Schadenfreude ihrer Mitsuki währte jedoch nicht lange, ganz im Gegenteil. Das herzliche Lachen ihrer Freundin stimmte auch Yuki fröhlich und ließ sie ihre Anspannung für einen Moment vergessen. "Danke...Mitsuki-chan."


    ⊹⊱ERSTER TEIL DER PRÜFUNG: DIE THEORIE⊰⊹
    - Die Sache mit den verdrehten Fingern und wie man nicht von Bäumen fällt -

    Der jungen Yuudari stand ganz und gar nicht der Sinn nach Frühstück, obwohl ihr Magen lautstark über den Umstand meckerte, dass sie auf dem Weg in die Akademie lediglich ein bisschen Obst und ein paar Früchte genascht hatte. Sie war so aufgeregt, dass ihr Bauch Purzelbäume schlug und das obwohl sie sich so gut auf den heutigen Tag vorbereitet hatte...! Gerade in der theoretischen Prüfung würde sie glänzen können: die Theorie war ihr Steppenpferd. Tatsächlich machte ihr eher die praktische Prüfung Sorgen. Sie empfand es als ungerecht, dass dieser so viel mehr Punkte zugerechnet wurden, als der theoretischen. Anders herum verstand sie den Sinn dahinter: Welchen Sinn hatte ein Shinobi, wenn er in der Theorie gute Ergebnisse erbrachte, aber in der Praxis nicht einzusetzen war? Wieder knurrte ihr Magen lauthals. ...bitte lass mich nicht einer dieser Fälle sein. flehte sie innerlich. Wenn in der Praxisprüfung Wert auf die körperlichen Leistungen der Schüler gelegt wurde, hatte sie schlechte Karten. "Yuudari Yuki?" fragte ein Prüfungsgehilfe und riss Yuki aus ihren Gedanken "Ja!" entfuhr es ihr direkt und sie erhob sich automatisch in eine aufrechte, gerade Position, während sie ihrem Gegenüber in die Augen sah. "Folge mir bitte." bat der Gehilfe. Yuki nickte und folgte ihm wie befohlen. An der Tür zum Prüfungsraum bedankte sie sich bei ihm, als dieser ihr die Tür öffnete und sie hinter ihr wieder schloss. Yukis Haltung war wie üblich gerade und sprach von einer gewissen Selbstsicherheit. Flüchtig warf sie einen Blick auf die Prüfer: Fushigi-sensei, Ayaka-sensei und ... ein junger Mann? Sie wunderte sich über den Rotschopf, ließ sich ihre Verwunderung jedoch nicht anmerken. Stattdessen lächelte sie freundlich und deutete eine höfliche Verbeugung an. "Guten Morgen." grüßte sie mit fester, doch sanfter Stimme. "Yuki-Schnurzelchen!" grüßte sie Fushigi fröhlich. Yuki mochte die Lehrerin sehr. Nicht zuletzt, weil sie sich irgendwie vorstellen konnte, dass Mitsuki eines Tages wie sie sein könnte...sie waren sich doch sehr ähnlich. Außerdem schätzte Yuki es, welche Stärke die gebräunte Frau besaß und wie sehr ihr ihre Schüler am Herzen lagen. "Fushigi-sensei." grüßte sie ihre Lieblingslehrerin mit einem ehrlichen, fröhlichen Lächeln. Doch es wäre ausgesprochen unhöflich nur eine der Prüferinnen mit Namen zu begrüßen. "Ayaka-sensei." grüßte sie nun auch die zweite Lehrerin mit einem Lächeln. Bei dem dritten im Bunde musste sie jedoch stocken. "Iwamoto Yuto" stellte sich der Rotschopf vor. Er schien freundlich zu sein. Yuki deutete ihm gegenüber eine Verbeugung an. "Yuudari Yuki..." stellte sie sich ihm nun auch persönlich vor und lächelte dabei süß. "Ich freue mich sehr Sie kennenzulernen." sie nickte im bedächtig zu und Fushigi grinste breit: "Ja,ja. So ist sie, unsere kleine Prinzessin." bemerkte die Lehrerin wohlgesinnt und nickte ihrer Schülerin aufmunternd zu. "Nun...beginnen wir mit der mündlichen Prüfung. Dieser Teil der Prüfung fragt nach deinem theoretischen Wissen, es sind maximal 30 Punkte zu erreichen. Die restlichen 70 Punkte gilt es in der folgenden, praktischen Prüfung zu erlangen. Um die Geninprüfung zu bestehen und dein Stirnband in Empfang nehmen zu können, benötigst du mindestens 80 Punkte." erklärte Ayaka seelenruhig. Yuki hörte geduldig zu, obwohl es ihr längst bewusst war. "Hast du noch Fragen, Liebchen?" fragte Fushigi und hob leicht die Brauen. Yuki verneinte mit einem kurzen, eleganten Kopf schütteln. "Nein...danke, Fushigi-sensei."

    "Nun gut... dann erzähl uns doch bitte, was du über Jutsus gelernt hast. Was sind Jutsus? Wie werden sie gewirkt? Welche Arten gibt es? Was hat es mit den einzelnen Chakranaturen auf sich? Welche Besonderheiten gibt es?" in Ayakas Augen lag ein Glanz, wie bei einer Raubkatze, die gerade ihre Beutetier stellte. Yuki stand da, wie angewurzelt. Nun wirkte sie wirklich wie eine hübsche Puppe, die man einfach nur zur Dekoration aufgestellt hatte. Während man ihr äußerlich nichts ansehen konnte, rasten die Gedanken in ihrem Kopf: die gelernten Schlagwörter überschlugen sich förmlich und im ersten Moment rasselte so viel auf sie ein, dass sie das Gefühl hatte erschlagen zu werden. Einen Moment herrschte Schweigen und Fushigi sah besorgt zu ihrer Musterschülerin, die sonst nie um eine Antwort verlegen war. Yuki schluckte, ehe sie tief ein und aus atmete um sich zu beruhigen. Begleitet von einem sanften, schmalen Lächeln lockerte sich ihre Körperhaltung etwas. "Als Jutsu werden spezielle Techniken bezeichnet, die nur von Ninja angewandt werden können. Der Grund dafür liegt darin, dass diese Künste durch das Chakra eines Menschen aktiviert werden müssen und diese Aktivierung des Chakra erst erlernt werden muss. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Chakra zu aktivieren, doch gründen sie die Voraussetzung um ein Jutsu überhaupt wirken zu können. In der Regel greift man auf Fingerzeichen zurück, die auf den zwölf chinesischen Tierzeichen basieren und unterschiedlich kombiniert werden können um damit das gewünschte Jutsu zu wirken." Yukis Stimme war angenehm, sie sprach ruhig und variierte geschickt mit ihrer Tonlage um ihren kleinen Vortrag interessant zu halten. Sie machte auch immer wieder kurze Pausen um das Gesagte auf die Zuhörer wirken zu lassen. ...es würde zu weit führen jetzt weiter auf Chakra einzugehen. Das Thema ist Jutsu und daran sollte ich mich halten. zumindest versuchte sie es. Sie lächelte kurz, ehe sie fortfuhr: "Dabei gibt es jedoch auch Ausnahmen: Taijutsu bedürfen keiner Fingerzeichen, sondern sind auf die körperliche Kraft ausgelegt. Beim Taijutsu wird das Chakra durch die körperliche Kraft gebildet. Es gibt verschiedene Taijutsustile, sodass jeder seine individuellen Stärken nutzen und einen eigenen Stil entwickeln kann - vorausgesetzt, man besitzt die entsprechenden, körperlichen Fähigkeiten." Bei Taijutsu hielt sie sich recht kurz und innerlich hoffte sie, dass man ihr dafür keine Punkte abziehen würde. Yuki hatte sich natürlich über Taijutsu informiert, doch dank ihrer Unfähigkeit zum Taijutsu war ihr dieses Thema eher unangenehm und sie wollte sie so kurz wie möglich halten. "Während man sich beim Taijutsu auf den Körper konzentriert, greift man mit Genjutsu den Geist des Gegners an. Man erschafft Illusionen, spielt mit der Wahrnehmung von Außenstehenden, indem man das Chakra im Hirn des Gegners manipuliert. Die Kunst des Genjutsu bedarf Chakra und kann auch sehr Chakra zerrend sein, je nach Ausmaß der geschaffenen Täuschung. Es ist schwer ein Genjutsu zu erkennen, geschweige denn zu brechen. Um dies zu erreichen muss man in der Lage dazu sein den Chakrafluss zum eigenen Hirn zu unterbrechen umso die Wirkung des Genjutsu aufzuheben." ....oder man ist ein Yuudari und kann das Shinshin Seki aktivieren um ein Genjutsu zu durchschauen. "Die Kontrolle des eigenen Chakras ist elementar, wenn man Ninjutsu wirken möchte." kam sie nun auf die dritte Jutsuart zu sprechen. "Ninjutsu bezeichnen im Grund alle Jutsuarten, die mit Chakra gebildet werden, reale Auswirkungen auf die Umwelt haben und es dem Anwender damit ermöglichen etwas Übernatürliches zu wirken. Es gibt Ninjutsu ohne Element oder auch solche, die für die Medizin angewandt werden können und in der Lage dazu sind Wunden zu heilen oder umfassende Diagnosen zu stellen. Es gibt aber auch Ninjutsu, die an Elemente gebunden sind. Ob ein Ninja in der Lage dazu ist ein bestimmtes Ninjutsu zu wirken, ist davon abhängig, welche Natur sein Chakra besitzt. Es gibt vier Chakranaturen: Fuuton, das Windelement, Suiton, das Wasserelement, Doton, das Erdelement, Raiton das Blitzelement und Katon, das Feuerelement." Yuki bemerkte ein leichtes Schmunzeln von Seitens des rothaarigen Fremden, doch versuchte sie sich davon nicht beirren zu lassen und sah wie gewohnt selbstsicher zwischen den Prüfern hin und her um sich ihre Aufmerksamkeit zu sichern.

    "Jeder Ninja besitzt jedoch nur zwei Elemente, auf die er mit seinem Chakra zurückgreifen kann. Welche dies sind, wird mithilfe eines Chakrapapiers ermittelt. Je nach Affinität des Chakras reagiert das Papier auf den Ninja und gibt so Aufschluss über die Chakranatur, die verwendet werden kann." Eigentlich könnte man da noch viel tiefer ins Thema gehen, doch Yuki wollte den Vortrag nicht noch mehr in die Länge ziehen und riss sich zusammen. "Meine Chakranatur liegt beim Fuuton, deshalb ist das Chakrapapier in meinem Fall gerissen." Nur eine kurze Anekdote. "Allerdings..." Nun kam sie endlich zu den Besonderheiten. "...gibt es auch einige Wenige, die in der Lage dazu sind ihre zwei Chakranaturen zu vermischen und damit ein neues, drittes zu erschaffen." Zumindest hatte sie davon gelesen. "Diese Fähigkeit ist aber ausgesprochen selten und gilt als Kekkei Genkai, als Bluterbe." Was genau es damit auf sich hatte wusste sie auch nicht, doch es war definitiv eine Besonderheit. "Unter Bluterben versteht man Fähigkeiten, die meist nur Clanintern weitergegeben werden. Es gibt aber auch einige Ausnahmen von Bluterben, die unabhängig von Clans auftauchen. Dabei handelt es sich um ein Phänomen, das noch nicht weiter erforscht wurde. Ein solches Bluterbe ist zum Beispiel ein Dojutsu, eine spezielle Augentechnik, bei der sich das Auge des Anwenders durch Chakra verändern lässt und ihm neue Möglichkeiten verleihen. Oft gibt es innerhalb der Clans geheime Techniken, die auf diesen speziellen Bluterben basieren." Wieder ein Thema, das Yuki eher unangenehm war. Sie sprach nur ungern darüber, da es sie selbst betraf und andere Yuudari diesen Punkt ihres Vortrags sicher skeptisch betrachten würden. Yuki versteckte ihre Nervosität hinter einem sanften Lächeln. Sie rundete ihren Vortrag mit einer kleinen Zusammenfassung ab. "Was jedoch alle Jutsus gemeinsam haben ist, das man sie in unterschiedliche Ränge einteilen kann. Diese Jutsu-ränge bezeichnen den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Technik. Angefangen beim E-Rang, bei dem es sich um die niedrigsten Rang und meist um die Grundtechniken handelt, stärker als E angesiedelt und von den meisten Genin favorisiert sind die Jutsus vom Rang-D. Der C-Rang bezeichnet die Mitte der Jutsuränge und bedarf bereits einiges an Können. Darüber liegt der B-Rang, Jutsu dieser Art gehören zu der obigen Klasse der Jutsus und sind sehr schwer zu erlernen. Wobei Jutsus vom Rang-A noch eine ganz andere Liga darstellen. Jutsus vom A-Rang sind nicht nur ausgesprochen schwer zu erlernen, sie verursachen meistens auch einen enormen Schaden. Getoppt werden diese Jutsus nur noch von sogenannten S-Rang Jutsus..." Yuki hielt einen Moment inne und schlug den Blick nieder. "...Jutsus dieses Ranges sind meist verboten, da sie solch zerstörerischen Kräfte besitzen." Sie hob wieder den Blick und lächelte in den Raum hinein um die kurze, bedrückte Stimmung wieder zu durchbrechen. "In diese Ränge sind aber nicht nur die Jutsus einzuteilen, sondern auch der Chakraverbrauch. Für gewöhnlich steigt die Menge an benötigtem Chakra proportional mit dem Rang des Jutsus. Wobei es auch hier Unterschiede gibt - Jutsus, die auf eine größere Fläche gewirkt werden, verbrauchen in der Regel deutlich mehr Chakra als ein einzelner, gezielter Angriff. Aus dem Grund sind Fuuton-Jutsus meist auch sehr Chakraintensiv." ...wer weiß ob mir das je gelingen wird. Die Jutsus des Yuudari-clans sind bereits sehr zehrend. "Ich hoffe in meiner Zukunft noch viel über Jutsu lernen zu können." verkündete sie und schloss damit ihren Vortrag ab. Sie verbeugte sich leicht und bedankte sich für die Aufmerksamkeit der Prüfer.

    Fushigi applaudierte und erhielt dafür direkt einen strengen Blick von ihrer Kollegin, den sie jedoch einfach ignorierte. "Gut gemacht, Yuki-mausi." lobte sie und Ayaka seufzte leise, ehe auch sie die Stimme erhob: "Bitte geh jetzt vor die Tür, du wirst dann gleich zum Ort der praktischen Prüfung gebracht." erklärte Ayaka, woraufhin sich Yukis Nackenhaare sträubten. Der Vortrag war schon anstrengend gewesen und sie hatte sich so darauf konzentriert, dass sie den zweiten Teil der Prüfung einfach verdrängt hatte. Doch jetzt war ihre vorherige Sorge schlagartig zurückgekehrt und für einen kurzen Augenblick hielt die Yuudari die Luft an. "Sehr gern, vielen Dank." erklärte sie und wandte sich der Tür zu, ehe ihre Lieblingslehrerin hinter dem Tisch hervor kam. "Warte, Prinzessin. Ich bringe dich zur Tür." erklärte die stolze Lehrerin. Sie schien mit Yukis Leistung zufrieden zu sein und das beruhigte die Schülerin. Doch weder diesem Rotschopf, noch Ayaka hatte man anmerken können, was sie dachten. Yuki schluckte und nickte Fushigi leicht zu. Es war immer etwas einschüchternd neben ihr her zu laufen. "Mach dich nicht verrückt, du warst großartig." erklärte die Lehrerin und grinste breit. "Ganz wie ich es von dir erwartet habe." erklärte sie und schob Yuki durch die geöffnete Tür. Perplex sah die Schwarzhaarige zu ihrer Lehrerin auf. "Fushigi-sen..." doch da wurde sie schon unterbrochen, als die Dame ihr einen kleinen, hübsch verzierten Beutel in die Hand drückte. "Eine kleine Stärkung, damit dein Magen nicht mehr so knurrt." flüsterte die eigenwillige Dame und zwinkerte Yuki zu ehe sie die Tür zuschlug. Irritiert blieb Yuki vor der Tür zurück und drückte leicht zu um den Inhalt des Beutels zu überprüfen. Ihre Wangen glühten hochrot, es war ihr ausgesprochen peinlich, dass Fushigi ihr Magenknurren bemerkt hatte. Während des Vortrags hatte er doch nicht geknurrt...oder? Wie hatte sie...? "Kekse...?!"


    ⊹⊱ZWEITER TEIL DER PRÜFUNG: DIE PRAXIS⊰⊹
    - eins, zwei, drei ~ alles muss versteckt sein und nicht über die eigenen Füße fallen! -

    Die Kekse hatte Yuki in ihrem Gewand verstaut und nicht einen davon angerührt. Sie war viel zu nervös um jetzt irgendwas zu sich zu nehmen. Diese Nervosität wurde auch nicht weniger, als man sie in das abgelegene Waldstück brachte und ihr erklärte, dass man nun verstecken spielen würde. Im ersten Moment hielt sie es für einen Scherz, doch der Prüfungsgehilfe schien ganz sicher nicht zu scherzen. Sie hätte jeweils fünf Minuten Zeit um die einzelnen Prüfer zu finden und neben ihr seien auch noch andere unterwegs, die ebenfalls nach den Prüfern suchen würden. Yuki schluckte, das würde sicher alles andere als einfach werden. Immerhin beruhigte sie der Ort der Prüfung: dieses Waldstück war ihr durchaus bekannt. In manchen Pausen hatte sie sich hier her zurückgezogen und auch manche Trainingseinheit mit Yuzuki hatte ihr, sicher vor fremden Augen, stattgefunden. Immerhin waren die für Yuki freien Taijutsu-stunden manchmal auch mitten im Schultag und Yuki konnte nicht einfach die Plattform wechseln. Dank dessen waren ihr auch die Meisten, der hier lebenden Geister bekannt. Yuki gab mit einem Nicken zu verstehen, dass sie die Regeln verstanden hatte konnte deutlich ihren eigenen Herzschlag spüren, als die praktische Prüfung eröffnet wurde. Yukis Vorgehensweise war klar: sie würde sich ihr Shinshin Seki zu Nutzen machen. Gesagt, getan - sie aktivierte ihre Dojutsu und war heilfroh, dass sie direkt auf zwei Geister stieß. Sie kannte die Beiden schon ein Weilchen und sie hatten Yukis Präsenz gespürt und nun ihre Nähe gesucht. Eigentlich erhofften sie sich wohl ein weiteres Gespräch mit der Yuudari, doch stattdessen bat diese sie um einen gewaltigen Gefallen. Yuki erklärte den beiden ihre Situation und fragte, ob sie bereit waren ihr zu helfen. Die Zwei mussten nicht lange überlegen und willigten ein, daraufhin erklärte Yuki ihnen, wie die drei aussahen. Zuversichtlich trennten sich die Geister um nach den Prüfern zu sehen und Yuki hoffte inständig nicht zu viel Zeit verloren zu haben. Sie deaktivierte ihr Shinshin Seki und spürte, wie dies an ihren Kräften zog. Es würde nicht leicht werden andere Jutsus zu wirken, wenn sie bei diesem Lösungsweg immer mal wieder ihr Dojutsu aktivieren musste. Also musste sie haushalten...keine einfache Aufgabe. Doch sie hatte keine andere Wahl, also musste sie die Zähne zusammenbeißen und versuchte währenddessen selbst einen der Prüfer zu finden. Dank Yuzukis Vorsicht kannte Yuki die meisten Verstecke dieses Waldstückes und hoffte nun inständig, dass sich einer der Prüfer dorthin zurückgezogen hatte.

    Als sie bei einem kleinen See ankam, der relativ abseits am Rande des Waldes war, hielt sie verwundert inne. Auf der Mitte des Sees hatte sich Nebel gebildet - ein vermeintlich unscheinbares Wetterphänomen. Aber war es bereits zu spät am Morgen, als das das noch nachvollziehbar für Yuki war. Vielleicht bildete sie sich das ja auch nur ein...aber... wäre es nicht geschickt sich dort zu verstecken? Hinter einer Wand aus Nebel, mitten auf einem See? Wenn man sein Chakra so gut beherrschte, dass man auf dem Wasser laufen und stehen konnte, war das durch aus eine Möglichkeit. Yuzuki beherrschte diese Technik und hatte Yuki mehrfach dazu animieren wollen, dass sie es ebenfalls ausprobierte. Doch da Yuki nicht schwimmen konnte, meidet sie es dem See sonderlich zu nahe zu kommen. Das war wohl auch der Grund, warum sie direkt auf die Idee kam, dass sich dort jemand versteckte. Wirklich eine geschickte Lösung...! Yuki schluckte. Alles schön und gut - aber wie sollte sie den Prüfer stellen und war nicht vielleicht schon ihre Zeit abgelaufen...? Leicht biss sie sich auf die Unterlippe. Fünf Minuten...fünf Minuten waren echt ein Witz um mal eben das ganze Waldstück zu durchkämmen, immerhin war sie nicht gerade die Schnellste. Es brachte aber nichts sich zu beschweren, also suchte Yuki nach einer Lösung für ihr kleines Problem. Sie nutzte ihr Kinobori um möglichst schnell auf einen der Bäume zu gelangen, die um den See herum wuchsen. Dieser war von gewaltiger Größe und seine kräftigen Äste reichten ein gutes Stück in den See hinein. So kam sie ihrem Ziel immerhin etwas näher. Aber was nun? Sie löste ihr Kinobori und hielt so ihr Gleichgewicht auf dem Ast, während sie mit einer Hand an ihren Gürtel griff. Sollte sie einen Senbon einsetzen? Eine ihrer Shurikencards um hoffentlich etwas im Nebel zu treffen....? Nein. Sie hatte von beidem nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung und wollte nichts aufgrund einer Vermutung verschwenden. Als sie ihre Hand wieder sinken ließ, strich sie über die Tasche ihres Ansôs, indem sich die Kekse von Fushigi befanden. Das war doch immerhin eine Möglichkeit! Sie zückte den Beutel und brauchte einen kurzen Moment um sich zu überwinden und tatsächlich mit einem Keks zu werfen. Immerhin war es eine Verschwendung von Lebensmitteln und die ging ihr gewaltig gegen den Strich...aber was sollte sie stattdessen machen? Sie musste einfach versuchen schon mit dem ersten Keks einen Treffer zu landen. Ein utopisches Vorhaben - immerhin war ihr Ziel Nebel.

    Doch nahm sie einfach an, dass der wirkende Ninja in der Mitte des Sees ruhen und den Nebel wirken musste, zumindest sprach die Verteilung des Nebels dafür. Von hier oben aus konnte sie es recht gut überblicken, also versuchte sie ihr Glück. Sie warf den Keks und - nichts geschah. Dabei hatte sie tatsächlich die von ihr anvisierte Mitte getroffen. Vielleicht war dieser Nebel ja doch nur Zufall oder ihre Taktik war schlicht nicht aufgegangen. Schwer seufzend senkte sie den Kopf. Sicher waren die fünf Minuten bereits um. Doch als sie den Blick wieder hob, leuchteten ihr zwei roten Augen entgegen. Streng, tadelnd fokussierten sie die Yuudari. "Hast du mich gerade ernsthaft mit einem Keks beworfen?" fragte er zornig. Yuki schluckte eingeschüchtert, ehe sie versuchte ihn mit einem sanften Lächeln milder zu stimmen. "Gefunden. Iwamoto-san." erklärte sie dann jedoch siegessicher. Der Rotschopf war alles andere als begeistert. "Man wirft nicht mit Lebensmitteln! So eine Verschwendung!" schimpfte er brüskiert und Yuki neigte leicht ihren hübschen Kopf. Konnte es sein...dass er auch eine gewisse Vorliebe für Süßigkeiten besaß? Ein siegessicheres Grinsen stahl sich auf ihre rosigen Lippen, während sie dem Chuunin den Beutel mit den Keksen zuwarf. "Entschuldigung, Iwamoto-san." bat sie ihn und hob beschwichtigend die Hand. Er fing den Beutel ohne Probleme auf und seufzte resignierend. "Schon gut. Seh zu, dass du weiter kommst." erklärte er und schloss die Nebelwand wieder. Irritiert sah Yuki einen Moment in den Nebel...es war, als hätte sie sich nur eingebildet, dass er da war. Aber das hatte sie doch nicht...oder? "Willst du da Wurzeln schlagen? Die Zeit läuft." erklang plötzlich seine Stimme und erschreckte Yuki derart, dass sie zurückfiel und gewiss vom Baum gefallen wäre, wenn sie sich nicht rechtzeitig hätte abfangen können, in dem sie sich an einen der Äste klammerte. Es war sicher nicht elegant, aber besser als auf den harten Boden zu krachen.

    Eher schlecht als recht kam sie unten an und aktivierte kurz ihr Dojutsu, als sie sich unbeobachtet glaubte. Doch konnte sie die Geister nicht sehen. Ob sie noch auf der Suche waren...? Oder hatten sie ihr Wort gebrochen und würden ihr doch nicht mehr helfen? Immerhin waren Geister nicht unbedingt zuverlässig. Yuzuki ermahnte Yuki immer wieder sich nicht so leichtgläubig an die Geister zu wenden. Doch bisher war sie nie enttäuscht worden...sollte sie ausgerechnet heute zum ersten Mal von ihnen im Stich gelassen zu werden? Sie löste ihr Dojutsu wieder und hielt einen Moment inne. Die Prüfung zerrte nicht nur an ihren Nerven, auch ihr Chakra würde nicht mehr ewig halten. Sie würde darauf warten müssen, dass sie die Präsenz eines Geistes spürte, bevor sie es erneut aktivierte. Nachdenklich biss sie sich auf die Unterlippe und wollte ihren Weg fortsetzen, als ein stechender Schmerz in ihrem rechten Oberarm sie zusammen sacken und vor Schreck aufschreien ließ. Ihr rechtes Auge zitterte, als sie sah, dass ein Kunai ihren Arm getroffen hatte. Sie war zu unvorsichtig gewesen und hatte ihre Deckung vernachlässigt - fatal, besonders wenn man ihre eingeschränkte Sicht bedachte. Sie hatte den Kunai schlicht nicht kommen sehen. Das Gesicht schmerzerfüllt verzogen hielt sie sich den blutenden Arm und versuchte den Angreifer auszumachen, der schließlich zwischen den Bäumen hervor kam - ein anderer Schüler. Yuki kannte ihn vom Sehen, konnte ihn jedoch nicht benennen. "Hier. Du hast was verloren." zischte sie wütend und zog den Kunai aus ihrem Arm um ihn zu dem Kerl zurückzuwerfen. Der Kunai prallte jedoch am anvisierten Baumstamm neben dem Kopf des Jungen ab und fiel zu Boden. Yuki war gut im Zielen, doch ihr Umgang mit Kunais war grenzfertig. Ihr Talent lag eben bei den Claneigenen Waffen. Der Junge grinste selbstzufrieden und trat auf Yuki zu: "Du hättest ihn ruhig noch etwas behalten können, er stand dir so gut." verkündete er zufrieden und trat gegen Yukis Arm. Er war schnell - verdammt schnell. Sie schrie auf und landete am nächsten Baum. Vor Schmerz japste sie nach Luft. "Sieh mal einer an...da spuckt die große Musterschülerin keine großen Töne mehr." verhöhnte er sie. Er griff Yuki in die schwarzen Haare und drückte ihren Kopf in den Nacken um ihr ins Gesicht sehen zu können. Wer auch immer dieser Kerl war, er war stark. Ein Taijutsuka, vermutete Yuki. Er packte mit der anderen Hand ihren Arm und drückte zu, woraufhin ein so gewaltiger Schmerzimpuls durch Yuki fuhr, dass ihr kurz schwarz vor Augen wurde. "Macht dir das Spaß, ja...?" fragte sie ihn und grinste verheißungsvoll. Amüsiert schmunzelte der fremde Junge. "Du ahnst nicht wie sehr! Deine selbstgefällige Art kotzt mich an. Ich...WAS?!" geschockt weiteten sich die Augen des Jungen, als sich Yukis Auge plötzlich verfärbte. Das Rot ihrer Iris wurde noch intensiver, während sich das weiße ihres Auges plötzlich schwarz färbte. Erschrocken wich der Kerl von Yuki zurück. "Was...was ist das?!" fragte er geschockt und wurde kreidebleich. Yuki lehnte sich gegen den Baumstamm und hielt sich den schmerzen Arm, während ein irres Grinsen ihre sonst so hübschen Gesichtszüge entstellte. "Ein Dojutsu, du Dummkopf." erklärte sie ihm und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen, als würde sie sich auf ein herrliches Mahl vorbereiten. Der Junge schluckte. "Do-do-dojutsu?!" fragte er geschockt. "Ohja..." bestätigte sie ihn und kicherte so grell und schief, wie sie nur konnte. "Ich bin eine Yuudari. Und du weißt doch, was man über die Yuudari sagt..." raunte sie dunkel und fokussierte ihn. Er schauderte, schien wie paralysiert. "Jetzt hol ich mir deine Seele...!" drohte sie dunkel.

    Panisch suchte der Junge das Weite, während Yuki ihr Shinshin Seki auflöste und erschöpft am Baumstamm zu Boden sackte. Ein Glück, dass er ihr dieser Show abgekauft hatte. Dabei konnte sie ihm mit ihrem Dojutsu gar nicht schaden - dafür war sie noch viel zu schwach. Amüsiert über den schlichten Geist des Jungen schmunzelte sie, ehe sie sich fluchend ihre Wunde besah. Immerhin schien es keine tiefe Wunde zu sein, sie blutete nicht besonders stark. Eine Fleischwunde, vermutete die Yuudari zuversichtlich und schluckte. Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen, sie war erschöpft und noch geschockt von dem plötzlichen Angriff. Müde hoben sich ihre Lider und mit viel Mühe begann sie ihre Zöpfe zu öffnen. Sie zog mit dem gesunden Arm eine ihrer Shuriken-cards und nutzte ihre scharfe Seite um die Rosen von den Bändern zu trennen. So konnte sie damit einigermaßen ihren Arm verbinden. Es war alles andere als perfekt, aber für einen Notbehelf würde es reichen. Erschöpft lehnte sie sich nach getaner Arbeit wieder zurück und überlegte für einen kurzen Moment einfach aufzugeben, doch ließ ihr Stolz das nicht zu. Sie wollte dieses Stirnband um jeden Preis. Doch wie sollte sie weiter verfahren? Was sollte sie tun? Die fünf Minuten für diesen Prüfer waren sicher schon um. Doch gerade als sie im Begriff war die Hoffnung aufzugeben, spürte sie eine aufkommende Hitze, die sie schaudern ließ. Ein Geist...! Einer von den Beiden war zu ihr zurückgekehrt...! Sie öffnete die Augen wieder und aktivierte ihr Shinshin Seki um den Geist deutlich sehen zu können und mit ihm zu sprechen. Er erklärte, dass er Ayaka gefunden hätte und Yuki rappelte sich wieder auf die Beine um dem Geist zu folgen. Er führte sie um die Fallen herum und geradewegs zu Ayaka. Diese staunte nicht schlecht, als Yuki plötzlich hinter ihr auftauchte. Bevor sich ihre Blicke trafen, hatte Yuki ihr Jutsu wieder aufgehoben und sah mit ihren gewöhnlichen, roten Augen und einem Lächeln zu ihrer Lehrerin. Diese lobte sie, erklärte ihr aber, dass sie die fünf Minuten überschritten hatte und das Punktabzug zur Folge hätte. Dieses Wort traf sie wie ein Blitz: Punktabzug. Das wars mit ihren 100 Punkten. Für einen Moment stand ihr der Schock ins Gesicht geschrieben, doch dann fing sie sich wieder und verabschiedete sich tapfer von Ayaka um nun nach Fushigi zu suchen.

    Innerlich fluchend irrte sie einen Moment durch den Wald, ehe sie ihr Dojutsu kurz aktivierte um sich bei dem Geist für seine Hilfe zu bedanken und ihn fortschicken wollte. Allerdings kam in dem Moment gerade der Zweite zu ihr zurück und verkündete Stolz, dass er Fushigi gefunden hätte. Yuki bat ihn sie zu führen und er schien froh ihr helfen zu können. Während ihres Weges durch den Wald, brannten Yukis Augen. Sie wollte weinen, verbat es sich jedoch selbst. Sie hatte so sehr für diese 100 Punkte gekämpft und jetzt...! Jetzt würde sie sie nicht erreichen, nur wegen diesem Kerl. Fushigi und Yuki waren beide überrascht, als sie sich plötzlich gegenüber standen. "Yuki-schatzi, hast du nicht eine meiner Fallen aktiviert?" fragte die Lehrerin sichtlich erstaunt, wobei bereits ein Anflug an Stolz in ihrer Stimme mitklang. Irritiert sah Yuki hinter sich und sah erst jetzt eine der besagten Fallen. "Scheinbar nicht..." bemerkte sie verdattert und sah zu dem Geist, der selbstgefällig grinste. Er hatte Yuki sicher durch die Fallen hindurch gelockt. Darum hatte er wohl auch so lange gebraucht - er hatte sie ausgekundschaftet um Yuki sicher führen zu können. "Danke..." raunte Yuki erschöpft und löste ihr Dojutsu. Das Fushigi es gesehen hatte war nicht ganz so schlimm, immerhin war die Existenz des Shinshin Seki kein Geheimnis. Nur - alles was damit zusammenhing. Natürlich - so ein Dojutsu ließ sich auch nur schlecht verbergen. "Ach Purzelchen, ich bin so stolz auf dich!" verkündete die Lehrerin und schloss Yuki in ihre muskulösen Arme. "Autsch! Nicht so fest....!" klagte Yuki und Fushigi ließ erschrocken von ihr ab. Als sie das Blut an ihrem eigenen Arm erkannte, sah sie verwundert zu ihrer Schülerin und packte sie recht ruppig um sich den Arm anzusehen. Sie war nur besorgt - aber dennoch furchteinflößend. "Was ist passiert?!" fragte sie geschockt und sah Yuki tief in das Auge. Yuki schluckte und wäre am liebsten einen Schritt zurückgewichen, wenn sie ihren Arm nicht festgehalten hätte. "Nichts weiter...nur ein kleiner Zwischenfall."



    ⊹⊱DRITTER TEIL DER PRÜFUNG: DAS STIRNBAND⊰⊹
    - Beide Augen zugekniffen und das Ding durchgezogen! -

    Da Yuki die Letzte der Teilnehmerinnen war, trug Fushigi sie kurzerhand zurück zur Akademie. Als sei sie schwer verletzt sorgte sie sich um ihre Schülerin, während Yuki am liebsten im Erdboden versunken wäre. Die Aufmerksamkeit war ihr furchtbar unangenehm, anders herum war sie aber auch ganz froh darum nicht mehr laufen zu müssen. Sie war erschöpft und ihr Chakra aufgebraucht. Die Verfolgung des Geistes zu Fushigi hatte ihr das Letzte abverlangt. Als sie sich der Akademie näherten, kam Mitsuki ihnen bereits entgegen. "Yuuuukiiiii-chaaaan!" rief sie besorgt und Yuki lächelte schief ob der Sorge ihrer Freundin. "Was ist passiert?!" wollte sie wissen, doch Yuki war damit beschäftigt ihren Blick über die anderen Anwärter gleiten zu lassen. Der Junge aus dem Wald war nicht dabei... ob er abgehauen war? Wer war dieser Kerl? Währenddessen sah Mitsuki hilfesuchend zu ihrer Lehrerin auf, doch die wusste auch nicht was im Wald geschehen war. Während sich die Prüfer über die Punktevergabe unterhielten und sich besprachen, wer heute ein Stirnband erhalten würde, begleitete Mitsuki ihre Freundin auf die Krankenstation. Hier wurde ihr Arm versorgt und die Schwester bestätigte Yukis Verdacht: Es war nur eine Fleischwunde. Keine, die man unterschätzen sollte, aber sie würde wieder verheilen und es würde wohl auch keine Narbe bleiben. Ob eine weitere Narbe ihren Körper zierte oder nicht war der Yuudari nicht einmal besonders wichtig. Sie quälte eher der Umstand, dass sie nicht wusste wer der Kerl war und warum er sie angegriffen hatte. Immerhin lenkte sie dieses Rätsel von der Enttäuschung über ihr Prüfungsergebnis ab. Mitsuki hatte es derweil nicht einmal mit der Geninprüfung versucht. Sie beherrschte die Grundtechniken noch nicht gut genug, als dass es ratsam gewesen wäre bereits an der Prüfung teilzunehmen. Die Grundtechniken...Yuki hatte nicht eine davon angewandt. Ob das auch zu Punktabzug führte? Sie seufzte. Auch das machte eigentlich keinen Unterschied mehr, immerhin waren die 100 Punkte eh futsch.

    Als die Ergebnisse der Prüfung bekannt gegeben wurden, versuchte Yuki sich ihre Entrüstung nicht anmerken zu lassen. Doch war es offensichtlich, wie erschöpft sie war. Sie sah zu wie die einen oder anderen vor ihr ihr Stirnband erhielten und anderer vertrösten wurden. Als ihr Name schließlich ausgerufen wurde, schauderte sie und eine Gänsehaut zog sich über ihre schmale Gestalt. Ihre ersten Schritte waren zögerlich, ehe sie entschlossen auf die Prüfer zutrat und eine erneute, leichte Verbeugung andeutete. Fushigi schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, ebenso wie Ayaka und selbst Yuto schien ihr die Geschichte mit den Keksen nicht mehr nachzutragen. "Yuudari Yuki, den theoretischen Teil hast du mit den vollen 30 Punkten bestehen können..." verkündete die Lehrerin und Yuki atmete erleichtert auf. Immerhin das. "Wie es auch nicht anders zu erwarten war." bemerkte Fushigi stolz und Ayaka räusperte sich um das Wort erneut zu ergreifen. "Im praktischen Teil jedoch...du hast etwas länger gebraucht als die anderen. Auch wenn du die Täuschung von Iwamuto-kun recht unkonventionell durchschauen konntest, hast du länger als fünf Minuten gebraucht um mich zu finden." Fushigi seufzte und Yuki schlug den Blick nieder. "Allerdings nur drei Minuten und entsprechend sind es auch nur drei Punkte, die dir abgezogen wurden." Ein Lächeln stahl sich auf ihre Züge und sie fuhr fort: "Du hast also die praktische Prüfung mit 67 Punkten bestanden." erklärte sie fröhlich und überreichte Yuki feierlich das Stirnband von Soragakure. Yuki konnte es nicht so recht glauben und wollte das Stirnband entgegen nehmen - da zog Ayaka es wieder zurück. Verwirrt sah die Yuudari zu ihrer Lehrerin auf. "Wenn man aber bedenkt, dass du während der Prüfung angegriffen und verletzt worden bist..." begann sie nun und Yuki sah fragend zu Fushigi, deren Gesicht nicht verriet, was das Zögern ihrer Kollegin zu bedeuten hatte. Aber 30 plus 67 waren doch 97? 80 Punkte waren erforderlich, also hatte sie bestanden...oder etwa nicht? Wurden ihr noch weitere Punkte abgezogen...? Wieder zog sich Yukis Magen zusammen und ihre Kehle wurde schlagartig staub trocken. "Wenn man berücksichtigt, dass du mir gegenüber deine Verletzung so verbergen konntest, dass es mir nicht aufgefallen ist..." Yuki schluckte. "Das du Fushigi-san direkt danach so schnell ausfindig machen konntest ohne dabei auch nur eine ihrer Fallen zu aktivieren...und ebenso den meinen geschickt ausgewichen bist, von denen die sonst noch für die Prüfung präpariert worden sind, ganz zu Schweigen - verdient diese Leistung eine besondere Beachtung." Yuki verstand die Welt nicht mehr und sah verwundert zwischen den Prüfern hin und her. Was...hatte das zu bedeuten? "Darum haben wir uns dazu entschlossen die drei Bonuspunkte zu geben." Yukis Augen weiteten sich, ehe sie das Stirnband entgegen nahm. "Herzlichen Glückwunsch." verkündete die Lehrerin.

    Moment mal...drei weitere Punkte...97+3=100?! Sie hatte die 100?! Ihre Augen weiteten sich und jubelnd riss sie ihre Arme empor. "WUUUHUUUUU!!!" stieß sie wie von Sinnen aus und wurde von Fushigi hoch gehoben und geknuddelt. Vor lauter Glück störte sie sich nicht einmal weiter daran und auch ihre Wunde war von der Schwester so gut versorgt worden, dass sie kaum noch schmerzte. Mitsuki kam kurzerhand einfach zu den Prüfern und ihrer Freundin, ganz gleich ob ihre Anwesenheit erwünscht war oder nicht. "Yuuuukkiiiiii-chaaaaan!" stieß sie feiernd aus und vollführte ihren Siegestanz, als habe sie gerade den Genintitel erhalten. Yuki lachte herzlich und aus vollem Herzen heraus. Es würde wohl noch etwas dauern, bis sie es wirklich glauben konnte.
  8. Dangan Eiyuu

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    Geninprüfung: Dangan Eiyuu

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    Fushigi
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    Namenloser Chuunin


    Der Morgen~Die Eiswasserdusche​

    Es war ein wunderschöner, warmer Frühlingsmorgen, der Himmel war hellblau gefärbt und eine leichte Brise wehte. Eiyuu stand auf einer Wiese voller Blumen, die in allen Richtungen bis zum Horizont reichte. Er atmete die frische Luft, sie roch wie nach einem erfrischenden Regenschauer und trieb ihm Lebensfreude in den Körper. Er begann drauf los zu rennen, quer Feld ein. Er achtete nicht darauf, wo er lang lief, sein Ziel würde sein, wo auch immer seine Beine ihn hintragen würden. So lief, und lief der Blondschopf, während der Himmel über ihm immer wieder zwischen seinem Tags-und Nachtgewand wechselte, das war ihm aber egal. Er wusste, dass er sein Ziel früh genug erreichen würde. Er rannte immer weiter, hier und da wechselte er die Richtung, doch er wusste, dass er dem Ende seiner Reise mit jedem Schritt, mit jedem Zentimeter und Millimeter näher kam, ja, sogar mit jedem einzelnen Atom, das er überschritt! Aus dem nichts veränderte sich gefühlte Ewigkeit lang, war aber keines Wegs anstrengend oder nervig. Stattdessen verspürte er mit jeder Sekunde mehr Freude und Glück, an seinem unendlichen Marathon. Irgendwann veränderte sich plötzlich die Szenerie, und die Wiese ging nahtlos in einen hell und fröhlich erleuchteten Korridor über. Es war der Flur der Ninjaakademie, wo sich alle möglichen Leute tummelten, die der junge Dangan in seiner Schullaufzeit getroffen hatte. Er lief an einer Vielzahl von netten, oder auch unfreundlich Mitschülern und Mitschülerinnen, mit ihren Brüsten und verschiedensten Lehrern, zum Beispiel Fushigi oder einem einäugigen Pädo, vorbei. Auch dieses Mal vergingen wieder gefühlte Monate, wenn nicht sogar Jahre, in denen Eiyuu, von allen möglichen Sorgen unabhängig, umherlief, um irgendwann sein Ziel hinter dem Horizont zu erreichen. Nach Jahrhunderten dann endlich, sah er es, es lag auf einem hölzernen Podest, auf dem gleichzeitig sowohl Sonnen, als auch Mondlicht, schienen, was ihm einen Mysteriösen, aber auch freudigen Glanz gab, welcher für das Gefühl in einem sorgte, etwas gefunden zu haben, nachdem man schon sein gesamtes lang suchte, und einem inneren Frieden gab.

    Was das Ziel des Blondschopfs war? Na, das Stirnband von Shirogakure! Er kam, immer schneller werdend, näher. Jeder, der in seiner Nähe gewesen wäre, hätte seine Aufregung und Freude deutlich spüren können, sie drangen wie ein gutes verheißendes Geräusch durch die Luft. Eiyuu war schon fast da. Er konnte das Metall schon fast auf seiner Haut spüren, die schon ganz zittrig vor Aufregung war. Er bekam ja gleich endlich, worauf er all die Jahre lang hingearbeitet hatte! Seine Hand war nur noch einen gefühlten Millimeter von seinen Fingern entfernt, als der Blondschopf den Boden unter den Füßen verlor, und in ein Becken voll eiskaltem Wasser fiel, und aus seinem Bett hochschreckte.

    "WHOOOAAAHH!!" Eiyuu sah sich um und merkte, dass er sich in seinem Zimmer befand. "Oh, war ja nur ein Traum." Dann fiel seine Aufmerksamkeit, auf seine Brustgegend. Sie war… nass? "Was ist, habe ich dich aus einem Traum gerissen, Eiyuu-baka?" Der Blondschopf stieß abermals ein „Whoah!“ aus, als er seinen Bruder, Ryu neben sich bemerkte, der ein Glas in der Hand hielt. "Warte, hast du mich etwa nass gemacht?" "Ja, habe ich, es war fast zum Totlachen, wie du aufgeschreckt bist." Eiyuu schaute auf seinen Wecker. Wie spät war es überhaupt? "Was, schon halb acht!?" "Ja, du hast den Wecker in deiner Schlaftrunkenheit wiedermal nur ausgestellt, ohne Hochzustehen." "Verdammt, und das, obwohl heute Prüfung ist! Und da weckt mich keiner?!" "Wieso? Habe ich doch. Du solltest dich nun übrigens lieber fertigmachen, anstatt mich anzumeckern." Der junge Dangan stand auf, um ins Badezimmer zu gehen, da stellte sich ihm noch eine weitere Frage. "Moment, wieso bist du überhaupt da? Sag nicht zu bist einer der Prüfer!" "Keine, Sorge, bin ich nicht, auch wenn ich es mir gewünscht hätte, außerdem wäre ich schon längst nicht mehr hier, wenn ich einer wäre. Selbstverständlich bin ich aber trotzdem hier, ich will ja nicht verpassen, wie du die Prüfung, vermasselst." "Danke, sehr motivierend. Und nun raus aus mein Zimmer!" Und somit verschwand Eiyuus Bruder mit einem lauten PUFF! und das Zimmer des Blondschopfes war wieder leer. Wenige Minuten später kam er die Treppen runtergebrettert und wünschte seiner Familie einen guten Morgen. "Ist Akina etwa schon weg?" "Ja, schon seit zehn Minuten, du weist ja, wie deine Schwester ist. Hier bitte, dein Frühstück, iss schnell auf und mach dich dann auf zur Akademie." Gesagt, getan, schlang er sein Brot runter und ging auch schon zur Tür. "Viel Glück, für die Prüfung, Schatz." „Ach was, mein Eiyuu brauch kein Glück, er ist schließlich mit dem Namen Dangan zur Welt gekommen.“ Und da wollte sich der zukünftige Ninja auch schon los machen, als sein Bruder ihn aufhielt. „Eiyuu.“ „Hm?“ „Viel Erfolg.“ "Danke, bis nachher!" Mit diesen Worten seines Bruders im Kopf ging er nun wirklich los, und rannte auch schon in Warp-Geschwindigkeit Richtung Akademie. Motivatiooooooooooooon!!!

    Theoretischer Teil~Sto-Sto-Stotter

    Kurze Zeit später kam Eiyuu dann auch schon relativ erschöpft an der Akademie an, und machte sich natürlich unverzüglich zum Prüfungsraum auf, vor dem noch einige Schüler drauf warteten, aufgerufen zu werden. Tief atmend lehnte er sich an die Wand und betrachtete seine Mitschüler. Einige hatten ihre Gesichter in Lehrbüchern vergraben, und einige vertrieben sich einfach die Zeit, indem sie die Wand anstarrten oder sich miteinander unterhielten. Auch bei näherem Umsehen, konnte er seine Zwillingsschwester nicht ausfindig machen, weshalb er einfach mal davon Ausging, dass sie schon aufgerufen wurde. Moment, wenn man davon aus geht, dass die Schüler in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen wurden, dann wäre ich doch entweder zu spät gekommen, oder würde als nächstes aufgerufen werden! Was wäre nur wenn er schon aufgerufen wurde? Dann hätte er die Prüfung versagt weil er verschlafen hat! Was das nur für eine Schande wäre! Also ging er zielsicher auf einen, die Wand anstarrenden Schüler, aus seiner Klasse, zu, und fragte ihn sogleich, ob seine Angst zugetroffen ist. "Hey, wurde ich schon aufgerufen?" "Ähh, nein. Ich glaube nicht." "Okay, danke, was für eine Erleichterung. Ich dachte schon, dass ich zu spät gekommen bin." Da ging auch schon die Tür zum Prüfungsraum auf und das Dangan-Mädchen, Akina, trat heraus. Natürlich rannte der Blondschopf direkt auf sie zu, um sie zu fragen, wie es gelaufen ist. "Morgen, Akina. Und, wie ist es gelaufen?" "Oh, guten Morgen Eiyuu. Ich dachte schon du verschläfst die gesamte Prüfung. Ich würde sagen, es ist gut gelaufen, ich konnte mich an alles relevante erinnern." "Super, viel Glück für die weitere Prüfung." "Danke, dir auch. Ich muss jetzt aber weiter. Bis nachher." Aber ehe er sich verabschieden konnte, ging die Tür wiedermal auf, und ein jugendlicher, aber doch erfahren aussehender Mann trat raus, der Eiyuu locker um mindestens einen Kopf überragte. Er hatte blonde Haare und warme blaue Augen. "Dangan Eiyuu, bitte." Darauf folgte er sogleich dem Mann in den Prüfungsraum, und stellte sich vor den Tisch, an dem Fushigi, Ayaka und der Mann saßen.

    "Guten Morgen. Mein Name ist Ayaka und rechts neben mir sitzt Fushigi, uns kennst du schon. Der Chuunin der links neben mir sitzt heißt Kiyama Mura. Wir drei werden heute deine Prüfer sein." "Wie du sicher schon bemerkt haben wirst, Schätzchen, wird jetzt der Theorieteil stattfinden, in dem du bis zu dreißig Punkte abräumen kannst. Deine Aufgabe ist einfach: erzähle uns alles, was du über das Thema Bluterben weist. Was für welche gibt es? Worin unterscheiden sie sich zu anderen Jutsus? Viel Glück, Schnurzelchen." Okay, Bluterben. Das wird einfach. "Ciaossu Ayaka-sensei, Fushigi-sensei und Mura-sama. Mein Name ist Dangan Eiyuu. Als Bluterben bezeichnet man..." Der Dangan wollte grade in einen Redefluss fallen, als sich ihm eine schreckliche Erkenntnis zeigte. Jede Einzelne Person in diesem Raum starrte ihn an. Sofort merkte er, wie seine Hände zu schwitzen begannen, und er nervös wurde. Verdammt, wieso musste ich das auch bemerken? "Ist irgendwas, Eiyuu-san?" fragte Ayaka stutzig, als er aufhörte zu reden.
    "Ähh, nein. Verzeihung. Als... Als Bluterbe bezeichnet man bestimmte Jutsus oder Techniken, die meistens innerhalb eines bestimmten Clans vererbt werden, muss aber nicht sein, le-letzten Endes muss man einfach nur den nötigen Genstrang b-besitzen. Bluterben werden auch als K-Kekkei Genkai bezeichnet, und bieten ihren Besitzern oft auch ein-einen großen Vorteil gegenüber anderen... Ninja. Ähem, die verschiedenen Bluterben unterscheiden sich oft aber grundlegend voneinander, das merkt man vor... vor allem daran, dass sie in drei Kategorien unterteilt werden: Mischelemente, D-Dou-Jutsus und diejenigen die auf keine der anderen zutreffen. Ein Mischelement zu Besitzen bedeutet die Fähigkeit zwei Elemente zu einem ganz neuen zu verbinden. Etwa wie... Holz, also Makaton, welches aus Erde, also Doton und Wasser, also Suiton, besteht. Ich persönlich bin ja ein Fan von Kristall, also Shouton. Es gibt allerdings nicht zu allen Cha-Chakranaturen bekannte Verbindungen. Was wohl raus kommen würde wenn man Feuer mit Blitz vermischt? Zur dritten Kategorie zählen meistens Bluterben, die einem Jutsus zu wirken, die nichts mit einem... Element zu tun haben, wie ähh... die Schattenjutsus des Nara-Clans. Und dann gibt es noch eine spezielle Form der Bruterben, oh Entschuldigung, ich meine natürlich Bluterben, hehe. Und zwar Dou-Jutsus. Das sind Kekkei Genkais, bei denen die Augen des B-Besitzers anders aussehen und ihm besondere Fähigkeiten geben, für die er, im... im Gegensatz zu den anderen, keine Fingerzeichen benötigt. Eines der bekanntesten... Dou-Jutsu ist wohl das Byakugan des Hyuga-Clans, durch... welches die Augen des Besitzers weiß gefärbt sind, und die Adern um die Augen hervortreten, wenn sie aktiviert sind. D-Das habe ich zumindest gehört. Das war alles was ich aus meinem Kopf z-zusammenkratzen konnte, und... ich hoffe mein stottern hat nicht gestört." Puh, endlich vorbei.
    "Ach, nein, nein, das geht schon in Ordnung , Hauptsache ist doch, dass du die nötigen Informationen Vortragen konntest, Eiyuu-chan." "Wenn du dich nun bitte zum Haupteingang des Akademiegebäudes begeben würdest. Mura-san wird euch von dort aus später zum Praxistest bringen, wo er euch auch erklären wird was zu tun ist." "Okay, wir sehen uns dann später Mura-sama." Und mit diesen Worten öffnete Eiyuu auch schon zur Tür, und trat heraus, um sich zum Haupteingang zu begeben.

    Paktischer Teil~Wer zu hoch hinaus will, fällt am tiefsten
    "Und, wie hast du dich geschlagen?" Schoss es sofort aus dem Mund von Akina, als Eiyuu durch die Tür des Haupteingangs aus dem Schulgebäude raus trat. "Naja, es ist nicht soo gut gelaufen. Ich habe durchgehend gestottert und unter anderen Makaton anstatt Makuton gesagt." "Oh, das ist natürlich bitter, aber mach dir nichts draus. Es gibt ja noch die Praxisprüfung."
    Einige Zeit später waren dann auch schon alle Schüler vor dem Haupteingang versammelt, und der Chuunin, Kiyama Mura, trat heraus. "Wenn ihr mir nun bitte folgen würdet. Macht bitte schnell die Zeit drängt." Und somit ging er auch schon, von der gesamten Schülerscharr gefolgt, los, zum Ort der Praxisprüfung. Sie gingen in Richtung des Waldes, gingen aber drumherum. "Hhm, wenn die Prüfung nicht im Wald stattfindet, wo dann?" "Keine Ahnung, frag doch einfach." "Ja, du hast recht." Also lief der junge Dangan bis zur spitze des Schülerhaufens, während dem laufen, konnte er viele seiner Mitschüler hören, wie sie darüber spekulierten, wo die Prüfung wohl abgehalten wird. Manche behaupteten, man hätte ein Tunnelsystem unter dem Wald angelegt, und andere, dass sie auf einem freien Platz gegen den Kiyama kämpfen müssten. Eiyuu aber, lies sich von keiner dieser Behauptungen beirren und lief weiter, bis er den Chuunin erreicht hatte. "Sag mal, Mura-sama, wo bringst du uns eigentlich hin." Eiyuu wurde von ihm angelächelt. "Das wirst du schon noch sehen sehen." Tolle Antwort. Dachte er sich, machte sich aber nichts weiter draus, und lies er sich zurückfallen, bis er wieder bei seiner Schwester war, und zuckte mit den Schultern, als sie ihn fragend anblickte.
    Nach wenigen Minuten sollte sich seine Frage aber selbst beantworten, als man hinter den Bäumen des Waldes eine circa fünfzehn Meter hohe Felswand erkennen konnte. "Wow, wie haben die denn das Teil hierher bekommen?" "Vielleicht ja mit Doton-Jutsus?" "Ja, wahrscheinlich." Dann kamen die Schüler auch schon an und Mura positionierte sich lächelnd vor ihnen, um die Aufgabe zu verkünden. "Oh-oh. Ich glaube, ich weis, was kommt." "Also, liebe baldige Ninja. Eure Aufgabe ist einfach: Ihr müsst diese Felswand hoch klettern und eine Schriftrolle von ganz oben hohlen, um diese dann wieder runter zu bringen. Dabei ist alles erlaubt, ihr dürft sogar die anderen schubsen, zudem werdet ihr von einem Chuunin daran gehindert, eure Aufgabe zu erfüllen. Und keine Sorge, solltet ihr fallen werden ich Ayaka-san odder Fushigi-san euch wahrscheinlich auffangen, solltet ihr aber fallen, gibt es selbstverständlich Punkteabzug. Außerdem gibt es ein Zeitlimit von fünfzehn Minuten, solltet ihr dieses überschreiten, gibt es natürlich ebenfalls Punkteabzug. Das wäre dann alles, was die Regeln anbelangt. Noch Fragen?" Mura Wartete einen Moment ab, ob sich jemand meldet, fuhr dann aber fort, als niemand den Anschein machte, alles verstanden zu haben. "Okay, na dann ist ja gut. Ich werde nun von drei an runterzählen, wenn ich null erreiche beginnt das praktische Examen offiziell. Drei..., zwei..., eins..., NULL!"

    Und schon rannte jeder Schüler auf die gewaltige Felswand zu, die ersten kamen schon an, und versuchten so gut wie möglich halt an der Wand zu finden, einige vielen aber direkt wieder runter. Auch Eiyuu erreichte jetzt die Wand, und suchte sie nach kleinen Felsvorhebungen ab, und als er eine fand, griff er danach, um sich direkt daran festzuhalten. Nun suchte er auch mit dem Fuß nach einer geeigneten Stelle ab, und fand auch schnell eine. Und so ging es fürs Erste weiter, bis er schon rund ein Drittel der Wand nahezu problemlos hinter sich hatte. Er war zwar nicht der Stärkste, hatte aber, wie auch in so vielen anderen Sachen, eine recht gute Technik, was ihn schnell voranbrachte. Akina dagegen war noch nicht ganz so weit und tat sich etwas schwer. "Komm schon, Schwesterherz, ansonsten wirst du es nicht im Zeitlimit schaffen." Kaum hatte der Blondschopf diese Worte ausgesprochen, rauschte auch schon ein runterfallender Mitschüler ungebremst, direkt an ihm vorbei, was ihn auch kurz aus dem Gleichgewicht brachte. Er schaute runter und sah, wie er kurz vor dem Boden von Fushigi aufgefangen wurde. Als er dann nach oben blickte, erkannte er auch den Grund des Absturzes: Er wurde vom Chuunin runter geworfen. Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht auch von ihm erwischen lasse. Dann rannte plötzlich eine Mitschülerin von Eiyuu, das Kinobori einsetzend, an ihm vorbei. Er schaute instinktiv nach oben, weshalb er ihr unter den Rock gucken konnte. "Whoa!" Und es kam, wie es kommen musste: Dem Perversling schoss augenblicklich das Blut aus der Nase, und verlor die Konzentration, weshalb er gleich mal drei Meter in die Tiefe stürzte, zum Glück wurde er aber früh genug von Ayaka aufgefangen. "Du musst konzentrierter sein. Wenn du dich von jeder Pantsu aufhalten lässt, kann das später sehr problematisch für dich werden." "Ja, danke. Ich werds mir merken." Und ehe er sich versah, hing Eiyuu auch schon wieder an der Wand, allerdings zwei Meter weiter unten. Sogar Akina war jetzt weiter als er! Mist! Wenn ich jetzt noch genauso wie vorher weitermache, werde ich es nie in der vorgegebenen Zeit schaffen. Da kam ihm eine grandiose Idee, so plötzlich, als wäre sie, von weiter oben an der Felswand, auf seinen Kopf gefallen. Und schon tastete der Blondschopf an seine Kunaitasche und zog eines raus. Er hohlte mit der Hand aus, und rammte das Kunai geradezu in die Felswand. An diesem würde er sich jetzt hochziehen und, wenn er weiter oben wäre, seinen Fuß drauf platzieren können. Und so machte er jetzt weiter, Schritt für Schritt, kam er die Wand weiter hoch, und das so schnell, dass er schon bald seine Zwillingsschwester wieder überhohlte, und nun etwa drei Viertel der Wand geschafft hatte. Von jetzt an konnte man durch die höhe einen durchgängigen, kalten Luftzug spüren, das war aber nicht weiter schlimm, weil er abkühlte. Der Dangan hielt kurz inne, um sich auszuruhen, und nachzuschauen, wie viele Kunai er noch hatte. "Hm, noch acht. Das könnte noch geradeso reichen." Da fiel sein Blick auch nach unten, auf den Boden, er war schon sehr hoch. "Wow, das ist ein ganz schönes Stück. Nur ein Glück, dass ich keine Höhenangst, oder dergleichen habe." Und kurz nachdem Eiyuu diese Worte ausgesprochen hatte, spürte er, wie sich ein Schatten über ihn legte. Nein, echt jetzt. Der Chuunin hatte sich über ihm platziert, weshalb das Sonnenlicht aufgehalten wurde er nutze das Kinobori. Und schon hockte er sich an die Wand, um gelassen die Finger des Blondschopfes von seinen Kunais zu lösen. Oh nein, so nicht. dachte er sich natürlich, und hohlte sogleich mit einem seiner noch übrigen Kunais nach dem Chuunin aus. Er schreckte natürlich sogleich zurück, und hatte, zu Eiyuus Überraschen, ein erleichtertes Lächeln auf den Lippen. "Alter, endlich mal einer der sich wehrt. Bis jetzt haben alle nur rumgeheult, und mich angebettelt, dass ich sie doch verschonen soll. Ich dachte schon, dass die neuen Ninja mit jeder neuen Generation mehr verweichlichen, aber anscheinend habe ich mich doch geirrt. Weist du was? Ich lass dich durch, genau das ist der Kampfgeist, den ein Ninja brauch. Viel Glück weiterhin." Und schon machte er sich auf den Weg, zu den anderen Schülern, um diese ein wenig ihren Hoffnungen zu berauben. Der junge Dangan allerdings, schien noch mit seinem Kopf noch hängengeblieben zu sein. Er brauchte noch einen Moment, um die Situation nachzuvollziehen. Okay, cool. Somit machte er sich dann auch weiter, er wollte ja schließlich auch irgendwann mal an oben ankommen, und auch wieder runter. Also machte er sich motiviert auf zu dem restlichen weg nach oben, bis er endlich die spitze des Felsens erreichte, wo er sich mit seinen Armen die Kante hochstemmte, bis er mit dem gesamten Körper auf der spitze des Felsens lag. Hier drehte er sich auf den Rücken und hielt einen Moment inne, und genoss die frische Luft. So verweilte er ein Paar Sekunden, bis er schließlich doch wieder hoch stand und sich umschaute. Auf einem steinernden Podest lagen dutzende von Schriftrollen, von denen Eiyuu sich natürlich eine schnappte und sich dann wieder zur Klippe begab.
    Schließlich stieg er wieder auf seine Kunais und kletterte auf ihnen wieder runter. Ein Glück, dass mir diese Idee gekommen ist. Sonst hätte ich viel zu lange gebraucht. So ging es eigentlich ohne größer Schwierigkeiten wieder runter, EIyuu dachte den Genintitel praktisch schon in der Tasche zu haben, als er plötzlich einen lauten Schmerzlaut vernahm. "Aaauuuu!" Der Blondschopf sah verwundert nach unten, und sah einen anderen Schüler, der seine Kunaileiter entdeckt hatte und sie nun für sich nutzte, Eiyuu war ihm anscheinend auf die Finger getreten. "Hey, pass doch auf, da oben!" "Kann ich doch nichts für, benutz doch nicht meine Leiter." Plötzlich hohlte der Mitschüler des Dangan ein Kunai aus seiner Tasche. "Wie auch immer, du wirst mir jetzt deine Schriftrolle geben, ansonsten könnte deinen Füßen etwas unangenehmes geschehen." "Woher willst du wissen, dass ich eine Schriftrolle habe?" "Wieso sonst würdest du wieder runterklettern?" Dumm ist er nicht, ich sollte auf jeden Fall aufpassen. Der Mitschüler hohlte mit dem Kunai aus, ehe er aber auf Eiyuus Fuß einstechen konnte, schlug dieser es ihm aus der Hand, worauf es ungebremst in die Tiefe stürzte. Das machte ihm aber nichts und er begann gewaltvoll an seinem Bein zu ziehen. "Hey, lass das!" Aber ehe der Blondschopf seine Worte zu Ende bringen konnte, rutschte er ab und fiel, jetzt schon zum zweiten Mal, in die Tiefe. Der Mitschüler hatte sich anscheinend verkalkuliert, denn sobald Eiyuu runterfiel wurde er von ihm getroffen, und rutschte auch ab. Eiyuu aber hatte das Glück, die an seinen Kunais wieder stabilisieren zu können, während sein Mitschüler die halbe strecke zum Boden wieder runterfiel, bis er von Mura aufgefangen wurde. Tja, er fällt dann wohl durch. Eiyuu war vom jetzigen Ereignis zum Glück nur mit einigen blauen Flecken davongekommen. Und so setzte er seinen Weg nach unten fort, welcher ohne weitere große Zwischenfälle verlief, Eiyuu konnte praktisch schon spüren, dass er die Prüfung bestehen wird! Er konnte dieses Gefühl mit jedem einzelnen Nerv in seinem Körper wahrnehmen, sogar schmecken konnte er es! Es schmeckte wie der Sieg.
    Der Fast-Ninja musste nur noch ein viertel des Weges zurücklegen, als er allerdings plötzlich von einem schreien abgelenkt wurde. Akina fiel grade runter, und drohte auf den Boden aufzuprallen. Ach, nein. dachte er sich aber. Sie wird von einem der Prüfer aufgefangen werden. Oder? Er sah sich um, und konnte jeden der Prüfer sehen, jeder war beschäftigt! Also tat Eiyuu das einzige, was er in dieser Situation tun konnte. In dem Moment, in dem Akina seine höhe erreichte, stieß er sich von der Felswand ab, worauf er von Akina mit nach unten gerissen wurde. Erstens wurde Akinas Fall damit verlangsamt, und zweitens würde der Blondschopf Akina am Boden abfedern. Er konnte nicht zulassen, dass ihr etwas passiert. Und so vielen nun beide, und als sie unten aufprallten, umfing ihm Dunkelheit.

    "Schnurzelchen, geh weg vom Licht!" Huh, was? "Wach auf, sonst kannst du doch kein Ninja werden!" Eiyuu fühlte wie sein Körper gerüttelt wurde, und öffnete leicht seine Augen. "Eiyuu, wach auf!" Da öffnete er seine Augen komplett, und sah Fushigis muskulöses Gesicht vor sich. "Was ist passiert? Was ist los?" "Oh, Gott sei dank, du bist wach! Wie viele Finger zeige ich hoch?" "Zwei und einen Daumen." "Ja, richtig, ein Glück. Ich dachte schon, du hättest uns verlassen!" Und da gab es erstmal einen Deathknuddler of ultimate death. Da fiel ihm auch wieder ein was passiert war: Er hatte sich unter Akina geworfen, um zu verhindern, dass sie hart auf den Boden aufschlägt. Inzwischen hatte Fushigi ihn auch schon wieder losgelassen. "Wie gehts Akina?" "Mir gehts gut, keine Sorge. Vielen dank, Eiyuu. Ich möchte mir nicht vorstellen, was mir ohne dich passiert wäre. Wie kann ich mich revanchieren?" "Musst du nicht. Ist doch selbstverständlich." "Hach, so bescheiden. Komm Eiyuu-chan, es wird jetzt bekanntgegeben, wer ein Stirnband bekommt, und wer nicht."

    Die Bekanntgabe~Das Ziel, aber nicht das Ende
    Die Stimmung war angespannt, un die Schüler warteten, so wie bei der Theoretischen Prüfung darauf, aufgerufen zu werden. Die Menge stand vor der Akademie, und am Haupteingang die Prüfer, die nach der Reihe die verschiedenen Schüler aufriefen, und ihnen die Stirnbänder aushändigten, oder eben nicht. Als Eiyuu aufgerufen wurde, hatte er das Gefühl, als ließe sein Herz einen Schlag aus. ANgespannt ging er auf die Prüfer zu, allerdings nicht schlecht-angespannt. Er freute sich schon darauf, denn er wusste, dass er bestanden hatte. "Also, Dangan Eiyuu-san. Deine Punktzahl im Theoretischen Teil beträgt fünfzehn. DU hast im großen und ganzen alles wichtige gesagt, allerdings hätten wir gerne zu jedem jeweils ein Beispiel mehr gehabt. Außerdem haben sich recht derbe Schusselfehler eingeschlichen, zum Beispiel heißt es Mokuton, und nicht Makaton, und die Schattenjutsus der Naras sind ein Hiden, und kein Bluterbe." Verdammt! "Also, zum praktischen Teil. Hier hast du die volle Punktzahl erreicht." "Was, echt?!" "Ja, du hast es geradeso in der vorgegebenen Zeit geschafft, und die Idee mit den Kunais war sehr gut, auch wenn sie etwas spät kam. Du bist zwar zwei Mal runtergefallen, was dir zehn Punkte Abzug beschehrt hat, diese konntest du durch die Extrapunkte aber wieder aufhohlen, die du dadurch bekommen hast, den Chuunin davon abzuhalten, dich runter zu stoßen, und dadurch, dass du Akina-san gerettet hast, als wir nichts tun konnten. Somit hast du insgesamt fünfundachzig Punkte, Glückwunsch, du trägst ab sofort offiziell den Titel Genin!" Und somit überreichte sie Eiyuu Feierlich das Stirnband, mit dem Wappen von Shirogakure drauf. "Wuuuhuuuuu!!!"
    Kiyama Mura und Yamada Hisoya gefällt das.
  9. Kinzoku Kenta

    Kinzoku Kenta Genin

    Beiträge:
    129
    Alter:
    13
    Größe:
    1,60 m
    Fraktion:
    Sora
    Dorf:
    Sora
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    Link
    Geninprüfung Kinzoku Kenta
    - Eine wichtige Lektion über den Wert deiner Klassenkameraden! -

    Prüfer:
    Fushigi (Vorsitz)
    Masaru (Theoretischer Teil)
    Hayabusa Kurenai (Praktischer Teil)

    Teilnehmer:
    Kaneda Orihime
    Kinzoku Kenta
    Harae Samanosuke
    Nori Daisuke
    Hamori Hina


    Prolog
    - Warum Kenta so ein unerträglicher kleiner Klugscheißer ist -

    Achja, der Morgen in Soragakure ... hatte seinen ganz eigenen Charme, über den Wolken den Himmel zu sehen. Kenta blinzelte von seinem bequemen Bett aus durch das große Fenster in seinem Zimmer, schob dann gemächlich die Decke zurück, und schwang sich auf die Kante, wo er sich erst einmal ausgiebig streckte und gleichzeitig leise gähnte. Gestern war es nicht spät geworden, darauf hatte er schon geachtet, also tat er das Gähnen als harmloses Zeichen für guten Schlaf ab. Jawoll. Er lauschte einen Moment auf Geräusche im Flur, aber er schien der erste im Haus zu sein, der aufgewacht war. Das war aber nicht selten und schon gar nicht ungewöhnlich, immerhin hatte sein Zimmer auch das wunderbare große Fenster mit Blick auf die Morgendämmerung! Und da sein verehrter Herr Vater mal wieder im Dienst unterwegs war, teilte der rothaarige Junge sich das Haus zur Zeit nur mit einer notorischen Nacht-Durcharbeiterin, die zufälligerweise auch seine Mutter war. Vielleicht könnte er sogar zur Prüfung gehen und wieder heimkommen, ohne dass sie was merkte? Aber nein, er würde sich brav melden, bevor er losging. Und mit diesem Gedanken stand er auf und fing endlich an, sich anzuziehen. Da Kenta in Unterwäsche schlief, blieb sein Blick naturgemäß einen Moment bei der feinen, vegetabilen Narbenzeichnung auf seinen Armen hängen. Einen Moment hielt er vor dem Kleiderschrank inne und starrte die feinen weißen Linien streng an, als wollte er sie allein mit seinem Blick soweit einschüchtern, dass sie keine weiteren Probleme machten. Sie blieben unbeeindruckt, ziepten allerdings auch nicht. Na gut. Wäre ja noch schöner gewesen, wenn sie ausgerechnet heute etwas erlaubt hätten. Einen Moment später stieg der Kinzoku schon in eine solide dunkelbraune Hose, mit der man zwar keine Starkstromleitungen verlegen, aber doch in einer Werkstatt ganz schön auf den Putz hauen konnte, und zog ein dunkelgrünes Hemd darüber - er konnte zwar nicht vermeiden mit seinen Haaren aufzufallen, aber wenn sie sich heute verstecken mussten würde er zumindest ansonsten ganz gute Startbedingungen haben. Beides lag außerdem so gut an, dass er wohl nicht befürchten musste mit einem Hosenbein oder Ärmel irgendwo hängen zu bleiben (das war auch in der Werkstatt eine ganz schlechte Idee). Kenta überprüfte den Zwischenstand einmal kurz im Spiegel, dann nickte er und schlüpfte in die Kampfstiefel - die waren nicht für die Werkstatt geeignet, weil er da nicht unbedingt Metallkappen am Schuh haben sollte, aber sie waren einfach zu cool um drauf zu verzichten, schon gar am Prüfungstag. Blieb nur noch der Gürtel, in dem er die unvermeidliche Ninjaausrüstung transportieren konnte, und ... jep. Fertig. "Shinobi im Einsatz." Erklärte Kenta zufrieden, als er das Gesamtkunstwerk beurteilt hatte, und lief aus dem Zimmer, um sich von seiner Mutter zu verabschieden.


    Theoretischer Teil
    - Als hätte jemand wie Kenta noch einen Ego-Boost gebraucht! -

    Es hatte sich eine hüsche kleine Gruppe am Prüfungsmorgen versammelt, fand Kenta - neben ihm selbst waren es zwei ihrer regulären Lehrer, und zusätzlich hatte man noch eine Chuunin aus dem normalen Dienst aufgegabelt, wie es gute Tradition war. Kenta kannte die junge Frau nicht, und nachdem er sich während der langweiligen Standardbelehrung einen Spaß draus gemacht hatte, zu überlegen, was wohl ihre Spezialgebiete waren (er war letztlich bei Fernkampf und Shopping angekommen) interessierte sie ihn nicht weiter. Den Vorsitz würde ohnehin Fushigi als Dienstälteste haben, und die war ... uaaagh. Immerhin hatte er sie dazu gebracht, ihn nicht mehr ständig Schnubbelchen zu nennen, auch wenn es ein hartes Stück Arbeit gewesen war. An Mitschülern waren mehr oder weniger die erwarteten da - Kenta nickte Orihime mit einem kleinen Grinsen zu, als er sie erkannte, ansonsten beachtete er die anderen nicht weiter. Er kannte sie schon und traute sich zu, wenn nötig schon an ihnen vorbei zu kommen. Fushigi trat vor und erklärte das Prinzip der theoretischen Prüfung - man würde sie der Reihe nach aufrufen, und jeder bekäme sein eigenes Thema für einen kurzen, spontanen Vortrag mit fünf Minuten Zeit insgesamt. "Laaangweilig." Meinte Kenta augenrollend - und gut hörbar für alle, sobald sie den ersten hineingerufen hatten. Der Kommentar erntete seinerseits Kopfschütteln und ein kritisches "Bist du sicher, dass du die theoretische Abschlussprüfung so leicht nehmen willst?" Von einem brillentragenden Mädchen am Rand der Gruppe. Kentas Grinsen verbreiterte sich ein wenig. "Im Gegensatz zu anderen hier hab ich mir gestern abend nicht die Nägel abgekaut, wenn du das meinst." Erwiderte er fröhlich, und war sehr zufrieden mit sich, als Hina zartrosa anlief und ihre Hände zu Fäusten ballte - entweder weil sie wütend war, oder weil man dadurch ihre Nägel nicht mehr sehen konnte. Hehe.

    Die kleine Gruppe im Klassenzimmer führte vereinzelt noch leise Gespräche, im Großen und Ganzen herrschte aber eine gespannte, abwartende Stimmung unter den Genin. Kenta redete nicht mit - er hatte nichts zu besprechen, und wenn sich ihm jemand zuwandte, antwortete er kurz und sorglos wie immer, auch als sie immer weniger wurden, weil einer nach dem anderen aufgerufen wurde. Kenta war als drittletzter an der Reihe, und schwang sich so dynamisch aus seinem Sitz auf, als hätte das "Kinzoku Kenta!" aus dem Prüfungsraum ihn geradezu herbeibeschworen. Drinnen erwarteten ihn die drei Chuunin, die er vorhin schon gesehen hatte, hinter dem Lehrerpult, und ein offensichtlich für den Prüfling gedachter Platz direkt davor. "Guten Morgen, Kenta-kun. Deine Prüfungsfrage lautet: Was sind Jutsu? Wir möchten etwas hören zu Arten, Einteilung, und Anwendung. Du hast fünf Minuten Zeit zum Vortrag." Kam Fushigi gleich zum Punkt, und Kenta stellte sich selbstsicher vor den dreien auf und begann einen Augenblick später zu sprechen. Er war ruhig, deutlich, und verströmte aus jeder Pore das Bewusstsein, diese Prüfung jetzt schon im Sack zu haben. Es war wirklich einfach - auf den Feinheiten der Sache beliebte Masaru zwar gerne herumzureiten, aber mehr als zwei oder drei Punkte würde selbst der ihm nicht wegnehmen können.

    "Unter Shinobi bezeichnet es gemeinhin erlernbare Kampftechniken, die Wissen über Chakra oder zumindest eine gute Körperkontrolle voraussetzen. Diese unterteilt man noch feiner in die drei großen Kategorien des Ninjutsu, dem die meisten häufig verwendeten Techniken formal zugeordnet werden und das mithilfe von Chakra Materie oder Energie manipuliert, des Genjutsu, das mithilfe von Chakra die Wahrnehmung von Lebewesen beeinflusst, und Taijutsu. Das letzte ist ein Sonderfall, da es nicht den gezielten Umgang mit Chakra voraussetzt und sich vorrangig aus der körperlichen Ausdauer speist - im Gegensatz zu Gen- und Ninjutsu, das auf Chakrareserven zurückreift und meistens mithilfe von Fingerzeichen benutzt wird, wie diesen hier." Während er sprach, demonstrierte Kenta Widder, Ratte, Schlange, und Pferd. "Sie dienen dazu, das Chakra zu formen. Diesen drei groben Kategorien muss man noch eine vierte an die Seite stellen, die Clanjutsu, die nur einem engen Kreis von meist blutsverwandten Shinobi bekannt sind. Ein Shinobi aus einem Clan muss trotzdem sein Nin, Gen, oder Taijutsu trainieren um eine Clantechnik zu lernen, aber sie sind wie gesagt ziemlich exklusiv. Entweder weil sie streng geheim gehalten werden - dann spricht man von Hiden - oder weil sie eine körperliche Besonderheit erfordern, die nur Menschen mit der richtigen Erbanlage besitzen können, dann liegt ein Bluterbe vor. Ein klassisches Beispiel dafür wären die verschiedenen Doujutsu, wohingegen etwa die Jutsu der Puppenspieler eher eine Art Hiden darstellen würden." Kenta lächelte. Sein Vortragsstil war eine Mischung aus ruhigem technischen Vortrag und augenzwinkernd eingebrachten etwas flapsigeren Bemerkungen, wie er sie jetzt einstreute - eigenwillig, aber zu ihm passte es gut und machte die Materie zugänglich. Außerdem umschiffte er gerade eine Feinheit auf der Masaru mal bestanden hatte - Doujutsu waren keine richtigen Kekkei Genkai, weil sie innerhalb des entsprechenden Clans keine Selbstverständlichkeit waren.
    "In der Praxis macht es oft keinen so großen Unterschied, wobei man ein Hiden natürlich aus einem Gefangenen herausfoltern oder von einem Verräter erfahren könnte und es diesen Status somit verlieren kann. Es gibt auch die Kekkei Genkai - Bluterben die entweder fest mit einem Clan verbunden sind oder sporadisch auftreten, ohne dass ein Clan drumherum existiert. Ein typisches Beispiel für einen Clan im Besitz eines Kekkei Genkai wären die Kajiya aus Shirogakure." Kenta sparte sich eine Spitze in ihre Richtung - er glaubte nicht dass es hier Punkte für Clanloyalität gab, und seine eigene Familie klammerte er natürlich schon rein aus Prinzip von den Beispielen aus.
    "Innerhalb von Ninjutsu und Taijutsu werden Jutsu noch einmal weiter unterteilt - Taijutsu teilt sich ein in den Umgang mit den verschiedenen Waffen und den Kampf nach verschiedenen Stilen, und Ninjutsu wird anhand der Naturelemente aufgeteilt, die damit manipulierbar sind. Wer Ninjutsu lernen will, muss sich auf eines der fünf Elemente spezialisieren - das sind Katon, Fuuton, Suiton, Doton und Raiton. Mit welchem man beginnt ist für manche eine Frage der natürlichen Affinität - viele haben eine eindeutige Neigung in eine Richtung, bei manchen wird es erst durch einen Test mit Chakrapapier deutlich. Manchmal liegt die Affinität auch in einem Bluterbe begründet und ist für alle Träger identisch. Selten gibt es auch Kekkei Genkai, die zwei der Elemente kombinieren, um ein drittes hervorzubringen - diese sind fast immer sporadisch, die Clans in denen sie häufig auftraten sind schon lange ausgerottet.
    Die Fähigkeit, neben dem "natürlichen" Element ein weiteres zu erlernen ist jedoch nicht auf Ausnahmetalente beschränkt, da ein erfahrener Ninjutsuka in der Lage ist, seinem Chakra auch eine zweite Affinität zu verleihen. Oder sie darin zu finden - hier gibt es Unterschiede in der philosophischen Herangehensweise."
    Immerhin brachte sogar sein Vater das zustande - es war eine ungewöhnliche Leistung, keine Frage, aber keine meilenweit herausragende. "Jutsu jeder Kategorie werden weiter unterteilt nach ihrem Einsatzzweck - wobei es hier nur die groben Klassen offensiv, defensiv und unterstützend gibt - und ihrem Rang, der in etwa den Schwierigkeitsgrad und das Machtpotential der Technik ausdrückt. Ich sage Potential, weil auch eine schwierige und machtvolle Technik bei falscher Anwendung wenig Wirkung zeigen kann. Die dafür verwendete Einteilung ist ähnlich wie für Missionen. Sie beginnt bei E - was im Grunde Spielereien beschreibt - und endet regulär beim Rang A, der die machtvollsten Techniken einschließt, die gemeinhin genutzt werden. Der richtige Einsatz dieser Techniken kann schon einzeln reichen, um eine Schlacht zu wenden, und ihre Anwender sind in der Regel erfahrene Jounin. Die Ränge dazwischen steigen in Schwierigkeit und Potential langsam zu dieser Stufe auf. Es gibt außerdem den Rang S. Ähnlich wie bei Verbrechern beschreibt er bei Jutsu die, denen man unter keinen Umständen begegnen will. Anstatt eine Schlacht zu wenden vernichten S-Rang Jutsu ein Heer - oder auch mehr als eines, denn diese Techniken sind das Gegenstück einer Naturkatastrophe und darum auch meist verboten. Zuletzt kann man neben dem Machtpotential auch die Anwendungsanforderungen der Jutsu nach Rängen einteilen - es macht einen Unterschied ob man eine Jutsu gerade eben so korrekt formen und das Chakra aufbringen kann, oder ob sie dem eigenen Niveau tatsächlich entspricht. Gleiches gilt für die Chakrareserve eines Shinobi - wer sich überfordert, kann sich selbst kampfunfähig machen oder sogar umbringen. Ich hoffe, das wird mir nicht passieren, da ich zumindest die Grundlagen ganz gut beherrsche." Schloss er, und lächelte breit. Er bekam allerdings nicht ganz die Reaktion, die er wollte - Fushigi schaute zwar nett, aber sie schaute immer nett, und Masaru sagte schlicht: "In Ordnung. Der praktische Teil findet im Waldstück draußen statt, geh schon mal vor und warte dort auf uns." Augenrollend - er hatte das gerockt, und so selbstverständlich wie es war hätten sie das ruhig gleich sagen können - trollte er sich durch den Hinterausgang, ließ sich aber davon die Laune nicht verderben. Wenn der theoretische Teil so ein Witz war ...?


    Praktische Prüfung
    - Es heißt schließlich Nin-ja, nicht Nett-ja ... -

    Wie sich herausstellte, war die langweilige Chuunin aus dem Dorf eine Hayabusa, und hatte den praktischen Teil organisiert. Oder so ähnlich, jedenfalls hielt sie die jetzt folgende Einführung. "Guten Morgen, Prüflinge. Ich bin Hayabusa Kurenai. Eure praktische Prüfung wird darin bestehen, uns drei in diesem Waldstück zu finden, nachdem wir uns versteckt haben. Neben der Schwierigkeit, uns überhaupt zu finden, haben wir auch einige Fallen verteilt. Zudem werden wir euch alle einzeln bewerten - eine Teamnote werdet ihr nicht bekommen, verstanden? Außerdem habt ihr für jeden von uns nur fünf Minuten. Die Prüfung geht über maximal eine halbe Stunde, aber jede Minute mehr kostet euch einen Punkt. Wer in eine Falle latscht, bekommt ebenfalls Punkte abgezogen und verliert natürlich auch Zeit. Wenn ihr irgendetwas besonders dummes oder besonders schlaues macht, können wir auch sonst noch Punkte hinzugeben oder abziehen. Alles klar?" Vielstimmiges "Hai, sensei!" war die Reaktion, und Fushigi hob nochmal kurz die Hand, ehe sie losmarschierten. "Eines noch. Ein Lehrer gilt als gefunden, wenn ihr ihn abgeschlagen habt - laut zu rufen zählt nicht, und da ihr gegeneinander arbeitet, wäre das auch eine sehr dumme Idee. Da es gut möglich ist, dass mehrere von euch uns zeitgleich entdecken, dürft ihr euch beim Abschlagen auch gegenseitig behindern - wenn ihr euch einfach nur so begegnet will ich aber nicht so viel Gewalt sehen, dass wir einen Medic brauchen, verstanden? Im Zielanlauf ist wie gesagt alles erlaubt, aber vorrangig geht es hier um eure Aufmerksamkeit im Gelände. Gut - dann husch und ab auf eure Plätze, Schnubbelchen!" Ugh. Sie hatte es wieder gesagt ...

    Die Gruppe verteilte sich nach einem vorgegebenen Muster um das Waldstück. Allmählich war Kentas Interesse doch geweckt. Sie wurden gleichmäßig verteilt? Das hieß, auch die Lehrer würden einigermaßen symmetrisch verteilt sein, da die Prüfung sonst unausgewogen wäre ... und dass Kämpfe entgegen seiner Erwartung zumindest halb erlaubt wurden, ließ ihn auch nochmal durchgehen, was er über die Kampfstärken und Schwächen seines Jahrgangs wusste. Hmh ... einen Konflikt mit Orihime würde er am liebsten vermeiden oder wenn das nicht ging aus der Nähe führen. Im Nahkampf würde er sie auch ganz ohne Ausbildung zusammenfalten können, sobald er sie einmal zu fassen bekam, aber mit Wurfwaffen war sie ihm ein wenig überlegen. Hina war Spezialistin für Fuuton-Ninjutsu und hier vermutlich ziemlich im Nachteil, weil sie im Moment noch keine sehr imposanten Jutsu besaß. Blöd war sie allerdings auch nicht, er würde sie also gründlich beobachten, wenn er sie traf, ob sie nicht etwas entdeckt hatte. Samanosuke - für Kenta eigentlich uninteressant, außer Taijutsu passte nicht sonderlich viel in seinen Kopf. Er würde mehr Probleme machen als Orihime wenn er direkt an ihm vorbei müsste, aber damit rechnete der Kinzoku nicht wirklich. Daisuke ... ein Generalist und ebenfalls wirklich klug, aber auch ein verdammter Spießer, der sich bisher geweigert hatte, mit Kenta irgendwas zu trainieren, sodass er seine Fähigkeiten nur grob einschätzen konnte. Sobald sie alle in Position waren, blies Masaru in die Pfeife, und es ging los!

    Das Waldstück war ihnen allen nicht ganz unbekannt, weil sie hier schon öfters Übungen abgehalten hatten, aber Kenta musste zugeben, dass so ein Wald sich mit den Jahreszeiten ganz schön verändern konnte. Solange das nicht nur ihn benachteiligte ... er ließ einen wachen Blick über den Boden zu seinen Füßen und das Unterholz gleiten. Zwar konnte man sich auch auf einem Baum verstecken, aber das wäre wesentlich kniffliger zu tarnen als im blickdichten Gebüsch zu ihrer aller Füßen. Und erstaunlich wenig Leute schauten nach, wo sie hintraten. Tehe - Kenta erinnerte sich da an eine wirklich witzige Geschichte mit strategisch verteilten weißen Legosteinen vor den Duschkabinen, aber jetzt war nicht die Zeit über Erinnerungen zu lachen. Die erste Falle, die er so aufspürte, war ein klassisches Fangnetz, dass ihm wegen des etwas aufgewühlten Bodens erstmalig auffiel. Danach bemerkte er auch die vor den Bäumen kaum sichtbaren Seile, die sicher nach oben schnellen würden, sobald ein vorwitziger Akademist hineintappte. Hmm. Aber was war der Auslöser ...? Kenta musterte die Konstruktion kritisch (bei Fallen hatte er sehr gut aufgepasst) konnte aber keinen Fallstrick oder ähnliches finden. Das Seil lief nach oben hin aus in ... Aaaa-ha. Und sie hatte sogar ein Netz mit alten Zweigen aufgespannt, um das Hinaufklettern durch fallende Äste und Blätter schwerer zu machen. Hmm ... aber wozu hatte er schließlich das ganze Seil hier?
    Knapp drei Minuten nach Start tippte der rothaarige Junge grinsend Kurenai auf die Schulter, die es sich ganz oben in einem der Bäume um das Fangnetz bequem gemacht hätte - der Kinzoku hatte es sich einfach gemacht, indem er sich das Seil, in dem das Fangnetz auslief, als Kletterhilfe genommen hatte, statt den präparierten Baum zu riskieren - ging auch wesentlich schneller. "Schönes Nest, Hayabusa-sensei." Lobte er noch mit seinem unschuldigsten Grinsen, und die Chuunin lachte leise (sie kannte ihn ja nicht) und scheuchte ihn dann weiter. Von hier oben konnte er ungefähr absehen, wo im Wald er sich befand - vermutlich hatte er eben schon den schwersten Lehrer gefunden. Wo könnte denn der nächste sein? Kenta seilte sich ab und beschloss, die Waldseite zu wechseln, da er kaum weit hatte laufen müssen um die Hayabusa zu finden, und die anderen eine ähnliche Chance hätten haben sollen. Er kam an einer sehr angespannt über den Trampelpfad huschenden Hana vorbei Sie wirkte aber auch wirklich nervö-
    Nee. Moment mal. Sie tat nervös, tatsächlich lief sie einfach nur möglichst langsam, aber ihr Blick flitzte immer wieder hin und her zwischen dem Boden und - Fushigi, da vorne im Gebüsch! Und sie hatte die Stelle fast erreicht! Kenta wusste, dass er schneller war, also pfiff er auf Diskretion, drehte sich um, und beschleunigte so schnell er konnte. Natürlich hörte Hana ihn jetzt heransausen und beeilte sich selbst, aber Kenta zog an ihr vorbei zwischen zwei großen Bäumen auf das verdächtige Gebüsch zu -

    Und legte sich in einer aerodynamisch nicht uninteressanten Kurve höchst unelegant auf die Fresse, als er über das dünne, aber robuste Seil zwischen den Bäumen fiel. Einen Moment, bevor er unfreiwillig Laub schmeckte (Birke mit einem Hauch Eichen und erdiger Note) spürte er das Seil unter seinem anstürmenden Gewicht nachgeben - und ahnte schon was kam, noch ehe er mitsamt der Laubschicht nach oben gerissen wurde und gute fünf Meter über dem Boden in der Luft baumelte. Ein zweites Fangnetz! Wie hätte er das bitte einplanen sollen? Und leider hatte Hana es definitiv mitgekriegt - sie kicherte leise, als sie über die von Kenta entschärfte Falle lief und Fushigi abschlug. "Wenn du schon abgucken willst, solltest du ein bisschen genauer gucken, Kenta-kun!" Trällerte sie noch fröhlich, winkte zum Abschied, und lief dann rasch weg. Kenta blickte ihr einen Moment wirklich mörderisch hinterher, und war doch ganz froh, dass sein Gesicht voller Laub war - sonst hätte sie sehen können, dass er im Moment so tomatenrot angelaufen war, dass es zwischen Gesicht und Haaren nicht mehr viel Unterschied gab. Wie peinlich war das denn?! Die perfekte Note konnte er jetzt schon mal vergessen ... mit der leise aufflackernden Panik des selbstbewussten Schülers, der mitten in der Prüfung merkt, dass man vom Sprücheklopfen leider doch nicht klüger wird, fingerte er im Gürtel nach seinem Messer und säbelte sich so schnell wie möglich aus seiner misslichen Lage heraus - und das nicht nur, weil er grade eine Menge Zeit verlor ... als er Fushigi schließlich abschlug, war Kenta so bescheiden geworden, dass er sich jeden neunmalklugen Kommentar zu ihrem Versteck sparte und rasch weitersuchte. Zwei hatte er, blieb Nummer drei. Wo würde Masaru sich verbergen? Kenta ging im Kopf noch einmal die möglichen Orte durch, während er suchend durch den Wald huschte. Gebüsch? Hatten sie gehabt. Hoch droben im Baum? Ebenfalls - außerdem war es zeitlich kaum zu schaffen zwei Bäume rauf und wieder runter zu klettern, selbst wenn man wusste, wo die drei steckten. Verdammt, er musste schneller denken, irgendeine naheliegende Möglichkeit übersah er ... bei jedem anderen hätte er keine Ahnung gehabt, aber Masaru war ein Perfektionist, der mit Sicherheit etwas völlig anderes machen würde als seine beiden Kollegen, um sie maximal herauszufordern - Gebüsch und Baumwipfel waren gut, aber auch naheliegend. diese Lichtung da vorne sah komisch aus, aber außer einem hässlichen Stein gab es nichts was -
    Oh. Henge. Kenta verzichtete auf einen erstickten Fluch über seine eigene Blödheit, sondern guckte sich stattdessen vorsichtig in der Umgebung um. Sich an einem völlig exponierten Ort zu verstecken war genau das, was Masaru jetzt tun würde. Und oh super, offenbar hatte auch noch ein anderer diese Idee gehabt ... auf einem Wegstück parallel zu seinem sah er Daisuke langsam, aber zielstrebig in Richtung des Steins laufen, während etwas abseits davon Orihime unterwegs war - ob sie schon eine Idee hatte, wusste er nicht, aber konnte er es riskieren? Daisuke könnte er im Sprint vielleicht abhängen, aber Orihime? Würde knapp werden, und er kam schon langsam aus der Puste. Wenn er rannte, riskierte er einen Wettlauf den er also verlieren würde, ein Angriff schied auch aus - wenn er einen angriff, konnte der andere zum Ziel rennen. Einen Moment war Kenta tatsächlich ratlos. Dann formte sich plötzlich eine Idee in seinem Kopf - rasch, aber möglichst lautlos schlich er auf die beiden zu und zog eines der Standardkunai aus seinem Gürtel. Normalerweise nahm er seine eigenen, aber dass sie hier alle die selben benutzen mussten hatte einen echten Vorteil ... er musste sich unbedingt bei Pakura bedanken. Ihre Reflexe neulich hatten ihn gerade auf eine wunderbare Idee gebracht.
    Wenig später sirrte ein Kunai durch die Luft, haarscharf an Orihimes Stirn vorbei, und bohrte sich in den Baumstamm direkt neben ihr. Es kam ziemlich genau aus der Richtung, in der sie eben einen anderen Prüfling entdeckt hatte - Daisuke! Zu dem Zeitpunkt war ihr erzürnter Gegenangriff aber schon in der Luft, und ein kleines Feuergefecht entbrannte zwischen den beiden verdutzten Akademisten - während der dritte zwar nicht lachend, aber kolossal erleichtert neben Daisuke auf die Lichtung zuhuschte, um dem Stein, der sich als Masaru-sensei entpuppte, auf die Schulter zu klopfen. "Erster ... oder mindestens dritter." Schnaufte er, und wischte sich den Schweiß von der Stirn, um ihn mit der selben Bewegung durch Dreck zu ersetzen. Geschafft. Jetzt nur noch lebend hier wegkommen, bevor die beiden Geleimten ihn an Ort und Stelle erdolchten.



    Bewertung​

    - Manche Leute brauchen einfach einen Dämpfer ... -

    Gut vierundzwanzig Stunden nach Prüfungsbeginn hatte die kleine Gruppe sich wieder vor dem Schulgebäude eingefunden, wo sie sich vorher schon versammelt hatten. Ihre drei Lehrer waren frisch und munter wie immer und warteten bereits - Masaru und Kurenai hielten jeweils ein Klemmbrett, auf dem sie wohl Punktzahlen für die beiden Prüfungsteile notiert hatten, Fushigi hielt dagegen hatte eine kleine Kiste mit funkelnagelneuen Stirnbändern in der Hand. Im Gegensatz zu den Lehrern sahen die Prüflinge alle immer noch recht mitgenommen aus - manche, wie Orihime und Daisuke, hatten einige Schnittwunden aufzuweisen, während der Rest nur hier und da mit dem Boden kollidiert war - den Dreck hatten sie zwischenzeitlich abduschen können. Kenta empfand allerdings nicht wenig Genugtuung dass Hana im vollen Baumlauf in die Astfalle der Hayabusa gerannt war, obwohl man ihr heute schon nichts mehr davon ansah - ihm von seinem Missgeschick natürlich ebensowenig. Er dachte kurz über einen lockeren Kommentar nach, aber Masaru bat um ihre Aufmerksamkeit, und Kenta wandte sich rasch ab, um ihn zu verstehen. Wäre ohnehin blödsinnig gewesen auf seinen eigenen Fehltritt aufmerksam zu machen.

    "Wir beginnen mit der Benotung des theoretischen Teils. Ich freue mich sagen zu können dass fast alle von euch eine akzeptable Leistung gebracht haben." Fushigi rief sie der Reihe nach auf und erklärte in ihren üblichen flauschigen Worten Punktzahl und den Grund dafür - als die Reihe an Kenta war, schüttelte sie schmunzelnd den Kopf. "Kinzoku Kenta ... inhaltlich und formal hast du einen sehr schönen Vortrag gehalten und auch wunderbar vorgetragen! Man merkt zwar dass den Spezialgebiet Ninjutsu ist, aber wir haben keine Fehler gefunden die wir dir anhängen könnten, und du bist auch in der Zeit geblieben. Aber hör um Himmels Willen auf so zu grinsen wenn du sprichst, sonst wird dein erstes Team dir den hübschen jungen Hals umdrehen! Von meiner Seite aus aber - volle Punktzahl." Sie zeigte ihm einen Daumen nach oben. Puh. Der Junge lächelte müde über den Ratschlag, den er so schon oft gehört hatte, und wirkte nicht als würde er sich ihn zu Herzen nehmen. Immerhin, soweit hatte seine Intuition ihn nicht verlassen. Masaru verkündete direkt im Anschluss die praktischen Ergebnisse, aber die Details der anderen interessierten Kenta nicht besonders - auch nicht, dass Daisuke versuchte, ihn mit Blicken zu erdolchen, als er sich wieder neben ihm einreihte. "Ich war so nah dran an hundert!" Zischte er. "Dreckskerl." Offenbar hatte er eins und eins zusammengezählt, nachdem Masaru erklärt hatte, er sollte besser aufpassen wer aus seinem Rücken mit Kunais warf. Kenta zuckte mit den Schultern - lass dir endlich Augen im Rücken wachsen, sollte die Geste vermitteln, und neunzig ist außerdem überhaupt nicht nahe an hundert (Kenta konnte mit seinen Schultern sehr beredt sein). Schließlich war die Reihe an ihm.

    "Kenta ... du bist der größte Unruhestifter, der uns hier seit einiger Zeit untergekommen ist." Eröffnete Masaru kritisch und schaute von seinem Klemmbrett auf. "Wir haben kurz diskutiert, ob die Aktion am Schluss statthaft war. Allerdings war sie auch durch nichts verboten und es kam nicht zu ernsthaften Schäden, deshalb ist nicht ersichtlich, warum sie dich disqualifizieren sollte." Er war auch überhaupt nicht zornig - erstens war das unprofessionell, zweitens war auch von vornherein klar gewesen dass der Junge Ärger machen würde - die tatsächlich ganz spannende Frage war nur geblieben, welche Art von Ärger. Dass es so verlaufen war, bot Masaru jetzt zum Ende von Kentas Akademiezeit auch eine dringend nötige Gelegenheit, ihm zu zeigen, dass sein wildes Verhalten Konsequenzen hatte. Er war intelligent genug, das zu verstehen - es kam nur darauf an, die Botschaft wirklich deutlich genug zu machen. "Gegen einen gewissen inneren Widerstand kommen wir also zur Benotung des praktischen Teils." Etwas um seine Mundwinkel zuckte, und Kenta überkam erstmals der mulmige Gedanke, dass er den Bogen in der Vergangenheit vielleicht ein bisschen überspannt hatte. Masaru machte nie Witze, oder zitierte irgendeine seltsame Formulierung von jemand anderem. Er war etwa so lustig wie ein Amboss, der nie jemandem auf den Zeh fiel, oder ein Geigenkasten, in dem sich tatsächlich eine Geige befand. War sein Hemd heute eigentlich noch braun oder schon grün ...? "Du hast uns alle erreicht und beginnst also auch hier mit voller Punktzahl. Allerdings ziehen wir dir für das wirklich gedankenlose Auslösen der Falle zehn Punkte ab. Da Arroganz dich im Einsatz leicht das Leben kosten kann, kommst du hier eigentlich ganz glimpflich davon. Du hättest es besser wissen müssen, vor allem weil du mir mal eine ganz ähnliche gestellt hast ... jedenfalls deuten alle Indizien darauf hin, auch wenn wir nichts beweisen konnten. Möchtest du dich nicht dafür bedanken, dass ich keinen Rübensirup auf dem Boden verteilt habe wie du damals ...?" Kenta holte scharf Luft und blieb über dem leisen Gekicher aus dem Hintergrund so stoisch-würdevoll, wie man das mit schamroten Wangen eben sein konnte. Das Ding war nicht mal für Masaru gedacht gewesen, aber alles außer Schweigen hätte ihn jetzt vermutlich endgültig blamiert. Dankenswerterweise war Kentas Lehrer wesentlich netter als er es in dieser Situation gewesen wäre, und stellte ihn für gerade mal eine stille Minute an den Pranger, während der er die brodelnde Scham aushalten und (stolz wie er war) obendrein noch verstecken musste. Normalerweise hätte Masaru so eine Maßnahme ohnehin nicht benutzt, weil es seine Autorität infragestellte, sich derart auf den Gruppendruck der anderen zu verlassen, aber in dieser Situation schien es ihm doch angemessen, da Kenta eine sehr wichtige Sache auf die einfache Art offenbar nicht verstanden hatte. "Natürlich erwarte ich nicht dass du so dumm bist gegen dich selbst auszusagen. Aber wie du siehst hat es Nachteile, auf Kosten der anderen für sich allein zu kämpfen, auch wenn das Prüfungsformat es sicher gefördert hat. Bitte arbeite an deinem Verhältnis zum Rest deines Jahrgangs. Sie werden sehr bald deine Kollegen und irgendwann auch Vorgesetzten sein." Kenta biss sich auf die Lippen, ehe er antwortete, dann erwiderte er mit fast ebenso ruhiger Stimme: "Vielen Dank für eure Sorge, sensei, aber die Nachteile kann ich ertragen."
    "Ich habe keinen Zweifel. Nimm es als freundliche Erinnerung für deinen weiteren Lebensweg. Für die drei Minuten Verspätung verlierst du analog auch drei Punkte."
    Moment ... das ergab siebenundachzig. Kenta machte ein ersticktes Geräusch - siebenundachtzig war zwar locker bestanden, aber auf eine ziemlich blamabel drei Punkte unter Daisuke liegende Weise. Er konnte dessen hämisches Grinsen in seinem Rücken praktisch spüren - fühlte sich an wie ein Stromschlag, der über seinen Rücken tanzte. Nur mühsam hielt der Kinzoku Arme und Hände still und wartete ab, was jetzt denn noch auf ihn zukam.

    Fushigi fiel schließlich ein - nach einer gefühlten Ewigkeit, auch wenn sie tatsächlich wohl ziemlich schnell das Wort ergriff. "Allerdings haben wir deinen Fall etwas ausführlicher besprochen, und nach nochmaliger Beurteilung sind wir der Ansicht, dass du im Angesicht deines Rückschlages bewundernswerte Hartnäckigkeit bewiesen hast. Außerdem warst du der erste, der Kurenai abgeschlagen hat - und der einzige, der ihren Test mit den fallenden Zweigen umgehen konnte. Deine Improvisationsgabe und das strategische Geschick, deine Kontrahenten beim dritten Punkt gegeneinander auszuspielen, möchten wir also ebenfalls berücksichtigen. Hartnäckigkeit allein ist keine Punkte wert - da deine dich aber zum Ziel geführt hat, berücksichtigen wir sie und dein Täuschungsmanöver mit fünf Zusatzpunkten. Dass du auf so gewitzte Art den Falkenhorst erreicht hast, ist mir ebenfalls zwei Punkte wert. Angesichts des Schnitzers mit der Falle können wir dir natürlich nicht die volle Punktzahl geben. Daher bekommst du insgesamt vierundneunzig Punkte ..." Den Rest hörte Kenta nicht mehr so gut - er nahm sein Stirnband entgegen und beeilte sich, dass er hier wegkam. Zur Bücherei oder direkt nach Hause. Er würde Daisuke im Moment zutrauen ihn mit einem Atlas zu verprügeln wenn er zu lange in seiner Sichtweite blieb, und wer konnte sagen was Orihime jetzt dachte, aber das war ihm ziemlich egal - er hatte bestanden. Und noch um vier Punkte besser als der Langweiler! Dass ihm von Masarus gründlicher Ermahnung noch ein wenig der Kopf schwirrte und er vermutlich ein paar Stunden brauchen würde, um seine Gefühle zu sortieren, blendete er mal fein säuberlich aus als Grund für die rasante Flucht ...

    Naja. Außerdem wollte er vermeiden, von Fushigi umarmt zu werden.
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  10. Meteki Pakura

    Meteki Pakura Genin

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    Sora
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    Kiri
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    Link
    Geninprüfung von Meteki Pakura

    Prüfer:
    Ayaka
    Masaru
    Tetsuna Daisuke

    NPC’s
    Naori
    Shira-Onna
    Inotama
    Takero
    Ohane
    Yarui
    Raidou

    Der Morgen vor der Prüfung
    Kalt… Blut… Schmerzen… Mit einem Ruck saß Pakura aufrecht an ihrem Schreibtisch während ihr der kalte Schweiß von der Stirn rann. Sie hatte schon wieder von der Nacht geträumt, als die Schwarzhaarige und ihr Zwillingsbruder im Wald nahe Kirigakure von Wölfen umzingelt wurden. Im Gegensatz zum realen Ereignis traf die Suiton Anwenderin den Leitwolf im Traum nie und Yamato wurde daraufhin stets durch diesen getötet. Wenn die Meteki nicht durch die Berührung einer winzigen Zunge am linken Augenlied geweckt worden wäre, hätte das Mädchen diesen Horror just in diesem Moment erneut über sich ergehen lassen müssen. Stattdessen blickte sie schwer atmend in die klaren schwarzen Augen von Yoko. Die Ratte saß direkt vor der Shinobi- Anwärterin auf dem Schreibtisch und erwiderte den Blick ruhig. Pakura führte ihre rechte Hand langsam zu dem Tier und begann dieses mit einer sachten Bewegung zu streicheln. [Danke, Yoko-chan. Wenn Du mich nicht geweckt hättest…] Plötzlich sprach die Rotäugige von ihrem Stuhl auf und blickte auf den Wecker, welcher am anderen Ende des Raumes auf dem Tisch neben ihrem Bett stand. 7:23 Uhr zeigte das Objekt, welches ein Shurikenmodell mit zwei Kunai als Zeiger darstellte. Nicht mal mehr eine dreiviertel Stunde bis zum Prüfungsbeginn. Hektisch rannte die Ninjutsuka ins Bad, während ihr drei Paar winziger Augen mit irritiertem Ausdruck folgten. In Anbetracht der geringen Zeit verwundert es wohl nicht, dass die Vierzehnjährige sich an diesem Tag mit einer Katzenwäsche begnügten musste. Bereits nach wenigen Minuten kam sie wieder durch die Tür und begann damit, sich anzukleiden. Da die Kunoichi von der bevorstehenden praktischen Prüfung wusste, wählte sie ihre Missionskleidung, bestehend aus einer schwarzen Hose, einem Schwarzen T- Shirt, der braunen Lederjacke und den schwarzen Shinobi- Sandalen. Da die Kleine an diesem Tag weder mit Sound- Genjutsu, noch mit Angriffen auf die Atemwege rechnete, sparte sie sich das entsprechende Equipment. Dagegen war die sonstige Ausrüstung schon enorm wichtig. Wer zum Prüfungstag ohne Shuriken und/oder Kunai auftaucht ist es auch nicht wert zum Genin ernannt zu werden. Die obligatorischen drei Makimono durften natürlich auch nicht fehlen. Eine für die private Ausstattung, eine für Buki und Bōgu und eine für Verpflegung. Diese band die Schwarzhaarige sich stets auf Höhe der Hüfte rechts an die Kette, welche sie gerne als Gürtel verwendete. Nun endlich vollständig gekleidet verabschiedete die Akademistin sich noch von ihren pelzigen Mitbewohnern und rauschte mitsamt ihres Longboards durch die Tür des Apartments, welches sie nun schon ein paar Jahre bewohnte.

    Auf der Straße herrschte bereits reges Treiben. Die Läden im Dorfzentrum würden in Kürze öffnen und ihre zahlreichen Waren an die zahlungsbereite Kundschaft abzudrücken. Für gewöhnlich traf sich die Meteki immer mit Naori, um mit ihr zusammen den Schulweg anzutreten. An diesem Tag würde die Yuudari aber wahrscheinlich bereits vor dem Prüfungsraum warten und mental die wichtigste Theorie durchgehen. Somit schwang sich die Ninjutsuka auf ihr Longboard und heizte die Straßen so schnell wie möglich entlang, um noch rechtzeitig zur Prüfung zu erscheinen. Rikudo sei Dank, dass die Vierzehnjährige es noch schaffte, sich kurz vor knapp in den ausgeschilderten Wartebereich zu begeben und das Board wieder in der privaten Fuinrolle zu versiegeln.

    „Wo bleibst Du, Paki-chan? Der Erste wurde schon reingerufen.“ Wurde die Rotäugige von ihrer besten Freundin begrüßt. „Was, schon? Das ist zu früh! Naja, wenigstens müssen wir nicht ewig warten.“ antwortete diese, woraufhin die Beiden, gemeinsam mit ihren Kameraden, auf Einlass warteten.

    1. theoretischer Teil
    Schon kurze Zeit später wurde die Meteki in den Prüfungsraum gerufen. Es war ein sehr großer junger Mann mit weißen Haaren und Kirigakure Stirnband, der das Mädchen in die Prüfung beorderte. Ein letztes Mal atmete die Rotäugige tief durch und blickte nervös zu der Geisterflüsterin herüber und folgte anschließend dem Hünen. Sie kannte den Shinobi vom Sehen her, weil er offenbar ein Spross aus gutem Kirigakurer Hause war. Ansonsten wusste die Ninjutsuka aber nicht viel über ihn. Am anderen Ende des rechteckigen Prüfungsraumes befand sich ein wuchtiger Tisch mit vier schweren Stühlen aus dunklem Holz. Drei Stühle auf Seiten der Prüfer und einer, der offensichtlich für den Prüfling gedacht war. Das Muskelpaket setzte sich auf den freien Stuhl bei den Prüfern. Die anderen Stühle wurden bereits von Ayaka-sensei und Masaru-sensei besetzt, die Pakura beide bereits aus dem Unterricht kannte. Viel unterschiedlicher hätte das Prüfertrio rein optisch nicht sein können. Auf der linken Seite saß die zerbrechlich wirkende Ayaka mit ihren rosa Haaren und dem gleichfarbigen Plüschschwein vor sich auf dem Tisch, in welches sie selber die Worte „Good Luck“ eingenäht hatte. Auf der rechten Seite saß, wie gesagt, der weißhaarige Kiri Nin, welcher mit seinen verschränkten Armen und dem undefinierbaren Gesichtsausdruck seinen Teil zu Pakuras Nervosität beitrug. In der Mitte saß Masaru mit einem Klemmbrett in den Händen. Dieser richtete auch gleich das Wort an die Schwarzhaarige: „Herzlich willkommen zu Deiner Geninprüfung, Pakura-san. Ayaka und mich kennst Du ja bereits. Der Herr zu meiner Linken ist Tetsuna Daisuke und er wird den heutigen Prüfungen beiwohnen.“ Nachdem die Vierzehnjährige und Daisuke sich grüßend zugenickt hatten fuhr der Rothaarige Lehrer fort: “Ich werde heute den theoretischen Teil leiten. Dein Thema lautet Ningu also erzähl uns bitte alles, was Dir zu diesem Thema einfällt.“ Mit diesen Worten wurden die Blicke von allen dreien ein wenig erwartungsvoller und das Mädchen begann ihren Vortrag:

    „Der Begriff Ningu bezeichnet die Waffen und Ausrüstungen, die Ninja benutzen.
    Sie werden in drei große Kategorien eingeteilt. Zunächst gibt es die Bugu "Ausrüstungen". Diese werden wiederum in Buki "Waffen" und Bōgu "Schutzausrüstung" unterteilt. Zu ihnen gehören unter anderem Kunai, Shuriken, Senbon und Schutzkleidung, wie beispielsweise die Westen der Chuunin und Jounin. Die zweite Kategorie ist die der Dōgu "Geräte", welche ebenfalls in zwei Unterkategorien, nämlich Ninjutsu Yōgu "Ninjatechniken-Werkzeuge" und Iryō Yōgu "Heilende Arztwerkzeuge" unterteilt wird und unter anderem Fallen und Kommunikationsgeräte, Makimono…“
    Pakura deutete auf die Schriftrollen an ihrer Hüfte "…, Kibakufuda und Rauchkugeln umfasst.

    Die dritte Kategorie, Hiyaku „Geheimmedizin" genannt, besteht aus ganzen drei Unterkategorien. Diese sind Chiryōyaku „Behandlungsmittel", Jiyōyaku, „Stärkungsmittel" und Gekiyaku „Starke Arzneimittel". Zu den Hiyaku zählen beispielsweise die Nahrungspillen und diverse Schlafmittel. Sie können nur von ausgebildeten Iryonin verwendet werden. Je nachdem wie versiert der jeweilige Anwender im Umgang mit Ningu ist kann alles mehr oder minder gefährlich sein. Ein Schwert ist beispielsweise vom Prinzip her gefährlicher als ein Seil. Wenn aber ein erfahrener Shinobi mit einem Seil bewaffnet gegen einen im Kenjutsu eher unerfahrenen Shinobi antritt kann dieser seinen Kontrahenten problemlos bezwingen. Die wertvollsten Waffen, welche einem Shinobi zur Verfügung stehen sind jene, die aus einem speziellen Chakrametall angefertigt wurden. Diese können im Gegensatz zu normal gefertigten Waffen Chakra leiten und im Kampf verheerenden Schaden anrichten. Die Möglichkeiten richten sich hier nach den Chakranaturen, welche der Besitzer beherrscht. Ich beherrsche beispielsweise die Chakranatur „Suiton“. Wenn ich diese auf eine Waffe aus Chakrametall anwenden würde, bekäme die Waffe eine von zwei möglichen zusätzlichen Eigenschaften. Eine glitschige oder klebrige Oberfläche. Aufgrund der Seltenheit des genannten Metalls werden solche Waffen aber ausschließlich an erfahrene Chuunin oder Shinobi mit höherem Rang ausgehändigt.“

    Ein hohes Maß an Stolz durchdrang die Meteki, nachdem sie auch den letzten Satz ihres sehr ausführlichen Vortrages beendete. Masaru und Daisuke ließen sich nicht anmerken, ob sie mit dem Vortrag des Prüflings zufrieden waren. Ayaka hingegen bedachte ihre Schülerin mit einem glücklichen Funkeln in den Augen. Nachdem Masaru auf dem Blatt Papier, welches an seinem Klemmbrett befestigt war, noch einige Notizen verfasst hatte, richtete er wieder das Wort an die Schwarzhaarige: „Nun gut, und jetzt erzähle uns noch ein wenig über die Buki.“ Darauf tat diese, wie ihr geheißen:

    „Selbstverständlich Masaru-sensei, es gibt vier Arten von Buki. Die Standardwaffen, welche ein jeder Shinobi nutzen kann und sollte, die regulären Waffen, Fernkampfwaffen und Musikinstrumente, welche für spezielle Genjutsu verwendet werden. Die regulären Waffen lassen sich in weitere drei Kategorien unterteilen. Diese wären Ninjawaffen, Kriegswaffen und Mönchswaffen. Die Einteilung der Waffen erfolgt einerseits nach ihrem historischen Ursprung, wie auch nach ihrer Führungsweise. Ninjawaffen wurden schon immer von Shinobi verwandt, da sie größtenteils gut am Körper versteckt sowie für getarnte Attentate verwendet werden können. Kriegswaffen wurden schon immer von Militärs und auch von Gesetzlosen verwendet. Diese sind meistens sehr groß, schwer und umständlich zu handhaben. Mönchswaffen sind das genaue Gegenteil von Kriegswaffen. Sie lassen sich weniger durch die pure Kraft, als durch Geschick und Anmut definieren. Aus diesem Grund wurden sie schon vor Jahrtausenden von Mönchen zur Unterstützung ihrer Kampfstile verwendet. Welche Waffenkategorie man verwendet entscheidet sich immer nach den eigenen Fähigkeiten. Eine perfekte Lösung für alle gleichermaßen gibt es hier nicht.“

    Gleiche Situation wie vorher auch. Nachdem Masaru seine Notizen beendet hatte, sprach er abschließend zur Suiton- Anwenderin: „Das genügt. Begib Dich nun in den Wartebereich, wo Du auch eben schon gewartet hast. Sobald alle Prüflinge ihre Theorie absolviert haben, werden wir euch zum Gebiet geleiten, das für die praktische Prüfung abgesperrt wurde.“

    Der Prüfling verabschiedete sich und begab sich erneut in den Wartebereich, wo sogleich der Nächste für die Prüfung abgeholt wurde.

    2. praktischer Teil
    Knapp zwei Stunden später wurden alle acht Prüflinge von Masaru und Daisuke zu einem nah gelegenen Waldstück geführt, welches Pakura bereits durch einige Unterrichtseinheiten bestens bekannt war. Ayaka hatte sich zeitgleich zurückgezogen, um die Ergebnisse der theoretischen Prüfungen auszuwerten. Der Prüfungsbereich war in Form eines achteckigen Sterns abgesteckt und jeder Anwärter wurde auf die Koordinaten verteilt, die je einer der Ecken entsprach.

    Die zwei Stunden Wartezeit hatte die bisherige Akademistin damit verbracht, alle Prüflinge zu identifizieren und deren Fähigkeiten zu eruieren. Sie kannte bereits jeden Einzelnen von ihnen durch gemischte Trainingseinheiten. Naoris Fähigkeiten kannte sie dabei natürlich am besten. Diese war eine Spezialistin, wenn es um Genjutsu ging. Allerdings beherrschte sie keinerlei Taijutsu und auch in der Anwendung von Ninjutsu war sie nie besonders talentiert. Die braunhaarige Ohane war eine Koryphäe auf dem Gebiet des Taijutsu. Für alles, was Chakrakontrolle beinhaltet fehlte ihr allerdings schon immer die Motivation. Shira-Onna und Takero konnte sie am wenigsten einschätzen. Die Schwarzhaarige wusste einzig, dass beide Ninjutsu und Taijutsu gleichermaßen trainiert haben. Yarui und Raidou konnten gut mit Ninjutsu umgehen, waren aber größere Talente im Taijutsu. Die größte Schwäche der Beiden war, dass sie unfassbar leicht zu reizen waren und diese Eigenschaft immer beim jeweils anderen anbrachten. Wenn sie am selben Ort waren, konnte ein Streit nicht lange auf sich warten. Last but not least war da noch Inotama. Ein arroganter Bursche mit Talent für Genjutsu. Er war nicht so begabt wie Naori, aber im Gegensatz zu ihr dafür auch im Taijutsu zu gebrauchen. Alles in allem war jeder ein gefährlicher Gegner für die Ninjutsuka.

    Nachdem Daisuke den Startschuss in Form einer Feuerkugel gegeben hatte spurtete die Kunoichi in den Wald. Wie Masaru zuvor erklärt hatte, wurden sie alle nach Schriftrollen suchen, welche im Wald versteckt seien. Die Schriftrollen waren durchnummeriert und jeder Prüfling hatte zwei Nummern zugeteilt bekommen, die es zu finden galt. Zusätzlich zu diesen beiden Nummern musste jeder Teilnehmer noch eine weitere Schriftrolle finden, deren Nummer irrelevant war. Für das Ganze waren gerade mal 25 Minuten angesetzt. Jede weitere Minute führte zu Punktabzügen. Die Schriftrollen konnte überall versteckt sein, weshalb die Meteki in beinahe jeden Busch und auf vielen Bäumen danach suchte. Dort fanden sich allerdings in den ersten Minuten ausschließlich Nieten in Form von unbeschrifteten Schriftrollen. Jedoch wurde die Aufmerksamkeit der Rotäugigen im nächsten Moment auf die Probe gestellt, als plötzlich Kampfgeräusche den Wald durchdrangen. Pakura folgte den Lauten zu Yarui und Raidou, welche sich aufgrund einer Schriftrolle schlugen. Diese lag in einer frisch ausgehobenen Grube und die geübten Augen des Mädchens konnten erkennen, dass jeder der Streithähne bereits eine Schriftrolle ergattern konnte. Sie hatten ihre Schriftrollen an den Gürtel gebunden, wo diese nun im Kampfgeschehen unkontrolliert hin und her schwangen. Die Ninjutsuka pirschte sich an ihre Kontrahenten heran und warf einen Stein ins Gebüsch hinter Raidou, woraufhin sich dieser und auch Yarui zu diesem Gebüsch drehten. Anschließend erschuf die Schwarzhaarige mit dem Mizú naifu no Jutsu zwei Kunai in ihrer linken Hand und hob einen weiteren Stein vom Boden auf. Die Kunai warf das Mädchen so, dass die Schnüre durchtrennt wurden, welche die Schriftrollen an den Gürteln der beiden Akademisten hielten. Damit diese das nicht mitbekamen, warf Pakura nahezu zeitgleich den Stein auf Raidous Rücken, woraufhin dieser sich mit den Worten „Na warte, Du Feigling“, auf Yarui stürzte. Pakuras Plan, die Beiden weiter gegeneinander anzustacheln, war also aufgegangen. Im Kampf entfernten die Beiden sich nun von den Schriftrollen, so dass die Suiton- Anwenderin diese ohne Probleme einsammeln konnte. Es handelte sich um die Nummern eins, drei und vier. Die Nummer drei gehörte zu den Nummern, welche sie suchen sollte. Zusätzlich nahm sie auch noch die Nummer eins mit. Als die irrelevante Nummer. Wirklich über ihren Erfolg freuen konnte die Kunoichi sich aber nicht, da sie plötzlich hinter sich eine Stimme sagen hörte: „Gar nicht so schlecht, für so einen Loser.“. Noch bevor die Ninjutsuka sich umdrehen konnte, wurde sie in einem Genjutsu gefangen. Die Umwelt veränderte sich nur geringfügig. Mit der Ausnahme, dass Pakuras Füße in einem schweren Betonklotz eingeschlossen waren. Kein Versuch, ihre Füße zu befreien, funktionierte und gerade als sie aufgeben wollte, löste sich das Genjutsu schon auf. „Ist wieder alles in Ordnung, Paki-chan?“, sprach sie die vertraute Stimme Naoris an. Die Meteki lag auf dem Boden des Waldes, wo sie gerade noch gestanden hatte. Neben ihr hockte Naori und ein paar Meter abseits lag Inotama, der nun offensichtlich in einem Genjutsu gefangen war. „Wir müssen hier verschwinden, Paki-chan. Mein Jutsu wird Inotama-san nicht lange aufhalten.“ Pakura nahm also ihre die drei Schriftrollen, welche noch neben ihr auf dem Boden lagen und folgte Naori etwa 100 Meter gen Norden. Dort erklärte Naori ihrer Freundin, wie sie Inotama beschattete, da sie auf seine Schriftrolle aus war. Ihr würde noch die Nummer vier fehlen und Inotama hätte wohl nur die Nummer zwei besessen, welche Pakura noch fehlte. Leicht verblüfft über den Zufall tauschten die Beiden die Schriftrollen mit den Nummern zwei und vier und machten sich auf, in die Sicherheitszone im Süden zu kommen. Dort warteten bereits Ayaka, Masaru und Daisuke. Auch Shira-Onna, Takero und Ohane schienen bereits vor einigen Augenblicken mit ihren Schriftrollen angekommen zu sein. Seit Beginn der praktischen Prüfung waren 23 Minuten vergangen. Pakura und Naori waren also noch rechtzeitig fertig.

    Die Verleihung der Stirnbänder
    Nachdem Raidou, Yarui und Inotama 30 Minuten nach Beginn der praktischen Prüfung noch nicht erschienen waren, machte sich Daisuke auf den Weg in den Wald, wo er die Drei wenige Minuten später auch schon herausführte. Nachdem sich alle acht Prüflinge in einer Reihe aufgestellt hatten begann Masaru mit der Punkteverteilung. Diese erfolgte in der Reihenfolge, in der die Teilnehmer die Prüfung abgeschlossen hatten. Shira-Onna und Takero erzielten sowohl theoretisch als auch praktisch die volle Punktzahl. Ohane bekam für die Praxis alle 70 Punkte, aber dafür nur 15 in der theoretischen Prüfung. Als nächstes wandte sich Masaru an Pakura: „Nun zu Dir, Pakura-san. In der Theorie hast Du mit Deinem Vortrag all unsere Erwartungen erfüllt. Damit bekommst Du hier die vollen 30 Punkte. In der praktischen Prüfung hast Du ebenfalls überzeugt. Du hast beide Schriftrollen mit den vorgeschriebenen Nummern und auch die Dritte gefunden. Die Zeit hast Du ebenfalls eingehalten. Daher hast Du Dir insgesamt alle 100 Punkte verdient. Herzlichen Glückwunsch.“. Mit diesen Worten reichte Ayaka der neuen Genin freundlich lächelnd ihr Stirnband mit dem Emblem von Kirigakure. „Ich habe es wirklich geschafft? Ich habe es geschafft!“ realisierte die Kunoichi ihren Erfolg und rief noch ein letztes „YATTA!!!“ heraus. Naori hatte es ebenfalls auf die 100 Punkte gebracht. Mit dem Vermerk zur Theorie, dass die Yuudari doch an ihrem Selbstbewusstsein arbeiten solle. Von den übrigen Drei hatte keiner bestanden, da sie von den 70 praktischen Punkten nicht einen erlangen konnten. Den Rest der Woche feierte Pakura ihre Beförderung und auch wenn Naori weiterhin in die vielen Trainingseinheiten innerhalb des Klans wahrnehmen musste, ließ ihr Großvater ihr genügend Freizeit, um mit ihrer besten Freundin gemeinsam zu feiern.
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  11. Takegatama Yuichiro

    Takegatama Yuichiro Genin

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    Andere


    Nicht zu spät kommen! Auf zur Geninprüfung!


    …damit hast du nicht die nötige Anzahl an Punkten erreicht. Es tut mir leid, aber damit bist du durch die Genin-Prüfung gefallen!“ Stille herrschte nach diesen Worten auf dem Gelände vor der Akademie. Die angehenden Genin standen in einer Reihe und bekamen einer nach dem anderen ihre Prüfungsergebnisse. Alle bestanden doch Yui…nicht. Wie konnte das nur passieren? Er hatte doch alles richtig gemacht, oder? Die Theorie war kein Problem. Es ging um die verschiedenen Arten von Ninja-Waffen und deren Art und Weise der Benutzung. Hatte er wirklich dort so sehr versagt? Der Praxisteil war doch ebenfalls ein Klacks. Doch wie ihm mitgeteilt wurde, war die erforderliche Punktzahl um einen einzigen Punkt nicht erreicht. „Wie…Wie konnte das…passieren?“, kam es nur in seinen Gedanken auf. Von Mal zu Mal wurde das Gefühl in ihm wütender. „Hätte ich mich doch nur mehr angestrengt. Ich bin einfach noch nicht gut genug!“ Hinter ihm ertönten auf einmal Schritte, worauf eine kratzige, alte Männerstimmte folgte. „Ich bin enttäuscht von dir, Yuichiro. Du hättest wirklich niemals in diese Welt kommen dürfen! Verschwinde und komm bitte nie wieder. Das wäre besser für alles und jeden!“ Es war die Stimme seines Vaters gewesen. Sein wütender Blick durchstach den Jungen wie ein Kunai. Neben ihm stand seine Mutter, jedoch mit einem sehr enttäuschten Blick. „Du bist eine Schande. Ich möchte dich nicht mehr sehen. Geh mir aus den Augen“, waren die einzigen Worte die ihr entwichen. Dass selbst die Person, die den Schwarzhaarigen immer wieder aufbaute und unterstützte jetzt sowas sagte war wirklich das, was ihm den Rest gab. Seine Knie wurden immer schwächer. Mit jedem Moment gaben sie immer weiter nach, bis Yui schlussendlich, vollkommen zerstört, auf den Boden starrte und sich kein bisschen mehr rührte. „Ich habe versagt…ich bin zu schlecht…ich habe alle enttäuscht…ich hätte nicht geboren werden sollen…“, murmelte der Akademieschüler nur vor sich hin. Mit der Zeit wandelte sich sein Blick von Trauer zu Wut und seine Faust landete mit voller Wucht auf dem Boden. „Verdammter Dreck!

    „Verdammter Dreck!“ waren auch die Worte, mit denen Yuichiro Takegatama, Schüler an der Ninja-Akademie, aufwachte. Sein Körper war gebadet in Schweiß. Zum Glück hatte er nicht mehr als seine Unterhose an. Der überraschte Gesichtsausdruck war nicht verwunderlich, immerhin brauchte der Schwarzhaarige einen Moment um zu realisieren, was so eben passiert war. „Alles nur ein Traum…“ Mit einer kurzen Bewegung hielt er sich nun die Hände vor das Gesicht und hielt einen Moment inne. „Ich hasse solche Träume. Besonders wenn es wegen so etwas ist wie heute!“, hörte man nur dumpf durch die Hände des jungen Mannes. Heute war nämlich seine Geninprüfung, auf die er sich die letzten Tage und Wochen vorbereitet hatte. Naja, was heißt vorbereitet? Das, was er in der Schule gelernt hat ein bis zwei Mal wiederholt und mehr auch nicht. Andere würden sowas wohl intensiver durchziehen. Yui war auch nicht der fleißigste Schüler, aber auch nicht der Faulste. Er gehörte zum guten Mittelfeld könnte man sagen, trotz seines unglaublichen Ehrgeizes, der sich mehr als nur einmal schon bewiesen hat. Aber lernen war nicht seine Lieblingsbeschäftigung. Ansonsten könnte er wohl noch besser sein. „Erstmal frisch machen.“ Mit diesen Worten erhob der junge Takegatama sich aus seinem Bett und ging schnell hinüber in das Badezimmer, wo man wenig später auch schon das laufende Wasser hörte, welches über den Körper des durchtrainierten Jungen lief um anschließend im Abfluss zu verschwinden. Nachdem dies auch erledigt war hieß es sich anziehen. Haare kämmen brauchte er zum Glück nicht, sie waren so wie sie waren vollkommen okay. Die einzelnen Strähnen, welche quasi über seine gesamte Stirn verliefen hatten irgendwas an sich, was den Damen wohl gefiel. Vielleicht war es auch nur sein Körper, da dieser nicht gerade schlecht aussah. Raus aus dem Badezimmer kam dem angehenden Genin ein Gedanke auf. „Wie viel Zeit habe ich noch?“ Ein Blick auf die Uhr verriet die Uhrzeit jedoch…„Nur noch 10 Minuten?!“…war es allerhöchste Eisenbahn, zu verschwinden. „Ruhig bleiben…ruhig bleiben…du hast noch 15 Minuten. Ich nehme mir schnell noch was zu essen mit und renne einfach so schnell ich kann.“ So ordnete Yui schnell seine Gedanken, nahm sich einfach zwei Stücke Brot mit und verließ die kleine Miniwohnung, in der er während seiner Akademiejahre gelebt hatte, so schnell es auch nur ging.

    Auf dem Weg stopfte er sich die beiden Scheiben Brot so schnell es ging hinein. Irgendwas brauchte er ja im Magen für die Prüfungen. Hoffentlich würden diese recht schnell und einfach von statten gehen. „Welches Thema wohl drankommen wird? Hoffentlich kein Genjutsu…“, überlegte er während seinem Marathonlauf zur Akademie. Genjutsu war ein Gebiet, auf dem er wirklich absolut versagte. Man konnte zwar nicht in allem gut sein, aber Yuichiro wollte genau das. Dann konnte ihm nämlich niemand vorhalten, wie schlecht er darin wäre. Aber genau so war es. Genjutsu war seine Achillesferse. Apropos Ferse. Seine Geschwindigkeit war ebenfalls etwas schlechter als die der anderen. Auf jeden Fall eine Sache, an der er arbeiten würde. Aber, zu seinem großen Glück, schaffte er es gerade so noch pünktlich in die Akademie. Die anderen Teilnehmer der Prüfung standen oder saßen schon bereit vor dem Raum. Es war bei jedem schon etwas Anspannung zu sehen. Das Einzige was Yui in dieser Situation noch tun konnte war…lächeln! „Im Zweifel immer Lächeln“, sagte er einfach in die Runde, sodass die anderen ihn anstarrten. Jeder wusste, dass man dem Schüler sein Lächeln nicht so einfach für längere Zeit nehmen konnte. „Du wirst dich wohl nie ändern. Gibt es irgendwas, dass dir dieses Grinsen austreibt?, ertönte von etwas weiter hinten eine Mädchenstimme. Auch sie begrüßte er mit einem Lächeln. „Wer weiß? Hast du denn schon etwas gefunden, Fuyu-chan?“ Das Mädchen lächelte nun ebenfalls. „Vielleicht finde ich es ja heute während der Prüfung, Yui-kun.“ Fuyukawas Blick verriet vollkommenes Selbstbewusstsein gepaart mit Freundlichkeit und dem brennenden Willen, heute mit voller Punktzahl zu bestehen. Sie war nie jemand gewesen, der vor irgendwas zurückschreckte, um das zu erreichen, was sie will. „Naja, du packst das heute schon“, gab sie letztendlich noch mit einem Schulterklopfen zu verstehen, bevor ihr Name ausgerufen wurde und sie hinter den Türen des Zimmers verschwand.


    Es geht los! Der theoretische Teil!


    Nach einigem warten wurde nun auch Yui hineingebeten um mit dem theoretischen Teil zu beginnen. Dort drinnen hatte der Junge irgendwie ein anderes Gefühl. Es fühlte sich irgendwie so an, als wollten seine Beine am liebsten in die genau entgegengesetzte Richtung laufen. Hatte er etwa tatsächlich Angst? „Was für ein Schwachsinn…es ist doch nur die Theorie. Das packe ich schon“, dachte er sich. „Guten Morgen, Yuichiro. Mein Name ist Masaru. Ich bin für den theoretischen Teil der Geninprüfung zuständig. Wenn du dich vorbereitet hast, dürftest du es sicher schaffen.“ Mit einem recht neutralen Blick schaute der Prüfer ihn an. „Wehe es ist Genjutsu…“, waren die einzigen Gedanken, die gerade in Yuis Kopf kreisten. „Also, beginnen wir nun mit der Prüfung. Das Thema des theoretischen Teils lautet Ninjutsu. Was weißt du über Ninjutsu, worin unterscheiden sie sich von anderen Jutsu? Was fällt dir noch zu Ninjutsu ein? Du darfst nun beginnen.“ Und somit begann nun offiziell die Geninprüfung für den Schwarzhaarigen. „Zum Glück kein Genjutsu. Da hätte ich mir die Prüfung gleich sparen können…“ Mit sichtlicher Erleichterung sammelte der Akademieschüler nun seine Gedanken und dachte darüber nach, was er alles über Ninjutsu wusste. Zum Glück einer seiner besseren Bereiche. „Also…“, begann er nun. „…Ninjutsu ist die Art der Jutsus, welche mithilfe von Chakra gebildet werden. Im Gegensatz zum Genjutsu jedoch wirkt diese Art der Jutsus aber in der realen Welt und kann somit reellen Schaden anrichten. Viele Ninjutsus gehören auch einem der fünf Elemente an. Diese wären Raiton, das Blitz-Element, Katon, das Feuer-Element, Suiton, das Wasser-Element, Doton, das Erd-Element und Fuuton, das Wind-Element. Jedoch gibt es auch Ninjutsus ohne Element und Medizinische Jutsus. Außerdem…“ Der Schüler kam kurz ins Stocken. „Was gibt es denn noch?“. „Achso, sie werden mithilfe von Fingerzeichen gebildet und je nach Stärke verlangen sie eine dementsprechende Vorbereitungszeit und Menge an Chakra. Ansonsten…“ ein weiteres Mal kam der Junge ins Überlegen. „Gab es noch etwas oder war es das? Es muss doch bestimmt noch etwas…oder doch nicht? Ach komm schon, ich will die volle Punktzahl. Das kann doch nicht alles gewesen sein…“Jetzt meldete sich kurz der Prüfer zu Wort. „War es das oder möchtest du noch mehr sagen?“ Mit einem etwas nachdenkenden Blick wandte Yuichiro sich wieder an seinen Prüfer. „Nein, das wars.“ „Gut, dann bitte ich dich wieder herauszugehen. Der praktische Teil wird direkt im Anschluss stattfinden also bleib solange bitte noch hier vor der Tür. „Hai, Sensei“, gab er schließlich nur mit seinem üblichen, grinsenden Blick zu verstehen und verließ den Raum anschließend wieder. Draußen erwartete Fuyukawa ihn schon. „Und, wie ist es gelaufen?“, kam sie angelaufen mit ihrem breiten Grinsen. „Ich würde gut sagen. Bei dir scheint es wohl auch nicht so schlecht gelaufen zu sein.“ „Ja, natürlich nicht. Ich habe immerhin gewisse Ansprüche.“ „Ansprüche, ja? Dann halt dich in der praktischen Prüfung am besten ran sonst bin ich am Ende noch besser als du.“ „Als ob!“, und mit diesen Worten herrschte nun Stille zwischen den beiden, bis der theoretische Teil komplett abgeschlossen war.


    Der Wald und die Schriftrollen! Zeit für den praktischen Teil!


    Nachdem der theoretische Teil abgeschlossen war, versammelten sich die angehenden Genin vor einem kleinen Waldstück, wo der praktische Teil der Geninprüfung stattfinden würde. Sobald sich alle eingefunden hatten, traten auch schon zwei weitere Prüfer hervor. „Guten Tag, Schüler der Akademie. Mein Name ist Shiho und das ist Kayros. Wir werden heute für den Praxisteil der Prüfung zuständig sein.“ Mit einem prüfenden Blick musterte er erstmal die ganzen Schüler, bevor er nun weiterfuhr. „Also, fahren wir mit der Erklärung fort. In dem Wald hinter uns sind Schriftrollen versteckt. Jeder von euch hat zwei Nummern bekommen. Jede Schriftrolle hat eine Nummer. Eure Aufgabe wird es sein, insgesamt drei Schriftrollen zu besorgen. Davon müssen logischerweise zwei von ihnen eure Nummer enthalten. Die Nummer der verbleibenden Rolle ist egal, solange ihr eine dritte habt. Doch seid auf der Hut. Unter euch gibt es welche, die wahrscheinlich die gleichen Nummer zugeteilt bekommen haben. Dementsprechend werden mehrere Schüler nach einer Schriftrolle hinterher sein. Wir verbieten Konfrontationen nicht, jedoch haltet euch ein wenig zurück. Wir wollen niemanden am Ende dieses Tages ins Krankenhaus schicken müssen. Außerdem gilt zu schlimme Gewalt als ein Grund der Disqualifikation. Deswegen achtet darauf.“, erklärte Shiho nun, bevor er an Kayros für ein paar letzte Worte abgab. „Außerdem sind die anderen Teilnehmer nicht die einzigen Probleme. Aber genug dazu. Hiermit ist der praktische Teil der Geninprüfung eröffnet. Viel Glück euch allen!“ Und damit wurden die Teilnehmer entlassen, worauf jeder natürlich sofort in den Wald stürmte. So auch Yui. „Ok meine Zahlen sind…eins und vier. Die wird mir niemand wegschnappen." So bewegte sich der Schwarzhaarige so schnell er konnte durch den Wald. Sein Blick ging immer wieder von links nach rechts. Irgendwo mussten die Schriftrollen doch versteckt sein. Einfach so würden die sicher nicht rumliegen. Das wäre ja wirklich zu einfach. Nach ein paar Minuten jedoch entdeckte Yui eine Schriftrolle, welche einfach so auf einem Baumstumpf lag. So als hätte sie noch keiner angerührt. Dass sie wirklich von jedem übersehen oder einfach noch nicht entdeckt wurde, war irgendwie unglaublich…und unglaubwürdig. „Als ob das wirklich so einfach geht.“ Mit langsamen Schritten bewegte er sich auf die Rolle zu. Mit jedem Schritt wuchs irgendwie sein Unbehagen. Im Zuge seines nächsten Schrittes jedoch bemerkte er etwas neben ihm im Wind spielen. Yuis Blick fokussierte das Etwas und identifizierte es als ein…hauchdünnes Seil. Sein Blick wanderte blitzschnell nach unten. Bevor der Fuß den Boden jedoch berühren konnte, konnte der Schwarzhaarige ihn zum Glück stoppen. Denn was da auf dem Boden lag, war sicher nicht einfach so dort hingekommen. Ein Netz, welches mithilfe von etwas Laub und anderen Dingen getarnt wurde um unvorsichtige Schüler zu fangen. „Gott, war das knapp…“ Beim genaueren umschauen bemerkte der junge Takegatama, dass überall um die Schriftrolle herum solche Fallen lagen. Wohl für den Fall, damit niemand sich einen anderen Weg einfach so suchen konnte. Jedoch hatte Yuichiro schon eine Idee. Er kletterte soweit auf einen Baum, dass er in den Kreis aus Fallen springen konnte und so zur Schriftrolle gelangte. „Sei jetzt bitte mit der richtigen Nummer versehen, sonst war es vollkommen umsonst!“, kam es in seinen Gedanken nur auf. Es hätte sich dafür ja überhaupt nicht gelohnt, wenn es nicht die richtige Nummer gewesen wäre. Jedoch hatte er diesmal Glück und erwischte die Schriftrolle mit der Nummer eins. „Gut, fehlen noch die vier und noch eine“

    Mit dem gleichen Trick, mit dem er in den Kreis gekommen war, kam er auch wieder hinaus. Zum Glück war dort auch ein Baum direkt im Fallenkreis gewesen, ansonsten wäre es etwas kniffliger geworden. Jetzt fehlten nur noch zwei weitere Schriftrollen. Etwas weiter von ihm entfernt hörte Yui einen Schrei und das rascheln von Laub. In der Ferne konnte man nur etwas hochschnellen sehen. „Da ist wohl jemand in eine Falle gelaufen. Das gibt wahrscheinlich Punktabzug.“ Doch das sollte ihn eigentlich nicht weiter stören. Wobei…was wenn diese Person die Schriftrolle hat, die er benötigt? Das wäre doch quasi die ideale Möglichkeit, die Zweite zu bekommen. Mit großem Tempo bewegte der Junge sich also auf die Quelle des Schreis zu und erblickte…Fuyukawa! Mit einem frechen Grinsen, nun da er wusste wer sich hat fangen lassen, ging er langsam auf das Netz zu, in dem sich das Mädchen befand und schaute nach oben. „Was, entspannst du da oben etwa schon?“ Nachdem sie nun ebenfalls bemerkte, wer ihr Gesellschaft leistete, entwich ihr nur ein Grummeln. „Jaja, sehr witzig. Blöde Fallen. Dabei war ich gerade dabei einen persönlichen Rekord aufzustellen. Mir fehlt nur noch eine Rolle…“, gab sie schlussendlich bekannt. „Du hast schon zwei? Glückspilz…„Das war kein Glück, ich bin eben gut“ „Sieht man ja, wie gut du bist“ „Ach halt die Klappe. Geh weiter deine Schriftrollen suchen, ich komm hier sowieso gleich wieder raus“ „Naja, wie du meinst.“, sagte Yui schließlich nur und drehte sich um, um die restlichen Schriftrollen zu suchen. Die zweite Schriftrolle war in einer, etwas tiefer gelegenen, Baumhöhle. Sie war nur ein paar Meter von Yuichiro entfernt, doch er war wieder misstrauisch. „Die kriegen mich nicht mit den Fallen. Ich will die volle Punktzahl!“ Also checkte er die Umgebung vorher gründlich nach Seilen und auf dem Boden liegende Netze. Doch es war nichts zu finden. „Ist das wirklich möglich? Naja, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Besser ich hab sie bevor jemand anderes kommt.“ Also griff der Schüler in die Baumhöhle und hatte schließlich die zweite Schriftrolle in der Hand doch… wollte sie irgendwie nicht so richtig aus dem Baum hinaus. Irgendwas zog sie immer wieder etwas zurück. Der Junge zog einfach etwas fester, bis das Seil, welches an der Rolle angebracht wurde, zerriss, worauf ein Netz von oben auf ihn hinauffiel und ihn unter sich begrub. „Irgendwas musste ja kommen. Ach verdammte…“, grummelte er leise vor sich hin. Es wäre also wirklich zu einfach gewesen. Wenn er das Seil früher bemerkt hätte, hätte man sich das wenigstens sparen können. Aber so wird es wohl doch nichts mit der vollen Punktzahl. Das Netz ließ sich zum Glück beiseite heben, sodass der angehende Genin wieder auf die Jagd nach der letzten Schriftrolle gehen konnte. Die Schriftrolle im Baum hatte leider nicht die richtige Zahl, aber damit hatte er wenigstens schon mal die Zweite von den Dreien. Auf seinem weiteren Weg traf der junge Mann auf einen der anderen Teilnehmer der Prüfung. „Hey, ich brauche noch eine Schriftrolle. Egal welche. Sry aber ich werde mich wohl bei dir bedienen müssen.“, sagte dieser dann. „Du bist aber kein besonders netter Geselle. Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du das nicht tun würdest.“ Diese Antwort schien dem anderen nicht so sehr zugefallen, weswegen dieser einfach auf Yui zu rannte. „Ein ganz brachialer Typ also. Wenn das so ist…“ Innerhalb von kurzer Zeit formte der Schüler ein paar Fingerzeichen und entließ so sein Raiton: Reiki Ryou Seiteki auf den Gegenüber, worauf dieser recht unkoordiniert stoppte und versuchte, wieder klarzukommen. Jetzt ergriff der Schwarzhaarige die Initiative und versuchte, die Taschen des anderen zu durchsuchen, während dieser noch immer unter den Einfluss des Jutsus stand. Dass er sich das nicht gefallen ließ, war ja klar und durch die Tatsache, dass seine Taschen gerade durchsucht wurden, wusste der andere Teilnehmer natürlich recht genau, wo Yuichiro war. Eine Faust flog in Richtung des jungen Mannes, der mittlerweile fertig war mit dem Durchsuchen einer Tasche, in der etwas interessantes zu finden war. „Genau die, die ich brauche!“, freute er sich innerlich und zog sich deswegen ein paar Schritte zurück. Mittlerweile war sein Jutsu nicht mehr wirksam und der Andere war wieder komplett bei Sinnen. „Hey, gib die wieder zurück!“, schrie der Junge, jedoch war Yui schon dabei sich umzudrehen und abzuhauen. „Nichts wie raus hier…


    Die Auswertung! War es ein Erfolg?


    Dem anderen Jungen konnte Yuichiro zum Glück entkommen und kam so mit allein drei Schriftrollen wieder hinaus. Nachdem alle wieder versammelt waren, meldete sich Prüfer Shiho zu Wort. „Nun, wir beginnen jetzt mit der Auswertung. Als erstes…“ und so fuhr er damit fort, die ganzen Schüler einzeln aufzurufen und ihnen die Ergebnisse mitzuteilen. Fuyu hatte, durch ihren kleinen Fehler mit der Falle, leider nicht die volle Punktzahl erreicht, was sie sichtlich nervte, doch sie bestand mit 93 von 100 Punkten. Nach einiger Zeit war Yui dran. „Also, Yuichiro. Kommen wir nun zu dir. Dein Vortrag im theoretischen Teil war gut, du hast das wichtigste genannt und dich verständlich ausgedrückt. Jedoch würde ich dir raten, nicht so lange Denkpausen einzulegen. Sowas stört den flüssigen Verlauf des Vortrags. Deswegen bekommst du hier 27 von 30 Punkten. Was die praktische Prüfung angeht, so hast du alle drei Schriftrollen besorgt und die Aufgabe somit erfüllt. Jedoch werden dir 10 Punkte abgezogen, da du eine Falle ausgelöst hast. Somit bekommst du 60 von 70 Punkten. Insgesamt bestehst du die Geninprüfung also mit einer Gesamtpunktzahl von 87 Punkten. Herzlichen Glückwunsch!“, verkündete der Prüfer nun und in dem Gesicht des frischgebackenen Genins verzeichnete sich ein noch größeres Grinsen als normalerweise. Nachdem er sich sein Stirnband genommen hatte, konnte er es sich nicht nehmen lassen, etwas weiter entfernt einen Freudenschrei auszustoßen. „So, da hast du es alter Mann. Von wegen ich kann nichts. Ich bin jetzt ein Genin!“ Den restlichen Tag würde Yuichiro erstmal damit verbringen, sich vollkommen zu entspannen und Spaß zu haben.
  12. Kuromatsu Serena

    Kuromatsu Serena Genin

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    Shiro
    Dorf:
    Shiro
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    Link
    Prüfer:
    Masaru
    Ayaka
    Sakaida Mai

    NPC:
    Akichimi Tsubasa
    Kobayashi Leiko

    <Nervige Scheißhausprüfung>
    Diese Worte gingen Serena seit den letzten Wochen immer wieder durch den Kopf und besonders heute Morgen am Tag ihrer abschließenden Geninprüfung. Denn heute würde sich zeigen, ob die letzten drei Jahre nur Zeitverschwendung waren oder ob sie tatsächlich den Rang eines Ninjas erhalten würde. Was sie tun würde, wenn sie versagte, wusste sie nicht. Zurück zu ihrer Familie konnte sie nicht und noch ein weiteres Jahr auf der Akademie wollte sie einfach nicht verbringen. Zu sehr störten sie die starren Regeln und ihre teilweise nervigen Mitschüler, die mit fast schon feuchten Augen von ihrem Traum erzählten, eines Tages der Kage ihres jeweiligen Dorfes zu werden. Nicht das Serena jemals aktiv den Kontakt zu ihren Klassenkameraden gesucht hätte, aber in den Pausen wurde sie häufig der unfreiwillige Zaungast der Gespräche Anderer. Jedes Mal verdrehte sie dann die Augen und fragte sich, wie solche verpeilten Menschen der Anführer eines ganzen Dorfes werden wollten, obwohl es ihnen vollkommen an den dafür nötigen Führungsqualitäten mangelte. Und dass man diese noch lernen konnte, glaubte das blonde Mädchen nicht. Entweder man war wie Serena zum Führen geboren oder man gehörte zum gewöhnlichen Fußvolk. Doch am schlimmsten waren für sie immer noch diese Kunoichi-Zuckerwatte-Stunden, wo man den Mädchen abgetrennt von den Jungs beibrachte, dass ein weiblicher Ninja sich ebenfalls um sein Äußeres zu kümmern hatte und nicht einfach wahllos seine Kleidung aussuchen konnte und auch auf die Frisur zu achten hatte und mit kleinen Accessoires wie Blüten im Haar ihren Look aufwerten konnte und so weiter und so fort. Mal abgesehen davon, dass Serena dieses Wissen schon seit ihrer jüngsten Kindheit vermittelt worden war und sie sehr viel besser als ihre jeweilige Lehrerin wusste, was man in Bezug auf weibliche Optik alles umsetzen und verbessern konnte, so störte es sie vor allem, dass es für Jungen kein äquivalentes Unterrichtsfach gab. Hatten es Jungen etwa nicht nötig, auf ihr Erscheinungsbild zu achten?! Konnten die beispielsweise stinkend und wie frisch aus dem Bett aufgestanden, am besten noch im Schlafanzug, zu einer Mission aufbrechen? Auf diese Fragen konnte ihr Sensei ihr nie eine halbwegs akzeptable Antwort geben.
    Doch diese nervige Zeit ihres Lebens würde mit dem heutigen Tag endlich vorbei sein. Äußerlich vollkommen ruhig war Serena zu ihrer Geninprüfung aufgebrochen. Was sollte denn auch schief gehen? Sie hatte die letzten Jahre verbissen daran gearbeitet, in dieser für sie vollkommen fremden Ninjawelt anzukommen und eigentlich war es vollkommene Zeitverschwendung, jemanden wie sie überhaupt einer Prüfung zu unterziehen. Dies redete sich die zukünftige Kunoichi zwar immer wieder ein, doch innerlich und ohne dass sie es sich eingestehen wollte, machte sich das blonde Mädchen große Sorgen wegen der bevorstehenden Geninprüfung und sie hatte die letzten Nächte nur sehr unruhig geschlafen. Als sie die Akademie betrat und den Raum für ihre theoretische Prüfung erreichte, hatten sich dort schon mehrere ihrer Klassenkameraden in kleinen Grüppchen zusammengefunden und unterhielten sich aufgeregt darüber, was mögliche Themen für den Test waren und auf welchem Gebiet sie auf keinen Fall geprüft werden wollten. Anstatt sich zu ihnen zu gesellen, platzierte sich das blonde Mädchen ein wenig abseits von den Anderen, lehnte sich an eine Wand und verschränkte die Arme, so wie sie es schon immer getan hatte. Manche nickten ihr zur Begrüßung zu, was Serena auch erwiderte, aber niemand kam direkt auf sie zu und sprach sie an. Als das blonde Mädchen dann aufgerufen wurde und den Raum betrat, wurde sie bereits von ihren Prüfern Ayaka, Masaru und Sakaida Mai erwartet.
    “Serena, willkommen.” sagte Masaru. “Schön, dass du es hierher geschafft hast. Wie du ja bereits weißt, wird deine Geninprüfung aus dem jetzt stattfindenden theoretischen Teil und einem späteren praktischen Test bestehen, vorausgesetzt, du hast diszipliniert genug gelernt, um die Mindestpunktzahl in deiner Theorieprüfung zu erreichen. Dein heutiges Prüfungsthema ist die Welt der Shinobi. Such dir bitte zwei bis drei Reiche aus und erläutere bitte ausführlich deren geographische, politische und kulturelle Besonderheiten. Dein Vortrag sollte mit dem Feuerreich beginnen und außerdem mindestens ein Reich beinhalten, welches nicht zum Shiro-Verbund gehört. Maximal sind 30 Punkte erreichbar und du solltest mindestens 20 Punkte schaffen, um weiterzukommen.”
    Serena starrte ihre Lehrer etwas ungläubig an. “Das ist … alles?”
    “Ja.”
    “Und… es kommt nicht noch irgendetwas über Chakra, Jutsus oder irgendetwas, was auch nur im Entferntesten mit ‘Shinobis’ zu tun hat?”
    “Wie schon gesagt, dein Thema ist die Shinobiwelt.”
    Echt jetzt? Nach 3 Jahren harten Trainings bestand ihre Prüfung jetzt darin, den Reisegott zu spielen und über einzelne Länder zu referieren, so als ob sie der Tourguide einer Reisegruppe wäre?
    “Was ist denn der Sinn dieser Prüfung? Was hilft es während eines Kampfes zu wissen, wo irgendein sinnloses Reich liegt?”
    “Das Leben eines Shinobi besteht nicht nur aus Kämpfen” sagte Ayaka. “Wie willst du auf fremdem Territorium überleben und mit den dort lebenden Menschen Kontakt aufnehmen, wenn du überhaupt keine Kenntnisse über ihre Kultur und ihr tägliches Leben hast.”
    “Ja aber während eines Kampfes wird mir dieses Wissen trotzdem nicht helfen, meinen Gegner zu überwältigen. Ich würde es sinnvoller finden, wenn in einer Abschlussprüfung nicht irgendwelche Randthemen abgefragt würden, sondern der Lehrstoff, der fast jeden Tag Teil des Unterrichts war.”
    “Dieser Lehrstoff ist aber nicht Bestandteil deiner heutigen Prüfung. Entweder du beginnst jetzt mit deinem Vortrag oder du wiederholst die Prüfung nächstes Jahr.”
    Und da war es wieder! Eines dieser Totschlagargumente, mit denen ihre Senseis häufig versuchten, ihre eigene Unfähigkeit zu überspielen, wenn sie nicht mehr weiter wussten! Nie wollten sie zugeben, dass Serena Recht hatte! Nagut, eigentlich war das Thema ideal für Serena, da sie dank ihrer Familie schon die unterschiedlichsten Orte besucht hatte. Aber trotzdem: Keiner ihrer Prüfer war auch nur auf eines ihrer Argumente eingegangen! Deswegen wusste Serena, dass jetzt wieder einmal der Zeitpunkt erreicht war, wo es sinnlos war, noch weiter zu diskutieren. Stattdessen warf sie jedem ihrer Prüfer noch einen herausfordernden Blick zu und rollte noch einmal übertrieben mit den Augen, bevor sie mit leicht gelangweilter Stimme mit ihrem Vortrag begann:
    “Das Reich des Feuers ist eines der größten und gleichzeitig auch mächtigsten Reiche unserer Welt. Aufgrund seiner zentralen Lage findet ein sehr intensiver Kulturaustausch mit den umliegenden Nationen statt und es dient als Umschlagplatz für viele verschiedene Waren. Die fruchtbaren Böden ermöglichen einen Getreideanbau mit sehr hohen Erträgen und überall dort, wo sich keine Menschen niedergelassen haben, gibt es riesige Wälder aus Laub- und Nadelbäumen. Zu den Hauptexporten des Feuerreiches gehören neben Getreide und Holz ebenfalls die unterschiedlichsten Fertig- und Handwerkserzeugnisse. Auch befindet sich Konohagakure, das erste von Shinobi unterschiedlicher Clans gegründete Dorf im Feuerreich. Wie der Name schon andeutet, befindet sich Konoha in einem dichten Wald und wird rückseitig von einer großen Bergkette umschlossen, in welche die Gesichter der bisherigen Kage eingemeißelt wurden. Ebenfalls befindet sich Shirogakure, die Stadt, in der wir uns befinden und die gleichzeitig Hauptstadt des Shiroverbundes ist, auf einem Plateau im nordwestlichen Teil des Feuerreiches. Als Zusammenschluss aus Suna-, Kumo- und Konohagakure dient Shiro neben seiner Position als Machtzentrum ebenfalls als Ausbildungsort für die Shinobi dieser drei Dörfer. Vor mehr als 200 Jahren als einfaches Bauerndorf gegründet, entwickelte sich die von großen, weißen Mauern umgebene ‘Festungsstadt’ zu einer bedeutenden Metropole. Doch während Konoha und Shiro beide hauptsächlich als Shinobiausbildungsstätte bekannt sind, so bildet letztlich die Stadt Atami das wirtschaftliche Zentrum des Feuerreiches. An der östlichen Küste des Feuerreiches gelegen, verfügt die Stadt über eine beachtliche Flotte an Handelsschiffen, durch welche der Import und Export der verschiedensten Güter aus den umliegenden Reichen erfolgt. Das Leben in Atami ist absolut nicht mit dem in Shiro zu vergleichen, denn dort gibt findet man nur die edelsten…” Sie stockte. Erinnerungen an ihre Heimat überfluteten ihren Verstand und lähmten ihre Zunge. “Das Leben in Atami ist sehr teuer und nur die reichsten Familien…” Was wohl ihre Familie im Moment tat? Ob es Arisu gut ging? “Seine Wirtschaftliche Stärke verdankt Atami vor allem dem Zuzug der Händlerdynastie der Kuro…”
    Sie biss sich auf die Zunge und ballte die Hände zu Fäusten. Verdammt! Dieses dämliche Prüfungsthema hatte sie vollkommen aus dem Konzept gebracht! Sie machte sich mit diesem ganzen Gestotter lächerlich! Was wollte sie eben noch sagen? Egal, einfach überspielen und zum nächsten Thema übergehen!
    “Das Reich des Wassers besteht aus vielen verschiedenen Inseln, wobei sich auf jeder von ihnen eine eigene Kultur und Tradition entwickelt hat. Typischerweise ist es dort relativ kalt und die Inseln sind meist von Nebel umgeben, wobei es auf einigen sogar während des ganzen Jahres schneit. Vor vielen Jahrhunderten wurde das Land von vielen Bürgerkriegen heimgesucht, durch welche viele Clans nahezu ausgelöscht wurden. Zu den Hauptexporten des Wasserreiches gehören unter anderem die verschiedensten Fische, Meeresfrüchte und Bernstein. Eine lokale Spezialität ist das sogenannte Kirin Mitsu, eine hier in Shiro nur schwer erhältliche Süßspeise. Irgendwo im Reich des Wasser befindet auch Kirigakure, Heimat der sieben legendären Schwertninjas. Wie der Name schon andeutet, ist das Dorf von einem dichten Nebel umgeben und im Süden von einer massiven Bergkette geschützt, wodurch es von Fremden nur schwer gefunden werden kann. Die politische Hauptstadt des Sora-Verbundes befindet sich ebenfalls im Reich des Wassers. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Ame-, Kiri- und Iwagakure. Soragakure selbst ist besteht aus mehreren in der Luft schwebenden Inseln und ist über einen riesigen Turm erreichbar, welcher in der unter Sora liegenden Stadt Getsurin errichtet wurde.” Zufrieden grinste Serena ihre Prüfer an. Wenn das nicht die volle Punktzahl wert war, dann wusste sie auch nicht.
    Irgendwann waren dann alle Prüflinge fertig und die Ergebnisse wurden an einem Aushang veröffentlicht. Sie musste zweimal hinschauen, bis sie glauben konnte, was da stand. Nur 22 Punkte?! Was für eine Frechheit! In Serena entstand sofort der Drang, ihre Prüfer zur Rede zu stellen und eine Rechtfertigung für diese Unverschämtheit zu verlangen. Wie gerufen erschien plötzlich Sakaida Mai mit einer weißen Perserkatze auf dem Arm und wollte den nun stattfinden praktischen Prüfungsteil verkünden. Leider standen in dem Gang zwischen ihr und der wütenden Kunoichi viel zu viele Akademieschüler, die aufgeregt Mais Worten lauschten: “Liebe Prüflinge! Ich beglückwünsche alle, die die theoretische Prüfung bestanden haben! In dem nun stattfindenden praktischen Teil geht es darum, eurer ganzen Können als Shinobi unter Beweis zu stellen. Um euch zu testen, bin ich auf die tatkräftige Unterstützung meines kleinen, flauschigen Freundes hier angewiesen. Einige von euch kennen vielleicht schon Ayakas Katze. Tiger, begrüße bitte alle zukünftigen Genin!”
    “Miau” miaute Tiger schüchtern und blickte alle mit großen Knopfaugen an.
    “In Dreierteams wird es eure Aufgabe sein, innerhalb von dreißig Minuten den kleinen Ausreißer Tiger wieder einzufangen. Nur dann gilt die Prüfung als bestanden. Dazu begebt ihr euch auf den Trainingsplatz zusammen mit euren Teammitgliedern, welche wir im Vorfeld willkürlich zusammengestellt haben. Deren Identität werdet ihr natürlich erst dann erfahren, wenn ihr gemeinsam aufgerufen werdet. Dann wünsche ich euch hiermit viel Spaß bei eurer Prüfung. Und vergesst nicht: Teamwork ist alles bei dieser Aufgabe!” Und mit diesen Worten verschwand Mai auch schon wieder und ließ eine kopfschüttelnde Serena zurück.
    Der Wahnsinn ging weiter. Jetzt sollte sie eine flohverseuchte Katze fangen. War es das, was Ninjas den ganzen Tag taten? Alten, gebrechlichen Großmüttern ihre entlaufenen Miezekätzchen wiederzubringen?! Wozu war das ganze Training gut, wenn man letztlich nie die Gelegenheit erhielt, seine Fähigkeiten bis an die Grenzen zu bringen? Diese ganze “Geninprüfung” war einfach nur lächerlich. Genauso wie die bisherige Punktevergabe. Offensichtlich missgönnte man ihr die volle Punktzahl, weil sie als einzige Schülerin den Mut gehabt hatte, die Aufgaben zu kritisieren. Aber gut, diesmal würde sie sich ausnahmsweise nicht beschweren und einfach nur die Regeln befolgen. Je schneller sie hier fertig wurde, umso früher konnte sie sich endlich wieder um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern.
    Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ihr Name dann zusammen mit zwei Anderen aufgerufen. Der erste Name war Akichimi Tsubasa… mit ihm hatte sie noch nie wirklich ein Wort gewechselt, weil er zu den Leuten gehörte, die überhaupt keinen Wert auf ihr Äußeres legen. Wie war es sonst zu erklären, dass er so unglaublich dick war und gleichzeitig immer Kleidung trug, die ihm mindestens eine Nummer zu klein war? Doch eigentlich war das auch nicht wirklich überraschend, denn als Tsubasa einmal von seinem Vater von der Akademie abgeholt worden war, hatte Serena gesehen, dass dieser ebenso übergewichtig war wie sein Sohn. Offensichtlich fehlte es der gesamten Familie an Disziplin und es war deswegen unwahrscheinlich, dass sein Vater ein Shinobi war. Denn in diesem Fall wäre er schon vor langer Zeit getötet worden, da Ninjas schnell und agil sein mussten und das konnte sie sich bei diesem Körpervolumen nicht vorstellen. Außerdem passte der Name Tsubasa eher zu einem unglaublich begabten Fußballer und nicht zu so einem Moppelchen. Doch geradezu angewidert war die Kunoichi von der zweiten Person in ihrem Team. Kobayashi Leiko… Optisch sah sie Serena zum Verwechseln ähnlich und hatte auch einen ähnlichen Kleidungsstil. Jedoch erinnert dieses Mädchen die blonde Kunoichi immer an ihren großen Bruder, da sie genauso boshaft und ein genauso großes Arschloch wie er war. Vom ersten Moment an konnten sich die Beiden nicht leiden, wobei es dafür anfangs noch nicht mal einen speziellen Grund gab. Und während Leiko zu den “coolen” Kids ihres Jahrgangs gehörte, war Serena die klassische Einzelgängerin, die zu niemandem wirklich dazugehörte. Wie mit ihrem Bruder verging kein Tag, an dem sie sich nicht gegenseitig beschimpften.
    Mit anderen Worten war dies vermutlich die ungünstige Teamzusammenstellung, die es jemals in der Geschichte der Shinobiwelt gegeben hatte. Schweigend betraten die drei angehenden Shinobi den Trainingsplatz, welcher fast nicht wiederzuerkennen war, Überall lag aufgetürmter Müll und Gerümpel, welcher für ein kleine Katze eine ideale Versteckmöglichkeit darstellte.
    “Ok, wie fangen wir jetzt diese Katze?” fragte Leiko. “Das ist jetzt nicht wirklich dein Ernst, oder? Nach all dem Scheiß, den du die letzten Jahre abgezogen hast, erwartest du wirklich, dass ich jetzt mit dir zusammenarbeite?”
    “Wir schaffen das nur zusammen. Und ok, ich war vielleicht manchmal etwas… unfair zu dir, aber kommt es da jetzt wirklich noch drauf an?”
    “Zu mir?! Du hast absolut jeden in deinem Umfeld immer wie Dreck behandelt und erwartest jetzt, dass ich das alles wegen einer beschissenen Prüfung vergesse?! Was ist zum Beispiel mit Tsubasa?! Du hast dich hinter seinem Rücken immer über ihn lustig gemacht und ihn einen fetten Hohlkopf genannt, für den sich niemals ein Mädchen interessieren würde.”
    “Nagut, du hasst mich und ich kann dich nicht ausstehen, aber dann lass uns wenigstens für die nächsten dreißig Minuten Frieden schließen und ein Team sein.”
    “Vergiss es! Lieber würde ich die Prüfung versauen, als mit dir zusammenarbeiten zu müssen!”
    Und das war es dann auch schon wieder mit dem guten Vorsatz, sich diesmal einfach nur stillschweigend an die Regeln zu halten. Wütend ließ Serena ihre Kontrahentin stehen. Wenigstens war das Trainingsgelände groß genug, sodass sie sich mit etwas Glück während der gesamten Prüfung nicht mehr über den Weg laufen würden. Gleichzeitig war jetzt Serenas Ehrgeiz geweckt. Sie musste diese dämliche Katze unbedingt vor ihr in die Finger bekommen, denn sie wollte nicht mit der Schande leben, nur dank Leiko die Geninprüfung bestanden zu haben! Hinter sich hörte sie Schritte und als sie über ihre Schulter blickte, sah sie, dass Tsubasa ihr folgte. “Ich brauche deine Hilfe nicht.” Doch von diesen Worten schien sich Tsubasa nicht beeindrucken zu lassen und lächelte einfach nur freundlich. Naja egal, dann sollte er eben hinter ihr herdackeln. Auf seine Hilfe war sie genauso wenig angewiesen wie auf die von Leiko. Schließlich war es doch nur eine dämliche Katze. Aber schon bald musste das blonde Mädchen feststellen, dass dieses Mistvieh nicht normal und mindestens so intelligent wie ein Mensch war. Außerdem schien es fast schon so, als ob die Katze mit ihnen spielen würde. Mit einem “Miau” machte sie ihre Verfolger zunächst auf sich aufmerksam, dann zeigte sie sich kurz und sobald man die Verfolgung aufnahm, war sie in kürzester Zeit wieder verschwunden. Anschließend dauerte es immer ein bis zwei Minuten, bis das Spiel mit einem erneuten “Miau” erneut begann. Während dieser Zeit lief Tsubasa immer brav hinter ihr her, aber leider war er nicht der Schnellste und somit keine Hilfe bei dieser Verfolgung. Auf Leiko trafen sie kein einziges Mal, was für Serena das einzige Positive an dieser Verfolgungsjagd war. Denn nach mehrmaligen, missglückten Versuchen, Tiger einzufangen, zweifelte Serena langsam an den Fähigkeiten und sie hatte mittlerweile auch das Gefühl, dass die Katze sie bei jedem missglückten Versuch auslachte.
    “Warte bitte” keuchte Tsubasa irgendwann. “Ich kann… nicht mehr...”
    “Du musst unbedingt abnehmen und mehr Sport machen! Schau dich doch mal an! Mit deiner derzeitigen Ausdauer wirst du es niemals schaffen, ein starker Ninja zu werden!”
    “Ja, ich weiß… Aber es macht mir... einfach zuviel Spaß, zu essen” sagte der Akichimi grinsend und holte eine Tüte Chips aus einer seiner Taschen.
    “Das ist doch jetzt nicht dein Ernst, oder?”
    “Mh? Wie bitte? Oh, Entschuldigung. Willst du auch welche?”
    <Unbelehrbar> dachte Serena, widerstand dem Drang, ihm einen langen Vortrag zu halten und machte sich wieder auf die Suche. “Hey warte!” rief Tsubasa noch, doch mittlerweile hatte die Kunoichi keine Zeit und Lust mehr, auf ihr moppeliges Teammitglied Rücksicht zu nehmen und irgendwann hörte sie ihn nicht mehr hinter sich schnaufen. Denn sie war mittlerweile innerlich am Verzweifeln und dachte, dass sie diese dämliche Katze niemals fangen würde. Doch als sie um die nächste Ecke bog, sah sie weiter vor sich Tiger, der sich einer Schale mit Milch näherte. Wo kam denn jetzt diese Schale her? Plötzlich verwandelte sich die Schale in einen Stein und Leika kam aus ihrem Versteck angerannt, um Tiger zu fangen. Dieser rannte aber blitzschnell in die entgegengesetzte Richtung und damit genau auf Serena zu. <Jetzt oder nie> dachte Serena noch, beugte sich im richtigen Moment nach vorne und wollte die Katze packen. Doch davon unbeeindruckt sprang Tiger nach oben, benutze Serenas Kopf als Sprungbrett und segelte in hohem Bogen über die blonde Kunoichi hinweg.
    “Bubun Baika no Jutsu” hörte sie hinter sich und als sie sich umdrehte, sah sie eine riesige Hand, die Tiger noch in der Luft gefangen und fest umklammert hielt. Ungläubig ging Serena einige Schritte auf den Ursprung dieser riesigen Hand zu und sah zu ihrer Überraschung, dass diese zu Tsubasa gehörte.
    “Scheiße, was ist das denn für eine Technik?! Sowas habe ich noch nie gesehen!”
    “Das ist eine... geheime Technik des Akichimiclans…” sagte Tsubasa mit röchelnder Stimme. “Wir benutzen unser Körperfett… und können dann damit… zusammen mit Chakra… unseren Körper wachsen lassen… Entschuldige, aber diese Technik… macht mich immer… fertig...” Und mit diesen Worten schrumpfte die Hand des Akichimi wieder auf ihre ursprüngliche Größe.
    “Also bist du nicht einfach dick, weil du faul bist, sondern weil du es für deine Jutsus brauchst?!”
    “Ich muss gestehen, ich hätte euch das mittlerweile garnicht mehr zugetraut” sagte plötzlich eine vertraute Stimme und vor ihnen erschien Ayaka, in deren Arme Tiger mit einem freudigen “Miau” sprang.
    “30 Sekunden vor Ablauf der Zeit. Glückwunsch zur bestandenen Geninprüfung. Wenn ihr von Anfang an zusammengearbeitet hättet, dann wäre die Prüfung kein Problem für euch gewesen.” Serena gab nur einen schnaubenden Laut von sich und grinste Tsubasa an. Leiko würdigte sie jedoch keines Blickes.
    Am Ende des Tages wurde Serena dann zusammen mit den anderen Genin ihr Stirnband übergeben. Während andere Tränen in den Augen hatten, zuckte die blonde Kunoichi nur mit Schultern. Für sie war es einfach nur ein Gegenstand ohne irgendeine tiefergehende Bedeutung. Innerlich jedoch war sie wirklich glücklich darüber, endlich diese nervige Ninjaakademie hinter sich lassen zu können.
  13. Ashikaga Tadashi

    Ashikaga Tadashi Genin

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    Geninprüfung von Ashikaga Tadashi am 17. Februar

    Prüfer:

    • Ryûsa
    • Shiho

    Soragakure - 17. Februar- 6:00 Uhr - Noch 3 Stunden bis zur Theorieprüfung...

    Tadashi erwachte dank seines Weckers pünktlich um 6 Uhr morgens eine Woche nach seinem Gespräch mit Ryusa-sensei. Er hatte vor drei Tagen den Brief für die Prüfungszulassung erhalten und seitdem stetig trainiert. Nicht nur Bücher hatte er wie verrückt gewälst, sondern er hatte sich voralllem körperlich betätigt. Dank seiner, für einen angehenden Genin, sehr guten Chakrakontrolle schaffte er es, sich den Baumlauf anzutrainieren indem er sein Chakra in bestimmte Körperregionen konzentrierte (hierfür waren das die Füße). Diese Vorbereitungszeit verschaffte ihm für den heutigen Tag sehr viel Zuversicht und er stand erfrischt auf.
    "Die Theorieprüfung dürfte eigentlich kein Problem sein, aber vor der Praxis habe ich schon ein wenig Angst", dachte sich der heutige Prüfling und so ging er mit einem leichten Adrenalin-Kick ins Badezimmer und machte sich für den Tag fertig.

    7:00 Uhr - Noch 2 Stunden bis Prüfungsbeginn...

    Tadashi hatte zum Frühstück kaum einen Bissen hinunterschlucken können, so aufgeregt wurde er mit der Zeit. Der Schwarzhaarige war dann nach draußen gegangen, um noch ein wenig durch das Dorf zu joggen, schließlich hatte er sich selbst geschworen auf physischer Ebene deutlich stärker zu werden. Während seines Laufes sah er nicht viele Leute, schließlich war es ja auch noch frühmorgens und die Sonne schickte erst ein paar Strahlen, die den Himmel ein wenig erhellte. Es war noch relativ frisch, aber das machte dem Ashikaga nichts aus, denn er konnte nur an die Prüfung denken, die mittlerweile schon in eineinhalb Stunden begann. Er ging im Geiste nochmal alles Wissen durch, was er besaß und das war nicht wenig, wenn man bedachte, dass er sein Leben lang mit der Nase in Büchern herumgelaufen war.

    Er genoss während seines Laufes die frische Morgenluft und die Stille die noch über Soragakure herrschte. Er war sich deutlich bewusst über seine körperlichen Schwächen und trotzdem wollte er Jounin werden, ein Jounin von Soragakure. Er dachte an seine Vergangenheit, die geprägt von Rache, Hass und Schmerz geprägt war und wie er sich jeden Tag enorm anstrengte, stärker zu werden, nur um Rache an den Mördern seiner Eltern nehmen zu können. Doch diese Zeit war vorbei und der junge Ashikaga ließ sie glücklich hinter sich. Heute würde er ein Genin werden, sollte er die Prüfung bestehen und das sah er als seinen Neuanfang an. Er lief gerade den Marktplatz entlang, als er an dem Nudelsuppenrestaurant seiner Großmutter vorbeikam. Ein Lächeln zierte das Gesicht des Schwarzhaarigen, als er an die Tage dachte, in denen er hier immer aushalf. Jetzt würde er bald keine Zeit mehr dafür haben, wenn er erstmal auf Missionen geschickt wurde.


    8:00 Uhr - Noch 1 Stunde bis Prüfungsbeginn

    Eigentlich sollte der 12-Jährige doch immer aufgeregter werden, wenn ein derart wichtiges Ereignis bevor stand. Doch Tadashis anfänglicher Aufregung war abgeklungen und er saß ruhig auf einer Bank vor dem Akademiegelände. Während seines Laufes hatte er ein Musikgeschäft entdeckt und dort im Schaufenster eine wunderschöne, tiefschwarz-glänzende, goldverzierte lange Flöte gesehen. Sofort kam ihm der Gedanke, dass er diese Flöte unbedingt haben wollte, schließlich hatte er das Ziel ein Meister des Genjutsu zu werden und welcher Genjutsuka kann sich schon als Meister seines Gebiets betiteln, wenn er nicht auch die Genjutsu beherrschte, die auf Sound basierten. Und für solche Genjutsu brauchte man eben eine Flöte oder ein ähnliches Blasinstrument.
    Der junge Ashikaga hatte sich vorgenommen, diese Flöte nach erfolgreichem Abschluss seiner Prüfung zu erwerben, denn er sah es als persönliches Abschlussgeschenk für sich selbst an. Nach und nach sah er die Schüler der Akademie entrudeln, die lachend und laut redend das Tor zum Gelände passierten. Genervt lehnte er den Kopf nach hinten, er mochte es schon früher nicht, wenn er auf dem Pausenhof stand. Trotz seines Sinneswandels wird er seinen Charakter wohl nie ablegen können, dennoch war er jetzt zumindest mit sich selbst im Reinen.

    Eine halbe Stunde später trudelten seine Mitschüler ein, die heute ebenfalls zur Geninprüfung zugelassen waren. Er erhob sich stöhnend, betrat dann das Akademiegelände, überquerte mit raschen Schritten den Schullhof und begab sich in den Vorraum zum Prüfungsraum, welche beide im 3. Stock lagen. Er setzte sich dort mit allen anderen Prüflingen auf die Wartebank und tat was man dort vielleicht am besten tun sollte: warten.


    9:00 Uhr - Prüfungsbeginn

    Pünktlich wie Ryusa-Sensei war, läutete eine schrille Glocke um Punkt 9 Uhr und die Türen in den Prüfungsraum öffneten sich. Sensei Ryusa kam heraus und teilte den anwesenden Prüflingen mit, dass jeder einzelne nun aufgerufen würde einen mündlichen Vortrag über ein zufällig ausgewähltes Thema zu halten. Das Thema würde von Schüler zu Schüler variieren und deshalb mache es keinen Sinn, zu versuchen, einem Klassenkameraden zu helfen, indem man ihm Informationen weitergibt. Jeder Schüler hätte 15 Minuten Zeit um seinen Vortrag verständlich und schlüssig vorzutragen.

    Tadashi atmete erleichter auf. Einen mündlichen Vortrag über ein Thema zu halten, war ein leichtes für jemanden, der schon ein recht ansehnliches Arsenal an Wissen hatte, wenn es nicht gerade um Nin- oder Taijutsu ging. Natürlich hatte er auch in diesen beiden Bereichen gute Kenntnisse, aber eben nicht so vielseitige wie im Genjutsu.
    Der erste Schüler wurde aufgerufen und als dieser den Raum betrat, schlossen sich die Türen hinter ihm. Nach 3 Stunden war das Vorzimmer komplett leer und nur Tadashi Ashikaga saß darin. Nach weiteren 15 Minuten öffneten sich schließlich die Türen und Tadashi erhob sich, endlich würde der junge Akademieschüler beweisen können, was in ihm steckte. Er ging mit langsamen Schritten in den Raum und die Türen schlossen sich hinter ihm. Vor ihm standen zwei Personen: die eine, Ryusa-Sensei, kannte er ja bereits aber da war eine Dame, in edlem Kimomo gekleidet und mit aaglatten, schwarzen Haaren, die sich gerade schminkte und kaum Notiz von dem Ashikaga nahm.
    Ryusa blickte Tadashi mit seinen gelben Augen an und musterte ihn, was den jungen Schüler doch recht verunsicherte. "Schon wieder diese gelben Augen, wenn ich es nicht besser wüsste, würde denken, dass der mir gleich an die Gurgel springt", dachte sich der Schwarzhaarige unsicher. Doch er fasste sich sogleich wieder als Ryusa-sensei ansetzte: "Nun Tadashi-kun, das hier neben mir ist Shiho-sensei, ebenfalls Lehrerin an der Akademie. Sie wird die zweite Prüferin für diese Prüfung hier sein", sagte der Weißhaarige ruhig. Tadashi kannte Shiho-sensei bis dato gar nicht und wunderte sich deshalb sehr über ihr Verhalten. Eine Kunoichi die sich mitten in der Geninprüfung ihrer Kosmetik widmet? Das erschien dem Schwarzhaarigen recht seltsam, doch er wollte es kommentarlos hinnehmen, schließlich war sie immer noch erfahrener als er.

    Tadashi wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen als Ryusa wieder zu sprechen anfing: "Also Tadashi-kun, dein Thema für diese Prüfung lautet Kekkei Genkei.
    Wir möchten von dir wissen: Was ist ein Kekkei Genkei? Was ist das besondere an einem Kekkei Genkei? Inwiefern unterscheiden sich Techniken eines Kekkei Genkei von gewöhnlichen Techniken? Welche Arten von Kekkei Genkei gibt es? Du hast ab jetzt 15 Minuten Zeit uns darüber einen verständlichen und schlüssigen Vortrag zu halten, der mit einer Maximalpunktzahl von 30 Punkten bewertet werden kann"
    . Nachdem er geendet hatte, hörte Shiho-sensei auf sich zu schminken und sah den jungen Schüler ohne jegliche Mimik an.

    Tadashi atmete tief ein, auf diesen Augenblick hatte er hingearbeitet und dann kam ein Thema, in welchem er einiges an Wissen besaß. "Sehr gut", dachte er sich, "Zumindest die Theorieprüfung wird mir ordentlich Punkte einbringen". Der Ashikaga sammelte sich kurz und setzte an: "Ein Kekkei Genkai bezeichnet den Einfluss genetischer Codes auf die DNA des Trägers, die diesem besondere Fähigkeiten verleihen", sagte er mit fester Stimme und sicherem Stand, "Die Besonderheit eines Kekkei Genkai ist, dass es lediglich über eine bestimmte Blutline vererbbar- und daher für Humanoide außerhalb einer solchen unmöglich anzueignen ist. Man unterscheidet das Kekkei Genkei in drei Arten: die erste Art bilden die Mischnaturen von Chakra-Elementen. Die Besonderheit hierbei ist, dass der Träger zwei Elemente kombiniert und so ein völlig neues Element mit individuellen Techniken erschafft.
    Die zweite Art des Kekkei Genkai ist das sogenannte Dojutsu oder auch Pupillentechniken. Die Besonderheit des Dojutsu ist, dass der Träger spezielle Fähigkeiten mit den Augen anwenden kann, außerdem ist das Auge des Träger optisch verändert. Ein gutes Beispiel für Dojutsu ist das Byakugan des Hyuuga-Clans. Auch Dojutsu sind an eine Blutlinie gebunden und können daher nicht erlernt werden.
    Die letzte Art des Kekkei Genkai bildet Fähigkeiten, die keine spezielle Kategorie haben, da sie äußerst selten vorkommen und mit denen der Träger Techniken anwenden kann, die nicht an die Chakra-Elemente oder ein Dojutsu gebunden sind. Leider ist kein solches existierendes Kekkei Genkai bekannt. Die Techniken eines Kekkei Genkai unterscheiden sich insoweit von gewöhnlichen Techniken, dass diese Techniken nicht von jedem erlernbar sind.
    Für alle Arten des Kekkei Genkai gilt allerdings, dass es nicht zwingend weitervererbt werden muss. Auch kann es sein, dass ein Kekkei Genkai zwar auf der Grundbasis weitervererbt wird, doch der Erbträger eine Version mit komplett anderen Fähigkeiten erbt. Dies geschieht nach freiem Willen der Natur"
    .

    Der junge Ashikaga hatte durchgehend flüssig und vorallem verständlich gesprochen, sich selbst übertroffen indem er das Wissen nicht nur heruntergeleiert hatte. Erwartungsvoll blickte er die beiden Prüfer an, die beide kurz anschauten und sich zunickten. Ryusa-sensei trat hervor und sagte: "Tja Tadashi-kun, du bist der einzige der diese Prüfung mit volller Punktzahl bestanden hat. Meinen Glückwunsch!!!". Für einen Moment war Tadashi ruhig, sehr ruhig, dann zeichnete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht ab und er verließ nach Genehmigung der beiden Prüfer den Raum.


    13:00 Uhr - Noch 1 Stunde bis zum Beginn der praktischen Prüfung

    Zufrieden stand der Ashikaga auf der Aussichtsplattform über dem Dorf und blickte auf die Straßen, auf denen mittlerweile schon ordentlich Betrieb herrschte. Mit seinem theoretischen Wissen konnte er zumindest die erste Prüfung bestehen und das war sehr wichtig, denn die 30 Punkte, die er dadurch erreicht hatte, könnten entscheidend für den Ausgang der gesamten Prüfung sein. Die praktische Prüfung würde ihn wortwörtlich an seine Grenzen bringen, vorallem, wenn man bedachte, welche Aufgabe ihm und seinen Mitprüflingen gestellt wurde. Eine Felswand erklimmen, von oben eine Schriftrolle holen und wieder zurückbringen war jetzt nicht gerade das schönste, was Tadashi sich vorgestellt hatte, aber er würde damit leben müssen.

    14:00 Uhr- Beginn der Prüfung

    Die Prüflinge hatten sich alle zusammen mit den beiden Prüfern Shiho und Ryusa vor der zu erklimmenden Felswand versammelt und diesmal war es Shiho die die Instruktionen erteilte. Sie erklärte mit einem doch recht herablassenden Ton was genau zutun sei und wann es Punkteabzug gäbe. Laut Ihrer Aussage müsse man eine Schriftrolle von der oberen Seite der Felswand holen und zurückbringen. Während der Kletterpartie würde ein Chuunin den Prüflingen das Leben zur Hölle machen und falls jemand fällt, würde einer der Prüfer denjenigen auffangen. Doch in so einem Fall gäbe es 20 Punkte Abzug und man müsste wieder von vorne beginnen. Zusätzlich sei während dieser Kletterpartie alles erlaubt, sogar das herunterstoßen von der Wand.

    Als sie geendet hatte gab sie das Startzeichen und alle sprinteten los. Allerdings kam Tadashi als letztes bei der Felswand an, da er so einen Ausdauersprint nicht lange durchhalten konnte. Doch zu seinen Gunsten hatten die meisten seiner Mitprüflinge schon beim Beginn des Kletterns Probleme und so entstand nur ein geringer Nachteil für den Schwarzhaarigen. Als er zum klettern ansetzte, kam ihm das Training seiner Chakrakontrolle zugute. Da er den Baumlauf bereits beherrschte, konnte er mühelos ansetzten, die Kletterpartie zu beginnen. Doch waren es noch 50 Meter bis zum Ziel- ob er dieses so ohne weiteres erreichen würde? Doch er behielt einen kühlen Kopf und ließ sich nicht von Zweifel übermannen. Nach 5 Minuten hatte er gerade mal 10 Meter geschafft, denn trotz der guten Chakrakontrolle zehrte diese Kletterei doch sehr an seinen Kräften. Als wäre es schon nicht genug, dass er mit dem Klettern solche Probleme hatte, tauchte auf einmal der Chuunin auf und fing an auf den Händern seiner Mitschüler herumzuspringen, was sehr schmerzhaft war und einige, die schon weiter oben als Tadashi waren, fielen sogar hinunter, doch wie versprochen wurden sie von einem Prüfer aufgefangen und mussten von vorne anfangen.
    Als Tadashi sich auf die 20 Meter hochgekämpft hatte, wurde der Chuunin brutaler. Er war ein Suiton-Anwender und ließ jetzt von der Spitze der Felswand Wassermassen auf die jungen Schüler niederregnen. Viele fielen dabei von der Wand, aber Tadashi konnte sich mit größter Anstrengung an der Wand halten, der Chakrakontrolle sei dank.

    Schon bald war Tadashi mit ein paar seiner Mitschüler auf 45 Meter geklettert, immer wieder den Schikanen des Chuunin ausgesetzt, der mit allen möglichen Mitteln versuchte, die Schüler am erklimmen der Spitze zu hindern. Der junge Ashikaga war mit seinen Kräften bereits sehr am Ende und als wäre das noch nicht genug, fingen jetzt auch noch seine Mitschüler an, sich gegenseitig zu treten und zu schubsen. So war auch Tadashi bald an der Reihe, der sich nach einem saftigen Tritt eines Mitschülers nicht mehr an der Felswand halten konnte und hinunterstürzte. Währenddessen holte sich der Mitschüler die Schriftrolle und begann seinen Abstieg. Tadashi ließ sich nicht entmutigen und versuchte es gleich erneut, indem er auf diesen Mitschüler zukletterte. Er wollte diesem Idioten die Schriftrolle abnehmen und selbst zu den Prüfern bringen. Wenn alles erlaubt war, dann bestimmt auch die Anwendung von Genjutsu und so entschloss er sich in die Offensive zu gehen.
    Nach größten Anstrengungen und etlichen Schikanen des Chuunin erreichte er schließlich sein Ziel. Der Mitschüler befand sich direkt über ihm und merkte gar nicht, dass Tadashi wieder unter ihm war. Beide befanden sich jetzt auf einer Höhe von 30 Metern und Tadashi sah das alls einmalige Gelegenheit, den Mitschüler zu überrumpelnn.
    Er konzentrierte seinen mittlerweile recht angekratzten Chakravorrat und formte mit der rechten Hand die Fingerzeichen: "Magen - Narakumi no Jutsu". Die Sekunden in denen das Genjutsu wirksam war, reichten aus, dass der Mitschüler die Rolle fallen ließ und sich stattdessen wie wild an die Felswand klammerte. Tadashi konnte die Rolle auffangen und begann sofort mit dem Abstieg, die Anwendung dieses Genjutsus hatte ihn zusätzlich sehr gewächt, sodass ihm das klettern umso schwerer fiel. Glücklicherweise konnte er diesmal ohne Störung klettern, da der Chuunnin gerade seine anderen Mitschüler bearbeitete, die noch auf dem Weg nach oben waren und nicht wussten, dass die Schriftrolle bereits weg war.

    Unten angekommen schaffte es Tadashi gerade so die Schriftrolle seinen Prüfern zu übergeben, bevor er erschöpft ins Gras sank und einschlief. Als er wieder aufwachte, befand er sich in seinem Zimmer. Seine Oma saß neben ihm und lächelte ihn an. Sie erzählte ihm, dass Ryusa ihn nach Hause gebracht habe, nachdem er so müde zusammengesackt sei und er ihr gesagt habe, dass sie Tadashi bitte ausrichten solle, er habe die Prüfung mit exakt 80 Punkten bestanden und möge sich Am nächsten Tag mit den anderen Schülern vor der Akademie einfinden.

    Nächster Tag - 10:00 Uhr - Prüfungsende

    Und das tat der junge Ashikaga auch. Zusammen mit seinen anderen Mitschülern begab er sich zur Akademie der Ninja in den 1. Stock. Dort wurde jedem, der bestanden hatte das Stirnband seines Dorfes verliehen, so auch Tadashi Ashikaga. Der Schwarzhaarige freute sich sehr über den Erfolg, denn er hatte es geschafft, er war ein Genin geworden.
  14. Monoka Tomoe

    Monoka Tomoe Genin

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    Prüfung: Monoka Tomoe!
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    • Ryûsa
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    Der Morgen

    „Lass mich in Ruhe! Reicht doch wenn ich zur Praktischen hingeh!“ Weiter schlafen war ne echte Möglichkeit an diesem Morgen, denn wie fast immer stritt sich Tomoe mit ihrer Mutter darüber, wie sie sich zu kleiden hatte. Und gerade eben hatte der Erwachsene der beiden Streithähne kühl angemerkt, dass sie bald fertig werden sollte, wollte die junge Dame nicht ausgerechnet heute zu spät sein. So standen die beiden Mädels also da und jede trug ein grell pinkes, bauchfreies Shirt in der rechten Hand – beide das selbe Shirt übrigens – das in Wirklichkeit nur ein Streifen Stoff war, um die nicht vorhandene Brust zu bedecken und versuchten es an sich zu reißen. „Nein, du machst die ganze Prüfung, Tomoe! Und du wirst die Sachen anziehen, die ich dir hingelegt habe!“ Damit zupfte sie ihrer Tochter diesen pinken Lumpen, mehr war es wirklich nicht, aus der blassen Hand: „Auf gar keinen! Soll ich mir dann am besten noch nen Stock in den Arsch stecken oder was?“ „Wenn es dir hilft, dich gerade hinzusetzen wär es eine Überlegung wert“, entgegnete Kino ohne auf die Obszönität einzusteigen, die Tomoe eigentlich im Sinn hatte, tippte auf den Stapel frischer, fast mit Lineal und Geodreieck gefalteter, und absolut damenhafter Kleider und verschränkte wartend die Arme. Tomoes Mutter hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, ihr Kind beim Ankleiden zu überwachen, seit ihr aufgegangen war, dass ihr Kind unter den guten, adretten Kleidchen gerne mal ihre eigenen Fetzen aus dem Haus schmuggelte! Das blonde Ding frotzelte undeutlich vor sich hin, während sie sich in einen marineblauen Rock zwängte, der ihr bis ganz runter zu den Knöcheln reichte und der trotz seiner Dehnbarkeit ihre Bewegungsfreiheit in der praktischen Prüfung einschränken dürfte. „Gib mir wenigstens ne Hose mit.“ Murmelte sie kleinlaut während sie den Schiebeverschluss ihres Rockbundes schloss. „Wofür?“ Kam sofort die misstrauische Frage Kinos: „Weil ich ne praktische Prüfung hab? Praktisch. Das ist das eine da mit bewegen und so! Da kann ich mit dem Rock nich mitmachen“, maulte Tomoe, die tatsächlich eine Hose eingepackt bekam – sogar ein Sporttop war noch drin! Natürlich durfte sie die Teile nicht sofort anziehen, das wäre eine modische Katastrophe! Auf jeden Fall schlüpfte die Blondine in die Ärmel ihrer weißen Bluse, die mit haufenweise Frill vorne behangen war, damit man auch JAAAAAA nichts mehr sah, was sich vor einem unterhalb des Kinns abspielte. Danach noch eine ebenfalls Marineblaue Weste übergeworfen während Mutter Kino die Blonde Mähne mittels eines einzigen, langen Flechtzopfes über den Rücken bändigte und schon war der kleine Kampfpfirsich bereit, das Haus zu verlassen!

    Die Theorie

    So ausgestattet hätte Tomoe an jedem Business-Meeting teilnehmen können, wenn nicht auffallen würde, dass sie eigentlich erst 14 Jahre alt war … ach ja, der rosarote Stoffbeutel, der ihr am Rücken entlang baumelte, als sie das Akademiegebäude hoffentlich zum letzten Mal betrat wäre dabei auch eher hinderlich! Schon beim Eintreten drehten sich die ersten der schon wartenden Prüflinge zu ihr um und Tomoe WUSSTE, dass ihnen wegen ihrer Klamotten ein Spruch auf der Zunge lag! Mit einem breiten Grinsen und einem „Los, traut euch“, bekam sie das aber ganz schnell in den Griff. Es dauerte nur Sekunden, bis Tomoe einen Platz auf den notdürftig im Flur aufgestellten Sitzbänken einnahm und sich so asozial wie es mit ihren Kleidern eben möglich war darauf herum fläzte. Die Zeit verging und es passierte gar nichts, außer dass einer nach dem anderen ihrer Mitwartenden in diesem Zimmer verschwand, vor dem sie alle warteten. Mit einem Neutralen: „Monoka. Monoka Tomoe!“ Wurde als aller Letzte dann auch sie in den Prüfungsraum gebeten. Diese Stimme kam ihr unheimlich bekannt vor und als sie den ersten Schritt in den umfunktionierten Unterrichtsraum tat, wusste sie auch warum: Unter anderem saß auf der Lehrerseite ein bekannter Haufen Schminke mit Sonnenschirm, der sich gerade eine Falte aus dem Weinroten Kimono strich. ‚Fast ne Stunde hab ich in diesem Drecks Jutsu gehockt! Im Regen!‘ Tomoe hätte die letzte Trainingseinheit und insbesondere deren Ende ganz bestimmt wieder vergessen gehabt, wenn sie nicht fast eine Stunde lang im regen ganz alleine in einer unangenehmen, unnatürlichen Position frierend hätte verbringen müssen. Einfach total Klasse, was diese Frau auf dem Kasten hatte! Während die Lehrerin nebenher registrierte, dass die Blondine das zimmer betreten hatte und diese sich einbildete, ob Tomoes heutiger Kleider einen winzig kleinen Moment lang Belustigung in den Augen des Lehrkörpers zu erkennen, meldete sich der Zweite im Bunde, der heute über ihr Fortkommen entscheiden sollte. „Guten Morgen. Schön, dass du es freiwillig hier hin geschafft hast.“ So ganz freiwillig war es nicht, aber schon die Begrüßung zeigte sehr deutlich: Monoka Tomoe hatte sich mit viel Schweiß und Tränen einen besonderen Ruf in der Akademie erworben. Vielleicht half ihr die Vorfreude der gesamten Lehrerschaft darauf, das Mädchen endlich loszuwerden, doch ein wenig bei ihren Prüfungsergebnissen? Nur ein klitzekleines Bisschen?
    „Das neben mir ist Shiho-sensei, und ich bin Ryûsa. Wir werden deine Prüfung abnehmen.“ ‚Oh Shit!‘ Das fing schon nicht so schön an. Während der Kerl mit den kirren Äuglein sich einen großen Schluck aus der Tasse genehmigte, die vor ihm stand, meldete sich sein Sidekick in kühlem Tonfall zu Wort: „Setz dich.“ Es folgte eine bedeutungsschwangere Pause in der das Mädchen sich schräg auf den einzigen Stuhl den Lehrern gegenüber fallen ließ und dann fing auch schon die Theorieprüfung an: „Dein Vortragsthema sind Ninjutsu.“ sofort blickte Tomoe zu Shiho: „War mir so klar!“ Und dann folgte ein gewaltiges Rollen der Augen um die unnötige Theatralik abzurunden. „Du hast 15 Minuten um das Thema so gut wie möglich abzudecken. Grundlagen, Besonderheiten, alles. Wenn alles drin ist, kannst du 30 Punkte erreichen.“ Natürlich würde Tomoe die volle Punktzahl holen! … nicht. Ausgerechnet über Ninjutsu musste sie reden. Gut, es hätte schlimmer kommen können, aber Ninjutsu war für das junge Ding immer noch schlimm genug. Deshalb lehnte sie sich auf ihrem unbequemen Stuhl weit zurück und ließ die Arme nach unten baumeln. Nach einem entnervten aufstöhnen fragte Tomoe dann mit dem Blick an die Decke geheftet: „Kann ich nicht sofort die Praktische machen?“ Die Frage war wirklich ernst gemeint, aber leider wurde sofort klargestellt, dass das nicht möglich war: „Wenn du unbedingt durchfallen willst. Die praktische Prüfung gibt maximal 70 Punkte, du brauchst 80.“ Mehr gab es da nicht zu erklären. Es folgte das typische Geräusch eines Papierschirms, der Tomoe auch ohne hinzusehen zeigte, dass die Lehrerin mal wieder damit herumwedelte. „So ein Dreck ey...“ sie konnte diesem bescheuerten Vortrag nicht ausweichen. Das Mädchen rutschte auf dem Stuhl ein gutes Stück nach vorn, sodass sie mit dem Kopf beinahe auf der Höhe der Rückenlehne endete, während sie sich vorstellte, wie Shiho und ihre Mutter singend einen Freudentanz aufführten. Ninjutsu… vielleicht machten sich jetzt die endlosen Stunden bezahlt, die Kino ihre Tochter zum Lernen verdonnert hatte, wenn diese es jetzt noch hinbekam, genug Lust aufzubringen, den Mist auch Lückenlos runter zu rattern.
    „Ninjutsu sind eine Technikform, die durch Chakra und Fingerzeichen gebildet wird…“, begann Tomoe wirklich so monoton, dass es vielleicht sogar interessanter gewesen wäre, Ryûsas Kaffee beim abkühlen zuzusehen, als ihr zuzuhören. Ninjutsu wirken unmittelbar auf ihre Umgebung. Genjutsu aber nur auf das Hirn. Taijutsu wirken auch Physisch, aber die sind interessanter, weil man dafür keine bescheuerten Fingerzeichen machen muss. Reicht das? „Nein, es reicht nicht.“ So ein Mist, jetzt musste Tomoe sich auch noch richtig anstrengen. „Boaaaah nee, ne?“ Skandierte sie aufgebracht und setzte sich fast eine ganze halbe Sekunde lang gerade hin … um sich dann sofort mit den Ellenbogen auf den Oberschenkeln abzustützen und genau so gelangweilt wie vorher weiter zu texten: „Um so ein Ding anzuwenden konzentriert man Chakra an einer bestimmten Körperstelle, macht ein paar Zeichen und schwupps! Schon kommt ‚n Ninjutsu dabei raus. Was dabei rauskommt kommt halt drauf an, ob man ein Element benutzt oder nicht, welches Element das ist und so weiter, bla bla bla.“ Nochmal wechselte die Blondine kurz ihre Sitzposition: „Äh, es gibt fünf Elemente. Die haben jeweils ein Anderes als Stärke und Schwäche. Und jetzt bin ich fert- Moment! “ Da war noch was wichtiges! „Ab und zu kommt es mal vor, dass einer zwei Elemente mischen kann, die Dinger nennt man Kekkei Genkai und die haben ganz eigene Wirkungen auf die fünf Elemente. So! Jetz bin ich fertig und mir ist völlig egal ob euch das reicht! Auf diesen Theoriemist hab ich viel zu wenig Lust, um mich damit lange aufzuhalten, klar?“ Ryûsas Kaffee war bestimmt um fünf Grad kälter geworden, - beziehungsweise wäre er das, wenn in der Tasse noch was drin wäre. Der Lehrer schenkte sich gerade aus einer riesigen Kanne nach, während seine Kollegin nachprüfte, ob ihr Kimono auch schön vorteilhaft über ihre Beine gefallen war, als sie sich gesetzt hatte. Dass ihr Vortrag schon vorbei war, schien über die beiden entweder ziemlich unerwartet hereingebrochen zu sein, oder aber sie demonstrierten emotionalen Abstand bei Tomoes überbordender Motivation. „Wenigstens weißt du dann, woran du gescheitert bist, wenn deine praktische Prüfung nicht deutlich besser läuft.“ Irgendwo in ihrem Oberstübchen interpretierte Tomoe die Antwort des falkenartigen Lehrers insoweit, dass ihre Punktzahl ausreichte, um noch bestehen zu können, setzte ein riesengroßes Grinsen auf, sprang praktisch vom Stuhl auf und fragte nur um ganz sicher zu gehen nochmal nach: „Das heißt, ich kann jetzt gehen, ne?“ „Das heißt es. In einer halben Stunde fängt die praktische Prüfung an. Der Weg ist ausgeschildert.“

    Die Praxis

    Das Mädchen zur praktischen Prüfung zu motivieren war bei weitem nicht so schwer, wie sie dazu zu bringen, ihre Ninjutsukenntnisse zu teilen. Tatsächlich hatte sich Monoka Tomoe direkt nach der verhassten Theorie umgezogen, auf der beschilderten Wiese eingefunden und ihr gigantomanisches Frühstückspaket ausgepackt. Ihre Mutter hatte echt an alles gedacht: Acht Scheiben Schwarzgebäck mit Vollkorn und mit Wurst und Käse belegt. Eine kleine, dichte Kanne randvoll mit Traubensaft, ein paar Stücke Traubenzucker für den kurzfristigen Energieschub und zwei Bananen für den Langfristigen. Daneben noch zwei entkernte und vorgeschälte Äpfel und daneben noch – extra eingepackt – ein paar Erdbeeren. Und das alles war nur für Tomoe. Das reichte mit etwas Glück bis nach der Prüfung. Zwei Drittel davon waren praktisch wie vom Erdboden verschluckt, als erst der Großteil ihrer Mitschüler und schließlich auch der weißhaarige Lehrer auf der Bildfläche erschien. Shiho wäre das hier alles vermutlich eh viel zu schmutzig gewesen. „Die meisten von euch haben es geschafft, pünktlich zu erscheinen, das ist gut,“ begann er ohne auf die Rücksicht zu nehmen, die eben nicht pünktlich waren. Tomoe blickte mit einem kompletten Mund voller Salamibrot auf und starrte den Mann pausbäckig an – hätte sie mit vollem Mundwerk ein grinsen zustande gebracht, hätte sie es jetzt gezeigt. Die junge Dame hatte es geschafft pünktlich zu sein, aber ihre Möglichkeiten, ihre Freude auszudrücken, waren im Moment begrenzt, daher musste es reichen, ihre Emotionen mit einem urkomischen Gesichtsausdruck und einem imaginären Schulterklopfen zu zeigen. „Für die praktische Prüfung habt ihr 25 Minuten Zeit!“ Ein kurzer Schluck aus der allgegenwärtigen Kaffeetasse folgte. „In der praktischen Prüfung werde ich euch zwei Zahlen zuordnen. In dem Wald hinter mir sind nummerierte Schriftrollen versteckt. Eure Aufgabe ist, mir die beiden Rollen mit den Nummern zu bringen, die ich euch gegeben habe und noch eine Dritte. Bei der ist die Nummer aber egal, Hauptsache es ist eine drauf.“ Dass der gelbäugige Lehrer damit andeuten wollte, dass es auch Rollen im Wald gab, die absolut nutzlos waren, ging an Tomoe völlig vorbei. Vielleicht hätte sie es noch geschnallt, wenn Ryûsa-Sensei nicht noch angemerkt hätte, dass Kämpfe erlaubt sind. „Ja wie klasse ist das denn?“ Rief die Blondine freudig aus und hätte dabei fast die kümmerlichen Reste ihres Frühstücks von sich geworfen. Die Freude der jungen Dame ging darin unter, dass die Zuteilung der Nummern anstand. Nacheinander holten sich ihre Mitschüler ihre Zielnummern ab und auch Tomoe bekam ihre. ‚19, 41 und irgendeine andere also.‘ Sollte zu machen sein, ne? Während die letzten Vorbereitungen liefen, packte die Blondine endlich ihre Frühstücksreste wieder weg – die Tasche konnte sie doch bestimmt einfach auf der Wiese liegen lassen, während sie die Leute im Wald vermöbelte. Einzig den kleinen Beutel mit ihrer Ninjaausrüstung fischte sie noch schnell daraus hervor und hatte gerade eben noch Zeit, sich das Ding um die Hüfte zu binden, als der hellhaarige Lehrer das Startsignal gab.
    Sofort setzte sich die Masse an Prüflingen in Bewegung und mittendrin Monoka Tomoe. Ihren Plan setzte sie sofort in die Tat um und trat erst mal zwei ihrer Mitschüler aus dem Weg noch bevor sie den Wald überhaupt erreicht hatten. Die bekannteste Make-Up-Fetischistin des Jahrgangs und der Schülersprecher waren damit hoffentlich erst mal aus dem Rennen. Um den Letzten tat es der Blondine aber einen kurzen Augenblick lang ein bisschen leid, denn Suzumiya-kun hatte sich ziemlich oft für seine Mitschülerin eingesetzt, die sicherlich genug auf dem Kerbholz hatte, um achtkantig aus der Akademie zu fliegen – aber im Moment waren sie direkte Konkurrenten! Also hatte das Mädchen die Beiden mit je einem gezielten, aber ganz bestimmt nicht sanften Tritt in den Nacken umgeholzt. Je weniger Konkurrenz sie hatte, desto größer waren schließlich am Ende ihre Chancen, nicht? Auf der anderen Seite konnten die Zwei ihr jetzt nicht mehr die suche nach den Rollen mit ihren Nummern abnehmen. ‚Ach was soll‘s, gab ja noch genug Leute hier bei der Prüfung!‘ ein kurzer, prüfender Blick, ob sich nicht noch jemand aus der Prüfung kegeln ließ zeigte, dass die Aktion mit den beiden Ersten sie zu viel Zeit gekostet hatte, um noch jemanden aus dem Rennen zu schicken, bevor er die Sicherheit des Waldes erreichte. Aber das machte nichts, sie bekam bestimmt noch genug Gelegenheit, ihre Chancen zu verbessern.
    Die meisten Prüflinge hatten einen groben Plan, wie sie die suche nach ihren Nummern gestalten sollten, aber bei dem Blondschopf war das anders. Kaum hatte Tomoe das Waldstück erreicht, hielt sie an und heftete ihren Blick nach oben, in der Erwartung gleich ihre drei Rollen zu finden. Natürlich wurde sie bitter enttäuscht, aber der nächste Coup reifte schon in dem Oberstübchen der Akademistin: Die Rollen könnten gut versteckt sein. Die Schüler zu finden, die die Rollen für sie fanden, war deutlich leichter! Die zu Spachtelmasse verarbeiten und sich die Nummern angeln führte ja auch zum ziel… irgendwie. Das war doch mal ein Plan und der erste Hinweis in Form eines verunsicherten Kreischens folgte sofort mit perfektem Timing! Ohne einen Moment zu verlieren sprintete das Mädchen wie von der Tarantel gestochen los – es konnten ja andere auch auf ihren unfassbar genialen Plan gekommen sein und stellte fest, dass eine ihrer Mitschülerinnen mit dem linken Bein am Ast irgendeines Baumes vor sich hin baumelte. Fallen gab‘s also auch, doller Mist. „Ausgerechnet du?“ Takehara-chan hatte sie also bemerkt und sofort ihrer Freude Ausdruck verliehen. Mit dieser Mitschülerin hatte Tomoe nie wirklich viel zu tun, aber es gab keinen Zweifel darüber, was sie von der Blondine hielt. „Jo, läuft bei dir, hm?“ Das war die Antwort, die die Monoka der anderen gab, während sie sich suchend umsah. Und nach nur wenigen Sekunden wusste Tomoe, dass ihr Instinkt sie nicht getäuscht hatte – es gab eine Schriftrolle hier: „Weil du grad eh nur so rumhängst, macht‘s dir doch nix aus, wenn ich mir die Rolle nehm, ne?“ als Antwort kam ihr sofort ein Schwall aus Drohungen und Beleidigungen entgegen. Normalerweise wäre die Blondine aufgesprungen wie ein HB-Männchen, aber es gab ja noch das winzige Detail, dass sie selber es drauf angelegt hatte. Außerdem konnte Takehara sich grad nicht wehren. Prüfung hin oder her, das war eine ganz eigene Qualität an Niedertracht. Deshalb beschränkte sich das Hyperaktive Kind auf einen wirklich bösen Blick an die Mitschülerin, steckte die Rolle mit einer großen, schwarzen zwölf ein und verschwand in die erstbeste Richtung. Während sie abdampfte ging ihr sogar selber auf, dass es irgendwie komisch war, ohne Vorwarnung zwei Mitschüler ins Reich der Träume zu schicken, aber ein Mädel, das es sich verdient hatte, in ruhe zu lassen. Darüber nachzudenken half nichts und Zeit hatte das junge Mädel dazu ohnehin nicht.
    Ganze dreißig Meter hatte sie geschafft, als plötzlich eine Rauchbombe direkt vor ihr explodierte. „Ich glaub du hast da was, was ich haben will.“ Das war die Stimme von Ryu-kun. Der Klassenbeste in allem, was irgendwie mit Gewalt zu tun hatte. Dieser Kerl war der Stärkste, Schnellste, Geschickteste und alles anderste, was es eben noch so gab auch noch. „Mein Frühstück is in meiner Tasche, aber du hättest vorhin einfach fragen können!“ Das sah gar nicht gut aus. Es war noch nicht ganz vier Wochen her, da hatte sie noch Streit mit diesem Kerl gesucht und keine Schnitte gehabt. Er hatte sie ins Reich der Träume geschickt und selber noch nicht mal geschwitzt. So sehr sie Taijutsu mochte, da konnte sie ihm nicht das Wasser reichen. „Her mit der Rolle.“ Shit, sie brauchte einen Plan, eine Ablenkung oder so was – ein Wunder könnte auch helfen. „Weißt du, was du kannst?“ Der Versuch einer Ablenkung war Unbeholfen, aber besser als gar nichts. Nicht zuletzt um von dem Griff in ihre Ausrüstung abzulenken tat sie einen Schritt auf den Jungen zu. Auf Geratewohl zog sie die erstbesten Ninja-Waffen aus der Tasche, die sie zu fassen bekam. Eine Blendbombe, ein Sprengsiegel, eine Rauchbombe und ein Haufen Mini-Shuriken. ‚Das wars dann wohl.‘ Trotzdem grinste sie ihren Gegner an, während irgendwo im Hintergrund Takehara noch immer vor sich hin kreischte: „An meinem kleinen, spitzen Po kannst du mich mal lecken, du Loser!“ Aber es war nicht alles verloren, denn das hier war keine Schulhof-Prügelei! Das bedeutete, dass für Tomoe diesmal Jutsu erlaubt waren und das sollte ihr doch helfen. Hoffentlich. Mit wie auch bei ihrem letzten Aufeinandertreffen stieg Ryu-kun auf ihre Beleidigung ein und stürmte auf den Blondschopf zu, der ihn noch immer bescheuert angrinste. Dieser nahm sich aber diesmal die Zeit, eine Rauchbombe an genau der selben Stelle zu zünden, die ihr Gegner vorhin benutzt hatte, zu sie zum Anhalten zu zwingen. Kaum hatte der Rauch das Mädchen eingehüllt, schleuderte sie ihrem herannahenden Feind ihre spitzen Wurfwaffen entgegen. Die Aktion folgte keinem wirklich durchdachten Plan, sie fühlte sich im Moment einfach richtig an. Das, was danach kam, hatte dagegen aber Hand und Fuß. So ungern sie selber dachte: Im Moment musste sie das tun, um lebend aus diesem Wald raus zu kommen, oder wenigstens diese verdammte Prüfung zu bestehen. Flugs formte sie ein paar beschissene Fingerzeichen und erschuf damit zwei Bunshin, einen vor und einen hinter sich, bevor sie zum Gegenangriff durchstartete. Es bewegten sich also drei Tomoes auf den Jungen zu, der die Mini-Shuriken wutentbrannt mit seinem Unterarm aufgefangen hatte. Autsch! Die Koordination war ziemlich schwierig aber das Mädel hoffte einfach, dass ihr das Timing gelingen würde, als ihr erster Doppelgänger in Schlagdistanz kam. Ein kurzer Sprung mit einer Drehung und schon segelte eine Imaginäre Ferse auf Ryu-kun zu. Der tat, was Leute eben tun, wenn sie glauben, angegriffen zu werden: Er schickte sich an, den Tomoe-Bunshin an sich vorbeizuschieben und war kurz darauf sichtlich schockiert, als seine Gegnerin sich bei der kleinsten Berührung schon in Luft auflöste. Beim letzten Mal hatte sie schon nicht viel ausgehalten, aber das war dann doch ein bisschen zu empfindlich. Die Lösung zeigte sich im selben Moment schon, denn hinter der ersten Tomoe schickte sich gleich noch eine Zweite an, die sich fallen ließ und ihm rutschend die Füße wegziehen wollte. Dahinter rutschte noch eine dritte Blondine auf den Gegner zu, die in aussehen und Haltung wirklich genau so aussah, wie sein aktueller Gegner! Klar, einer von den Beiden konnte nicht echt sein, aber welcher?
    Die Echte Tomoe hoffte im selben Moment, dass der Junge sich entweder verschätzte, oder mit seiner Entscheidung ein bisschen zu lange wartete, während sie auf ihn zu rutschte. Erleichterung machte sich bei ihr breit, als Ryu-kun über sie weg stieg, ihren zweiten Bunshin mit einem schnellen Fußfeger außer Gefecht setzte und ihr damit Zeit gab, ihren Halt wieder zu finden, und einmal kräftig auszuholen. Gezielt hatte sie auf den Nacken des Anderen, um ihn genau so in einen zumindest ein paar minütigen Schlummer zu versetzen, wie auch ihre beiden Mitschüler anfangs. Leider drehte der Junge sich während ihres Vorhabens um, sodass sie stattdessen seine Kehle traf – und zwar volles Rohr! Das wäre sicher nützlich gewesen, wenn sich die Fingerknöchel seiner rechten Hand nicht gleichzeitig in Tomoes Hüfte bohrten, die natürlich die Blendgranate fallen ließ, die sie noch in der Hand hatte. Ryu-kun sank röchelnd zusammen und schnappte nach Luft und zugleich fiel auch seine Gegnerin hintenüber auf den Hosenboden in dem Versuch, dem hohlen Pochen in ihrer Seite Herr zu werden. Der Schmerz strahlte in ihre ganze linke Seite ab, aber Bewegen war noch drin, wenn sie die Zähne zusammenbiss. Mit Geschwindigkeit hatte das dann aber auch nichts mehr zu tun. Wie eine olle Oma stemmte Tomoe ich an der Rinde des erstbesten Baumes hoch und wollte gerade loslachen. Nach dem ersten „Ha!“ überlegte sie es sich aber dann doch anders. Tat ziemlich weh. Ryu-kun dürfte es aber noch beschissener gehen als ihr: Immerhin hatte er ihre Wurfsterne abbekommen und kämpfte gerade um jeden Atemzug. ‚Wär vielleicht gut, wenn ich mich verpisse, solang das noch so ist.‘ Das Mädchen las den erstbesten Stock vom Boden auf, der sich finden ließ und fischte damit nach Ryu-kuns Tasche. Hoffentlich hatte sich das wenigstens ein kleines bisschen gelo- ‚Jackpot!‘ Dieser Kerl hatte sich von seinen Mitschülern nicht weniger als sieben Rollen geholt. Scheinbar hatte er die selbe Idee wie Monoka-chan gehabt … nur eben früher als sie. Und es kam sogar noch besser! Ihre beiden Nummern waren darunter! Fix fischte sie die Dinger aus dem Täschlein und entschied sich, ihre Weg zurück so unauffällig wir möglich hinter sich zu bringen. Mit einem dringend gebrauchten „BOOOOOAH! HALT ENDLICH‘S MAUL TAKEHARA!“ brachte sie noch eben schnell ihre Mitschülerin zur Räson und humpelte auf den Waldausgang zu. Es passierte nicht all zu viel auf dem Rückweg. Nur Suzumiya kam ihr entgegen. Der war inzwischen offensichtlich wieder aufgewacht und traute sich nicht, die humpelnde, glücklich lächelnde Blondine auch nur anzusehen. Davon abgesehen erreichte sie bald das Stück Wiese und wurde von einem Papierschirm begrüßt, der sich direkt vor ihrer Nase aufspannte: „Yo, ich bin fertig. Damit hätt‘ste nich gerechnet, wa?“ Die Lehrerin rümpfte angewidert die Nase, aber das war zu erwarten: Tomoe hatte diesmal nicht nur geschwitzt, sondern sich auch noch auf dem Waldboden herumgewälzt, Baumrinde am Rücken, vermutlich eine Zillion dreckiger Käfer im Haar und wer weiß was sonst noch alles.

    Der Abschluss

    Zwölf Minuten. Das war die Zeit, die sie für die Aufgabe gebraucht hatte. Dass sie dabei mehr Glück als Verstand hatte, unterschlug die Blondine dabei ganz großzügig. Trotz dass sie ihre Aufgabe wahnsinnig schnell erfüllt hatte, gab es sogar gleich zwei Mitschüler, die noch schneller waren. Einfach unglaublich! Für diese Beiden hatte es Seitens Tomoe erst einmal Komplimente geregnet. Und danach hatte sie sich daran gemacht ihre Hüfte mal unter die Lupe nehmen zu lassen. Der Alte im Krankenzimmer, der sie schon echt gut kannte, gab ihr zu verstehen, dass sie noch einige Tage Schmerzen haben dürfte, wenn sie die Muskulatur an der Stelle belastete, aber dass ansonsten nichts schlimmes sei. Zufrieden gesellte sich das lebhafte, junge Ding also wieder zu den anderen. Die Menge war inzwischen deutlich angewachsen – kein Wunder, wenn man im Hinterkopf hatte, dass die Prüfung so ziemlich jeden Moment enden dürfte. Und tatsächlich: Tomoe war nur noch wenige Schritte von den anderen entfernt, als die beiden Lehrkörper verkündeten, dass die 25 Minuten vorbei waren. Dennoch brauchte es noch stolze fünfzehn Minuten, bis wirklich alle Akademisten fertig waren. Danach ging es wirklich ziemlich schnell weiter: Suzumiya: Bestanden! Ryu-kun: Auch irgendwie bestanden! Takehara: Nicht bestanden … so, nur in länger und ausführlicher ging das eine ganze Weile und Tomoe wurde immer nervöser, bis es schließlich hieß: „Monoka Tomoe!“ „Och na endlich! Hab schon gedacht ihr hättet mich übersehen!“ Es sah wirklich danach aus. Als sich dann Tomoes neue Lieblingslehrerin zu Wort meldete und mit sich drehendem Sonnenschirm antwortete: „Dich zu übersehen ist leider ziemlich schwer.“ brandete unter den Prüflingen lautes Gelächter auf, in das Monoka-chan selber noch mit einstimmte – wo sie recht hatte…
    „14 Punkte in der Theorie. Du musst dringend an deiner Motivation arbeiten. Da wäre noch viel mehr drin gewesen.“ Bei der bloßen Erinnerung an die Theorieprüfung rollte Tomoe demonstrativ nochmals genervt mit den Augen. „Und 66 Punkte in der Praktischen Prüfung. Du warst wirklich schnell fertig. Aber du hättest trotzdem etwas leiser sein können.“ Irgendwo im Hinterkopf hatte die Blondine noch die Info rumliegen, wie viele Punkte sie brauchte, aber zum Rechnen war sie – wie fast immer – gerade zu faul, also grinste sie ihren Lehrer nur wegen seines dezenten Hinweises auf ihren (immer noch angebrachten) Hinweis an Takehara, doch bitte ein wenig leiser zu sein an. Es vergingen die Sekunden in denen wirklich keiner irgendwas sagte, bis irgendwo neben ihr ein genervtes Seufzen zu hören war und das Mädchen dann von irgendwas in die Nase gepiekt wurde. „Achtzig, Monoka Tomoe. Das sind achtzig Punkte.“ also wenn die Blondine jetzt alle Fakten zusammenzählte dann … gute Güte! Das konnte doch nicht wahr sein! Das Ding das das Mädchen da in die Nase piekte war Shihos allgegenwärtiger Schirm!

    Ach ja, übrigens hing da ein Stirnband an dessen Spitze dran.
  15. Hyuuga Lihaku

    Hyuuga Lihaku Genin

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    Genin-Prüfung von Hyuuga Lihaku

    Prüfer:
    • Ryûsa
    • Shiho
    NPC:
    • Touya-san, Besitzer des Go-Salons


    Der Abend vor der Genin-Prüfung:

    Tack, Klick, Tack, Klick, Tack, Klick – so ging es rund eine Stunde lang, bis sich der Gegner endlich vor ihm verbeugt hatte. Innerlich mit sich zufrieden und deutlich ruhiger als vor der Partie, verbeugte sich der junge Hyuuga vor seinem Gegner und antworte höflich, wie gewohnt, mit: Vielen Dank für die Partie. Lihaku! Solltest du am Abend vor deiner wichtigen Prüfung wirklich noch deinen Geist mit einer anstrengenden Partie Go belasten? Du weiß doch, dass Nobunaga-kun niemals nachgiebt. Erst wenn auch jeder hier im Salon verstanden hat, dass die Partie seit 10 Zügen längst entschieden ist, verbeugt er sich vor dir. Das weißt du doch! Etwas grimmig über die offene Stichelei gegen ihn, sammelte Nobunaga-san die Steine ein auf und verließ den Salon ohne weiteren Kommentar. Normalerweise würde er einen kleinen Aufstand anzetteln, zumindest insofern die anderen Ligapartien abgeschlossen sind, doch heute unterließ er dies. Auch er möchte mich wohl vor der Prüfung nicht weiter verunsichern..., schlussfolgerte Lihaku aus dem abweichenden Verhalten Nobunaga-sans. Ist schon gut, Touya-sama. Mittwochs stehen die Liga-Spiele an! Und ich wollte keine unnötige Niederlage einstecken. Außerdem beruhigt mich das Go-Spiel ungemein. Ich bin deutlich entspannter als noch vor der Partie. Aber vielen Dank für Ihre Sorgen um mich., erläuterte er seine Entscheidung. So. Ich werde dann mal nach Haus gehen. Ein wenig Schlaf brauche ich ja schließlich doch noch., lächelte der angehende Genin sämtliche Sorgen des Salon-Besitzers beiseite und verabschiedete sich.

    Auf dem nach-Hause-Weg bemerkte Lihaku beim Bewundern des wolkenfreien Sternenhimmels, wie seine Hand leicht zitterte. Er war doch verwundert, dass die Aufregung vor dem morgigen Tag noch so stark wirkte. Normalerweise kam dieses Zittern ausschließlich in wichtigen halbe-Punkt-Partien. Der junge Hyuuga hatte keinen Zweifel daran, dass er die Genin-Prüfung bestehen würde. Er wusste, dass sie aus einem theoretischen und einem praktischen Teil bestehen würde. Der Theoretische dürfte keine Schwierigkeiten bringen. Ich hatte stets die besten Noten in den schriftlichen Prüfungen. Und auch der praktische Teil sollte machbar sein. Gut, ich bin nicht der Schnellste oder Stärkste, aber ich habe doch immer eine trickreiche Lösung gefunden. Und ein Genin zu sein heißt ja nicht, einfach nur rohe Gewalt anwenden zu können, oder?
    Zu Hause angekommen legte sich Lihaku sofort schlafen. Er war doch recht müde und wollte in der Prüfung zu 100% konzentriert sein. Seine Eltern kamen später noch in sein Zimmer, um ihm eine gute Nacht zu wünschen, doch da schlief ihr Sohn bereits und träumte davon, wie ihm sein erstes Shinobi-Stirnband überreicht wurde. Wie er es wohl tragen würde? Allzu viele Gedanken hatte er bis zu diesem Traum nicht in die Antwort auf diese Frage investiert...


    Der Tag der Prüfung:

    Ausgeschlafen frühstückte der junge Hyuuga am nächsten Morgen gemeinsam mit seinen Eltern am Frühstückstisch. Der Morgen war in Summe eher unaufgeregt. Selbstverständlich hatten My und Takeru ihrem Sohn Mut zugesprochen und die starke Anspannung vor der bevorstehenden Prüfung genommen. Diese war durchaus vorhanden, zumindest vor dem Frühstück, auch wenn es sich der junge Genin-Anwärter nicht anmerken lassen und noch viel weniger zugeben wollte.

    Ein letzter tiefer Atemzug und Lihaku öffnete die Tür zum Klassenraum, in dem sich alle Prüflinge einfinden sollten. Im Gegensatz zur kleinen Trainingseinheit mit Ryûsa-sensei vor zwei Tagen, erschien Lihaku diesmal überpünktlich. Tatsächlich waren noch 20 Minuten übrig, bis die Prüfung offiziell beginnen sollte, und lediglich zwei Schüler waren vor dem eifrigen Akademisten gekommen und saßen weit verstreut im Raum. Es herrschte bedrückende Stille. Wie immer..., bewertete Lihaku die Situation. Normalerweise würde er versuchen, die anderen Schüler aufzumuntern und ihnen die Angst vor der Prüfung etwas zu nehmen, immerhin würden sie alle genauso wie Lihaku aufgeregt sein – einige vermutlich sogar deutlich stärker als er. Doch Lihaku kannte seine Mitschüler seit vielen Monaten und wusste genau, dass sie alle vor Prüfungsterminen immer sehr schweigsam waren; zumindest die hier Anwesenden... Das letzte Mal, als ich versucht habe, sie aufzumuntern, haben sie mich nur angemotzt und ich war anschließend etwas bedrückt in der Prüfung. Das kann ich mir heute nicht erlauben!, versuchte sich Lihaku sein Verhalten schön zu reden, auch wenn er es entgegen aller Widerstände gern versucht hätte.
    Im Laufe der folgenden 15 Minuten erschienen immer mehr Schüler vor dem Prüfungsraum. Pünktlich mit dem Läuten der Schulglocke, öffnete sich die Tür zum Prüfungsraum und Ryûsa-sensei trat hervor. Guten Morgen, alle zusammen., begrüßte dieser die Prüflinge und schwenkte leicht die bekannte Kaffeetasse. Wir werden mit der theoretischen Prüfung beginnen. Nacheinander werden wir euch einzeln hier abholen und zum Prüfungsraum begleiten. Dies hier ist sozusagen das Wartezimmer. Euch werden Fragen gestellt, die ihr nach eurem besten Wissen beantwortet. Ihr werdet bis zu 30 Punkte in diesem Teil der Genin-Prüfung sammeln können, 70 weitere im praktischen Teil. Zum Bestehen benötigt ihr 80 Punkte. Wir gehen alphabetisch vor. Ayame, zu mir! Und alle anderen: Baut keinen Mist. Wir haben euch stets im Blick!, so verließ der Weißhaarige Lehrer gemeinsam mit der ersten zu Prüfenden den Raum.

    Es vergingen die Minuten und vier der zwölf Prüflinge hatten bereits mit Ryûsa-senei den Raum verlassen, als er erneut hereintrat und Hyuuga, Lihaku rief. Hier!, antwortete Lihaku schulbuchmäßig und ging zum schmunzelnden Lehrer hinunter. Aufgeregt?, fragte Ryûsa-sensei mit einem Lächeln. Ein wenig., spielte Lihaku seine Emotion herunter. Aber das ist vermutlich normal. Vermutlich..., kommentierte der Lehrer die Bemerkung und öffnete die Tür zum Prüfungsraum. Lihaku trat ein und sah Shiho-sensei auf einem Stuhl hinter einem Schreibtisch sitzen. Er erötete ein wenig beim Anblick der stark geschminkten Schönheit. Das letzte Mal, dass er sie gesehen hatte, war auf der Damentoilette gewesen. Sie hatte vermutlich nicht mitbekommen, dass anstelle einer Schülerin er in der Kabine gewesen war, dessen war sich der gewiefte Akademist sicher, jedoch war ihm die Situation doch etwas peinlich. Guten Morgen, Shiho-sensei., begrüßte er sie. Morgen. Setz dich., antwortete sie kurz gebunden mit strenger Stimme, wie immer, und deutete auf einen frei im Raum stehenden Stuhl. Wirkt schon etwas kühl, die Atmosphäre. Ob sie schlecht geschlafen oder der letzte Prüfling sie verägert hat?, versuchte sich Lihaku die Situation zu erklären. Doch war es letztlich nicht wichtig und so schüttelte er diesen Gedanken bei Seite. Immerhin ging es nun einzig und allein um die zu beantwortenden Fragen. Ryûsa-sensei ging zum Schreibtisch vor Shiho-sensei und griff in einen Glasbehälter mit etlichen zusammen gefalteten Zetteln. Nachdem seine Hand ein wenig im Behälter gewühlt hatte, griff er sich einen der Zettel, entfaltete diesen und laß vor: Jutsus und Bluterben. Wie passend für dich. Bitte. Erzähl uns etwas über dieses Thema. So allgemein?, war Lihaku etwas verwundert. Er hatte keinerlei Vorwissen, welche Fragen genau gestellt werden würden, doch hätte er mit einer spezifischeren Frage gerechnet. Er schaute abwechselnd in das erwartungsvolle Gesicht Ryûsa-sensei und in das gelangweilt erscheinende von Shiho-sensei. Okay. Wo fange ich am besten an...?, murmelte Lihaku noch etwas unsicher vor sich her. Er schloss die Augen und stellte sich ein Gobang vor. Wie bei einer Partie Go. Zunächst in die Ecken, eine Basis absichern. Dann über die Seiten und abschließend in die Mitte zielen. Als Lihaku die Augen wieder öffnete, hatte sich sein Blick gänzlich verändert. Vollkommen konzentriert, aber mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, begann er das Thema zu erläutern: Jutsus sind Fähigkeiten, die von Shinobi in unterschiedlichen Situationen genutzt werden, um sich in der jeweiligen Situation in eine günstigere Ausgangslage versetzen zu können. Dies kann in Form einer Kampftechnik geschehen oder durch unterstützende Maßnahmen, z.B. bei der Tarnung. Jutsus erfordern den Einsatz von Chakra und häufig auch das Erfüllen weiterer Bedingungen wie dem Setzen von unterschiedlichen Fingerzeichen oder ein bestimmtes Bluterbe. Allgemein untercheidet man sie in drei Kategorien: Taijutsu, Ninjutsu und Genjutsu. Taijutsu sind körperliche Techniken, die vor allem dem Kampf dienen und die physischen Attribute des Anwenders positiv beeinflussen. Für sie ist der Einsatz von Chakra, nicht aber das Setzen von Fingerzeichen erforderlich. Genjutsu sind Illusionskünste, die einen oder mehrere Gegner durch nicht existente Bedrohungen oder Umgebungsveränderungen ablenken sollen. Auch wenn es letztlich Illusionen sind, so können diese unter Umständen – je nach Technik – ebenfalls Schaden anrichten. Zur Anwendung ist Chakraeinsatz sowie häufig eine weitere Bedingung, wie z.B. Augenkontakt, nötig. Abschließend gibt es die Ninjutsu, welche eher als eine Art Rest-Kategorie gesehen werden kann, da es keine genaue Definition für die Fähigkeiten der Ninjutsu-Klasse gibt und eher alle Jutsu umfassen, die nicht den anderen beiden Kategorien zuzuordnen sind. Ninjutsu manipulieren häufig die Umgebung oder erschaffen etwas in dieser. Dies kann z.B. eine Wasserkugel, die aus dem Mund gespuckt wird, eine Erdwand, die aus dem Boden gezogen wird, oder medizinische Fähigkeiten umfassen. Die Voraussetzung zum Anwenden von Ninjutsu sind Chakraeinsatz sowie das Setzen verschiedener Fingerzeichen. Lihaku holte kurz etwas Luft. Bis hierhin hatte er sehr gut, wie er fand, das Wissen aus dem Unterricht an der Akademie zusammengefasst. Es fehlten noch das Thema Bluterbe, doch vorher wollte der eifrige, junge Schüler noch weiteres Wissen, was er sich durch das Studium der Familienbücher angeeignet hatte, zum Besten geben: Einige der Jutsu erfordern das Anwenden so genannter Chakranaturen. Lihaku beobachtete die beiden Prüfer genau. Auch wenn er glaubte, ein interessiertes Zucken der linken Augenbraue der sonst so gelangweilten Shiho-sensei gesehen zu haben, rührten sich die beiden Prüfer kein Stück auf ihrem Stuhl. Diese stellen eine komplexere Form des Chakra dar, welche dieses entsprechend der Eigenschaften eines Elements verändert. So können die Elemente Wasser, Feuer, Wind, Blitz und Erde nutzbar gemacht werden. Neben den Jutsus, die Chakranaturen verwenden, gibt es weitere Fähigkeiten, die nur von bestimmten Anwendern genutzt werden können: die sogenannten Kekkei Genkai, auch als Bluterbe bekannt. Kekkei Genkai sind besondere Fähigkeiten, die sich dadurch kennzeichnen, dass sie ausschließlich von Mitgliedern des entsprechenden Clans verwendet und von niemandem außerhalb des Clans erlernt werden können. Sie werden über die DNA innerhalb einer Familie vererbt – daher auch der Name Bluterbe. Ein Beispiel hierfür ist das Dojutsu – also Augen-Bluterbe – Byakugan der Hyuuga-Familie, meiner Familie., schloss Lihaku den doch recht langen Vortrag ab, indem er mit dem Daumen auf seine Augen deutete. Erwartungsvoll schaute er Ryûsa-sensei an, immerhin erwartete er ein Statement zum Vortrag. Doch kam eine Antwort von Shiho-sensei: Danke, das wär´s dann auch. Du kannst draußen vor der Akademie bei den anderen Prüflingen warten, bis wir herunter kommen und zum praktischen Teil der Prüfung übergehen. Kalt, wie eh und je., konstatierte Lihaku und verließ den Prüfungsraum etwas enttäuscht. Zumindest meine Punktzahl hätte sie mir sagen können...

    Draußen vor der Akademie sammelten sich die Prüflinge, wie befohlen. Die anderen schienen nun deutlich gesprächiger. Und, wie fandest du´s?Ich hatte ganz komische Fragen. Aber ich darf ja noch mitmachen, also soll es schon gereicht haben..., diskutierte einer der anderen Schüler. Also hast du vielleicht 10 Punkte erreicht, du Nase. Das heißt also noch rein gar nichts..., kommentierte Lihaku gedanklich das Gespräch, das er zufällig belauscht hatte. Er schien etwas gereizt, immerhin hatte er überhaupt keine Reaktion auf seinen Vortrag erhalten. Einen Elite-Schüler des Hyuuga-Clans sollte man eigentlich nicht so abspeisen... Unbewusst strich sich Lihaku durchs Haar und richtete seinen Haarzopf neu. Jeder sollte seine Zugehörigkeit zum Hyuuga-Clan direkt erkennen können. Nach und nach stießen die anderen Prüflinge zur Gruppe hinzu. Lihaku hatte sich etwas abseits der anderen auf eine Grünfläche gesetzt. Er war doch sehr aufgeregt, was er an seiner zitternden Hand bemerkte. Außerdem neigte er dazu, zwischen mehreren Liga-Partien, die an einem Abend stattfanden, ruhig und konzentriert auf die nächste Etappe zu warten. Und schließlich war diese Prüfungssituation mit zwei direkt aufeinander folgenden Go-Partien durchaus zu vergleichen.
    Kurze Zeit später, nachdem auch der letzte Prüfling zur Gruppe gefunden hatte, erschienen Ryûsa-sensei und Shiho-sensei, um sie zur abschließenden Prüfung zu begleiten. Auf geht´s zum nächsten Stop. Folgt uns!, läutete Ryûsa-sensei den nächsten Abschnitt ein und joggte in Richtung der Abhänge. Auch wenn das Tempo recht gering war, so erschien die Begeisterung Lihakus für diese kleine Warmmachübung äußerst gering. Nicht schon wieder so eine zermürbende Aufwärmübung. Ich sollte echt mal an meiner Ausdauer arbeiten...
    Nach einem kurzen Lauf traf die Gruppe am Bestimmungsort ein. Shiho-sensei war, zu Lihakus Überraschung, schon längst am steilen Hang angekommen und wartete auf die Gruppe. Neben ihr stand ein gefleckter Affe, der erwartungsfroh grinste. Wie ist sie so schnell an uns vorbei... und was soll der Affe da? Scheint mir kein normaler Affe zu sein... Vielleicht ein Kuchiyose?, mutmaßte Lihaku. Also gut., begann die Schönheit ohne große Umwege. Dort oben, in zehn Metern Höhe, befinden sich Schriftrollen, die euer Ziel darstellen. Bringt sie uns und ihr könnt bis zu 70 Punkte für die Prüfung ergattern. Viel Spaß., beendete Shiho-sensei die kurze, aber prägnante Erläuterung zu den Spielregeln, um sich wieder ihren Fingernägeln zu widmen. Das war ja eine kurze Erkärung... Und sofort rannte der erste der Prüflinge auf die Wand. Ein gekonnter Sprung und schon waren die ersten zwei Meter erklommen. Oder eher wären sie es, wenn der Kuchiyose-Affe den jungen Shinobi nicht weggekickt hätte, um anschließend laut kreischend selbst einige Meter hinauf zu klettern. Achja, hatte ich vergessen zu erwähnen, dass unser haariger Freund hier euch an eurem Ziel hindern wird? Kleiner Tip: Er ist nicht sonderlich schön, aber kräftig und gerissen! Die Bemerkung über die Schönheit des Affen beantwortete der Affe mit einer ausgestreckten Zunge in ihre Richtung. Dann grinste er wieder die Gruppe der Prüflinge an und erwartete den nächsten Zug. Mh... ein Affe, der uns am Erklimmen der Wand hindert. Ich bin jetzt schon etwas erschöpft., konstatierte der junge Hyuuga die Situation und beschloss zunächst Informationen über den Gegner zu sammeln. Deutlich vorsichtiger als zuvor kletterten die nächsten Prüflinge behutsam hinauf. Der Affe hing einige Meter über ihnen und schien keinerlei Einwände gegen das Vorankommen der Akademisten zu erheben. Zumindest bis sie die 5-Meter-Marke überschritten – zumindest schätzte Lihaku die Höhe auf fünf Meter. Ab diesem Punkte begann der Affe wild herum zu schwingen, als würde er den ganzen Tag an Wänden herumklettern, was er vermutlich tatsächlich auch tat, und stupste hier den einen Prüfling, stieß dort den anderen und schließlich an jenem Ort einen weiteren durch einen mittelharten Kick von der Wand. Abwechselnd fingen Ryûsa-sensei und Shiho-sensei die Schüler auf, sodass sich niemand ernsthaft verletzte. Als der Affe ein weiteres Mal einen Prüfling in sechs Metern Höhe angreifen wollte, zückte Lihaku ein Kunai und warf dieses auf den Affen. Dieser wich gekonnt aus, wurde allerdings in seinem Angriff gestört und fiel etwa einen Meter tief den Hang hinunter. Danke, Lihaku!, tönte es von oben herab, als er sich gerettete Schüler umsah. Jedoch half ihm dies nur für etwa einen weiteren Meter, da der Affe ihn wieder eingeholt hatte und schließlich mit seinem Schwanz am rechten Bein des Jungen zog, sodass auch dieser wieder von vorn beginnen durfte. Okay. Er reagiert also auf Angriff, indem er ausweicht. Das verschafft mir zunächst etwas Zeit. Ich bin jetzt kein grandioser Kletterer, aber einen Meter sollte ich so definitiv zurücklegen. Wenn ich nicht direkt neben dem Affen hänge, sollte ich so sechs bis sieben Meter plus einen weiteren schaffen. Fehlen noch zwei bis drei... Mh... Was wäre wenn... Nun begann auch Lihaku die Wand zu erklimmen. Die ersten zwei Meter begannen noch recht unsicher, doch dann hatte der junge Hyuuga den Dreh raus. Zumindest soweit, dass er irgendwie die Wand hinaufklettern konnte. Es sah sicher nicht schön oder grazil aus, was er da veranstaltete, doch sollte es für die Aufgabe durchaus genügen. Nun zum Informationen sammeln. Byakugan! Lihaku hatte sich gut fünf Meter in der Horizontalen vom nächst höheren Prüfling entfernt und überschritt die 5-Meter-Marke. Der andere Schüler lag etwa bei fünfeinhalb bis sechs Metern. Der Affe war etwas näher an Lihaku. Doch er griff zunächst seinen Mitschüler an, zog diesem an seiner Hose und schmiss ihn in Richtung Ryûsa-senseis. Anschließend folgte Lihaku. Er hatte tatsächlich noch zwei Meter höher steigen können, doch war an der 7-Meter-Marke Schluss, da der Affe zu ihm sprang, ihn heftig zu kitzeln begann und der junge Genin-Anwärter vor Lacheln schlichtweg den Halt verlor. Sanft fing Shiho-sensei den bloß gestellten Hyuuga auf und setzte ihn am Fuße des Hangs ab. Mit hochrotem Kopf blickte Lihaku den Affen an, welcher nur ein verhöhnendes Lachen für ihn übrig hatte. Aber ich habe nun erfahren, was ich wissen wollte., fasste Lihaku für sich zusammen. Als just in diesem Moment der erste Schüler eine Schriftrolle zu fassen bekam und den Abstieg begann. Der Affe schaute verdutzt nach oben und begann sofort seinen Angriff. Doch der junge Shinobi stieß sich gekonnt von der Wand, biss in die Schriftrolle und hinterließ für den heranspringenden Affen lediglich ein Stück Holzstamm. Kawarimi zum Platztausch. Clever! Vom Erfolg des Mitschülers angespornt, wagte auch Lihaku erneut den Aufstieg. Er erklomm die Wand bis zur 5-Meter-Marke und aktivierte erneut sein Byakugan. Ich habe nur einen Versuch..., mutmaßte der junge Hyuuga. Es waren diesmal zwei Schüler höher geklettert als er, beide links von ihm und beide bei etwa sechs Metern Höhe. Lihaku kletterte weiter, bis der Affe den ersten von beiden heruntergestoßen hatte, indem er mit seinem haarigen Schwanz solange an dessen Nase wedelte, bis er vor Schreck nieste und dabei den Halt verlor. Kurz bevor der Affe den zweiten Schüler erreichte, Lihaku war mittlerweile bei sieben Metern Höhe angekommen, startete Lihaku sein Ablenkungsmanöver: Bakuhatsu Henshu! Ein lauter Knall ertönte hinter dem Affen und dieser wirbelte vor Schreck herum. Dabei verlor der eigentlich geübte Kletterer vor Schreck den Halt und fiel einen halben Meter hinab. Mit dem Byakugan hatte Lihaku alles verfolgt, während er unbeirrt weiter hinaufstieg. Nur ein halber Meter. Etwas mehr hatte ich mir schon erhofft... Derweil war der zweite Schüler ebenfalls vor Schreck heruntergefallen und von Ryûsa-sensei aufgefangen worden. Der Affe brauchte einen Moment zur Orientierung, doch dann bemerkte er, dass Lihaku nur noch einen Meter bis zum Ziel brauchte. Mit wahnsinniger Geschwindigkeit erklomm er das Hindernis als würde er einen Sprint auf einer normalen Straße hinlegen. Lihaku sah im Rücken den Affen immer näher und näher kommen. Noch einen halben Meter vom Ziel entfernt, den Affen auf zwei Meter Entfernung. Und dann griff der junge Hyuuga nach der Schriftrolle, fasste sie tatsächlich und klammerte sie fest an sich, als der Affe kräftig an seinem linken Knöchel zupfte. Lihaku fühlte, wie er den Halt verlor und fiel, doch hielt er mit aller Kraft die Schriftrolle fest. Der Affe versuchte noch, diese ihm zu entreißen, doch konnte Lihaku sich glücklich im Fallen vom Gegner abwenden, sodass dieser lediglich an der Kunaitasche Lihakus zerren konnte. Der Boden schnellte ihm immer schneller entgegen. Der Wind brauste in sein Gesicht, sodass Lihaku kaum die Augen offen halten konnte. Da erblickte er das entscheidende Objekt und Kawarimi no Jutsu schwupps, anstelle von Lihaku fiel ein Stück Holzstamm in Richtung Boden und wurde noch rechtzeitig vor dem Aufprall von Shiho-sensei gefangen. Lihaku war am Boden gegen den Stamm eines Baums gestoßen – perfekt hatte der Körpertausch also nicht funktioniert, doch hatte er seinen Zweck erfüllt. Einige der anderen Schüler jubelten Lihaku zu, immerhin hatte er es ziemlich spannend gemacht. Dann stand plötzlich Ryûsa-sensei vor ihm: Alles okay, Lihaku? War eine ziemlich unschöne Landung... Ach, alles in Ordnung. Ein paar blaue Flecke und dann ist schon gut., spielte Lihaku seine mittelstarken Schmerzen herunter. Er hatte sein Chakralimit nahezu ausgereizt. Okay., war die kurze Antwort und schon schnellte der Lehrer zurück zur Wand, um den nächsten Schüler aufzufangen.


    Am Abend nach der Prüfung:

    Nachdem die Lehrer die praktische Prüfung für beendet erklärt hatten und einige kleinere Schürfwunden sowie kleinere Prellungen ärztlich versorgt worden waren, trafen sich alle wieder im anfänglichen Klassenzimmer wieder. Die Schüler saßen ungeduldig auf ihren Plätzen. Zwei der anderen Prüflinge hatten souverän eine Schriftrolle ergattern, drei weitere unter glücklichen Umständen. Lihaku saß äußerlich ruhig, innerlich jedoch schwitzend, auf seinem Platz und erwartete die Verkündung der Ergebnisse. Nacheinander rief Shiho-sensei die Namen auf und Ryûsa-sensei verkündete die erreichten Punktzahlen. Jedes Mal, wenn einer der Schüler bestanden hatte, stand dieser auf, ging nach vorn und bekam sein Stirnband feierlich überreicht. Lihaku spürte, wie seine Hand wieder leicht zitterte. Es rollte in Schweißtropfen an seiner Schläfe entlang. Hyuuga, Lihaku. Ryûsa-sensei schaute, wo im Raum der junge Shinobi saß und lächelte, als er diesen erblickte. Das muss ein gutes Zeichen sein, oder?! 30 Punkte im Theorie-Teil, 60 Punkte im Praktischen. Macht in Summe 90 Punkte. Herzlichen Glückwunsch! YEAH! BESTANDEN! Lihaku freute sich sichtlich, doch versuchte er einen lauten Aufschrei zu unterdrücken. Dies wäre eines Elite-Shinobi nicht angemessen gewesen. Doch ein siegreiches Faustballen konnte er nicht unterdrücken. Stolz ging der frisch gebackene Absolvent der Shinobi-Akademie herunter und blieb vor Ryûsa-sensei stehen. Dieser überreichte ihm mit einem Lächeln das Stirnband mit dem Symbols Konoha-gakures. Selbst Shiho-sensei gratulierte mit einem kühlen Glückwunsch. Lihaku nahm bis über beide Ohren stolz das Stirnband entgegen und legte es traditionell um die Stirn.

    So beginnt die Geschichte des Shinobi namens Lihaku Hyuuga.
  16. Mashido Shin

    Mashido Shin Genin

    Beiträge:
    32
    Alter:
    19 Jahre
    Größe:
    176 cm
    Fraktion:
    Shiro
    Dorf:
    Suna
    Steckbrief:
    Link
    Geninprüfung von Mashido Shin

    Prüfer:
    Ryûsa
    Shiho

    NPC’s
    Fujin Tokuchō
    Tenami Sai
    [sonstige Prüflinge]

    Der Morgen vor der Prüfung
    Ach ja, war doch schön, so eine erholsame Nacht. Genüsslich streckte Shin sich und stieg aus dem Bett, nachdem er seinen Wecker abgestellt hatte. Im Grunde war alles, wie bei einem gewöhnlichen Morgen. Der Mashido duschte kalt, und aß ein spärliches Frühstück, welches aus einer Schüssel Misosuppe sowie etwas Reis bestand. Anschließend kleidete sich der noch-Akademist in seine übliche Robe und verließ das kleine Apartment in Shirogakure. Mit ca. 16 Grad Celsius war es ein schöner durchschnittlicher Sommermorgen. Wie jeden Morgen war es allerdings noch dunkel, als der Neunzehnjährige durch die Tür schritt. Nur eines war anders. Der Taijutsuka würde nun normalerweise auf direktem Weg zu den Trainingsplätzen gehen, um dort sein morgendliches Training abzuhalten. Diesmal ging er aber zum Tempel. Dort huldigte der Mönch dem namenlosen Gott, bis die Sonne am Horizont erschien. Um 07:30 Uhr machte der Wüstenbewohner sich schließlich auf den Weg in Richtung Akademiegelände, wo ab 09:00 Uhr die theoretische Prüfung stattfinden sollte. Glücklicherweise war er diese Wege bereits hunderte Male rauf und runter gegangen. Sonst würde der Wüstenbewohner sich wahrscheinlich verlaufen und selbst bei diesem zeitigen Aufbruch zu spät kommen. Die Straßen waren noch menschenleer. Hier und da lag noch der ein oder andere Besoffene vom Wochenende herum. War ja an einem Montagmorgen auch nichts Besonderes. Ein paar vereinzelte Berufspendler gab es auch. Die hielten sich aber in Grenzen und es entstand nicht annähernd so ein Andrang, wie es tagsüber der Fall gewesen wäre. Schließlich kam der Glatzkopf beim Akademiegelände an und oh Wunder, er war der erste. Gut, die Eingangstür war schon auf und in den Gängen, wie auch im Lehrerzimmer - das konnte der junge Mann durch das entsprechende Fenster sehen - brannte ebenfalls bereits Licht. Wahrscheinlich war Ryûsa-sensei bereits dabei, seine dritte Tasse Kaffee zu schlürfen und noch einmal die geplanten Prüfungsthemen durchzugehen. Da noch niemand sonst da zu sein schien setzte sich der Doton-Nutzer im Schneidersitz neben die Tür, welche als Eingang zum Prüfungsraum ausgeschrieben war und meditierte noch eine Weile.

    Wartezeit vor der theoretische Prüfung
    Shin war derart in die Meditation vertieft, dass er nicht mal bemerkte, wie sich der Flur nach und nach füllte. Erst als die ihm allzu bekannte Stimme von Shiho-sensei den Raum erfüllte, dass sich der erste bereits in den Raum begeben solle. Es handelte sich um Ameyuri Arashi, der aufgrund des vorherrschenden alphabetischen Systems nahezu immer als erstes dran war. Wahrscheinlich hatte jeder so seine eigene Meinung, ob man das bewundern, oder eher bemitleiden wollte. Der Mashido für seinen Teil hätte die theoretische Prüfung lieber hinter, als vor sich. Zwar war der Akademist bei weitem noch nicht so nervös, wie der Großteil der anderen Prüflinge, aber auch er bemerkte mittlerweile ein leicht flaues Gefühl in der Magengegend. Als der Mönch seinen Blick über die umstehenden Kameraden schweifen ließ, entdeckte er außerhalb des größeren Pulks gleich zwei Beispiele, welche im genauen Gegenteil zueinander jeweils ein Superlativ der Nervosität vertraten. Da war einmal ein gutaussehender junger Anwärter mit gestylten roten Haaren, der scheinbar keinen Deut Nervosität in sich hatte. Der Wüstenbewohner kannte den Jungen vom Sehen her, konnte sich aber nicht an den Namen erinnern. es handelte sich dabei um einen sehr jungen Prüfling, der eigentlich noch ein Jahr auf der Akademie verweilen müsste. Allerdings hatte dieser ein derart herausragendes Talent im Formen von Ninjutsu, sowie Spitzennoten in allen theoretischen Belangen, dass man ihn früher in die Prüfung ließ. Aus diesem Grund war der Rothaarige ziemlich eingebildet, was auch dazu führte, dass der Taijutsuka nie mit ihm sprach. Im Absoluten Gegensatz zu diesem arroganten Fatzke stand ebenfalls abseits der Gruppe ein kleines zierliches Mädchen mit langen eisblauen Haaren, welches aussah, als würde es vor Nervosität gleich in Ohnmacht fallen. Kurzerhand entschloss sich der Glatzkopf, das arme Ding etwas aufzumuntern und spazierte auf sie zu. „Ohayou gozaimasu, mein Name ist Shin. Ich bin ebenfalls zur Prüfung hier.“ sagte er mit einem selbstbewussten Lächeln auf den Lippen und erwartete die Antwort seiner Gegenüber. Diese zuckte, ob der unerwarteten Anrede des Fremden, zusammen und zögerte einen Moment, bevor sie schließlich schüchtern antwortete: „O... Ohayou gozaimasu, I... i... ich bin Chō. Freut mich, dich kennen zu lernen.“ Noch, während das Mädchen sich vorstellte, errötete sie stark und drehte sich beschämt zur Seite. Offenbar hatte das arme Ding keinerlei Selbstvertrauen. Eigentlich seltsam, wo man es doch schon zur Geninprüfung geschaffen hatte. Zu einem wirklichen Gespräch konnte es aber nicht mehr kommen, da Shihos Stimme erklang: „Fujin Tokuchō!“ Ein ängstliches Quieken entwich dem schüchternen Mädchen, bevor es sich zur Tür wandte und unvermittelt an der Lehrerin vorbei in den Prüfungsraum rannte. Kaum war die Tür wieder geschlossen, erschallte gellendes Gelächter von Seiten des anderen abseitsstehenden Prüflings. Zweidutzend Augenpaare richteten sich, meist verächtlich dreinblickend, auf den Rothaarigen, woraufhin dieser provokant in die Runde rief: „Ist was, oder warum starrt ihr mich alle an!?“ Mehrere Akademisten drehten sich gleich um und entfernten sich etwas von dem Kerl, während Shin in gemäßigtem Tempo, aber direkt, auf ihn zuging. „Würdest Du mir bitte mitteilen, was so lustig ist?“ fragte der Mashido mit ruhigem, aber bestimmtem Ton in der Stimme. Sein Gegenüber hielt sichtlich mühsam einen weiteren Lachanfall zurück und antwortete belustigt: „Ist das dein Ernst? Die verhält sich immer so lachhaft. Es ist eine Schande, dass man sowas überhaupt länger als einen Monat auf der Akademie behält. Schon mein Großvater hat immer gesagt, dass es mit dieser Fraktion zu Grunde geht. Und hier haben wir ein perfektes Beispiel für die zahlreichen Gründe.“ Zorn kochte im Körper des Mönchs hoch. Gerade wollte er den Typen, wider seiner Natur, am Kragen packen und ihm mal gehörig die Meinung geigen, da kam einer der anderen Prüflinge und zog den Taijutsuka am Umhang rückwärts, nur um gleich in dessen linkes Ohr zu flüstern: [Lass ihn besser in Ruhe. Er ist ein Arsch, aber er ist es nicht wert, disqualifiziert zu werden.] Mit ein paar tiefen Atemzügen regulierte der Wüstenbewohner sein Temperament und drehte sich zu dem Jungen um. Kameradschaftlich legte er diesem die rechte Hand auf die entsprechende Schulter und wollte gerade seinen Dank aussprechen, da ertönte abermals die Stimme der stark geschminkten Lady: „Mashido Shin!“

    Theoretische Prüfung
    Kaum war Shin dem Ruf der stark geschminkten Lehrkraft gefolgt, da stand er auch schon vor einem im Prüfungsraum stehenden Tisch, an welchem auf der gegenüberliegenden Seite bereits Ryûsa saß, mit seiner allgegenwärtigen Tasse Kaffee in den Händen. Der Mashido senkte seinen Prüfern gegenüber grüßend das Haupt und legte die Hände in einer ebensolchen Geste zusammen. Währenddessen setzte Shiho sich auf den Stuhl zur Linken des Hatake und übernahm gleich die Leitung der Prüfung: „Schön dass Du hergefunden hast, Shin. Da es unnötig sein sollte, sich vorzustellen denke ich, wir gehen direkt zur Prüfung über. Dein Thema ist Kekkei Genkai. Im Idealfall sollte dein Vortrag beinhalten, was ein Kekkei Genkai ist, was daran besonders ist, was Techniken eines Kekkei Genkai von gewöhnlichen Jutsus unterscheidet und welche Arten es gibt. Insgesamt kannst Du in diesem theoretischen Teil 30 Punkte erreichen. Dann leg mal los.“ Kurz ließ sich der Prüfling das ihm zugeteilte Thema durch den Kopf gehen und ordnete die Informationen, welche ihm spontan ins Gedächtnis strömten. Schließlich stellte sich der Taijutsuka selbstbewusst sowie mit vor der Brust verschränkten Armen vor seine Tutoren und sprach los: „Der Begriff Kekkei Genkai bedeutet Vererbte Fähigkeit und beschreibt spezielle Fähigkeiten, welche von Clans vererbt werden. Diejenigen mit einem Kekkei Genkai erhalten Fähigkeiten, die ihnen im Kampf große Vorteile verschaffen können, da ihre Fähigkeiten teilweise stark vom ansonsten Möglichen abweichen. Derartige Fähigkeiten können nicht gelernt werden. Es benötigt eine genetische Voraussetzung, welche meist nur innerhalb von Familien existieren. Lediglich Dou-Jutsu, also Techniken, welche über die Augen angewandt werden, können transplantiert werden. Allerdings ist mir nicht bekannt, wie dies funktioniert und ob das überhaupt legal ist. Ich persönlich tendiere eher zu nein. Um nochmals auf die verschiedenen Arten von Kekkei Genkai einzugehen: Da gibt es einmal die klassischen Kekkei Genkai, welche ich vorhin angesprochen habe. Sie werden meist innerhalb von Clans vererbt und es ist absolut unmöglich, diese als Außenstehendem zu lernen. Hierzu zählt auch die Unterkategorie des Dou Jutsus, welches ich vorhin ebenfalls benannt habe. Das perfekte Beispiel wird hier wohl der Hyuuga Clan sein, weil dieser über das weltberühmte Doujutsu Byakugan verfügt. Es gibt auch Kekkei Genkai, welche unabhängig von Verwandtschaft mehr oder weniger per Zufall vererbt werden. Diese sind extrem selten und es kommt nicht selten vor, dass jemand diese Fähigkeiten durch Zufall entdeckt. Konkrete Beispiele sind mir hier allerdings nicht bekannt.“ Mit diesen Worten beendete der Neunzehnjährige seinen Vortrag und wartete auf eine Reaktion von Ryûsa, oder Shiho. Rein von Mimik und Körpersprache her schienen beide eher wenig beeindruckt zu sein. Der Weißhaarige hörte zwar aufmerksam zu, ließ sich aber nicht in die Karten kucken und Shiho war die ganze Zeit nur mit ihren Fingernägeln beschäftigt. Manch einer würde ob dieser Respektlosigkeit der Schwarzhaarigen wahrscheinlich die Beherrschung verlieren. Der Doton-Nutzer hingegen blieb die Ruhe selbst und stand dort, wie bestellt und nicht abgeholt. Schließlich ließ die Genjutsuka sich dazu herab zu sagen: „Nun gut. Wir werden uns unter vier Augen besprechen. Du kannst dich schon einmal im ausgeschilderten Bereich des Akademiegeländes einfinden. Der praktische Teil beginnt gegen 11:00 Uhr, falls es in diesem Tempo weitergeht.“

    Praktische Prüfung
    Die Zeit zur bis zur praktischen Prüfung war relativ uninteressant. Im Grunde war Shin nur zu der Felswand gegangen, welche sich am besagten Treffpunt befand und hatte sich dort auf den Boden gesetzt, um die restliche Zeit zu meditieren. Als er schließlich von Ryûsas Stimme aus der Trance gerissen wurde, war es 11:00 Uhr und alle Prüflinge, mitsamt zweier Chuunin waren bereits eingetroffen. Shiho war nirgends zu sehen. Eventuell hatte sie sich bereiterklärt, die theoretischen Prüfungen auszuwerten. Der Mashido richtete sich zu seiner vollen Größe von 176 cm auf und lauschte dem weißhaarigen Shinobi, während dieser die Einzelheiten zur praktischen Prüfung zum Besten gab „Herzlich Willkommen zum praktischen Teil der Geninprüfung. Wie ihr euch sicher schon denken konntet, besteht eure Prüfung daraus, diese Felswand dort drüben ...“ er verwies mit seiner Kaffeetasse in Richtung Felswand „... empor zu steigen und eine der Schriftrollen von dort oben nach hier unten zu bringen. Damit diese Prüfung nicht zu einfach ist, werden meine beiden Kollegen hier ...“ nun wies der Weißhaarige auf die beiden Chuunin „... begleitend aushelfen. Itô-san wird euch das Leben hier möglichst schwermachen, indem er alles versucht, um euch zu behindern. Chikamatsu-san hingegen wird dafür sorgen, dass ihr unversehrt unten ankommt, solltet ihr abstürzen. Wir wollen ja keine Todesfälle.“ Bei den beiden besagten Chuunin handelte es sich um einen breitschultrigen Mann mit dunkler Hautfarbe und schwarzen Haaren - es musste sich um Itô-san handeln - sowie um eine junge zierliche Frau mit hellem Hautton und langen braunen Haaren, die eine große Schriftrolle auf dem Rücken trug - es musste sich demnach um Chikamatsu-san handeln -. Ohne ein weiteres Signal begaben sich beide Shinobi auf ihre Posten. Chikamatsu-san positionierte sich unmittelbar vor der Felswand und Itô-san etwa auf der Höhe des 2. Drittels der Felswand. Gleichzeitig formte der Kumo ein paar Fingerzeichen und erschuf so einen Bunshin, welcher sich seinerseits am 1. Drittel der Felswand positionierte. Schließlich sagte der Hatake noch: „Ach ja, bevor ich es vergesse. Alles ist erlaubt. Abstürzen gibt Punktabzüge und da dort oben nur ausreichend Schriftrollen für die Hälfte von euch liegen, solltet ihr euch beeilen, eine davon zu erlangen. Die Prüfung ist beendet, sobald alle Schriftrollen hier bei mir abgegeben wurden. Wer keine erobert, ist durchgefallen.“

    Schließlich gab der Gelbäugige das Startsignal und die Prüflinge stürmten zur Felswand. Kaum waren diese dort angekommen, zeigten sich auch schon die ersten Unterschiede in den Fähigkeiten der Jugendlichen. Während sich die Meisten nämlich, wie auch Shin, an die Felswand warfen und versuchten, diese durch Klettern zu erklimmen, liefen eine Hand voll Akademisten diese einfach hoch. Dazu gehörten auch Chō und dieser unfreundliche Fatzke von vor der Theorie „Wieso habe ich mich bloß noch nicht mit dem Wandlauf befasst?“ dachte sich der Taijutsuka deprimiert, während er Halt suchend auf die Felsvorsprünge schaute. „Wenigstens kenne ich mich ein wenig mit Gesteinskunde aus. Das verschafft mir eine reelle Chance.“ Mühsam erkämpfte sich der Mönch Meter um Meter in die Höhe, während links und rechts von ihm ein paar eigenartige Dinger vorbeizogen. Mit einem Blick nach unten stellte der Taijutsuka fest, dass diese Kreaturen - Shin wusste nichts von Marionetten - scheinbar von Chikamatsu-san kontrolliert wurden, um die ersten abstürzenden Prüflinge zu fangen. Mit dem Blick nach vorne bemerkte der Doton-Nutzer jedoch einen Körper, der unmittelbar auf ihn zuflog und die Marionetten der Suna schienen allesamt beschäftigt zu sein. Also klemmte er sich mit den Beinen an einem größeren Felsen fest und fing die angehende Kunoichi auf. Trotz des niedrigen Gewichts von Chō, als welche sich das Mädchen entpuppte, konnte der Neunzehnjährige sich allerdings nicht halten und fiel mitsamt seiner Kameradin in die Tiefe. Glücklicherweise kam aus der Schriftrolle, welche die Braunhaarige Chuunin bei sich trug sogleich eine weitere Marionette und fing die beiden angehenden Genin auf.

    „Bitte entschuldige, das ist alleine meine Schuld.“ flüsterte Chō, nachdem die beiden Prüflinge von der chakragelenkten Konstruktion abgesetzt wurden. „Mach dir keinen Kopf, Chō-san.“ antwortete Shin mit dem Blick auf die Felswand gerichtet und fügte hinzu: „Wie ich das sehe, wäre ich früher oder später eh abgestürzt.“ Er bezog sich bei dieser Aussage auf Geschehnisse, welche sich etwa 10 Meter über ihren Köpfen im Bereich des Itô-Bunshin abspielten. Dort kämpften mehrere Akademisten gegen eben diesen, während Itô-san selbst über eine elastische Schnur zwischen seinen Fingern mehrere Kugeln auf die Teilnehmer verschoss. Fest entschlossen sagte der Mashido zu seiner Kameradin: „Wir sollten zusammenarbeiten, um hier zu bestehen. Ansonsten gehe ich nicht davon aus, dass hier überhaupt jemand besteht.“ Das durchgehend zitternde Mädchen erwiderte nur kurz angebunden: „Ist gut.“ und beide rannten erneut auf die Felswand zu. Diesmal blieben die beiden Akademisten gleichauf, da sich die Blauhaarige dem Tempo des Taijutsukas anpasste und etwaige abbröckelnde Steine abwehrte, welche den Glatzkopf ansonsten am Erklimmen der Wand hindern würden. So erreichten die angehenden Shinobi vergleichsweise schnell den ersten größeren Felsvorsprung, auf dem es möglich war, zu stehen. Kaum waren sie dort angekommen, wurde die Dreizehnjährige von einem anderen Anwärter hinterrücks angegriffen, was Shin mit einem beherzten Sprung und dem Einsatz von „Yawa Suna“ abwehrte. „Was soll das, wir haben das gleiche Ziel!“ rief der Mönch seinem Gegenüber entgegen, worauf dieser antwortete: [Das ist doch das Problem! Wenn ihr weiterkommt, habe ich weniger Chancen selbst weiterzukommen!] Mit Unverständnis begegnete der Taijutsuka dieser Aussage und trat den Angreifer kurzerhand vom Felsvorsprung. „Musste das sein? er will doch auch nur bestehen!“ rief Chō erschrocken, woraufhin Shin antwortete: „Das kann er auch immer noch schaffen. Chikamatsu-san wird ihn auffangen.“ Etwas weiter oben wurde Itô-sans Bunshin durch den unfreundlichen Typ vom Morgen aufgehalten, so dass die beiden ohne größere Probleme vorbeiklettern konnten. Itô-san selbst wartete bereits auf dem nächsten Felsvorsprung und griff diese an, als sie den Felsen gerade erklommen sowie einen festen Stand gefunden hatten. „Lauf schon mal voraus, Chō-san. Ich lenke ihn ab!“ rief der Suna, woraufhin das Mädchen gleich losspurtete. Noch bevor er aber etwas machen konnte sprang Itô-san neben ihn und trat ihn mit „Raiton: Sanbou Raiton“ gegen die Wand, woraufhin der Schwarzhaarige mit „Ka-bosoi Byôuchi-ki“ eine tennisballgroße Kugel formte um diese gegen das rechte Handgelenk des Mashido zu werfen. Unfähig auszuweichen konnte der Mönch nichts dagegen tun, dass seine Hand an die Wand geklebt wurde. Innerlich damit abgeschlossen, dass er die Prüfung nicht mehr bestehen würde, verfolgte der Neunzehnjährige, wie Itô-san ihm seinen Rücken zuwandte um wieder in die Tiefe zu schauen. Da hörte der angehende Genin die Stimme der Fujin bei der Ausführung von „Fuuton: Renkugan“, woraufhin der Chuunin, durch das Jutsu im Rücken getroffen, das Gleichgewicht verlor und in die Tiefe stürzte. Die Schüchterne sprang zum Doton-Nutzer herüber und löste die Hand des Wüstenbewohners. „Danke, Chō-san.“ sagte Shin, woraufhin die Blauhaarige verlegen lächelte und sagte: „Du kannst dich später bedanken. Jetzt müssen wir erstmal die Schriftrollen kriegen.“ Während dem Rest der Prüfung geschah nichts Nennenswertes mehr. Die beiden bekamen die letzten Schriftrollen und schlüpften an Itô-san, sowie dessen Bunshin vorbei, während diese gerade von anderen Prüflingen abgelenkt wurden.

    Die Verleihung der Stirnbänder
    Um 15:00 Uhr nachmittags sollten nochmals alle Teilnehmer, die eine Schriftrolle ergattern konnten in den Raum kommen, wo auch die theoretische Prüfung abgehalten wurde. Dort warteten bereits sowohl Shiho und Ryûsa, als auch Itô-san und Chikamatsu-san. Sobald alle Prüflinge eingetroffen waren begann Ryûsa damit, in der Reihenfolge, in welcher die Schriftrollen bei ihm abgegeben wurden, die einzelnen Akademisten aufzurufen. Der Erste war tatsächlich der unfreundliche Fatzke vom Vormittag, welcher als Tenami Sai aufgerufen wurde. Er erhielt eine Gesamtpunktzahl von 90. Die 10 Punkte wurden ihm laut Ryûsa abgezogen, weil dieser zwar in den meisten Situationen nahezu perfekt gehandelt habe, jedoch durch seinen mangelnden Teamgeist und seine egoistische Ader viele andere Teilnehmer unnötig in Gefahr gebracht habe. Als vorletztes wurde Shin nach vorne gerufen, woraufhin der weißhaarige Lehrer sagte: „Nun, ich möchte es kurz machen, da es bei dir nicht viel zu kritisieren gibt. In der theoretischen Prüfung konntest Du keine Mischbluterbe aufzählen, wofür wir die 8 Punkte abgezogen haben. Somit hast Du im theoretischen Teil 22 von 30 möglichen Punkten erreicht. In der praktischen Prüfung hast Du allerdings ein paar Fehler mehr gemacht, weshalb Du von den 70 möglichen Punkten nur dort nur 59 Punkte erreicht hast. Somit hast Du insgesamt 81 Punkte erreicht. Du brauchst 80 Punkte, um zu bestehen. Daher gratuliere ich dir zu deiner bestandenen Prüfung.“ lächelnd überreichte der Brillenträger seinem Schüler das Stirnband von Sunagakure und fügte noch hinzu: „Stell dich aber noch nicht zu den anderen frischgebackenen Genin. wir haben noch etwas hinzuzufügen, wenn wir auch Tokuchō bewertet haben.“ Mit diesen Worten wandte sich der Hatake an das ängstlich zitternde Mädchen und nahm einen ernsten Gesichtsausdruck an, bevor er sagte: „Nun, bei dir gibt es tatsächlich noch ein paar Baustellen. Während der theoretischen Prüfung hast Du zwar die grundlegenden Antworten gewusst, hast aber alles weitere wegen deiner Nervosität vergessen und generell viel zu viel herumgedruckst. Daher hast Du von den möglichen 30 Punkten nur 17 erreicht. In der praktischen Prüfung hast Du aber nur undeutlich weniger Fehler gemacht, als Shin, hier. Daher erhältst Du von den möglichen 70 Punkten nur 62, was insgesamt eine Punktzahl von 79 macht. Somit hättest Du eigentlich nicht bestanden.“ Enttäuscht sank Chō in die Knie und fing an zu weinen. Da sagte Ryûsa: „Hey, hey, hast Du mir nicht zugehört? Ich habe eigentlich gesagt.“ Mit tränenverhangenen Augen blickte die blauhaarige in die gelben Augen des Lehrers und erkannte das Lächeln auf seinen Lippen. An die gesamte Gruppe gerichtet sagte der Konohanin: „Wie ihr euch erinnert haben wir Sai aufgrund seines fehlenden Teamgeistes 10 Punkte abgezogen. Nun, wir kamen überein, dass Shin und Tokuchō im Gegensatz zu ihm das perfekte Beispiel von Teamgeist an den Tag gelegt haben. daher erhalten beide jeweils 5 der 10 Punkte, welche wir bei Sai abgezogen haben.“ Lächelnd blickte Ryûsa zwischen Shin und Chō hin und her und sagte: „Somit hat Shin nun 86 Punkte und Tokuchō 84 Punkten. Das reicht zum Bestehen. Herzlichen Glückwunsch.“ Ohne wirklich realisieren zu können, was gerade passiert war nahm die Fujin ihr Suna-Stirnband entgegen und blickte mit weit aufgerissenen Augen zu Shin.