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Untergrund von Sôhon

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Man mag es beim ersten Anblick nicht bemerken, aber Sohon ist eine Stadt der Kanäle. Die felsige Wüste von Ishi no Kuni bietet sich nicht unbedingt an dafür, lebendige Großstadt voller Tempel zu erbauen, und den Gründern von Sohon ist dies nur gelungen, indem sie zuerst einen mächtigen Aquaedukt errichtet haben, der Wasser aus dem Grenzgebirge an die Stadt heranführt. Um das Trinkwasser vor Dreck und Verdunstung zu schützen, wird es im Großteil des Stadtgebietes durch unterirdische Kanäle geleitet, und nur Haushalte in sehr wohlhabenden Gegenden und die einflussreichen Tempel erhalten ihr Wasser direkt vom hohen Wasserturm aus, während der Großteil der Bevölkerung über die unterirdischen Kanäle versorgt wird, die ihr Wasser an mehrere Zisternen weiterleiten - darüber liegen die Brunnen der Stadt, über die der normale Einwohner sein Wasser erhält.

Die unterirdischen Kanäle führen also überwiegend kostbares Trinkwasser, sodass das Betreten nur in Begleitung eines Mitglieds der Kanalwächter gestattet ist - egal wie mächtig und einflussreich man sein sollte, unerlaubtes Hineinschleichen wird sehr ungern gesehen und vom örtlichen Rechtssystem streng bestraft. Die aus Ziegel gemauerten Kanäle werden regelmäßig patroulliert und gesäubert, und Kanalwächter achten streng darauf, dass nach der Reinigung im Wasserturm keine neuen Verschmutzungen in die Kanäle gelangen. Eine andere Schicht ist für den Unterhalt und die Pflege der Abwasserkanäle verantwortlich, die in einem baulich komplett getrennten Kanalsystem verlaufen.
 
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C-Rang: Die toten Augen von Sôhon

cf: Weg nach Sôhon

"Oooh! Aber Hatsune, das sieht richtig interessant aus!" Ja, Yukio hatte schon beim ersten Anblick des Kanalwächters nicht so richtig verstanden, wo das Problem bei dieser spannenden neuen Person war, und ihm oder ihr fröhlich zugewinkt, auch wenn er sich brav hinter Hatsune zurückhielt, die als Teamleiterin ja definitiv als erste mit so offiziellen Menschen wie Kanalwächtern sprechen sollte. Ob es in den Kanälen wohl so dicke Luft gibt, dass man die Maske braucht ... oooh nein, die ist bestimmt um im Wasser Patroullie gehn zu können! Zufrieden mit seiner Schlussfolgerung hopste Yukio den anderen beiden Teammitgliedern hinterher, um hallo zu sagen. "Denkt ihr, damit kann man unter Wasser laufen?" Fragte er flüsternd, während sie sich näherten, und zeigte aufgeregt auf die Ausrüstung der Wachperson. Hmm. Aber vielleicht sollte Yukio ja einfach mal fragen? Es wirkte eigentlich nicht wie eine persönliche Frage ... allerdings wurde dieser Gedankengang unterbrochen, als die große, nach Blech und Robotern in Theaterstücken klingende Gestalt sich erkundigte, ob sie die Ninja mit besonderen Spürfähigkeiten waren. Yukio nickte lebhaft auf die Frage und noch lebhafter, als Yari vorgestellt wurde. "Die Spürkatze hat uns auf der letzten Mission sehr geholfen!" Bekräftigte er. Immerhin war Yari ein super Spurenleser! Zugegeben, Yukio wunderte sich ein bisschen, dass Hatsune so ungenau blieb, was seine eigenen Fähigkeiten anging - so hatte er das eben nicht gesagt, oder? Vielleicht hatte er sich nicht gut ausgedrückt? - aber er unterbrach mal nicht, immerhin schien das Gespräch ja eine wichtige Anführersache zu sein. Nur als die Frage aufkam, was Oita hier machte, und offenbar auch Hatsune das nicht so recht wusste, fühlte Yukio sich berufen, Hilfe anzubieten. "Oita ist unser Experte für Personen!" Erklärte er voller Überzeugung und strahlte. "Er ist sehr gut darin, Leute verdächtig zu finden - äähm Verdächtige zu finden! Dann können wir beide und Yari schnell herausfinden, was wir genauer untersuchen müssen!" So etwa funktionierte das doch, wenn sie drei eine Sache untersuchten, oder? Für Yukios Ohren ergab es jedenfalls eine Menge Sinn.
Nanaka nahm die kleine Gruppe jedenfalls beim nächsten Kanaldeckel, den die Wächterperson mit ein paar geübten Handgriffen ziemlich mühelos öffnete und anhob, mit in den Untergrund. Wie aufregend! Yukio stieg als letzter nach unten, weil er noch kurz in seinem Reisegepäck kramte, ehe er das entdeckte, was er gesucht hatte - genau, seinen Hartschalen-Höhlenforscherhelm mit eingebauter Grubenlampe. Extra besorgt nachdem er die Höhlen unter Getsurin erforscht hatte und sicher ebenso perfekt für Kanalerforschung! Er musste nur die Socken und das Halstuch, die er ins Innere des Helms gestopft hatte, um den Platz möglichst effizient zu nutzen, kurz wieder so in den Rucksack packen ... Nanaka (er oder sie wartete oben, da die drei Shinobi alle nicht so aussahen als ob sie die Kraft hätten, hinter sich den Deckel zuzumachen) machte beim Anblick des Helms ein undefinierbares, aber vage amüsiert klingendes Geräusch, dann kletterte Yukio über die geriffelten Stahlstreben, die die Leiter darstellten, mit in den Untergrund.

Die Kanäle von Sohon waren ziemlich sauber. Die Architekten der Stadt hatten sie entwickelt, um das Wasser, das der Aquädukt aus den Bergen in die Stadt brachte, vor Verdunstung und Verschmutzung durch die mannigfaltigen Abfälle einer Großstadt zu schützen. Hier floss also Wasser, das noch von Leuten getrunken oder zum Kochen benutzt werden. An den ziegelsteingemauerten Wänden wuchs an vielen Stellen feines, vielfarbiges Moos, und da und dort hatten sich auch ein paar Kolonien Pilze breitgemacht, aber der eigentliche Kanal, der das Wasser führte, war frei von irgendwelchem Bewuchs und geradezu auffällig sauber, egal, wo Yukio seine Grubenlampe hineinrichtete. "Wir beschäftigen uns hauptsächlich damit, die Kanäle sauber und das Wasser trinkbar zu halten." Erklärte Nanaka mit einem Anflug von Stolz in der scheppernden Stimme, der indes nicht lange vorhielt. "Es ist natürlich sehr unangenehm, wenn wir solche Funde machen wie zuletzt. Manchmal müssen wir spielende Kinder oder feiernde Gruppen vom Kanal verweisen, aber wir müssen für gewöhnlich keine Verbrechen untersuchen." Yukio legte fragend den Kopf schief (was den Lichtkegel seines Höhlenforscherhelms eine sehr lustige Kapriole schlagen ließ). "Wer würde sich denn darum kümmern, wenn sie nicht in den Kanälen gelegen hätten?"
"Das macht dann die Tempelgarde für den entsprechenden Bezirk, kleiner Ninja. Sicherlich könnten sie diese Aufgaben besser erledigen als ich, aber sie sind nun leider nicht zuständig. Ich wünschte nur, wir hätten ein wenig mehr Erfahrung mit solchen Dingen. Schaut mal, da vorne ist es."

Yukios Lichtkegel - der eine minimal andere Farbe hatte als das von Nanakas Helm verströmte Licht - hüpfte aufgeregt durch die Finsternis, als hinter einer Kurve im Kanal die schlaff daliegende Gestalt eines Toten in Sichtweite kam. Feine Näschen unter den Anwesenden hatten möglicherweise schon vorher eine Ahnung entwickelt, was sich hier anbahnen könnte - der Geruch einer Wasserleiche war wirklich nichts angenehmes, und auch der Fortgang der Verwesung hatte offenbar einen Turbo dazugeschaltet. "Wir haben den Körper natürlich aus dem Wasser gezogen, aber sonst nichts verändert." Erklärte Nanaka. "Gefunden hat ihn einer meiner Leute bei der Patroullie gestern Nacht." Yukio guckte ein wenig verwundert. "Sollte man Tote nicht in ein Kühlhaus bringen?" Fragte er, während er sich darauf konzentrierte, ob es sich in der Gegend irgendwo warm anfühlte. Hmmm. Nee, so überhaupt nicht. "Der ist aber nicht hier gestorben!" Stellte der Yuudari gleich darauf bestimmt fest, und tappte gleich darauf unerschrocken an den Leichnam heran, inspizierte den Anblick, der sich ihm bot, und bückte sich dann nach einem Gegenstand auf dem Boden. "Oi, ist das seine Brille?"
"Das denken wir. Der Wachhabende hat sie ein paar Meter vor der Leiche treibend aus dem Kanal gezogen." Sagte Nanaka. "Und ja schon ... aber wir haben leider nur einen Karren, der sich für den Transport von Leichen eignet, und dafür brauchen wir zwei Männer. Ich habe es noch nicht geschafft, die Arbeit so zu organisieren, dass wir ihn schneller abtransportieren können."

@Nekoyami Hatsune @Furasaki Oita
 
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„Grmml grmml grmml… was ich hier mache, grmml… Leute verdächtig finden, grmml… Ist ja wohl die Höhe, grmml… euren Mist doch alleine, grmml…“
Es brauchte nun wirklich keinen Hellseher, um mitzubekommen, dass Oita mit der Einschätzung seiner Person durch Hatsune und Yukio ganz und gar nicht zufrieden war. Nicht nur, dass der Furasaki seit dem Abstieg der ungleichen Vierergruppe hinab in die Kanalisation von Sohôn nichts Besseres zu tun hatte, als halblaut in seinen nicht vorhandenen Bart zu grummeln… Nein, es war darüber hinaus auch relativ einfach, dem Genin seine Unzufriedenheit im verzerrten Gesicht abzulesen, und das sogar trotz der relativen Finsternis der Abwassertunnel. Mit seinen leicht geröteten, etwas aufgeplusterten Wangen, den misstrauisch zusammengekniffenen Augen, sowie einer nachdenklich gekräuselten Stirn gab der Junge nämlich das Idealbild eines eingeschnappten und trotzigen Jungen ab.
Untergrub dieses Verhalten Oitas Autorität und Glaubwürdigkeit nur noch mehr? Sicher, natürlich. Doch andererseits waren die beiden wohl schon in dem Moment flöten gegangen, als sich der Junge vor dem Abstieg zwei Stoffstreifen aus dem Mantel gerissen und sich in die Nase gesteckt hatte. Dort saßen sie übrigens immer noch, was Oitas Gemurmel nicht nur trotzig, sondern auch schrecklich näselnd klingen ließ.
*Aber wen kümmert das schon? Ich bin doch eh bloß der… der F-Fußabtreter dieses Teams, hab ich so das Gefühl! Dabei ist es doch so offensichtlich, warum man uns in dieser Konstellation hergeschickt hat!*
Die Nachhut des kleinen Trosses bildend warf Oita seinen zwei Kollegen einen mürrischen Blick zu, während er sich in Gedanken weiter gut zuredete:
*Yukio wurde ausgesucht, weil er mit Toten sprechen kann. So kann er leicht herausfinden, wer unsere Opfer getötet hat. Diese Hinwiese kann Hatsune, oder besser gesagt, Hatsunes Kater dann benutzen, um den Täter ausfindig zu machen und ihm nachzuschnüffeln.
Doch was dann, hmm? Den Täter nur zu finden, das ist ja nicht alles! Irgendwer muss den ja auch noch festnehmen! Mit ihm kämpfen, ihn dingfest machen, und so weiter! Und wer, bitteschön, wäre besser für genau das geeignet, als ein junger, fitter und kampferprobter Genin, hmm? Hmm?! Absolut niemand, ganz richtig! Ich, Furasaki Oita, bin der… der Muskel des Teams! Leibwächter, Prügelknabe, Mann für’s Grobe… Die Klinge des Teams! Ja, das klingt gut, sehr gut sogar!*


So erfolgreich Oita sich allerdings selbst lobte, während die Gruppe den kurzen Weg zu ihrem Ziel zurücklegte, versetzte ihm die Ankunft beim jüngsten Opfer ihres noch unbekannten Gegenspielers einen scharfen Stich sowohl ins Herz, als auch in die Nase – Letzteres trotz der zwei Stoffknöllchen in der Nase des Genins.
*Meine erste Leichte… Mist, eh…*
Anders als Yukio gab sich Oita aller größte Mühe, den Toten so wenig wie möglich anzuschauen. Tatsächlich bezog Oita sogar ein wenig arg abseits der Gruppe Stellung und machte eine Show daraus, angestrengt in die Finsternis der verwinkelten Tunnel zu spähen.
*Wenn mich jemand fragt, was ich da tue, sage ich einfach, ich, äh… Sichere den Tatort. Genau. Dann können Yukio und Hatsune in Ruhe Hinweise sichern, ohne von Passanten… Äh… gestört zu werden?*
Selbst in Oitas Ohren klang diese Entschuldigung reichlich hanebüchen, so unwahrscheinlich wie es war, dass die Gruppe hier unten irgendwem begegnen könnte. Andererseits hatte Nanaka ja gesagt, dass sich manchmal dann doch Kinder oder irgendwelche Besoffenen hier hinunter verirrten...
*Hmm, Apropos…*
Ohne seinen Blick von der Dunkelheit der Kanalisation abzuwenden, wartete Oita geduldig darauf, dass Yukios erste Fragen Richtung Nanaka bezüglich der Tat beantwortet waren, bevor er selbst das Wort ergriff:
„Wenn sich ab und zu Leute hier herunter verirren… Irgendwie als Zeuge gemeldet hat sich niemand, oder?“
„Nein“
, hallte Nanakas Stimme an Oita vorbei. „Zumindest hat sich bisher noch niemand an uns gewendet.“
*Was nicht viel heißt. Wenn zum Beispiel irgendein Kind etwas gesehen hat, wird es allein deshalb nichts sagen, weil es damit zugeben müsste, sich verbotenerweise hier herumgetrieben zu haben. Zumindest würde es mir so gehen.*
Oita zog eine Schnute, warf einen vorsichtigen Blick über die Schulter, gerade so weit, bis er Yukio und ein Fitzelchen der Leiche sah, und schaute dann direkt wieder in die genau entgegengesetzte Richtung.
„Ich bin sicher, Ihre Leute machen das auch so, aber sagen Sie ihnen trotzdem, dass sie die Ohren offen halten sollen. Und wenn Sie nochmal irgendwen aufgreifen sollten, wie er sich hier unten herumtreibt, dann ist eine gründliche Vernehmung wohl das Mindeste. Und zwar egal ob Trunkenbold oder Straßenkind.“
Einen so offensichtlichen Hinweis zu geben war Oita irgendwie peinlich, ganz zu schweigen davon, dass es für ihn eigentlich gar keinen Grund gab, sich in der aktuellen Phase der Ermittlungen groß einzubringen.
*Immerhin haben wir Yukio. Der braucht nur etwas Ruhe von unserem Aufpasserling, hmm… Soll ich den irgendwie ablenken? Nein, länger als ein paar Augenblicke wird der Yukio sicher nicht in Frieden lassen. Andererseits…*
„Hey…“, begann Oita wie nebenbei. „Warum holen wir zwei…“ Der Genin schaute zu Nanaka. „…nicht schonmal diesen einen Karren, hmm? Sie und ich, wie wär’s? Schließlich, und da sind wir uns ja bestimmt alle einig, ist es umso besser, je früher wir die Leiche hier weg bekommen. In der Zwischenzeit können Hatsune und Yukio auf unseren Kumpel aufpassen, den Tatort weiter untersuchen, Hinweisen nachspüren, das ganze Programm. Wir wären den beiden da sowieso nur im Weg.
Stimmt’s?“

Oita schloss seinen Vorschlag mit einem vielsagenden Blick in Hatsunes Richtung. Nanaka hatte bisher nicht den Anschein gemacht, als wolle er das Team in Ruhe machen lassen, aber vielleicht konnte man ihn ja mit vereinten Kräften aus der Kanalisation heraus mobben. Ihm ein schlechtes Gewissen machen, Zeitdruck beklagen, solche Sachen. Und selbst, wenn das nicht klappte, dann hatte Oita wenigstens einen Vorschlag gemacht.
*Nicht, dass hier nochmal jemand hinterfragt, warum ich überhaupt da bin… Grmml…*
 
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Ah, endlich hatte sich der wahre Nutzen von Furasaki Oita offenbart. Mit einem zufriedenen Nicken bestätigte Hatsune, was Yukio gesagt hatte. Die Nummer Drei des Teams war dazu da, Leute zu verdächtigen und anzubellen. Warum er plötzlich so eine Miene zog konnte sich das Mädchen nicht wirklich erklären, aber vermutlich war er schon dabei, über die ersten Schuldigen nachzudenken. Er erfüllte also einfach seine natürliche Aufgabe.
Zugegeben war Hatsune selbst auch nicht extrem glücklich darüber, in den feuchten und nicht unbedingt angenehmen Kanal hinab steigen zu müssen. Es war zwar ein gutes Stück sauberer als erwartet, aber es war eben trotzdem so etwas wie eine Kanalisation, und das mochte ihr gar nicht gefallen. Außerdem mochte sie es einfach nicht besonders, wenn Innenräume so nass waren! Auch Yari hatte darauf wenig Lust und achtete darauf, auf den Schultern seines Frauchens stehen zu bleiben, schön weit weg von der Flüssigkeit unter ihnen. Davon abgesehen... Mit einem unauffälligen Schlucken wand Hatsu seinen Blick von dem toten Körper ab. Er hatte vorhin noch gesagt, dass er sich von so etwas nicht unterkriegen lassen würde, aber anders als Yukio hatte er noch nicht groß mit Toten zu tun gehabt und verband damit nicht die gleiche Selbstverständlichkeit, eher im Gegenteil. Der Pinkschopf musste sich anstrengen, nicht an den Verlust seines eigenen Vaters zu denken, der ihn damals so mitgenommen hatte. Wie auch Oita begnügte sich Hatsu also erst einmal damit, den Tatort zu erkunden, ohne einen Blick auf den Mann zu werfen, den sie nicht kennenlernen würden. Sehr ertragreich war das Umsehen aber nicht, selbst mit seinen für die Dunkelheit gemachten Augen. „Keine Spuren, keine Waffen... Keine Hinweise auf einen Kampf oder Ähnliches. Was auch immer passiert ist, es ist nicht hier passiert.“ Eine ernüchternde Erkenntnis. Das bedeutete dann wohl wirklich, dass sie nur das Opfer erkunden konnten, solange sie hier waren... und vielleicht ein bisschen Wissen aus Nanaka quetschen, wo sie schon dabei waren. Entschlossen drehte sich der Nekoyami um und ging auf Yukio und Nanaka zu, auch wenn das bedeutete, dass die Leiche in sein Blickfeld fiel. Man musste sich seinen Ängsten eben stellen.

„Ja... wir werden wohl schärfer damit umgehen müssen, wenn sich Leute in die Kanalisation schleichen“, antwortete Nanaka Oita mit einem Seufzen und schüttelte den unter dem Helm verborgenen Kopf. „Ich habe immer versucht, verständnisvoll zu sein, aber offensichtlich habe ich die Verantwortung meiner Position nicht ernst genug genommen. Das darf nicht wieder vorkommen!“ Entschlossen nickte der Kapitän und musste dann lachen, als der Furasaki ihm anbot, zusammen den Karren holen zu gehen. „Na, na! Es wäre nun wirklich nicht verantwortungsbewusst, ein paar Fremde hier unten allein zu lassen! Es hat schon seine Gründe, dass Leute hier nicht runter dürfen, jetzt umso mehr. Dem Risiko werde ich euch nicht aussetzen!“ Offenbar meinte er es ernst damit, dass er die Regeln schärfer umsetzen wollte. Wie unglücklich... Hatsune verstand natürlich, dass Oita versucht hatte, ihnen eine Gelegenheit zu eröffnen. „Das passt schon. Wir sind ausgebildete Shinobi und können gut auf uns aufpassen“, lächelte sie mit einer leichten Verbeugung, versuchte Oitas Argumentation zu stützen. „Ich denke, es ist wirklich das Wichtigste, die Leiche so schnell wie möglich hier heraus zu bekommen, also...“
„Das klingt ja fast, als ob ihr mich loswerden wollt.“
Ernster als zuvor hatte Nanaka diese Worte gesprochen, die mit der metallisch verzerrten Stimme ziemlich eindrucksvoll wirkten. Hatsu konnte nicht anders, als mitten im Satz zu stoppen. Nach ein paar Momenten der Stille lachte der Kanalpolizist wieder. „Ist natürlich Irrsinn. Ich weiß euer Mitdenken zu schätzen. Aber meine Leute kümmern sich noch früh genug um die restlichen Aufräumarbeiten und es gibt keine Chance, dass ich euch hier alleine lasse, also beenden wir das Thema jetzt, ja?“ Die Hände in die Hüften gestützt blickten die leeren Auge der Maske erst Hatsune, dann Oita eindringlich an, ehe die Haltung des Erwachsenen sich wieder entspannte. „Wenn es etwas Anderes gibt, was ihr wissen wollt, könnt ihr gern fragen.“

Nachdenklich spielte Hatsune mit einem ihrer Zöpfe. Das war nicht gelaufen wie gehofft... Vermutlich sollten sie das Thema erst einmal nicht weiter verfolgen. Vielleicht konnten sie sich ja später noch hier einschleichen. Wenn sie den Karren sabotierten, würde die Leiche noch ein wenig hier liegen bleiben, dann würde Yukio seine Chance schon noch bekommen. Erst einmal sollten sie vermutlich schauen, ob sie nicht noch andere Hinweise gewinnen konnten. „In Ordnung. Können Sie uns vielleicht mehr über die Leute erzählen, die hier in die Kanalisation kommen könnten? Die anderen Kanalwächter? Vielleicht diese komischen Leute da oben mit den Augenroben?“, hakte sie nach, um ein bisschen was über die Menschen Sôhons zu hören. „Wenn sie uns einen Überblick über die möglichen Verdächtigen geben, kann unser Experte für Personen sicher etwas da rausfiltern!“

@Yuudari Yukio @Furasaki Oita
 
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Oita machte den hilfreichen Vorschlag, Nanaka beim Abtransport zu helfen, indem er mit ihm den Karren holen ging. "Das klingt wie eine gute Idee! Je länger die Leiche hier an der Luft liegt und nicht einbalsamiert wird, desto weniger wird da hinterher von zu sehen sein. Das macht eure Arbeit mit der Identifikation bestimmt einfacher, wenn er schneller am richtigen Ort ankommt! Wir könnten bestimmt auch Tragen helfen." Schob Yukio noch hoffnungsvoll ein, und wartete ab, ob Nanaka sich wohl überzeugen ließe. Allerdings - es sah so aus als wäre er in diesem Punkt nicht wirklich kompromissbereit, und Yukio machte kurz ein enttäuschtes Gesicht, ehe er sich mit dieser Realität arrangierte. Wirklich ärgern wollte er die Person in dem großen Schutzanzug jetzt natürlich auch nicht, das wäre ja nicht sehr nett gewesen. Hatsune schob stattdessen ein paar Fragen nach, und Yukio nutzte die Gelegenheit, um sich den Toten noch einmal in Ruhe anzuschauen, wobei seine Helmlampe ihm sehr behilflich war. Es war gut, dass er sich diesen Helm besorgt hatte! Das Wasser hatte dem Erscheinungsbild des Toten wirklich keinen großen Gefallen getan, aber der Yuudari meinte doch zu erkennen, dass die Haut ziemlich intakt aussah - jedenfalls die Teile, die er erkennen konnte, ohne gleich den ganzen Körper umzudrehen, und das ließ er dann doch lieber bleiben, immerhin war er so kräftig auch nicht. Hatte er vielleicht einen Schlag auf den Kopf bekommen? Aber das hätte vielleicht mehr geblutet, oder ... hmm. Yukio ärgerte sich einen Moment, dass er nicht so viele Krimiromane gelesen hatte, denn die enthielten solch hilfreiches Detailwissen doch mit Sicherheit, oder? Stattdessen inspizierte er nun also Körper und Kleidung des Toten. Die Kleider sahen insgesamt recht hochwertig aus - selbst der stundenlange Aufenthalt im Wasser hatte die Farbe nicht ausgewaschen, und die Schuhe sahen zwar schon eine Weile getragen, aber anständig gepflegt aus. Vermutlich war das vor ihnen kein armer Mann, hmm? Es war nur schade, dass sie seinen Namen nicht wussten ...

Nanaka-san war unterdessen mit der Beantwortung von Hatsunes Fragen beschäftigt. "Nun, die meisten Besucher in den Kanälen sind harmlose Herumtreiber, wie ich euch das schon sagte. Kinder oder Menschen die sonst auf den Straßen schlafen. Meine Wächterkollegen sind natürlich nur im Rahmen ihrer Patroullien unterwegs und in der Regel auch zu zweit. Ich kann euch gern den Dienstplan zeigen, wenn ihr nachher mit auf unsere Wachstation kommt." Nanaka schien die Implikation, dass einer der Kanalwächter der Tat verdächtig sein könnte, entweder nicht zu stören oder nahm sie gar nicht erst wahr - und offenbar hatte keiner das Bedürfnis, das nochmal rückzufragen. Als Hatsune die Augenroben ansprach, schien Nanaka einen Moment innezuhalten, entspannte sich aber gleich darauf wieder. "Oh, natürlich. Ihr könnt die Gesegneten des Allweisen Auges noch gar nicht kennen." Erklärte Nanaka mit hörbarem Wohlwollen in seiner Stimme, das erst in den kommenden Sätzen ein wenig altklug herauskam (so erstaunlich es auch war, diese feine Nuance in einer Stimme aus einer riesigen, menschen umüllenden Blechkanne noch zu hören). "Es ist einer der vielen Priesterorden, die hier in Sôhon ihre wichtige, religiöse Arbeit tun. Ihr braucht euch dahingehend keine Sorgen machen. Sie kommen nie in die Kanäle. Das ist keine Arbeit für heilige Personen. Die Kanäle sind nicht in der gesamten Stadt unterirdisch. Es gibt einige offene Abschnitte in den hübscheren Stadtgegenden. Es ist auch möglich, dass unser Opfer dort ins Wasser gestoßen und hier angeschwemmt wurde."

Ehe weitere Fragen möglich waren, strömte ein undulierender, tiefer Laut, der ein wenig an Walgesänge erinnerte, wie man sie manchmal von Fern in Getsurin hören konnte, strömte durch die Tunnel, und Nanaka nickte zufrieden. "Da kommen meine Kollegen doch schon. Wie ihr seht, haben wir die Lage vielleicht nicht hundertprozentig im Griff, aber unsere Prozesse funktionieren." Immerhin das funktioniert, konnte man mental unter Nanakas scheinbar ruhig vorgetragenen Worten hervorhören. Nanakas Kollege größte sie mit einer schweigsamen Handbewegung, während er in der anderen Hand noch die mit einem Kolben betriebene Tröte hielt, mit der das Signal vorausgeschickt hatte, als er begleitet von einer weiteren Wach-Person um die lange Kurve kam. Die ihm nachfolgende Person stellte wortlos die schlichte Holztrage, die sie überkopf getragen hatte, auf den Boden, ehe sie gemeinsam das Leinentuch davon abhoben und - behutsam, aber sichtlich ohne Routine - zu Werke gingen, um die Umbettung zu erledigen. "So. Ihr könnt uns direkt auf die Station folgen." Erklärte Nanaka - doch da hopste Yukio kurz auf und ergriff ganz uncharakteristisch Hatsune übergehend das Wort. "Das ist sehr lieb! Aber wir sollten uns vielleicht noch vor dem Abend darum kümmern, eine Unterkunft zu sichern und die offenliegenden Kanäle zu inspizieren, um mögliche Tatorte zu finden! Und ihr habt sicherlich vor, erst einmal selbst die Leiche in Ruhe zu untersuchen? Wir können dann ja dazukommen, sobald alles bereit ist."
Nanaka verharrte einen Moment in unlesbarer Stille, als wäre er oder sie betäubt von so viel weniger Einmischung, als nach der bisherigen Diskussion erwartet. Dann folgte ein Nicken. "Gut. Ich begleite euch noch rasch zum Ausgang und mache hinter euch zu, ja?" Yukio nickte eilfertig - und warf gleichzeitig Hatsune und Oita Blicke zu, die so offensichtlich erwartungsvoll waren, dass man kaum anders konnte als hinter dieser Aktion einen gewieften Plan zu vermuten! "Wir können uns schnell ein Zimmer zu dritt nehmen, ja? Ich muss euch was Zeigen! Ich denke es ist am besten wenn wir das fix machen!" Erklärte er aufgeregt, sobald der Deckel verschlossen war.

@Nekoyami Hatsune @Furasaki Oita
 
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„Bah, endlich!“
Oitas dankbarer Ausruf galt nicht nur der Tatsache, dass es die Gruppe überraschend schnell wieder aus der Kanalisation herausgeschafft hatte. Auch der Umstand, dass der misstrauische Kanalarbeiter Nanaka sich mittlerweile verabschiedet und die drei Genin damit sich selbst überlassen hatte, war für Oita ein riesiger Grund zur Freude.
„Ist das denn zu glauben?“, wetterte der junge Genin los, kaum dass ihr selbsternannter Aufpasser außer Hörweite war. „Der Typ hat uns ja behandelt, als wären wir Kinder!“ Oita warf einen kurzen Blick zu Hatsune und Yukio, die nun beide nicht wirklich super erwachsen aussahen, bevor er fortfuhr: „Also, äh, Kinder ohne mehrjährige Ausbildung, meine ich natürlich. Kinder, die man nicht ohne Aufsicht lassen kann. Ach, ihr wisst schon, was ich sagen will! Jedenfalls finde ich es wirklich unverschämt, dass er uns nicht einmal eine Minute mit der Leiche alleingelassen hat! Immerhin sind wir doch hier, um den ganzen Knilchen zu helfen! Man könnte fast meinen, dieser Nanaka hätte irgendwas zu verbergen!“
Dass Oita den Nagel damit womöglich auf den Kopf getroffen hatte, entging dem Genin in seiner Genervtheit vollends. Andererseits war Nanakas Unwillen, seine sowieso schon etwas angekratzte Fürsorgepflicht für die Kanäle nicht noch weiter schleifen zu lassen, nicht gerade der stichhaltigste aller Beweise dafür, dass der Kerl womöglich irgendwelchen Dreck am Stecken haben könnte.
Oita schnaubte noch einmal trotzig, bevor er sich mit einem Seufzer Yukio zudrehte: „Ich nehme nicht an, dass du genug Zeit hattest, dein Yuudari-Ding durchzuziehen, oder? Was also willst du uns so dringend zeigen, hmm? Oh, und bitte sag nicht, dass wir dafür nochmal in dieses Dreckloch hinunter müssen…!“

Dass daran vermutlich kein Weg vorbei führte, an diesen Gedanken gewöhnte sich Oita nur langsam. Ein bisschen Zeit hatte er allerdings, da die Gruppe sich tatsächlich erst darum kümmerte, eine Unterkunft für die Nacht klar zu machen. Als wolle das Schicksal Oitas Empörung über die kindliche Behandlung, die die drei bisher erfahren hatten, unterstützen, bestand besagte Unterkunft natürlich aus einer schäbigen Jugendherberge, in der üblicherweise Pilger im Teenageralter übernachteten, wenn sie zu einem der vielen religiösen Feste in die Stadt kamen. Da von denen aber aktuell keines anstand, bekamen Yukio, Hatsune und Oita ein überraschend geräumiges Sechserzimmer zugewiesen, welches die drei Genin nur miteinander, und nicht mit irgendwelchen Fremden teilen mussten.
Oita begnügte sich damit, das Zimmer einmal oberflächlich zu begutachten, bevor er Hatsune und Yukio eilig wieder nach draußen scheuchte, damit die zwei ja nicht damit anfingen, sich irgendwie häuslich einzurichten. „Die Mission steht schließlich im Vordergrund, oder? Also bringen wir die Sache bitte so schnell hinter uns wie möglich!“
Anstatt sich allerdings seinen eigenen Worten entsprechend nach Yukio zu richten und sich schleunigst zeigen zu lassen, was der Yuudari entdeckt hatte, lotste Oita die kleine Gruppe erstmal eigenhändig zurück zur Fressmeile von vorhin. Den Stand mit Agavensirup ließ der Genin diesmal allerdings ganz, ganz weit links liegen, und sprang stattdessen zum erstbesten Finger Food-Verkäufer, der irgendwas mit Fleisch im Angebot hatte. So einen zu finden war gar nicht mal so einfach, doch am Ende fand Oita zumindest jemanden, der etwas namens "Genau-so-gut-wie-Fleisch" verkaufte.
Die Backen mit seiner Verpflegung vollgestopft kehrte der Genin schließlich zu seinen beiden Kameradinnen zurück und überlies endlich Yukio die Führung. „Sagt mal…“, warf der Genin dabei gleichzeitig in die Runde: „…was machen wir eigentlich, wenn wir herausfinden, dass irgendwer Wichtiges hier seine Finger mit im Spiel hat? Also zum Beispiel einer dieser Priester, oder Nanaka oder so? Ich meine, wirklich ernst nimmt uns hier ja keiner, und von wegen Jusri-… Jurisdiki-… Rechtsprechung halt, äh… Ishigakure ist nicht Sora, das meine ich. Wenn wir also den Täter finden, und der ist jemand, dessen Verbrechen die Leute hier unter den Teppich kehren wollen… Spielen wir dann einfach mit, oder schnappen wir uns den Kerl und bringen ihn nach Hause? Also, damit der vernünftig bestraft wird und so?“
 
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„Ah, sehr gut“, lobte Hatsune mit einem Nicken und einem Lächeln gleich Oitas Einsatz, kaum dass das Trio sich aus den Kanälen der Stadt verzogen hatte. „Du fängst schon an mit dem Verdächtigen! Fällt dir vielleicht noch jemand aus, außer Nanaka-san?“ Auch wenn man die Grummelei des Furasaki vielleicht nicht unbedingt mit Durchblick verwechseln sollte. Das einzige Mitglied dieses Teams, das gerade wirklich einen Plan zu haben schien, war Yukio, und da war ziemlich undurchsichtig, um was genau es bei diesem Plan eigentlich ging. „Ich meine, klar, sicher. Ich meine, es war zwar absolut nicht geplant, dass wir heute noch Zimmer nehmen würden, aber wenn ihr eine Idee habt, bin ich immer flexibel“, nickte die Nekoyami noch einmal und stellte bei der Gelegenheit noch einmal hervor, dass es definitiv Absicht gewesen war, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Zimmer gebucht worden waren. „Hat einer von euch eine Herberge oder so gesehen? Ich glaube, da hinten die Straße runter hab ich ein Schild gesehen...“

Gut, Herberge war am Ende nur ein Teil der Wahrheit. Es war eine Jugendherberge, die die drei Shinobi erwischten, aber schlussendlich war auch das ein Ort, an dem man schlafen konnte. Und... was auch immer Yukio machen wollte, das ging vermutlich auch. „Das hier ist wirklich nicht so gut wie echtes Fleisch...“, murmelte Hatsune unzufrieden vor sich hin, ehe sie den Rest von ihrem Finger-Food für Yari hinhielt. Der schien da deutlich mehr auf den Geschmack zu kommen als sie. „Wieder wild am Verdächtigen, hm, Oita-kun? Machst du gut so“, lachte die Nekoyami fröhlich und schlürfte den Milchshake in ihrer anderen Hand, während sie nachdenklich nach oben blickte. „Unsere Aufgabe ist es nur, die Umstände aufzuklären und die Informationen und Beweise an die Kanalwache weiterzugeben. Nanaka ist unser Auftraggeber, denn seine Kanalpolizei bezahlt uns. Das heißt, das, was wir herausfinden, geht direkt an ihn. Die Rechtssprechung danach ist nicht wirklich unser Deal.“ Nachdenklich legte sie den Kopf zur Seite, erst nach rechts, dann nach links. Grundsätzlich fand sie die Aussage von Oita unproblematisch, aber er warf tatsächlich einen guten Punkt auf. „Wenn tatsächlich Nanaka der Schuldige sein sollte... hm, das ist dann schwierig. Wir können damit nicht einfach an eine andere Instanz in der Stadt gehen. Den müssten wir dann wohl wirklich mit nach Sora schleppen... aber hey, wie wahrscheinlich ist das schon?“ Mit einem sorglosen Lachen warf sie das nun leere Pappschälchen in den Müll, das bis eben noch einen kleinen Snack enthalten hatte, und wandte sich nun an Yukio. „Aber hey, jetzt bist du dran. Was wolltest du uns zeigen, Yu-chan?“

@Yuudari Yukio @Furasaki Oita
 
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Yukio musste Oita schon ein bisschen Recht geben - er verstand auch nicht so ganz, warum man sich eine Leiche nicht kurz alleine ansehen konnte, wenn man doch schon bei der Untersuchung helfen sollte. Aber vielleicht hatte Nanaka ja auch Gründe dafür. "Nanaka hat ja gesagt, sie haben solche Sachen normalerweise nicht. Sie wollen bestimmt einfach alles sehr richtig machen! Weil es so ungewohnt ist." Setzte er Oitas Vermutung eine eigene, wohlwollendere Annahme entgegen. Immerhin hatten sie eine gute Herberge bekommen! Yukio empfand das Zimmer nicht als schäbig - sicher, es fehlte ein bisschen Dekoration und eine nette Tapete, aber dafür war es sehr geräumig für nur drei Ninja! Er inspizierte skeptisch den Dielenboden, ehe er zu dem Ergebnis kam, dass das für seine Zwecke zwar grundsätzlich gut funktionieren würde, aber das nicht sehr rücksichtsvoll wäre, und nahm dann seinen Reiserucksack ab, in dem sich neben Wechselsachen und der Proviantdose für den Marsch aus dem Erdreich auch noch etwas anderes befand - und wurde dann kurz unterbrochen, als Oita dringend nach draußen wollte, um etwas zu Essen zu fangen. Das war natürlich auch wichtig, und Yukio mümmelte wenig später mit sichtlichem Interesse an einer saftigen Gebäcktasche voller Gemüse, wobei ihm einige Streifen Genausogut-wie-Fleisch oder Tomatenwürfel gelegentlich entwischten und mit ein paar hastigen Fingern wieder eingefangen werden mussten. Es sei denn, Yari war schneller! Die kleine Unterbrechung störte Yukio offensichtluich nicht - Essen war auch wichtig, wenn man so eine wichtige Ermittlung hatte! Erst als Hatsune das Thema ansprach, kam er selbst darauf zurück, dass er noch etwas vorgehabt hatte. "Oi! Da müssen wir aber zurück in die Herberge! Das kann man auf der Straße nicht machen!" War dann aber auch alles, was Yukio an Erklärung über sein Vorhaben anbot, ehe er auch schon losflitzte.

Zurück in ihrem Raum huschte Yukio wieder zu seinem Rucksack, wühlte einen Moment, und zog dann eine lange, mitternachtsblaue Stoffbahn daraus hervor, die er in der selben Bewegung entrollte. Mit den aufgedruckten süßen Sternchen sah es schon sehr verdächtig nach einer Schmusedecke aus - war es auch, denn Yukio legte sie gleich darauf auf das Bett, das er für sich ausgesucht hatte, ehe er nochmal im Rucksack abtauchte und eine große Rolle Papier hervorzauberte, die er dann auf einem freigebliebenen Bett ausbreitete.
"Soo. Das ist schon mal eins ..." dann huschte er zu den Nachtschränken und sammelte die dort stehenden, kleinen Kerzen ein, die er sehr vorsichtig auf das Papier stellte. Dann nahm er sich einen schwarzen Kreidestift aus seinem Rucksack und begann damit hurtig erst einen Kreis und dann einen zweiten, größeren Kreis auf das Papier zu malen. So würde man die Dielen nicht putzen müssen, so viel Rücksicht nahm Yukio gerne auf die Herberge! Die Kerzen wanderten als nächstes in den Raum zwischen beiden Kreisen ... hm nein, das war keine gute Idee. "Ich glaube, Gläser oder Untertassen wären gut ..." murmelte Yukio, und fand in einem der Schränke tatsächlich auch welche, sodass er hoffentlich nicht sein Papier und das Bett in Brand steckte, als er gleich darauf mit einem Streichholz die Kerzen anzündete. "Soo - oh warte, da fehlt noch eine Sache." Yukio kicherte über seine Nachlässigkeit - und griff dann in seine Hemdtasche, um die Brille des Verstorbenen hervorzuzaubern, die er eben beim Anschauen der Leiche schnell eingesteckt hatte. "Hier!" Sie wanderte natürlich in die Mitte des Doppelzirkels, und er strahlte in die kleine Runde. "Der Mann ist nicht in den Kanälen gestorben, darum habe ich ihn dort nicht gefunden. Aber seine Brille ist genug um ihn herbeizurufen, und dann können wir ihm einfach alle Fragen stellen!" Yukio blinzelte - und als er die Augen wieder öffnete, waren sie pechschwarze Kugeln, an deren Rändern ein dunkles, rötliches Glühen heraufschien - wie zwei Kohlen, die im Dunkeln vor sich hin glommen. "Ihr müsst nix bestimmtes machen - oh, aber vielleicht die Gardinen runter, okay? Und seid nett zu ihm und guckt nicht komisch, ja? Die Leute die nicht atmen sind da manchmal ein bisschen empfindlich." Das Lächeln, dass Yukio für seine Teamkameraden übrig hatte, ehe er sich dem Zirkel auf dem Papier zuwandte, wirkte neben den unmenschlichen Augen ein bisschen deplatziert, war aber sehr ermutigend. Yukio stellte sich dicht vor die Kerzen, spreizte die Arme leicht, und begann zu sprechen.

"Rastlose Seele! Wandernder, der diese Brille sein eigen nannte! Ich rufe dich! Beim Licht der Kerzen und bei der Kraft des Kreises, ich rufe dich! Erscheine!" Yukio klang mit einem Mal um ein vielfaches lauter, obwohl er nicht wirklich laut war - es war nur das Gewicht seiner Worte, das sich verändert hatte, nicht deren Lautstärke. Das flackernde Kerzenlicht hob den düsteren Schein von Yukios Doujutsu noch weiter hervor.
"Beim Rauschen des Wassers um deinen Körper, bei der Stille zwischen den Glockenschlägen, ich rufe dich! Erscheine!"
Etwas schien sich in der Umgebung verändern - es war, als würde der Raum mit einem Mal an Tiefe und Weite gewinnen, als stünden sie nicht in einem abgedunkelten Zimmer einer Jungendherberge, sondern einer großen, weitgehend leeren Halle. War das ein kalter Windhauch, oder nur Einbildung? Die Kerzen hatten geflackert, aber nichts sonst im Raum hatte sich bewegt ... "Beim Schein deiner Brillengläser und beim Schimmer des Goldes! Die Augen der Unterwelt sehen dich! Erscheine, um Zeugnis abzulegen!" Die letzten Worte fielen von Yukios Lippen wie schwere Bleitafeln und hinterließen eine dröhnende Stille. Der unsichtbare Windhauch war nun viel stärker zu spüren, die Kerzenflammen wurden nach innen gezogen - und dann, mit einem mal, war der Zirkel nicht mehr leer. Die durchscheinende, abgeblasste Gestalt eines alten Mannes in teurer Ausgehkleidung schwebte eine Handbreit über der Brille und starrte in den Raum - scheinbar mehr als ein wenig überrascht über diese ungewöhnlichen Umstände. Sie war etwas unscharf, als läge sie unter dem Wasser eines ruhigen Teichs. Der Mann kniff die Augen zusammen und schien sie allmählich erst scharf zu sehen. "Wer ... wer ruft mich? Warum stört ihr meine Ruhe?" Die Stimme war alt und kratzig, aber mehr noch schien sie ein bisschen zu brauchen, um bis an ihre Ohren zu dringen - die Bewegungen des Mundes passten nicht ganz zu den Worten, die sie hörten.
"Ich bin Yuudari Yukio. Ich habe dich gerufen, um deinen Tod ins Licht zu bringen, ehrbarer Wanderer. Ich bitte dich darum, uns zu berichten, was du davon erinnern kannst, damit wir dir und deinen Nachkommen Gerechtigkeit verschaffen können."
Der Tote drehte sich langsam und scheinbar unwillkürlich die eigene Achse, wie ein Luftballon im Wind, während Yukio sprach. Einen Moment danach wurde sein Hinterkopf sichtbar. Das Gespenst blutete nicht, aber da war ein gut sichtbares Loch im Schädel ...

@Furasaki Oita @Nekoyami Hatsune
 
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„Ruhepuls: 200.“ Besser konnte man Oitas Gemüts- und Gesundheitszustand vor und während Yukios Ritual kaum beschreiben. Zu verdenken war ihm diese seine immense Unruhe dabei sicherlich nicht: Wie oft in seinem Leben bekam Oita Normalverbraucher schließlich einen waschechten Geist zu sein?
*Beim Abschluss der Akademie hab ich ja wirklich mit Vielem gerechnet, aber das hier… Ich meine, das hier ist ein verfluchter Geist. Ein GEIST! Alteeer!*
Oitas kindliche Begeisterung brachte ihn beinahe dazu, einen neugierigen Schritt nach vorne auf das Gespenst zuzugehen – allerdings auch nur beinahe. Stattdessen blieb der Furasaki dann doch lieber dort stehen, wo er war, das heißt direkt vor der Zimmertür, die Arme vor der Brust „verschränkt“ (genau genommen sah Oitas Pose eher danach aus, als würde sich der Knabe aus Angst selbst umarmen), die Augen festgefroren in einer merkwürdigen Mischung aus erstaunt aufgerissen und furchtsam zusammengekniffen.
Zumindest war der junge Genin immerhin im Raum, anstatt draußen Wache zu stehen, wie er es eigentlich vorgehabt hatte. *Hätte ich das hier verpasst, ey… Ich hätte mir mal sowas von in den Hintern gebissen!* Dankbar schickte er einen Blick in Hatsunes Richtung, deren reine Präsenz ihn davon abgehalten hatte, sich vor dem Ritual aus dem Staub zu machen besonders strategisch zu positionieren…
Doch allein diese winzige Bewegung, dieses kleine Zucken seiner roten Augäpfel inklusive des winzigen Ruckelns seines Kopfs, dieser Sekundenbruchteil der Unaufmerksamkeit, waren dem spektralen Besucher der Ninja offenbar schon zu viel. Zumindest interpretierte Oita es so, als der Geist sich plötzlich in seine Richtung wandte und ihn mit seinen toten Augen durchbohrte.
*Mist Mist Mist Mist Mist!*
Den Blick aus purer Angst auf Hatsune fixiert öffnete Oita den Mund, doch die Worte blieben ihm im Hals stecken.
*Hatsune, komm schon! Zeit fürs Interview und so! Sag was! Tu was! Hauptsache, dieses Ding schaut mich nicht mehr an! Hatsune, verdammt!*
„Ha-…!“
*Hatsune! Los!*
„Haaa-…!“
*Verflucht, so wird das nichts! Mist, Mist, Mist!*
„Ha-… Hah-…! Haaa~…“
*Dann eben anders! Auch gut! Ist ja nicht das erste Mal, dass die Drecksarbeit an mir hängenbleibt!*
„Haha-…-llo…?“
Den Blick noch immer auf seine Teamleiterin gerichtet, presste Oita die wohl umständlichste Begrüßung hervor, die überhaupt menschenmöglich war.
„Ha-Ha-Hallo! Werter, äh… Herr, ähm… Geist? I-ich bin… Oitasaki Fura! Äh, Furasaki Oita, so herum! Ich, äh… Das heißt, wir… Naja, nun, Yukio hat’s ja eigentlich schon gesagt? Deshalb, ähm… Ja… Was war da los, hmm? Also mit ihrem… ihrem Tod… und so?“
Zur Antwort schwebte der Geist erst einmal einen Millimeter auf Oita zu – was dem wiederum einen Heidenschrecken einjagte. Wäre der Genin nicht schon mit dem Rücken an die Türe gepresst gewesen, dann wäre Oita vermutlich wie ein verschreckter Frosch zurück gehüpft und dabei, falls nötig, direkt ganz durch die Wand auf den Flur draußen gekracht.
So allerdings musste sich der Genin damit begnügen, seinen Hinterkopf noch ein bisschen schmerzhafter an das Holz der Tür zu pressen, und dabei die peinliche Stille mit noch mehr Geschwafel zu füllen:
„Mein B-Beileid, übrigens! Ich meine, äh, kaufen können sie sich davon natürlich nichts… Also, Geister können sich ja sowieso von nichts mehr von irgendwas kaufen, aber das ist ja sowieso nur so eine Redewendung. Ähm… Jedenfalls, äh, würden wir gerne ihren Mord aufklären, bitte? Das war doch ein Mord, der sie, äh… Um ihren Körper erleichtert hat? W-wie auch immer, äh… W-wieso erzählen sie uns nicht einfach, woran sie sich noch so erinnern können? Und l-lassen sie bitte nichts aus! Jedes Detail k-k-könnte wichtig sein!
Stimmt doch, Hatsune? Oder? Oooder?!“

Hatte es Oita also doch noch geschafft, die Verantwortung auf seine Teamleiterin abzuladen... Doch ob das Mädchen dafür wirklich bereit war? Und wie reagierte eigentlich ihr Stubentiger auf den ektoplasmatischen Eindringling?
 
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Es war soweit, wie es aussah. Die Zeit für Yukios Geisterbeschwörung war gekommen. Natürlich war Hatsune absolut bewusst, dass es wichtig war, dass der Yuudari seine Vorbereitungen professionell und richtig durchführte und es ihm sicher nicht half, wenn jemand anders sich einmischte, also achtete sie bewusst darauf, ihm keine Hilfe anzubieten, während sie sich auf eins der Betten setzte und ein wenig mit Yari und einem Faden spielte. Erst, als der Jüngere das Signal gab, dass es weitergehen konnte, richtete sie sich wieder auf. „Gardinen runter, verstanden“, nickte sie und machte sich daran, verzog aber eine Miene, als er meinte, dass sie den Geist nicht komisch angucken sollten. „Hey! Ich gucke immer so“, meinte sie grummelig und verschränkte die Arme vor ihrer Brust. „Der soll sich mal nicht so haben...“

Stolz auf ihrem Bett sitzend, die Beine übereinander geschlagen und eine süße Katze auf ihrem Schoß, betrachtete Hatsune die Beschwörung, ein Leuchten in ihren Augen, als sich das Bild des Verstorbenen plötzlich vor ihr in der Luft abzeichnete. Die Silhouette war verschwommen, nicht ganz klar, aber die Ähnlichkeit zu der Leiche, die sie zuvor gesehen hatten, war deutlich zu erkennen. Sie war so fokussiert, dass sie kaum bemerkte, wie Yari sich von ihr löste und auf den Fußboden hüpfte. Als Mitglied eines Clans, der für das Spirituelle sehr offen war, war der Anblick für sie faszinierend, auch wenn sie sich nicht annähernd so sehr aufregen ließ wie Oita. Gut, das war nun wirklich nicht ungewohnt. Nachdenklich ihre Hand an ihr Kinn legend überlegte die Nekoyami jetzt erstmals, was für Fragen sie dem Geist stellen wollte, doch der Furasaki begann bereits damit, zu sprechen. Etwas überrascht blickte sie zu ihm hinüber, zuckte dann aber mit den Schultern. Gut, wenn er unbedingt das Gespräch übernehmen wollte. „Ja, wir möchten gerne Ihren Tod aufklären“, bestätigte die Teamleiterin also die Worte ihres Kollegen. „Alles, was Sie uns dazu sagen können, wäre eine Hilfe.“
„...“ Schweigen traf Hatsune, als sich der Blick des Mannes in ihre Richtung wandte, und sie schluckte kurz, darauf achtend, ihren Gesichtsausdruck möglichst freundlich und gleichzeitig neutral zu halten. Bloß nicht komisch angucken, das hatte Yukio ja gesagt. Sie fragte sich, wie empfindlich er da wohl war. „Viele... Es waren zu viele...“, erklang die gebrochene Stimme des Geistes und sorgte so dafür, dass sich Hatsu gerader aufrichtete und aufmerksam ihre Augen weitete. „Viele? Viele was?“ „Einige Männer... ein paar Frauen... Ich wurde festgehalten...“ Seine Augen, erstaunlicherweise deutlicher zu erkennen als der Rest seines Körpers, zitterten ein wenig, verloren ihren Fokus. Die Erinnerung war wohl schwierig. Wieder verstummte er. Hatsune versuchte, seine Aufmerksamkeit auf sich zurück zu lenken, doch das funktionierte nicht. Die Antwort war doch sehr überraschend gewesen. Sie hatten bisher nach einer Person gesucht, nicht nach einer ganzen Gruppe an Mördern. Aber der Geist schien nicht mehr bei Sinnen zu sein.
Nicht, bis ein leises, kratzendes Geräusch den Raum erfüllte und ihn zurück in die Gegenwart holte.
Dieses Kratzen... Es jagte einen kalten Schauer Hatsus Rücken hinab, während er zu dem Geist starrte. Aus der Richtung kam es, kein Zweifel, aber auch der schwebende Mann schien es nicht erwarten zu haben, und sein Blick senkte sich zu Boden. Die Nekoyami folgte ihm und erblickte... Yari? Yari, dessen raue Zunge an den Holzdielen unter dem Geist leckte? Warum das? Tropften etherische Wesen eine Art Ektoplasma oder so? Das war ja ekelhaft! „Hey, Yari! Lass das“, rief Hatsu mit hochrotem Gesicht und mit einem leisen Schnurren blickte der Kater auf, sah zu ihr hinüber. Der Geist allerdings behielt seine Augen auf dem braunen Fell. „Was für ein liebliches Tier...“, murmelte der alte Mann und schloss lächelnd die Augen. „Ich fühle mich geläutert... geläutert...“ Falten legten sich auf seine Stirn, während er das Wort wiederholte. Sein Lächeln schwand wieder. „Geläutert... Er hat gesagt, sie sind geläutert... und dann haben sie... Sie haben mich... aah...“
„Was? Wer?“ Aufgeregt sprang Hatsune vom Bett auf. Das klang doch jetzt wirklich relevant! „Wer hat das gesagt? Wer hat sie angefallen?“ Ihr Blick wurde schärfer, intensiver, die hungrigen Augen einer Katze auf der Jagd. Da hatte sie doch genau den Hinweis, den sie suchte. Doch der Geist schwieg. „...“ Wortlos blickte er sie an, und mit einem Mal konnte Hatsu seinen Blick nicht mehr so deutlich sehen wie eben noch. Moment... Hatte er ein Problem damit, wie er angesehen wurde? Yukio hatte sie ja davor gewarnt...

@Yuudari Yukio @Furasaki Oita
 
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Diese Beschwörung lief doch superfantastisch! Yukio hatte sich nicht einmal verhaspelt oder korrigiert, als er die Anrufung gesagt hatte, und er wollte zwar nicht angeben, aber so wie Oita reagiert hatte, musste es ziemlich cool ausgesehen haben - immerhin war der hartgesottene und misstrauische Furasaki nicht so leicht zu beeindrucken! Hatsune blieb wie immer total cool, machte aber ebenfalls interessiert mit, und der Geist - der Geist kam nicht nur, er erzählte auch direkt was! Super! Yukio hatte schon Sorgen gehabt, dass er verschlossen wie eine Auster wäre, aber das Pech hatten sie nicht. Im Gegenteil: Sie sprachen noch gar nicht lange, aber für die wenige Zeit hatten schon echt viel gelernt! Erstmal, dass es viele Personen gewesen waren. Zu viele für den alten Mann, natürlich! Es waren Männer und Frauen gewesen, und ... sie waren irgendwie geläutet gewesen? Nein, Personen konnte man nicht läuten! Läutern - das hatte er gesagt! Das war was anderes ... er kannte das Wort, es tauchte auch in den Ritualschriftrollen immer wieder auf. Es bedeutete nicht etwa besonders laut zu sein, sondern sowas wie gereinigt. Aber gesäubert ergab auch nicht so viel Sinn, oder? Der Geist meinte doch bestimmt nicht, dass ihm jemand seine Mörder als gut geduscht hatte verkaufen wollen? Yukio strich sich nachdenklich über die Nase, während er die bisherigen Äußerungen ihres Zeugen Revue passieren ließ. Es gab eigentlich nur zwei Leute, von denen Yukio das Wort bisher gehört hatte. Einmal von seinen Clangenossen, den Totenbeschwörern, und dann ... "Vielleicht hat es ja was mit Priestern zu tun! Die benutzen so Worte." Erklärte Yukio, als wäre damit ein großer Schritt hin zu des Rätsels Lösung getan. Er empfand es auch so, selbst wenn er noch nicht wirklich wusste, wie sie von da zu einem Verdächtigen kommen würden. Immerhin gab es hier sehr sehr viele Priester ... das könnte eine Menge Sucherei bedeuten, wenn sie es nicht schafften, den Kreis der Verdächtigen weiter einzuengen! So hieß das, das hatte Yukio mal in einem Krimi auf dem Fernsehgerät seiner Eltern gesehen. Es war sehr spannend was sie hier machten, aber es könnte bestimmt auch eine Menge Arbeit sein, wenn man noch nicht so viel Übung hatte wie die Komissare im Fernsehen! Höchste Zeit, noch ein bisschen genauer nachzufragen.

"Ehrbarer Wanderer ... kanntest du die Leute, die das getan haben?" Fragte Yukio, der den Geist nach seiner kurzen Denkpause jetzt wieder vollauf fokussierte, woraufhin er auch gleich wieder ein wenig mehr Schärfe für die anderen gewann. Hupsi, hehe. "Nicht ... persönlich ... sie lebten in einem heiligen Haus ..." kam die Antwort zurück. Dann verdüsterte sich die Miene des Toten. "Masao ...! Er ist ihr Meister." Uh! Yukios Miene erhellte sich, als ein Name fiel, und er wippte fröhlich auf der Stelle. "Dankesehr! Aber guter Gast - willst du uns deinen Namen sagen, bevor wir weiter sprechen?" Jaa, das Stichwort Name hatte ihn doch daran erinnert, dass sie noch gar nicht wussten, wie ihr Besucher eigentlich hieß. Das sollten sie doch auf jeden Fall korrigieren, immerhin war das auch ein bisschen Information, mit dem man direkt noch etwas anfangen konnte. Der Geist schien für den Moment aber eher in der Betrachtung der Umgebung versunken und merkte erst nach ein paar Sekunden aus einer näheren Betrachtung von Yari auf. "Mein Name ... mein Name." Er runzelte einen Moment die geisterhafte Stirn und schaute verwirrt. "Das ist doch ..." Mit einem Mal drehte er sich sehr abrupt und schoss durch den halben Raum, weg von dem Zirkel, aus dem er gerufen worden war, bis er ein paar Handbreit von Oita zu ... Schweben kam. "Wie war dein Name, Junge! ... es war so ein ähnlicher ..."

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